BWL - Band VIII - Unterweisung 219


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 219:
1. Ich gebe euch in diesem Augenblick meinen Heilbalsam,
meine Kraft und meine Liebkosung.
2. Ich bin euer Kreuzträger. Denn als auf Erden die Last meines
Kreuzes niederdrückend wurde, gab es einen Menschen mit Mitleid
in seinem Herzen, der meine Last mit Mir teilte.
3. Hier bin Ich ─ bereit, euch zu Hilfe zu eilen, wenn ihr auf
dem Wege zusammenbrecht, um eurer Seele Kraft zu geben und sie
aufzurichten, damit sie ihren Weg fortsetzen kann.
4. Schritt für Schritt nähert ihr euch dem "Golgatha" eures
Lebens auf Erden, wo eure Seele Mir sagen wird: "Vater, in Deine
Hände empfehle ich meinen Geist, denn alles ist vollbracht."
5. Wohl denen, die ─ wenn jene Stunde kommt und sie diese
Worte sprechen ─ ihre Aufgabe vollendet haben, denn ihr Friede
und ihre Seligkeit wird groß sein.
6. Ich will, dass ihr alle jenen Gipfel erreicht, ganz gleich, ob ihr
zerlumpt und ohne materielle Güter ankommt. Dort werdet ihr
meine Gegenwart und meine Barmherzigkeit fühlen, wie ihr sie
niemals zuvor gefühlt habt.
7. Dort erwarte Ich den Mann, dort erwarte Ich die Frau, die
Eltern, die Mütter ─ alle, die mit Aufgaben zur Welt kamen, die zu
erfüllen waren.
8. Wollt ihr zum Gipfel gelangen?: Vertraut auf Mich, der Ich
eure Bestimmung bin. Nehmt die Prüfungen mit Liebe an, gehorcht
meinem Willen, wie dieser auch sei, mit einem Lächeln auf den
Lippen, mit Glauben und Ergebung in euren Herzen.
9. Vergesst nicht, dass Ich allmächtig und allgegenwärtig bin,
damit euch der Zweifel oder die Schwachheit nicht in Versuchung
führen.
10. Manchmal, wenn ihr auf der Welt weint und denkt, dass Ich
im Himmel wohne, wo alles Seligkeit des Geistes ist, zweifelt ihr an
meiner Liebe, weil ihr nicht begreift, dass der Vater Freude hat,
während Millionen seiner Geschöpfe auf Erden bis zum Tode leiden.
Der Grund dafür ist, dass ihr nicht begreifen wollt, dass mein Glück
nicht vollkommen ist, bis das letzte meiner Kinder das rettende
Land erreicht hat.
11. Da Ich euer Vater bin, muss Ich notwendigerweise mitfühlen,
was die Kinder fühlen. Nur so werdet ihr begreifen, dass ─
während jeder von euch leidet und seinen eigenen Schmerz fühlt ─
der Göttliche Geist den Schmerz all seiner Kinder miterleidet.
12. Als Beweis dieser Wahrheit kam Ich zur Welt, um Mensch
zu werden und ein Kreuz zu tragen, das allen Schmerz und alle
Sünde der Welt darstellte. Doch wenn Ich als Mensch die Last eurer
Unvollkommenheiten auf meinen Schultern trug und all euren
Schmerz fühlte ─ könnte Ich Mich dann als Gott gefühllos zeigen
angesichts der Trübsale meiner Kinder?
13. In meinem Geiste existiert ein Lobgesang, dessen Töne noch
niemand vernommen hat; niemand kennt ihn, weder im Himmel,
noch auf Erden. Jener Gesang wird im ganzen Universum vernommen
werden, wenn der Schmerz, das Elend, die Finsternis und
die Sünde ausgelöscht sind. Jene göttlichen Töne werden in allen
Seelen Widerhall finden, und der Vater und die Kinder werden sich
in diesem Chor der Harmonie und Seligkeit vereinen. Wahrlich, Ich
sage euch, selbst die Steine werden sprechen, wenn diese Harmonie
einmal das Leben meiner vielgeliebten Kinder erhellt.
14. Läutert weiterhin eure Seele, entwickelt sie weiterhin und
vervollkommnet sie, wobei ihr immer euren Glauben wie eine
unauslöschliche Flamme in euch tragt.
15. Ich muss euch sagen, dass ihr, solange ihr auf Erden wohnt,
euch darum bemühen dürft, euer Dasein auf ihr so angenehm wie
möglich zu machen. Es ist nicht notwendig, unaufhörlich zu weinen,
zu leiden und zu "bluten", um den Frieden im Jenseits zu verdienen.
16. Wenn ihr diese Erde aus einem Tränental in eine Welt des
Glückes umwandeln könntet, wo ihr einander lieben würdet, wo ihr
darum bemüht wäret, das Gute zu tun und innerhalb meines
Gesetzes zu leben ─ wahrlich, Ich sage euch, dies Leben wäre in
meinen Augen sogar verdienstvoller und hochstehender als ein
Dasein voller Leiden, Missgeschicke und Tränen, so große
Bereitwilligkeit zum Ertragen desselben ihr auch haben möget.
Wann werdet ihr soweit sein, das Geistige Leben mit dem
menschlichen Leben auf eine solche Weise zu vereinigen, dass ihr
zwischen dem einen und dem anderen keine Grenze mehr seht?
Wann werdet ihr aus eurem Dasein ein einziges Leben machen,
indem ihr die Idee des Todes verwerft, um in die Ewigkeit
einzugehen? Dieses Erkenntnislicht wird erst dann in den Menschen
sein, wenn auf der Welt die Vergeistigung blüht.
17. Das Licht meines Wortes rettet euch in dieser Zeit vor der
Finsternis des Materialismus, in der man die Seelen begraben hat ─
eine Finsternis, die sie die Wahrheit nicht erkennen lässt, obwohl sie
ihnen nahe ist und sie dieselbe in sich tragen.
18. Die Dritte Zeit ist bei euch, und davon werden den
Menschen Beweise und Zeichen gegeben, und noch größere werden
folgen, so, als ob eine riesige Glocke geläutert würde, um Lebende
und Tote zu erwecken.
19. Betet, beobachtet, meditiert, lasst meine Inspiration euch
führen. Ihr werdet sie immer erkennen, weil ihr euch zum Guten und
zur Erhebung angespornt fühlt, wenn eure Seele ihren Schöpfer
begrüßt.
20. "Ehre sei Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden den
Menschen guten Willens."
21. Gesegnetes, durch meine Barmherzigkeit erwähltes Volk:
Ich habe euch in diesen Zeiten der Verderbtheit, der Verwirrung und
des Schmerzes ausgewählt, um euch in einer Familie zu vereinen
und unter den Völkern der Erde das Volk des Friedens zu bilden.
22. Ihr durchlebt Zeiten des Chaos. Nur jene, die sich in diesen
Zeiten der Prüfung zu vergeistigen vermögen, können den Schmerz,
die Verwirrung, das nahende Unwetter überleben. Nur jene, die sich
über alle irdischen Nichtigkeiten, die menschlichen Nöte erheben,
werden dem weltweiten Chaos mit Gleichmut und Ruhe standhalten
können und werden wie Schiffbrüchige inmitten des Ozeans sein,
denen es gelingt, sich an einem Stück Holz festzuhalten, welches
der Glaube an meine Liebe sein wird.
23. Auf diese Zeit bereite Ich euch vor. Darum lehre Ich euch,
Mich zum Vorbild zu nehmen. Doch es ist nicht mein Wille, dass ihr
die einzigen seid, die meine Lehre befolgen. Ich will, dass die
Tugenden eures Herzens, eure Worte und Werke alle Herzen
anziehen, die zu Mir kommen müssen, um in dieser Zeit meine
Unterweisung zu empfangen, damit das Volk sich an Zahl, an Kraft
und Erhebung unter der Menschheit vervielfacht.
24. Doch woraus besteht jenes Chaos, jenes Unwetter, jene
Prüfung, die näherrückt?: Es sind die Hefen des Leidenskelches, die
die Menschheit noch nicht getrunken hat. Es ist notwendig, dass der
Mensch, der jenen Kelch über die Zeiten hin mit seinen Taten
geschaffen hat, ihn bis zum letzten Tropfen leert, damit er sein
eigenes Werk und seine Frucht erkennt.
25. Gesegnetes Volk: Jene Männer, die sich voll Selbstherrlichkeit
und Machtanspruch in den Nationen, in den Völkern der
Erde erheben, sind große Seelen, mit Macht ausgerüstet, und
Inhaber großer Missionen. Sie stehen jedoch nicht im Dienste
meiner Göttlichkeit. Sie haben ihre großen Anlagen und Fähigkeiten
nicht in den Dienst der Liebe und der Barmherzigkeit gestellt. Sie
haben sich ihre Welt, ihr Gesetz, ihren Thron, ihre Vasallen, ihre
Herrschaftsbereiche und alles, was sie sich zum Ziel setzen können,
geschaffen.
Doch wenn sie spüren, dass ihr Thron unter den Heimsuchungen
erbebt, wenn sie fühlen, dass der Einfall eines mächtigen Feindes
bevorsteht, wenn sie ihre Schätze und ihren Namen in Gefahr sehen,
brechen sie mit all ihrer Macht auf, erfüllt von Größenwahn, von
irdischer Eitelkeit, von Hass und Übelwollen und werfen sich dem
Feind entgegen, ohne Rücksicht darauf, ob ihr Werk, ihre Idee nur
eine Spur des Schmerzes, der Zerstörung und des Bösen hinter sich
lässt. Sie haben nur die Vernichtung des Feindes im Sinn, die
Errichtung eines noch größeren Thrones, um größtmögliche Herrschaft
über die Völker, über die Reichtümer, über das tägliche Brot
und selbst über das Leben der Menschen zu haben.
26. ich bereite euch vor, damit ihr meine Soldaten seid, jedoch
nicht solche, die Zerstörung oder Böses verursachen, nicht Soldaten
des Hasses und der Verderbtheit, der Finsternis und der Habgier,
sondern Soldaten der Vergeistigung, der Brüderlichkeit, der Liebe,
der Sanftmut und Barmherzigkeit. Ihr sollt euch voll Kraft und
Vertrauen auf Mich, euer Vorbild, aufmachen, voller Vertrauen in
eure Waffen, welche die Wahrheit und die Gerechtigkeit sind. Ich
bereite euch vor, damit ihr schon jetzt gegen jenen Feind kämpfen
könnt, der gleichfalls mächtig ist, aber nicht mehr als ihr.
27. An dem Tage, an dem ihr zur Vergeistigung erwacht, werdet
ihr zu der Einsicht gelangen, dass die Finsternis schwach ist
gegenüber dem Licht, dass der Hass nur ein Atom ist angesichts der
unwiderstehlichen Kraft der Liebe, und dass dieses Atom beim
Kontakt mit der wahren Barmherzigkeit vergeht, dass der Materialismus
sich verringert angesichts der Gaben des Geistes. Das
Materielle ist vergänglich, doch das Geistige hat ewiges Leben.
28. Ihr seid dabei, das vergeistigte Volk zu bilden, das fähig ist,
die Verwirrtheit der Welt aufzulösen, um sie durch euer Beispiel,
durch die guten Gedanken, Worte und Werke, die euch schon jetzt
zu eigen sind, von ihrem Materialismus und Fanatismus zu befreien.
29. Wenn die Menschen euch über Lehren befragen, die ihr
nicht von Mir gehört habt, oder die ihr nicht verstehen konntet,
werde Ich durch euch sprechen und werde die Menschen ─ die
Gelehrten, die Theologen, den Mächtigen, den Bevollmächtigten
und den Richter, die Lehrbeauftragten der Erde überraschen.
30. Ich werde dafür sorgen, dass meine Trinitarisch-Marianische
Geistlehre überall eindringt, wie die Luft überallhin strömt, wie das
Licht jede Finsternis tilgt, um die Welt zu erhellen. Ebenso wird sich
mein Werk verbreiten, ebenso wird sich meine Lehre ausbreiten. Sie
wird in jede Religionsgemeinschaft eindringen, in jede Institution,
in jede menschliche Gemeinschaft, in jedes Herz und in jedes Heim.
Sie wird weite Wege zurücklegen, Wüsten und Meere überqueren
und diese Welt erfüllen, weil die Dritte Zeit, das Zeitalter des
Lichtes für die ganze Menschheit angebrochen ist.
31. Zu allen Zeiten habe Ich meine Kundgebungen vermenschlicht.
Erinnert euch, dass Ich in der Ersten Zeit Moses erwählte, um
Mich euch kundzutun. Er war mein Sprachrohr und mein Gesandter.
Ich rief ihn auf den Berg und sprach zu ihm: "Moses, senke dein
Angesicht, denn du darfst Mich nicht anschauen. Geh und sage
deinem Volke, dass Ich sein Herr und sein Gott bin, dass Ich der
Gott seiner Väter bin, und es mein Wille ist, dass sie sich von innen
und von außen reinigen, damit sie würdig sind, meine Gebote, mein
Gesetz, meine Vorschriften zu empfangen." Durch Moses offenbarte
Ich Mich als Vater, als Gesetz und als Gerechtigkeit. Durch seine
Vermittlung tat Ich Mich meinem auserwählten Volke kund. Durch
jenen Mann ließ Ich meine Gebote in jedes Herz gelangen.
32. In der Zweiten Zeit wollte Ich euch näher sein. Es war nicht
mein göttlicher Wille, dass das Volk Mich nur als unerbittlichen
Richter auffassen sollte. Ich wollte die Liebkosung meiner Kinder,
der nach meinem Bild und Gleichnis geschaffenen Geschöpfe
fühlen. In einem Akt der Liebe und Sanftmut wurde der Vater
Mensch, um die Demut zu lehren, welche Seelengröße ist, die wahre
Erfüllung der Gesetze, das Leben in der Liebe ─ um den Menschen
zu lehren, für ein gerechtes, ewiges und wahres Ideal zu kämpfen.
33. Die Lehre Jesu ─ gegeben als Richtschnur, als offenes Buch,
damit die Menschheit sie studiere ─ ist mit nichts anderem in
irgendeinem anderen Volk der Erde, in irgendeiner Generation, in
irgendeiner Rasse zu vergleichen. Denn jene, die sich aufgemacht
haben, um Gebote der Gerechtigkeit oder Lehren der Nächstenliebe
zu überbringen, sind von Mir zur Erde gesandt worden als
Wegbereiter, als Boten, doch nicht als Gottheit. Christus allein kam
zu euch als Gottheit. Er brachte euch die klarste und größte
Unterweisung, die das Herz des Menschen empfangen hat.
34. Doch jetzt, in dieser Zeit, geliebtes Volk, bin Ich nicht wie
in jener Zweiten Zeit Mensch geworden, aber es hat Mir gefallen,
Mich allen meinen Geschöpfen durch das Verstandesvermögen des
Menschen mitzuteilen. Selbst im "Geistigen Tale" und in den
unendlichen Räumen hat man meine göttliche Gegenwart
empfunden. Denn auf der Leiter zur Vollkommenheit gibt es viele
Stufen; im "Geistigen Tal" und in den endlosen Welträumen gibt es
viele Welten. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich habe Mich immer
allen kundgetan, und je nach der geistigen Stufe der Welt, auf der sie
sich befinden, ist meine Offenbarung unter ihnen gewesen.
35. Jemand fragt Mich: "Warum gibt sich der Vater durch das
Verstandesvermögen des Menschen kund, obwohl der Mensch
sündig, unrein ist und niedere Leidenschaften in sich hat?" Doch der
Meister sagt euch: Mein gesegneter Strahl ist ganz Reinheit und
Vollkommenheit, und obwohl der Vater sich nicht über die Sünde
des Menschen entrüstet, kann er nicht in Kontakt mit dem Unreinen
treten. Ich komme daher zum Geist des "Fußschemels", und der
Geist ist es, der mein Licht, mein Wort und meine Unterweisung
dem Verstandesvermögen des Stimmträgers übermittelt. Schon im
Voraus hat sich der "Fußschemel" in einem Akt der Liebe, der
Ehrfurcht, der Zubereitung zu Mir erhoben, um die niederen Leidenschaften
und die Neigungen des Fleisches nicht mit der Vollkommenheit
meiner Unterweisungen zu vermischen.
36. Doch bald werde Ich Mich nicht mehr durch das
menschliche Verstandesvermögen kundgeben. Denn der Zeitpunkt
wird kommen, in der ihr dies von Geist zu Geist bewirken könnt.
Dann wird mein göttlicher Strahl auch zu eurem Geiste gelangen,
und dort werdet ihr meine Stimme vernehmen, meine Inspirationen,
meine Prophetien und meine Weisungen empfangen. Dahin führe
Ich euch zurzeit.
37. Ich werde euch weiterhin unterweisen und euch vergeben,
damit ihr Mir in den letzten Augenblicken meiner Kundgabe durch
das menschliche Verstandesvermögen sagen könnt: "Herr, wie groß
war unsere Sünde und unsere Bosheit. Wir haben es rechtzeitig
erkannt, haben uns innen und außen gereinigt ─ in unserem
seelischen Leben und in unserem menschlichen Leben. Und nun
vertrauen wir uns Deinem unendlichen Erbarmen an, weil wir
einander lieben, alles Geschaffene lieben, einen einzigen Körper
und einen einzigen Willen bilden."
38. Wenn ihr bis 1950 dahin gelangt, werden die Augen des
Sünders und des Frommen Mich in all meiner Herrlichkeit schauen,
denn es wird dann der Augenblick sein, in der ihr mit der Erfüllung
des Gesetzes beginnt, das der Vater euch anvertraut hat.
39. Sei stark auf dem Wege, Volk, denn dein Geist erfüllt gerade
eine schwierige Mission auf diesem Planeten. Nur der, der sich
durch die Liebe läutert, der meine Gesetze befolgt, braucht nicht
mehr auf diesem Planeten zu reinkarnieren. Wer jedoch in seiner
"letzten" Reinkarnation eine Spur von Blut oder Übeltat hinterlässt,
muss auf diese Erde zurückkehren, um Fehler wiedergutzumachen,
um Zerstörtes wiederaufzubauen, um dem Leben zu geben, den er
leblos zurückließ, um denen zu vergeben, denen er nicht vergab. Mit
einem Wort: um zu sühnen.
Daher sagt euch meine unendliche Liebe: "O unermüdlicher
Erdenpilger, der du schon lange mit Bitternis in deinem Herzen
deine Wege gehst! Blicke auf Den, der dich trösten, dich stärken
will, damit du den Lebensweg bis zu Ende gehst."
40. Vor langer Zeit habt ihr diese Reise begonnen, und es ist
nicht das erste Mal, dass Ich Mich auf eurem Wege bekunde. Meine
Barmherzigkeit hat den Gefallenen aufgerichtet, den Kranken
geheilt und dem "Toten" das Leben zurückgegeben. Meine Vaterstimme
hat den Schlafenden aufgeweckt.
41. Von dem Licht, das mein Geist auf euch ausstrahlt, wird
eure Seele erleuchtet, und sie erblickt ihre Vergangenheit als einen
weiten Weg geistiger Sühneleistung und seelischer Entwicklung.
Auch begreift ihr die Verantwortung, die ihr gegenüber eurem
Meister übernommen habt, die treuen Zeugen meiner Unterweisung
zu sein. Ich habe euch gesagt, dass der Tag kommen wird, an dem
Vertreter der Kirchen und Sekten kommen, um euch zu befragen
und auszuforschen, und Ich will nicht, dass sie euch unbeholfen
sehen. Sie sollen euch demütig antreffen, aber in eurer Demut meine
Weisheit offenbarend.
42. Die Menschheit wird euch benötigen, und ihr, die ihr geistig
das älteste Volk der Erde darstellt, sollt die Gaben, die Ich euch
verliehen habe, nicht verheimlichen. Ihr sollt auf das Buch
verweisen, das Ich vor euch aufgeschlagen habe.
43. Zu jeder Zeit, von Anbeginn der Schöpfung, habe Ich einen
Bund mit euch geschlossen. Das von Mir Angebotene habe Ich
treulich erfüllt. Aber wahrlich, Ich sage euch, mein Volk hat seine
Gelöbnisse immer gebrochen!
44. Sechsmal habe Ich diesen Bund mit euch erneuert, weil Ich
euch liebe und eure Rettung will.
45. In den Zwölfen, die Ich in der Zweiten Zeit erwählte, sind
die menschlichen Tugenden und Schwächen verkörpert. Ich
bediente Mich ihrer Tugenden als Beispiel und Anreiz für die
Menschheit und nutzte ihre Unvollkommenheiten, um euch große
Lehren zu erteilen. Die Ungläubigkeit von Thomas repräsentiert den
Tatsachenmenschen, der nur an das glaubt, was er berührt und sieht.
46. Petrus verkörpert den, der die Urteile der Menschen
fürchtet, und Judas jene, die die Güter der Seele verkaufen.
47. In dieser Zeit gebe Ich euch keine irdischen Reichtümer, Ich
habe sie euch schon zu anderen Zeiten gegeben. Jetzt mache Ich
euch reich an Weisheit.
48. Zu allen Zeiten haben die Wissenschaftler meine Offenbarungen
und geistigen Kundgebungen geleugnet und bekämpft. Ich
jedoch bekämpfe die Wissenschaft nicht, denn Ich bin die
Wissenschaft. Ich bin es, der sie dem Menschen inspiriert zu seinem
eigenen Wohle und seiner Erquickung. Wahrlich, Ich sage euch, wer
die Wissenschaft dazu verwendet, um Böses zu bewirken, der ist
nicht von Mir inspiriert worden.
49. Erkennt mein Wort an seinem Sinngehalt. Ich bin der
Weinstock, von ihm trinkt ihr den Wein.
50. Was benötigt ihr, um Mir nachfolgen zu können? Ich werde
euch alles geben. Ich errichte nun ein Heiligtum in eurem Herzen,
um für immer darin zu wohnen. Denn mein Wort durch den
menschlichen Stimmträger wird bald nicht mehr zu vernehmen sein,
und nur eure Seele wird es dann im Unendlichen ertönen fühlen.
51. Wohl jenen, die vergeistigt sind, denn sie werden meine
Gegenwart fühlen und werden diejenigen sein, die ─ obwohl sie
ihren Weg unter Elend und Tränen gehen ─ dieser Menschheit Trost
und Heil bringen.
52. Mein universeller Strahl erleuchtet euer Auffassungsvermögen,
und in diesem Licht, das euch durchströmt, fühlt ihr euch
von meiner Gegenwart erfüllt. Die Seher betrachten und erleben
dieses Licht, das jede Seele umgibt, mit Wonne. Sie haben ein
großes Buch gesehen, das Israel zeigt, in welchem die Unterweisung
enthalten ist, und das im sechsten Kapitel aufgeschlagen ist.
53. Ihr habt das Reich, das euch verheißen wurde, beim Hören
meines Wortes euch sehr nahe gefühlt und erahnt bereits die
Seligkeit, die euch erwartet. Alle eure Ängste schwinden, weil ihr
Mich als Vater zu erkennen beginnt. Und wenn ihr die Erfüllung
meiner Verheißungen seht, die dem Volke Israel, dem auserwählten
Volk, in einer anderen Zeit gegeben wurden, werdet ihr von
Hoffnung erfüllt und beginnt ihr damit, große Vorsätze der
Besserung und des Gehorsams gegenüber meinem Gesetze zu
fassen.
54. Bei meinem erneuten Kommen begleiten Mich Seelen mit
großem Licht ─ Wesenheiten, die euch nun die Nähe meines
Reiches ankündigen und das menschliche Herz zubereiten.
55. Eure Welt ist durch meine Gegenwart erhellt worden. Bald
werdet ihr in eine Ära seelischer Wiedergeburt eintreten, die euch
zur Wiedergeburt aller Tugenden bringen muss und euch auf höhere
Lebensebenen stellen wird. Aber ebenso, wie Ich zu euch
gekommen bin, bin Ich zu anderen Lebenswelten gekommen, auf
denen die Seele kämpft, sich vervollkommnet und unter Schmerzen
sühnt. Zwischen diesen Lebenswelten und der euren will Ich einen
Bund und Freundschaft stiften. Ich will, dass ihr eure Gedanken mit
den Wesen, die sie bewohnen, verbindet, dass ihr ihnen Gebete
widmet, die die betrübte Seele eurer Geschwister tröstet und
erleuchtet.
56. So werdet ihr zu der Einsicht kommen, dass eure Mission
sich nicht nur darauf beschränkt, euren sichtbaren Geschwistern
beizustehen, sondern dass es Wesen gibt, die ihr nicht kennt, die ihr
von eurer derzeitigen Lebenswelt aus nicht direkt wahrnehmen
könnt und die euch dennoch benötigen.
57. Diese Welt, die heute eure Heimat ist, auf der euch meine
klare Kundgebung zuteil wurde, ist dafür geeignet, dass ihr bei Mir
Fürbitte einlegt und für jene Wesen, von denen Ich zu euch spreche,
bittet.
58. In jedem Zeitalter habe Ich Mich voll Weisheit, Essenz,
Liebe offenbart. Ihr seid Zeugen meiner Offenbarungen gewesen.
Wer weiß nicht, dass Ich, Jehova, von ihren ersten Tagen an zur Welt
sprach? Wer weiß nicht, dass Ich in Jesus kam, um euch meine
Unterweisung zu geben? Ich will, dass die Menschheit erfährt, dass
Ich heute gekommen bin, um jedes Wort und jedes Geheimnis zu
erklären und auszulegen, das im Buche der ewigen Weisheit
enthalten sein mag.
59. Auf eurer ununterbrochenen Lebensreise seid ihr von Mir
beschützt worden. Ihr seid ewige Wanderer und kennt nicht die
Zukunft, die euch erwartet. Ihr erratet nicht, wann sich ein Unwetter
naht, noch, wann der Regenbogen des Friedens erscheinen wird. Ich
allein, der über euch wacht, kündige euch ─ wenn ihr zubereitet seid
─ das an, was kommen wird. Dies Erdental, das bei manchen
Gelegenheiten für euch angenehm und lieblich gewesen ist, ist euch
auch feindlich begegnet und hat euch Tränenströme vergießen
lassen, mit denen ihr eure Seele gereinigt und geläutert habt.
60. Kommt zu Mir, ihr seid des Weges überdrüssig. Kommt in
den Schatten dieses Baumes, der sich euch voll Barmherzigkeit und
Liebe für alle seine Kinder zeigt. Wenn ihr dann ausgeruht seid und
alle eure Leiden gelindert sind, so denkt an die, die leiden, und tretet
für sie ein. Ich kann ihnen zwar alles auch ohne eure Mittlerschaft
geben, aber es ist Mir wohlgefällig, wenn sich im Kinde die Liebe,
das Mitgefühl und die Barmherzigkeit offenbart, und es den
Schmerz oder das Glück seiner Geschwister teilt.
61. Euer Dasein hat keine Grenze, das Ende des Fleisches ist
nicht das der Seele. Denn wenn es in die Erde sinkt, überlebt diese
es und findet in ihrem neuen Leben unendlich viele Anregungen, um
sich zu bemühen und weiter aufzusteigen. Dann befreit sich die
Seele, frei von dem Körper, der sie unterdrückt hat, und findet ein
weites Betätigungsfeld vor, um die Fähigkeiten und Tugenden, die
sie besitzt, zur Anwendung zu bringen.
62. Als Jesus am Kreuze starb, habt ihr aus eurer Vorstellung
das Bild des Menschen gelöscht und Mich als unbegrenzt aufgefasst
─ fähig, in alle Welten einzudringen, um das Universum mit meiner
Liebe zu umfangen.
63. Betrachtet euch alle als gleich, liebt euch brüderlich. Denn
nach 1950 werden die "Ämter" bei euch verschwinden. Es wird
keine Leiter noch Stimmträger, "Säulen" oder Seher, "Gabenträger"
oder "Goldfedern", noch den "Fundamentstein" mehr geben, es wird
keine Unterschiede mehr geben. Um bedeutend zu sein, genügt es
Mir, euch zubereitet zu sehen, auch wenn ihr keine Ämter innegehabt
habt, damit Ich meine Einsprache durch eure Vermittlung
vollziehe, und ihr euch von ihr leiten lasst.
64. Nicht nur die, die diese Ämter innegehabt haben, gehören zu
denen, die befähigt sind, große Missionen durchzuführen. Ich will,
dass ihr alle dieser Sache dient, und dass jeder von euch alle Ämter
in sich trägt, damit ihr euch alle für mein Werk verantwortlich fühlt.
65. Mein Wort wird sich nicht mehr körperlich hörbar machen,
und dadurch werdet ihr größere Vergeistigung erlangen. Denn dann
werdet ihr Mich im Unendlichen suchen, indem ihr eure Gedanken
emporrichtet. Ihr werdet Mir zu gefallen suchen, indem ihr
verdienstvolle Werke vollbringt, und dies wird euch größeren
geistigen Fortschritt geben.
66. Ich will, dass ihr euch als wirkliche Geschwister betrachtet,
dass ihr vereint lebt, damit ihr euch einander näher fühlt, damit ihr
Mir näher seid. Ihr, die ihr ein größeres Verständnis meines Werkes
erlangt habt ─ unterweist eure Geschwister, all jene, die gerade ihre
ersten Schritte tun. Reicht euch die Hand, beschützt einander. Dies
ist mein Wille.
Mein Friede sei mit euch!

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