BWL - Band VII - Unterweisung 195


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 195:
1. Vernehmt meine Unterweisung, geliebte Jünger.
2. Durch die Inspiration des Stimmträgers gelangt mein Wort
voller Unterweisungen zu euch. Indem ihr es vernehmt, habt ihr
erkannt, dass es wirkende Kraft, Balsam und Erneuerung bedeutet,
und in seiner Essenz erahnt ihr das Leben der Seele.
3. Meint nicht, dass es eurem Meister genügt, sich von euch
umgeben zu sehen. Es gibt noch etwas, das ihr tun sollt, und das Ihm
wirklich gefallen würde, und das ist, jene Schuld zu begleichen, die
ihr Ihm gegenüber habt, und die ihr noch nicht beglichen habt. Es ist
eine Schuld, die während all der Zeitabschnitte, in denen ihr auf der
Erde gelebt habt, auf euch gelastet hat. Das ist der Grund dafür, dass
ihr in der Liebkosung meines Wortes einen Vorwurf fühlt. In seiner
Liebe entdeckt ihr ein Gebot, und in der Essenz ein Gesetz.
4. Euer Verstand wird manchmal an dieser Sühnepflicht irre und
sträubt sich dagegen, und zwar deshalb, weil nur die Seele jene
Schuld erkennen kann. Doch wenn sie sich von den Befriedigungen
der Erde herabziehen lässt, wird sie geistig ein Paria sein.
5. Ich will, dass meine Jünger in ihrem Glauben und in ihren
Überzeugungen standhaft sind, dass sie nicht zu jenen gehören, die
zwar sagen, dass sie an mein Wort glauben, die behaupten, dass sie
Mir nachfolgen; doch wenn sie spüren, dass der Sand der Wüste
unter ihren Füßen brennt, fürchten sie sich davor, ihren Weg
fortzusetzen, weil sie fühlen, dass sie die Reichtümer, die von dieser
Welt sind, hinter sich lassen. Dies sind nur Heuchler, sie sind noch
nicht zu Jüngern geworden.
6. Erwartet nicht, diesen Weg mit Rosen bestreut vorzufinden,
erwartet ihn vielmehr voller Dornen. Es ist der gleiche Weg, dem
Jesus folgte, es ist der, der auf den Gipfel des Kalvarienberges führt.
7. Mein Wort ist es, das euch die Richtung weist, damit ihr nicht
strauchelt.
8. Dies ist die Zeit, in der jedes Verstandesvermögen und jede
Seele mein Licht empfängt. Die Konfessionen und Lehren werden
volle Klarheit erlangen, und ihr werdet euch wundern, wenn ihr die
Schritte hin zur Vergeistigung seht, die eure Mitmenschen tun, ohne
dies Wort vernommen zu haben.
9. Betet für den Frieden der Welt und erkennt, dass meine
Barmherzigkeit euch vor dem Krieg bewahrt hat.
10. Wahrlich, Ich sage euch, trotz eurer Bewunderung und Liebe
gegenüber meinem Worte habt ihr ihm nicht den Wert beigemessen,
den es hat. Doch es werden die Generationen von morgen kommen
und darüber staunen und sich vor Hochachtung und Ehrfurcht
gegenüber den Büchern, die niedergeschrieben sein werden, überwältigt
fühlen.
11. Ihr seid jene, die Ich im Schoße unterschiedlicher Religionsgemeinschaften
eingeschlafen fand, und obwohl sie alle Wege sind,
die zum selben Ziele führen, wollte Ich euch noch einmal den
kürzesten Weg zeigen.
12. Seid einig, geliebte Kinder, und lebt in Frieden.
13. Der Augenblick kommt immer näher, an dem Ich aufhören
werde, euch meine Unterweisung zu geben, diese schöne Unterrichtsstunde,
die ihr so lange Zeit durch das menschliche
Verstandesvermögen erhalten habt. Es war mein Wille, dass ihr
vorbereitet sein solltet, damit euch nichts überrascht, damit die
Feinde meines Werkes in meinen Zeugen die unbesiegbare Kraft des
Glaubens vorfinden, und ihr die absolute Gewissheit haben würdet,
dass ihr nicht allein seid, dass Ich allen meinen Kindern nahe bin.
14. Heute strömt aus eurem Wesen eine Kraft, die euch drängt,
zu arbeiten. Es ist das Gewissen, das im Innern zu euch spricht.
15. Im Materiellen ist es die Macht des Gesetzes, die euch eure
Verhaltensweisen vorschreibt.
16. Im Geistigen ist es mein Gesetz allumfassender Liebe, und
es offenbart sich in der Luft, die ihr atmet, in den Welten, die euch
umkreisen, und in der ganzen Schöpfung.
17. Alles schwingt im Rhythmus dieses Gesetzes. Wenn die
tieferstehenden Wesen geboren werden, aufwachsen und wieder in
den Schoß der Natur zurücksinken, so geschieht dies, weil sie
innerhalb des Gesetzes leben, ohne es zu kennen.
18. Doch weshalb weicht der Mensch, obwohl er mit dem Licht
des Geistes, des Gewissens, mit Intelligenz und Willen ausgestattet
ist, so oft von dem durch mein Gesetz gekennzeichneten Pfade ab?
Der Grund dafür ist, dass, während die einen den Vater vergessen,
andere sich eine falsche Vorstellung von Mir machen, indem sie
Mich auf eine vom Menschen erdachte Gestalt begrenzen und
vergessen, dass Ich geistige Essenz und Macht bin und alles meinem
Willen untersteht.
Wenn der Mensch in guter Absicht die Schöpfung zu erforschen
versucht, in der die Macht Gottes offenbart ist, beobachtet er auch
das Samenkorn, und er stürzt sich auf das Geheimnis, das dieses
enthält. Er sieht es aus der Erde als Pflanze emporsprießen, er
studiert die verschiedenen Arten, und obschon ihre Eigenschaften
unterschiedlich sind, nähren sie sich alle vom selben Busen: der
Erde.
19. Das Samenkorn ist ein Sinnbild des Lebens, der Vermehrung,
der Umwandlung und der Entwicklung. Doch wenn ihr in
einem so kleinen Ding ein Abbild des Schöpfers betrachten könnt ─
wie viel mehr ist dies der Fall, wenn ihr den Menschen, das Weltall
betrachtet oder die Seele studiert?
20. Erkennt, dass es keine bestimmte Gestalt gibt, in der ihr
euch euren Gott vorstellen könnt. Ich bin in allem, sowohl im
Geistigen und Ewigen, als auch in der materiellen Natur. Ich bin das
Leben, der Weltraum und das Licht. Ich bin das Heilmittel für alle
Übel, die dem Menschen zustoßen können.
21. Im Geistigen gibt es ein Gegenmittel für jedes Übel, das die
Seele quält, ebenso wie der Mensch in der Natur mittels der
Wissenschaft das Heilmittel für seine körperlichen Leiden findet.
Wenn ihr nachdenkt, werdet ihr entdecken, dass in den verschiedenen
Reichen die unendliche Vollkommenheit des Vaters
offenbart ist.
Eure Vorstellungskraft und eure Neugier gehen manchmal über
das hinaus, was eure Welt betrifft, und ihr fragt euch, ob es auf
anderen Welten wohl Menschenwesen gibt und ob diese ein Leben
und eine Entwicklung haben ähnlich derjenigen, die ihr auf der Erde
habt. Studiert und praktiziert meine Unterweisung, und wenn die
Zeit dafür gekommen ist, werdet ihr das Geheimnis des Lebens der
Sterne erkennen. Es ist Sache des Menschen, jenen Schleier durch
seine Verdienste zu zerreißen. Er hat die Aufgabe, seinen Entwicklungsweg
fortzusetzen, damit seine Augen schließlich das zu
erblicken vermögen, was meinem Willen entspricht, und er die
Vorstellungswelt seiner Mitmenschen erhellen kann. Wahrlich, Ich
sage euch, es wird nicht möglich sein, bis dorthin aufzusteigen, ohne
Stürze zu erleiden. Man muss Schritt für Schritt emporsteigen.
Andernfalls wird sich das menschliche Gehirn abquälen und nichts
zu begreifen vermögen.
22. Darum habe Ich zugelassen, dass eure Entwicklung im
Rhythmus eurer Entfaltung nur langsam voranschreitet.
23. Aus den großen Auseinandersetzungen gewinnt der Mensch
das Licht und macht neue Entdeckungen für den Fortschritt der
Menschheit. Aber der Mensch vergisst, dass alle seine Fortschritte
auf etwas Mächtigeres als er zurückzuführen sind, und dass er in
seinem Verstande das Licht des Schöpfers empfängt, welches
Weisheit ist. Es ist erfreulich, euch im Wissen wachsen zu sehen,
doch wahrlich, Ich sage euch: Ihr solltet euch mehr um die Seele als
um die Materie bemühen. Dafür gebe Ich euch derzeit eine
Offenbarung, die in euch eine reale Vorstellung von den Geschöpfen
schafft, sowohl von den geistigen, als auch von den menschlichen,
und die in ihrer Schlichtheit das Wissen enthält, das euch den Weg
zu einem besseren Leben öffnet.
24. Jenes Leben werdet ihr nicht mit den Augen eures Erdenkörpers
sehen. Aber ihr könnt diese Unterweisungen jenen
Menschen ankündigen, die hier die Zukunft erleben werden.
25. Jetzt seht ihr nur Kriege und schreit, dass es die Strafe
Gottes ist, obwohl Ich euch gelehrt habe, dass Gott, welcher Vater
ist, nicht bestraft, dass die Ereignisse geschehen, weil sie sie selbst
verursacht haben.
26. Was hat das Toben der Naturgewalten verursacht? All dies
ist durch den Mangel an Harmonie hervorgerufen worden, in dem
die Menschen mit der sie umgebenden Natur leben.
27. Der Mensch soll endlich die Entwicklung erkennen, der
seine Seele unterworfen ist, um ihren Grad von Fortschritt oder
Rückschritt zu erahnen und um die Vorgehensweise zu suchen, um
ihren wahren Fortschritt zu erreichen. Er soll begreifen, dass er sich
nicht damit begnügen darf, nur für sich zu leben, und er auch nicht
nur das irdische Leben in Betracht ziehen soll.
28. Dann wird er seine Blicke im Verlangen nach meinem
Gesetze wenden ─ jenem, das Ich der Menschheit seit Moses gab,
und in dieser Weise nachforschend, werden die Menschen zur
Erkenntnis der Lehre gelangen, die Ich euch in dieser Zeit offenbart
habe, und sie werden begreifen, dass sie allumfassend ist.
29. Meine Kinder, schließt euch zusammen. Verbreitet dies
Wissen, das ihr derzeit erwerbt, bei euren Nächsten. Kommt nicht
nur in diesen Versammlungsräumen zusammen, geht ins Freie, auf
die Berge, dort werde Ich Mich unter euch kundtun.
30. Ihr nennt dieses Zeitalter das Zeitalter des Lichtes. Doch Ich
sage euch: Ihr sollt es nicht nur wegen der Entdeckungen der
Menschen so nennen, sondern weil das Licht des Heiligen Geistes
sich auf jedes Verstandesorgan ergossen hat und der Menschheit so
den Weg erschlossen hat, der zu einem höheren Leben, dem
geistigen Leben, führt.
31. Mein Wort dieser Zeit wird dazu dienen, dass der Mensch
von morgen seine Seele und sein Verstandesvermögen entfaltet. Wie
groß wird die Fähigkeit jener sein, zu begreifen und zu erkennen.
32. Dafür komme Ich mit meinem Worte des Lichtes, um die
kommenden Generationen vorzubereiten und euch zu sagen, dass
auch ihr den Weg vorbereiten sollt.
33. Studiert diese Unterweisung, verwirklicht sie, und ihr
werdet Frieden im Herzen, Beredsamkeit auf euren Lippen und
Überzeugungskraft in euren Worten haben.
34. Geliebte Jünger des Meisters: Kommt zu Mir.
35. Ich bin ein weiteres Mal zu euch gekommen, bin eurem
Rufe gefolgt, weil Ich euer Verlangen sehe, euch vorzubereiten.
36. Die Menschheit hat aus diesen Tagen eine Tradition
gemacht, um derer zu gedenken, die nicht mehr zu dieser Welt
gehören. Die menschliche Vorstellungskraft hat versucht, sich eine
Vorstellung von dem Ort zu machen, an dem sich jene Wesen
befinden, und von dem Leben, das sie umgibt. Und in dem Verlangen,
dass sie ewigen Frieden genießen, glauben sie, sie zur
Rechten des Vaters zu sehen und sich seiner Gnade zu erfreuen. Sie
sind weit von der Wirklichkeit entfernt. Dennoch sollt ihr, denen Ich
so viele Wirklichkeiten jenes Lebens offenbart habe, obwohl ihr
erkennt, dass unter den Menschen andersartige Vorstellungen vom
Geistigen Leben bestehen, im Geiste mit allen vereint sein, und euch
damit begnügen, zu wissen, dass alle die geistige Schwingung
fühlen.
37. Die Zeit wird kommen, in der ihr vor euren Mitmenschen
dieses Buch, das Ich euch derzeit anvertraue, aufschlagen könnt,
damit ihr dies Wissen von Herz zu Herz weitergebt.
38. Das Ziel jeder Seele ist es, nach ihrer Läuterung und
Vervollkommnung in die Göttlichkeit einzugehen. Dafür überstrahle
Ich euren Weg mit Licht und gebe eurer Seele Kraft, damit ihr Stufe
um Stufe emporsteigt. Je nach der Entwicklungshöhe, die ihr besitzt,
wenn ihr diese Erde verlasst, wird die geistige Heimstatt sein, die
ihr im Jenseits bewohnt. Denn das Universum wurde als eine
Stufenleiter zur Vollkommenheit für die Seele geschaffen.
39. Wenn ihr hier eure Aufgabe beendet und nicht mehr
wiederkommen müsst, wird eure Seele eine andere Welt bewohnen,
von wo aus sie für den Frieden und den Fortschritt der Menschen
wachen und wirken wird.
40. Schritt für Schritt werdet ihr in die geheime Schatzkammer
eintreten, und je mehr sich die Seele ihrer selbst bewusst wird, desto
größere Neigung zum Guten wird sie fühlen, und dieses wird sie der
Göttlichkeit noch näher bringen.
41. Die Wesen, die im Raum umherschweifen und darum
ringen, das Licht einer höheren Welt zu erreichen, sind jene, die die
Unglücksfälle und Eindrücke bewahren, die der Erdenkörper und
das irdische Leben in ihnen hinterließ. Sie sind hin- und hergerissen
zwischen den zwei Kräften, die sie anziehen, der geistigen und der
materiellen, weil sie noch immer die Neigung und die Liebe zu den
Befriedigungen dieser Welt fühlen.
42. Wendet euch durch das Gebet an jene Wesen, denn ihr Licht
und ihre Kraft sind nicht ausreichend, um die Ketten zu zerreißen,
die sie an das fesseln, was sie zurückließen. Betet für sie. Doch um
die, die die Welt und den Tod überwunden haben, macht euch keine
Sorgen. Sie gehören zu völlig andersartigen Welten, und jede
Erfahrung, die sie auf der Lebensreise gemacht haben, verwandeln
sie in Licht, um euch von dort aus zu inspirieren. Sie sind eure
Fürsprecher, eure Schutzengel, diejenigen, die für das Wohl aller
wirken. Erinnert euch an sie und liebt sie.
43. Im Geistigen gibt es auch riesige Scharen von Wesen, die
nicht wissen, wohin sie gehen, noch was sie denken, noch was sie
tun sollen. Es sind die, die erst vor kurzem diese Welt verließen und
noch nicht das Erwachen ihrer schlummernden Fähigkeiten und
Kräfte fühlen. Betet für sie, denn eure geistige Stimme wird in ihrer
Seele widerhallen und sie erwecken, so dass sie den Weg finden
können, den Jesus ihnen schon auf der Welt mit seinem Worte und
seinem Blut am Kreuze vorzeichnete.
44. Doch während diese Tage für die Welt von Trauer erfüllt
sind, weil sie den Verlust von Angehörigen beklagt, kann es für den,
der das Leben der Seele kennt, keine Trauer geben, wohl aber
Freude, weil er weiß, dass die, die von dieser Welt gegangen sind,
beim Verlassen des Körpers die Befreiung erlangt haben und einen
weiteren Schritt auf den Frieden zu getan haben, den die Vollkommenheit
schenkt.
45. Euch sage Ich: Habt keine Eile, in die Geistige Welt
einzugehen, um auf diesem Wege die ersten Schritte zur Vollkommenheit
hin zu tun. Ihr müsst diese Vollkommenheit schon im
Leibe, von dieser Erde aus anstreben. Entdeckt in eurem Leibesleben,
in dieser Welt und in dem Leben, das euch umgibt, trotz aller
Bitternisse und Schicksalsschläge Gelegenheiten ohne Ende, für den
Fortschritt eurer Seele Verdienste zu erwerben.
46. Der Erdenkörper ist nur das vorübergehende Gewand der
Seele, das sie so oft wechselt, wie es für ihre Erfahrungen, ihre
Entwicklung oder ihre Sühneaufgaben notwendig ist. Wer dies
Gesetz göttlicher Gerechtigkeit noch nicht begreift, ist noch ein
Kinderschüler.
47. Ihr wäret keine Spiritualisten, wenn ihr am Gesetze der
Reinkarnation zweifeln würdet, weil dies ein fundamentales Wissen
ist, das Ich vielen neu offenbare und denen bestätige, die davon eine
Ahnung oder eine Intuition hatten. In diesem Gesetze liegt eine
Vernunft und eine Gerechtigkeit so klar wie das Licht.
48. Doch wer dieser Unterweisung Glauben schenkt und sie
erklären will, soll lehren, dass der Körper die Hülle oder das
Gewand der Seele ist, dass dieser Körper zur Entfaltung der Seele
beiträgt, weil er ihr die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt, um
sich zu äußern und zu läutern. Der innere Kampf der Seele mit dem
Körper, des Guten gegen das Böse gibt Gelegenheit, Verdienste zu
erwerben. Die Leiden des Fleisches, die nicht erfüllten Sehnsüchte
sind Läuterung für die Seele, eine weitere Erfahrung, die dem
Anschein nach bitter ist, die sich jedoch später in Erkenntnis
verwandeln wird. Ich will euch damit nicht sagen, dass, um sich zu
läutern, der Schmerz notwendig ist. Wie viele Wesen gibt es in
meinem Schoße, die die Liebe geläutert hat, ohne Schmerz erfahren
zu haben!
49. Aber es ist Bestimmung des Menschen, zu leiden, den Berg
unter der Last seines Kreuzes emporzusteigen, bis er sein Seelenheil
erlangt. Missachtet deswegen jedoch nicht den Körper, durch den
ihr so viel Leid erfahrt, liebt ihn vielmehr, denn auch in ihm spiegelt
sich die Macht Gottes, obwohl er ein schwaches "Geschöpf" ist, für
das ihr jedoch verantwortlich seid. Behütet ihn und lenkt ihn bis zu
dem Tage, den Ich bestimme, um von euch Rechenschaft über ihn
zu fordern.
Wenn Ich euch sage: "Liebt euren Körper", so begreift, was Ich
euch damit sagen will. Denn Ich will in euch keine Eitelkeiten oder
Selbstsüchtigkeiten erwecken. Liebt jedoch auch eure Seele, die der
edle und hohe Teil eures Wesens ist und Teil eures eigenen Vaters.
Liebt sie, so sehr sie auch befleckt sein mag. Denn selbst wenn sie
von Dunkel umfangen ist, wird sie immer einen Funken meiner
Göttlichkeit in sich tragen, welcher der Geist ist. Und trotz allem
wird immer auch Lauterkeit in ihr vorhanden sein, von dem
Augenblick an, an dem Ich in jedem meiner Kinder wohne. Aber
wenn jenes Licht missachtet wird, wird die Seele in ihrer Widerspenstigkeit
weiterhin ohne Fortschritt sein und ihre Ankunft im
Schoße ihres Schöpfers verzögern.
50. Obwohl sich meine Worte und meine Werke zu widersprechen
scheinen, gibt es in ihnen keinen solchen Widerspruch. Ich
habe euch gesagt, dass Gott Reinheit und Vollkommenheit ist, und
dass eure Seele der Göttlichkeit ähnlich ist. Aber wenn die Seele
gefallen ist, herabgezogen durch die Neigungen des Fleisches,
zweifelt sie in ihrem Entwicklungsstillstand an ihrer Ähnlichkeit mit
dem Schöpfer, da sie sich für abstoßend oder unrein hält, obwohl die
Gnade und Gegenwart des Vaters sich nicht von ihr trennen. Diese
können dann nur nicht mehr gefühlt werden.
51. Arbeitet zum Wohle der Zukunft eurer Seele. Weshalb dann
den Tod fürchten? Doch lasst nichts unbereinigt, damit ihr später
nicht frühere Verfehlungen bereinigen, noch Schulden bezahlen
müsst.
52. Kein Tag soll vergehen, an dem ihr nicht ein gutes Werk
getan habt, so werdet ihr für eure Seele arbeiten.
53. Seid keine Fatalisten, indem ihr euch in der Meinung
bestärkt, dass euer Schicksal genau das ist, das Gott auf euren
Lebensweg stellte, und wenn ihr leidet, es deshalb geschieht, weil es
so geschrieben steht, und wenn ihr das Leben genießt, der Grund
dafür der ist, weil dies gleichfalls so geschrieben steht.
Ich habe euch davon überzeugt, dass ihr das, was ihr sät, auch
ernten müsst. Doch hört gut zu, denn manchmal werdet ihr die Ernte
sogleich ernten, und in anderen Fällen werdet ihr in ein neues
Erdendasein treten, um eure Aussaat zu mähen und zu ernten. Denkt
gründlich darüber nach, was Ich euch soeben gesagt habe, und ihr
werdet damit viele schlechte Urteile über meine Gerechtigkeit und
viele Irrtümer beseitigen.
54. Versteht Mich, und es soll keinerlei Zweifel in eurem
Herzen geben. Erkennt, dass Ich die Menschheit durch eure
Vermittlung lehren muss. Doch wenn ihr euch für unfähig erklären
solltet, den Menschen so tiefe Geheimnisse zu erklären, so werde
Ich mein Wort durch euren Mund verkünden. Denn die Unbeholfenheit
eurer Lippen darf die Größe meines Werkes nicht
verbergen.
55. Die Seele, die den Weg verstehen lernt, dem sie folgen
muss, wird nicht mehr von ihm abweichen. Sie mag diese Welt
verlassen und in andere Welten eingehen, aber sie wird dies tun,
ohne jemals von dem Pfade abzuirren, den ihr das Gewissen anzeigt.
Die nicht zubereitete Seele begegnet sowohl in dieser Welt, als auch
in irgendeiner anderen Gefahren. Es wird ihr an Erkenntnissen
fehlen, die Licht sind, sie wird nicht aufsteigen können, und dann
wird ihre Verwirrtheit ihren ungesunden Einfluss selbst in den
Menschen fühlbar machen. Im Gegensatz zu jenen, die die Höhen
des Geistigen emporzusteigen vermochten, und die durch ihre
eigene Erhebung zu Lehrern des Weltraumes werden und ihren
heilsamen Einfluss auf ihre Geschwister fühlbar machen.
56. Nehmt euch diese Letzteren zum Vorbild, indem ihr jener
Welt zustrebt, wo die Vollkommenheit das Ideal ist, zu lieben und
den Ewigen besser kennenzulernen, aus dem ihr hervorgegangen
seid und den ihr nicht mehr verlassen werdet.
57. Meine Gnade strahlt auf alle Seelen aus. Aber während die
einen sie entgegennehmen, weisen andere sie zurück. Wer nach
Liebe dürstet, trinke aus Mir, der Ich ein unerschöpflicher Strom
bin, der diesen Durst löscht.
58. Wer gescheitert ist, soll seinen Blick auf Mich richten, damit
er den Strahl meines Lichtes erblickt und sich von ihm leiten lässt.
Wer sich nackt fühlt, soll sich mit dem Mantel meiner Vergebung
und meiner Barmherzigkeit bedecken. Wer Zweifel hat, soll sein
Verstandesvermögen schulen, denn Ich bin die Weisheit, und von ihr
werde Ich ihm offenbaren. Der Betrübte soll sich Mir nahen, wo er
alles finden kann, und wenn er aus dem Kelche dieser Liebe
getrunken hat, wird sich in ihm der Glaube entzünden.
59. Betet für die Welt derer, die leiden, und ihr werdet
bewirken, dass jene empfangen, die dem Anschein nach verdammt
sind.60. Ich bin "das Wort", Ich bin das Wort, hört auf Mich.
61. Auf dem Grunde eurer Herzen stellt ihr Mir tausend Fragen.
Ihr sagt: "Herr, haben wir deine Anordnungen etwa nicht befolgt?
Haben wir der Menschheit etwa nicht Gutes getan? Statt Dich zu
verstehen, haben wir uns nicht geirrt und werden wir womöglich die
anderen zu Irrtümern veranlassen?"
62. Nein, meine Kinder, Ich bin unter euch, um euch zu
korrigieren und mit meinen Unterweisungen zu verhindern, dass ihr
Fehler begeht. Wenn ihr stark seid, werdet ihr keine Zweifel mehr
haben.
63. Geistig seid ihr keine kleinen Kinder mehr, denn dies ist
nicht das erste Mal, noch das erste Zeitalter, in dem ihr auf der Erde
lebt. Das Licht des Sechsten Siegels, das euch in dieser Zeit
erleuchtet, ist nicht das einzige, das euer Dasein erhellt hat. Ihr seid
entwickelte Seelen, entwickelt auf dem weiten Wege der Entwicklung
zur Vollkommenheit. Beunruhigt euch daher nicht, fühlt
vielmehr Wonne, weil der Herr unter euch ist. Denn dies ist ein
Zeichen dafür, dass ihr ihn verstehen und ihm gehorchen könnt.
64. In der Ersten Zeit war das Volk Israel in Ägypten gefangen,
wo der Götzendienst und das Heidentum herrschten. Ich ließ zu,
dass mein Volk im Schoße jener Heiden lebte und sich vermehrte,
um diesen Beweise meiner Existenz und meiner Macht zu geben
durch ein Volk, das an den unsichtbaren Gott Abrahams, Isaaks und
Jakobs glaubte.
65. Als die Leiden und Bitternisse der Sklaverei ihren
Höhepunkt erreichten, ließ Ich aus dem Schoße der Israeliten einen
Mann hervorgehen, der mit meiner Gnade gesalbt war, in dem
meine Inspiration erstrahlte, und dem Ich befahl und folgendermaßen
zu ihm sprach: "Geh zu deinem Volke und rette es, es ist
durch Ketten, Demütigungen und Mühsale niedergedrückt. Errette
es vom Joche Pharaos, befreie es und führe es durch die Wüste,
indem du den Weg wählst, der nach Kanaan führt. Denn Ich will,
dass, wenn dies Volk zu dem Land gelangt, das Ich euch verheiße, es
sich dort einer Gottesverehrung widmen kann, die meiner Göttlichkeit
würdig ist." Dieser Mann war Moses.
66. Wie rettete Moses ein Volk aus den Klauen des Pharaos?
Legte er etwa Waffen in die Hände seines Volkes? Nein, seine Waffe
war der Glaube an seinen allmächtigen Gott.
67. Als jener Pharao sich den Wünschen Moses' widersetzte, die
meine Aufträge waren, bewies Ich dem Heiden, dass, so groß auch
seine Widerspenstigkeit und sein Unglaube war, mein Gericht und
meine Macht doch größer waren. Zehnmal missachtete er meine
Stimme, und zehnmal schlug Ich den Ägypter mit großen Plagen,
die den Nacken schließlich erweichten und das harte Herz des
Tyrannen beugten.
68. Moses ließ sein Volk aufbrechen, schlug den Weg in die
Wüste ein und brachte es zu den Ausläufern des Sinai, von dem er
wusste, dass er dort eine Begegnung mit seinem Herrn haben würde.
Während das Volk auf die Rückkehr Moses' wartete, erhielt dieser,
im Gebet zum Höchsten erhoben, von Jehova die Tafeln des
Gesetzes, die das Schicksal der Menschheit bestimmen würden. Der
gehorsame Diener empfing in seinem Geiste jene göttliche Offenbarung
und wurde auch darauf vorbereitet, für alle Angelegenheiten
und alle Handlungen im menschlichen Leben selbst Gesetze zu
erlassen.
Nachdem das Volk lange in der Wüste gelitten und gekämpft
hatte, gelangte es zum Ziel seiner Bestimmung: dem "Gelobten
Land". Dort erbaute das Volk seine Häuser, bestellte seine Felder
und Gärten, gründete seine Familien und verehrte reinen Herzens.
Aus der Erfüllung der Pflichten gegenüber der Welt und der
Befolgung der Gesetze des Geistes schuf es eine einzige Gottesverehrung,
um sie Dem darzubringen, der ihm so viele Beweise
seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit gegeben hatte.
Doch die geistige Verehrung war noch weit von der
Vollkommenheit entfernt. Die Opfergaben und Spenden waren
materiell, ihre Opferungen bestanden aus dem Blut unschuldiger
Geschöpfe. Auch innerhalb des menschlichen Lebens hatte es nicht
erreicht, mit großer Moral und Gerechtigkeit vorzugehen. Es
herrschte das Gesetz des Talon, das besagte: "Auge um Auge, und
Zahn um Zahn." Und in den Fällen, in denen eine Frau beim
Ehebruch ertappt wurde, gab es ein Gesetz, das sie dazu verurteilte,
außerhalb der Stadt vom Volke gesteinigt zu sterben.
69. Weshalb erlaubte der Vater all dies in jener Zeit? ─ Weil die
Menschen damals geistig die ersten Schritte taten.
70. Die Zeit verging. Ich erhielt die Erstlinge eurer Felder, die
ersten Früchte eurer Ernten und das Blut eurer unschuldigen Opfer,
die ihr Mir auf dem Altar darbrachtet.
71. Die Tradition jenes Volkes war tief verwurzelt. Doch wer
hätte ihnen gesagt, dass all dies sich wandeln musste, dass jene
Gesetze und jene Kultform umgewandelt werden mussten? Es war
nicht Moses, noch waren es die Propheten, die jene Formen und
Bräuche umwandeln ließen. Moses begann nur den Weg, die
Propheten predigten nur. Es war der verheißene Messias, der
Göttliche Meister, der euch aus eurem Schlafe aufweckte, der, ohne
ein einziges der Gebote des Gesetzes zu missachten, die Moses
empfing, Traditionen und Kultformen beseitigte, die jener Zeit nicht
mehr angemessen waren, und ein neues Zeitalter des Lichtes und der
Weisheit eröffnete, das das Leben der Menschheit umwandeln
würde.
72. Ich reformierte nicht das Gesetz, sondern nur die Ausübung,
die man von ihm ableitete.
73. Die Kindheit jenes Volkes im Geistigen war vergangen, und
es betrat das Erwachsenenalter. Da gab Ich euch unbekannte Kost zu
essen, und Ich zerriss den Schleier eurer Unwissenheit. Mein ganzes
Wort war ein Gesetz, das in einem Satz zusammengefasst war:
"Liebet einander."
74. Doch Ich kündigte euch an und verhieß euch meine Wiederkunft
als Heiliger Geist. Denn in jener Zeit sagte Ich euch nicht
alles, und von dem, was Ich euch offenbarte, konntet ihr nicht alles
verstehen und auslegen, und daher war es notwendig, dass der Geist
der Wahrheit zu euch kommen würde, um euch alles zu offenbaren.
75. Im Jahre 1866 wurde zum ersten Mal meine Stimme durch
das menschliche Verstandesvermögen vernommen, und es brach
eine neue Zeit für die Menschheit an: das dritte Zeitalter.
76. Aus ihrer geistigen Kindheit tritt die menschliche Seele in
ihre Jugendzeit ein. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis sie ihre
volle Reife erlangt und ihre Früchte vollkommen sind.
77. Die Lehre Christi war spirituell, doch der Mensch umgab sie
mit Riten und Formen, um sie in den Fassungsbereich der Seelen
mit geringer Erhebung zu bringen.
78. Ihr seid in die Zeit des Geistes, der großen Offenbarungen
eingetreten, in der aus jedem Kult die Vermaterialisierung, der
Betrug und die Unvollkommenheit verschwinden wird, in der jeder
Mensch mittels seines Geistes seinen Gott erkennen wird, welcher
ganz Geist ist. Auf diesem Wege wird er die Form der vollkommenen
Zwiesprache entdecken.
79. Von dem Tage an, an dem Ich Mich zum ersten Mal in
dieser Form kundgab, habt ihr versucht, die Größe dieses Werkes zu
begreifen, doch noch immer erkennt ihr es nicht in seiner Tiefe,
noch in seinem Ziel.
80. Wer könnte behaupten, dass er es verstanden hat, oder dass
er es vollkommen verwirklicht hat? Niemand! Noch seid ihr ferne
davon, die Vollkommenheit zu erreichen.
81. Mein Gesetz, mein Werk ist die Jakobsleiter, auf der ihr
Schritt für Schritt, Stufe um Stufe emporsteigen werdet. Und je
höher ihr kommt, desto näher werdet ihr euren Vater sehen.
82. Wenn das Jahr 1948 beginnt, das erste der drei letzten Jahre,
in denen Ich durch mein Wort unter euch sein werde, ist es mein
Wille, dass ihr mutig aufbrecht und so handelt, wie der Meister euch
gelehrt hat, damit am Ende, am Tage meines Abschieds, wenn ihr
dem Meister, der euch so lange Zeit hindurch gelehrt hat, eine
erhebende und liebevolle Huldigung darbringen wollt, diese
Huldigung eures Herrn würdig ist.
83. Angesichts einer solchen Zurüstung werde Ich einen Ruf an
die Welt ergehen lassen, weil Ich weiß, dass ihr dann mit Worten
und Werken bezeugen könnt, dass Ich bei euch gewesen bin und
Mich kundtat und zu euch sprach.
84. Seid ihr euch der Fallstricke nicht bewusst? Seht ihr in eurer
Umgebung nicht die dunklen Schwaden, die euch für Augenblicke
daran hindern, das Licht des Leuchters zu erblicken, der euch
erleuchtet, welcher der des Sechsten Siegels ist?
85. Verstoßt nicht gegen die menschlichen Gesetze. Heilt die
Kranken durch das Wort, durch das Gebet und durch das Fluidum.
Es breche für euch eine neue Etappe guter Werke und der
Vergeistigung an. Die Wissenschaftler werden sich dann nicht über
euch lustig machen können, die menschliche Justiz wird euch nicht
verurteilen, und die Kirchen werden euch zugestehen müssen, dass
ihr geistige Vollmacht besitzt.
86. Ihr habt Symbole in eure Kulthandlungen eingeführt. Doch
von ihnen sollt ihr euch trennen, denn diese Form des Gottesdienstes
gehört der Vergangenheit an, und der Gottesdienst der Gegenwart
und der Zukunft ist die Zwiesprache von Geist zu Geist.
87. Der Zeitpunkt meines Abschieds von meiner Wiederkunft
unter den Menschen rückt näher. Obwohl sie sich im Stillen vollzog,
wird sie später bis zu den Grenzen der Erde Widerhall finden, und
wenn die Welt dann neugierig geworden ist, wird sie die Orte
ausfindig machen, wo das göttliche Wort zu vernehmen war, die
"Botschafter", die es übermittelten, und die Schriften, die erhalten
blieben.
Doch wenn die Leute dann herbeikommen, wie wollt ihr sie
empfangen? Präsentiert euch dann nicht uneins, und zeigt auch
nicht, dass bei euch die Zwietracht herrscht. Bietet nicht den
Anblick einer zerstrittenen Familie, einer Ehe ohne Liebe, oder
mancher respektloser und unfolgsamer Kinder. Gebt keinen Grund
zur Enttäuschung wegen eures Mangels an Erfüllung in den
geistigen und den materiellen Pflichten. Was würde jenen durch den
Kopf gehen, wenn sie euch ohne seelische Erhebung antreffen
würden, obwohl ihr euch Spiritualisten nennt? Was würden sie
denken, wenn sie euch in Fanatismus oder Abgötterei verfallen
antreffen würden?
88. Wisse, Volk, dass die Zeit nahe ist, in der falsche Propheten,
falsche Christusse, neue Kirchen, neue Gottesdiener aufkommen.
Darum wachet und betet.
89. Befolgt alle Anordnungen des Vaters, erkennt, dass sein
Gericht euch sehr nahe ist. Dies ist keine Drohung noch Verurteilung,
es ist nur ein Hinweis. Denkt daran, dass mein Gericht
vollkommen und liebevoll ist.
Mein Friede sei mit euch!

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