BWL - Band II - Unterweisung 44


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
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Unterweisung 44:
1. Mit Liebe empfange Ich den verlorenen Sohn, der lange Zeit
abwesend war und der heute auf der Suche nach Frieden und Trost
für sein Herz herbeikommt. Einige Meiner Kinder nähern sich Mir
auf der Suche nach ihrem Erbe, andere sind (davon) noch weit
entfernt, aber bei allen ist der Geist aufmerksam und hofft, dass
meine Stimme ihm sagt: Hier bin Ich.
2. Sie haben Meine Worte der Zweiten Zeit nicht vergessen, und
wenngleich ihr Fleisch schwach ist, ist der Geist stark; er glaubt und
vertraut Meiner Verheißung, als Tröstergeist wiederzukommen.
3. Ihr, die ihr Mir heute zuhört, erinnert euch der Finsternis, die
ihr durchquert habt, der Wechselhaftigkeit des Weges, den ihr
zurückgelegt habt, um zu Mir zu gelangen. Ihr befindet euch am
Ufer eines Flusses, unter dem Schatten eines Baumes, und hört diese
Stimme, auf die ihr lange Zeit gewartet habt. Doch trotz allem Licht,
das ihr besitzt, seid ihr noch nicht zum Gipfel des Berges gelangt,
und seid auch nicht auf dem Höhepunkt der Vollkommenheit. Ihr
seid nur vor euren Meister gelangt, der im Geiste kommt, und als ihr
Mich hörtet, wurdet ihr zu Schülern und danach zu Jüngern Meiner
neuen Unterweisung. Wenn ihr von Mir lernt, werdet ihr stark
werden, und obschon ihr arm seid auf der Erde, werdet ihr die
Reichtümer des Geistes besitzen.
4. Die Nachricht von Meinem Wort wird in kurzer Zeit die
Grenzen eurer Nation überschreiten, die Wissenschaftler und die,
welche die heiligen Schriften studieren, werden sich anschicken,
Meine Kundgebung zu leugnen; doch Ich werde Zeichen geben und
Wunder tun durch Meine Auserwählten und dadurch die Menschen
in große Erregung versetzen.
In alle Nationen verstreut gibt es Menschen von hohem Geist,
Propheten Meiner Trinitarisch-Marianischen Geisteslehre, denen Ich
ein Schwert des Lichtes gegeben habe, um jede falsche Theorie und
Glaubenslehre zu bekämpfen, damit nur jene überdauern, welche die
Liebe und die Wahrheit zur Grundlage haben.
5. Zu allen Zeiten habe Ich tugendhafte Geister zur Erde
gesandt, damit sie euch lehren und euch mit ihren Werken ein
Vorbild geben, wie ihr leben müsst, um zu Mir zu gelangen. Berater,
Diener Meines Gesetzes, Gesetzgeber und Führer: Sie haben euch
eure Pflichten gezeigt, haben euch gesagt, dass sich eure Aufgabe
nicht nur auf die Liebe zu eurer Familie beschränkt, sondern dass ihr
über diese Grenzen hinaus eure Mitmenschen lieben und ihnen
helfen sollt. Auch haben sie euch gelehrt, dass nach diesen
Prüfungen im Leben euch das Geistige Leben erwartet, wo ihr die
Früchte eurer Saat auf Erden ernten werdet.
6. Ich habe Geister zugerüstet und sie Mensch werden lassen,
nachdem Ich sie mit Weisheit und Macht ausgestattet hatte; und als
ihr Körper entwickelt war und sie im Vollbesitze ihrer Fähigkeiten
waren, hat sich ihr Geist stark und groß erwiesen. Dies sind die
Wissenschaftler, die Seelsorger und Regierenden; doch sind es
wenige, die ihren Auftrag erfüllt, ihre Gaben entwickelt und mit
festem Glauben gearbeitet haben. Die meisten sind eitel geworden
oder haben schlechten Gebrauch von ihren Fähigkeiten gemacht,
und sie haben den Geist der Menschen nicht genährt, sie verstanden
nicht zu führen, noch den Schmerz ihrer Brüder zu lindern.
7. Als Ich daher in dieser Zeit Meine Herde verirrt und ohne
Führer auf der Erde sah, bin Ich als der gute Hirte gekommen, um
euch Meine lautere und reine Lehre zu geben. Ich habe euch die
Gebote Meiner Lehre gegeben, damit ihr in Frieden lebt und Mein
Gesetz erfüllt und auf dem Wege eurer geistigen Entwicklung
aufwärtssteigt, indem ihr dem Beispiel folgt, das Ich euch mit
Meinen Werken der Liebe gab.
8. Wo sind die Nachfolger Meiner demütigen Apostel, die der
Bosheit der Menschen zum Opfer fielen? Worin bestehen die
Wohltaten, die die Wissenschaft der Menschheit erwiesen hat? — Es
gibt viele, die behaupten, weise zu sein, und die nicht lieben, noch
die Liebe lehren. Weisheit bedeutet Licht, und Licht ist Liebe und
Verstehen der göttlichen und menschlichen Gesetze.
9. In der Zweiten Zeit wurde Ich Mensch aus Liebe zur
Menschheit. Jener Körper war das Werk Meines Geistes, und wie
sehr haben die Wissenschaftler dieses Geheimnis erörtert, das zu
Meinen innersten Ratschlüssen gehört! Wahrlich, Ich sage euch, die
göttlichen Werke können von der menschlichen Wissenschaft nicht
beurteilt werden.
10. Der Geist, der Jesus belebte, war Mein eigener, euer Gott,
der Mensch wurde, um unter euch zu wohnen und sich anschauen zu
lassen, weil dies notwendig war. Ich fühlte als Mensch alle
menschlichen Leiden. Die Wissenschaftler, die das Wesen des
Menschen studiert hatten, kamen zu Mir und entdeckten, dass sie
von Meiner Lehre nichts verstanden. Große und Kleine, Tugendhafte
und Sündige, Unschuldige und Schuldige empfingen die
Essenz Meines Wortes, und sie alle würdigte Ich Meiner Gegenwart.
Doch obschon viele berufen wurden, waren es nur wenige
Auserwählte, und noch weniger, die bei Mir blieben.
11. Ich verteidigte die Sünder. Erinnert ihr euch nicht an die
Ehebrecherin? Als sie zu Mir gebracht wurde, von der Volksmenge
verfolgt und verdammt, kamen die Pharisäer und fragten Mich:
"Was sollen wir mit ihr machen?" — Die Priester erwarteten, dass
Ich sagen würde: "Lasst die Gerechtigkeit walten", um dann zu
erwidern: "Wie kommt es, dass du die Liebe predigst und erlaubst,
dass diese Sünderin bestraft wird?" Und wenn Ich gesagt hätte:
"Lasst sie frei", hätten sie geantwortet: "In den Gesetzen Moses, die
du — deinen Worten nach — bestätigst, gibt es eine Vorschrift, die
besagt: "Jede Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde, soll gesteinigt
werden."
Da Ich ihre Absicht erkannte, antwortete Ich nicht auf ihre
Worte, beugte Mich nieder und schrieb in den Staub der Erde die
Sünden jener, die (sie) verurteilten. Von neuem fragten sie Mich,
was sie mit jener Frau tun sollten, und Ich antwortete ihnen: "Wer
frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein." Da erkannten sie ihre
Verfehlungen und entfernten sich, wobei sie ihre Gesichter
bedeckten. Keiner war rein, und da sie sich von Mir bis auf den
Grund ihres Herzens durchschaut fühlten, klagten sie jene Frau nicht
mehr an; denn sie alle hatten gesündigt. Doch die Frau und mit ihr
andere, die gleichfalls die Ehe gebrochen hatten, bereuten und
sündigten nicht mehr. Ich sage euch, es ist leichter, einen Sünder
durch Liebe zu bekehren als durch Strenge.
12. Meine Lehre wurde in das Gewissen geschrieben, und sie
kann nicht ausgelöscht werden, weil ihr Wesensgehalt unsterblich ist
wie der Geist, den ihr besitzt.
13. Ihr, die ihr Mich jetzt hört — lernet, und lehret die, die in
andern Nationen leben. Erinnert sie an Meine Worte der Zweiten
Zeit, bis Meine Botschaft dieser Dritten Zeit zu ihnen kommt.
14. Ich will, dass ihr dafür sorgt, dass Mein Wort zu andern
Ländern gelangt, bevor deren Bewohner sich anschicken, über
Meine neue Kundgebung zu sprechen, und dass, wenn ihr euch
begegnet, ihr euch nicht verkennt, sondern dass ihr Zeugnis ablegt
und sie Meine Worte und Werke bestätigen, in Erfüllung Meines
Gebotes, das euch sagt: "Liebet einander."
15. Ich habe euch zu Meinen Unterweisungen "herbeigelockt",
um euch zu lehren und von der Sünde zu befreien. Wenn eure
Verfehlungen auch groß sind — größer ist Meine Vergebung. Lebt,
sammelt Erfahrung, erkennt Mein Gesetz auf diesem Weg der
Prüfungen und Unbeständigkeiten, und wenn ihr euch durch das
Gewissen führen lasst, werdet ihr weder gegen Mein Gesetz, noch
gegen die Gesetze der Welt verstoßen. Doch wenn ihr Fehler begeht,
sollt ihr sie bereuen und eure Vergehen bereinigen; und wenn ihr
dann ans Ende der Reise kommt, wird es weder Schmerz noch
Gewissensbisse geben — ihr werdet im Frieden sein.
16. In dieser Dritten Zeit wird das Buch des Meisters von
neuem vor den Jüngern aufgeschlagen, um sie die Lektionen des
wahren Lebens zu lehren. Während euer Körper sich der Stille und
der Sammlung hingibt, erhebt sich euer Geist, um sich an Meinem
Worte zu erquicken. Er kommt zu Meinem Tisch, um sich von dem
einzigen Brote zu nähren, das ihm Leben schenkt.
17. Für jeden, der sich in diesen Augenblicken (geistig) zu
erheben versteht, verschwindet der Körper, durch den Mein Wort
übertragen wird, und er nimmt es aus dem göttlichen Quell direkt in
seinen Geist auf. Ihr erkennt, dass seit dem Augenblick, in dem ihr
Mich zum ersten Mal gehört habt, ein Licht in eurem Verstande
strahlt. Es ist das Licht Meiner Weisheit, das euren Weg zu erhellen
beginnt, obschon Ich euch sagen muss, dass die, die Mich hören und
Meine Unterweisung nicht ergründen, noch im Finstern wandeln.
Das Licht ihrer Seele ist noch immer erloschen.
18. Es ist Mein Wille, zwölftausend Kinder von jedem Stamme
zu kennzeichnen. Doch wahrlich, Ich sage euch, nicht nur die
Gezeichneten werden Mein Licht besitzen; jeder, der Meine
Unterweisung befolgt, wird "Kind des Lichtes" genannt werden.
19. Posaunt nicht aus, dass ihr Meine Jünger seid, beweist es
mit Werken der Barmherzigkeit. Manch einer verkündet öffentlich,
dass er zu Meinen Auserwählten gehört. Doch Ich prüfe ihn, indem
Ich Mich im Herzen seines eigenen Feindes verberge, dem er, statt
zu vergeben, den Schlag zurückgegeben hat — ein Schlag, der mehr
als die Wange seines Bruders, der Mein Antlitz getroffen hat. In
jenem Augenblick habe Ich durch sein Gewissen zu ihm
gesprochen, und er, der sich damit brüstete, Mein Jünger zu sein, hat
Mir mit einer schwachen Reue gesagt: "Vergib mir, Meister." Als er
sich dann wieder für geläutert und Meiner Vergebung würdig hielt,
hat er seinen Weg wiederaufgenommen.
Da habe Ich gesehen, wie eine Jungfrau zu ihm kam, deren Herz
und deren Jugend wie eine duftende Rose ist. Sie sagt zu ihm: "Ich
komme zu dir voll Vertrauen in deine Tugend, um dich um einen Rat
zu bitten, der in meinem Leben wie ein Schild gegen die
Anfechtungen sein soll." Doch jener, seine Aufgabe und Meine
Lehren vergessend, lässt sich von den niederen Instinkten
beherrschen und schaut das Mädchen mit unreiner Absicht an. In
diesem Augenblick mache Ich Mich bei dem schlechten Jünger
bemerkbar, indem Ich ihm sage: "Ist dies etwa das, was Ich dich
gelehrt habe?" Der Ertappte hat Mir geantwortet: "Herr, nichts
bleibt dir verborgen." Beschämt hat er sein Tagewerk fortgesetzt,
während Meine Stimme ihn unversöhnlich fragt, sooft er damit
prahlt, Meinem Vorbild zu folgen: "Bist du Mein Apostel?"
Darauf habe Ich zugelassen, dass er Hunger litt, und alsbald
habe Ich Mich im Herzen eines reichen Kranken verborgen, der,
obwohl er die Truhen voll Gold hat, nicht die Gesundheit besitzt,
um es zu genießen. Als dieser erfährt, dass sich in seiner Gegend
einer Meiner Jünger aufhält, macht er sich auf den Weg zu ihm und
sagt ihm: "Ich weiß, dass du mir die Gesundheit zurückgeben
kannst, und darum habe ich dich aufgesucht. Ich bin reich, doch all
mein Reichtum hat mir nicht dazu verholfen, ein Heilmittel für
meine Krankheit zu finden."
In das Herz des Apostels dringen finstere Gedanken ein, als er
jenes Geständnis hört, und er sagt zu dem Kranken: "Ich werde
meine Hand auf dein Haupt legen, und während ich den Namen
meines Herrn ausspreche, werde ich dir die Gesundheit
zurückgeben; doch diese Gnade wirst du großzügig vergelten
müssen." Der reiche Patient antwortet ihm: "Nimm meine
Festkleider, meine Truhen, mein Haus, nimm alles, aber heile
mich!" Und der Kranke wurde gesund, denn sein Glaube und sein
Schmerz waren so groß, dass der Meister Erbarmen mit ihm hatte.
Voll Jubel übergab der Patient jenem Manne, von dem er
glaubte, dass er ihn geheilt hatte, alles, was er besaß, während der
schlechte Apostel zu sich sprach: "Jetzt bin ich nicht mehr arm;
denn da ich gekämpft und mich abgemüht habe, ist es gerecht, dass
ich meine Belohnung empfange." Doch siehe, in diesem Augenblick
ertönte Meine unerbittliche Stimme in seinem Gewissen und sagte
ihm aufs neue: "Ist etwa dies Meine Lehre? Erinnerst du dich, dass
Jesus, als Er auf der Welt war, Bezahlung für Seine Liebe
genommen hätte? — Er, der sich Kronen aufsetzen und alle Schätze
besitzen konnte, als Er durch bloßes Berühren heilte und mit Seinem
Rufe Tote auferweckte?"
20. Ein Kampf entbrannte im Herzen jenes Jüngers, und er sagte
zu seinem Meister: "Warum bist Du so unnachgiebig bei Deinen
Jüngern? Warum lässt Du uns nicht etwas in dieser Welt besitzen?"
Doch der Meister antwortete ihm mit gütiger Stimme: "Weil ihr im
Augenblick eurer Erwählung versprochen habt, auf die menschlichen
Nichtigkeiten im Tausch gegen einen wahren Schatz zu
verzichten."
21. Der Jünger erwidert noch immer: "Schwer ist der Weg, sehr
lange das Tagewerk, wir arbeiten viel und bringen auf Erden keine
Ernte ein. Du willst, dass wir die Menschen sehr lieben, obschon sie
uns nicht lieben."
Als der Meister ihn so lästern hörte, sagte er ihm: "Es ist gut,
Kind, wandle nach deinem Willen, erlange, was du so eifrig
erstrebst." Und jener Mensch, der von sich sagte, dass er Mein
Diener sei, der ausposaunte, dass er Mein Apostel ist, und der nicht
auf die Stimme des Gewissens hörte, hat sich auf den Weg gemacht
und fand auf ihm eine Menge Kranke, die er herbeirief, um ihnen zu
sagen, dass er der Besitzer des Heilbalsams sei, welcher alle Übel
heilt; aber er sagt ihnen auch: "Ich bin bedürftig, was könnt ihr mir
für das, was ich euch gewähre, geben?"
Jene, die arm sind, sagen ihm, dass sie nichts haben, dass sie
aber bereit sind, unter Überwindung ihrer Leiden zu arbeiten, um
das Nötige für seine Bezahlung zu beschaffen. — Dieser Handel
erscheint jenem Menschen gut, der den Kranken die Hände
aufzulegen beginnt, wobei er gleichzeitig aus deren Händen die
Bezahlung entgegennimmt, die von mal zu mal größer wird. Er
"salbte" die Kranken, aber sie wurden nicht gesund, im Gegenteil,
sie wurden noch elender. Er versuchte ihnen Mut zu machen, doch
sie verfielen immer mehr. Als der Apostel dann sah, dass die Leute
das Vertrauen zu ihm verloren hatten, verschwand er heimlich aus
ihrer Mitte, wobei er ein Vermögen an Geld mitnahm und sie in
Angst zurückließ.
22. Schon fern von jenen, wandte er sich dem Wohnsitz eines
Reichen zu, zu dem er sprach: "Herr, ich kann euch Dienste
erweisen, ich verstehe zu arbeiten, ich habe den Wunsch, dass ihr
mich in eurem prächtigen Wohnsitze beschäftigt. Ich kann euch
trösten, wenn ihr traurig seid, kann eure Interessen wahrnehmen,
wenn ihr euch müde fühlt."
"Wer bist du?" fragte ihn der Reiche, worauf der Apostel
antwortete: "Ich bin der Besitzer eines Gesetzes, einer Lehre, die so
machtvoll und überzeugend ist, dass, wenn eure Untergebenen sich
einmal gegen euch auflehnen sollten, es genügen wird, dass ich zu
ihnen spreche, um sie wieder zum Gehorsam zu bringen."
23. Jener Reiche wurde von diesen Worten beeindruckt, er
glaubte an diesen Mann und sagte ihm: "Deine Worte offenbaren
Größe, und wenn du sie erfüllst, wie du sagst, werde ich sie immer
für wahr halten." Darauf gab der Reiche jenem Manne eine Stelle
und überreichte ihm die Schlüssel seines Palastes. Dieser gewann
durch Schmeichelei das Herz seines Dienstherrn; doch da er seinen
Herrn aus seinem Herzen verstoßen hatte und nicht auf die Stimme
seines Gewissens hörte, verursachte er bald einen Wandel im Leben
jenes Herrschaftshauses: er demütigte die kleinen Leute, erhöhte
die, die ihm schmeichelten, sorgte dafür, dass die besten Diener das
Haus verließen, und verschwendete hinter dem Rücken des Herrn
dessen Reichtümer bei Festlichkeiten.
Doch der Tag kam, an welchem dem Herrn jenes Besitztums die
Augen für die Wirklichkeit aufgingen, und überzeugt von der
Falschheit dessen, auf den er sein ganzes Vertrauen gesetzt hatte, als
er ihn Worte von großer Macht und Weisheit aussprechen hörte, rief
er ihn zu sich, um ihm entrüstet zu sagen: "Ist dies die Lehre, die du
verbreitest? Beweist du so die Macht, die du zu haben behauptest?"
Und unverzüglich ließ er ihn in ein Verließ bringen, um ihn später
zum Galgen zu verurteilen. Dort im Gefängnis begriff jener nicht,
wie ein Jünger des Göttlichen Meisters in Gefangenschaft kommen
konnte, und noch weniger, dass er zum Tode verurteilt würde. Er
konnte nicht glauben, dass diese Prüfungen der Weckruf waren, die
ihn zur Reue riefen, um ihn wieder auf den (rechten) Weg zu
bringen. Da richtete er eine inständige Bitte an den reichen Herrn,
den er betrogen hatte, und versprach ihm, niemanden mehr zu
bereden oder zu täuschen und der Reiche, davon überzeugt, ließ ihn
ziehen.
24. Als jener Mann nun frei war, fühlte er das Verlangen, neue
Wege kennenzulernen, und nachdem er sie gefunden hatte, stürzte er
sich auf sie. Von neuem überhörte er den Ruf seines Gewissens, gab
sich wie nie zuvor den Vergnügungen hin, wobei seine Lippen zum
Lästermaul wurden. Sein Körper erkrankte, und sein Herz verfiel in
den tiefsten Ekel. Von Stufe zu Stufe war er allmählich gesunken,
bis er willenlos in die Tiefe eines Abgrunds (der Verkommenheit)
stürzte.
Er wusste nicht, wie viel Zeit er dort verbrachte, doch als er
erwachte, fragte er: "Wo bin ich? Wo ist mein Erbe? Ich spreche zu
meinem Vater, und Er antwortet mir nicht; ich bin krank und
niedergeschlagen, und Er kommt mir nicht zu Hilfe; ich bitte um ein
Wort des Trostes, der Ermutigung, und Er kommt nicht in mein
Herz. Wo ist nun jene Unterweisung und jener Heilbalsam, den Er
mir gab und mit dem ich mich von so großem Kummer befreien
könnte? Ich will meine Wunden schließen, doch sie bluten noch
mehr. Ich will meinem Herzen Frieden geben, doch es ängstigt sich
noch mehr. Wer bin ich? Ist es etwa Betrug, was der Vater mir gab?"
Und er weinte herzzerreißend.
25. Menschen aller Gesellschaftsschichten gingen an ihm
vorüber und sahen ihn gleichgültig an, niemand hörte ihn an,
niemand machte sich Gedanken über ihn oder blieb stehen, niemand
fühlte seinen Schmerz. Da schien es ihm, als ob ihn tiefe Finsternis
umhüllte, und als er vermeinte, so großes Leid nicht mehr ertragen
zu können, und er fühlte, dass sein Geist im Begriffe war, seinen
unreinen Körper zu verlassen, vernahm er eine gütige Stimme, die
ihm bekannt war und die ihm sagte: "Hier bin Ich; Ich bin bis dahin
herabgekommen, wohin du gesunken bist, um dir zu helfen."
Als jener Mann die gütige Stimme seines Vaters, voll Vergebung
und Zärtlichkeit, hörte, vermochte er der Last seiner Gewissensbisse
nicht mehr standzuhalten und sprach zu seinem Herrn: "Komm nicht
in meine Nähe, steige nicht in diesen Abgrund herab und betrete
nicht diese Lasterhöhle, denn hier ist Finsternis und Morast.
Zerreiße Dein Gewand nicht an den Disteln, lass mich hier, da ich
mich selbst dazu verdammt habe."
26. Der Sohn weinte, und durch seine Tränen hindurch erkannte
er, wie gerecht sein Vater war. Der Vater schaute nicht auf die
Unreinheiten des Sohnes, noch auf die Finsternis, die ihn umgab,
oder auf den Morast, in welchem er sich befand. Er sah nur, dass er
Sein vielgeliebter Sohn war, den er fragte: "Warum ist es soweit mit
dir gekommen?" Und der Sohn antwortete Ihm: "Weil ich annahm,
dass Du mir nicht so nahe bist, und ich auch nicht glauben wollte,
dass die Stimme meines Gewissens die Deine war. Heile mich nicht,
heute begreife ich, dass ich die Gesundheit nicht verdiene. Vergib
mir nicht, ich verdiene Deine Vergebung nicht. Lass mich in diesem
Abgrund leiden, lass mich meine Vergehen sühnen."
Da der Vater sah, dass der Sohn endlich das Ausmaß seiner
Verfehlungen erkannt hatte, ließ Er ihn nicht länger leiden und
erlaubte, dass es in diesem Wesen Licht wurde, dass jene Tränen die
Schandflecken abwuschen, und dann drückte der Vater auf jene
gebeugte Stirne einen Kuss des Friedens; Er hob den schwachen und
besiegten Körper auf und drückte ihn mit unendlicher Liebe an sich.
27. Als jenes Herz die zarte Liebe seines Vaters fühlte, machte
es sich bereit, Ihm für immer nachzufolgen und ihn immerdar zu
lieben. Da gewahrte er, dass das Licht, das der Herr auf seine Stirne
gelegt hatte*, von neuem erglänzte; denn die Gaben, die Gott
gewährte, entzieht Er Seinen Kindern niemals. Was ihnen jedoch
Seine Gnade vorenthält, sind ihre Verstöße gegen Mein Gesetz.
So machte sich jener Geist auf, den Lebensweg neu zu beginnen,
aber mit größerem Licht — dem seiner schmerzlichen Erfahrung.
Die Stimme des Gewissens wurde von ihm mit Klarheit
vernommen.
* Bei den Unterweisungen wurden von Zeit zu Zeit Personen berufen,
die zu den 144 000 Auserwählten gehörten. Dabei legte der Herr dem
Betreffenden in symbolischer Form Sein Licht auf die Stirne.
28. Wer von denen, die Tag für Tag Meinen Unterricht
empfangen haben, mag wohl wünschen, die Wege des Leidens
zurückzulegen? Erkennt, dass ihr diese Wege bereits gegangen seid,
dass euer Geist schon durch große Prüfungen ging, dank deren ihr
Mir heute mit Entschiedenheit nachfolgen könnt.
29. Ich habe euch ausgesandt, um euren Samen zu vervielfältigen,
und dafür habe Ich euch mit Meinem Lichte an eurer Stirne
gezeichnet, damit, wenn ihr zugerüstet seid, ihr euch auf die Wege
(der Welt) verstreut, wo die Menschen euch erwarten. Die Türen der
Heime werden sich öffnen, um euch willkommen zu heißen, und die
Herzen werden euch mit Jubel empfangen.
30. Dort werden die Kranken sein, die auf ihre Genesung
hoffen.
31. Ich, der Göttliche Heiland, werde durch Meine treuen
Jünger zu allen kommen. Doch nicht wie in der Zweiten Zeit: heute
werde Ich — im Herzen Meiner Sendboten verborgen — zu den
Menschen kommen, indem Ich durch ihren Mund spreche und
Meine Inspiration in ihren Verstand einströmen lasse. So werde Ich
durch die Werke der Liebe und Barmherzigkeit Meiner Jünger zu
den Kranken, zu den Notleidenden und zu den nach Frieden des
Geistes und des Körpers Dürstenden kommen.
32. Wohl den Nationen, die ihre Wege nicht versperren und ihre
Tore Meinen Boten öffnen; denn wahrlich, Ich sage euch, jene
Nation wird gerettet werden.
33. Während dieses Kampfes werden die einen früher berufen
und auserwählt werden als die anderen; doch für alle wird diese
Stunde kommen, und alle werden die Erfüllung (ihres Auftrags)
unter den Menschen erleben. Die einen werden ihre Arbeit früher
beginnen und beenden, die andern werden später kommen; aber
zuletzt, wenn ihr an die Grenzen der Vollkommenheit stoßt, wird es
weder Große noch Kleine geben, ihr alle werdet gleich sein in der
Liebe des Vaters und Seiner vollkommenen Familie angehören.
34. Allen habe Ich bei ihrem Lebensbeginn* die gleichen Gaben
geschenkt; doch während einige durch die Entwicklung ihrer
Tugend emporzustreben und groß zu werden verstanden, sind andere
stehengeblieben, und wieder andere sind auf Abwege geraten.
* Bei der geistigen Erschaffung
35. Ich habe unter alle Meine Kinder gleich große Gaben
verteilt, weshalb ihr nicht urteilen dürft, dass den einen mehr
gegeben wurde als den andern, auch nicht, dass ein Auftrag größer
ist als der andere. In Meiner vollkommenen Weisheit und
Gerechtigkeit und in Kenntnis der Schuld jedes Meiner Kinder habe
Ich ihnen je nachdem, was ihnen nottat, gegeben.
36. Ich gebe euch diese Erklärungen, damit ihr ergeben seid,
denn ihr wisst nichts von eurer Bestimmung, von eurer
Vergangenheit und eurer Sühnelast.
37. Wenn ihr Meine Kinder, durch die Ich Mich kundtue, für
sehr begnadet haltet und sogar ihre Gabe gewünscht habt, so sage
Ich euch hierzu, dass es wirklich eine übergroße Gnade ist, ebenso,
wie es auch die geistige Verpflichtung ist, die sie gegenüber dem
Vater haben, und ihre Verantwortung kennt keine Grenzen.
38. Jeder nehme mit Liebe sein Kreuz auf sich; doch strebt nicht
nach Vergnügungen, Ehrungen oder Belohnungen, denn ihr werdet
nur Schmerz ernten.
39. Erinnert euch, dass Ich euch mit Meiner Liebe heilte, dass
Ich euch von euren Schandflecken reinigte und eure Wunden
schloss. Denkt daran, dass Ich die Bitterkeit von euren Lippen
nahm, euch der schmutzigen und zerlumpten Kleidung entledigte,
die ihr trugt, um sie durch andere — weiß wie Schneeflocken — zu
ersetzen. Ihr wart die Verachtetsten und seid es nun nicht mehr. Ihr
seid ohne Erbe gekommen, und heute wisst ihr, dass ihr eine Gabe
besitzt. Fordert nicht mehr den Schmerz heraus, werdet nicht wieder
Parias, kehrt nicht mehr zu den Sündern zurück und haltet euch auch
nicht für unantastbar, dadurch, dass ihr vergeben könnt, wenn ihr
gekränkt werdet.
40. Wie oft habt ihr mir versprochen, euren Brüdern zu
vergeben, ganz gleich, in welcher Art sie euch beleidigen. Ihr habt
Mich um Kraft gebeten, um erfüllen zu können, und Ich habe sie
euch gegeben. Doch wie selten habt ihr eure Gelöbnisse erfüllt.
41. Die, welche versucht haben, Vergebung zu gewähren, teile
Ich in drei Gruppen ein: Die erste wird von jenen gebildet, die,
wenn sie eine Beleidigung empfangen haben, sich nicht zu
beherrschen wussten und, Meine Unterweisung vergessend, sich von
finsteren Gefühlen hinreißen ließen und sich gerächt haben, indem
sie Schlag um Schlag zurückgaben. Diese Gruppe ist die von der
Versuchung besiegte, ist Sklave ihrer Leidenschaften.
42. Die zweite Gruppe besteht aus denen, die, nachdem sie
beleidigt worden sind, sich an Mein Vorbild erinnern, ihre Lippen
verschließen und ihre Regungen zurückhalten, um Mir danach zu
sagen: "Herr, man hat mich beleidigt, aber statt mich zu rächen,
habe ich vergeben." Doch Ich, der Ich in die Herzen eindringe, habe
bei jenem den Wunsch entdeckt, dass Ich ihn rächen soll, indem Ich
Meine Gerechtigkeit auf seinen Bruder entlade.
Diese Gruppe steht noch mitten im Kampf.
43. Die dritte Gruppe, die kleinste, besteht aus denen, die Jesus
zum Vorbild nehmen, und die, wenn sie beleidigt worden sind, sich
voll Mitleid mit ihren Brüdern zum Vater erheben und Mir sagen:
"Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie haben
mich verletzt; doch (in Wirklichkeit) haben sie nicht mich, sondern
sich selbst verletzt. Darum erbitte ich für sie Deine Barmherzigkeit
und dass du mir gewährst, ihnen nur Gutes zu vergelten." Dies ist
die Gruppe, die überwunden hat.
44. Euer Gewissen, das von euch vollkommene Werke fordert
und erwartet, wird euch nicht in Ruhe lassen, bis ihr an euren
Brüdern wahre Vergebung auszuüben versteht.
45. Warum solltet ihr jene hassen, die euch beleidigen, wenn sie
nur Stufen sind, damit ihr zu Mir gelangt? Wenn ihr vergebt, werdet
ihr Verdienste erwerben, und wenn ihr im Himmelreich seid, werdet
ihr auf der Erde diejenigen erkennen, die euch bei eurem geistigen
Aufstieg behilflich waren. Dann werdet ihr den Vater bitten, dass
auch sie die Mittel finden, um sich zu retten und zu ihrem Herrn zu
kommen, und eure Fürsprache wird sie diese Gnade erlangen lassen.
46. Versucht auch nicht, die verborgenen Gefühle eurer
Nächsten aufzudecken, denn in jedem Wesen existiert ein
Geheimnis, das nur Ich kennen darf. Doch wenn ihr das entdecken
solltet, was — da es nur eurem Bruder gehört — für euch heilig sein
soll, so macht es nicht bekannt, zerreißt nicht diesen Schleier, macht
ihn lieber dichter.
47. Wie oft habe Ich die Menschen in das Herz ihres Bruders
eindringen sehen, bis sie seine moralische oder geistige Blöße
entdeckt haben, um sich daran zu ergötzen und es sogleich
bekanntzumachen. Keiner von denen, die so die Vertraulichkeit
eines Mitmenschen entweiht haben, soll sich wundern, wenn ihn
jemand auf seinem Lebensweg bloßstellt und verspottet. Er soll
dann nicht sagen, dass es die Elle der Gerechtigkeit ist, die ihn
misst; denn es wird die Elle der Ungerechtigkeit sein, mit der er
seine Brüder gemessen hat.
48. Achtet die andern, bedeckt mit eurem Mantel der Barmherzigkeit
die Bloßgestellten und verteidigt den Schwachen
gegenüber der Klatschsucht der Menschen.
49. Jünger, Ich verbiete euch nicht, in den Büchern zu studieren,
die euch das Gute lehren; doch wenn ihr diese nicht finden solltet —
hier habt ihr Meine Unterweisung, die in all ihrer Schlichtheit und
Bescheidenheit mehr Weisheit enthält als alle Bücher. Prägt sie euch
daher im Innersten eures Herzens ein, ergründet sie, damit sie es sei,
die euch bei allen euren Werken leitet.
50. Die, welche durch die mancherlei Prüfungen des Lebens
weinend unter den Schatten dieses Baumes gekommen sind, haben
den Trost und die Stärkung Meiner Liebe gefunden.
51. Selig, wer Meinem Worte in der Dritten Zeit lauscht, denn er
wird nicht irregehen. Im Augenblick seines (körperlichen) Todes
wird sein Geist zum ewigen Leben auferstehen und wird den Weg,
der ihn jenseits dieses Lebens erwartet, sicher beschreiten.
52. Selig, wer sein Leid mit Geduld trägt, denn gerade in seiner
Sanftmut wird er die Kraft finden, um auf seinem Entwicklungswege
weiterhin sein Kreuz zu tragen.
53. Gesegnet sei, wer die Erniedrigung mit Demut erträgt und
denen zu vergeben vermag, die ihn beleidigt haben, denn Ich werde
ihn rechtfertigen. Doch wehe denen, die die Handlungen ihrer
Brüder richten, denn sie werden ihrerseits gerichtet werden!
54. Gesegnet sei, wer das erste Gebot des Gesetzes erfüllt und
Mich über alles Erschaffene liebt.
55. Gesegnet sei, wer Mich seine gerechte oder ungerechte
Sache richten lässt.
56. Meine Lehre erneuert euch, stärkt euren Geist, damit, wenn
eure Lippen sich öffnen, um Meine Lehren zu wiederholen, sie sich
für Lästerung oder Fluch verschließen.
57. In dieser Zeit bin Ich gekommen, um von neuem den Samen
zu bewässern, den Ich in der Zweiten Zeit in euer Herz gelegt habe.
58. Von den ersten Zeiten an habe Ich die Form gesucht, in der
Ich Mich den Menschen hörbar und verständlich machen konnte.
Darum habe Ich Gerechte und Propheten in diese Welt gesandt,
damit sie mit ihren Worten und Werken Sendboten Meines Willens
und Meiner Gebote seien.
59. In der Ersten Zeit schloss Ich mit Abraham aufgrund seines
Gehorsams gegenüber Meinem Befehl einen Liebesbund und
belohnte seine Standhaftigkeit, seinen Eifer und seine Treue, indem
Ich seine Nachkommenschaft segnete und vervielfachte. Um seinen
Gehorsam und seinen Glauben zu erproben, forderte Ich von ihm
das Leben seines Sohnes Isaak, den er so sehr liebte, und mit der
Ergebung der großen Geister war er bereit, ihn zu opfern. Doch Ich
hielt ihn zurück, da er in seinem Herzen seinen Gehorsam bereits
bewiesen hatte, und dieser genügte Mir.
60. Isaak war der Vater von Jakob, dem es gegeben war, den
Weg der Vervollkommnung des Geistes zu schauen, symbolisiert in
einer Stufenleiter, die auf der Erde stand und sich im Unendlichen
verlor, und auf welcher Geister in Gestalt von Engeln auf- und
niederstiegen.
61. Diese drei Patriarchen bilden den Stamm des Volkes Israel,
dem zwölf Äste und eine unendliche Zahl von Blättern entsprossen;
doch seine Frucht ist noch immer nicht ausgereift.
62. Das Volk Israel empfing das Gesetz, als es sich auf seiner
Pilgerschaft am Fuße des Berges Sinai befand. Mose, sein Führer,
empfing die Gesetzestafeln und die (göttliche) Inspiration. Die
Durchquerung der Wüste geschah, um die Herzen zu läutern, um sie
zu vergeistigen, und um in ihnen den Glauben an den unsichtbaren
Gott zu entzünden.
Als das Volk zum Verheißenen Lande kam und von ihm Besitz
nahm, hatte es den Glauben an seinen Herrn tief in seinen Geist
eingeprägt, und es übte eine schlichte, aber erhabene Gottesverehrung
aus, an der sein Herz erstarkt war. Doch siehe, die Kinder
der Kinder blieben nicht beharrlich im Glauben und in der
Vergeistigung, und als andere — heidnische — Volksstämme ihren
Götzendienst und Aberglauben im Schoße des Volkes Israel
einführten, entzweiten sie es geistig und irdisch. Daraufhin traten
die Propheten auf, die die Volksmengen ermahnten und ihnen wegen
ihrer Untreue und ihrer Sünde Mein Gericht an ihnen ankündigten;
doch die Propheten wurden verlacht und einige wurden getötet.
63. Ich sage euch dies, weil ihr geistig in Wahrheit Same jener
ersten Patriarchen und die "Schafe" Moses seid; doch sage Ich euch
auch, dass ihr zu den Früchten gehört, die in dieser Zeit Reife
erlangen und der Menschheit Leben und Würze geben sollen.
64. Christus begoss damals den Baum des Lebens mit Seinem
Blut, und heute kommt Er, um ihn mit Seinem göttlichen Worte
erneut zu bewässern, damit die Früchte der Liebe und
Barmherzigkeit aller seiner Kinder reif werden.
65. In dieser Zeit komme Ich, um jeden Fanatismus und
Götzendienst eurer Herzen zu bekämpfen, denn die Vergeistigung
lässt keine Vermaterialisierung zu. Wer Meine geistige Lehre mit
Fanatismus ausübt, tut nicht Meinen Willen, noch hat er Meine
Unterweisung richtig ausgelegt.
66. Warum vermaterialisieren die Menschen noch in dieser Zeit
die Verehrung Meiner Göttlichkeit, obwohl Ich seit der Ersten Zeit
im ersten Gebot Meines Gesetzes verbot, dass man Mich in Figuren
und Bildern verehre, die von Menschenhand gemacht sind?
67. Mein Wort in dieser Zeit wird wie ein zweischneidiges
Schwert kämpfen, um aus dem menschlichen Herzen alle Irrtümer
zu beseitigen, damit es sich frei von Unwissenheit zu Meiner
Göttlichkeit erhebe und die Verbindung von Geist zu Geist erreiche.
Mein Friede sei mit euch!

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