BWL - Band II - Unterweisung 37


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
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Unterweisung 37:
1. Zu allen Zeiten gab es in der Menschheit Menschen von großem geistigen Licht, Menschen, die den Entwicklungsweg ihrer Nächsten erleuchtet haben.
2. Von wo sind diese Wesen zur Erde gekommen? Etwa von der nächstgelegenen Welt*, in der jene wohnen, die zu diesem Planeten zurückkehren müssen? — Nein, Mein Volk, Ich sage euch, dass ihr aus dem Wissen und der Güte der Wesen Folgerungen auf die Welt ziehen könnt, von der sie gekommen sind.
* Hiermit sind die erdnahen, jenseitigen Sphären gemeint, die unteren
Stufen der "Himmelsleiter", wo sich die Geistwesen aufhalten, die sich
noch läutern müssen.
3. Die Grade der geistigen Erhebung stellen eine unendliche Stufenleiter in der Ewigkeit dar. Aber jene Wegstrecke hin zur Vollendung besteht aus sieben Etappen, von denen ihr eine Widerspiegelung im menschlichen Leben habt, das ebenfalls in sieben Entwicklungsstufen unterteilt ist.
4. Alle Teile des Menschen müssen sich entfalten und entwickeln, um das Licht zu erreichen, das sie haben müssen, und um wahre Vergeistigung zu erlangen.
5. Sein Körper, sein Verstand, seine Moral, sein Geist und sein ganzes Wesen müssen durch diese sieben großen Lehrgänge, durch diese sieben Prüfungen hindurchgehen*, aus denen er gereinigt, voll Licht, Frohsinn, voll Stärke, Erkenntnis und Erfahrung hervorgehen wird. Dann wird er in der Lage sein, zu verstehen, dass in seinem Geiste das Reich Gottes gegenwärtig ist.
* Siehe die Erläuterungen über die Sieben Siegel im
1. Band des "Buch des Wahren Lebens".
6. Der Gehorsam gegenüber dem göttlichen Willen, die Empfindsamkeit, um die geistige Eingebung deuten zu können, die Zwiesprache mit dem Vater und mit der Geistigen Welt durch die Gedanken sind die Fortschritte in eurer Entwicklung, die euch die neue Zeit bereithält.
7. Die Menschheit hatte bereits Zeitabschnitte, in denen sie für das materielle Vergnügen lebte; andere, in denen sie hinter der Macht, der Herrschaft und dem vergänglichen Reichtum her war; andere, in denen sie auf der Suche nach der Schönheit all dessen, was sie umgab, einige Sinne entwickelte; wieder andere, in denen sie im Verlangen nach dem Frieden des Geistes den Pfad der Religion betrat, und weitere, in denen sie aus dieser Erde ihren Herrschaftsbereich, aus diesem Leben ihre Ewigkeit und aus der Materie ihren Gott machen wollte.
8. Jetzt ist eine entscheidende Zeit für das Leben des Menschen, und wenn ihr eingehend beobachtet, werdet ihr auf allen Gebieten, in allen Naturkräften und Mächten einen gigantischen Kampf, eine große Schlacht entdecken.
9. Es ist das Ende einer Etappe, Menschheit. Ihr wisst jedoch nicht, zu welchem Zeitpunkt die neue Zeit beginnt; dies werde nur Ich euch sagen, Ich, das Lamm, das die Siegel löst. Noch lebt ihr in der Zeit der sechsten Offenbarung, in der die Ereignisse in Erfüllung der Weissagungen nacheinander eintreten.
10. Wie viele Religionen, wie viele Sekten und Lehren werden unter dem Lichtschwert Meiner Macht fallen, und wie viele Wissenschaften und Theorien werden in der Vergessenheit begraben sein, wenn der neue Tag anbricht und Stille und Frieden in die Herzen einzieht, und es wahres Gebet und wahre Vergeistigung bei den Menschen gibt.
11. Nicht die Religionen werden es sein, die sich vereinigen ;denn ihre Verschiedenheiten erlauben es ihnen nicht. Die Menschen werden es sein, die sich in dem Gesetze der Liebe, der Gerechtigkeit und der Wahrheit vereinen, das allein von Gott ausgeht.
12. Diese Menschheit, die gegenüber jeder göttlichen Inspiration gleichgültig ist, ist sich nicht bewusst, dass sie an der Schwelle der für ihren Geist bedeutungsvollsten Zeit steht. Doch sie wird nun aus ihrem tiefen Schlaf erwachen, wenn sie über die Voraussagen nachdenkt, die hinsichtlich Meiner Gegenwart unter den Menschen noch ausstehen. Denn ihr alle werdet wach sein müssen, wenn das Siebte Siegel sich öffnet, um euch sein Licht zu bringen.
13. Einstweilen bereite Ich dies Volk mit Meinem Worte vor, damit es sich von der Wahrheit inspiriert aufmacht und seine Brüder in den Liebesunterweisungen Meiner Lehre unterrichtet.
14. Nährt euch nur von Wahrheit und weist alles zurück, was nicht Reinheit enthält, dann werden aus euch die Kinder des Lichtes hervorgehen.
15. Lasst die Kinder geistige Erhebung bei euch sehen, damit sie in diesem Leben einen sicheren Pfad haben, dem sie folgen können.
16. Wachet über allen Kindern, denen euer Herz liebevolle Gefühle, Gedanken voller Zärtlichkeit darbringen kann, dann habt ihr an ihnen Gutes getan. Lehrt mit euren Werken die Liebe zu allen Menschen.
17. Ich werde über all jenen wachen, die ihr nicht behüten könnt, und werde nicht zulassen, dass die böse Saat, welche die Menschen in dieser Zeit ausstreuen, jene Geister ansteckt und verwirrt.
18. Ich bin es, der die Geister im Einklang mit dem Gesetze der Entwicklung zur Inkarnation sendet, und wahrlich, Ich sage euch, die Einflüsse dieser Welt werden Meine Pläne nicht ändern. Denn über alles ehrgeizige Machtstreben hinweg wird Mein Wille geschehen.
19. Jedes menschliche Wesen bringt einen Auftrag zur Erde mit, seine Bestimmung ist vom Vater vorgezeichnet, und sein Geist ist durch Meine Vaterliebe gesalbt. Umsonst veranstalten die Menschen
Zeremonien und segnen die Kleinen. Wahrlich, Ich sage euch, in keinem Lebensalter wird das Wasser die Seele von ihren Verstößen gegen Mein Gesetz reinigen. Und wenn Ich einen von jeder Sünde reinen Geist sende — von welcher Befleckung reinigen ihn dann die Geistlichen der Konfessionen mit der Taufe?
20. Es ist Zeit, dass ihr begreift, dass der Ursprung des Menschen keine Sünde ist, sondern dass seine Geburt das Ergebnis der Erfüllung eines Naturgesetzes ist, eines Gesetzes, das nicht nur
der Mensch erfüllt, sondern alle Geschöpfe, welche die Natur bilden. Verstehet, dass Ich "der Mensch" gesagt habe und nicht "sein Geist". Der Mensch hat Meine Vollmacht, ihm ähnliche Wesen zu schaffen; die Geister jedoch gehen nur aus Mir hervor.
21. Wachsen und Sich Mehren ist universelles Gesetz. Die  Sterne gingen ebenso aus anderen, größeren Sternen hervor, wie der Same sich vervielfältigte, und niemals habe Ich gesagt, dass sie
durch diese Tatsache gesündigt oder den Schöpfer verletzt haben. Warum solltet ihr in Erfüllung dieses göttlichen Gebotes dann für Sünder gehalten werden? Begreift, dass die Erfüllung des Gesetzes den Menschen niemals beflecken kann.
22. Was den Menschen befleckt und die Seele vom Wege der Entwicklung entfernt, sind die niederen Leidenschaften: die Zügellosigkeit, das Laster, die Unzucht, denn all dies ist gegen das Gesetz.
23. Studieret und forschet, bis ihr die Wahrheit findet. Dann werdet ihr die Gebote des Schöpfers des Lebens nicht mehr Sünde nennen und werdet das Dasein eurer Kinder durch das Vorbild eurer guten Werke heiligen.
24. Wenn ihr euch daran erinnert, dass Ich euch gesagt habe, dass Ich aus der Unendlichkeit komme, entringt sich eurer Brust ein trauriger Seufzer bei dem Gedanken an die Entfernung, die euch von eurem Vater trennt. Dann strengt ihr eure Sinne an, um sie zu Mir zu erheben und durch sie euren Geist, bis dahin, wo sich nach eurer Vorstellung der Wohnsitz des Höchsten befindet. Manchmal seid ihr von eurem Gebet befriedigt, aber es kommt vor, dass ihr nicht imstande wart, zu der Stätte zu gelangen, wo der Göttliche Geist wohnt.
25. Höret, Jünger: Jenes Unendliche, von dem Ich zu euch spreche, werdet ihr niemals mit eurem Verstande ermessen können. Dieses Unendliche spricht zu euch von Zärtlichkeit, Licht, Reinheit,
Weisheit, Liebe und Vollkommenheit, denn all dies hat weder Anfang noch Ende, da es Eigenschaften Gottes sind.
26. Nachdem dies geklärt ist, verstehet, wenn Ich in Meinem Worte von Meiner Liebe sage, dass sie Mensch geworden ist, und von Meiner Zärtlichkeit, dass sie Frau geworden ist.
27. Ich habe keine bestimmte oder begrenzte Stätte, an der Ich im Unendlichen wohne, denn Meine Gegenwart ist in allem, was existiert, sowohl im Göttlichen, als auch im Geistigen oder im Materiellen. Ihr könnt von Mir nicht sagen, in welcher Richtung Mein Reich liegt; und wenn ihr euren Blick zu den Höhen erhebt und er gen Himmel gerichtet ist, so tut dies nur als etwas
Symbolisches. Denn eurer Planet dreht sich unaufhörlich und bietet euch mit jeder Bewegung neue Himmelsabschnitte und neue Höhen dar.
28. Mit all dem will Ich euch sagen, dass es zwischen euch und Mir keine Entfernung gibt, und dass das einzige, was euch von Mir trennt, eure unerlaubten Werke sind, die ihr zwischen Mein vollkommenes Gesetz und euren Geist stellt.
29. Je größer eure Reinheit, je hochstehender eure Werke und je beständiger euer Glaube ist, desto näher, inniger, eurem Gebete zugänglicher werdet ihr Mich fühlen.
30. Ebenso auch: Je mehr ihr euch vom Guten, vom Gerechten, vom Erlaubten entfernt und euch dem Materialismus eines dunklen und egoistischen Lebens hingebt, desto mehr werdet ihr Mich immer ferner von euch fühlen müssen. Je mehr sich euer Herz von der Erfüllung Meines Gesetzes entfernt, desto unempfindlicher wird es für Meine Göttliche Gegenwart werden.
31. Begreift, warum Ich in dieser Zeit Mein Wort in dieser Form kundtue und euch für die Zwiesprache von Geist zu Geist vorbereite.
32. Da ihr Mich unendlich ferne glaubtet, verstandet ihr nicht, zu Mir zu kommen. Ich habe euch aufgesucht, um euch Meine Göttliche Gegenwart fühlbar zu machen und euch zu beweisen, dass
es zwischen dem Vater und Seinen Kindern keine Räume oder Entfernungen gibt, die sie trennen.
33. Begreift auch, dass es eine Gnade gewesen ist, die euch euer Vater gewährt hat, wenn Ich Mich durch euren Verstand kundgetan habe und dadurch jene geistige Entfernung verkürzte, die euch von
Mir trennte — ein weiterer Beweis Seiner Barmherzigkeit in Anbetracht eurer Begrenztheit und eures Mangels an Vergeistigung.
34. Aus diesem Grunde wird diese Gnadenzeit Meiner Kundgabe durch den Verstand dieser Stimmträger kurz sein, denn es ist keine Gabe, die ihr durch eure Vergeistigung und eure Verdienste
erlangt habt, sodass sie einen Teil eurer geistigen Errungenschaften bilden kann. Ich sage euch nochmals, dass es eine Gnade gewesen ist, die Ich euch gewährt habe, und dass, wenn das Jahr 1950 einmal zu Ende ist, Ich diese Form der Mitteilung enden lassen werde, in der Erwartung, dass ihr Mich durch eure Verdienste noch näher bei euch fühlen werdet in der Verbindung von Geist zu Geist.
35. Diese neue Verbindung wird tief geistig sein, einfach, natürlich, rein und vollkommen. Sie wird den Anfang vom Ende jedes unvollkommenen, abgöttischen, fanatischen, dunklen Kultes anzeigen und das Heiligtum eures Wesens öffnen, damit in ihm Mein Geist für alle Ewigkeiten wohne.
36. Es wird weder äußerliche Verzückung, noch Schwärmerei, noch Zurschaustellung irgendwelcher Art geben, nur Reinheit, Ehrfurcht und Wahrheit, mit einem Wort: Vergeistigung.
37. Denkt an all die Wunder, welche die Erfüllung dieser Verheißung für euch in sich schließen kann und beginnt nun verdienstvolle Werke zu tun, damit ihr mit ihnen schließlich jene Gnade erreicht, die Ich für euch bereithalte und die einen Teil eures Lebens selbst bilden wird. Darum wird es nicht mehr wie jetzt einen bestimmten Zeitpunkt für ihr Ende geben, denn da es etwas wesenhaft Göttliches ist, muss es euch ewig verbleiben. Dann werdet ihr begreifen, worin das Näherkommen des Himmelreiches zur Menschheit besteht.
38. Jetzt sage Ich euch: Arbeitet auf Erden, aber tut es mit Glauben, mit wahrer Liebe zu euren Brüdern, und der Lebensunterhalt wird euch nicht fehlen.
39. Wenn die Vögel, die weder spinnen noch säen, niemals ein schützendes Kleid oder Nahrung entbehren — warum solltet dann ihr Meine Fürsorge entbehren, wo ihr doch die Vielgeliebten seid?
Damit ihr durch Hunger oder Kälte umkämet, müsste eure Bosheit und Undankbarkeit euch dazu bringen, Meine Wohltaten zurückzuweisen.
40. Ich bin das Leben, die Wärme und das Licht. Ich bin das Brot und das kristallklare Wasser und bin von neuem gekommen, um Tote zum Leben zu erwecken und die zu einem Leben des Lichtes wachzurütteln, die in Finsternissen leben.
41. Vor langer Zeit wurde geweissagt, dass jedes Auge Mich schauen wird, und Ich bin gegenwärtig und bereit, Meine Wahrheit von der Menschheit betrachten zu lassen.
42. Was fehlt den Menschen, um Mich sehen, fühlen und verstehen zu können? — Vergeistigung. Die Vergeistigung macht den Menschen sowohl in seinem Geiste, als auch in seinem Körper empfindsam. Wenn er sich geläutert hat und aus seinem Herzen das wahre Gebet zu Mir emporsteigt, wird er Mich zum ersten Mal bei sich fühlen, Meine Zärtlichkeit wahrnehmen, sich in Meiner unendlichen Liebe gebadet fühlen und ausrufen: "Ich habe den Herrn gesehen, ich habe Ihn in meinem Herzen empfunden!"
43. Wenn Ich auf der Erde einen Gerechten fände, würde Ich ihn als Werkzeug gebrauchen, um euch durch ihn Unterweisungen und ein Vorbild zu geben; aber wahrlich, Ich sage euch, auf dem ganzen
Erdenrund habe Ich nicht einen Gerechten gefunden.
44. Wo sind die Gerechten der Ersten und Zweiten Zeit, damit ihr ihre Tugend, ihre Treue und ihren Eifer in der Erfüllung Meines Gesetzes, ihren Glauben und ihren Mut studieren könntet? — Sie leben im Geistigen Reiche, und obwohl sie für euch arbeiten, seht ihr sie nicht noch fühlt ihr sie, weil eure materielle Natur noch immer der dichte Schleier ist, der euch das Geistige nicht schauen lässt.
45. Ihr seid wie Schiffbrüchige, gepeitscht von den wilden Wogen der Leidenschaften, eingehüllt in die Schatten einer sehr langen Nacht. Inmitten dieses Sturmes bin Ich erschienen, und Meine helfende Liebe war wie ein Leuchtturm, der den Weg erhellt, der euch zum rettenden Hafen führt.
46. Doch meint ihr etwa, dass Ich komme, um eurem Geiste die Gabe zu schenken, über dieses materielle Leben hinausblicken zu können? — Nein, Volk, Ich gewähre euch keine neue Gabe, noch
eine neue Fähigkeit, alles tragt ihr von eurer Entstehung an in euch. Doch müsst ihr begreifen, dass nur das in eurem Wesen erstrahlt ist, was ihr entwickelt und genutzt habt. Das hingegen, was ihr vergessen, vernachlässigt oder nicht zur Kenntnis genommen habt, hat — obschon geheim — als schlummernde Fähigkeit fortbestanden. Denn das, was Ich gebe, nehme Ich euch niemals wieder.
47. Viele verborgene Fähigkeiten haben in eurem Wesen geschlummert, in der Erwartung, dass Meine Stimme sie erweckt. Doch jetzt ist die Zeit der Auferstehung gekommen, in der ihr alle dieselbe Stimme vernehmen werdet, die Lazarus jenseits dieses Lebens hörte, als Ich ihm sagte: "Steh auf und wandle!"
48. Selig, wer auf Mein Kommen zu warten verstand, denn sein Erwachen wird vollständig sein und seine Vergeistigung wird ihm alles zu erkennen erlauben, was die neue Botschaft enthält.
49. Arbeitet mit Liebe, im Materiellen wie im Geistigen, und ihr werdet Meinen Frieden haben. Lernet, beharrlich zu sein, bis ihr schließlich die Frucht eurer Opfer und eurer Kämpfe erntet.
50. Liebet, damit ihr eure geistige Höherentwicklung zu erreichen vermögt. Denn Ich frage euch Menschen: "Was habt ihr mit eurem Geiste gemacht?" Und euch Geister: "Was habt ihr mit
dem Körper gemacht, den Ich euch anvertraut hatte?" Weder die einen noch die andern werden Mir antworten können, denn ihr seid sehr weit davon entfernt, euch der Schwere eurer Verfehlungen und
Schwächen bewusst zu sein. Ich allein kann eure Werke beurteilen, und deshalb sende Ich euch diesen Lichtstrahl, damit ihr euch, erleuchtet durch euer Gewissen, im Spiegel Meiner Wahrheit
erblickt.
51. Habt ihr vergessen, dass eurer Geist dem Gesetze der Entwicklung unterworfen ist, dem ihr euch nicht entziehen dürft? Was wurde aus der ursprünglichen Essenz, die Ich in euer Herz legte, welche der Same der Liebe, des Lebens und der Aufwärtsentwicklung ist? Ihr begreift diese Worte nicht mehr; es hat den Anschein, als ob Ich zu euch in einer für euch fremden Sprache spräche.
52. "Lieben" war der Zweck, für den ihr geschaffen wurdet. Euren Vater lieben und in Ihm alle eure Brüder, das ist das Gesetz, und genau dies ist es, was ihr vergessen und aus eurem Geiste ausgelöscht habt.
53. Auf Schritt und Tritt lässt euch das Leben eure Verstöße mit eindringlichem Schmerz fühlen und bezahlen; aber statt innezuhalten, um euch zu besinnen und eure Taten zu überdenken, lasst ihr zu, dass euer Herz sich noch mehr verhärtet und vergiftet.
54. Ihr habt nicht auf die Stimmen hören wollen, die sich euch genähert haben, um euch in eurem tollen Laufe aufzuhalten, und seid am Rande des Abgrunds angelangt, wo ihr drauf und dran seid, hineinzustürzen und eure Brüder mit euch zu reißen.
55. Wer von euch kann sich vorstellen, wie die Tiefe jenes Abgrunds beschaffen ist, den ihr mit soviel Hass und Verderbtheit aufgerissen habt? — Niemand, niemand kann sich die Finsternisse oder das Leid vorstellen, das während Jahrhunderten, Jahrtausenden und Äonen in diesem unermesslichen Kelch des Leidens angesammelt wurde.
56. Ich frage die Menschen dieser Zeit, die sich für die Fortgeschrittensten in der ganzen Geschichte dieser Welt halten: Habt ihr mit all eurer Begabung nicht eine Form gefunden, Frieden zu schaffen, Macht zu erlangen und Wohlstand zu erreichen, ohne eure Nächsten zu töten, zu vernichten oder zu versklaven? Glaubt ihr, dass euer Fortschritt wahr und echt ist, wenn ihr euch moralisch im Schlamm wälzt und geistig im Dunkeln umherirrt? Ich bekämpfe nicht die Wissenschaft, da Ich Selbst sie dem Menschen eingegeben habe; das, was Ich beanstande, ist der Zweck, für den ihr sie manchmal verwendet.
57. Ich will, dass ihr groß im Verständnis und weise in den Lehren seid, mit denen Ich euch umgeben habe, aber bei all euren Schritten im Leben immer euer Gewissen als Leuchtfeuer habt. Dann werdet ihr nicht nur die Fähigkeiten eures Geistes sich entfalten sehen, sondern auch erleben, wie Gesundheit und Kraft in euren Körper einziehen.
58. Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Worte aus Gott", womit Ich euch lehren wollte, dass in eurem Wesen etwas vorhanden ist, das ihr nicht bloß mit dem, was ihr in dieser Welt besitzt, zufriedenstellen könnt, sondern dass ihr, um es zu befriedigen, das suchen müsst, was jenseits des Materiellen liegt, das heißt das, was sich nur in der vollkommenen Sphäre aufhält, aus welcher der Geist entspringt: Gott.
59. Mein Licht hat euch nicht einen Augenblick gefehlt. Aber ihr seid wie die kalten Steinplatten, die die Gräber bedecken, welche sich für Augenblicke etwas erwärmen, um sogleich wieder zu erkalten.
60. Meine Macht und Meine Geduld sind unerschöpflich, und wenn ihr wollt, dass Ich euch am Rande des Abgrunds einen weiteren Liebesbeweis gebe, so werde Ich ihn euch gewähren. Aber Ich muss euch sagen, dass in dieser unendlichen Liebe, die Ich euch nun ein weiteres Mal beweise, Meine weise und unerbittliche Gerechtigkeit gegenwärtig sein wird.
61. Um euch zu helfen, müsst ihr Vertrauen zu Mir haben; doch seid wachsam und bereit für den Kampf. Seid Krieger, aber nicht von denen, die das Leben ihrer Mitmenschen vernichten, sondern
von denen, die mit Liebe, mit Moral, mit Frieden und guten Werken aufbauen.
62. Lasst nicht zu, dass die Bedürfnisse oder die Bedrückung euch veranlassen, in die materialistische Lebensweise zurückzufallen. Im Gegenteil, erhebt euch voll Vergeistigung angesichts der Verführungen und der Prüfungen. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr diese Prüfungen und Wechselfälle des Lebens zu nutzen versteht, werdet ihr euch durch sie zu einem höheren Leben erheben können, und zu mutigen, edlen, glühenden Jüngern der Liebe eures Vaters werden.
63. Den Männern und Frauen, die als Familienväter- und Mütter bei Meinem Lehrwort anwesend sind, sage Ich, dass sie sich mit Mut, mit Licht und Frieden wappnen sollen, denn große Ereignisse kommen auf die Erde zu, und sie müssen gefasst auf ihrem Posten ausharren.
64. Sucht immer, was euren Kindern Ehrgefühl und Stärke gibt und haltet von ihrem Wege die Irrtümer fern, die für sie ein Hindernis bilden könnten.
65. Ich habe die Versprechen nicht vergessen, die ihr Mir gegeben habt, euch von materiellem Streben abzukehren und wieder zum geistigen Wege zurückzukommen, welcher das Gesetz der Liebe und Barmherzigkeit ist und der immer vom Lichte eures Gewissens erleuchtet ist.
66. Es ist notwendig, dass — wenn eure Schritte auf diesem Pfade sicher geworden sind — ihr euch selbst vergesst, um eure Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse eurer Brüder zu richten.
67. Dann werdet ihr erleben, dass in all jenen, die ihr gleichgültig vorübergehen ließet, ein bitterer Leidenskelch, eine Wunde oder ein schweres Kreuz vorhanden war.
68. Wie viele Herzen gibt es, die im Stillen über ihre Leiden weinen, ohne dass es jemand merkt! Wie viele Bitternisse verbergen sich hinter einem Lächeln, das ihr nicht zu deuten wisst! Aber Ich, der Ich jede Angst und jeden Schmerz fühle und in den Herzen lese, sage euch: Bereitet euch zu, damit ihr Intuition entwickelt und im Innern eurer Brüder lesen könnt, denn nicht immer werden sich die Herzen öffnen, um euch ihren Schmerz zu zeigen.
69. Wegen diesem heimlichen Klagen, diesem innerlichen Weinen, dieser Traurigkeit, die sich nicht im Antlitz derer zeigt, die leiden, ist es notwendig, in die Herzen einzudringen, was nur durch Vergeistigung gelingt, die bewirkt, dass in euch die Nächstenliebe erblüht.
70. Ach, wenn ihr wüsstet, dass ihr so vieles geben und tun könnt trotz all eurer Armut! Aber noch immer seid ihr so materiell eingestellt, dass viele von euch glauben, dass sie nur mit Geld gute Werke tun können. Deshalb musste Ich zu euch kommen, um euch zu sagen, dass es nicht richtig ist, dass ihr vor Schmerz, Hunger und Elend weint, ohne euch bewusst zu werden, dass ihr durch das Gewicht eines Schatzes gebeugt seid, den ihr bei euch tragt, ohne ihn gewahr zu werden.
71. Nein, ihr Menschen, es ist nicht nur die Last eurer Sünden,  die euch niederdrückt. Die Sache ist die, dass euer Körper, der immer mehr geschwächt wird in den Leidenschaften und Kämpfen dieses Lebens, nicht in der Lage ist, der Kraft, der Macht seines eigenen Geistes zu widerstehen, welcher kämpft, um seine Materie von ihren Schwächen zu befreien.
72. Erinnert euch der Nacht, in der Ich als Mensch geboren wurde: Sie war kalt und dunkel, aber nicht so sehr, wie es das Herz der Menschheit in dieser Zeit ist. Während Mein Geist in jener Nacht von Freude erfüllt wurde, weil er gekommen war, um unter den Menschen zu wohnen, schliefen diese in tiefem Schlafe, unempfindlich für Meine Gegenwart, und wussten nicht, dass der Verheißene gekommen war. Da begann Mein Leidensweg.
73. Stroh, das dem Neugeborenen als Wiege diente, und die Wärme der anspruchslosen Tiere waren das einzige, was jener Familie im Augenblick Meiner Ankunft zur Verfügung stand.
74. Ihr glaubt, dass die Natur gegenüber den göttlichen Manifestationen unempfindlich ist; doch dies ist ein menschlicher Irrtum, denn außer euch ist alles Geschaffene, vom Größten bis zum Kleinsten, Meinem Gesetz unterworfen, von dem es nicht abweichen kann. Nur der Mensch, der anders als alle Geschöpfe gestaltet worden ist, weil er Geist, Gewissen und Willensfreiheit besitzt, ist derjenige, der für Meine Göttlichkeit unempfindlich bleibt.
75. Warum habt ihr euer Herz bis zu einem solchen Grad verhärtet, dass ihr die Gegenwart eures Vaters nicht fühlt, noch Seine Stimme hört? — Wegen eurem freien Willen. Jetzt kam Ich nicht als Mensch, und dennoch habe Ich die Kälte des lieblosen Herzens gefühlt, mit dem die Menschheit Mich empfangen hat.
76. Denkt nicht, dass an diesem Punkt der Erde, wo man dies Wort hört, der einzige Ort ist, wo Ich Mich bei Meinen Kindern einfinde. Denn wahrlich, Ich sage euch, Meine Kundgebung in verschiedenen Formen ist universell.
77. Elias, der sich unter euch kundgetan hat als Wegbereiter Meiner Kundgabe durch den menschlichen Verstand, kam nicht nur zu diesem Land, wo ihr wohnt. Er ging von einem Ort der Erde zum andern und kündigte die Neue Zeit an und verkündete das Näherkommen des Himmelreiches.
78. Von allen Seiten erhoben sich Stimmen, die euch Meine Ankunft ankündigten: die erschütterte Natur bewegte die Erde, die Wissenschaft staunte angesichts neuer Offenbarungen, die Geistige
Welt stürzte sich auf die Menschen, und trotzdem blieb die Menschheit taub gegenüber jenen Stimmen, den Vorboten eines neuen Zeitalters.
79. Eine Flut göttlichen Lichtes fiel herab, um die Menschen aus ihrer Finsternis herauszuholen. Aber diese, selbstsüchtig und vermaterialisiert, fern davon, nach Vervollkommnung der Seele, nach sittlicher Verbesserung ihres Lebens auf der Erde zu streben, gebrauchten jenes Licht, um sich Throne und Herrlichkeiten, Bequemlichkeiten und Vergnügungen für den Körper und, wenn sie
es für nötig hielten, auch Waffen zu schaffen, um das Leben ihrer Mitmenschen zu vernichten. Ihre Augen waren von der Intensität Meines Lichtes geblendet, und ihre Eitelkeit wurde ihnen zum
Verderben. Aber Ich sage euch, dass sie durch eben dies Licht die Wahrheit finden, den Weg entdecken und sich retten werden.
80. Diejenigen, die dies Licht in ihrem Verstande aufzunehmen vermochten und es als eine göttliche Botschaft annahmen, haben veranlasst, dass ihr Gewissen ihre Schritte lenkt und ihren Werken zur Richtschnur dient. Denn sie hatten die Vorahnung, dass der Herr wiedergekommen ist und dass Er bei den Menschen ist.
81. Die Vertreter der verschiedenen Sekten und Konfessionen wollten Mich nicht empfangen, ihr Herz, ihre Würde und ihre falsche Größe hindert sie daran, Mich im Geiste anzunehmen. Deshalb haben sich auf der ganzen Erde Gruppen, Bruderschaften und Vereinigungen derer gebildet, die die Gegenwart der Neuen Zeit fühlen, die die Einsamkeit suchen, um zu beten und die Eingebungen des Herrn zu empfangen.
82. Ihr, Meine Kinder, gehört zu diesen Scharen, die sich nach und nach unter dem Lichte einer göttlichen Inspiration gebildet haben, obschon Ich euch sagen muss, dass ihr diese Inspiration, in
menschliches Wort verwandelt, aus Gnade habt. Darum müsst ihr viel wachen, beten und meditieren, damit ihr nicht Irrtümern anheimfallt oder den Zweck dieser geistigen Lehre verfehlt.
83. Was könnte euch auf dem Wege verderben? — Die Eitelkeit, Mein Volk.
84. Wahrlich, Ich sage euch, diese Inspiration wird unter den Demütigen, unter den Barmherzigen und unter denen triumphieren, die die Wahrheit, die Gerechtigkeit und den Frieden ersehnen.
85. Der Friede und die Stärke, die ihr im Gebet erlangt, wird euch fleißig und unermüdlich machen, das Gute zu säen, die Gefallenen aufzurichten, den Glauben zu entzünden und Segen und Trost unter allen Völkern der Erde zu sein.
Mein Friede sei mit euch!

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