BWL - Band VIII - Unterweisung 230

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 230:

1. Ich sehe euch von verschiedenen Orten herbeikommen, ihr
kommt, um euch im Schatten des väterlichen Daches zu erquicken.
Ihr habt euch versammelt, und deshalb ist Freude im Herzen des
Vaters. Denn wenn auch nur zwei Herzen sich versöhnen, feiere Ich
ein Fest.
2. Ihr durchlebt eine Zeit der Prüfungen, deren Bedeutung ihr
noch nicht verstanden habt, obwohl ihr das Licht meines Wortes
habt. Da die Zeit jedoch ein Schatz ist, den ihr nicht vergeuden sollt,
komme Ich als Meister, um euch zu lehren, sie zu nutzen, indem Ich
euch eure Bestimmung und eure Aufgabe bekanntmache.
3. Nutzt diese Augenblicke, denn bald werde Ich von euch
scheiden. Mein göttliches Wort, das Ich euch so viele Jahre lang
durch das menschliche Verstandesvermögen gegeben habe, wird
dann für immer enden.
4. Noch bleibt eine kurze Zeit, in der Ich euch meine ganze
Unterweisung geben und mein ganzes Buch schreiben werde.
5. Deshalb komme Ich eilig zu den Türen eurer Herzen, um dem
Kinde zu sagen, dass es sich zu sehr an mein Wort gewöhnt hat, dass
es aus seinem tiefen Schlaf erwachen soll, dass es die Hacke und die
Schaufel ergreifen und die Felder umgraben und bebauen soll und
sie wie sein eigenes Leben lieben soll; dass es seine Felder und sein
Wasser mit seinen Mitmenschen teilen soll; dass seine Augen gütig
blicken sollen, dass es seine rechte Hand als Zeichen der Freundschaft
ausstreckt, und sein Herz frei von Egoismus ist, damit es ein
wahrhaftiger Arbeiter auf den Feldern des Herrn ist.
6. Erwartet nicht, dass das Herz der Menschen dazu bewegt
wird, auf der Erde Frieden zu schaffen. Erhebt euch und arbeitet!
Wünscht nicht die Niederlage der einen und den Sieg der anderen,
um Frieden und Freiheit zu haben. Was siegen soll, ist die
Gerechtigkeit, die Brüderlichkeit, die Liebe.
7. Nicht die Menschen werden es sein, die den wahren Frieden
auf Erden schaffen. Der Friede wird von meinem Reiche aus zu
dieser Welt kommen, wenn ihr wahre seelische Zubereitung erlangt
habt.
8. Das Licht, das euch in dieser Zeit erleuchtet, ist das Licht des
Sechsten Siegels, und wenn jemand behaupten sollte, dass es ein
anderes Siegel ist, das gelöst ist, befindet er sich im Irrtum. Der
sechste Leuchter brennt nun als unauslöschliches Licht, das mit
seinen Offenbarungen Lebende und Tote erleuchtet und mit seinen
neuen Prophetien die Seelen erweckt. Doch glaubt nicht, dass dies
Licht nur den erleuchtet, der dies Wort hört. Denn wahrlich, Ich sage
euch, auch die Wissenschaftler und die Theologen stehen unter
diesem Lichte.
9. Warum bemüht ihr euch nicht, meine Lehre zu studieren,
damit der Meister sich nicht körperlich hörbar machen muss, um das
zu erklären, was ihr durch Auslegung verstehen sollt?
10. Vereinigt die Früchte der Wissenschaft mit den Früchten der
Liebe der Seele, dann werdet ihr einen guten Geschmack im Munde
haben.
11. Ruht euch aus, Wanderer, genießt den kühlen Schatten
dieses Baumes und esst von seinen Früchten.
12. Der Vater ist bei euch, der sich immerzu auf eurem Wege
bemerkbar gemacht hat.
13. Ich empfange euch als Repräsentanten der ganzen Menschheit
und sehe euch vorbereitet, um meine geistige Gegenwart zu
empfangen und zu fühlen.
14. Immer habt ihr meine Göttlichkeit gesucht. Wenn ihr das
Gefühl hattet, Mich nicht gefunden zu haben, seid ihr zu den durch
eure Hände geschaffenen Bildnissen geeilt, um Mich nahe zu
fühlen. So lebt ein großer Teil der Menschheit in dieser Zeit. Sie
sucht und verehrt Mich in den Bildnissen, während Ich auf dem
Höhepunkt der Zeit dieser Kundgabe zur Welt spreche.
15. Ich erwecke die Menschen derzeit durch Träume ─
symbolische und prophetische Träume, denen die Menschen aus
Mangel an Glauben und Zubereitung keine Beachtung schenken
noch eine Deutung geben, und so vergessen sie jenes Traumgesicht,
ohne zu wissen, dass es eine göttliche Botschaft ist.
16. Wie ferne dem wahren Wege ist die Menschheit! Die Welt
lebt unter der Herrschaft ihrer Willensfreiheit und läuft dem
Vergnügen und den irdischen Leidenschaften nach.
17. Die Seele schläft, die Intelligenz ist noch nicht zum Lichte
erwacht, welches die Wahrheit ist, noch erahnt sie das wahre Leben.
18. Noch immer hat der Mensch seinem Gewissen nicht die
Möglichkeit gegeben, zu sprechen und zu urteilen. Noch immer gibt
es jene, die sich für unfehlbar und frei von Irrtümern halten, obwohl
sie Finsternis im Herzen tragen.
19. Aber nun sind die Menschen dessen müde, und daher nähere
Ich Mich ihnen, um ihnen den Weg zu zeigen, um ihre Seele mit
Licht zu erfüllen, um ihnen ihre Irrtümer und die verlorene Zeit
begreiflich zu machen und im Innern des Menschen einen Kampf
zwischen dem Licht und der Finsternis zu entfesseln.
20. Auf vielerlei Weise offenbare Ich Mich meinen Kindern,
immer mit unendlicher Liebe, damit ihre Seele nicht zugrunde geht.
21. Wenn ihr diese unscheinbaren Gebetshäuser betreten habt,
so ist dies nicht aus eurem Willen heraus geschehen. Es ist meine
Barmherzigkeit gewesen, die euch herbeigerufen hat, um euch
seelische Nahrung zu geben und euch den Weg zur Erlösung zu
zeigen, auf dem ihr in meine Gegenwart gelangen könnt. Ihr sollt
weder verzagt noch hochmütig kommen, wohl aber würdig und
demütig.
22. Ich biete euch den ewigen Frieden an, so wie Ich euch in der
Ersten Zeit das Land Kanaan anbot. Ihr könnt nicht vom Wege
abirren, denn er ist mit meinem Blute gekennzeichnet. Mein Blut ist
Wahrheit, ist Liebe und Ewigkeit. Wachet, denn meine in meiner
Lehre offenbarte Wahrheit ist durch die Menschen verfälscht
worden, und einige Offenbarungen sind verheimlicht worden.
23. Mein Beispiel und das meiner Apostel wurde nicht von allen
zum Vorbild genommen, die versucht haben, mir nachzufolgen.
Viele haben sich in Herren verwandelt, anstatt Diener zu sein. Sie
haben ihr Herz mit Überlegenheitsgefühl und Hochmut erfüllt und
waren nur auf Reichtum, Pomp und Ehrungen aus. Dabei vergaßen
sie die Nöte der Armen und wurden gleichgültig und gefühllos
gegenüber dem Elend und dem Leiden der anderen. Daher gehen die
Menschen auf der Suche nach Wahrheit von einer Konfession zur
anderen. Daher stammt ihr geistiges Bedürfnis, neue Sekten zu
schaffen, um mich frei zu suchen.
24. Jene, die früher als Heilige und Halbgötter angesehen
wurden, werden heute von einer enttäuschten Menschheit abgelehnt.
25. Die Menschen suchen nicht mehr den Beichtvater auf, damit
er sie von ihren Fehltritten losspreche, weil sie es unwürdig finden.
Und die Drohung mit dem ewigen Höllenfeuer beeindruckt und
erschreckt das Herz des Sünders nicht mehr.
26. Diese geistige Orientierungslosigkeit nutzend, lauert der
Wolf hinter der Hecke.
27. Jeder Diener meiner Göttlichkeit und jeder Repräsentant hat
die Aufgabe, Frieden unter den Menschen zu schaffen. Doch es ist
das Gegenteil, was sie in dieser Zeit tun. Jeder hält sich für den
Ersten, jeder will der Stärkste sein und vergisst dabei, dass der
einzige Starke, Ich bin, der in allen ist.
28. Nun könnt ihr euch erklären, weshalb Ich euch in der
Zweiten Zeit wiederzukommen versprach. Nun ist euch verständlich,
weshalb Ich euch aufs neue unterrichte. Denn nur mein Wort
kann die dunkle Binde des Geistes entfernen, meine Liebe allein ist
imstande, euch von euren Sünden zu erlösen.
29. Ihr seid gerufen und erwählt worden, damit ihr ein Beispiel
des Glaubens an mein Kommen und des Vertrauens und Gehorsams
gegenüber meinem Worte gebt. Aber wartet nicht, bis die zuletzt
Gekommenen euch das Vorbild für gute Erfüllung meines Gesetzes
geben, denn dann wird euer Schmerz sehr groß sein. Doch wenn ihr
sie aufbrechen, Grenzen überqueren und andere Nationen betreten
seht als Boten meines Wortes, werdet ihr eure Nachlässigkeit und
Undankbarkeit einsehen.
30. Denkt darüber nach, und wenn ihr glaubwürdig sein wollt,
so beginnt damit, in eurem Heime ein gutes Beispiel zu geben. Ich
will, dass ihr, obwohl ihr euch früher aufgrund der Unterschied-
lichkeit der Stämme abgelehnt habt, euch heute als eine einzige
Familie liebt.
31. Dies ist mein klares Wort. Wenn Ich zu euch in einer
anderen "Sprache" sprechen würde, wäre dies nicht richtig.
32. Ich bereite eure Herzen, um in ihnen wohnen zu können.
Die Welt wird sich gleichfalls vorbereiten, im Verstande des
Menschen wird der Same des Friedens aufkeimen, und ihr, die ihn
in allen Erdenwinkeln ausgestreut haben werdet, werdet euch
freuen, wenn ihr die Früchte eurer Arbeit seht. Denn in der
Nachfolge des Meisters wandelnd habt ihr gelehrt, im Guten zu
leben und habt für alle gebetet.
33. In allen Nationen wird man von Versöhnung, Brüderlichkeit
und Frieden sprechen, und dies wird ein Anfang zur Vereinigung
sein.34. Ich habe euch vorbereitet und euch gefragt, ob ihr schon
bereit seid, euch auf den Weg zu euren Mitmenschen zu machen, um
ihnen die Weisheit zu zeigen, die Ich euch als Wortinspiration
gegeben habe, und um ihre Fragen befriedigend zu beantworten.
Niemandem soll es unmöglich erscheinen, diesen Auftrag zu
erfüllen. Bedenkt, dass das Wissen, das Ich euch gegeben habe, euch
ermöglicht, eure Mission zu verstehen.
35. Es wird nicht unbedingt nötig sein, dass ihr alle die
Nationen, die ihr "fremde" nennt, aufsucht, um meine Lehre zu
verbreiten. Es genügt, eure Gedanken im Gebet zu erheben und eure
Herzen zu reinigen, damit eure Seelen sich euren Mitmenschen aus
der Ferne bekunden und sich in sie hineinversetzen, wo immer diese
sich befinden. Und jene werden durch Lichtwesen aufgeweckt
werden.
36. Ihr sollt euch mit der geistigen Welt vereinen und mit ihr
einen Schutzwall bilden, der neue Kriege und neue Leiden verhindert.
Ihr sollt weiterhin für jene beten, die danach streben, die
geistige Herrschaft mittels Gewalt zu erringen. Ihr werdet erstaunt
sein, und die Welt wird erstaunt sein, wenn die Menschen erkennen,
dass die Gewalt die Vernunft, die Brüderlichkeit und die Gerechtigkeit
nicht bezwungen hat.
37. Hütet euch davor, eine scheinbare Wohltätigkeit auszuüben,
obwohl in eurem Herzen Selbstsucht herrscht. Tut so viel Gutes, wie
ihr könnt, ohne irgendein Eigeninteresse. Tut es aus Liebe, welches
das Gesetz ist, das Ich euch gelehrt habe, dann werdet ihr für eure
Seele Verdienste erworben haben. Stellt meine Unterweisung so vor,
wie Ich sie euch gegeben habe. Es ist die gleiche wie die, die Ich zu
anderen Zeiten meine Propheten und meine Apostel gelehrt habe.
38. Der Mensch in seinem Materialismus hat eine Übereinkunft
darüber gefunden, das Wort, das Ich euch in vergangenen Zeiten
gab, abzuändern. Doch mein Werk ist vollkommen und hat seine
Wurzeln nicht in irdischen Worten. Bereitet euch, und ihr werdet
immer meine Wahrheit entdecken. Dann werdet ihr feststellen, dass
Ich euch meinen Samen zu allen Zeiten überreich gegeben habe,
damit auch ihr ihn in dieser Weise weitergebt.
39. Es wird nicht nötig sein, dass ihr jemanden durch
Anwendung von Riten oder äußerlichen Kultformen beeindruckt.
Der Tempel eures Herzens wird sichtbar werden, und in ihm werden
eure Mitmenschen ihren Leuchter und ihren Altar erblicken.
40. Lernt schon jetzt, Mich zu fühlen, sowohl bei euren Werken,
als auch dann, wenn ihr darum ringt, den Schmutz hinter euch zu
lassen, wenn ihr gefallen seid.
41. Ich habe euch gelehrt, die Wahrheit in der Schlichtheit zu
suchen. Wie armselig ist noch der menschliche Verstand, wenn er
die Wahrheit in den komplizierten Lehren sucht, die er selbst
ersonnen hat. Warum Mich so weit weg suchen, obwohl man Mich
in sich trägt? Wer weiß nicht, dass er nach dem Ebenbild des Vaters
geschaffen worden ist, mit göttlichen Eigenschaften wie Geist,
Intelligenz und Willen ausgestattet?
42. Ich lebte in der Zweiten Zeit bei den Menschen, teilte euer
Brot und euer Dach mit euch. Doch die Größe Christi hat seine
Wurzeln in seiner Demut.
43. So lehre Ich euch, damit ihr euch um der Liebe zum
Nächsten willen vom Materiellen zu trennen versteht. Aber zuvor
müsst ihr euch läutern, denn es ist Gesetz, dass ihr euch entwickelt,
und da es Gesetz ist, dass alles sich entwickelt, dürfen euch die
Ereignisse, die noch bevorstehen, nicht aus der Fassung bringen.
Was eure Augen dann sehen, soll euch nur mit Jubel erfüllen, wenn
ihr feststellt, dass alles ein höchst vollkommenes Gesetz regiert, und
dass das, was heute geschieht, früher nicht hätte geschehen können,
weil alles seiner Vollkommenheit entgegengeht.
44. Nicht nur auf der Erde arbeitet man für den Fortschritt der
Menschheit. Auch von einer anderen Welt aus bittet man und setzt
sich ein für ihre Rettung und ihren Fortschritt: es ist die Geistige
Welt. Deshalb sage Ich euch, dass die geistige Saat nach den großen
Kämpfen im Schoße aller Religionsgemeinschaften Früchte tragen
wird. Wenn die Menschen sagen sollten, dass dies eine neue Religion
ist, die Zwietracht sät, sollt ihr antworten, dass der Spiritualismus
eine Lehre ist, dass es die gleiche wie die erste und einzige ist, die
die Seelen regiert hat. Aber jene Stimme muss aus eurem Herzen
kommen, wo eure Gefühle ihre Wurzeln haben. Diese werden sich
offenbaren, wenn ihr um fremden Schmerzes willen Tränen
vergießt, auch dann, wenn ihr aus Freude über die eures Nächsten
weint. Denn dies ist es, was Ich euch immer gelehrt habe.
45. Ich spreche zu euch durch das menschliche Verstandesvermögen,
mein Licht und meine Gnade strömen in dasselbe ein und
werden zu Worten ─ zu jenem Wort, das den einzigen Weg aufzeigt,
um zu Mir zu kommen: den der Vollkommenheit und den der
Reinheit der Gefühle.
46. Von Jesus sehr geliebte Menschheit: Du brauchst große
Beweise von Vergeistigung, damit dein Glaube zu neuem Leben
erwachen und deine Hoffnung erstarken kann. Du brauchst das klare
Wort, um dich aus jener Lethargie, in der du dich befindest,
aufzuraffen. Mein Göttlicher Geist musste sich in dieser Form
kundgeben, damit du fühlen würdest, dass der Vater dich niemals
verlässt, dass er dich vom Reiche der Wahrheit aus führt.
47. Seid ihr angesichts dieses Liebesbeweises nicht überzeugt?
Meine Gedanken sind Licht, das herabstrahlt, um das erlöschende
Licht eurer Lampen neu zu beleben. Der Meister sagt euch, dass die
Wahrheit des Universums durch den vergeistigten Menschen
offenbart werden wird, weil er auf dieser Welt harmonisch zu leben
verstehen wird, zu der er kommt, um für seine Entwicklung
nützliche Lektionen zu lernen. Diese Welt ist nicht ewig, noch
braucht sie es zu sein. Wenn diese Heimstätte einmal nicht mehr den
Daseinszweck, den sie jetzt hat, erfüllt, wird sie verschwinden.
Wenn eure Seele nicht mehr die Lektionen benötigt, die dies Leben
hier erteilt, weil sie andere, höhere auf einer anderen Welt erwarten,
dann wird sie aufgrund des in diesem Erdenkampf errungenen
Lichtes sagen: "Mit welcher Klarheit begreife ich jetzt, dass alle
Höhen und Tiefen dieses Lebens nur Erfahrungen und Lektionen
waren, die ich nötig hatte, um besser zu verstehen. Wie lang
erschien mir jene Lebensreise, solange die Leiden mich niederdrückten.
Jetzt hingegen, wo alles vorbei ist ─ wie kurz und flüchtig
erscheint sie mir angesichts der Ewigkeit."
48. Der Mensch ist dazu berufen, seine Seele größer zu machen,
ist dazu berufen, sein Dasein immer mehr zu vergeistigen, je mehr
er sich im Verlangen nach Vollkommenheit emporschwingt.
49. Der Körper, den ihr besitzt, ist gleichfalls dazu bestimmt,
vergeistigt zu werden. Wenn dies geschieht, werden sich die Lebensbedingungen
der Menschen ändern. Sie werden geistige Fähigkeiten
entwickeln, die den Bewohnern der Welt heute noch unbekannt sind.
50. Ihr benötigt diese Lehre, die eure Hoffnung neu belebt, diese
Quelle unerschöpflicher und wahrer Weisheit, um euren Durst zu
löschen. Mein Licht kommt zum verfinsterten Verstande dessen
herab, der sagt, dass er die Seele nicht liebt, weil er sie nicht kennt,
dagegen materiellen Reichtum, körperliche Schönheit liebt, die
seiner Eitelkeit schmeichelt ─ Intelligenz, die Anlass für
Bewunderung ist, Namen und Titel. Das ist es, was er liebt, und dies
bedeutet, das Gehaltlose zu lieben.
Das Menschenwesen ist nicht der Körper, noch seine Reichtümer.
Das Menschenwesen hat nur Wert und existiert nur aufgrund
seiner Seele.
Ich sage euch noch einmal, dass der Mensch berufen ist,
derjenige zu sein, der die Wahrheit des Universums, des Himmels
und der Welten zum Ausdruck bringt. Heute erreicht er dies noch
nicht, weil seine Vermaterialisierung ihm nicht erlaubt, die subtilen
Gaben des Geistes zu entfalten.
Wenn dieser Materialismus einmal verschwindet, wird er zu
einem Seher werden, der sich freuen wird, wenn er die Wunder des
Geistigen Lebens schaut. Dann wird er die Bekehrung des Saulus in
Paulus verstehen, die Umwandlung des Menschen bis zu einem
solchen Grade, dass die Namensänderung nötig gewesen ist. Mit
seinem früheren Namen verschwand die Erinnerung an seine
Leidenschaften, und sein Naturell und die Übertaten, die er
bewirkte, wurden zu Asche.
Wenn die Seele begreift, dass sie sich entwickelt, dass es ihr an
Erhebung mangelt, oder dass das, was sie auf der materiellen Welt
lernen und entfalten musste, nun zu Ende gehen wird, dann ist sie
bereit, sich mit dem Lichte der Göttlichkeit zu vereinen, weil die
Seele Licht ist, das auf das Licht zugeht.
51. Freut euch, Menschen, denkt, dass ihr Zugvögel seid auf
dieser Welt voller Tränen, Erbärmlichkeiten und Leiden! Freut
euch, denn es ist nicht eure Heimat für die Ewigkeit, bessere Welten
warten auf euch.
Wenn ihr also von dieser Erde scheidet, so tut es ohne Bedauern,
dann werden die Schmerzensseufzer, die Mühen, die Tränen hier
zurückbleiben. Ihr werdet dieser Welt Lebewohl sagen und euch zu
jenen emporschwingen, die euch in den Himmelshöhen erwarten.
Von dort aus werdet ihr die Erde als einen Punkt im Raum sehen, an
den ihr mit Liebe zurückdenken werdet.
52. Seid nicht traurig, denn der Tag wird kommen, an dem ihr
euch von diesem Tränental entfernen werdet, in dem ihr so viel
gelitten habt und das ihr morgen lieben werdet in der Erkenntnis,
dass ihr in ihm das Licht erlangt habt, das eure Seele ersehnte.
53. Seid glücklich, indem ihr eure Nächsten liebt, die Kranken
heilt, die Betrübten tröstet, den Armen neuen Mut gebt. Dann
werden die Segnungen des Himmels zu euch gelangen. Wollt ihr
euch vergeistigen? Christus wird euch beistehen, damit ihr diese
Gnade erlangt.
54. Wahrlich, Ich sage euch, wenngleich die Menschen heute
mehr Materie als Geist sind, werden sie morgen mehr Geist als
Materie sein. Die Menschen haben ihren Geist völlig zu
vermaterialisieren versucht, doch jene totale Vermaterialisierung
werden sie nicht erreichen. Denn der Geist ist wie ein Brillant, und
ein Brillant hört nie auf, ein solcher zu sein, auch wenn er in den
Schmutz gefallen ist.
55. Der Mensch kennt die Glückseligkeit der vollkommenen
Seele nicht, weil er nicht zur Höhe der Vollkommenheit gelangt ist.
Wenn er sein Herz reinigt und in seiner Seele meine Wahrheit
bewahrt, um sie auszuüben, wird er einen Frieden und eine Seligkeit
entdecken, die er zuvor nicht kannte. Dies wird das Leben sein, das
der Baum in dem ersten Gleichnis versinnbildlicht, das der
Menschheit offenbart worden ist, dessen reife Früchte den Hunger
der Seele stillen werden. Vervollkommnet euch, erhebt euch über
das Irdische, und ihr werdet nicht mehr unter der Undankbarkeit
oder der Verständnislosigkeit der anderen leiden.
56. Die Liebe ist die Stufenleiter, die zu Gott führt, der euch
liebt, und zu Maria, der Geistigen Mutter, die euch gleichfalls liebt,
sowie zu euren geistigen Geschwistern, die euch ebenfalls lieben.
57. Vom Göttlichen Geiste geht ein Strom von Botschaften aus.
Bewahrt von ihnen so viele auf, wie es euren Herzen richtig
erscheint.
58. Übergebt Mir die Finsternis eurer Leiden. Ich werde sie in
Klarheit des Friedens verwandeln. Übergebt Mir eure Schluchzer
und Tränen. Wenn Ich in der Stille euer Herz besuche, werde Ich
wie ein Sonnenstrahl eindringen, um es zu erhellen.
59. Ich habe euch das Wort der Liebe gegeben, damit ihr in
euren Herzen diese Kraft fühlt. Hier ist mein tröstender Balsam, der
sich auf alle eure Leiden ergießt und eure Seelen stärkt.
60. Ich sage euch, seid gesegnet, die ihr euch Mir mit vorbereitetem
Herzen naht. Denn mein Wort wird dann zu Heilbalsam
und Liebkosung werden, die die Flamme eures Glaubens belebt.
61. Mein Reich kommt auf die leidende Menschheit herab, und
mein Wort ertönt durch die Auserwählten dieser Zeit, damit jene,
die mich vernehmen, zum Trost ihrer Brüder werden.
62. Zu allen Zeiten hatte ich Mittler zwischen den Menschen
und meiner Göttlichkeit. Es waren die von Herzen Sanftmütigen und
Demütigen, derer ich mich bedient habe. Ich bereite nun die neuen
Botschafter meiner Unterweisungen vor, damit diese Frohbotschaft
unter den Menschen das Erwachen zum geistigen Leben sei.
63. Wie viele derer, die befähigt sind, eine edle geistige Mission
zu erfüllen, schlafen noch über die Welt verstreut! Sie werden
erwachen, und ihren geistigen Fortschritt werden sie beweisen,
wenn sie in der Hochherzigkeit ihrer Empfindungen zu nützlichen
Wesen für ihre Nächsten werden. Sie werden demütig sein und
niemals mit Überlegenheit prahlen.
64. Die Eitelkeit ─ eine Schwäche, die sich schon beim ersten
Mensch gezeigt hat ─ wird durch die Vergeistigung bekämpft
werden. Es ist der Kampf, der schon immer zwischen dem Geist und
der Materie bestanden hat. Denn während der Geist im Verlangen
nach der Essenz des Vaters dem Ewigen und Hohen zugeneigt ist,
sucht das Fleisch nur das, was es befriedigt und ihm schmeichelt,
auch wenn es zum Schaden des Geistes ist. Dieser Kampf, der sich
bei jedem menschlichen Wesen zeigt, ist eine Macht, die im
Menschen selbst entsteht infolge des Einflusses, den die Welt auf
ihn ausübt. Denn das Irdische verlangt nach all dem, was seiner
Natur entspricht. Wenn der Geist jene Macht zu beherrschen und in
die rechten Bahnen zu lenken imstande ist, hat er in seiner eigenen
Wesenheit beide Naturen in Einklang gebracht und wird seinen
Fortschritt und Erhöhung erreichen. Wenn er sich dagegen von der
Macht der Materie beherrschen lässt, wird er sich zum Schlechten
verführt sehen, wird er ein Boot ohne Steuerruder inmitten eines
Sturmes sein.
65. Ihr, die ihr Mich hört, spürt das Verlangen, euch von allem
Schädlichen abzukehren, um eure Seele frei zu machen. Ihr steht
mitten im Kampfe, weshalb Ich euch sage: Wachet und betet
weiterhin, damit die Zeit kommt, in der eure Seele mit ihrem Körper
eins ist und mit ihm harmoniert.
Heute leidet ihr noch unter der Anziehung der Welt und fühlt
euch zu schwach, um der Versuchung zu widerstehen. Intuitiv ahnt
der Mensch ein Zeitalter der Vervollkommnung, doch kennt er nicht
die Zeit, in der dies sein wird.
66. Die Menschen werden dieses Ziel auf unterschiedlichen
Wegen anstreben. Aber nur die werden zu ihm gelangen, die für den
Fortschritt der Seele kämpfen. Jene, die sich dem religiösen
Fanatismus hingeben, werden sich nicht entwickeln, und die, die
ihre Zeit dem Studium des Materiellen widmen, werden nur
materielle Ergebnisse erzielen.
67. Die Vergeistigung wird das sein, was den Menschen zur
Vollkommenheit führt. Doch verwechselt nicht die Ausübung
wahrer Vergeistigung, welche Verbundenheit mit dem Schöpfer und
Annäherung an Ihn durch die Liebe, die Barmherzigkeit und
innerliche Anbetung ist, mit der Ausübung jener "Wissenschaften",
durch die die Menschen die Wesen des Jenseits entweihen und
materiell wahrnehmbar machen. Hier ist meine Lehre, die den
Schleier der Unwissenheit entfernt, der den Menschen die Wahrheit
verbirgt.
68. Meine Liebeslehre bereitete euch in dieser Zeit darauf vor,
in eurer Mitte die Gegenwart meiner Geistigen Welt zu empfangen,
damit diese euch helfen würde, mein Wort zu verstehen ─ eine Zeit,
die nun zu Ende geht.
Mein Friede sei mit euch!

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