BWL - Band VIII - Unterweisung 229

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 229:

1. Geliebte Jünger, Ich erscheine in eurem Heiligtum, in der
Wohnung des Meisters, die sich durch eure Erhebung in eurer Seele
geöffnet hat.
2. Einige von euch haben Mir schon oft zugehört, andere
vernehmen mein Wort zum ersten Mal und sind erstaunt. Doch
wahrlich, Ich sage euch, die einen wie die anderen haben diese
Stimme schon in einer anderen Zeit gehört.
3. Ich bin das Wort der Liebe, das jenem Trost bringt, der leidet
─ dem Verstörten, dem Weinenden, dem Sünder und dem, der mich
gesucht hat. Mein Wort ist in jenen Herzen der Fluss des Lebens, wo
sie ihren Durst stillen und ihre Verunreinigungen abwaschen. Es ist
auch der Weg, der zur ewigen Heimat der Ruhe und des Friedens
führt.
4. Wie könnt ihr zu der Auffassung kommen, dass der
Lebenskampf ─ seine Opfer, Widerwärtigkeiten und Prüfungen ─
mit dem Tod enden, ohne eine gerechte Belohnung in der Ewigkeit
zu finden? Daher sind mein Gesetz und meine Lehre mit ihren
Offenbarungen und Verheißungen in euren Herzen der Ansporn, die
Liebkosung und der Balsam beim Tagewerk. Nur wenn ihr euch von
meinen Unterweisungen abwendet, fühlt ihr euch hungrig und
schwach.
5. Ich nähre euch mit Liebe, damit ihr euch mit ihr gesättigt
fühlt und sie als vollkommenen Samen zu den Herzen bringt, die
schlafen, und zu denen, die nach ihr hungern.
6. Friede wird unter euch sein, wenn ihr euch liebt. Erinnert
euch, dass Ich der Geist des Friedens bin.
7. Geistig seid ihr das zu allen Zeiten erwählte Volk, um der
Menschheit die Richtung zu weisen. Jetzt bin Ich gekommen, euch
zu sagen: Ihr sollt die Rettung eurer Mitmenschen sein. Schwer ist
die Last deines Kreuzes, o Volk. Früher bestandest du aus Stämmen,
doch jetzt bildest du eine geistige Familie. Ich klopfe wie ein
Fremdling unablässig an eure Tür, um euch zu ermutigen, damit ihr
eure Bestimmung erfüllen könnt und für die Menschheit Vorbild
sein könnt, die Ich ebenso liebe wie euch.
8. Ihr seid der Erstgeborene unter den Völkern der Erde ─ jener,
der zuerst zum Lichte des Geistes erwachte. Darum seid ihr nun die
Jünger des Heiligen Geistes.
9. Fühlt weder Furcht noch Zweifel angesichts eurer Verantwortung.
Denn obwohl ihr reich an Geist seid, würdet ihr euch
bedürftig fühlen, wenn ihr zu zweifeln anfangt.
10. In dieser Zeit wie in den vergangenen hat die Menschheit
durch eure Vermittlung Verbindung mit meiner Göttlichkeit. Durch
euch machte Ich den Weg für die anderen erkennbar, und morgen
werden auf ihm nacheinander alle Sekten und Religionsgemeinschaften
herbeikommen. Die Menschen werden sich geistig
vereinen, denn es gibt nur einen Gott, und ihr alle werdet in Ihm
vereint sein.
11. Die Menschen befinden sich auf unterschiedlichen geistigen
Ebenen. Aber den Entwicklungsgrad eines jeden kann nur Ich
wissen.
12. Alle sind gekommen, um ihre Verfehlungen zu sühnen und
durch ihre Verdienste ihre Erhebung zu erlangen. Für alle habe Ich
Licht, weil Ich alle liebe.
13. Heute befindet ihr euch in einer Oase. Ihr wisst jedoch
nicht, welche Wege ihr zurückgelegt habt.
14. Entzweit euch nicht erneut. Erinnert euch, dass Ich euer
"Volk" aus einem Manne hervorgehen ließ, und dieser Mann, in dem
Ich Frömmigkeit antraf, war Jakob, von Mir "der starke Israel"
genannt. In seinem Herzen gab es ein Heiligtum für meine Göttlichkeit,
und Ich belohnte ihn, indem Ich ihm zwölf Söhne gab, die
die Stammväter des Volkes des Herrn sein würden ─ der
Wurzelstock jenes Volkes, das Mir zu allen Zeiten nachgefolgt ist.
15. Ich will nicht, dass ihr weiterhin in die Irre geht. Erkennt,
dass ihr mein Licht wie ein Siegel in eurer Seele tragt. Es ist der
Bund, den ihr mit Mir geschlossen habt, immer meinem Lichte
nachzufolgen, Mir treu zu sein.
16. Hier ist mein Tisch, an dem Ich alle Platz nehmen lasse,
ohne Stammbäume oder Rassen zu unterscheiden. Allen biete Ich
das gleiche Brot an.
17. Auf diese Weise erwecke Ich euch wie Lazarus, als Ich ihm
sagte: "Steh auf, schlafe nicht länger."
18. Dies ist der Weg des Fortschritts, auf dem ihr niemals
stehenbleiben dürft. Denn wenn euch die Last eures Kreuzes
niederdrückt, kommt euch der Göttliche Kreuzträger zu Hilfe und
sagt euch: "Bleibt nicht stehen."
19. Ebenso, wie Ich Mich eurer Seele offenbare, lasse Ich euren
Körper meine Gegenwart in der Natur spüren, damit beide, ein
einziges Wesen bildend, zum Gipfel des Berges emporsteigen.
20. Aus Mir seid ihr hervorgegangen, und zu meinem Schoße
müsst ihr zurückkehren. Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha
und das Omega.
21. Die Bescheidenheit eurer menschlichen Lebensumstände
soll euch nicht wichtig sein, da ihr wisst, dass ihr als Juwel von
unschätzbarem Wert seelische Größe erlangen könnt.
22. Verschließt eure Hand nicht gegenüber dem Notleidenden,
und haltet ihn nicht für eure Barmherzigkeit unwürdig, weil er
gottlos sein könnte. Betrachtet meinen Tisch in dieser Zeit: Mich
umgeben viele, die sich früher im Schmutz wälzten. Heute sind sie
meine Jünger.
23. So hat der Meister an diesem Tage zu euch gesprochen. Ich
vergebe und segne euch.
24. Das Licht meiner Weisheit ist bei euch. Ich lösche den Durst
eurer Seele mit dem kristallklaren Wasser meiner Liebe, welche
Trost und Balsam ist. Ich bin Vergebung. Wer einen festen Vorsatz
zur Besserung fasst, wird im Augenblick der Versöhnung mit seinem
eigenen Gewissen die Süße meiner Vergebung erfahren. Die Welt
hat Durst nach geistigem Wissen. Beweis dafür ist, dass die
Menschheit darum bemüht ist, das Geheimnis der Schöpfung zu
erforschen. Die Seele ist jedoch noch unvollkommen. Deshalb sucht
sie die Gegenwart Gottes, um sich bei Ihm zu läutern.
25. Die erwachte Seele sucht das Licht und den Weg, ohne dass
sich oftmals der menschliche Wesensteil dessen bewusst ist. Dann
wirkt die materielle Natur der Seele entgegen, widersetzt sich ihrem
Weg zur seelischen Entwicklung. Deshalb erkläre Ich euch die
Geheimnisse durch meine Offenbarungen und mache sie für das
Menschenwesen begreiflich, indem Ich Mich unmissverständlich
kundgebe und selbst seine Sinne anspreche. Und dennoch widersetzt
sich oftmals der Mensch, das anzunehmen, was so klar ist wie das
Licht.
26. Wie sehr musste die Seele gegen die Widersetzlichkeit des
Körpers kämpfen! Der Mensch erreicht oft große Entfaltung und
großen Fortschritt in den Wissenschaften und im menschlichen
Leben und zeigt dennoch seelisch keinerlei Fortschritt. Aus dieser
seelischen Lethargie erwecken ihn die Religionen nicht, in denen er
nur Mystifikationen und Fanatismus antrifft.
27. Dann weigert sich der Verstand, in das Geistige einzudringen,
aus Furcht davor, das Geheimnis aufzudecken, das ihm den
Grund für seine seelische Zurückgebliebenheit offenbart, und der
Mensch schafft für sich eine Vorgehensweise, wie er die Rufe seines
Gewissens zum Schweigen bringen kann, indem er das Gesetz
seinen Bequemlichkeiten, seinen Glaubensüberzeugungen, seinem
Leben anpasst. Auf diese Weise fühlt er sich bei seinem Handeln
ruhig und gerechtfertigt. So kann er Nächstenliebe, Mitleid und
Barmherzigkeit vortäuschen, obwohl er weit davon entfernt ist, es
zu fühlen. Er kann sich vor den prächtigen Altären, die der Mensch
geschaffen hat, präsentieren und eine Liebe und einen Glauben
vortäuschen, die er nicht einmal kennt.
28. Ich komme in der Dritten Zeit, um der Welt Licht zu
bringen. Doch euch, Jünger, sage Ich in Wahrheit: Werdet nicht
fanatisch in meiner Lehre. Erkennt, dass Ich euch zubereitet habe,
indem Ich eure Seele von alten Traditionen befreit habe, um sie sich
entwickeln zu lassen. Übernehmt die Verantwortung, die Irrtümer
eurer Mitmenschen zu korrigieren. Versagt eurem Herzen und euren
Lippen jede Kritik, damit ihr alles, was euch auf eurem Wege vor
Auge kommt, ohne Empörung beurteilt.
29. Ihr werdet entdecken, dass die Menschen noch immer an die
Heiligkeit der Orte glauben, in denen sie zusammenkommen, um
ihre Riten zu zelebrieren, und dass sie selbst die Objekte, die es dort
gibt, für heilig halten, und dass ihre Repräsentanten sich für
höherstehend und gerecht halten.
30. Euch jedoch sage Ich: Steht ihr Mir etwa sehr nahe, weil ihr
Mich mit lebendiger Stimme gehört habt, und weil Ich euch mit
Gaben ausgestattet habe? Fühlt ihr euch etwa euren Mitmenschen
überlegen? Bis jetzt habt ihr nur zugelassen, dass euer Verstandesvermögen
sich soweit aufhellt, um mein Wort zu verstehen. Wenn
ihr es einmal verstanden habt, könnt ihr am Fortschritt eurer Seele
arbeiten, in der Erkenntnis, dass alles, was ihr zum Wohl und für das
Wohl eurer Nächsten tut, für euch verdienstvoll ist und zur
Entfaltung eurer Seele beitragen wird.
31. Meine Lehre schult euch, damit ihr ewig jenes Lichtwesen
entfaltet, das in euch ist, geschaffen mit Vollkommenheit und
Weisheit, welches die Seele ist, damit ihr die Flecken, die die
irdischen Leidenschaften auf ihr hinterlassen haben, nacheinander
säubert und reinigt, bis ihr die ursprüngliche Reinheit erreicht.
32. Wahrlich, Ich sage euch, noch vor meinem Abschied wird so
viel Licht in eurem Verstande sein, dass ihr das, was ihr vorher nur
schwer verstehen konnten, klar erkennen werdet. Dann werden eure
Erkenntnis und euer Glaube größer sein und ihr werdet gelernt
haben, die Macht eures Vaters mittels der seelischen Erhebung im
Gebet zu offenbaren. Ihr werdet nicht mehr zweifeln und euch nicht
mehr unzufrieden zeigen, wie ihr es zuweilen tut, wenn ihr Mir
gesagt habt: "Meister, ich habe mich vorbereitet, habe gebetet, habe
den Heilbalsam auf den Notleidenden gelegt, und habe doch nicht
das erreicht, um was ich gebeten habe."
Darauf kann Ich euch sagen: Warum zweifelt ihr? Ist es etwa
nicht euer Glaube, der euch retten soll? Habe Ich euch nicht gelehrt,
dass nicht alles, worum ihr bittet, gut für euch ist? Ihr kennt nicht
einmal die materielle Natur eurer Mitmenschen. Was wisst ihr dann
schon von ihrer seelischen Natur? Was wisst ihr von dem, was jene
Seele für ihre Entfaltung, für ihre Entsühnung und Vervoll-
kommnung benötigt?
33. Ich lehre euch und vereinfache die Unterweisungen: Liebt,
seid barmherzig, betet und bittet für eure Mitmenschen, und lasst
Mich dann meinen Willen tun, so habt ihr bereits eure Pflicht erfüllt.
So werdet ihr lernen, alles als eine Wohltat entgegenzunehmen,
selbst das, was ihr zuvor als Widerspruch zu eurer Gesundheit oder
eurem Glauben betrachtet habt.
34. Nicht nur Ergebung soll euer Begleiter sein, sondern auch
die Erkenntnis, dass alles, was ihr von Mir empfangt, zu eurem
Wohle ist. Doch wenn Ich euch eurer Bitte gemäß willfahre, weil es
so gut für euch ist, so freut euch und entzündet euren Glauben noch
mehr.
35. Ich bin der Meister von Alters her, der euch aufs neue
unterweist, Christus kam als vollkommene Seele, um sich unter den
Menschen zu offenbaren. Seine Barmherzigkeit war grenzenlos, da
Er Mensch wurde und aus Liebe zur Menschheit den Opfertod auf
sich nahm. Jesus ist Vorbild der Barmherzigkeit. Nehmt Ihn zum
Vorbild. Vergesst nicht, dass jedes Geschöpf eine Aufgabe zu
erfüllen hat, aufgrund derer es eine Prüfung durchmachen wird, die
ihr mit der Demut annehmen müsst, mit der Jesus sein Leiden
annahm.
36. Geliebte Jünger: Begreift schon jetzt, da ihr in die Zeit der
Vorbereitung eingetreten seid, dass der bedeutungsvolle Augenblick
des Endes meines Wortes in dieser Form näher rückt.
37. Der Meister schläft nicht, und ihr sollt auch nicht schlafen,
weil Ich das Ende meiner Kundgebung durch das menschliche
Gehirn vorbereite. Mein Geist wird sich nicht von euch entfernen,
vielmehr werdet ihr Mich durch eure Vergeistigung noch näher
fühlen.
38. Wer sich nicht zubereitet und meine Unterweisung
vorübergehen lässt, ohne sie zu ergründen, wird sich nach meinem
Abschied als Waise fühlen, und Mich wird er als abwesend fühlen.
39. Die guten Jünger werden weder traurig noch betrübt sein,
weil sie ein tiefes Verständnis für meine Anordnungen haben und
dann sehen werden, wie sich vor ihrem Geiste in der Unendlichkeit
ein Horizont auftut, von wo sie große Inspirationen des Vaters
empfangen werden, die sich nicht mehr wie bei der Übermittlung
durch einen Stimmträger begrenzen werden, weil sie direkt vom
Heiligen Geiste kommen.
40. Nach dem von meiner Göttlichkeit bestimmten Tage werdet
ihr mein Wort nicht mehr vernehmen. Aber es wird in euren Geist,
in euer Herz und in die Bücher eingeprägt bleiben.
41. Wer dann als Stimmträger auftritt und meinen Strahl anruft,
kennt nicht den Urteilsspruch, den er über sich selbst fällt. Ich
mache euch darauf aufmerksam, damit ihr nicht den falschen
Propheten, den falschen Stimmträgern und falschen Christussen
Gehör schenkt. Ich rüttle euch wach, damit ihr Zeiten der
Verwirrung vermeidet und das Eindringen von Seelen der Finsternis
unter euch verhindert. Wachet, denn ihr werdet euch für diese
Unterweisungen vor Mir verantworten müssen, wenn ihr nicht
zubereitet seid.
42. Wer sich schon jetzt darauf einstellt, wird sich großer
Inspirationen erfreuen, wird mit Mir Zwiesprache halten und wird
sich darüber freuen, Mich durch das Lesen meiner Lehransprachen
zu vernehmen, die Ich euch als Erbe hinterlassen werde. Sein Weg
wird nicht unsicher sein, die Durchführung seiner Mission wird für
ihn leicht sein, er wird meine Gegenwart in den Prüfungen fühlen.
43. Daran werde Ich merken, dass ihr einen Schritt nach vorne
gemacht habt.
44. Dies wird geschehen, wenn ihr die Reinheit und Erhabenheit
meiner Lehre zu beweisen beginnt, weil ihr unter euch keine
äußerlichen Kulte, Fanatismus noch Abgötterei zulassen werdet.
45. Durch euer Denken, eure Worte und Taten werdet ihr von
meinem Geistigen Werke Zeugnis ablegen.
46. Solange ihr meine Lehre nicht versteht und eure Herzen und
Seelen nicht zubereitet habt, werde Ich euch nicht als Boten der
Frohen Botschaft gebrauchen können, und ihr werdet vor euren
Schritten Hindernisse auftauchen sehen, die sich euch in den Weg
stellen. Doch wenn der Jünger mein Werk lebt und es in seiner Seele
fühlt, werde Ich Wege öffnen und ihm seelisch bedürftige
Erdenpilger zuführen, damit er sie mit meiner Unterweisung
bekanntmacht.
47. Freut euch, denn die Stimme, die euch aufweckt, ist mein
Liebeswort. Aber wachet, damit es keine andere Stimme ist, die
euch wachrüttelt, und jene Stimme morgen das Gericht über die
Erde ist.
48. Die Menschen werden sich mit euch beschäftigen müssen.
Es werden die Männer der Justiz und der Gesetze, die Theologen
und Theosophen, die Wissenschaftler sein. Sie werden mit unterschiedlichen
Absichten herbeikommen, aber sie werden euch
ausforschen und auf die Probe stellen. Verheimlicht nicht euer
Leben und eure Werke, indem ihr ihnen nur mein Gesetz zeigt.
Bedeckt nicht eure Unvollkommenheiten mit der Vollkommenheit
meines in euren Büchern niedergeschriebenen Wortes.
49. Wenn es in der Geschichte der Menschheit schlechte
Beispiele gibt, dürft ihr diese nicht zum Vorbild nehmen.
50. In vergangenen Zeiten sprach ich nicht so zu euch. In der
Ersten Zeit erleuchtete das Gesetz den menschlichen Geist. In der
Zweiten Zeit erleuchtete Christus durch das Licht der Liebe das
Herz des Menschen. Heute erleuchtet das Licht des Heiligen Geistes
euren Geist, um ihn über alles Menschliche zu erheben.
51. Von ein- und demselben Gott habt ihr diese drei Botschaften
empfangen, und zwischen ihnen allen ist ein Zeitalter verstrichen ─
die notwendige Zeit für die Entwicklung des Geistes, damit er die
neue Botschaft oder neue Unterweisung empfangen könnte.
52. Nun könnt ihr verstehen, warum ich euch Jünger des
Heiligen Geistes genannt habe.
53. Alles Geschaffene huldigt Mir, vom Atom bis zum Stern von
größten Dimensionen, vom zurückgebliebensten menschlichen
Geschöpf bis zur höchstentwickelten Seele. Ihr, die ihr mit allem
vertraut seid, was es auf eurer Welt gibt, seht, wie jedes Wesen und
jeder Körper eine Aufgabe durchführt und seine Bestimmung erfüllt.
In dieser Erfüllung huldigen sie Mir. Es ist der Tribut ihrer
Harmonie mit dem Ganzen. Wahrlich, Ich sage euch, alles
Geschaffene freut sich an sich selbst, selbst der Fels, der euch wegen
seiner Härte und Unbeweglichkeit gefühllos oder tot erscheint. Denn
der Geist Gottes, der in allem von Ihm Geschaffenen ist, ist Leben.
54. Seht, wie das Königsgestirn sein Licht sendet, welches
Energie, Leben und Wärme ist, soweit seine Macht reicht. Es ist
seine Wärme, die das Wasser der Meere aufsteigen lässt, um es, in
Wolken verwandelt, durch den Wind fortzutragen und es als
fruchtbarmachender Regen auf die trockenen Fluren herabfallen zu
lassen, die sich danach mit Grün, mit Blumen, Bäumen voller
Früchte und Laubwerk bedecken, deren Zweige den Vögeln als
Heim dienen, die in ihrer Sprache ihre Lieder ins Unendliche
emporsenden. Während alles keimt, alles wächst und sich vervielfältigt,
alles sich in einem beständigen Tribut für den Vater
schmückt, freut sich der Schöpfer an seinem Werke und lässt alle
Geschöpfe sich an Ihm erfreuen.
55. Doch ihr ─ was seid ihr inmitten der Schöpfung? Ihr seid
gleichfalls Geschöpfe, die eine Aufgabe erfüllen. Aber ihr gehört
nicht nur der materiellen Natur an, sondern seid außerdem mit einer
Seele ausgestattet, die Gewissen, Intuition, Intelligenz, Offenbarung,
Willen, Freiheit, Vernunft und Gefühle besitzt. Aus diesem Grunde
seid ihr unter allen Geschöpfen dieses Planeten höherstehende
Wesen, die alles als Werkzeug, als Diener, als Nahrung, Erquickung
und Element für ihren geistigen und menschlichen Fortschritt zur
Verfügung haben.
56. Da eure Seele euch in ihrer Entwicklung höherstehend
macht, denkt daran, dass auch eure Religionsausübung höherstehend
sein muss, und diese ist die der Seele. Ich habe sie euch zu allen
Zeiten offenbart.
57. Die Menschheit hat von ihren Anfängen an die Art und
Weise gesucht, Mir geistige Verehrung darzubringen. Die intuitive
Erkenntnis meines Daseins hat sie dazu gebracht, Mich zu suchen
und in das Jenseits einzudringen. Und als Ich im Menschen jene
Unruhe sah, habe Ich Mich ihm gegenüber offenbart. Was Ich ihm
offenbart habe, ist der spirituelle Weg, der die Seele zur
Vollkommenheit führt.
Doch damit diese Menschheit zur Vergeistigung gelangt, die sie
noch nicht erreicht hat, musste Ich euch durch schwere
Verfehlungen und durch große Verwirrungen gehen lassen, durch
weite Wege des Leidens und der Prüfungen, durch Zeiten des
Lichtes und Zeiten der Finsternis, bis ihr zu den Toren der Zeit des
Geistes gelangt seid, welche die ist, in der ihr jetzt lebt.
58. Die Verehrung, die Mir eure Seele in hochstehender und
reiner Weise erweisen müsste, vermaterialisierte sich in eurem
Herzen, als sie Mir euer Körper erwies, indem er das Gebet im
Verstande formulierte und die Lippen es aussprachen; als ihr Mir die
Früchte der Natur darbrachtet, als ob sie eure Werke wären; als ihr
eure Sinne mit dem Glanz der Zeremonien erquicktet, während sich
eure Seele vor mir nackt, hungrig, schmutzig und dumm
präsentierte, weil die Aufgabe, die Ihr zukam, der Körper an sich
gerissen hatte.
59. In der Dritten Zeit wird meine geistige Lehre dem Geist die
Freiheit geben, seine Flügel auszubreiten. Und sich zum Vater zu
erheben, um ihm die wahre Anbetung darzubringen.
60. Doch auch der Mensch als menschliches Wesen hat dem
Schöpfer einen Gottesdienst darzubringen. Und dieser Tribut besteht
in der Erfüllung seiner Pflichten auf Erden, indem er die
menschlichen Gesetze befolgt, in seinen Handlungen Moral und
gutes Urteilsvermögen zeigt und die Pflichten als Vater, Kind,
Bruder, Freund, Herr und Knecht erfüllt.
61. Wer auf diese Weise lebt, wird mich auf Erden ehren und
wird es ermöglichen, dass sein Geist sich aufschwingt, um mich zu
verherrlichen.
62. Die Liebe der Seele darf sich nicht auf eure Kinder und
irdischen Geschwister beschränken. Die geistige Liebe muss
universell sein, damit sie ohne Unterscheidung von Gesellschaftsklassen
oder seelischen Entwicklungsgraden liebt.
63. Die Seele muss stark sein gegenüber den Schwächen der
materiellen Natur, die sie zum Fanatismus und zur Abgötterei
verleitet. Sie muss sich von Vorurteilen und Leidenschaften frei
machen, damit sie jenem Vernunft zugestehen kann, der sie besitzt,
und jene Wahrheit annehmen kann, in der dieser gerade lebt.
64. Dann werdet ihr Menschen des Friedens sein, die mit ihrem
Leben meinen Ausspruch befolgen, "Gott zu geben, was Gottes ist,
und dem Kaiser, was des Kaisers ist", und nicht dem Vater das
darbringen, was zur Welt gehört, noch der Welt das, was Gott
zusteht, sondern die alle Gesetze in Einklang zu bringen vermögen,
um sie in rechter Weise zu erfüllen, weil sie erkennen, dass jedes
göttliche Gesetz der Liebe und Gerechtigkeit aus Mir hervorgegangen
ist.
65. In der Zweiten Zeit sprach Jesus zu euch in größter
Vollkommenheit. Jetzt spreche Ich zu euch mit größter Klarheit und
Schlichtheit. Aber vieles von dem, was Ich euch in dieser Zeit
offenbart habe, habe Ich euch in jener Zeit nicht gegeben, weil ihr
noch nicht fähig wart, es zu verstehen.
66. Bei jedem, der zu meiner Lehransprache gerufen worden ist
und der für eine Aufgabe bestimmt wurde, geschah dies, weil er
soweit ist, diese Unterweisungen zu verstehen. Ich sage euch ein
weiteres Mal, dass es nicht das erste Mal ist, dass eure Seele diesen
Planeten besucht, und dass es auch nicht das erste Mal ist, dass er
das Licht einer göttlichen Offenbarung empfängt. Doch seine
Vergangenheit ist momentan hinter dem Schleier der Materie
verborgen. Eure Seele weiß dies, und wenn sie mein Wort hört,
erwacht sie und fühlt, dass sie wirklich von weit herkommt, auf
einem langen, sehr langem Wege, auf dem sie viel gesehen und
erlebt hat.
67. Um diese Unterweisungen hören zu können, musstet ihr
lange "wandern". Aber eure Seele hat nicht den Mut verloren, ist
nicht alt geworden, weil Alter, Verfall und Tod nicht die Seele
betreffen, vielmehr Entwicklung, Erfahrung und Entfaltung, die
Kampf bedeuten; und die Prüfungen geben ihr Reife und bringen sie
der Fülle des Ewigen Lebens näher.
68. Ihr habt Existenzen des Wohlergehens und Wohlgefallens,
des Glanzes und Vergnügens gehabt; andere solche der Missgeschicke
und des Scheiterns. Einige haben der Sühne gedient,
andere der Erfahrung, einige der Entfaltung des Verstandes, andere
der der Gefühle, und die Existenz, die ihr jetzt habt, dient der
Erhebung der Seele.
69. Alles habt ihr kennengelernt und alles habt ihr besessen.
Wenn ihr daher heute seht, dass ihr keine Reichtümer, noch
glanzvolle Lebensverhältnisse, noch Titel habt, so beklagt dies nicht
und denkt daran, dass ihr, um in dieser Zeit festen Schrittes zu gehen
und die Vergeistigung zu erlangen, alles Überflüssige und Unnötige
verlieren musstet, um euer seelisches Vorankommen zu erreichen.
70. Da ihr Überbringer einer zutiefst geistigen Lehre seid,
werdet ihr sie der Welt nicht unter äußerlichen Kultformen
präsentieren können. Denn mit eurer Widersprüchlichkeit würdet ihr
nur Misstrauen und Spott hervorrufen.
71. Das Reich des Friedens rückt näher, und obschon ihr nicht
wisst, wie lange es noch bis dahin ist, habe Ich mit meinem Werke
der moralischen und seelischen Wiederherstellung begonnen. Wenn
es soweit ist, wird diese Welt, die bisher ein Sühne- und Tränental
gewesen ist, eine Heimstatt für fortgeschrittene Seelen werden.
72. Seid wohlgemut, denn noch bin Ich bei euch. Vertraut auf
Mich, da ihr noch nicht allzu sehr auf euch selbst vertrauen könnt.
Aber bleibt beharrlich, bis ihr jene seelische Zubereitung erlangt,
die Ich von euch verlange, damit ihr Vertrauen zu euch fasst.
73. Bald werdet ihr die Menschen an den Geistesgaben
interessiert sehen, wobei die einen Fragen stellen, während andere
darüber diskutieren.
74. Ich gebe euch meine Liebkosung und meinen Heilbalsam.
Mein Friede sei mit euch!

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