BWL - Band VIII - Unterweisung 225

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 225:

1. Geliebte Jünger: Meine Liebe und mein Frieden sind bei
euch. Ich lehre euch mit meiner göttlichen Unterweisung, die Güter
der Erde zu vergessen, damit eure Seele sich loslöst und sich im
Jenseits mit dem Meister verbindet.
2. In jedem Herzen gibt es eine Sorge, eine Klage, die ihr vor
meinem Blicke zu verbergen versucht. Ihr kommt, um von Mir zu
lernen, und wollt Mir euer Leid nicht zeigen. Aber ihr seid vor
meinem durchdringenden Blicke, der bis auf den Grund eures
Herzens dringt und euren Schmerz mitfühlt.
3. Bevor Ich euch meine Unterweisung gebe, will Ich meinen
Balsam auf eure Wunden legen, eure Seele mit Frieden erfüllen. Ich
will euch stark sehen, euch nahe bei Mir fühlen. Die Bande, die
zwischen euch und dem Vater bestehen, sollen täglich enger werden,
damit die Ketten, die euer Herz an die Erde binden, zerbrechen, und
eure Seele frei wird. Ich habe euch gelehrt, die geistigen und die
menschlichen Gesetze zu befolgen, wodurch ihr weder in Materialismus
noch in geistigen Fanatismus verfallt.
4. Ihr habt viel gelitten, um dahin zu gelangen, meine dritte
Offenbarung mitzuerleben und erneut mein Wort zu hören. Unter
euch befinden sich jene, die, obwohl sie Mich gehört haben, nicht
frei von Leiden sind, weil ihre Seele sich nicht von den menschlichen
Nöten frei machen konnte. Doch Ich komme als geduldiger
und liebevoller Meister, um euch mit meiner Unterweisung
beizustehen, damit die Neulinge auf ihrer Wanderschaft voran
kommen.
Die Prüfungen des Lebens sind ein Teil meiner Unterweisung,
sie formen und stählen eure Seelen, um den neuen Prüfungen
standzuhalten, die kommen werden. Der Schmerz ist das Mittel
gewesen, durch das ihr zu Mir gelangt seid.
Dasselbe geschah in der Zweiten Zeit. Es waren die Blinden, die
Aussätzigen, die Gelähmten, die Besessenen, die Tauben ─ jene, die
nicht nur am Körper, sondern auch am "Herzen" schwärende
Wunden hatten, die von Mir Zeugnis ablegten.
5. Die Werke der Liebe und Barmherzigkeit, die Ich unter euch
tat und die ihr Wunder nanntet, entzündeten den Glauben jener
Herzen, und durch sie kamen viele andere zur Mir. Es war mein
Wille, jene Werke zu tun, um die tiefsten Saiten des Herzens und der
Seele erzittern zu lassen, damit der Mensch die Macht Jesu
unmittelbar erleben würde ─ jenes übernatürlichen Menschen,
welcher Werke vollbrachte, die von anderen Menschen unmöglich
zu verwirklichen waren ─ Werke, die über der Wissenschaft und
allem standen, was die Boten des Herrn in vergangenen Zeiten getan
hatten. Es war noch nicht die Vollendung der Zeiten, und daher kam
der Vater, da Er Geist ist, im Fleische Jesu verborgen zu den
Menschen herab, damit alle seine Werke sichtbar und seine Worte
vernehmbar sein würden.
6. Darum heilte Ich bei vielen Gelegenheiten zuerst die
körperlich Kranken, damit für die Augen der Ungläubigsten und
Vermaterialisiertesten der Beweis erbracht würde. Denn wenn Ich
jene Wundertaten nur an der Seele vollbracht hätte, wären sie vom
Volke weder gesehen noch geglaubt worden.
7. Die Zeiten haben sich geändert. Wenn ihr nicht dieselben
wäret, würde Ich jene Wundertaten unter euch wiederholen, um von
Mir Zeugnis abzulegen. Aber ihr wart meine Zeugen in jener Zeit.
Ihr habt meine Barmherzigkeit nicht nur miterlebt, sondern auch
empfangen. Wie viele von euch haben die Liebkosung Jesu, den
sanften Druck seiner Hand auf eurem Haupte gefühlt. Wie viele von
euch haben den Klang jenes Wortes vernommen, das mit seiner
Heilkraft und seiner Liebe euren Körper und eure Seele erfüllte.
8. Heute komme Ich direkt zu eurer Seele, denn Ich habe sie bei
den einen blind angetroffen, bei anderen der Beweglichkeit beraubt,
bei wieder anderen taub für die göttliche Stimme, und bei einigen
aussätzig durch Sünde und Laster. Da habe Ich euch gerufen, damit
ihr willig und friedlich zu Mir kommt. Aber ihr seid verhärteten
Herzens gewesen. Erst als der Schmerz sehr heftig gewesen ist, seid
ihr zu Mir aufgebrochen.
Vorher habt ihr im Verlangen nach Seelenfrieden, Gesundheit
oder Trost an eine Tür nach der anderen geklopft. Doch als ihr diese
Wohltaten nirgendwo fandet, habt ihr euren Nacken demütig
gebeugt, um in meine Gegenwart zu kommen. Ihr alle seid so
herbeigekommen. Kein einziges Herz, keine Seele ist zu Mir
gekommen, das meine Barmherzigkeit nicht nötig hatte, weshalb Ich
euch nochmals sage, dass ihr durch den Schmerz auf diesen Weg
gefunden habt.
9. Einige verlangten in ihrer Ungläubigkeit ein Wunder von Mir,
um zu glauben. Da habe Ich sie auf die Probe gestellt, indem Ich
ihnen die Wundertat, die sie verlangten, nicht gewährte. Denn der,
der an Mich glaubt und Mich liebt, stellt dem Vater niemals
Bedingungen. Andere hörten meinen Unterweisungen trotz ihres
Mangels an Glauben weiterhin zu, bis ihr Herz sich beugte, wodurch
sich das Wunder an ihnen vollzog. Als sie ihre Augen voll Glauben
an ihren Herrn öffneten, wurden sie mit unendlicher Freude gewahr,
dass sie die Gesundheit und den Frieden wiedergewonnen hatte.
Und wieder andere, die gleichfalls beharrlich blieben beim Hören
meines Wortes, vergaßen ihren körperlichen Schmerz und erhoben
ihre Seele, bis sie selbst ihre Leiden segneten, weil sie zu denen
gehörten, die Mir näherkamen.
10. Seid gesegnet, weil ihr erkannt habt, dass Ich auf diese
Weise euren Glauben und eure Liebe auf die Probe gestellt habe,
und dass ihr durch eure Sehnsucht nach Erlösung meine
Barmherzigkeit und meine Gaben erlangt habt.
11. Ich bin Meister gewesen, bin Vater, Arzt und Richter
gewesen. Ich bin die höchste Liebe. Sucht Mich immer als Vater und
als Meister. Werdet nicht krank, damit ihr Mich nicht als Arzt sucht
und fordert meine Gerechtigkeit nicht heraus, damit Ich nicht als
Richter bei euch bin.
12. Die Ausübung der Moral, der Tugend und der Vergeistigung
wird euch von den Krankheiten des Körpers und dem Vorwurf des
Gewissens befreien.
13. Ich sage euch noch einmal, dass Ich heute nicht zur
Menschheit gekommen bin, um meine Wundertaten der Zweiten
Zeit zu wiederholen. Denn Ich bin im Verlangen nach eurer Seele
gekommen, ohne jedoch euren Körper zu vergessen, denn auch er ist
meine Schöpfung. Ich habe Mich genähert, um euer Herz mit
Frieden zu erfüllen und euer Gesicht inmitten der Wechselfälle und
Schmerzen dieser Zeit zum Lächeln zu bringen.
14. Ich habe euer Herz mit dem Lichte eines Ideals entzündet,
das eine Wirklichkeit ist, denn dieses Ideal bin Ich, das Ziel des
Weges, auf dem ihr immerdar meine Gegenwart, meinen Beistand
habt. Auf ihm werde Ich Weckruf, Freund, Arzt und Wächter sein,
der euren Schlaf behütet.
15. Eure Seele entdeckt nun ihre Welt, obwohl sie noch auf der
Erde weilt. Sie lernt nun ihr Heiligtum kennen, hat den Weg
gefunden, und von ihm aus erblickt sie am Horizont ihr wahres
Vaterland.
Ihr fragt Mich in eurem Herzen, welche zu ihm gelangen
werden, und Ich antworte euch: Alle. Aber in der Zukunft wird es
nicht der Schmerz sein, der euch leitet, noch die Prüfungen, die euch
zwingen. Es wird eure Liebe sein, das Licht, das euch zu Mir führt.
Die Prüfungen des Weges dienen nur dazu, euch aus eurem
Materialismus wachzurütteln.
16. Wenn einmal die Unwetter und die Wirbelstürme vorüber
sind, werden Ruhe und Frieden in euren Herzen sein. Dann werdet
ihr eure Vereinigung erreichen, und der Vater wird euch sagen: Nun
seid ihr vorbereitet. Denkt jetzt an die anderen, jetzt habt ihr das
Recht, eure Mitmenschen zu unterweisen, denn nun könnt ihr ein
gutes Beispiel geben.
17. Das "Neue Jerusalem" wird seine Tore öffnen. In ihm
werden die Wächter bleiben, und von ihm werden die Boten zu den
Nationen aufbrechen, um Glückseligkeit und das Zeugnis zu
bringen.
18. Euer Wort wird die Götzenbilder von ihren Sockeln stoßen,
und das Licht, das von euch ausgeht, wird die Finsternis vertreiben.
19. Obwohl es euch als eine allzu große Verantwortung
erscheint, sage Ich euch, dass ihr diese Aufgabe erfüllen könnt.
Denn eure Seele hat ihren Entwicklungsweg schon vor langer Zeit
begonnen.
20. In der Ersten Zeit hütete Israel die Bundeslade nur für sich.
Aber als Jesus auf Erden predigte, überschritt Er die Grenzen Judäas
und sandte seine Apostel zu anderen Nationen, um den Samen der
Liebe zu verbreiten.
21. Heute komme Ich als Heiliger Geist, und meine Universelle
Lehre schließt alle mit ein, ohne Rassen, Gelehrte und Unwissende,
Reiche oder Arme zu unterscheiden. In ihr werden sich alle
Bewohner des Universums vereinen, die in einer unendlichen Zahl
von Welten wohnen.
22. Aus diesem "Volke" wird der geistige Tempel emporwachsen,
in dem Ich ewig wohnen werde ─ der innerliche Tempel,
in dem sich ein Altar der Liebe zu meiner Göttlichkeit erhebt ─ ein
Heiligtum, das nicht mit Steinen, sondern mit Gebeten, Werken der
Barmherzigkeit und wahren Zeugnissen errichtet werden wird. In
diesem Tempel wird mein Bildnis sein ─ nicht das, das die Hand des
Menschen gemacht hat, sondern das, das Ich "Mir zum Bilde und
Gleichnis" geschaffen habe: das Menschenwesen, begabt mit Seele
und erleuchtet durch das Licht des Geistes.
23. Ihr habt einen Abglanz des Göttlichen in euch, Ich bin
wirklich in euch. Die Intelligenz, der Wille, die Fähigkeiten, Sinne
und Tugenden, die ihr besitzt, zeugen von der höheren Wesensnatur,
der ihr angehört, und sind ein lebendiges Zeugnis des Vaters, aus
dem ihr hervorginget.
24. Zuweilen befleckt und schändet ihr durch Ungehorsam und
Sünde das Ebenbild, das ihr von Mir in eurem Wesen tragt. Dann
gleicht ihr Mir nicht; denn es genügt nicht, einen menschlichen
Körper und eine Seele zu haben, um ein Ebenbild des Schöpfers zu
sein. Die wahre Ähnlichkeit mit Mir besteht in eurem Licht und in
eurer Liebe für alle eure Nächsten.
25. "Wachset und mehret euch" sage Ich eurer Seele in dieser
Dritten Zeit, wie Ich es den Vätern des Menschengeschlechts sagte,
als Ich ihnen auftrug, die Erde mit menschlichen Geschöpfen zu
bevölkern. Wachse und mehre dich, geliebtes Volk, aber wachse an
Vergeistigung und mehre dich an Tugenden.
26. Seid Leuchte unter so viel Finsternis, die in dieser Zeit
herrscht. Seid Gebet und Manna, seid Balsam und Liebkosung, dann
werdet ihr mit den Menschen harmonieren, die Mich lieben, mit den
Seelen, die Mich verehren.
27. Auf Erden habt ihr einen Zufluchtsort, welcher euer Heim
ist ─ jene Institution, die Abbild des Universums ist, damit ihr in
ihrem Schoße Kräfte für den Lebenskampf gewinnt.
28. Sorgt dafür, dass euer Heim etwas von einem Heiligtum an
sich hat, dass es ein kleines Reich, eine Oase in der dürren und
feindlichen Wüste eures Lebens ist. Wacht über der Tugend eures
Heimes, doch geratet nicht wegen eines Übermaßes an ehrgeizigen
Bestrebungen in Egoismus, denn dann wird es wegen seines
Mangels an Gastfreundschaft, Liebe und Barmherzigkeit nicht mehr
dem Universum gleichen. Lasst euer Dach gastfreundlich sein und
euren Tisch brüderlich.
29. Nur auf dem Wege der Liebe werdet ihr zu Mir gelangen
und Mich kennenlernen. Darum habe Ich euch darin unterwiesen,
wie man nach dieser Lehre leben soll. Denn sie inspiriert euch die
wahre Liebe.
30. Mein Wort wird euer Führer in dieser Dritten Zeit sein und
wird euch durch Hindernisse, "Abgründe" und "Finsternisse"
hindurch eine Bresche schlagen, weil in ihm meine Weisungen
enthalten sind.
31. Denkt daran, dass Ich allein euer Heil bin. In den
vergangenen Zeiten, in den gegenwärtigen und in den zukünftigen
war, ist und wird mein Gesetz der Weg und der Führer eurer Seelen
sein.32. Gesegnet seien, die auf mein Gesetz bauen, denn sie werden
an den Wegkreuzungen niemals in die Irre gehen. Sie werden zum
Gelobten Lande kommen und den Triumphgesang anstimmen.
33. Geliebtes Volk: Jeden Schritt vorwärts, den ihr auf dem
Wege tut, segne Ich und erfülle dadurch eure Seele mit Frieden und
Vertrauen als ein Anreiz dafür, dass ihr nicht stehenbleibt noch
einschlaft, wie ihr es in vergangenen Zeiten getan habt.
34. Begnügt euch nicht und seid nicht zufrieden mit euren
früheren Werken. Seid euch bewusst, dass das Ziel noch ferne ist,
und ihr, um es zu erreichen, noch viel "wandern" müsst, neue
Verdienste erwerben und euch anstrengen müsst, um eure Erhebung
zu erlangen.
35. Die Vervollkommnung der Seele kann nicht nach
Zeitspannen auf der Erde bemessen werden, seien es Jahrhunderte
oder Zeitalter. Die Vervollkommnung und die Entwicklung der
Seele hat die Ewigkeit zum Betätigungsfeld. Aber deshalb, weil ihr
die Ewigkeit vor euch habt, dürft ihr nicht die Tage oder die
Minuten eures irdischen Lebens geringschätzen, weil ihr denkt,
dass, wenn ihr sie ungenutzt lasst, ihr noch sehr viel Gelegenheit
habt, sie zu ersetzen.
Ihr seid euch nicht bewusst geworden, was eure Seele erleidet,
wenn sie auch nur einen Schritt auf ihrem Entwicklungswege
versäumt hat, oder wenn sie einen "Augenblick" lang zurückgeblieben
ist. Es ist notwendig, dass ihr den Wert erkennt, den jeder
Augenblick eures Daseins hat, damit ihr wach lebt und ihn zum
Wohle eurer körperlichen und seelischen Besserung nutzt.
36. Ich weiß, dass nicht ihr alle mit gleichem Schritt auf diesem
Wege vorankommen könnt. Daher sage Ich denen, die bereits mit
sicherem und festem Schritt zu gehen fähig waren: Vergesst nicht
die, die nach euch kommen. Erkennt, dass manche ermattet
kommen, andere stehengeblieben sind, und wieder andere für kurze
Zeit den Glauben verlieren.
37. Ich gebe euch den Auftrag, euch um die zu bemühen, die auf
dem Wege straucheln und stürzen, damit ihr Gelegenheit findet, eure
Brüderlichkeit zu betätigen und das zu beweisen, was ihr aus
meinen Unterweisungen gelernt hat.
38. Wenn jemand die Absicht haben sollte, seine Erkenntnisse,
seinen Glauben und seine Gaben für sich zu behalten, weil er
befürchtet, dass andere das nutzen und sich dessen erfreuen, was er
erarbeitet hat, so wird dieser allein und mit leeren Händen zu Mir
kommen. Er wird Mir seinen Samen präsentieren, aber nicht seine
Ernte, weil er niemals aussäte, da er sich damit begnügte, Saatgut zu
empfangen und es für sich zu verwenden.
39. Wer sich selbst vergisst, um seinen Mitmenschen von dem
zu geben, was er in seiner Seele trägt, und wessen größte Freude
darin besteht, seinen Nächsten zu helfen, sich zum Gipfel des
Berges zu erheben, wo das geistige Ziel ist, der wird mit großen
Scharen im Gefolge ankommen, gesegnet von seinen Geistgeschwistern,
mit einer Seele voller Licht in der Erfüllung seiner
Mission.
40. Kommt zu Mir, Jünger, Schüler und Nachzügler. Jünger
nenne Ich die unter euch, die meine Unterweisung von dem Moment
an studiert haben, in dem Ich euch offenbarte, dass nun die Dritte
Zeit ist, in der sich die Seele des Menschen emporschwingen und
eine große Höhe erreichen muss, um mit dem Vater in Einklang zu
sein.
Und euch, die ihr euch als Schüler fühlt, sage Ich in Wahrheit,
dass dies nicht die erste Lehrstunde ist, die ihr von Mir erhaltet. Vor
langer Zeit, in anderen Zeitaltern habe Ich mit euch gesprochen, und
seit damals kennt ihr das Gesetz, und ebenfalls seit jener Zeit habe
Ich eure Erfüllung desselben erwartet.
Euch, die Ich Nachzügler genannt habe, sage Ich, dass ihr nicht
überrascht sein sollt, dass Ich Mich unter euch kundgebe, denn es
war vorausverkündet, dass Ich zu den Menschen zurückkehren
würde.
41. Höret Mich alle und bereitet eure Seele vor, denn Ich gebe
euch die seelische Nahrung, das Brot ohne Sauerteig, wie Ich euch
in der Zweiten Zeit sagte. Nur von Mir könnt ihr dies Brot
empfangen, welches Essenz und Liebe meines Geistes für jedes
Geschöpf ist. Nährt euch von heute an von ihm, damit keinem
meiner Kinder diese Nahrung fehlt. Sterbt nicht vor Hunger, denn
Ich, der Vater, sage euch nun, dass ihr Mich niemals so nahe bei
euch gehabt habt wie jetzt.
42. Ich habe euch versprochen, euch zu erhalten und euch
Schutz zu geben, weil ihr meine Kinder seid. Zweifelt nicht länger,
fühlt euch nicht hungrig oder von dieser Liebe verlassen, und fühlt
meine Gegenwart auf jeder Stufe, auf der ihr euch befindet.
43. Ich will, dass ihr den Geschmack der Frucht, die Ich euch
anbiete, kennt, damit ihr euch nicht täuschen lasst. Denn es naht das
Ende meiner Kundgabe, und nach dieser Zeit wird es Gefahren und
Fallstricke für das erwählte Volk geben. Jene, die keine genaue
Untersuchung der Unterweisung, die sie empfangen, vornehmen,
werden in Versuchung fallen können. Nur die Jünger, die wachend
und betend bleiben, werden sich frei von Irrtum sehen und das reine
Saatkorn bringen und es an ihre Mitmenschen weiterzugeben
verstehen.
44. Ich habe die Zeiten meiner Offenbarungen in den drei
Zeitaltern gekennzeichnet: Vom ersten Menschen bis zur Geburt
Jesu war die Zeit, die das erste Zeitalter der Menschheit umfasste.
Es war ein langer Zeitabschnitt voller Prüfungen, Kämpfe und
Erfahrungen für eure Seele, die sich in voller Entwicklung befand.
Jesus kennzeichnete den Beginn des zweiten Zeitalters, und der
Mensch studierte die Lektion, die Er ihm mit seinem Vorbild gab,
und er war erschüttert, als er "Das Wort", den Abgesandten des
Vaters, sich nahe fühlte.
Dessen Verweilen auf dieser Welt war kurz; nach kurzer Zeit
kehrte Er zum Vater zurück, von wo Er gekommen war, nachdem Er
die Erwählten geschult und zubereitet hatte, damit sein Wort bis zu
den Enden der Erde gebracht würde. Von dieser Zeit bis zum Jahre
1866, in dem die Zeichen erschienen, die den Beginn eines neuen
Zeitalters bekanntgaben, geschah das, was der zweite Zeitabschnitt
in sich barg.
Nach jenem Zeitpunkt hat sich ein neuer Zyklus für die
Menschheit aufgetan, der dritte, und mein Geist in seiner vollen
Wirksamkeit hat euch unterwiesen, von einem Zeitabschnitt zum
anderen fortzuschreiten und das Saatkorn, das Licht und die Gnade
aufzunehmen, die dieser Zeit entsprechen, damit ihr erkennt,
welchen Entwicklungsgrad ihr erreicht habt, und ihr Schritt für
Schritt der Vergeistigung näherkommt.
45. Die Zeitspanne, in der Ich euch meine Unterweisung durch
Vermittlung eines Menschen gebe, ist festgelegt, und wie jede
Anordnung von Mir muss sie in Erfüllung gehen. Danach werden
euer Glaube, eure Intuition und euer Vertrauen auf Mich euch sagen,
dass Ich euch nahe bin, und ihr werdet Mich tief in eurer Seele
fühlen, wie Ich eure Schritte lenke, immer auf den Gipfel des Berges
zeige und meinen Kindern beistehe, um die Vollkommenheit zu
erlangen, die das Ziel ist, das die Seelen erwartet.
46. Gesegnete Frauen: Auch ihr gehört zu meiner Apostelschar.
Zwischen dem Geist des Mannes und dem euren gibt es keinen
Unterschied, obwohl ihr körperlich verschieden seid, und auch die
beiderseitigen Aufgaben unterschiedlich sind.
47. Nehmt als Meister eures Geistes Jesus und folgt ihm auf
dem Pfade, den seine Liebe vorgezeichnet hat. Macht euch sein
Wort zu eigen und umarmt sein Kreuz.
48. Ich spreche zu eurem Geiste mit demselben Worte, mit dem
Ich zu den Männern spreche, weil ihr geistig gleich seid. Dennoch ─
wenn euer Frauenherz ein Vorbild sucht, um ihm nachzueifern;
wenn ihr vollkommene Beispiele als Stütze braucht, um euch im
Leben zu vervollkommnen, so erinnert euch an Maria, beobachtet
sie während ihres ganzen Lebens auf Erden.
49. Es war der Wille des Vaters, dass das bescheidene Leben
Marias von meinen Jüngern niedergeschrieben würde, die sie
während ihres ganzen Wirkens kannten und sich mit ihr besprachen.
50. Jenes Leben ─ bescheiden für den, der es kennt ─ war von
der Geburt bis zu seinem Ende auf der Welt strahlend. Viele Seiten
liebevoller Unterweisung schrieb Maria mit der Demut ihres
Geistes, mit ihrem unendlichen Zartgefühl, mit der Reinheit ihres
Herzens, mit ihrer Liebe zur Menschheit, was sie mehr mit
Schweigen als mit Worten ausdrückte, da sie wusste, dass Jener, der
zu den Menschen sprechen sollte, Christus war.
51. Der Geist Marias war die vom Vater ausgegangene mütterliche
Liebe selbst, um der Menschheit das vollkommene Beispiel
von Demut, Gehorsam und Sanftmut zu geben. Ihr Gang durch die
Welt war eine Lichtspur. Ihr Leben war schlicht, hoheitsvoll und
rein. In ihr gingen die Weissagungen in Erfüllung, die ankündigten,
dass der Messias von einer Jungfrau geboren würde.
52. Nur sie hatte in ihrem Schoße den Samen Gottes tragen
können, nur sie war würdig, nach der Erfüllung ihrer Aufgabe
gegenüber Jesus als Geistige Mutter der Menschheit zurückzubleiben.
53. Deshalb ist Maria euer vollkommenes Vorbild, Frauen. Aber
wendet euch an sie und nehmt sie euch zum Vorbild in ihrem
Schweigen, in ihren Werken der Demut, der unendlichen Selbstverleugnung
aus Liebe zu den Bedürftigen, in ihrem stillen
Schmerz, in ihrem Mitgefühl, das alles vergibt, und in ihrer Liebe,
welche Fürbitte, Trost und süßer Beistand ist.
54. Jungfrauen, Gattinnen, Mütter, elternlose Mädchen oder
Witwen, einsame Frauen, die ihr ein vom Schmerz durchdrungenes
Herz habt ─ nennt Maria eure liebevolle und fürsorgliche Mutter,
ruft sie in Gedanken, empfangt sie im Geiste und fühlt sie im
Herzen.
Mein Friede sein mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161