Mit Wille und Vernunft fällt die Binde der Finsternis



Glücklich und selig sollen sein jene, die klar sehen wollen, die
ihre Kenntnisse erweitern wollen, um das Höchste eures Wesens zu
entdecken. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr könnt dies nicht erreichen,
bis ihr die Anstrengung macht, die Binde zu entfernen, die eure Augen
bedeckt. Der Mensch hat sich doppelt schuldig gemacht: nicht nur,
weil er keinerlei Anstrengungen unternimmt, damit die Binde fällt,
die ihm die Kenntnis der höchsten Belehrungen verwehrt, sondern
auch deshalb, weil er sich nicht von den Fesseln der Materie befreit
hat, die ihn ─ im Gegensatz zu den seelischen Freuden ─ zu den
körperlichen Genüssen verführt haben. Das ist der Grund, weshalb
er sich unter die Herrschaft der Leidenschaften versklavt hat und
zulässt, dass seine Seele einem Lahmen gleicht, der nichts tut, um
gesund zu werden.

Auf allen Gebieten sehe Ich die Mehrzahl der Menschen haltlos,
überall begegne Ich nur dem schwachen Menschen. Und
worauf ist das zurückzuführen? Darauf, dass ihr nicht den Mut und
genügend Willenskraft habt, aus dem Schmutz, in dem ihr steckt,
herauszukommen, die Trägheit zu überwinden, die die Fesseln
schmiedet, die an die Materie binden, und dies ist der Ursprung aller
Laster, aller Fehler. Aber der Mensch will von jener Macht, mit der er
ausgestattet wurde, welche der Wille ist, keinen Gebrauch machen.
Dem Willen, welcher der uneingeschränkte Gesetzgeber sein
soll, welcher zum obersten Führer werden und, von der Vernunft
unterstützt, kämpfen soll ─ Macht gegen Macht, Herrschaft gegen
Herrschaft: auf der einen Seite die Leidenschaften und die
Begierden, auf der anderen die Vernunft und der Wille, bis diese
letzteren die Schlacht gewinnen und ihr sagen könnt, dass ihr befreit
seid.

Dann werdet ihr die großen Propheten, die großen Erleuchteten,
die "Übermenschen" sein können. Dann werdet ihr mit den wilden
Tieren zusammenleben und mit Reptilien spielen können. Denn
wahrlich, Ich sage euch, es sind die euch belastenden Verfehlungen,
die bewirken, dass ihr jene kleinen Brüder von euch fürchtet, und
dies ist auch der Grund dafür, dass sie euch angreifen.
Doch wenn ihr euch die Zeit nehmt, die Menschen zu beobachten,
werdet ihr entdecken, dass es Menschen gibt, die wilder als
Tiger sind und die mehr Gift haben als die Kobra.

Glaubt nicht, dass die Propheten des Altertums Wunder vollbringen
konnten, weil sie dafür vorherbestimmt waren. Nein, es geschah deshalb,
weil sie kämpften, bis sie siegten und wirkliche Diener des Tempels wurden.
 Doch wahrlich, Ich sage euch: Wer sich am meisten anstrengt, um die
Wahrheit zu erlangen, ist Verfehlungen und Leidenschaften ausgesetzt.
Aber ihr besitzt das Licht, das euch erleuchtet, welches die
göttliche Kraft ist, die unsterbliche und reine Natur, die unzerstörbare
Essenz, die alles belebt und den Menschen zur höchsten Glückseligkeit
trägt. Diese unzerstörbare Essenz ist das reine Element, das jeder Mensch
besitzt. Aber der Mensch hat sich mit irdischen Vergnügungen vergiftet,
und daher wurde diese unzerstörbare Substanz, dieses unsterbliche Wesen,
mit dem sterblichen Kleid bedeckt, und es opferte sich freiwillig.

Aber durch die Kraft, die es besitzt, wird es nach und nach die
Würde des sterblichen Menschen wiederherstellen, und dieser wird
dann nach den Freuden der unsterblichen Frucht verlangen und für
immer darauf verzichten, nach den verderblichen Wonnen zu
streben, die die schlechte Frucht beschert. Doch was benötigt ihr,
um all dies zu erreichen? ─ Das Wissen, wie ihr eure Kraft und
Energie gebrauchen müsst, um als wirkliche Werkleute des Tempels
zu arbeiten, damit ihr siegen und die Binde beseitigen könnt, die eure
Augen bedeckt, damit ihr klar seht und keinen Fehltritt macht,
noch im Dunkeln umhertappt.

Ich habe zu euch von dem gesprochen, was ihr Geheimnisse nennt.
Aber ihr müsst mein Wort gründlich studieren, um das ganze
Licht wahrzunehmen. Ich will, dass ihr diese große Wahrheit begreift,
dass weder Gott, noch die Natur für den Menschen Geheimnisse haben.
Es ist die schwache Auffassungsgabe gegenüber den göttlichen Unterweisungen,
die den Menschen unfähig gemacht hat, das wahre Gesetz zu befolgen.
Deshalb irrt er von hier nach da, von einer Seite zur anderen, ohne
irgendetwas zu verstehen, ohne etwas zu fühlen, ohne zu verstehen,
dass Gott im Geiste des Menschen ist und sich immer zu seinem
Nutzen bemerkbar macht.

A. M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens, Band VII, Unterweisung 203, Verse 1-10

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