BWL - Band VII - Unterweisung 197


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 197:
1. Die Liebe des Meisters verströmt sich unter seinen Jüngern,
unter seinen Kindern. Was Gott betrifft, seid ihr meine Kinder, was
den Meister betrifft, seid ihr meine Jünger.
2. Geliebtes Volk: Dieser Schöpfergott, euer Vater, vermachte
euch eine starke und wehrhafte Seele, deren Schwert das Gute ist,
und die kämpfen muss, bis sie das Böse vertrieben hat, das sich in
die Seele hineinzeugte und das Herz des Menschen nährte. Euch ist
jedoch auch Weisheit verliehen worden, damit der Mensch sich von
der Finsternis der Unwissenheit befreie.
3. Nach meinem Scheiden in der Zweiten Zeit schaute mein
Jünger Johannes in seinen Verzückungen die Epoche, in der ihr
derzeit lebt ─ die Gefahren, in die sich die Menschheit verstrickt
sehen würde, die Unglücke, die die Welt erschüttern würden, die
Kämpfe und Auseinandersetzungen der Menschen und den Frieden,
der nach all dem kommen würde. Auch wurde ihm die Art und
Weise offenbart, in der jene Offenbarung oder Prophetie schriftlich
erhalten bleiben würde, damit sie auf der ganzen Erde bekannt
gemacht würde.
4. Ich will, dass meine neuen Jünger den Sinngehalt jener
Offenbarungen und die Essenz des Wortes kennen, das Ich euch
derzeit gebe, denn dann werdet ihr verstehen, worum es beim
Spiritualismus geht, und werdet im Kampfe standhaft sein können.
5. Die Lehre bin Ich selbst, daher darf sie nicht verunreinigt
werden. Sie ist Reinheit und Lauterkeit und darf nicht befleckt
werden. Ebensowenig wird euer Herr von der Sündhaftigkeit des
Menschen befleckt, wenn Er zu euch herabkommt und sich durch
den Stimmträger kundgibt; vielmehr läutert er ihn. Denn die
Wahrheit ist: Obwohl die Stimmträger, durch die Ich zu euch
spreche, nur eine gewisse Neigung zum Guten zeigen, erheben sie
sich geistig ins Unendliche, um die Berührung der Göttlichkeit zu
empfangen. So erhalten sie die Inspiration, die Offenbarung und das
göttliche Wissen. Auch trifft es zu, dass sie noch sehr unreif sind und
es ihnen an Vorbereitung mangelt.
6. Aber Ich bin der Geist der Liebe und suche nicht nur mit den
Gerechten Zwiesprache. Ich komme auch zur Wohnung jener
Menschen, wo keine Gerechten wohnen, wohl aber Kinder, die Ich
in vollkommener Weise liebe, um sie aus der Sünde und der
Finsternis zu retten. Denn sie benötigen Mich mehr als die, die
bereits gerettet sind. Es sind die Menschen, die das Feuer meiner
Gerechtigkeit und meiner Liebe benötigen, um in ihm alle ihre
Flecken zu beseitigen. Sie bedürfen meiner Macht und meiner
Gnade, um sich zu erheben. Daher wende Ich Mich an ihr Gewissen,
um Mich fühlbar zu machen. Dann ist das Kind mit seinem
Schöpfer eins geworden, weil es sich seinem Vater ähnlich gesehen
hat.
7. Warum wundert sich der Mensch darüber, dass sich Gottes
Gnade unter den Sündern offenbart? Waren die, die in der Zweiten
Zeit mein Wort vernahmen, etwa Gerechte? Hatten meine eigenen
Jünger etwa bereits die Vollkommenheit erreicht? Nein, Volk, unter
den Menschenmengen, die Mir zuhörten, waren Sünder, hartgesottene
Wüstlinge, waren Ungläubige, und auch unter meinen
Aposteln gab es menschliche Erbärmlichkeiten. Doch weil sie in
ihrem Geiste den Ruf der Göttlichkeit fühlten und sie sich meiner
Lehre widmeten, vermachten sie der Menschheit mit ihrem Vorbild
eine weitere Lehre und hinterließen ihre Namen in den Herzen der
Menschen.
8. Der Spiritualist soll diese Vorbilder immer anerkennen und
ihnen nachfolgen. Denn jene Jünger waren wirkliche Sämänner
meines Samens.
An vielen Orten werdet ihr ein Bildnis jener Apostel sehen, aber
es ist nicht nötig, dass ihr euch mittels dieser Bilder an sie wendet.
Doch selbst an ihnen könnt ihr erkennen, dass die Erinnerung an sie
unzerstörbar ist. Liebt sie, nehmt sie euch in ihrer Tugend zum
Vorbild. Denkt daran, dass Ich euch gelehrt habe, Mich in euren
eigenen Geschwistern zu lieben.
9. Ihr fragt: "Wo ist die wahre Weisheit?" Und Ich sage euch
darauf: In Gott. Ein anderer fragte: "Welche ist die wahre Religion?"
Und der Meister antwortet: Wer Mich liebt und seinen Mitmenschen
liebt, hat die Wahrheit gefunden und hat das Gesetz erfüllt.
10. Ich habe zugelassen, dass es auf Erden Religionen gibt, die
für die Seele Wege sind, die zu Gott führen. Jede Religion, die das
Gute und die Liebe lehrt und die Barmherzigkeit preist, ist gut, weil
sie Licht und Wahrheit enthält. Wenn die Menschen in ihnen
verkümmern und das, was ursprünglich gut war, in Schlechtes
verkehren, geht der Weg unter dem Materialismus und der Sünde
verloren.
11. Daher zeige Ich euch in dieser Zeit aufs Neue meine
Wahrheit, welche Weg, Lebensessenz und Gesetz ist, damit ihr dies
Gesetz, welches Leuchtturm und Leitstern ist, jenseits der Formen
und Riten sucht, jenseits alles Menschlichen. Wer Mich so sucht,
wird Spiritualist sein.
12. Die Menschen werden Zeugen sein, dass das, was die
Menschheit in kommenden Zeiten stark machen wird, dies Wort sein
wird. Der Spiritualist von morgen wird nicht daran erkannt werden,
dass er ein Frömmler ist oder ein Mönch, der sich von der Welt und
den Menschen trennt, um beten zu können, sondern daran, dass er
gegen die Versuchungen zu kämpfen versteht, und dass er selbst
inmitten eines Wirbelsturms den Weg der Wahrheit zu erkennen
vermag. Der Spiritualist von morgen wird imstande sein, einer
wohlgewappneten Welt entgegenzutreten, sein Wort als Prophet und
als Seher wird das ankündigen, was geschehen wird. Er wird den zu
retten verstehen, der in Gefahr ist, ins Verderben zu stürzen.
13. Die Botschaft der Spiritualität ist kein Werk des Menschen,
sie ist Werk des Schöpfers, ist das ewige Gesetz, das die Seelen
regiert.
14. Fühlt mein Werk zuinnerst, damit es euch groß fühlen lässt
trotz eurer Demut und Bescheidenheit. Seid unbesorgt, wenn ihr
nicht redegewandt seid, denn Ich habe euch die Überzeugungskraft
der Wahrheit gegeben. Das ist der Grund dafür, dass mein Wort sich
durchsetzen wird.
15. Geistig lasse Ich euch mit allen euren Mitmenschen vereint,
welcher Lehre sie auch anhängen.
16. Dem Anschein nach seid ihr früher als Ich herbeigekommen,
aber Ich sage euch in Wahrheit, dass Ich euch bereits an meinem
Tische erwartet hatte.
17. Ich habe meinen Thron verlassen, um bei euch zu sein; um
euch meine Unterweisung zu geben und euch in euren Trübsalen zu
trösten. Auch ihr habt, um bei Mir zu sein, den heimatlichen Landstrich,
das Heim, eure Lieben zurückgelassen.
18. So, wie ihr bei diesem Worte eine unvergleichliche Wonne
empfunden habt und bei seiner Befolgung das Geheimnis des
Friedens und der Harmonie entdeckt habt, so werden viele Völker
zu Mir kommen und sich der Aufgabe widmen, mein Wort zu leben.
19. Meine Unterweisung in dieser Zeit erweckt die Seele der
Menschen, die lange Zeit geschlafen hat. Noch immer sind meine
Worte lebendig, die Ich den Menschen in der Zweiten Zeit gab, doch
niemand übt sie so aus, wie Ich sie lehrte. Es war notwendig, dass
mein Geist zu euch zurückkehrte, um euch davon zu überzeugen,
dass diese Lehre der unendliche Weg der Seele ist, damit ihr niemals
auf dem Entwicklungswege stehenbleibt.
20. Die, die vom Ewigen träumen, die das Wahre lieben, die
sich danach sehnen, sich über die Armseligkeit des menschlichen
Lebens zu erheben, werden diejenigen sein, die sich an dieses Werk
anklammern, die Erbarmen mit ihrer Seele haben, die den Schmuck
der Seele den Festgewändern des Körpers vorziehen. Bei diesen
könnt ihr einen Funken von Verständnis erkennen. Sie werden nicht
jene sein, die meinen, dass meine Mission sich darauf beschränkt,
eure Schmerzen zu lindern und euch von euren Krankheiten zu
befreien. Sie werden es sein, die begriffen haben, dass meine
Verheißung etwas mehr als die Befreiung von Schmerz enthält: das
ewige Leben.
21. Der Sinngehalt meiner Lehre inspiriert euch dazu, die
materialistische Welt zu zerstören, die ihr geschaffen habt, damit ihr
auf ihr eine Welt der Vergeistigung aufrichten könnt, in der ihr den
Frieden genießt, den ihr ersehnt, und ihr all jene Fähigkeiten zutage
treten und sich entwickeln seht, die bis heute auf dem Grunde eures
Wesens schlafend geblieben sind.
22. In den verwirrten Verstandesorganen wird das Erkenntnislicht
erstrahlen, und jene Menschen, in denen der Hass nistete,
werden Tränen der Versöhnung, der Reue und der Liebe vergießen.
23. Mein Ruf ist eine Aufforderung zu geistiger Arbeit, und in
diesem Werke gibt es Arbeit für alle. Niemand sei besorgt darüber,
dem materiellen Leben einige Augenblicke zu "rauben", um sich mit
dem Meinen zu beschäftigen. Wahrlich, Ich sage euch, die Stunde
wird kommen, in der eure Seele euch dafür dankt.
24. Sagt Mir nicht: "Herr, ich habe Armut unter denen gesehen,
die Dir nachfolgen. Bei denen jedoch, die sich nicht einmal mehr an
Dich erinnern, noch Deinen Namen aussprechen, sehe ich Überfluss,
Vergnügungen und Genüsse."
Mein Volk soll diese Fälle nicht als einen Beweis dafür ansehen,
dass der, der Mir nachfolgt, zwangsläufig arm sein muss auf der
Welt. Doch Ich sage euch, dass den Frieden, den die haben, die hier
zuhören und einen Teil ihres Lebens darauf verwenden, Gutes zu
tun, jene nicht kennen, die ihr so sehr beneidet, noch könnten sie ihn
mit all ihrem Reichtum erlangen.
25. Manche verstehen es, die Güter der Welt und die des Geistes
gleichzeitig zu besitzen. Anderen werden jene der Welt nicht zuteil,
weil sie die des Geistes vergessen, und wieder andere sind nur an
denen der Welt interessiert, weil sie meinen, dass die göttlichen
Gesetze ein Feind der irdischen Reichtümer sind.
26. Güter sind und bleiben Güter, doch nicht alle wissen sie
recht anzuwenden. Auch sollt ihr wissen, dass nicht alles von dem,
was viele besitzen, Ich ihnen gegeben habe. Manche haben das, was
sie von Mir empfangen haben, als Ausgleich, so wie es andere gibt,
die alles, was sie besitzen, gestohlen haben.
27. Der beste Beweis, den die Menschen für ihre Pflichterfüllung
im Leben erhalten können, ist der Friede der Seele, nicht
das Klimpern der Münzen.
28. Indem Ich auf allerlei Weise zu euch spreche, erweitere Ich
das Wissen derer, die Mir in dieser Zeit nachfolgen werden. Sie
werden es sein, die die Fragen ihrer Mitmenschen mit der Klarheit
beantworten, mit der Ich ihnen in meinem Worte geantwortet habe,
auch wenn es sich manchmal um dumme oder törichte Fragen
handelt.
29. Ich will, dass mein Wort im Gedächtnis derer, die es
vernahmen, eine lichtvolle Erinnerung hinterlässt, damit, wenn sie
diese zurückrufen, der Widerhall der Unterweisung voller Liebe, die
sie empfingen, in ihre Herzen gelangt.
30. Die Zeugen meiner Kundgabe sind dazu bestimmt, die
Menschenscharen von morgen zu empfangen, so wie Ich euch
empfangen habe.
31. Erinnert ihr euch daran, wie ihr zu Mir kamt? Ihr kamt
besiegt, niedergeschlagen. Ihr hattet euch an die gewandt, die mehr
als ihr besaßen, doch sie gaben euch nichts. Ihr habt die aufgesucht,
die Kenntnisse hatten, doch sie unterwiesen euch nicht. Ihr habt
euren kranken, erschöpften, darniederliegenden Körper vorgezeigt,
doch sie gaben euch die Gesundheit nicht zurück. Und als die
Enttäuschung sich eures Herzens bemächtigte, und ihr euch davon
überzeugt hattet, dass es unter den Menschen keine Barmherzigkeit
gab, weil man euch, anstatt als Geschwister, als fremde Wesen
ansah, da habt ihr den Glauben und die Hoffnung verloren. Die
einen unter euch haben gelästert, andere geflucht, und wieder andere
den Tod herbeigesehnt.
32. So gelangten viele von euch zu Mir, um dann zu erfahren,
dass meine Quelle der Barmherzigkeit die einzige ist, die niemals
versiegt, und dass man sie nur aufsuchen muss, um zu fühlen, wie
sie sich auf jede betrübte Seele ergießt.
33. Bald werdet ihr nicht nur ein Volk, sondern die ganze
Menschheit von sich selbst enttäuscht sehen, überzeugt davon, dass
all ihre menschliche Macht, ihr Reichtum oder ihre Wissenschaft
keine ausreichenden Kräfte sind, um ihre Fragen zu beantworten,
um ihrer Seele Frieden zu geben, oder um ihren Schmerz zu lindern.
Dann werdet ihr sie die Quelle der Wahrheit jenseits ihrer Welt
suchen sehen, jenseits der Menschen und ihrer falschen Macht.
34. Wie viele werden Mich suchen und unmittelbar von Geist zu
Geist befragen! Ich werde ihnen antworten, aber wie viele werden
auch euren Weg kreuzen und euch fragen, euch um Licht bitten.
Diese sollt ihr in meinem Namen empfangen und ihnen von dem
geben, was Ich euch anvertraut habe.
35. Wenn ihr euren Mitmenschen wirklich mit Liebe, mit Licht,
mit Vergeistigung gebt ─ wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet nicht
nur den Glauben an den Vater in ihnen entzünden, sondern ihnen
auch das Vertrauen in die Menschen zurückgeben, jenes Vertrauen,
das unter euch als Kinder Gottes bestehen soll.
36. Ich kenne eure Verdienste. Ich beobachte die, die ihre
materiellen Geschäfte verlassen haben, um mein Wort zu vernehmen,
jene, die auf die Befriedigung irgendeines Vergnügens
verzichtet haben oder darauf, einige Stunden der Ruhe zu genießen,
um bei Mir zu sein, oder jene, die die Kritik oder das Gerede ihrer
Angehörigen ertragen und all dies gering geachtet haben und in dem
Augenblicke zugegen sind, wenn Ich euch meine Unterweisung
gebe.
37. Mein Segen und mein Friede sei mit ihnen. Ich segne das
Verlangen derer, die sich vervollkommnen wollen, Ich segne die, die
Hunger und Durst nach Erkenntnis haben. Es sind die, die eine
Änderung ihres Lebens und ihrer Sitten wollen, um sich ihrem
Herrn näher zu fühlen. Wenn sie unbeirrbar auf ihrem Wege bleiben,
werden sie bis zum Ende desselben gelangen und das erreichen, was
sie so sehr ersehnen.
38. Es ist der Wille des Meisters, dass das ganze Glaubensvolk
so herbeikommt, um Mich zu vernehmen, mit einem zutiefst
geistigen Verlangen; dass ihr nur davon träumen würdet, euer Leben
zu bessern, und dass ihr alles aufgeben würdet, was es an Unreinem
in eurer Vergangenheit gab. Es stimmt, dass ihr euch alle darum
bemüht, dieses Ziel zu erreichen, die einen mit mehr Eifer, die
anderen nur schwach, aber ihr alle bemüht euch, besser zu werden,
als ihr früher wart. Meint ihr, dass Ich die Schlachten, die ihr
schlagt, nicht sehe?
39. Noch immer versuchen euch die Laster, die Leidenschaften,
die Abgötterei. Doch ihr betet in jenen Augenblicken, und euer
Glaube hilft euch, davor bewahrt zu werden. Eure Seele ist darauf
vorbereitet, Mich in dieser Offenbarungsform zu empfangen und
Mich durch dieses Verständigungsmittel zu vernehmen. Doch diese
Vorbereitung hat sie nicht auf der Erde erhalten, sondern während
ihrer ganzen seelischen Entwicklung, und es war für euch notwendig,
viele auf eurem Gang durch die Welt angenommenen
Neigungen abzulegen, um meine Kundgebung in dieser Zeit zu
verstehen.
Jene, die sich nicht vorbereitet haben, werden diese Kundgebung
nicht als Wahrheit anerkennen. Deshalb seht ihr im Schoße eurer
Familien Entzweiungen: Eltern, die aus diesem Grunde ihre eigenen
Kinder verkennen; Kinder, die zu Richtern ihrer Eltern werden;
Geschwister, die sich früher verstanden, und die sich heute ansehen,
als ob sie Fremde wären; und Eheleute, die streiten und sich sogar
gegenseitig ablehnen, weil der eine glaubt und der andere verneint.
40. Es ist nicht das erste Mal, dass dies geschieht. In der Zeit
meines Predigens verkannten sich die Menschen auch; denn
während die einen an mein Wort glaubten und sogar ihr Leben
hingaben, weil sie an seiner Wahrheit festhielten, bezeichneten es
andere als Betrug und Unwahrheit.
41. Wenn die Menschen ihren Herrn wirklich erwartet hätten,
wären sie nicht verwirrt gewesen, so wie jene nicht verwirrt waren,
die ihn innigst ersehnten, erwarteten und nach ihm riefen.
42. Ich habe euch gesagt, dass ihr alle eure Mitmenschen ohne
Ausnahme dazu einladen sollt, sich an meinen Tisch zu setzen.
Denn obwohl derzeit nicht alle an Mich glauben, muss Ich zu allen
sprechen.
43. Seinerzeit machte Ich Mich auf den Weg zu den Menschenscharen.
Der Ort, an dem Ich zu ihnen sprach, war Mir immer
gleichgültig. Ich sprach zu ihnen sowohl in einer Vorhalle des
Tempels, als auch unterwegs, in einer Talaue oder am Meeresufer
oder auf dem Gipfel eines Berges.
44. In der heutigen Zeit, in der die Vorbereitung eines Stimmträgers
nötig ist, um zu euch zu sprechen ─ eines unbedeutenden
Geschöpfes, das nicht fähig wäre, von meinem Strahle durch-
drungen, auf Straßen oder Wegen zu Plätzen und Städten
aufzubrechen, um mein Wort an die Menschenmassen zu richten ─
habe Ich euch in bescheidenen Andachtsräumen versammelt, um
euch mein Wort zu geben. Anstatt dass Ich zu den Menschen gehe,
kommen sie herbei, um Mich zu vernehmen. Darum sage Ich denen,
die Tag für Tag zu Mir kommen: Ruft eure Mitmenschen in den
Schatten meines Baumes, wo sie meine Stimme hören können.
45. Ich bereite euch vor, denn nun beginnt ein neuer Zeitabschnitt.
Eine Zeit großer Geistigkeit und Erhebung bricht an, was
dort eintritt, wo Ich euch mein Wort gebe.
46. Drei weitere Jahre lang werde Ich euch meine Unterweisung
durch das Verstandesvermögen des Menschen geben, die wie drei
Tage sein werden, weil die Zeit unaufhaltsam vergeht.
47. Wie viel Nachsicht und wie viel Entgegenkommen ist dir in
meinem Werke zuteilgeworden, o Volk! Ich muss euch jedoch
darauf hinweisen, dass alles seine Grenze hat, und jene Zugeständnisse,
die der Vater euch gemacht hat, enden müssen. Bald
werdet ihr wirkliche Hochachtung vor allem zu bewahren verstehen,
was wahre Zurüstung bedeutet.
48. Mein Werk ist nicht eine von so vielen Lehren, ist nicht eine
weitere Sekte auf der Welt. Diese Offenbarung, die Ich euch heute
gebracht habe, ist das Ewige Gesetz. Dennoch ─ wie viele Rituale
habt ihr ihm aus Mangel an Geistigkeit und Verständnis beigemengt,
wie viele Unlauterkeiten, bis ihr es schließlich entstellt habt. Wie
viele Kulthandlungen habt ihr in meine Lehre eingeführt, wobei ihr
sagt und glaubt, dass alles, was ihr getan habt, von Mir inspiriert
und angeordnet worden sei.
49. Es kommt nun eine Zeit, in der sich eure Augen öffnen
werden, und ihr das wahre Wesen des Spiritualismus begreift.
Wahrlich, Ich sage euch, mein Werk ist heiliger als alles, was ihr auf
der Welt dafür gehalten habt. Dennoch bin Ich bereit, alles zu
vergeben, worin ihr euch bei eurer Mission versündigt habt, und
durch eure Reue werdet ihr ein neues, geistigeres Leben beginnen,
indem ihr meine Unterweisungen mit größter Schlichtheit ausübt,
damit es wirklicher Spiritualismus ist, was ihr lehrt.
50. Wenn meine neuen Jünger seit 1866, als diese Unterweisungen
unter ihnen begannen, die geistige Essenz, die sie
empfingen, genutzt hätten ─ meint ihr nicht, dass sie diese Unterweisung
dann schon längst in sich aufgenommen hätten?
51. Es war nur natürlich, dass ihr, solange ihr meine
Offenbarung nicht beendet saht, Irrtümern anheimfallen und einige
der Unterweisungen falsch auslegen würdet, obwohl Ich sie in jeder
Einzelheit erklärt habe, damit euer Auffassungsvermögen sie verstünde.
Aber wenn mein Wort sein volles Maß unter euch erreicht
hat, sind jene Fehler nicht mehr zu rechtfertigen.
52. Ihr seid zu der Auffassung gekommen, dass Ich euch dieses
Werk in der Absicht gebracht habe, die materielle Armut zu
beseitigen, in der sich ein Teil der Menschen befindet, um euch
dabei behilflich zu sein, vor den andern als groß dazustehen. Doch
heute überrascht es euch, dass Ich euch geistige Güter bringe:
Barmherzigkeit, Trost, Balsam, die ihr mit größter Uneigennützigkeit
weitergeben sollt.
53. Die Wahrheit sieht so aus: Wer für die Dienste, die er seinen
Mitmenschen erwiesen hat, einen Preis verlangt hat, hat dies nicht
für mein Werk getan, das er verkauft hat. Wer einen Preis, einen
Preis des Verrats festgelegt hat, hat es für sich selbst getan.
54. Noch verbleibt eine kurze Zeitspanne, in der Ich frei zu euch
spreche, und niemand könnte behaupten, dass Ich ihn hart züchtigte
oder ihm die Fehler, die er machte, allzu sehr sühnen ließ. Denn
meine Unterweisung ist liebevoll, ebenso wie die Mittel, die Ich
anwende, um euch zu korrigieren.
55. Nicht der Lohn der Welt wird es sein, der euch Frieden und
Befriedigungen gibt. Diese werden als Belohnung für eine Pflichterfüllung
voller Nächstenliebe kommen, die ihr an euren Mitmenschen
ausübt.
56. Seid darüber hinaus Menschen guten Willens, wenn ihr den
Frieden liebt, dann wird er bei euch bleiben. Wahrlich, Ich sage
euch, es gibt keinen Schatz, der mit dem Frieden der Seele
vergleichbar wäre.
57. Ihr könnt sagen, dass es sich nur noch um eine sehr kurze
Zeitspanne handelt, bis dies Wort nicht mehr zu vernehmen ist.
Schon nähert sich die Zeit, in der ihr euch aufmachen sollt, um die
Frohe Botschaft zu verbreiten. Es wird das Vollmaß der Zeit des
Lichtes kommen, und auf eure Häupter wird der Geist des Herrn
herabkommen, so wie er damals auf meine Apostel herabkam und
dabei auf jedem von ihnen eine Feuerzunge erscheinen ließ als
Sinnbild des "Wortes" oder der Geistesgabe des Wortes, die ihnen in
diesem Augenblicke gewährt wurde.
Es ist notwendig, dass ihr in meiner Lehre verbleibt, damit sich
mein Wille an euch vollziehen kann. Wenn ihr um meines Werkes
willen Demütigungen erleiden solltet, so ertragt sie mit Geduld und
vergebt. Richtet eure Blicke auf Jesus und seht, wie Er in jener Zeit
die größten Demütigungen unter den Menschen erduldete, ohne
aufzubegehren, und stattdessen denen vergab und die liebte, die ihn
beleidigten.
58. Als Ich euch sagte, dass ihr jenem, der euch auf die linke
Wange schlagen würde, als Zeichen der Vergebung auch die rechte
darbieten solltet, beschränkte Ich meine Lehre nicht nur auf Worte.
Wie viele Male empfing Ich in den letzten Tagen, die Ich auf der
Welt verbrachte, auf meinem Gesicht und auf meinem Körper
entweder Geißelhiebe oder Schläge, ohne dass mein Herz zornig
wurde, noch mein Blick Groll zeigte. Meine Sanftmut, die Güte, mit
der Ich jene Menschen ansah, bewirkten viele Wunder, viele
Bekehrungen, die nur Ich sah. Der Heiland Jesus kam darum, um
euch den Weg der seelischen Aufwärtsentwicklung durch die Demut
zu zeigen.
59. Von der Stunde meiner Geburt als Mensch an offenbarte
sich der Welt die göttliche Demut voll und ganz ─ seit jener kalten
Nacht, in der eine seelisch und körperlich reinste Frau voll Freude
vom Inneren eines Stalles aus zu ihrem Herrn betete, dem einzigen
Zufluchtsort, der sich in jener Nacht öffnete, um in seinem Schoße
den Heiland der Welt zu empfangen. Dort in der Krippe, die meine
Wiege war, begann die Lektion der Liebe und Demut, die Ich den
Menschen brachte.
60. Heute lebt ihr in einer anderen Zeit. Ich bin zu euch
zurückgekehrt, und obwohl es nicht als Mensch gewesen ist, habe
Ich euch aufs Neue meine Lehre der Demut gelehrt. Die Finsternis,
in die die Menschheit in dieser Zeit gehüllt ist, ist schwärzer als die
jener Nacht, in der Jesus geboren wurde. Die Härte der Herzen, die
die Kunde von meiner Wiederkunft empfangen haben, ist wie die
Felsen jener Grotte gewesen, in der der Kindgott seine Augen dem
Lichte dieser Welt öffnete. Die Gleichgültigkeit der Menschen
gegenüber dem Ewigen, gegenüber dem Geistigen und ihr Mangel
an Liebe untereinander sind wie die Kälte jener gesegneten Nacht.
Und die Sprödigkeit der Verstandesorgane, durch die Ich Mich in
dieser Zeit kundtue, die Rauheit ihrer Herzen sind wie das harte
Stroh der Krippe gewesen. So begann Ich aufs Neue meine
Unterweisung unter euch. Doch Ich frage euch: Werde Ich sie wie
damals auch an einem Kreuz beenden?
61. Blickt auf meine Spur und folgt ihr. Wenn ihr auf ihr dem
Leiden, dem Opfer, der Entsagung, der Demütigung begegnet, so
richtet euren Blick auf Jesus, und Ich werde euch meine Kraft
senden und euch meinen Arm als Kreuzträger geben, um euch zu
helfen, euer Kreuz zu tragen.
Mein Friede sei mit euch!

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