BWL - Band VII - Unterweisung 196


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 196:
1. Hier ist der Vater, der kommt, um sich dem Volke zu
offenbaren, das den Namen seines Gottes zu allen Zeiten angerufen
hat und sagt, dass es ihn liebt. Ich sehe, dass ihr weint. Über eure
Wangen fließen viele Tränen, doch nicht aus Liebe zu meiner
Göttlichkeit, sondern aus Schmerz, weil euer Leben voller Bitternis
ist. Es ist nicht ein Kreuz, das ihr tragt, es ist eine schwere Last, die
ihr nicht mehr ertragt. Der Grund dafür ist, dass ihr die Unterweisung
vergessen habt, das Buch geschlossen habt und euch von
den Geboten entfernt habt, die es enthält.
2. O Volk, das dies Wort vernimmt! Nicht nur die Nationen
haben sich entzweit, auch unter euch gibt es die Entzweiung. Habt
ihr vergessen, dass ihr 1931 vor der Lade des neuen Bundes
Vereinigung und Gehorsam gelobt habt? Ihr stellt eure Anordnungen
und euren Willen über den meinen. Doch Ich werde eure Traditionen
und unvollkommenen Gesetze zerstören, damit man mein
Werk erkennt und mein Gesetz erfüllt. Ich werde die Selbstsucht,
den Hochmut und jeden schlechten Samen mit meinem Gerichte
heimsuchen. Die "Herren" werden aus diesem Volke verschwinden,
und nur die Jünger, die Diener werden übrig bleiben. Für den, der
sich über sein Volk erheben und es unterdrücken möchte, wäre es
besser, von der Erde genommen zu werden.
3. Das Jahr 1947 geht nun zu Ende, und an seinem letzten Tag
ist es notwendig, dass ihr einen festen Vorsatz zur Erfüllung eurer
Aufgabe fasst, damit es nicht mein Gericht ist, das euch den Weg
erkennen lässt.
4. Wollt ihr nicht, dass diese Unterweisung ans Licht kommt
und die Menschheit sie kennenlernt? Wahrlich, Ich sage euch, es
gibt welche, die, anstatt das Bekanntwerden meiner Lehre zu
erleichtern, sich damit befasst haben, meine Schritte auf dem Wege
aufzuhalten. Ich berühre das Herz der Menschen, damit sie diese
Offenbarung erkennen, damit sie dieselbe rein empfangen, so wie
Ich sie euch gegeben und anvertraut habe.
5. Wenn jemand nicht damit einverstanden sein sollte, einen
Zweig des Baumes zu besitzen, so gebe er ihn Mir zurück. Es ist
besser, wenn Ich ihn zurückbekomme, als dass ihr ihn verkrümmt
wachsen lasst. Der Vater sagt euch dies, weil Ich Gemeinden sehe,
die ihre Tore der Wohltätigkeit verschlossen haben, und die
Notleidenden dort draußen schluchzen, und Ich die Toten sehe.
6. Diener meines Werkes, vernehmt meine Vorschriften und
befolgt sie, denn die Menschen werden eure Schritte nicht aufhalten.
Niemand kann verhindern, dass sich dieser göttliche Plan vollzieht,
von dem Ich euch einen Teil anvertraut habe, wenn ihr dies Werk
frei von jeder Geheimniskrämerei präsentiert, was ihr in diesen drei
letzten Jahren meiner Kundgabe erreichen könnt. 1950 werden
Menschen mit "unbeugsamen" Nacken kommen, die ─ von der
Größe meiner Kundgebung und der Reinheit eurer gottesdienstlichen
Handlungen bezwungen ─ vor ihrem Herrn niederfallen
werden.
Der Zeitraum ist kurz, dennoch genügt er, um die Vermaterialisierung,
den Fanatismus und alle Makel zu entfernen, an denen
eure Gottesverehrung krankt. Meine Lehre ist geistig, deshalb nennt
ihr euch Spiritualisten. Habt ihr jedoch darüber nachgedacht und
studiert, was dies bedeutet? Erscheint es euch etwa als richtig, wenn
ihr den Spiritualismus mit Worten predigt, mit euren Werken jedoch
gerade das Gegenteil ausposaunt?
7. Wie groß und rein werdet ihr mein Werk erblicken, wenn ihr
dies Licht nutzt, das Ich euch gerade sende!
8. Von denen, die jeder Gemeinde vorstehen, hängt es ab, ob das
Volk sich geistig erhebt und meine Vorschriften befolgt. Auch wenn
meine Goldfedern nicht mitschreiben würden, lasse Ich meine Worte
mit unauslöschlichen Buchstaben im Geiste dieses Volkes zurück.
Doch wenn ihr euch einmal auf einer größeren Höhe der Vergeistigung
befindet, werden eure Augen staunen, wenn sie die
Wunder erblicken, die Ich unter euch tun werde. Ihr werdet dann
wegen des Abschiednehmens meines Wortes nicht leiden, weil ihr
meine Gegenwart nahe fühlen werdet. Weil der Stimmträger fehlt,
um Mich zu vernehmen, werden sich eure Geistesgaben stärker
entfalten, wodurch euch große Freude und Glauben zuteil werden
wird, weil ihr Mich als Helfer bei der Inspiration, dem geistigen
Gesicht, den prophetischen Träumen, der Intuition haben werdet. Ihr
werdet euch daran erquicken, euer eigenes Wort zu hören und eure
Kranken genesen zu sehen.
9. Die Geistige Welt, die immer mehr Licht und immer größere
Macht besitzt, wird der gute Beschützer und der treue Wächter des
Volkes sein, damit alle auf meinen Feldern ihre Aufgabe erfüllen
und arbeiten. Ich sehe nur Seelen, ohne einen Unterschied zu
machen zwischen denen, die im Körper sind, und denen, die frei von
ihm sind.
10. Dies ist das Licht des Sechsten Siegels, das in dieser Zeit
durch meine Barmherzigkeit gelöst worden ist. Ich sandte euch
schon zu jener Zeit Jesus, meinen göttlichen Sohn, den einzigen, der
auf Erden meine Gebote befolgt und den Willen seines Vaters erfüllt
hat. Doch Ich sandte Ihn, damit Er die Menschen zu seinen Jüngern
machen würde, und sie in der Nachfolge des Meisters den Vater
verherrlichen würden. Ich sandte Ihn, und Er gab euch Leben. Doch
wie habt ihr Ihn Mir zurückgegeben? Heute komme Ich aufs Neue
zu euch ─ nicht als Mensch, sondern als Tröstergeist.
11. Nutzt meine liebevolle Hilfe und erwacht ganz zum Lichte,
damit euer Herz feinfühlig wird. Lasst eure Seele ein Leben der
Ergebung und des Gehorsams führen und zu meinem Jünger
werden. Glaubt an dies Wort, das Ich euch derzeit durch die
Stimmträger gebe, und arbeitet an euch, damit ihr seine Essenz fühlt
und seine Wahrheit verinnerlicht.
12. Die Sprachrohre, derer Ich Mich bedient habe, damit mein
Wort zu euch gelangt, sind wahrlich nicht vollkommen. Doch sie
sind von Mir ausgewählt worden, um meine Ratschlüsse auszuführen,
und so mein Versprechen, zu euch zurückzukehren, zu
erfüllen. Aber die Kundgebungen, die ihr heute miterlebt, werden
1950 aufhören, um einer höheren, reineren, geistigeren Offenbarung
Platz zu machen, welche die Zwiesprache von Geist zu Geist sein
wird, bei der das Kind mit seinem Himmlischen Vater sprechen
kann, ohne die Vermittlung durch Menschen oder Geistwesen, und
es Seine Inspiration ohne irgendeine Begrenzung empfangen kann.
13. Begnügt euch vorerst damit, Mich in dieser Form zu hören,
solange ihr euch darauf vorbereitet, in die neue Zeit eingehen zu
können. Ergründet mein Wort und sättigt euch an seinem Sinngehalt.
Lasst die Seele sich erheben, damit sie zu Mir gelangt und aus dem
Brunnquell trinken kann, bis sie ihren Durst löscht.
14. Haltet euch nicht damit auf, den Stimmträger zu beurteilen,
dessen Ich Mich bediene, versucht auch nicht zu ergründen, warum
er erwählt worden ist. Ich allein kenne seinen Ursprung und seine
Bestimmung bei diesem schwierigen Auftrag, der für einige die
Verwirklichung eines hohen Ideals ist, und für andere eine Sühneleistung
und eine sehr große Prüfung darstellt.
15. Ihr alle könnt dahin gelangen, Mir zu dienen und die Zeit zu
nutzen, die Ich euch gewährt habe. Eure Aufgabe ist es, das Böse
abzuwehren, den Weg derer zu ebnen, die nach euch kommen
werden, und die Fundamente einer Menschheit zu legen, die Mich
zu lieben und mit Mir eins zu werden versteht.
16. Zu allen Zeiten habe Ich euch Gelegenheiten zum Wirken
gegeben, damit ihr einen weiteren Schritt auf eurem Entwicklungswege
macht. Ich habe euch die Unterweisung und die Mittel zum
Aufstieg gegeben, damit ihr Mir näher kommen könnt. Aber wie
viele haben, nachdem sie zum Ende des Lebensweges gelangt und
zum "Geistigen Tal" zurückgekehrt sind, ihr Leben überprüft und
haben es nichtig, ohne Verdienste befunden. Dann haben sie Mich
um eine weitere Gelegenheit gebeten, um ihrer Seele die Würde und
die Anmut zurückzugeben, derer sie sie beraubten, und Mir so eine
bessere Auftragserfüllung darzubringen. Ich habe ihnen das erbetene
Geschenk gewährt, und sie sind zur Erde zurückgekehrt.
17. Ich habe die Seele mit Intelligenz und Willen ausgestattet,
damit sie den richtigen Weg wählt und sich von den Fallstricken und
Gefahren fernzuhalten versteht, die ihr in jedem Augenblick
auflauern. Ich habe zugelassen, dass das Gute und das Böse
existiert, damit der Mensch aus Liebe zu Mir und aus Achtung vor
sich selbst das Böse besiegt und sich von ihm fernhält. Wenn es nur
einen Weg gäbe, und ihr eure Mission unbewusst, von der Macht der
Naturgesetze getragen erfülltet, wie es die Sterne, die Naturkräfte
oder die tieferstehenden Wesen tun, so hättet ihr keinerlei Verdienst,
wenn ihr auf dem Wege der Tugend wandeln würdet. Es gäbe kein
Ringen, kein Streben, noch Erfahrungen in eurer Seele. Doch Ich
zeichnete einen Weg der Entwicklung vor und stellte euch an den
Beginn desselben, damit ihr durch eure eigenen Anstrengungen
aufsteigen würdet, damit ihr alle diesen Weg kennenlernen würdet,
der der einzige ist, auf dem man zu Mir gelange kann.
18. Bringt meine Unterweisung und handelt nicht pflichtwidrig,
noch wie die schlechten Jünger. Da ihr Fähigkeiten und Gnadengaben
in euch tragt, mit denen ihr eure Mitmenschen führen und
ihnen viele Übel, die sie heute treffen, erleichtern könnt, verheimlicht
ihnen diese nicht. Lasst eure Seele mit der Erfahrung sprechen,
die sie erreicht hat. So werdet ihr innerhalb dieses großen Werkes
das aufbauen, was euch zukommt.
19. Ihr werdet dann die Schafe retten, die sich verirrt haben, und
werdet dem Hirten, der Ich bin, dabei helfen, ihre volle Zahl in der
Schafhürde zusammenzubringen. Auf diese Weise werdet ihr die
Verdienste erwerben, um die Ich euch gebeten habe, damit ihr den
Aufstieg eurer Seele erreicht.
20. An diesem Tage, seit dem ersten Morgengrauen, erheben
sich viele Seelen im Gebet für die, die sie "ihre Toten" nennen. Ich
sage euch, dass es sehr gut ist, dass ihr ihrer gedenkt, dass ihr für sie
einen Gedanken der Dankbarkeit, der Liebe, der Bewunderung habt.
Aber was nicht gut ist, ist das, dass ihr ihretwegen weint, als ob sie
Güter wären, die ihr verloren habt, und auch das, dass ihr sie für tot
haltet. Denn wenn ihr sie in jenen Augenblicken sehen könntet, in
denen eure Augen um ihretwillen Tränen vergießen, und eure Brust
um derer willen seufzt, die dahinschieden, so wäret ihr erstaunt
angesichts des Lichtes, das sie erleuchtet, und des Lebens, das sie
beseelt. Dann würdet ihr ausrufen: "Wahrlich, sie sind es, die leben,
und wir sind die Toten."
21. Lebt ihr nicht wirklich in einem Wahne, wenn ihr angesichts
eines leblosen Körpers Tränen vergießt, wobei ihr vergesst, dass die
Seele lebt, vibriert und pulsiert?
22. Auch muss Ich euch sagen: Wenn ihr mit denen, die in das
Geistige Leben eingingen, anstatt ihnen nach dieser Tradition einen
Tag zu weihen, immer durch das Band des Gebetes vereint wäret, so
würde ihr unsichtbares, aber reales Wesen und ihr wohltätiger
Einfluss in eurem Leben während eures ganzen Daseins von euch
empfunden werden ─ in euren Kämpfen, in euren Prüfungen, und
auch in euren lieblichen Augenblicken. Und jene Wesen hätten
ihrerseits Gelegenheit, bei euren edlen Werken und Vorhaben mitzuwirken,
wodurch sie mehr Licht erlangen würden.
23. Ich sagte einst: "Lasst die "Toten" ihre Toten begraben."
Wenn ihr meine Worte mit Aufmerksamkeit und mit Liebe
ergründet, werdet ihr erkennen, wie viel Grund Ich dazu hatte, als
Ich euch dies sagte.
24. Ich sehe, dass ihr alle im Herzen und in eurer bildhaften
Erinnerung das letzte Bild, den körperlichen Anblick eurer Angehörigen
tragt. Wer in der Kindheit hinschied, an den erinnert ihr
euch als Kind. Wer dies Leben erst im hohen Alter seines Erdenkleides
verließ, an den erinnert ihr euch als einen Greis. Ebenso ist
es bei dem, der sich eines vom Schmerz verzehrten Körpers
entledigte oder während eines schmerzhaften Todeskampfes hinschied.
Er bleibt so für immer in eurer Erinnerung. Doch es ist
notwendig, dass ihr über den Unterschied nachdenkt, der zwischen
dem, was Körper ist, und dem, was Seele ist, besteht, damit ihr zu
dem Schluss kommt, dass dort, wo der Mensch stirbt, die Seele in
ein neues Leben hineingeboren wird, und dort, wo sich die einen
Augen für das Licht der Welt schließen, andere sich für das göttliche
Licht öffnen, welches das ewige Leben der Seele erhellt.
25. Ich sagte euch einmal, dass der Mensch aus Neigung
abgöttisch ist, und durch diesen Kult für seine "Toten" gibt er einen
greifbaren Beweis seiner Abgötterei. Aber meine Lehre ist wie eine
Morgenröte von unendlicher Schönheit in eurem Leben erschienen
und hat die Schatten einer langen Nacht der Unwissenheit vertrieben,
in der die Menschen immer haltlos gelebt haben. Doch dies
Licht, das wie ein göttlicher Stern in die Unendlichkeit emporsteigt,
wird seine schönsten Lichtfunken auf eure Seele ausstrahlen, in
einer Schulung, die euch mit sicherem Schritte soweit bringen wird,
jenes Lebens teilhaftig zu werden, in das ihr alle schließlich durch
eure Aufwärtsentwicklung eingehen werdet.
26. Ihr werdet nicht mehr zu denen gehören, die um jene, die
hingeschieden sind, um in einer besseren Lebenswelt zu leben,
bitterlich weinen, noch werdet ihr zu denen gehören, die als
Geistwesen um derer willen Tränen vergießen, die sie zurückgelassen
haben, oder weil sie jenen Körper verlassen haben, der
ihnen ein ganzes Leben lang als Hülle gedient hat.
27. Es gibt Wesen, die leiden und sich ängstigen, wenn sie den
Zerfall des Körpers betrachten, den sie so sehr liebten. Doch ihr sollt
zu jenen gehören, die, wenn sie sehen, dass das Ende einer von
jenem menschlichen Körper vollbrachten Aufgabe gekommen ist,
ein Danklied zum Schöpfer anstimmen.
28. Heute vergebe Ich euch alle eure Verfehlungen und zeige
euch zugleich eine Seite des göttlichen Buches des Lebens, durch
deren Unterweisungen ihr eure Seele und euren Verstand erleuchten
könnt, damit ihr Werke tut, die Dessen würdig sind, der sie euch
gelehrt hat.
29. Ihr übernehmt nun eine große Verantwortung gegenüber der
Menschheit, und je mehr Unterweisungen ihr von Mir empfangt,
desto größer wird diese Verantwortung. Denn ihr seid das Volk, das
zur Welt von Vergeistigung sprechen muss. In euch eingepflanzt
werde Ich unter der Menschheit die vollkommene Art und Weise,
mit Mir Zwiesprache zu halten, zurücklassen, ohne abgöttische
Riten und Kulthandlungen, einfach von Geist zu Geist.
30. Diese gesegnete Saat, die nun in euren Herzen ist, wird das
Brot sein, das ihr mit euren Mitmenschen teilen sollt, und es wird
auch das geistige Erbe sein, das ihr euren Kindern vermacht.
31. Als Ich euch sagte: "Liebet einander" ─ denkt nicht, dass
damit nur die Achtung gegenüber euren Nächsten gemeint war,
sondern auch jene von einer Welt gegenüber der anderen. Doch
heute sage Ich euch: Wenn ihr an die denkt, die gegangen sind, so
fühlt sie euch nicht ferne, und stellt sie euch auch nicht gefühllos
vor. Liebt sie und erinnert euch an sie nicht als Tote, gedenkt ihrer
nur als Lebende. Denn sie leben in der Ewigkeit und sind um euch.
32. Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid das Volk Israel, das
verschiedene Etappen durchlebt hat und bis in diese Zeit gelangt ist,
ohne behaupten zu können, dass es den Auftrag erfüllt hat, der seit
den ersten Zeiten auf ihm lastet. Es hat sich nicht vergeistigt, denn
Ich vernehme noch immer seine Wehklagen, wenn es seine Angehörigen
hinscheiden sieht, die es mit "Toten" verwechselt.
33. Daher gebe Ich euch Licht, Bewohner dieser Erde, denn ihr
habt es nötiger als jene, die ins Jenseits geschieden sind, weil ihr die
Toten seid, während sie in der Ewigkeit leben.
34. Jenen Wesen ist es von Mir gewährt worden, sich euch im
Augenblick eurer Andacht zu nähern. Doch Ich sage euch, dass ihr
ihrer nicht mehr in der menschlichen Gestalt, die sie hatten,
gedenken sollt, weil sie nun Lichtgeister sind.
35. Seid nicht nur den Traditionen der Welt zugetan, wobei ihr
die Gnade verschmäht, die sich in dieser Zeit auf euch ergießt.
Bedenkt: Während ihr hier die Zeit vergeuden könnt, schreiten die
Seelen im Jenseits weiter voran.
36. Beherrscht den Körper, damit ihr diese Gelegenheit zur
seelischen Befreiung und Erhebung nutzen könnt. Denn Ich werde
euch in das Geistige abberufen müssen, und ihr werdet dann das
Gesetz der Entwicklung erfüllen müssen, und die Seele wird mit
ansehen, wie sich der Körper im Innern der Erde zersetzt.
37. Wenn ihr nicht von Verwirrtheit umfangen an die Schwellen
der Ewigkeit gelangen wollt, so kämpft um euren Fortschritt,
erwerbt euch Verdienste auf der Welt, indem ihr die distanzierten
Menschen meinem Werke näherbringt, für den Frieden der Nationen
betet und euch einsetzt, Barmherzigkeit und Liebe unter euren
Mitmenschen verbreitet.
38. Noch immer gibt es den, der Mir sagt: "Herr, wenn Du der
allmächtige Gott bist, so gib mir einen Beweis Deiner Macht." Doch
Ich sage euch: Wie unreif seid ihr, wenn ihr so zu Dem sprecht, der
durch sein bloßes Wollen bewirken würde, dass die Erde zerfällt.
39. Ich mache Mich in der Seele fühlbar, die das ist, was zu Mir
kommen muss, und die meine Essenz erkennen kann. Euer Leib ist
Materie, der Ich ihre Schwachheiten vergebe.
40. Läutere dich, o Volk, damit ihr eure Seele mit ihrem Körper
in Einklang bringen könnt, und ihr euch so durch eigene Verdienste
zu Mir erhebt. Lasst die Menschen Mich in verschiedenen Kirchen
und Sekten suchen, verurteilt sie nicht, denn ihr könnt auch noch
keine vollkommenen Werke vollbringen.
41. Lasst die Götzendiener, Nachkommen und Nachahmer
Aarons, Formgeber von Göttern, weiterhin ihre verschiedenen Gottheiten
in Götzenfiguren und Bildern anbeten. Sie werden nun aus
ihrem tiefen Schlafe erwachen.
42. Eure Sache ist es, die Saat der Vergeistigung zu säen, indem
ihr den Menschen vor Augen führt, dass die innerliche Gottesverehrung
die dem Vater wohlgefälligste ist. Auf diese Weise
werden die Menschen die Gegenwart des Geistigen und des
Göttlichen fühlen, ohne zu verlangen zu sehen, um zu glauben. So
wie ihr in diesen Augenblicken die Gegenwart jener geistigen Wesen
gefühlt habt, derer ihr in Liebe und Dankbarkeit gedenkt, und die
sich euch wie ein Duft genähert haben, oder wie eine Verlockung,
die euch einlädt, dem Weg zu folgen, den sie euch vorzeichnen. Jene
Wesen nähern sich den Menschen, ohne noch das Verlangen nach
den Eitelkeiten dieser Welt zu fühlen, und nur deshalb, um in den
Seelen den Wunsch zu erwecken, jenes Leben zu erlangen, das euch
erwartet.
43. Jene, die wegen des Verlustes ihrer Angehörigen Tränen
vergießen, sind die "Toten", die ihre Toten beklagen, sind jene, die
in ihrer Unwissenheit vermaterialisiert sind, die den Sinn des
Lebens nicht verstehen, und die, obwohl sie behaupten, an die
Unsterblichkeit der Seele zu glauben, mit ihrem Weinen und ihrer
Trauer beweisen, dass sie keine Spur von Glauben haben. Denn sie
weinen um "Tote", die in Wahrheit leben, nur weil sie sie nicht
sehen, oder weil ihr Körper verschwunden ist.
44. Verbleibt im Frieden, dem Gebote Christi gemäß, der euch
ein weiteres Mal sagt: "Liebet einander."
45. Kommt zu Mir und stärkt euch, auferstehet zum Leben der
Gnade. Werdet zu meinen Jüngern, Botschaftern der Frohen Botschaft.
Die Welt verlangt nach meiner Gegenwart, und Ich werde
mein Wort durch eure Übermittlung zu ihr gelangen lassen. Da gibt
es die, die Mich schon seit langem erwarten, solche, die geahnt
haben, dass nun die Stunde meiner Gegenwart in der Welt
gekommen ist, um die Seelen auf den Weg des Fortschritts und der
Vergeistigung zu lenken.
Doch bevor Ich euch aussende, müsst ihr euch reinigen und
ausbilden. Wenn die Leiden euch niederdrücken, und ihr euch müde
fühlt, so erinnert euch daran, dass Ich euer Beistand bin und euch
beim Kreuztragen helfe, damit ihr nicht unter seinem Gewicht
zusammenbrecht. Wenn ihr betet und euch der Erfüllung eurer
Aufgabe widmet, wird es keine Prüfung und kein Hindernis geben,
das euch schwach werden lässt. Ihr werdet euren Weg mit einem
Lächeln auf den Lippen und mit Hoffnung im Herzen gehen. Ihr
werdet die Zukunft nicht fürchten, und jedes schlechte Urteil oder
Vorhaben gegen euch wird zunichte werden. Verleugnet Mich nicht,
auch wenn ihr sehr geprüft werdet. Denn ihr wisst nicht, ob es mein
Wille ist, euch auf dem Höhepunkt der Prüfung ein Wunder zu
gewähren, um zu bezeugen, dass ihr meine Jünger seid.
46. Höret und ergründet mein Gleichnis:
47. Im Verlangen nach Barmherzigkeit näherte sich einem
Hause eine Menschenmenge von Hungrigen, Kranken und Nackten.
Die Verwalter des Hauses rüsteten es unablässig zu, um die
Durchziehenden an ihrem Tische zu bewirten.
Der Gutsbesitzer, Eigentümer und Herr jener Ländereien kam
dazu, um den Vorsitz des Festmahls einzunehmen.
Die Zeit verging, und die Bedürftigen fanden in dem Hause
immer Nahrung und Obdach.
48. Eines Tages sah jener Herr, dass das Wasser auf dem Tische
trübe war, dass die Speisen nicht gesund und wohlschmeckend und
die Tischtücher befleckt waren.
Da rief er die mit der Zurichtung der Speisetafel Beauftragten zu
sich und sagte ihnen: "Habt ihr die Leintücher gesehen und die
Speisen gekostet und von dem Wasser getrunken?"
"Ja, Herr," antworteten jene.
"Dann lasst, bevor ihr diesen Hungrigen zu essen gebt, zuerst
eure Kinder davon essen, und wenn sie die Speisen gut finden, gebt
diesen Gästen davon."
Die Kinder nahmen von dem Brot, den Früchten und was es auf
dem Tische gab; doch der Geschmack war widerwärtig, und es gab
Unzufriedenheit und Aufruhr dagegen, und sie beschwerten sich
heftig.
Da sagte der Gutsbesitzer denen, die noch warteten: "Kommt
unter einen Baum, denn ich werde euch die Früchte meines Gartens
und wohlschmeckende Speisen anbieten."
Doch zu den Dienstleuten sagte er dies: "Reinigt das Befleckte,
beseitigt den schlechten Geschmack von den Lippen derer, die ihr
enttäuscht habt. Ich habe keinen Gefallen an euch, denn ich habe
euch aufgetragen, alle Hungernden und Dürstenden zu empfangen,
um ihnen die besten Speisen und reines Wasser anzubieten, und ihr
habt es nicht befolgt. Eure Arbeit ist mir nicht wohlgefällig."
49. Der Herr jener Ländereien bereitete nun das Festmahl selbst
vor: Das Brot war gehaltvoll, die Früchte gesund und reif, das
Wasser frisch und erquickend. Dann lud er jene ein, die darauf
warteten ─ Bettler, Kranke und Aussätzige ─, und alle sättigten sich,
und ihre Freude war groß. Bald waren sie gesund und frei von
Leiden, und sie entschieden sich, auf dem Landgut zu bleiben.
Sie begannen die Felder zu bestellen, wurden zu Feldarbeitern,
doch sie waren schwach und wussten den Anweisungen jenes Herrn
nicht zu folgen. Sie vermischten verschiedenartige Samenkörner,
und das Erntegut entartete, der Weizen wurde vom Unkraut erstickt.
Als die Zeit der Ernte da war, kam der Gutsherr und sprach zu
ihnen: "Was tut ihr da, wo ich euch doch nur die Verwaltung des
Hauses aufgetragen habe, um die Gäste zu empfangen? Die Aussaat,
die ihr ausgebracht habt, ist nicht gut, andere sind zur Bestellung
der Felder bestimmt. Geht und säubert das Land von Disteln und
Unkraut und verwaltet dann wieder das Haus. Der Brunnen ist
ausgetrocknet, das Brot kräftigt nicht, und die Früchte sind bitter.
Tut an den Durchziehenden, was ich an euch getan habe. Wenn ihr
die, die sich an euch wenden, genährt und geheilt habt, wenn ihr den
Schmerz eurer Nächsten beseitigt habt, dann werde ich euch in
meinem Hause ausruhen lassen."
(Ende des Gleichnisses)
50. Mein Göttlicher Geist gibt euch dieses Wort, um euch auf
dem Lebensweg zu leiten und vor den Gefahren zu warnen, die euch
auflauern.
51. Ihr lebt in der Dritten Zeit, der Zeit der Vergeistigung.
52. Ich gebe eurem Herzen Frieden, Glauben und Hoffnung, und
es ist mein göttlicher Wille, dass ihr diese Botschaft in eurem
Herzen aufnehmt.
53. Bringt eure Sorgen vor den Herrn. Er hat euch geschaffen,
und zu ihm müsst ihr zurückkehren.
54. Es ist Zeit, dass ihr das Wort des Meisters studiert, auch ist
es Zeit, dass ihr euch in einer einzigen Gesinnung vereinigt, damit
ihr mit dieser erhabenen Liebe verbunden bleibt.
55. Jeder einzelne von euch hat einen Auftrag, den ihr bis jetzt
noch nicht erfüllt habt.
56. Wendet euch nicht ab von der Unterweisung, nehmt sie mit
Liebe auf, damit ihr morgen nicht dem Irrtum anheimfallt ─ jenem
Irrtum, der das Fortschreiten eurer Seele aufhalten und euch in den
schlammigen Gewässern der Verirrung versinken lassen würde.
57. Meine Wahrheit offenbart sich klarer, wenn Ich euch
vorbereitet sehe. Aber ihr seid noch Unwissende, solche, die Mich
noch nicht verstanden haben. Doch sage Ich euch auch dies: Ihr seid
diejenigen, die dem Vater am nächsten stehen, weil ihr auf dem
Wege zur Vergeistigung seid, einem Wege, der kein Ende hat.
Mein Friede sei mit euch!

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