BWL - Band VII - Unterweisung 202


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 202: (Weihnachten aus der Sicht des Vaters)
1. Seht mit dem Blick eures Geistes den Stern, der euch in die
Gegenwart eures Vaters führt.
2. Hier ist der Heiland, der euch in seinem Worte die göttliche
Wärme bringt, die eure durch die leidvolle Pilgerschaft des Lebens
geängstigten Seelen benötigen.
3. Wenn ihr euch Mir aufgrund des Schmerzes nähert, empfängt
euch meine Liebe. Habt Vertrauen und nehmt an der Feierlichkeit
dieser Kundgebung teil.
4. Ich will bei euch sein, so nahe eurem Herzen, dass ihr meine
Gegenwart wirklich fühlt. Ich will, dass ihr und Ich in der Harmonie
und Herzlichkeit dieser Nacht eins sind; dass euch bewusst ist, dass
Ich euer erstes Licht bin, die göttliche Verheißung, der unermüdliche
Meister, der sich bemüht, eure Seelen vollkommen, Gottes würdig
zu machen.
5. Ich will bei euch sein, auch wenn es nur eine Stunde ist, aber
auf solche Weise, dass es euch unmöglich ist, euch von Mir zu
trennen. Seht, Ich will euch mit Herzlichkeit, mit Hoffnung und
Heilbalsam erfüllen, und Ich will, dass ihr daran denkt, dass Ich in
einer Nacht wie dieser auf die Welt kam, um euch durch mein Leben
und vorbildliche Werke den Weg zu zeigen, der zum Himmelreich
führt.
6. Nähert euch Mir, damit ihr in euren Herzen die Essenz dieses
Wortes empfangt und euer Gebet, das im Stillen aus euren Herzen
dringt, sich in dieser feierlichen Stunde mit allen Gesängen der
Himmel vereint.
7. Betet alle, betet für die Armen, für die Betrübten, für die
Gefangenen, für die Kranken, für die Waisen. Betet, damit eure
Gedanken den Leidenden Linderung bringen, die Trauernden
aufmuntern und die Tränen derer trocknen, die weinen.
8. Es gibt keinen unter euch, so hart sein Herz auch sein mag,
der in diesen Augenblicken nicht innerlich bewegt ist. Doch Ich sage
euch auch, dass man, um an die anderen zu denken, sich selbst
vergessen muss. Dann werden sie, ihr und Ich in dieser Stunde
geistiger Gemeinschaft eins sein.
9. Ich habe euch in eurer Einsamkeit besucht, und wenn meine
Unterweisung dieses Tages zu Ende ist, werde Ich als Spur meiner
Gegenwart einen Duft hinterlassen, der für dies Volk unvergesslich
sein wird.
10. Lasst Mich die welken Blumen einsammeln, die eure
Herzen voller Trübsale und Wunden Mir darbringen, und Ich werde
dort eine Leuchte des Glaubens und der Hoffnung hinterlassen.
11. Euer Herz ist es, das heute mein Geist sucht, um aufs Neue
im Herzen der Menschheit aufzuerstehen.
12. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr aus meinen Sätzen euer
Gesetz macht, wenn ihr meinen Schritten folgt und Mich zum
Vorbild nehmt, wird in euren Herzen die göttliche Liebe zu erblühen
beginnen, die euch den Samen der Unsterblichkeit brachte, als sie
vor vielen Jahrhunderten Mensch wurde.
13. Ich selbst komme jetzt, um euch den Grund für diese Liebe
zu erklären, da ihr sie nicht begreifen konntet.
14. Eure Seele erbebt, während sie Mir zuhört, und sagt Mir:
"Herr, es hat den Anschein, dass Ich in jener Zeit bei Dir gewesen
bin. Dein Wort erinnert mich an alles. Willst Du mich aus dieser
Ungewissheit befreien, Meister?"
15. Wahrlich, Ich sage euch, in jener Zeit waren Geistwesen und
Menschen Zeugen meines Kommens und meines Werkes auf der
Welt.
16. Eure Seele ist dieselbe, auch wenn sie in einer anderen Welt
gelebt oder einen anderen Körper bewohnt hat. Heute weint sie mit
anderen Augen, aber ihr Wesen ist dasselbe, und ihre Fragen sind
dieselben. Auch sie fragt Mich, versucht Mich zu erblicken oder zu
entdecken. Dann sage Ich ihr, dass sie sich nicht fürchten soll, dass
sie frohgemut sein soll und sich bewusst werden soll, dass das
Leben in der Unendlichkeit eine ständige Befragung darstellt, und
dass es notwendig ist, demütig, beharrlich und von großer
Glaubensstärke zu sein, um die göttlichen Lektionen zu verstehen.
17. Ihr wollt oftmals zuerst das Große und danach das Kleine
verstehen. Beginnt jedoch damit, euch selbst zu erkennen. Ergründet
euch selbst, stellt euch selbst Fragen, und ihr werdet erleben, wie ihr
euch vom Feuer eures Wesens zu nähren beginnt. Denn Gott
entzündete es mit dem Feuer seines Heiligen Geistes.
18. Vage begreift ihr diese Unterweisung, weil ihr wisst, dass ihr
nicht mehr Erkenntnis haben könnt als diejenige, die eurer
Entwicklung entspricht. Aber Ich versichere euch, dass jene, die
Mich im Innern ihres Wesens, im Tempel ihrer eigenen Seele zu
suchen verstehen, bald eine Antwort auf jene Fragen erhalten
werden, für die sie jahrhundertelang keine Erklärung finden
konnten.
19. Wenn im Menschen Auflehnung gegenüber dem Geistigen
vorhanden ist, ist es nur natürlich, dass seine Kleingeistigkeit das
Unendliche nicht beurteilen kann. Und so viel der Meister auch von
der Größe des Vaters zu euch spricht, vermag der Mensch nicht zu
erfassen, was diese Wahrheit enthält.
20. Ich muss euch sagen, dass Ich zu euch gerade von jener
Kenntnis spreche, die ihr von Gott haben sollt. Denn alles zu
erfassen, in alles einzudringen und es zu erkennen, so wie ihr es
möchtet, das könnt ihr nicht erreichen.
21. Gott allein kennt Gott wirklich, sagt euch der Meister.
22. Volk, werde der tiefen Stille gewahr, mit der das Universum
in dieser Stunde ihren Herrn begrüßt und anbetet. Alles versinkt in
liebender Hingabe, in erhabener Betrachtung, in tiefer Anbetung.
23. Der Grund dafür ist, dass alle Wesen und alles Geschaffene
wissen, dass Ich eben jetzt mein Wort gebe, das gleiche Wort, das
von den Lippen Jesu kam, dem die Menschen und die Naturreiche
gehorchten, dem die unheilbaren Krankheiten weichen mussten und
bei dem die Toten auferstanden.
24. In dieser Nacht eines geistigen Festes für den, der sich
vorzubereiten und zu erheben versteht, habt ihr im Unsichtbaren, im
Unberührbaren die Gegenwart und den Besuch jener Wesen, die ihr
Engel nennt. Wenn ihr eure Seele wirklich vom Körper zu lösen
verstündet, würdet ihr die Felder, die Städte, die Heime und den
Weltraum vom himmlischen Glanz unzähliger Wesen, Boten des
Lichtes, des Friedens und der Liebe erleuchtet sehen.
25. Der Himmel nähert sich der Erde, und sein Licht sucht
sowohl den, der sich die Zeit zum Gedenken nimmt, als auch den,
der die geistige Wahrheit vergessen hat.
26. Freut euch, o Menschen, freut euch wenigstens in dieser
Nacht, da ihr diesen Frieden noch nicht für immer zu bewahren
vermögt.
27. Seid fröhlich mit natürlicher Fröhlichkeit des Herzens,
welche Herzlichkeit und Rückkehr zur Güte ist. Ja, seid fröhlich mit
Wonne des Geistes, welche ewige Erleuchtung ist.
28. "Heilige Nacht" nennt ihr diese Nacht im Gedenken an jene,
in der der Rabbi auf die Welt kam.
29. Unter dem göttlichen Einfluss dieser Erinnerungen kommen
sich die Menschen näher, man erinnert sich an Abwesende, vergibt
einander Kränkungen, die Familien kommen zusammen, die
Freunde besuchen sich, die Herzen werden von Hoffnung erfüllt.
Alle scheinen etwas Überraschendes zu erwarten, das sie nicht
genau sagen können ─ in der Nacht, in der die Menschen ein wenig
Herzlichkeit in die Härte ihrer Herzen einziehen lassen, und manche
ein wenig Spiritualität in ihren Materialismus. Doch Ich frage euch:
Meint ihr, dass nur diese Nacht würdig ist, von den Menschen
"heilig" genannt zu werden? Könntet ihr nicht mit ein wenig Liebe
alle Nächte und Tage eures Daseins zu "heiligen" machen, damit ihr
erleben würdet, dass das Leben in jedem Augenblick heilig ist?
30. Ihr sagt Mir: "Es ist die Nacht, in der wir jedes Jahr jener
Nacht gedenken, in der Du auf unsere Welt kamst, um uns eine
Botschaft der Liebe zu bringen." Doch Ich antworte euch, dass jene
Stunde den Augenblick anzeigte, in der jener Mensch geboren
wurde, in dem "das Wort" Mensch wurde, dass mein Geist jedoch
damals den Menschen ebenso nahe war, wie Er es zuvor gewesen
ist, und wie Er es heute ist.
31. Aber solange ihr nicht ein tägliches Leben führt, das ganz
und gar dem Gesetz, der Wahrheit und der Liebe untereinander
zugewandt ist, bemüht euch wenigstens darum, in dieser Nacht der
Erinnerung geistig vereint zu sein.
32. Sucht Mich alle, kommt alle zu Mir, aber kommt folgsam
und demütig und erwartet alles von der Barmherzigkeit eures Herrn.
33. Niemand komme mit Selbstherrlichkeit oder Eitelkeit, denn
Ich sage euch, dass ihr Mir als Bedürftige und Sünder, aber
Demütige, die ihre Schandflecken in den kristallklaren Wassern
meiner Vergebung waschen, lieber sind.
34. Ach, wenn ihr doch im Geiste mit Mir kommen und von
hier aus das ganze Elend der Menschheit sehen könntet!
35. Wenn die Mächtigen, die Reichen und die, die von
Annehmlichkeiten umgeben leben, in dieser Nacht bei Mir sein
wollten, würde Ich sie im Geiste zu den Orten des Schmerzes und
der Armut bringen, die sie nicht sehen wollen.
36. Dann würde Ich ihnen sagen: Verlasst für einen Augenblick
euer Fest und besuchen wir zusammen die Orte, wo eure Brüder, die
Armen leben. Sehen wir, wie sie diese gesegnete Nacht der
Kümmernisse für die einen und der Festlichkeiten für die anderen
begehen. Seid unbesorgt, würde Ich ihnen sagen, Ich bitte euch nur
um einige Augenblicke, danach werdet ihr zu eurem Fest und eurer
Lustbarkeit zurückkehren können. Dann würde Ich sie von Ort zu
Ort bringen und würde ihnen eine alte Mutter zeigen, die in der
Einsamkeit ihres elenden Nachtlagers den Verlust ihrer Kinder
beweint, die ihre Hoffnung waren, und die ihr durch den Krieg
entrissen wurden.
37. Diese Frau lebt nur von Erinnerungen und Gebeten.
Während es viele gibt, die sich an Vergnügungen berauschen, trinkt
sie den Leidenskelch. Ihre Seele wartet nur noch auf die Stunde, in
der sie diese Welt verlässt und in die Ewigkeit eingeht. Denn ihre
Hoffnung auf die Menschen ist schon seit langem erloschen.
38. Danach würde Ich ihnen Kinder zeigen, die unter den
Menschen umherstreunen, die das Leben ihrer Nächsten nicht
achten, die den Notleidenden weder lieben noch verstehen.
39. Ich würde bewirken, dass diese Menschen die so
tiefgründigen Fragen der Kinder vernehmen würden, die in ihrer
menschlichen Unwissenheit nach dem Grund für so viel Ungerechtigkeit,
so viel Gehässigkeit, Selbstsucht und Grausamkeit fragen.
40. Dann würde Ich sie zu jenen Orten bringen, wo das erstickte
Stöhnen und Klagen eines Kranken zu hören ist, der erlebte, wie
sein Körper zusammenbrach, so wie ein Ast abbricht, wenn ihn der
Sturm peitscht. Es sind die Kranken, die Besiegten, die Vergessenen.
41. Später würde Ich bewirken, dass uns die Tore der Zuchthäuser
durchlassen würden, damit sie die Tausenden von Menschen
erblicken würden, die aus Mangel an Liebe, Barmherzigkeit, Licht,
Gerechtigkeit und Frieden in das Dunkel eines Gefängnisses geraten
sind.42. Und so würde Ich ihnen von Ort zu Ort in einem einzigen
Bild das ganze Elend und den Schmerz vor Augen führen, den dies
Machtstreben, die Habgier, der Hass, der Materialismus und der
unstillbare Machthunger der Herrschsüchtigen mit ihrer falschen
Macht bewirkt haben ─ derer, die sich für mächtig halten, und es
doch nicht sind, und die niemanden das besitzen lassen, was ihm
von Rechts wegen zusteht.
43. Aber Ich rufe sie nicht, weil Ich weiß, dass sie meine
Stimme nicht hören wollen, obwohl sie in ihrem Gewissen
vernehmbar ist.
44. Du jedoch, Volk, das Mich derzeit vernimmt, und das
Entbehrungen, Einsamkeit, Kälte und auch Verwaistheit kennengelernt
hat, und das daher mit jenen Menschen so sehr mitfühlt, die
aus Hunger und Durst nach Gerechtigkeit weinen ─ komm zu Mir,
und gemeinsam wollen wir im Geiste die Kranken, die Betrübten,
alle Armen und Vergessenen der Welt besuchen.
45. Kommt, damit ihr seht, wie Ich meinen Mantel ausbreite
und ihn mit dem euren vereine, um die ganze Menschheit liebevoll
zu bedecken. Kommt, damit ihr meine geistige Stimme vernehmt,
die denen, die weinen, sagt: Weint nicht länger, seid nicht traurig,
erwacht zum Glauben und zur Hoffnung, welche Licht sind auf dem
Lebensweg. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr wieder mit wahrem
Glauben betet und "wacht", werden diese Tage des Schmerzes für
die Menschheit verkürzt werden.
46. Ja, geliebtes Volk, von hier, von dem Sitzplatz aus, auf dem
ihr ruht, um Mich zu vernehmen, könnt ihr eure Seele sich meinem
Wohnsitz nähern lassen, damit sie die Tragödie der Menschen, ihrer
Brüder, besser sieht, begreift und fühlt.
47. Seht ihr jene Menschenscharen, die voller Beseligung sind?
Es sind Soldaten, die während der Schlacht einen kurzen Waffenstillstand
eingelegt haben, um Mir einige Minuten des Gebets und
des Gedenkens darzubringen. Aber ihre Freude und Beseligung
täuscht. Sie essen und trinken, um ihre Leiden zu lindern. In ihrem
Herzen gibt es einen großen Schmerz. Sie leiden, Volk, sie leiden
sehr, und besonders in dieser Nacht, die für sie eine Qual ist. Jede
Erinnerung ist ein Stachel, jeder Name oder jedes Gesicht, das sie
sich vergegenwärtigen, ist eine Wunde.
48. Während ihr Frieden habt trotz eurer Kümmernisse,
während ihr eure Eltern, Kinder und Ehefrauen sehen könnt, müssen
sie die Bitternis ertragen, sie nicht umarmen zu können, und die
Angst bei dem Gedanken, sie vielleicht nie wieder zu sehen.
49. Viele, viele von ihnen leiden, wenn sie Leben zerstören,
Heime und Städte verwüsten, Schmerz, Trauer und Tränen säen, und
dann glauben sie, jedes Recht darauf verloren zu haben, zu ihrer
Familie, zum Frieden, in den Schoß der Ihren zurückzukehren.
50. Ich weiß, dass viele von ihnen nicht schuldig sind, sie weder
Hass noch Vernichtungswillen im Herzen tragen. Ich weiß, dass sie
Opfer sind, Sklaven und Werkzeuge der wirklich Bösen sind.
51. Ich allein kann sie retten, meine Liebe allein kann sie
schützend bedecken. In der Welt sind sie verlassen.
52. Du, Volk, das sich das, was diese Prüfung bedeutet, nicht
vorzustellen vermag, das jedoch heute durch mein Wort an den
empfindsamsten Saiten seines Herzens angerührt worden ist ─ sende
ihnen deine Gedanken voller Barmherzigkeit und Licht. Denn
wahrlich, Ich sage euch, sie werden sich, ohne zu wissen warum,
gestärkt und ermutigt fühlen, zu beten und zu hoffen, dass endlich
der mörderische Krieg zu Ende geht, und ihre Ohren statt des
dröhnenden Schlachtengetöses wieder jene lieblichen Worte vernehmen,
die sagen: "Friede auf Erden den Menschen guten Willens."
53. Bete, Volk, und bewirke damit, dass die Welt das Licht eines
neuen Tages erwartet, dass die Menschen sich an meine Verheißung
erinnern ─ jene, die von besseren Zeiten, von Vergeistigung und
Wohlergehen spricht.
54. Auch Ich sage euch: Wenden wir uns jetzt den Herzen der
Kinder zu und suchen wir jene auf, denen alles fehlt. Betrachtet sie:
Sie schlafen, in ihren Träumen gibt es keine Vorwürfe gegen
irgendjemanden, obwohl ihr Bett sehr hart ist.
55. Auf dem Tisch war heute kein Brot, dennoch ruhen sie im
Vertrauen auf den neuen Tag. Sie haben Lumpen an, aber sie fühlen
keine Scham, weil sie unschuldig sind, und sie lächeln, obwohl
ihren Körpern Wärme fehlt. Es sind Engel auf Erden, denn in ihrem
Lächeln ohne Arg spiegelt sich die Reinheit des Himmels.
56. O Unschuld! Deckt sie mit eurem besten Mantel zu, denn
ihrer ist das Himmelreich!
57. Ihr alle nennt diese Nacht "Heilige Nacht", und Ich
verströme eine Flut von Segnungen auf alle meine Kinder.
58. Wisset, dass Ich der Eure bin, und ihr die Meinen. Erinnert
euch daran, dass Ich euch meine Liebe bewies, indem Ich unter
euch, dem einfachen Volke, lebte, in der Armut geboren wurde,
Mich unter Dornen abmühte und in Entbehrung starb.
59. Von Mir könnt ihr nicht sagen, dass Ich euch nicht verstehe.
Denn Ich habe eure Leiden nicht nur gesehen, sondern Ich habe sie
selbst durchlebt.
60. Ich spreche zu euch auch über die Alten ─ jene, die schon
lange den Frühling des Lebens hinter sich haben und nun die Kälte
des Winters spüren. Mit zunehmendem Alter fehlt ihnen die Kraft,
die Energie, die Gesundheit. Die Arbeit fällt schwer, die Glieder
werden unbeholfen, und man verlangt nicht mehr von ihnen,
mitzuarbeiten.
61. So sehen sich die Alten vom Lebenskampf der anderen
ausgeschlossen, sie sehen sich alleingelassen, und ihr gedemütigtes
Herz muss in Traurigkeit versinken und Not, Elend, Hunger,
Einsamkeit kennenlernen. Ich spreche von ihnen, weil sie gleichfalls
eure Hilfe und euren Trost benötigen. Liebe sie, Volk, und ihr
werdet das Recht haben, euch an den großen Tisch des geistigen
Festmahls zu setzen, wo Ich euch sagen werde: Wohl euch, die ihr in
der Nachfolge des Meisters alle, die leiden, verstehen konntet.
62. Beginnt so Mitgefühl in euch zu entfalten. Dann werde Ich
eure Hände gebrauchen, um durch sie meine Segnungen zu übermitteln,
und niemals wieder werdet ihr euch dem widersetzen, dass
Ich das Eure verwende, um es eurem Bruder zu geben, damit, wenn
ihr Mir sagt: "Herr, alles, was mir gehört, ist Dein", ihr dies von
Herzen sagt.
63. Wenn ihr in eurem Leben tätige Nächstenliebe ausgeübt
habt, so tut dies weiterhin. Doch wenn nicht, dann beginnt mit dem
ersten Notleidenden, der an eure Tür klopft, sei es ein Kranker der
Seele oder des Körpers, ein trostloses Herz, eine Witwe, ein Greis
oder ein Kind.
64. Denkt daran, dass die wirklich Notleidenden Jesus
repräsentieren, dass Er in jedem von ihnen kommt, um euch zu
sagen: "Ich habe Durst", Durst danach, dass ihr einander liebt.
65. Ist es möglich, dass das Herz der Menschen angesichts der
Bilder großen Schmerzes und Elends, die diese Menschheit bietet,
nicht erschüttert wird? Ja, ja, es ist möglich. Ich sehe die, die keine
Not leiden, mit ihren Blicken die Schätze, die sie besitzen, mit mehr
Zärtlichkeit liebkosen als die Menschen, die Kinder Gottes.
66. Geliebtes Volk, du hast Mich in diesen kurzen Augenblicken
begleitet, um die Notleidenden zu besuchen. Seid gesegnet dafür.
Glaubt nicht, dass Ich die Reichen und Mächtigen vergesse. Denn
obwohl sie Mich anscheinend nicht benötigen, kenne Ich ihr Elend,
ihre Leiden und auch ihre Missgeschicke am besten. Aber heute
glauben sie, alles zu haben. Wozu also Mich um Hilfe bitten, da Ich
doch ihrer Meinung nach der Christus der Kranken, der Parias, der
Betrübten bin? Sie wissen nicht, dass es meine Aufgabe ist, sie aus
dem falschen Glanz zu retten, um ihnen die wahre und ewige
Seligkeit zu geben.
67. Wisst ihr, wer mein Wort, außer euch, noch mit Innigkeit
vernommen und ihren Geist aus Liebe erbeben gefühlt hat? Es ist
Maria, geliebtes Volk, der mütterliche Geist, der im Schoße des
Schöpfers lebt, und dessen Innerstes immerdar mit der Erinnerung
an Jesus vereint sein wird.
68. Ihr Gang durch die Welt war kurz, obwohl er länger als der
meine war, weil sie früher kam und später ging. Ihre kurzen und
liebevollen Worte waren eine himmlische Liebkosung.
69. Fühlt sie im Geiste, liebt sie und wendet euch geistig an sie.
Wisset: Wann immer ihr Werke der Barmherzigkeit vollbringt, wird
sie bei euch sein, die über die leidende und blutende Welt ihren
Mantel der Fürsprache und Mutterliebe hält, und bei jeder eurer
Klagen oder Kümmernisse werdet ihr eine Stimme vernehmen
können, die euch herzlich antwortet: Habt keine Angst, Ich bin hier,
habt Vertrauen.
70. Volk, du bist bei Mir gewesen, mein Odem ist in dieser
gesegneten Nacht in euer Herz gedrungen und hat euch alle Mühsal
vergessen lassen.
71. Betet, damit das Licht eures Heilands euer Führer sei und
euch durch dieses stürmische Meer führt, das ihr heute durchquert.
Mein Friede sei mit euch!

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