BWL - Band V - Unterweisung 130


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 5

Unterweisung 130:
(Kundgabe an Gründonnerstag der Karwoche)
1. Die Welt wird bei der Erinnerung an Meine Passion tief
bewegt. An diesem Nachmittag, an dem ihr jener Geschehnisse
gedenkt und an dem Mein göttlicher Strahl herniederkommt, um den
Seelen der Menschen innere Ruhe zu geben, sieht Jesus eure
Ergriffenheit.
2. Ihr, die ihr Mich liebt und Mir als Apostel euer Leben
anbietet, die ihr dem dürstenden Rabbi das kristallklare Wasser
eurer Liebe darbringt — fühlet, dass sich in Wahrheit der Geheiligte
Geist des Meisters unter euch befindet.
3. Nun ist es an der Zeit, dass der Geist der Wahrheit regiert und
sich der religiöse Fanatismus aus den Herzen der Menschen
entfernt.
4. In diesem Augenblick fühlt Mein Geist eine sehr große
Freude, weil Ich Mich unter Meinen Jüngern befinde, denen Ich an
Meinem Tisch der Liebe den Wein anbiete — nicht den Wein der
Traube, der nie aufhören wird, der Saft des Weinstockes zu sein —
sondern Mein eigenes geistiges Leben.
5. Die Zeit ist vorüber, in der Ich euch sagte, dass ihr euch an
das Heilige Abendmahl erinnern sollt, indem ihr im Gedenken an
Mich Brot und Wein zu euch nehmen sollt. Heute lehre Ich euren
Geist, sich von dem Sinngehalt Meiner Liebeslehre zu nähren und
auf jede Symbolik zu verzichten.
6. Ich versuche nicht, euch an Leiden zu erinnern, die einer
anderen Zeitepoche angehören, und dennoch weint ihr bei Meiner
Unterweisung, aber dieses Weinen soll aus Reue geschehen.
7. Die Welt ist ein Kelch voller Bitterkeit; doch Christus, "Das
Wort" des Vaters, kommt voll Liebe und setzt die Lehre der
unbegrenzten Nächstenliebe fort, die Ich den Menschen gegeben
habe. In dieser Zeit zeige Ich euch den Pfad, dem ihr folgen müsst,
um die Erlösung von euren Sünden zu erreichen. Doch Ich will
nicht, dass ihr nur Christus in euren Gedanken tragt, sondern dass
ihr die Wahrheit Seiner Lehre durch Werke der Liebe bezeugt.
8. Seht, wie an diesem Tage viele Meiner Kinder jenes Abendessen
in irrtümlicher Weise versinnbildlichen, bei dem Ich zum
letzten Mal mit Meinen Jüngern vereint war; Mein Wort, Meine
Lehre der Liebe sind verfälscht worden. In diesem Augenblick
schenkt euch das Göttliche Wort in direkter Verbindung mit allen
Seelen Seine Liebe, so wie Er das Brot unter Seine Apostel austeilte.
9. Hier ist Christus, der Friedensfürst, den die Menschenmenge
für einen Aufwiegler und Rebellen hielt. Erinnert euch, dass der
Gottmensch zur Welt kam und sagte: "Dies sind Meine Kinder, für
die Ich selbst den letzten Tropfen Meines Blutes hingeben werde."
Heute, Meine geliebten Kinder, spreche Ich in einfacher Weise zu
euch. Damals sprach Ich in Gleichnissen zu euch, und oftmals habt
ihr Mich nicht verstanden, weil ihr Meinen Worten einen falschen
Sinn gegeben habt.
10. Menschheit, du wirst von Mir unendlich geliebt! Ich bin zu
euch zurückgekommen, nicht so, wie ihr Mich in der Ersten Zeit
gehört habt, noch wie ihr Mich in der Zweiten gesehen und gehört
habt. Heute gebe Ich euch Meine Unterweisung mittels eines durch
Meine Weisheit zubereiteten Gehirnes.
11. Unter Meinem Volke hat es immer sowohl solche gegeben,
die ein Gefühl für Geistigkeit haben, als auch solche, die
ausschließlich materielle Güter erstreben. In der Ersten Zeit gab es
Situationen, bei denen die einen das "Goldene Kalb" anbeteten,
während andere aus Furcht vor Jehova weinten; und in der Zweiten
Zeit war im Kreise Meiner Apostel einer, der von Mir die Vollmacht
empfangen wollte, Steine in Gold zu verwandeln, wobei er als
Vorwand angab, dass es gut wäre, die Armen, die Hunger hätten, mit
Geld zu unterstützen. Darauf sagte Ich ihm: "Den Menschen Geld zu
geben würde bewirken, dass sie es nicht mehr schätzen würden, da
man es leicht bekommen kann." Und Ich fügte hinzu: "Wer Mir
nachfolgt, soll arm sein wie sein Meister." Darum beugte Ich Mich
auch demütig nieder, um die Füße Meiner Jünger zu waschen, und
sagte ihnen: "Haltet euch niemals für die Ersten, sondern für die
Letzten vor dem Vater."
12. Euch, Meinen neuen Jüngern, sage Ich: "Was ihr seht, das
Ich an euch tue, sollt ihr an euren Brüdern tun."
13. Ihr habt eure Herzen bereitet, um die Essenz Meines Wortes
zu empfangen und mit ihm den Trost, die Ermutigung und das Licht,
das ihr benötigt. Ihr vertraut auf Mich, weil ihr wisst, dass ihr wie
alle Wesen Meinen Schutz erhaltet. Doch Ich habe euch gesagt, dass
ihr in einer Zeit der Wiedergutmachung und Läuterung lebt und dass
ihr noch in höchstem Maße den Schmerz kennenlernen werdet.
14. Die Zukunft bringt den Menschen noch große Kämpfe und
Heimsuchungen, und ihr als Teil dieser Menschheit habt gleichfalls
zu leiden. Nur das Gebet und das "Wachsein" werden die Leiden
erträglich machen. Viele werden bei diesen Prüfungen die
Orientierung verlieren, werden verzagen und die Lösung ihrer
Leiden auf anderen Wegen suchen. Doch nur, wenn sie zum Pfade
des Guten, des Friedens und der Gerechtigkeit zurückkehren,
werden sie ihre Ruhe zurückgewinnen. Und selbst unter diesem
Volk hier, das in dieser Zeit seine Kennzeichnung erhalten hat, von
den 144.000 an ihrer Stirne Gekennzeichneten — wie viele von
ihnen werden Mich verlassen, obwohl sie jetzt den Meister umgeben
und Seine Lehre der unendlichen Liebe vernehmen?
15. Darum bin Ich in dieser Zeit gekommen, um euch in eurem
Ringen Kraft zu geben, um euch zu zeigen, für ein hohes Ideal zu
arbeiten, welches das gleiche ist, für das Ich zu allen Zeiten
gekämpft habe — eure geistige Höherentwicklung.
16. Macht euch alle eure Geistesgaben zu eigen und bewertet
sie hoch, damit ihr dieser großen Prüfung standhalten könnt. Gebt
sie nicht weg, damit ihr euch nicht verwaist fühlt, denn ihr werdet
genötigt sein, euch einen großen Vorrat an Glauben, geistiger Kraft
und Mut anzulegen, um nicht zu verzagen.
17. Doch all das, was Ich euch ankündige, wird nicht dazu
dienen, um euch zu vernichten, sondern um euch groß zu machen,
denn ihr werdet zahllose Anlässe finden, um Gutes zu tun und eure
Liebestätigkeit zu verbreiten. Wenn ihr euch vorzubereiten versteht,
werdet ihr euch selbst vergessen, um euren Mitmenschen zu Hilfe
zu kommen, und ihr werdet ihre Seele aufnahmebereit finden wie
jungfräuliches Erdreich, um die Saat und den wohltätigen Regen
eurer Liebeswerke zu empfangen.
18. Auf diese Weise bereite Ich den Geist Meiner Kinder, damit,
wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist, sie bezeugen können, dass
alle Geschehnisse, die sie erleben, zu ihnen von Mir gesprochen
haben, dass sie gespürt haben, dass Mein Geist um sie gewesen ist.
19. Denn Ich bin nicht nur Wort, Ich bin Tat. Ich kämpfe unablässig
in den Seelen Meiner Kinder, um sie umzuwandeln, und Ich
bin aufmerksam, um eure Fragen zu beantworten, euer Rufen zu
erwidern und euch zu Hilfe zu eilen, damit ihr eure Bestimmung
erfüllen könnt.
20. Es ist die Zeit, in der Mein Licht auf jeden Geist ausgegossen
ist. Wer bereit gewesen ist, Meine Lehre zu praktizieren, hat
sich voller Kraft gefühlt, von einem höheren Willen belebt, und die
Werke, die er vollbracht hat, haben ihm Leben gegeben und seinen
Glauben gestärkt. Dieser kann sich nicht mehr vom rechten Weg
entfernen, selbst wenn er über Dornen gehen müsste, weil die Kraft
seines Geistes gewachsen ist und er das Leiden zu überwinden
versteht, um sein Ideal zu erreichen. Wer diesen Arbeitsweg noch
nicht begonnen hat, soll ihn noch heute beginnen und soll nicht
stehenbleiben. Selbst das geringste seiner Werke wird von Mir in
Betracht gezogen. Ihr werdet auf Erden keine größere Befriedigung
finden als die, einem eurer Nächsten zu Hilfe zu kommen, weil ihr
dessen Schmerz fühlt.
21. Alle Werke, die Ich in der Zweiten Zeit tat, um euch Meine
Lehren der tätigen Nächstenliebe zu zeigen, sollt ihr jetzt wiederholen.
Ihr habt gesehen, dass Ich dem Blinden das Augenlicht
wiedergab — ihr könnt es möglich machen, dass die Blinden dieser
Zeit, die in der Finsternis dieser Zeit leben, das helle Licht Meiner
Lehre erblicken. Bringt den Gelähmten zum Gehen, der durch das
Fehlen von Unterweisung stehengeblieben ist. Erweckt den zum
Leben, der dem Leben der Gnade und Vergeistigung gestorben ist.
Bringt den Stummen zum Sprechen, der keine Worte der Liebe und
Vergebung auszusprechen vermag. Alles, was ihr bewirken wollt,
werde Ich euch gewähren, denn Ich habe euch mit Gaben von
unschätzbarem Wert ausgestattet, damit ihr Meine Wahrheit
bezeugen könnt.
22. Meine Liebe zur Menschheit ist beständig gewesen. Nicht
nur, wenn Ich zur Erde herniedergekommen bin, habe Ich Wunder
vollbracht; Mein Werk, den Menschen Liebe und Schutz zu
gewähren, besteht ewig, und Meine Unterweisung ist gleichfalls
unerschöpflich. Wann werdet ihr Meinen Kampf verstehen, wann
werdet ihr Elias erkennen, der unermüdlich unter euch wirkt?
23. Schon naht sich das Ende der Zeiten, und Ich muss die Ernte
einholen. Nur reifen Weizen werde Ich annehmen, nur abgeschlossene
und vollkommene Werke der Liebe werde Ich in Meine
Kornkammer bringen. Und ihr, als Meine Jünger, müsst Mir in
dieser Weise eure Arbeit vorzeigen und euren Mitmenschen
beistehen. In allen Nationen gibt es Jünger von Mir, Propheten,
Wegbereiter, deren Geistesgaben sich gleich den euren offenbaren.
Sie suchen im Gebet den Balsam, der die Kranken heilt, sie treten
mit Mir geistig in Verbindung, suchen das Licht, das ihren Pfad
erhellt, und anerkennen Mich als ihren Führer und Meister.
24. Wundert euch nicht, wenn sie — ohne Meine Kundgabe
durch das Verstandesorgan des Menschen gehabt zu haben — diese
Lehre kennen; denn Ich habe euch schon gesagt, dass die Seele sich
entwickelt hat und jedes Geschöpf eine Aufgabe zu erfüllen hat.
Seine Seele hat sich im Schmerz geläutert, und da es keine
wahrhaftigen Führer auf der Erde gefunden hat, hat es Mich gesucht,
weil es weiß, dass Ich Mich im Geistigen aufhalte und alle Meine
Kinder erleuchte und führe.
25. Hier bin Ich — bereit, eure Gedanken und euer Herz zu
empfangen, um euch den Sinngehalt Meines Wortes anzubieten als
den wahren Wein des ewigen Lebens, von dem Ich euch sage, dass,
wer von ihm trinkt, nie mehr Durst fühlen wird.
26. Verwechselt nicht weiterhin Mein Wort, welches das Brot
des Lebens ist, mit den Kultformen, die nur ein Bildnis desselben
darstellen.
27. Das Licht des Heiligen Geistes erhellt euren Pfad und erfüllt
eure Seelen mit Frieden. Welche Gnade wird auf der Erde existieren,
wenn Mein Volk, das unter der Menschheit verstreut ist, sein Leben
der Aufgabe weiht, seine Mitmenschen zu lehren, sich untereinander
zu lieben. Wann immer Ich zu euch von Einigkeit spreche, müsst ihr
verstehen, dass Ich eure Uneinigkeit und das Fehlen von Harmonie
sehe. Doch wisset, dass Ich diesen Vorwurf an alle Menschen und
alle Völker richte, weil sich der Same der Zwietracht vermehrt hat
und in alle Herzen eingedrungen ist.
28. Die Zwietracht hat unmerklich das Innerste des Lebens der
Menschen überflutet und hat erreicht, dass die Imperien, die
Nationen, die Familien, die Religionsgemeinschaften und Sekten
erschüttert werden. Sehr bitter sind die Früchte gewesen, die das
Fehlen von Harmonie unter den Menschen hervorgebracht hat, und
noch fehlt ihnen, die bittersten Früchte zu kosten. Aber es ist nicht
Mein Wille gewesen, dass die Menschen diesen Leidenskelch
benötigen würden, um ihre Verirrung zu erkennen und ihre Augen
der Wahrheit zu öffnen. Denn obwohl Ich euch in diesem Augenblick
richte, höre Ich niemals auf, euer Vater zu sein, und Ich
möchte, dass das Nachdenken und die Reue euch vor dem Abgrund
retten, in den ihr euch derzeit hineinstürzt. Welche werden es sein,
die Mich in ihr Herz einziehen lassen? Welche Völker werden Mir
ihre Türen öffnen? Welche werden jene sein, die den Ruf ihres
Gewissens nicht beachten?
29. Betet! Was könnt ihr in diesem Augenblick tun, wenn Ich
euch noch immer klein sehe in Bezug auf eure geistige Entfaltung,
wenn ihr noch immer schwach und unbeholfen seid? Werdet stark
durch die Ausübung Meiner Unterweisungen! Euer Leben bietet
euch Tag für Tag die Gelegenheit, Verdienste zu erwerben und euch
zu vervollkommnen. Seid ein Volk, das in jedem seiner Werke das
Licht Meines Geistes widerspiegelt, dann werde Ich euch bald als
demütige Apostel Meiner Lehre zur Erfüllung eurer Mission
aussenden.
30. Falls ihr denkt, dass Ich Meinen Thron verlassen habe, um
Mich euch kundzutun, so befindet ihr euch in einem Irrtum, denn
dieser Thron, den ihr euch vorstellt, existiert nicht. Die Throne sind
für die eitlen und hochmütigen Menschen. Da Mein Geist unendlich
und allmächtig ist, wohnt Er nicht an einem bestimmten Ort: Er ist
überall, an allen Orten, im Geistigen und im Materiellen. Wo soll da
dieser Thron sein, den ihr Mir zuschreibt?
31. Nehmt Meine Worte nicht als Vorwurf wegen eurem
geringen Verständnis und Erkennen der Wahrheit. Ich bin nicht zu
euch gekommen, um euch zu demütigen, indem Ich eure Unreife
hervorhebe. Im Gegenteil, Ich bin gekommen, um euch zu helfen,
euch zum Lichte der Wahrheit zu erheben.
32. Meint ihr, dass Ich Mir nicht des Fortschritts und der
Entwicklung bewusst bin, die eure Glaubensüberzeugungen und
Erkenntnisse erreicht haben, seit ihr dies Wort vernehmt? Wahrlich,
Ich sage euch, Ich erkenne besser als ihr selbst die Schritte, die ihr
derzeit auf dem geistigen Pfade tut.
33. Als ihr zu Meiner Kundgebung kamt, glaubtet ihr nicht an
Meine Unterweisung mittels des menschlichen Verstandes, weil ihr
der Meinung seid, dass ihr Mich nur finden könntet in den
Bildnissen, Symbolen und sonstigen Gegenständen, die von euren
Religionsgemeinschaften geweiht wurden. Danach, als ihr trotz
eures Mangels an Glauben fühltet, dass Meine Unterweisung euer
Herz bewegte und dass eure Seele Meinen Frieden spürte, erkanntet
ihr, dass ein göttliches Licht sich durch jene Geschöpfe offenbarte,
die dazu ausersehen waren, Meine göttliche Botschaft zu
übermitteln. Ein neuer Glaube wurde in eurem Herzen geboren, ein
Licht entflammte, das euch zu begreifen lehrte, dass der Mensch
sich direkt mit seinem Gott verbinden konnte. Doch das war nicht
alles, ihr musstet noch begreifen lernen, dass der menschliche
Verstand nicht unbedingt nötig ist, damit der Vater euch Seine
Unterweisung geben kann. Dann wusstet ihr, dass diese göttliche
Kundgabe durch den Stimmträger vorübergehend sein würde, weil
später die Zeit der Verbindung von Geist zu Geist kommen würde,
wenn die Menschen den Materialismus, den Fanatismus und alle
Unwissenheit, die ihre Traditionen und Riten enthalten, aus ihren
Gottesdiensten, ihren Glaubensüberzeugungen und kultischen
Handlungen entfernen.
34. Einige von euch haben dies schon verstanden, andere leben
danach. Aber noch fehlt euch viel, um dies Ziel zu erreichen, von
dem aus ihr Mich in Meiner Wahrheit und die Wirklichkeit Meiner
Herrlichkeit begreifen könnt, und nicht mehr mittels Phantasien, die
von eurer geringen menschlichen Vorstellungskraft erfunden sind.
35. Hört auf damit, Mir eine materielle Gestalt auf einem Thron
gleich denen der Erde zu geben, macht Mich frei von der menschlichen
Gestalt, die ihr Mir immer zuschreibt, hört auf, von einem
Himmel zu träumen, den euer menschlicher Verstand nicht zu
erfassen imstande ist. Wenn ihr euch von alledem befreit, wird es
sein, als ob ihr die Ketten zerbrächet, die euch fesselten, als ob ein
dichter Nebel sich lichtete und euch erlauben würde, einen Horizont
ohne Grenzen und ein unendliches, strahlendes Firmament zu
schauen, das jedoch zugleich für euren Geist fassbar ist.
36. Die einen sagen: Gott ist im Himmel, andere: Gott wohnt im
Jenseits. Aber sie wissen nicht, was sie sagen, noch kennen sie, was
sie glauben. Zwar "wohne" Ich im Himmel, aber nicht an dem
bestimmten Ort, den ihr euch vorgestellt habt: Ich wohne in den
Himmeln des Lichtes, der Macht, der Liebe, der Wahrheit, der
Gerechtigkeit, der Seligkeit, der Vollkommenheit.
37. Ich bin im Jenseits, ja, aber jenseits der menschlichen
Sünde, jenseits des Materialismus, des Stolzes, der Unwissenheit.
Nur deshalb sage Ich zu euch, dass Ich zu euch "komme", weil Ich
zu eurer Niedrigkeit komme, weil Ich in einer Weise zu euch
spreche, dass eure Sinne Mich fühlen und euer Verstand Mich
verstehen kann, nicht weil Ich von anderen Welten oder Heimstätten
komme; denn Mein Geist ist überall zu Hause.
38. Ihr habt gekämpft und habt lange Zeit gebraucht, um eure
Glaubensüberzeugungen umzuwandeln, und noch müsst ihr euch
mehr anstrengen, um das geistige Ziel zu erreichen, zu dem Ich euch
bestimmt habe, welches darin besteht, euren Vater zu kennen, Ihn zu
lieben und Ihm durch den Geist Verehrung zu erweisen. Dann
werdet ihr die wahre Herrlichkeit des Geistes zu ahnen beginnen,
jenen Zustand der Erhebung, der Harmonie, des Friedens und
Wohlergehens, welche das wahre Paradies sind, zu dem ihr alle
gelangen sollt.
39. Heute öffnet ihr dem Lichte Meiner Unterweisung die Türen
eures Herzens und eures Verstandes. Mit welchen Werken werdet ihr
Mich verherrlichen?
40. Ihr alle schweigt, es schweigt der Geist und auch der Körper
vor Mir. Ihr neigt euren Nacken und demütigt euch. Doch Ich will
nicht, dass Meine Kinder sich vor Mir demütigen. Ich will, dass sie
würdig sind, ihr Angesicht zu erheben und das Meine zu schauen,
denn Ich komme nicht auf der Suche weder nach Dienern noch nach
Sklaven; Ich suche keine Geschöpfe, die sich als Geächtete,
Verstoßene fühlen. Ich komme zu Meinen Kindern, die Ich so sehr
liebe, damit sie beim Hören Meiner Vaterstimme ihre Seele auf den
Pfad zu ihrer geistigen Aufwärtsentwicklung erheben.
41. Doch siehe da, Ich komme zum Hause Jakob und finde nur
Furcht in ihm, Ich hoffe, ein Fest vorzufinden, und es herrscht nur
Stille. Warum, Mein Volk? Weil euer Gewissen euch eure Verfehlung
vorwirft und euch hindert, dass ihr bei Meinem Kommen
Freude empfindet. Der Grund dafür ist, dass ihr euch nicht geliebt
habt, dass ihr nicht gearbeitet habt, wie Jesus euch lehrte.
42. Es hat euch an geistiger Zurüstung gefehlt, um den Schatten
des Schmerzes zu ahnen, der euch auflauert, und so ist es nötig, dass
euer Vater sich materiell hörbar macht und in eurer Sprache zu euch
spricht, damit ihr erfahren könnt, dass der Engel des Krieges
näherrückt, dass seine Waffen sehr mächtig sind, und dass ihm
gegenüber der Engel des Friedens schluchzt.
43. Auf den Flügeln des Windes reitend, nähert sich die Seuche
immer mehr, und im geistigen Raume schweben Tausende von
Wesen, die Tag für Tag auf den Feldern des Hasses und der
Zwietracht fallen und deren Verstörtheit euren Verstand und euer
Herz verfinstern.
44. Die Naturgewalten sind entfesselt und reißen die Wissenschaftler
aus ihren Träumen; aber diese — starrsinnig in ihrer
Selbstherrlichkeit — betreiben weiterhin ihr zerstörerisches Werk
unter der Menschheit. Während ihr zu beten vergesst, erfüllt ihr
nicht die Aufgabe, die der Vater euch anvertraut hat.
45. Ihr wisst sehr wohl, dass die Aufgabe, Frieden zu stiften, seit
jenen Zeiten auf eurem Geiste lastet, da Ich Jakob sagte: "Siehe, Ich
werde dir eine zahlreiche Nachkommenschaft geben, durch welche
alle Völker der Erde gesegnet werden sollen." Deshalb schweigt ihr
vor Mir.
46. Wollt ihr etwa warten, bis die Gesetze der Menschen euch
enterben und zwingen, eure Lippen zu verschließen, die Ich geschult
habe, um von Mir Zeugnis abzulegen?
47. Seid keine kleingläubigen Menschen. Wenn Ich euch
erwählt habe, so deshalb, weil Ich weiß, dass ihr fähig sein werdet,
Mir zu dienen, und verstehen werdet, es zu tun.
48. An diesem Tage sage Ich euch: Wenn die Nationen den
Frieden wollen, so mache Ich ihn erreichbar, entsprechend ihrer
Liebe. Wenn sie noch mehr Krieg wollen, sollen sie ihn haben; doch
durch ihn wird das Zepter Meiner Gerechtigkeit auf die Erde fallen.
49. Wenn die Menschheit Meine neuen Jünger verfolgt und zu
verhindern suchen sollte, dass sie die Kranken heilen und von
Meiner Lehre sprechen, werden sich unter den Menschen die
seltsamsten Krankheiten ausbreiten. Die Wissenschaftler werden
erkranken, die Augen vieler werden geschlossen werden, andere
erleiden Gedankenverwirrung. Die Tore des Jenseits werden sich
öffnen, und Legionen von verwirrten Seelen werden ganze Landstriche
verheeren und die Menschen zu Besessenen machen. Dann,
angesichts der Ohnmacht der Wissenschaft, werden Meine demütigen
Arbeiter sich aufmachen und Beweise ihres Wissens geben,
durch welche viele gläubig werden. Schon seit langem wurde euch
all dies Unheil angekündigt; trotzdem bleibt ihr taub und blind. Ihr
seid undankbar.
50. Manchmal ist es notwendig, dass Ich so zu euch spreche.
Doch verwechselt Mein Wort der Liebe nicht mit einer Peitsche. Ich
liebe euch. Kommt herbei, damit ihr Meine Wärme spürt. Nähert
euch Mir, damit ihr den Frieden Meines Reiches fühlt. Ihr seid die,
die Mich während der Durchquerung der "Wüste" gesucht haben,
seid die, die immer Meiner Verheißung nachgejagt sind.
51. Seid ihr dieses Lebens müde geworden? Dann ruht euch
einen Augenblick im Schatten dieses Baumes aus. Sagt Mir hier
eure Sorgen und weint euch an Meiner Brust aus. Wann werdet ihr
für immer bei Mir sein? Ich will den Frieden schon in jeder Seele
sehen.
52. Lasst "die Lerche" jetzt ihre Flügel über das ganze Universum
ausbreiten, damit ihr ihren Frieden und ihre Wärme fühlt.
53. Frauen, ihr seid es, die mit eurem Gebet den geringen
Frieden erhaltet, der auf der Erde vorhanden ist, jene, die als treue
Behüterinnen des Heimes dafür sorgen, dass ihm nicht die Wärme
der Liebe fehlt. So vereinigt ihr euch mit Maria, eurer Mutter, um
den menschlichen Hochmut zu brechen.
54. Männer, Ich habe euch zu Herren auf dieser Erde gemacht,
damit ihr Mich auf ihr repräsentiert. Euer Geist ist ähnlich dem des
Vaters, und euer Körper gleicht dem Universum. Beurteilt die
Vollkommenheit eures Körpers nicht nach seinen Maßen, sondern
nach dem wunderbaren Leben, das in ihm existiert, seiner Ordnung
und seiner Harmonie. Doch selbst bei größter Vollkommenheit ist
der Körper begrenzt, und der Zeitpunkt kommt, wo er zu wachsen
aufhört. Die Intelligenz und die Empfindungen entwickeln sich
jedoch weiter, bis der Tod ihn aufhält. Aber alle Weisheit und
Erfahrung, die er auf Erden erwarb, bleiben in der Seele eingeprägt,
welche bis in alle Ewigkeit wächst und sich entfaltet.
55. Macht aus eurem Heim einen zweiten Tempel, aus euren
Zuneigungen eine zweite Verehrung Gottes. Wenn ihr Mich lieben
wollt, so liebt eure Ehefrauen und liebt eure Kinder, denn auch aus
diesem Tempel werden große Werke, Gedanken und Vorbilder
entspringen.
56. Ihr alle seid in dieser Zeit Schafe Elias'. Die einen leben in
seiner Hürde, andere sind noch verirrt. Das Licht des Sechsten
Siegels erleuchtet in dieser Zeit alle inkarnierten und nicht mehr
inkarnierten Seelen. Während auf der Erde die einen dies Gesetz für
den Fortschritt und das Heil ihrer Seele gebrauchen, verwenden es
andere dazu, um in die Geheimnisse der Wissenschaft einzudringen
und neue Wunder zu entdecken. Es sind die profanen und ungehor-
samen Hände, die noch immer die Früchte vom Baum der
Wissenschaft brechen, um das Herz der Menschen zu vergiften. Ihr
lebt im sechsten Zeitabschnitt, den die Menschheit auf der Erde als
ein Abbild des Weges zurücklegen wird, den sie in der Ewigkeit
durchlaufen muss.
57. In der ersten Epoche verkörperte Mich Abel auf der Erde, in
der zweiten Noah, in der dritten Jakob, Moses in der vierten, Jesus
in der fünften, in der sechsten, der gegenwärtigen, Elias, und in der
siebten wird der Heilige Geist regieren.
58. Was habt ihr mit Meinen Boten gemacht? Der erste fiel
unter dem Schlag seines eigenen Bruders, den der Neid dazu trieb.
Der zweite wurde von Scharen Ungläubiger und Götzenanbeter
verkannt und verspottet.
59. Der dritte gab in seinem Leben Beweise Meiner Macht und
empfing dafür den Undank, selbst seiner Angehörigen.
60. Der vierte musste die Gesetzestafeln zerbrechen wegen des
geringen Glaubens seines Volkes, das er so sehr liebte.
61. Der fünfte — obwohl sein Kommen angekündigt war —
wurde nicht erwartet, fand keinen Glauben noch Liebe, und
nachdem Er der Welt Seine Botschaft der Liebe gegeben hatte,
empfing Er von den Menschen den schmachvollsten Tod, den ein
Prophet oder Sendbote jemals erlitten hat.
62. Der sechste ist in dieser Zeit im Geiste gekommen. Dennoch
verfolgen ihn die Pfeile des Zweifels, der Gleichgültigkeit und des
Spottes.
63. Wenn das Siebte Siegel gelöst wird und statt eines
Abgesandten der Geist des Ewigen selbst es ist, der die Menschen
erleuchtet — wer wird dann Mich zu verwunden oder zu töten
versuchen?
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161