BWL - Band 5 - Unterweisung 135


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
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Unterweisung 135:
1. Ich komme voll Liebe und mit Geduld gewappnet, um Mich
allen verständlich zu machen. Findet Trost bei Mir. Esset und
trinket, damit ihr euren Durst nach Gerechtigkeit stillt. Ich will, dass
der von den Menschen Unverstandene sich von Mir verstanden
fühlt, und dass der, welcher seine Hand leer fühlte, wenn er
weggeht, nachdem er Mich gehört hat spürt, dass er Gaben mit sich
trägt. Dass der, welcher mit Gewissensbissen in seiner Seele in
Meine Gegenwart gekommen ist, während er Mir zuhört, sich von
alledem entlastet fühlt und sein Angesicht erheben kann wie jene
Ehebrecherin in der Zweiten Zeit, als Ich ihr sagte: "Wo sind jene,
die dich verfolgen? Ich vergebe dir, gehe hin in Frieden und sündige
hinfort nicht mehr."
2. Ich bin der Göttliche Richter, der niemals ein schwereres
Urteil fällt, als die Verfehlung ist. Wie viele von denen, die sich vor
Mir anklagen, finde Ich sauber. Wie viele dagegen posaunen ihre
Sauberkeit aus, und Ich finde sie verdorben und schuldig.
3. Wie ungerecht ist die menschliche Rechtsprechung! Wie viele
Opfer schlechter Richter sühnen fremde Vergehen! Wie viele
Unschuldige haben die Gitter des Gefängnisses vor ihren Augen sich
schließen sehen, während der Schuldige frei umherläuft und
unsichtbar seine Last an Diebstählen und Verbrechen trägt.
4. Geistig ist eure Welt unvollkommen. Ihr sollt ihr helfen, sich
zu verbessern.
5. Die materielle Welt, der Planet, ist nicht nahe seiner
Auflösung, aber das Ende dieser Welt von Irrtümern und Sünden,
von Finsternis und schlechter Wissenschaft wird durch das Licht
Meiner Lehre herbeigeführt, und auf ihren Trümmern werde Ich
eine neue Welt des Fortschritts und des Friedens errichten.
6. Eure Aufgabe als Arbeiter wird 1950 nicht enden. Im
Gegenteil, gerade dann werdet ihr allmählich aufhören, Schüler zu
sein und zu Lehrern werden, die mit dem Wort der Liebe die
Menschen auf den Pfad des Lichtes führen.
7. Große geistige Legionen warten nur auf diese Läuterung
unter den Menschen, um erneut auf Erden zu inkarnieren und zu
wohnen. Sie haben eine große Mission und warten darauf, dass ihr
ihnen euren Platz überlasst, damit sie ihn einnehmen können.
8. Ich will euch Meine Lehre erläutern, wobei Ich Mein Wort
materiell hörbar mache, um euch begreifen zu lassen, wer ihr seid.
9. Niemals sollt ihr euch durch die Last der Verantwortung
einschüchtern lassen, die Ich euch auferlegt habe; die Last der
Sünde wiegt schwerer. Schmerzvoller ist der Abgrund mit seiner
Finsternis als das Licht, das auf dem Gipfel des Berges vorhanden
ist, auf dem der Meister wohnt. Aufs neue sage Ich euch, dass "das
Joch Jesu sanft ist."
10. Ich habe euch Israel genannt, weil in eurem Geist eine
Friedensmission existiert, eine Bestimmung der geistigen Harmonie
mit der ganzen Menschheit. Denn ihr seid der Erstgeborene, weil ihr
nicht nur aus Jakob geboren seid, euer Abkommen reicht über ihn
hinaus, selbst über Abraham. Euer Ausgangspunkt (als Geistwesen)
liegt noch vor der Zeit, als Ich den ersten Menschen zur Erde sandte,
welcher eine Familie gründete, aus der Ich den Samen auswählte,
um Mein Volk zu bilden, das stark ist im Glauben, im Gehorsam und
in der Liebe zu dem unsichtbaren Gott. So bereitete Ich es zu und
segnete es, und es war wie ein Leuchtturm inmitten der Menschheit.
11. Nichts fehlte euch, um eure Bestimmung auszuführen, und
dennoch erlebtet ihr, dass andere Völker höher stiegen als ihr,
welche euch hernach mit Ketten der Knechtschaft erniedrigten.
12. Waren es etwa Völker, die dem euren überlegen waren?
Weder im Materiellen noch im Geistigen standen sie höher als ihr,
die der Vater mit den kostbaren Gaben der Inspiration, der Wahrheit,
der Schönheit, der Liebe, der Gesundheit und der Kraft überhäuft
hatte. Ich bereitete euch, damit ihr wie ein Spiegel Meiner Liebe für
alles Geschaffene wäret, in welchem die Menschheit Mich
betrachten könnte, und wie ein Quell kristallklaren Wassers, in
welchem die nach Wahrheit Dürstenden ihren Durst löschen sollten.
13. Jedoch — schließlich, Menschen — seid ihr schwach
geworden, und in eurem Niedergang wurdet ihr von anderen
Völkern unterworfen.
14. In dieser Zeit suche Ich euch und bin euch sehr nahe. Ich
erinnere euch an Mein Gesetz und erwecke euren Geist, damit er die
Stimme des Gewissens vernimmt, und sage euren Herzen:
Erwachet, die Ketten, die euch schwer drückten, wurden durch den
Tod zerrissen, und heute hat euch das Leben eure Freiheit
zurückgegeben. Eben dafür bin Ich in der Dritten Zeit zu euch
gekommen.
15. Glaubt nicht, dass es nur im Schoße des Volkes Israel
Propheten, Wegbereiter und Lichtgeister gegeben hat. Auch in
andere Völker habe Ich einige von ihnen gesandt, doch die
Menschen hielten sie für Götter und nicht für Abgesandte und
schufen aus deren Lehren Religionen und Kulte.
16. Das Volk Israel begriff nicht die Mission, die es gegenüber
anderen Völkern hatte, und schlief auf einem Ruhelager von
Segnungen und Gnadengaben. Der Vater hatte es wie eine vollkommene
Familie gestaltet, in der ein Stamm die Aufgabe hatte, das
Volk zu verteidigen und den Frieden zu erhalten; ein anderer
bestellte das Land, ein anderer Stamm bestand aus Fischern und
Seeleuten. Einem anderen wurde die geistige Kultausübung
anvertraut, und so nacheinander widmete sich jeder der zwölf
Stämme, die das Volk bildeten, einer anderen Aufgabe, was
zusammen ein Beispiel von Harmonie ergab. Doch wahrlich, Ich
sage euch, die geistigen Gaben, die ihr in jenen früheren Zeiten
besaßet, habt ihr noch immer.
17. Erkennt unter euch die Propheten, seht die Männer, Frauen,
Alten und selbst Kinder Meine Wahrheit mit ihren Offenbarungen
bezeugen. Ihr besitzt die geistige Erhebung, um zu beten, die
Vollmacht, dass die Naturgewalten auf euch hören und euch
gehorchen, wovon ihr ein Beispiel an Noah habt, der die Wasser
besiegte; an Josua, dem ihr zuschreibt, dass er den Lauf der Sonne
aufhielt — wozu Ich euch sage, dass die Sterne niemals ihren Lauf
angehalten haben, und dass es Mein Göttliches Licht gleich einer
strahlenden Sonne war, das den Tag verlängerte und die Nacht
verborgen hielt, damit das Volk den Sieg gewönne, während das
Universum seinen Gang fortsetzte, ohne von seinen Gesetzen der
Harmonie abzuweichen.
18. Moses hatte gleichfalls Macht über die Naturgewalten, und
seiner Stimme gehorchten die Wasser, die Winde, die Felsen. Ich
habe dem Menschen diese Natur anvertraut, damit er sich ihrer
bediene; aber er hat die Schöpfungsordnung durcheinandergebracht
und ist zum Sklaven der Natur geworden, in der er oftmals seinen
Gott gesucht hat.
19. In der Zweiten Zeit gab Ich euch eine weitere Lektion über
diese Belehrungen, als Ich durch Ausstrecken Meiner Hand den
Sturm stillte, auch als Ich auf dem Wasser ging, oder als Ich Tote
auferweckte. Die Wunder, die Ich damals wirkte, geschahen, um den
Verlorenen zu retten, um Finsternis in Licht zu verwandeln und Hass
in Liebe. Ich wollte die Menschen nicht durch solche Taten in
Verwunderung versetzen oder damit ihr Erstaunen erregen, was nur
der Bewunderung des Verstandes gedient hätte, wie einige, die sich
von den Menschen als höhere Wesen bewundern lassen, indem sie
scheinbare Wunder vollbringen und die dennoch nicht fähig sind,
einen Sünder zu bekehren. Ich bin nicht gekommen, um euch
nutzloses oder verblüffendes Wissen zu lehren: Ich habe euch Mein
Dasein und den Grund für das eure offenbart. Ich habe euch das
Geheimnis aufgedeckt, dass die Kraft, welche Leben schenkt und
alles belebt, die Liebe ist; sie ist die Urkraft, aus der alle Wesen
hervorgegangen sind.
20. Erkennt, dass ihr aus der Liebe geboren seid, durch die
Liebe existiert, aus Liebe Vergebung empfanget und durch die Liebe
in der Ewigkeit sein werdet.
21. Bereitet euch vor, damit — wenn Mein Wort endet — ihr zu
den verschiedenen Nationen der Erde geht, wo ihr Völker finden
werdet, deren Ursprung sich in grauer Vorzeit verliert und deren
Bewohner Kulte und Wissenschaften betreiben, in denen sich die
Geistige Welt offenbart hat. Dort werdet ihr von Verwandlungen,
von Zeichen und Wundern hören, die euch in Erstaunen setzen
werden.
22. Ihr sollt dann gewappnet sein, denn ihr werdet große
Prüfungen zu durchstehen haben. Ihr werdet euch zeitweilig verwirrt
fühlen, wenn ihr im Kreise jener Menschen erlebt, wie sie sich mit
der Geistigen Welt verbinden und Wunder wirken, die ihr nicht
hättet vollbringen können. Wenn sie euch Schriften vorlegen, die
ihre Geschichte, ihre Gesetze und Gebote enthalten, sollt ihr eure
Augen aufmachen, damit ihr euch nicht durch das materielle
Wunder, durch das erstaunliche Erlebnis in Verwirrung bringen
lasst, doch auch deshalb, damit ihr sie bewundern und in all jenem
zum Vorbild nehmen könnt, von dem euer Gewissen und eure
Intuition euch sagen, dass es Wahrheit enthält.
23. Auch werdet ihr bei ihnen Eifer feststellen, um den Weg zu
finden, der zur Vollkommenheit führt — eine Sehnsucht nach
Ewigkeit.
24. Andere werdet ihr in ihrer geistigen Verzücktheit antreffen,
aus der sie einen schwärmerischen Kult gemacht haben. Sie sind
wie Schmarotzerpflanzen, weil sie weder die Gesetze der Liebe
erfüllen, die von Gott geboten sind, noch die Pflichten der Erde
befriedigen. Diese Lehren sollen sich nicht auf andere Länder
ausdehnen, denn die wahre Vergeistigung wird den Fanatismus und
die Schwärmerei beseitigen.
25. Ich habe euch seit den frühesten Zeiten ein Gesetz gelehrt,
das dem Geist und der Materie gerecht wird. Erinnert euch, dass Ich
bei einer bestimmten Gelegenheit sagte: "Gebt Gott, was Gottes ist,
und dem Kaiser, was des Kaisers ist."
26. Viele werden überrascht sein und euch sogar schlecht
beurteilen, wenn sie hören, dass ihr als Meine Jünger das Gesetz der
materiellen Arbeit befolgt, wenn sie sehen, dass ihr Gattin oder
Gatten habt, dass ihr Kinder und Familie habt, dass ihr euch an der
Betrachtung und an den Früchten der Natur zu erquicken versteht,
die ihr wie eine Mutter liebt. Dann werden sie euch fragen: Warum
— wenn ihr Diener des Herrn seid — lebt ihr nicht nur in der
Meditation des Geistigen? Auch werdet ihr solchen begegnen,
welche die Gabe der Weissagung besitzen, und ihr werdet darüber
staunen; denn tatsächlich gibt es unter ihnen fortgeschrittene
Geister.
27. Bereitet euch zu, wenn ihr auf die Probe gestellt werdet,
dann werde Ich durch eure Vermittlung sprechen, und wenn diese
Zubereitung außerdem sauber, schlicht und rein ist, werdet ihr
Meine Wunder erleben.
28. Ich spreche jetzt zu denen, die in anderen Ländern ihre
Mission als Apostel und Propheten erfüllen sollen, damit sie nicht
mit der Mission prahlen, die Ich ihnen anvertraut habe. Diese sollen
kein Aufsehen erregen, indem sie Religionsgemeinschaften oder
Glaubensbekenntnisse bekämpfen. Andere werden es sein, die
Empörung gegen euch erregen, ohne sich bewusst zu sein, dass sie
euch damit helfen werden, Meine Lehre zu verbreiten, indem sie die
Neugier vieler erwecken, die sich hernach in Glauben verwandeln
wird.
29. Für einige wird die derzeitige Existenz ihre letzte
Inkarnation sein. Es ist Zeit, dass ihr die Reise zum Jenseits
vorbereitet. Füllt euren Kornspeicher mit gutem Samen, damit ihr
mit festem Schritt dem Rufe in das Geistige Tal folgt, den Ich an
euch ergehen lasse, welches euch erwartet und dem niemand
entrinnen kann.
30. Einem jeden von euch wurde eine Anzahl Seelen zugewiesen,
denen er helfen soll, sich zu erheben und sie auf den Pfad
Meiner Wahrheit zu führen. Keiner darf ohne die ihm Anvertrauten
ankommen, denn dann würde er nicht empfangen werden.
31. Kämpft und arbeitet, habt Freude daran, zu lernen und zu
lehren. Ich mache die Felder fruchtbar und entferne alles Unkraut
aus ihnen, damit Meine Sämänner sie durch Meine Barmherzigkeit
vorbereitet finden.
32. Dann wird sich vor euren Augen ein Weg durch eine Wüste
auftun, euch ihre Oasen anbieten und fern am Horizont eine lichte
Silhouette des Gelobten Landes, deren offene Tore euch einladen
werden, zusammen mit den euch Anvertrauten und mit den Völkerscharen
einzuziehen, die nicht nur denselben Gott lieben werden,
sondern die auch die gleiche geistige Verehrung Gottes ausüben
werden.
33. Bekehrt mit eurem Gebet die Wesen in der Finsternis, die
wie Heere streiten und kämpfen, während ihr schlaft. Seid euch
bewusst, dass um euch und über euch eine unbekannte Welt schwebt
und sich erregt, wo das Licht gegen die Finsternis kämpft in einem
Krieg, dessen Getöse und Einfluss eure Welt, euer Herz und euren
Verstand verwirrt.
34. Darum sind die Ruhe und auch der Friede aus dem Herzen
der Menschen entflohen; doch wohl dem, der jene Schlacht fühlt
und der betet, denn er wird gut voranschreiten.
35. Wer das Gericht dieser Zeit als bloße Zufälligkeiten auffasst,
weiß nicht, dass er dem Tode, den Seuchen, den Plagen und dem
Hunger preisgegeben sein wird.
36. Ruht euch auf sicherer Erde aus. Verweilt unter dem
Schatten dieser Palme und hört Mein Wort, damit ihr von all euren
Übeln geheilt werdet und eure Kräfte zurückgewinnt, um die
Wanderung fortzusetzen.
37. Ihr braucht Mir nicht zu sagen, was ihr auf dem Herzen
habt, noch woher ihr kommt, denn Ich weiß dies alles. Ich weiß,
dass eure Seele sich dem Vater nähert, nachdem sie in dem
schweren Kampf gesiegt hat, den sie bestanden hat, um sich vom
verkehrten Wege abzuwenden — dass ihr kommt, um Hilfe und
Kraft bei Mir zu suchen, um nicht zu verzagen. Als ihr nahe daran
wart, den Mut zu verlieren, als eure Kräfte schon zu Ende gingen,
habt ihr euch in Gedanken an Mich gewandt, um von Mir Hilfe zu
erbitten, und Ich antwortete sogleich und forderte euch auf, zu
dieser Oase des Friedens zu kommen, damit ihr durch die
unendliche Barmherzigkeit eures Vaters eine Erholung fändet.
38. Wie viele Offenbarungen habt ihr seit dem Zeitpunkt
verstehen gelernt, an dem ihr dies Wort zum ersten Mal vernommen
habt! Durch dieselben habt ihr begriffen, dass die Seele sich weder
an einem Tag vervollkommnet, noch in einem Jahr, und auch nicht
in einem Leben; denn da sie ewiger Natur ist, muss ihr Entwicklungsweg
dem hohen Lohne entsprechen, der sie erwartet.
39. Ihr habt zu unterscheiden gelernt zwischen der Stimme des
Gewissens, die immer vom Gesetz, von Liebe, vom Guten, von
Rechtschaffenheit und Lauterkeit spricht, und jener anderen
Stimme, die von den Sinnen des Fleisches oder den Leidenschaften
des Herzens stammt und die nicht immer zum Guten anregt.
40. Ihr wisst bereits, dass ihr Waffen besitzt, um euch zu
verteidigen, und wisst, welches dieselben sind. Auch wisst ihr,
welches der Schild ist, der euch schützt, und ihr beginnt Gebrauch
zu machen vom Gebet, vom Glauben, von den guten Gedanken, von
der Kraft des Willens.
41. Ihr habt gelernt, den verschiedenen Wertbestandteilen, die
euer Wesen bilden, den richtigen Platz im Leben zu geben. Ihr wisst,
dass das Wesentliche der Geist ist, und dass nach ihm — aber einen
würdigen Platz im Menschen einnehmend — sich die Gefühle, der
Verstand befinden (d.h. die Seele) sowie die körperlichen
Bedürfnisse.
42. Ihr versteht jetzt, dass die wahre Vergeistigung im Menschen
nicht darin besteht, sich vom Fleische abzukehren oder das
Materielle zu verschmähen, sondern darin, euer Leben mit der
ganzen Schöpfung in Einklang zu bringen; dennoch — damit der
Geist diese Harmonie erreichen kann, ist es erforderlich, dass er
immer vorangeht, dass er über dem Menschlichen steht, dass er der
Führer ist. Wenn es nicht so ist, dann ist der Geist nicht frei und
wird zum Sklaven des Fleisches oder zum Feinde desselben.
43. Ihr wisst, dass man auf Meinem Wege Liebe, Lauterkeit und
Erkenntnisse nicht vortäuschen kann, weil ihr einen Blick auf euch
gerichtet fühlt, der alles sieht und alles richtet.
44. Heute wisst ihr, dass eure Tugenden und Werke wahrhaftig
und von der Liebe zu euren Mitmenschen inspiriert sein müssen,
damit eure Verdienste reell sind.
45. Fürchtet euch nicht, wenn Ich so zu euch spreche. Ich sage
euch aufs neue, dass Ich von euch nicht die höchste Vollkommenheit
verlange, sondern eine beständige Anstrengung sie zu erreichen.
46. Wenn ihr heute leidet, wenn ihr eine harte Prüfung durchmacht,
wenn ihr euch auf dem Schmerzenslager befindet, wisst ihr,
dass jener Leidenskelch euch läutert und erneuert, dass jener
Schmerz euch einige Verfehlungen sühnen lässt, dass er eine weise
Lektion ist — dann trinkt ihr ihn mit Geduld und Ergebung.
47. Ihr habt begreifen gelernt, dass Ich derzeit in jedem von
euch einen Tempel errichte, und ihr wagt nicht mehr, das Erbaute zu
zerstören; im Gegenteil, ihr versucht Mir bei diesem Werk zu helfen.
48. Ihr habt verstanden, dass es nicht vor den Menschen ist, vor
denen ihr Verdienste erwerben sollt, um von ihnen Lob oder
Belohnung zu empfangen, sondern vor eurem Vater, der der einzige
ist, der fähig ist, eure Werke zu bewerten.
49. So sehr eure Leidenschaften auch Wurzeln geschlagen
haben mögen — wenn ihr all diese Erklärungen verstanden habt,
müssen sie eine Unterwerfung des Fleisches unter den Geist
bewirken, was ein Anfang für jene Harmonie und jene Ordnung sein
wird, welche im Menschen bestehen muss, um ein Kind zu sein, das
Meiner würdig ist.
50. Von eurer Gegenwart hängt die Zukunft vieler Menschen ab,
geliebtes Volk, zweifelt keinen Augenblick daran. Daher, wenn ihr
an diese Wahrheit denkt, entäußert euch des letzten Restes von
Egoismus und führt für das Morgen Frieden, Einigkeit, Moral und
Vergeistigung herbei.
51. Zweifelt nicht daran, dies Werk auf der Welt durchführen zu
können, denn es ist nicht das erste Mal, dass Ich euch auf eurem
Wege Meinen Samen anvertraue. Der Beweis dafür ist, dass Ich zu
euch in dieser Weise rede und ihr Mich versteht.
52. Dies ist die Fortsetzung Meiner Belehrungen, doch es ist
nicht das Ende dieses Planeten. Die Welt wird weiterhin im Raume
sich drehen; die Seelen werden noch immer zur Erde kommen, um
zu inkarnieren und ihre Bestimmung zu erfüllen. Die Menschen
werden auch fernerhin die Erde bevölkern; nur die Lebensweise
wird sich wandeln.
53. Die Umwandlungen, welche das menschliche Leben
erleidet, werden so groß sein, dass es euch Vorkommen wird, als ob
eine Welt zu Ende ginge und eine andere geboren würde. So, wie zu
allen Zeiten das Leben der Menschen in Epochen oder Zeitaltern
unterteilt wurde, und jedes derselben sich durch etwas ausge-
zeichnet hat — sei es durch seine Entdeckungen, durch die
göttlichen Offenbarungen, die es empfangen hat, durch seine
Entfaltung im Sinne des Schönen, was Kunst genannt wird, oder
durch seine Wissenschaft —, so wird die Zeit, die beginnt, das Zeitalter,
das bereits wie eine neue Morgenröte zum Vorschein kommt,
durch die Entfaltung der Gaben des Geistes gekennzeichnet sein,
jener Seite eures Wesens, die ihr hättet pflegen sollen, um euch so
viele Übel zu ersparen, und was ihr immer auf später verschoben
habt.
54. Glaubt ihr nicht, dass das menschliche Leben sich völlig
umwandeln kann, die Vergeistigung sich entfalten, die Gaben des
Geistes gepflegt werden und das Gesetz wiederhergestellt wird,
welches auf dieser Welt vom Gewissen diktiert wird?
55. Ach, wenn ihr wüsstet, wie vieles euer Geist in sich birgt!
Aber ihr wisst es nicht, trotz der Jahrtausende, die ihr schon auf der
Welt wohnt; denn in eurer Selbstsucht — welche Liebe zu euch
selbst ist — war euch nur die Wissenschaft im Dienste eines jeden
einzelnen wichtig.
56. Ich werde es sein, der euch die Tugenden, die Gaben, die
Schönheiten, die Macht und all das Wunderbare aufdecken wird, das
in eurem Geiste verborgen ist. Dies ist die günstige Zeit dafür, jetzt,
wo ihr die letzten Früchte einer Welt oder eines Lebens erntet, das
zu Ende geht.
57. Bald werden alle Völker begreifen, dass Gott in jedem
Zeitalter zu ihnen gesprochen hat, dass die göttlichen Offenbarungen
die Leiter gewesen ist, die der Herr zu den Menschen herabgelassen
hat, damit sie zu Ihm aufwärtssteigen könnten.
58. Diese neue Zeit werden manche die Zeit des Lichtes nennen,
andere das Zeitalter des Heiligen Geistes und wieder andere die Zeit
der Wahrheit. Doch Ich sage euch, dass es die Zeit der geistigen
Erhebung, der geistigen Zurückgewinnung, der Zurückforderung
sein wird.
59. Dies ist die Epoche, von der Ich schon seit langer Zeit
gewünscht habe, dass sie im Herzen des Menschen lebt und welche
beständig von ihm selbst bekämpft und zerstört wurde. Eine Zeit,
deren Helligkeit von allen gesehen wird und unter deren Licht sich
alle Kinder des Herrn vereinen — nicht zu einer Religionsgemeinschaft
von Menschen, welche die einen aufnimmt und die
anderen abweist, die ihre eigene Wahrheit verkündet und sie den
anderen abspricht, die unwürdig Waffen gebraucht, um sich durchzusetzen,
oder welche Finsternis statt Licht gibt.
60. Volk, wenn die Stunde kommt, da ihr euch aufmacht, um die
gute Botschaft weiterzugeben, sollt ihr Frieden, Liebe, Barmherzigkeit,
Einigkeit und Brüderlichkeit mit Taten predigen. Falls
ihr auf eurem Wege auf andere stoßen solltet, die heuchlerisch und
nur zum Schein dasselbe predigen sollten, so deckt ihre Lüge durch
eure Werke auf. Doch wenn ihr stattdessen feststellen solltet, dass
sie die Wahrheit, die Liebe und die Barmherzigkeit durch Beispiele
predigen, so vereinigt euch geistig mit ihnen, denn ihr Kampf wird
auch der eure sein.
61. Ich kann nicht unterlassen, euch zu sagen: Falls ihr unlauter,
unvorbereitet und unwürdig seid, dies Werk durchzuführen, und ihr
sehen solltet, dass andere sich aufgemacht haben, um mit der
nötigen Lauterkeit zu kämpfen, so behindert nicht ihren Weg, denn
dann würde eure Verantwortung doppelt so groß sein.
62. Ich spreche über alles zu euch, Jünger, damit euch nichts
überrascht, und wenn ihr euch zu diesem Kampf aufmacht, ihr in
den Herzen wirklich das Ideal der geistigen Erhebung zu erwecken
versteht.
63. Diese Erde, die immer ihre Ernte von kranken, müden,
verstörten, verwirrten Seelen oder von solchen mit nur geringem
Fortschritt ins Jenseits gesandt hat, wird Mir sofort Ernten
darbringen, die Meiner Liebe zu euch würdig sind.
64. Krankheit und Schmerz werden allmählich aus eurem Leben
verbannt werden, und da ihr ein gesundes und erhöhtes Dasein führt,
wird der Tod euch bei seinem Kommen vorbereitet finden für die
Reise zur geistigen Heimstätte.
65. Wer könnte beim Betreten der unbekannten Wohnstätte
überrascht sein oder sich verirren, wenn sie ihm schon in diesem
Leben sein Meister in den Augenblicken des Gebets, der Meditation,
des Träumens oder der Inspiration gezeigt hat?
66. Derzeit erscheint euch so viel Frieden und so viel materielles
und geistiges Wohlergehen als unerreichbar, weil ihr all die
Verwirrung erblickt, die in eurer Umgebung herrscht — eine
Verwirrung, die auf allen Gebieten des menschlichen Lebens immer
mehr zunimmt. Doch hernach, wenn diese stürmische Nacht das
Licht der neuen Morgenröte zum Vorschein kommen lässt, wird
dieselbe Erde fühlen, dass ihre neuen Bewohner das wahre Leben
mit edlen Werken säen, die wiederherstellen und wiederaufbauen
werden, und dass die Zerstörer und Entweiher sowie die Gottlosen
sich bereits entfernen, um ihre Läuterung zu finden.
67. Volk, an diesem Tage habe Ich dir etwas von den göttlichen
Plänen des Vaters offenbart, die Er mit euch hat. Ich habe euch
vorausgesagt, was der Zukunft angehört, und habe euch für den
Kampf vorbereitet, der auf die ganze Menschheit zukommt. Denkt
über diese Unterweisung nach, und ihr werdet euch ermutigt fühlen.
Mein Friede sei mit euch!

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