BWL - Band 5 - Unterweisung 137


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 5

Unterweisung 137:
1. Mein Licht und Meine Macht offenbaren sich unter euch. Von
Anbeginn hat das Licht Meines Geistes den Pfad der Menschen
erhellt. Jedes Zeitalter, jedes Lebensalter ist Zeuge Meiner
Offenbarungen gewesen. Euer Geist weiß, dass Ich in vielerlei
Formen zu ihm gesprochen habe. Dieses Licht zeigt euch den Weg,
den euch Meine Barmherzigkeit vorgezeichnet hat, damit ihr auf
ihm zu Meiner Göttlichkeit gelangen könnt, wo euer Ursprung war.
2. Im Menschen befindet sich der Geist. Der Geist ist Licht der
Gottheit. Das ist der Grund, weshalb Ich in eurem Geiste in jedem
von euch bin. Wenn ihr heute die Größe der Art und Weise, in der
Ich Mich derzeit kundgebe, nicht schätzt, so werdet ihr sie morgen
verstehen. Hier habt ihr den Weg, rein von menschlichen Unlauterkeiten.
Damit will Ich euch nicht sagen, dass eure Religionen
schlecht sind. Ich will euch nicht entzweien; denn wenn jeder
wirklich das erfüllt, was ihm seine Religion gebietet, würde er das
Heil finden. Lehren etwa nicht alle, Gott zu lieben und seine
Nächsten? Doch Ich sehe, dass ihr bei vielen Gelegenheiten selbst
die Wahrheit dazu verwendet, euch gegenseitig zu verkennen.
3. Was Ich euch lehre, ist die Liebe, denn ihr entspringen die
lautersten und erhabensten Gefühle, die höchsten Inspirationen.
Euch mangelt es an Liebe, deshalb wandelt ihr im Finstern. Wenn
Ich Götzen stürze und Riten verwerfe, geschieht es, damit ihr mit
größerer Klarheit das Licht der Wahrheit schauen könnt. Als Meister
gebe Ich euch Meine Unterweisungen. Eine davon ist die, dass Ich
euch derzeit Meinen Unterricht erteile durch Menschen, ohne dass
es dafür unerlässlich ist, dass diese gerecht und reinen Herzens sind.
Wie oft kann in Meinen Augen der Stimmträger, dessen Ich Mich
bediene, sündiger sein als jene, die Ich gerade lehre. Meine Macht
und Meine Weisheit inspiriert ihn, damit aus seinem Munde heilige,
gerechte und lautere Gedanken hervorbrechen. Daher kommt es,
dass, wenn diese Verständigungsorgane mit ihrem Herrn in
Verbindung treten, sich das geistige Leben durch sie widerspiegelt
und sie euch vieles von dem offenbaren, was jenseits eures Lebens
ist.
4. Es war für euch nicht nötig, Mich zu sehen oder zu berühren,
um glauben zu können, weil euer Geist in seiner Entwicklung
vorbereitet war, um Meine Gegenwart in geistiger Form zu fühlen.
5. Euer Herz ist überrascht, bestimmte Ideen empfangen zu
können. Der Grund dafür ist, dass es nicht den Weg kennt, den der
Geist zurückgelegt hat. In gleicher Weise überrascht euch die
frühreife Intelligenz der Kinder dieser Zeit, die euch Fragen stellen,
welche beweisen, dass sie Kenntnisse haben, die ihnen in dieser
Etappe ihres geistigen Lebens nicht gelehrt worden sind. Es ist das
Licht, das der Geist auf seinem langen Weg eingesammelt hat und
das sich in jedem Dasein widerspiegelt. Ihr fragt Mich: "Wenn Du
Dich mit so großer Weisheit kundtust, und wenn unser Geist
vorbereitet ist — warum sagst Du uns dann nicht alles, was Deine
Unterweisung für uns noch aufbewahrt?" — Es ist sehr bedeutend,
was Ich noch für euch bereithalte, doch Ich kann es euch nicht auf
einmal geben, um in eurem Geist oder eurem Verstand keine
Verwirrung zu verursachen.
6. Immer werde Ich euch sagen: Wenn ihr nicht wollt, dass das
Licht der Offenbarung sich zurückhält, ist es notwendig, dass ihr auf
diesem Wege der Liebe zu eurem Vater und zu euren Mitmenschen
beharret.
7. Geht den Weg mit mäßigen und festen Schritten, geht nicht in
Eile oder überstürzt, denn ihr würdet straucheln und am Ende nicht
einmal wissen, welchen Weg ihr gegangen seid.
8. Jünger, von Zeit zu Zeit muss Ich euch sagen dass ihr die
Unterweisung an einem Versammlungsort nicht für besser halten
sollt als die an einem anderen, auch nicht die Arbeit eines
Stimmträgers für besser oder schlechter beurteilt im Vergleich zu
diesem oder jenem. Der Sinngehalt Meiner Lehre ist ein einziger bei
allen, und der Unterschied ist äußerlich, ist oberflächlich, er liegt an
der Sprechart. Ich werde euch immer sagen, dass ihr Meine
Wahrheit im geistigen Sinn dieses Wortes suchen sollt.
9. Die Menschheit findet zum Glauben; Mein Werk wird sich
über den Erdkreis ausbreiten. Ich werde mit 144.000 Gekennzeichneten
beginnen, welche mit Gehorsam, mit Liebe und Eifer
kämpfen werden in der Zeit der Auseinandersetzungen der
Glaubensbekenntnisse und Lehren, und inmitten dieser Schlacht
werden sie wie ein Glied sein, das der Welt nicht eine Kette der
Versklavung vorschlägt, sondern eine des geistigen Bündnisses, das
von Freiheit und Brüderlichkeit sein wird. Diese Soldaten werden
nicht allein sein, Meine Geistigen Lichtscharen werden ihnen folgen
und sie beschützen; sie werden Wunder auf ihren Wegen tun und auf
diese Weise Meine Wahrheit bezeugen.
10. Tragt euer Kreuz mit Geduld und Ergebung, bis ans Ende,
dann wird Meine Barmherzigkeit es sein, die euch von demselben
befreit, wenn ihr vor den Toren jener Heimstatt anlangt, die Ich euch
verheißen habe, wo ihr den wahren Frieden genießen werdet. Jetzt
seid ihr die Pilger, seid die Soldaten, die Streiter, die einem Ideal
nachjagen, die die Eroberung eines besseren Vaterlandes anstreben.
11. Doch ihr seid nicht allein in eurem Kampfe, niemals ist der
Mensch dies gewesen, denn Ich habe ihm immer den besten Weg
gezeigt.
12. Wenn Mich jemand fragen sollte, wie das Volk des Herrn
sich leiten ließ, bevor ihm das Gesetz bekannt war, das Moses vom
Herrn empfing, so würde Ich ihm antworten, dass Ich schon vor
Moses der Welt Geister von großem Licht sandte, Patriarchen und
Propheten, welche das Gesetz im Lichte ihres Gewissens trugen, um
es allen ihren Nächsten durch ihre Werke zu lehren.
13. Jene Männer ehrten Mich durch ihr Leben. Sie waren keine
Götzenanbeter, denn sie kannten bereits die Vergeistigung; sie hatten
das Gefühl der Liebe und der Barmherzigkeit mit den anderen, sie
verstanden es, den Fremden auf ihrem Landsitz zu empfangen, und
in ihrem Heim waren sie gastfreundlich mit dem müden Reisenden.
Für alle hatten sie ein gutes Wort und einen weisen Rat bereit.
14. Doch nicht alle Menschen haben es verstanden, sich von der
Stimme ihres Gewissens leiten zu lassen, denn dies verlangt
Vergeistigung, während die Sinne des Fleisches sie nicht verstehen.
Daher war es notwendig, dass euer Vater sich auf vielerlei Weise
unter den Menschen kundgab, um das Gesetz zu erläutern und ihnen
die göttlichen Lehren zu offenbaren.
15. Ihr, Mein Volk, die ihr dies Wort in der Dritten Zeit hört und
die ihr noch immer etwas von jenem Samen bewahrt, den Ich euch
in vergangenen Zeiten anvertraute, begreift, dass ihr euer Herz von
Selbstsucht und Materialismus reinigen müsst, damit ihr den
glücklichen Zeitpunkt erreichen könnt, von dem ab ihr euer Leben
wieder von den Weisungen eures Gewissens leiten lasst, wie es jene
Erleuchtete taten, wie z. B. Abraham, von dem das Volk hervorging,
das zu allen Zeiten Verwahrer Meiner Offenbarungen gewesen ist.
16. Ich will, wenn der Zeitpunkt kommt, an dem Meine Kundgebung
in der Form, wie ihr sie jetzt habt, endet, ihr so weitgehend
zugerüstet seid, dass jeder Geist der Menschen, die dies Volk hier
bilden, wie ein Tempel für Mich ist, jedes Herz ein Heiligtum, jedes
Heim ein Altar, ein patriarchalisches Haus, gastfreundlich und voller
Nächstenliebe. Wie tief wird dann euer Friede sein. Wie tapfer wird
dann euer Herz sein, um in allen Prüfungen zu bestehen.
17. Das Brot wird dann nicht nur von Mir, sondern auch von
euch gesegnet sein, denn dann werdet ihr gelernt haben, es mit
Liebe, mit Glauben, mit Frieden zuzubereiten.
18. Die geistige Stärke, mit der Ich euch ausgestattet habe, ist
nichts anderes als der Same der Vergeistigung. In Wahrheit sage Ich
euch, wer jenen Samen in seinem Herzen pflegt und ihn mit wahrer
Liebe umsorgt, wird kein Opfer von Plagen noch von Furien der
entfesselten Naturgewalten werden, noch werden ihn die materiellen
Bedürfnisse in niederdrückender Weise quälen.
19. Aber ihr sollt nicht warten, dass jene Tage über euch
kommen. Nein, Volk, mit eurer Vergeistigung sollt ihr zu denen
gehören, die durch ihr Gebet die Vergebung ihres Vaters erlangen
und die all das verstehen, wozu der Geist fähig ist, wenn er sich über
den Schlamm, den Staub und den Schmutz eines vermaterialisierten
und unreinen Lebens zu erheben vermag.
20. Vergesst nicht, o Jünger, dass die Vergeistigung keinen
Fanatismus irgendeiner Art, keine Vergötterung oder Vorurteile
zulassen kann, denn dann wäre es keine Vergeistigung mehr.
21. Wer Aufrichtigkeit in seinem Herzen trägt und danach
strebt, Mich durch die Taten seines Lebens zu ehren, der bedarf
keiner äußerlichen Kulte, um zu fühlen, dass er die Gesetze seines
Vaters und Herrn erfüllt hat. Wer hingegen in seinem Herzen die
Unruhe trägt, die sein richtendes Gewissen ihm fühlbar macht, der
sucht eifrig nach äußerlichen Kulten und Riten, in der falschen
Meinung, dass er sich durch sie mit seinem Schöpfer zu versöhnen
vermag.
22. Seid schlicht wie die Blumen und ohne Falsch wie die
Vögel, seid durchsichtig wie die Luft und klar wie das reine Wasser,
dann werdet ihr die Reinheit und Erhebung erreicht haben, die euch
die ganze Wahrheit erkennen lassen wird, welche das Leben enthält.
23. Wer behauptet, dass Meine Lehre eine Gefahr für den
materiellen Fortschritt der Menschheit ist, begeht damit einen
schweren Fehler, denn wenn Ich, der Höchste Lehrmeister, dem
Geiste den Weg zu seiner Wiedergutmachung zeige, spreche Ich
auch zum Verstand, zur Vernunft und selbst zu den Sinnen. Meine
Lehre inspiriert und lehrt euch nicht nur das Geistige Leben,
sondern bringt Licht in jede Wissenschaft und auf alle
Menschenwege; denn Meine Unterweisung beschränkt sich nicht
darauf, die Seelen auf den Weg zu der Heimstatt zu bringen, die
jenseits dieses Daseins ist, sie erreicht auch das Herz des Menschen,
um es dazu anzuregen, auf dieser Erde ein freundliches, würdiges
und nützliches Leben zu führen.
24. Wenn Ich euch in der Zweiten Zeit sagte, dass Mein Reich
nicht von dieser Welt ist, so sage Ich euch jetzt, dass auch das eure
nicht hier ist, denn diese irdische Heimat ist — wie ihr bereits wisst
— nur vorübergehend für den Menschen bestimmt.
25. Ich lehre euch das wahre Leben, das niemals auf dem
Materialismus begründet war. Deshalb werden die Herren der Erde
sich erneut gegen Meine Lehre erheben. Ich komme zu euch mit
Meiner ewigen Lehre, Mit Meiner schon immer bestehenden
Unterweisung, die von Liebe, von Wahrheit und von Gerechtigkeit
spricht. Dennoch wird sie nicht sogleich verstanden werden. Die
Welt wird Mich wiederum verurteilen, diese Menschheit wird aufs
neue das Kreuz auf Meine Schultern legen. Doch Ich weiß schon,
dass Meine Lehre all diese Anfeindungen durchlaufen muss, damit
sie anerkannt und geliebt wird. Ich weiß, dass Meine hartnäckigsten
Verfolger hernach Meine treuesten und selbstlosesten Sämänner sein
werden, denn Ich werde ihnen sehr große Beweise von Meiner
Wahrheit geben.
26. Nikodemus, in der Zweiten Zeit ein Fürst unter den
Priestern — jener, der Jesus aufsuchte, um sich mit ihm über
Themen von hoher Weisheit zu unterhalten ─, wird in dieser Zeit
erneut erscheinen, um Mein Werk gefaßt zu erforschen und sich zu
ihm bekehren.
27. Saulus, hernach Paulus genannt, der zu einem Meiner
größten Apostel wurde, nachdem er Mich zuvor mit Grausamkeit
verfolgt hatte, wird erneut auf Meinem Wege erscheinen, und
allerorten werden Meine neuen Jünger erstehen, inbrünstig die
einen, aufopfernd die anderen. Die Gegenwart ist von großer
Bedeutung. Die Zeit, von der Ich zu euch spreche, steht vor der Tür.
28. Dieser Krieg der Ideen, diese Kämpfe, die ihr jetzt miterlebt
und diese Ereignisse, von denen ihr täglich Augenzeugen seid —
sprechen sie nicht zu euch von etwas, das auf euch zukommt, lassen
sie euch nicht ahnen, dass eure Zeitepoche zu Ende geht und dass
ein neues Zeitalter sein Licht zu verbreiten beginnt?
29. Ich will nur, dass ihr, die Zeugen Meines Wortes in dieser
Zeit, standhaft bleibt in den Augenblicken der Prüfung, die der
Errichtung Meines Gesetzes, Meines Reiches unter euch,
vorangehen werden. Dann werde Ich gleich dem Wirbelsturm sein,
unter dessen Gewalt die Erde und die Meere, auf denen diese
Menschheit wohnt und sich regt, aufschäumen müssen und in ihren
Tiefen in Bewegung geraten, damit sie alles von sich ausstoßen, was
sie in ihrem Inneren an Unreinem bergen.
30. Fürchtet euch nicht, wenn diese Ereignisse eintreten. Ihr
sollt begreifen, dass der Anfang vom Ende eines Zeitalters
gekommen ist und dass die Morgenröte einer Epoche des Friedens naht.
31. Die Bosheit, die Ungerechtigkeit, der Hochmut, die Knechtschaft,
die Unwissenheit, die irdische Gewalt werden untergehen,
um der Errichtung des Reiches der Liebe, des Lichtes und des
Friedens unter den Menschen Platz zu machen. Ihr sollt dann nicht
verzagen, sollt eure Lampe nicht löschen, auch wenn ihr fühlt, dass
die Prüfung sehr hart ist, und dass der Kelch, den ihr zu trinken
habt, sehr bitter ist. Im Gegenteil, ihr müsst dann die Flamme der
Hoffnung entzünden und beleben, wie es der Soldat im Schlachtgetümmel
tut, wenn er spürt, dass er nahe daran ist, den Feind zu
überwältigen, und dass der Sieg schon in Reichweite ist.
32. Wenn ihr euch von feindlichen Scharen umgeben seht, deren
Zungen Gift gegen euch schleudern und deren Augen Flammen des
Hasses gegen euch werfen, so zweifelt nicht an Meinen
Verheißungen. In diesen Augenblicken werde Ich euch Meine
beruhigende Gegenwart fühlen lassen und euch Meine liebevolle
Stimme hören lassen, die euch erneut sagt: "Ich bin bei euch."
33. Ihr werdet oftmals erleben, wie unter jenen Scharen ein
Herz erscheinen wird, das euch versteht und das für euch wie ein
Schild ist. Doch dies werdet ihr nur erreichen, wenn ihr euer
Vertrauen und euren Glauben auf Mich setzt.
34. Erinnert euch an Daniel, jenen treuen Propheten, welcher in
Babylonien die Wahrheit des Alleinigen Gottes so eindringlich
verteidigte, und den Ich vor seinen Feinden errettete.
35. Bevor der Kampf beginnt, bewässert noch einmal den
Samen, den der Ewige in den Geist der Menschen säte. Lasset zu,
dass das Unkraut durch die Sichel meiner Gerechtigkeit abgeschnitten
wird und dass die Felder umgepflügt werden, damit sie für
den Anbau der Lehre der Liebe geeignet sind.
36. Es ist nötig, den Menschen, die an den Gütern der Erde
hängen, noch einige Augenblicke länger zu gewähren, damit ihre
Enttäuschung absolut ist und sie sich davon überzeugen, dass das
Gold, die Macht, die Titel und die Vergnügungen des Fleisches der
Seele niemals Frieden und Wohlergehen schenken werden.
37. Die Stunde naht, in der die Werke der ganzen Menschheit
im Lichte des Gewissens gerichtet werden. Da werden sich die
Gelehrten, Theologen, Wissenschaftler, die Machthaber, die Reichen
und die Richter fragen, welches die geistige, moralische oder
materielle Frucht ist, die sie geerntet haben. Wenn sie dann sehen,
wie geringfügig ihre Ernte ist, werden viele zu Mir zurückkehren, da
sie erkennen, dass ihnen trotz des Ruhmes, den sie auf Erden hatten,
etwas fehlte, um die Leere ausfüllen zu können, in die ihre Seele
geraten war, welche sich nur von den Früchten des Geistigen Lebens
ernähren kann.
38. Für diese Seelen habe Ich bereits eine Oase inmitten der
Wüste bereitet, weil Ich weiß, dass sie während ihres Daseins von
Tür zu Tür angeklopft und Wegstrecke um Wegstrecke zurückgelegt
haben, die einen auf der Suche nach Wahrheit, andere nach der
Macht und wieder andere nach dem Glück. Doch am Ende des
Weges, den sie auf der Erde durchlaufen haben, waren sie nahe
daran, alles zu verleugnen; dann werde Ich ihnen Meine Arme
ausbreiten, um sie an Meiner Brust ausruhen zu lassen. Ich werde
sie trösten und ihnen zeigen welches der wahre Weg ist, damit sie
auf ihm die Felder finden, auf denen sie den fruchtbaren Samen
ihrer Erfahrung aussäen können.
39. Die Oase ist geistig, und auf allen Wegen der Wüste werden
Menschen aller Rassen zu ihr gelangen — die einen erschöpft,
andere voller Wunden, ergraut und schweißbedeckt, und viele mit
bereits leerer Reisetasche, beschämt angesichts der Unfruchtbarkeit
des Kampfes, den sie unternommen hatten. Dort werden sie Meine
Stimme hören und, als sie dieselbe erkennen, ausrufen: "Es ist der
Herr." Und in diesem Satz werden sie die Demut widerspiegeln, mit
der sie Mich endlich suchen werden. Denn alle werden mit ihren
eigenen Füßen kommen müssen, ohne Wagen, denn mit ihnen
könnten sie die Wüste nicht durchqueren, und ohne Kamele, denn
diese sind auf dem langen Reiseweg schon vor Durst umgekommen.
40. Doch jene Stunde unendlicher Seligkeit, der Versöhnung
und der Demut, wird auch von göttlicher Vergebung für die
"verlorenen Söhne" sein, welche endlich zum Vaterhaus zurückkehrten
im Verlangen nach den liebevollen Armen Dessen, Der
ihnen das Leben und die Erbschaft gab.
41. Empfangt heute Mein Wort der Liebe, der Vergebung und
der Gerechtigkeit, und zeigt Mir euer Herz. Versucht nicht, eure
Verfehlungen zu verbergen, denn Ich weiß alles. Ihr habt gelobt,
euch untereinander zu lieben, doch noch immer warte Ich auf eure
Erfüllung. Einen einzigen "Baum" habe Ich euch anvertraut, damit
ihr ihn pflegt, doch ihr bietet Mir verschiedenartige Früchte an. Ich
habe euch demütig, ergeben und gehorsam bereitet, damit ihr euren
Mitmenschen dient, doch Ich finde diesen Samen nicht in euren
Werken.
42. Der Sohn beugt sich nicht seinen Eltern, die Gattin begehrt
gegen den Gatten auf, die Geschwister verleugnen einander, alle
begehen Handlungen, die Stolz und Eitelkeit offenbaren, alle fühlen
sich überlegen, während Ich allen Menschen weiterhin nur Liebe
und Frieden lehre.
43. Die Nationen haben Frieden geschlossen, doch zeigt sich in
ihren Worten keine Liebe noch gute Absichten. Hinter jenem
scheinbaren Frieden befindet sich Groll, das Verlangen nach Rache
und der Krieg auf der Lauer. Wo ist jener, der zu vergeben weiß, der
sein Anliegen Mir überlassen hat, damit Ich richte?
44. Das menschliche Herz hat sich verhärtet und ist nicht
erschüttert vom Schmerz der Kinder, der Angst der Frauen und dem
tragischen Schicksal der Jünglinge und der Männer, die ohne
Erbarmen in den Krieg gejagt wurden. Doch unter ihnen sind die
gewesen, die Mich lieben und die für ihre Mitmenschen Liebe
empfinden, solche, die zu beten verstanden und Werke der Barmherzigkeit
taten. Die Heimsuchung ist für diese Nationen sehr
schwer gewesen, ihr Hochmut ist gezüchtigt worden, sie selbst
zerstören ihren Reichtum. Nur der Schmerz wird sie beugen und sie
zur Besinnung bringen. Ich bin jeder Seele sehr nahe gewesen, um
sie in der Prüfung zu stärken, und die, welche sich zubereitet haben,
haben Meine Gegenwart empfunden.
45. Die Auswirkungen des Krieges sind überall hingedrungen
und haben Zerstörung gesät. Vom kleinen Heim bis zu den großen
Nationen, die nicht gewacht haben — sie alle sind in ihre Netze
geraten und wissen nicht, wie sie sich von diesem Joch befreien
können.
46. Ich habe euch gelehrt, habe euch das Geheimnis des
Friedens gegeben: Liebt Mich, liebt einander, inspiriert euch in Mir,
erfüllt eure Pflichten, fügt euch in eure Bestimmung, und ihr werdet
Frieden und Segen haben.
47. Ich habe den Freudengesang jener empfangen, die nach dem
Kampfe in ihr Heim, in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Doch Ich
empfange auch den Schmerz der Mütter, die nicht die Rückkehr des
Sohnes erlebten, den der Kinder, die den Vater nicht mehr sahen,
und den der Frau, die zur Witwe geworden ist. Sie alle segne Ich.
Israel soll in seinen Mitgefühlen mit jenen Völkern Teilnahme
zeigen. Und dieses Gebet, das ihr für den Frieden der Welt emporgesandt
habt, sollt ihr auch fernerhin darbringen und machet, dass es
wie ein Lied des Schutzes für alle Nationen ist.
48. Ihr Seelen, die ihr euren Körper auf der Erde gelassen habt
— erlanget Erleuchtung. Ich habe euch empfangen. Vertraut auf
Mich, und ihr werdet zum wahren Leben geführt werden. Ihr seid
nicht gestorben, weil die Seele ewiges Leben besitzt. Ich lade euch
zum wahren Frieden und zur Gerechtigkeit ein. Denn Ich bin das
Leben und biete euch das Brot des ewigen Lebens an. Aber Ich sehe
euch hungrig, weil ihr nicht begriffen habt, dass der Wesenskern in
der Tiefe Meines Wortes verborgen ist. Wenn ihr es nur oberflächlich
betrachtet, könnt ihr euch nicht davon nähren. In ihm ist
Meine Liebe enthalten, jene göttliche Essenz, welche Leben, Freude
und Frieden für den Geist ist.
49. Während ihr Mein Wort nicht studiert, gibt es in dieser und
anderen Nationen viele Menschen, welche die Gute Botschaft
erwarten, um Meine Aufträge zu erfüllen. Aber der Tag wird
kommen, an dem sich unter euch die guten Apostel erheben werden,
um durch Länder und Nationen zu ziehen und Meine Lehre zu
predigen. Und Ich werde durch ihr Verstandesorgan sprechen, wie
Ich es bei jenen tat, die Mir in der Zweiten Zeit nachfolgten. Jeder,
der so wirkt, sei voll Mut und Vertrauen auf Mich.
50. Wenn ihr Hindernissen begegnet, so handelt wie Moses:
Befehlt den Elementen, dass sie euch zu Willen sein sollen, und sie
werden bereitwillig gehorchen.
51. Wenn ihr Wunder schauen wollt, so bereitet euch zu, doch
erwartet nicht, dass alle euch glauben. Ich habe euch gesagt, dass in
dieser Zeit nicht alle an Mein Wort glauben werden. Überlasst dann
die Sache Mir und geht weiter. Sie werden Mich erkennen, wenn sie
im Geiste sind.
52. Ihr sollt Ideen und Gefühle respektieren, doch redet, wie Ich
euch gelehrt habe, mit diesem Worte, das nicht verletzt, und nehmt
die Schleier weg, die den Seelen Mein Licht verbergen.
53. Die Zeit des Erwachens für jeden Geist ist bezeichnet. Ich
verspreche euch, dass jeder, der sich zurüstet, Mich in all Meiner
Herrlichkeit schauen wird.
54. Bittet, und es wird euch gegeben werden. Alles, was ihr in
Liebe für eure Mitmenschen wünscht — erbittet es von Mir. Betet,
vereint eure Bitte mit der des Bedürftigen, und Ich werde euch
gewähren, um was ihr bittet.
55. Das Licht Meines Wortes wird die weiße Kleidung sein, die
euch alle bedeckt.
56. Aus Liebe zu euch bin Ich in der "Wolke" gekommen, dem
Symbol für das Geistige, um Mich eurem Geiste kundzutun. Aber
zuerst musste sich diese leuchtende Wolke auf das Verstandesorgan
des Stimmträgers niederlassen, als eine Vorbereitung für die Zeit,
wenn ihr mit Mir direkt Zwiesprache zu halten versteht und es euer
Geist ist, auf den die Wolke sich herabsenkt und niederlässt.
57. Ich wählte die Wolke als Symbol, damit sie Mein Kommen
zur Welt in der Dritten Zeit verkörpern würde.
58. Ist nicht die Wolke die Botin, die über Berge, Täler und
Städte hinwegzieht? Ist nicht sie es, die die Felder mit ihrem Regen
fruchtbar macht und wohltätigen Schatten spendet? Bricht nicht aus
ihr der Blitz hervor, der das Gewitter ankündigt, und der funkelnde
Strahl, der erschüttert? Deshalb wählte Ich als Symbol die Wolke,
deshalb verstanden Meine Apostel die Bedeutung Meiner
Gegenwart in der "Wolke", als sie Mich zum letzten Mal im Geiste
sahen, und Roque Rojas in dieser Dritten Zeit, als Ich ihn das
Symbol schauen ließ, welches das Zeichen Meines neuen Kommens
war.
59. Seit damals umgibt ein sanfter Schatten das Volk, das sich
allmählich um Meine Kundgebung geschart hat. Mein Wort ist ein
fruchtbarer Regen auf den ausgedörrten Feldern der Vergeistigung
gewesen, und der Strahl, der bei jeder Kundgabe auf das menschliche
Verstandesorgan herabfällt, hat die Finsternis eurer Sünde und
eurer Unwissenheit zerrissen, hat euch in allen Fasern erbeben und
euren Geist erwachen lassen. Wie furchtbar ist für viele von euch
der Sturm gewesen, der beim Hören Meines göttlichen Wortes in
eurer Seele entfesselt wurde!
60. Welche Majestät und welche beeindruckende Schönheit habt
ihr bei jenem Lichtgewitter miterlebt, welches Meinem Worte in den
Augenblicken seiner Kundgebung entspringt! Überwältigt von
Bewunderung, vor Ehrfurcht und Bangen verbleiben die Menschenscharen
stumm und lassen jenen Sturm von Liebe, von Gerechtigkeit
und Weisheit sie baden und läutern.
61. O geliebtes Volk, das Ich Israel genannt habe, weil Ich euch
zu Verwahrern Meiner Botschaften und Offenbarungen mache —
wann werdet ihr lernen, Mein Wort richtig wiederzugeben und
auszulegen?
62. Mein Versprechen wiederzukommen, das Ich in der Zweiten
Zeit gab, habe Ich gehalten. Die Apostel sahen Mich in Bethanien
von der Erde in die Unendlichkeit aufsteigen, und ihr habt Mich aus
der Unendlichkeit in eure Herzen zurückkehren sehen. Entdeckt ihr
nicht auch darin eine Ähnlichkeit mit den Wolken, die aus dem
Meer sich erheben und emporsteigen, um ihren wohltätigen Regen
auf andere Orte zu ergießen, wo die dürstenden Felder nach ihnen
rufen?
63. Euer Schmerz hat Mich angezogen, Mein Geist hat sich von
dem euren flehentlich angerufen gefühlt, und Ich bin in der Wolke
der Liebe und Gerechtigkeit herbeigeeilt, um die Menschen mit
Meiner Barmherzigkeit zu überschütten.
64. Nicht alle Völker rufen Mich, und es sind nur sehr wenige
Herzen, die Mich erwarten. Die geistige Wolke wird kommen und
wie ein Mantel des Friedens die Völker beschützen, die sie
flehentlich anrufen und die sie erwarten. Alle jene, die den Durst der
Seele mit den Vergnügungen der Welt zu löschen versuchen, wird
die Wolke durch den Glanz ihres Blitzes überraschen, und der
Donner ihres Gewitters wird sie mit Furcht erfüllen, denn dann
werden sie sich daran erinnern, dass eine Göttliche Gerechtigkeit
existiert und dass jeder Mensch Träger eines Geistes ist, welcher
sich vor Gott für alle seine Werke verantworten muss.
65. Die Wolke der Liebe, des Lichtes, der Barmherzigkeit und
der Gerechtigkeit ist auch eine unermesslich große Legion von
Geistwesen, Dienern von Mir, von Geistern des Lichtes, welche
leben, um Meine Vorhaben zu erfüllen und sich im Universum zu
vermehren, wobei sie ihre Aufgabe, sich untereinander zu lieben, in
vollkommener Harmonie ausführen. Denn jenes Göttliche Gebot,
jener Höchste Grundsatz, den Ich in der Zweiten Zeit der Welt
offenbarte, war nicht nur für die Menschen bestimmt — jene
Maxime ist das Gesetz, das alle existierenden Geister regiert.
66. Geliebtes Volk: Auf dieser Wolke des Lichtes, welche die
geistige große Macht der Liebe und der Brüderlichkeit zwischen
allen Welten ist, kam Ich in dieser Dritten Zeit mittels Meines
Strahles hernieder und brachte euch eine neue Botschaft der
Weisheit, einen unendlichen Trost für euren Schmerz und ein Licht,
das euch als Führer dienen sollte, um den vergessenen Weg zu
finden, damit ihr, wenn ihr ihn entdeckt habt, zu Mir kommt —
Schritt für Schritt, von Verdienst zu Verdienst, bewusst und standhaft,
im Streben nach eurer geistigen Vollkommenheit.
Mein Friede sei mit euch!

Beliebte Posts aus diesem Blog

BWL - Band IV - Unterweisung 109

BWL - Band 6 - Unterweisung 161