BWL - Band V - Unterweisung 129


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
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Unterweisung 129:
1. Aus Meinem Reiche komme Ich zur Heimstatt des Menschen
und suche die Lampe seines Glaubens. Ich habe an jedes Herz
geklopft, um in jedem den guten Willen zu erkennen, auf Meinen
Ruf herbeizueilen. In einigen fand Ich ein Heiligtum, erleuchtet von
der Flamme einer Lampe, in anderen nur Finsternis. Die einen sind
reine Stätten, wo Ich eintreten kann, die anderen sind beschmutzt,
und sie müssen sich erst läutern, um Mich zu empfangen. Doch sie
alle segne Ich mit derselben Liebe.
2. Der an eure Türen klopft, kommt nicht mit königlichen
Gewändern, obwohl er ein König ist. Er kommt im Gewand eines
Wanderers und auf der Suche nach einer Herberge. Wann immer Ich
euch aufgeweckt sehe, wachsam und Mich erwartend, ergießt sich
Mein Wort wie ein unerschöpflicher Strom in euch, um eure Herzen
fruchtbar zu machen. Dieses Herz, das in eurem Inneren schlägt, ist
ein geeigneter Boden, um den göttlichen Samen zu säen. Euer Geist
ist der Tempel der Göttlichkeit, er ist Meine Heimstatt. Euer
Gewissen ist der Dolmetscher Meiner Stimme der Gerechtigkeit und
die Stütze Meines Zepters. Alle diese Kräfte sagen euch, dass ihr
nicht unabhängig seid, sondern dass ihr aus einem allmächtigen
Wesen stammt, dem ihr euren Willen unterwerfen müsst, da Es
vollkommen ist.
3. Der Vater naht sich Seinen Kindern, um von ihnen ihre
Verdienste als beste Ernte einzuholen, und nicht nur die Tränen
eurer Leiden; denn sie sind es nicht, die Ich in Meinen Kornkammern
einlagere. Fast immer ist euer Weinen die Frucht eures
Ungehorsams gegenüber Meinem Gesetz. Nur selten weint ihr aus
Liebe oder aus Reue.
4. Verhärtet habe Ich euer Herz in dieser Zeit vorgefunden.
Doch wenn Ich in der Ersten Zeit Mein Gesetz in Stein meißelte —
warum sollte Ich es in dieser Zeit nicht in das Felsgestein eures
Herzens prägen? Dort werde Ich euch die Macht Meines Wortes
zeigen und nicht nur ein Blatt, sondern ein Buch schreiben, das
Geheimnisse Meiner verborgenen Weisheit enthält, die nur Ich
offenbaren kann.
5. Ich spreche zu euch als Vater und als Meister; doch wenn Ich
zu euch als Richter spreche, so fürchtet Meine Gerechtigkeit, aber
flieht nicht vor ihr, denn selbst diese Stimme ist ein Freund, und
wenn sie euch zur Rechenschaft zieht, tut sie es, weil sie euch liebt.
So zeige Ich Mich vor euren Augen, damit ihr Mich kennenlernen
könnt. Wie könntet ihr das erreichen, wenn Ich ewig verborgen
hinter einem Schleier des Geheimnisses leben würde? Begreift, dass
es Mir ein Bedürfnis war, Mich nach und nach vor eurem Geiste zu
offenbaren, damit ihr Mich schließlich in all Meiner Herrlichkeit
schauen könnt. Wenn Ich Mich am Anfang eurer geistigen
Entwicklung eurem Geiste in Meiner ganzen Größe gezeigt hätte —
was hättet ihr gesehen, gefühlt oder verstanden? Nichts! Wenn ihr
euch Mir nahe gefühlt hättet, hättet ihr eine unendliche Leere
wahrgenommen, oder bei dem Bestreben, die tiefe Wahrheit zu
begreifen, hättet ihr euren Verstand als unfähig gefunden und euren
Geist als zu schwach. Heute ziehe Ich wieder ein wenig den Schleier
von Meinem Geheimnis beiseite, damit ihr euren Gott besser
kennenlernt.
6. Wer ist blind, so dass er Mich nicht schauen kann? Wer ist
unempfindsam, so dass er Mich nicht fühlen kann? Seit langem
schon habe Ich euch darauf vorbereitet, Mich in dieser Form zu
vernehmen, was so ist wie: Mein Antlitz schauen, wobei Ich euch
zugleich auf kommende Zeiten zurüste, in denen ihr mehr von Mir
wissen müsst. Wenn ihr also nach Licht verlangt, wenn ihr Hunger
und Durst nach Wahrheit habt, so hört Mir zu mit all euren Sinnen
und Seelenkräften, und ihr werdet Mich schauen. Gewöhnt euch
nicht an dieses Wort als etwas Alltägliches, und verfallt auch nicht
in die Routine eines Gottesdienstrituals. Fasst Meine Unterweisung
nicht als irgendeine materielle Ideologie auf, und bedient euch nicht
derselben, um aus der Gutgläubigkeit oder den körperlichen oder
seelischen Leiden eurer Mitmenschen Gewinn zu ziehen.
7. Die Zeit des Verstehens ist für euch gekommen, der Augenblick
der Erleuchtung ist da, und nicht mehr fern ist der Zeitpunkt,
an dem ihr euch aufmachen sollt, um dies Licht in anderen Herzen
erstrahlen zu lassen. Ich gebe euch Empfindsamkeit und gebe euch
Wissen, damit ihr eure geistige Mission erfüllt. Ihr alle seid fähig,
den Bedürftigen einen lichtvollen Rat zu geben, um die Tränen
dessen zu trocknen, der weint. Ich habe euch im Überfluss einen
kostbaren Heilbalsam gegeben, der nicht einen Tag lang ungenutzt
bleiben soll. Der Schmerz hat euch geläutert, damit ihr eure
Geistesgaben entfalten könnt. Befleckt euch nicht von neuem mit
der Sünde. Auch eure Lippen und euer Herz läuterten sich — die
einen, um zu einem Born der Nächstenliebe und der guten Gefühle
zu werden, und die anderen, damit sie das Reine, die Erhabenheit
auszudrücken verstünden.
8. Hier ist Meine Unterweisung, klar, durchsichtig wie das
Wasser, mit dem ihr euren Durst löscht. Ich verwandle euer Herz in
einen Brunnen, damit er dieses Wasser sammelt und ihr infolge
seiner Durchsichtigkeit bis auf den Grund sehen könnt, was so ist,
als ob ihr Meinen Geist frei von jeder Form oder Verhüllung
schauen würdet.
9. Hört mir zu, Jünger, denn von Mir geht alle Weisheit aus. Ich
komme zu euch mit Worten und Werken, um euch in eurem Schlaf
zu überraschen. Doch wahrlich, Ich sage euch, bevor Ich zu einem
Volke oder einem Herzen komme, sende ich ihm einen Sendboten
oder Wegbereiter, damit es Mich bei Meiner Ankunft erkennen und
empfangen kann. Fragt euch nun selbst, bei welchem Meiner
Eintreffen ihr wirklich vorbereitet wart, um Mich zu empfangen.
10. Die Propheten der Ersten Zeit, die das Kommen des
Meisters ankündigten, wurden in den Städten verspottet, verfolgt
und gesteinigt. Elias, der in dieser Zeit durch den Mund eines
inspirierten und gerechten Mannes mit dem Namen Roque Rojas
sprach, predigte "in der Wüste", und sehr wenige vernahmen seine
Stimme.
11. Wenn ihr das Ringen Moses' in jener Ersten Zeit betrachtet,
werdet ihr gleichfalls den geringen Glauben, den Mangel an
Zurüstung in den entscheidenden Augenblicken erkennen. Erinnert
euch: Als Moses seinem Volke für die Nacht der Befreiung auftrug,
dass niemand schlafen sollte und sie die Nachtstunden stehend im
Gebet verbringen sollten, mit angezogenen Sandalen und den
Wanderstab in der Hand, da gab es viele, die sich dem Schlaf
überließen, und als sie dann erwachten, war das Volk bereits
aufgebrochen. Und als Moses das Volk allein ließ, um auf dem Berg
Sinai zu beten, fand er bei der Rückkehr die große Menge dem
abgöttischen Kult hingegeben; sie hatte die Ankündigungen ihres
Führers und Propheten über die Verheißungen Jehovas vollständig
vergessen.
12. Niemals wollte Ich euch unvorbereitet antreffen oder euch
sündigend oder schlafend im Schoße der Welt und des Fleisches
überraschen. Deshalb habe Ich euch zuvor Meine Boten gesandt,
damit sie Meine Stimme zu euch gelangen lassen, angefangen von
der bescheidensten Hütte bis zum prächtigsten Wohnsitz. Sieben
große Propheten ließ Ich im gleichen Volke geboren werden, damit
sie ihm das Kommen des Heilandes der Welt ankündigen sollten —
sieben Männer, welche Brüder jenes Volkes waren und dessen Blut
und Sprache besaßen. In sie legte Ich Meine Stimme, damit sie für
die Armen und Unterdrückten wie ein Leuchtfeuer der Hoffnung
wären, und eine Voraussage der Gerechtigkeit für den Stolzen, den
Bösen, für den Ungerechten.
13. Als der Verheißene zu seinem Volke kam, folgten Ihm nur
sehr wenige nach — nur jene, die Hunger und Durst nach
Gerechtigkeit hatten. Doch jene, denen viele Ehren zuteil wurden,
die voller Eitelkeit und Machtstreben waren und fühlten, dass der
Zeigefinger Meiner Gerechtigkeit auf sie deutete, diese waren es,
die für den Sohn Gottes das Kreuz bereithielten.
14. Ihr sollt der Menschheit die Frohe Botschaft bringen, dass
sie bereits in der Zeit des Heiligen Geistes lebt, dieser Zeit, die
durch große Zeichen in der Natur angekündigt worden ist, um die
Augen der Wissenschaftler für die Wahrheit zu öffnen, um das Herz
des Sünders zur Umkehr zu bewegen und um die Welt zum Nachdenken
zu bringen. Doch diese Menschheit — ohne diese Stimmen
(der Naturereignisse) in ihrem wahren Sinn deuten zu wollen —, als
sie nicht alles materiellen Ursachen zuschreiben konnte, ist sie
abergläubischen Ängsten erlegen. Daher ist Mein Wort in dieser Zeit
auf Herzen gestoßen, welche Felsen sind, womit für Mich eine neue
Passion begann.
15. Das Licht, welches Mein Geist in dieser Zeit auf euch
ergossen hat, ist das Blut, das Jesus am Kreuz für die Menschheit
vergoss. Als vorausgeschicktes Sinnbild dieser Offenbarungen habt
ihr in der Ersten Zeit Lämmer geopfert und mit ihrem Blut die
Türen eurer Häuser gekennzeichnet. Das Blut ist Leben, das Opfer
Liebe. Die Liebe ist das Licht des Geistes. Dies ist zu allen Zeiten
euer Merkmal oder Kennzeichen gewesen.
16. O Volk, das dieser Stimme gefolgt ist — vergiss niemals,
dass die Liebe des Herrn dich für eine große Mission
gekennzeichnet hat. Dies göttliche Zeichen ist Mein Kuss der Liebe,
ist beschützende Kraft, Waffe und Schild.
17. Das Leben, das ihr heute durchquert, ist eine größere Wüste
als jene, die Israel in der Ersten Zeit durchquerte. Doch wenn euch
beim Durchwandern derselben nicht die Liebe und der Glaube fehlt,
wird es keinen Mangel geben, noch Hunger oder Durst. Es wird
Manna und Wasser geben, Oasen und Freuden auf der Lebensreise.
Jene, die nicht vor dem heißen Sand fliehen, noch vor den Feinden
zurückweichen, auch nicht auf dem langen Reiseweg müde werden,
werden bald fühlen, dass sie zum Gelobten Land kommen. Doch
jene, die unterwegs Bequemlichkeiten, Vergnügungen und die Mittel
suchen, um groß zu werden, werden auf dem Wege stehenbleiben
und ihre Ankunft vor den Toren der Stadt verzögern. Der Weg ist
Aufwärtsentwicklung, die Wüste ist Prüfung für den Glauben und
Stählung für den Geist.
18. Macht aus diesem Weg keinen Pfad nach eurem Geschmack,
trachtet nicht danach, Mein Gesetz und Mein Werk eurem Leben,
euren Gewohnheiten und Leidenschaften anzupassen. Ihr müsst
euch Meinem Gesetz anpassen.
19. Manchmal könnt ihr nicht verstehen, warum Ich euch so
sehr liebe, warum Ich euch alle eure Verfehlungen vergebe. Dann
zeige Ich euch eure Nächsten, damit ihr an ihnen das tut, was der
Meister an euch getan hat.
20. Wer kann an der Güte Meiner Unterweisungen in dieser Zeit
zweifeln? Ich habe den Menschen wie einstens gesagt: "Liebet
einander", den Kindern: "Ehret eure Eltern", dem Manne: "Achte
die Frau", den Eltern: "Gebt euren Kindern ein gutes Beispiel". Das
ist keine Finsternis. Mein Same bringt Friede, Liebe, Eintracht. Ihr
haltet damit jene Sühne auf, die von den frühesten Zeiten von den
Eltern auf die Kinder überging — eine leidvolle Wiedergutmachung,
welche der Same gewesen ist, den ihr immer wieder gesät und
geerntet habt. Es ist notwendig, dass jede Verfehlung abgewaschen
wird, und wahrlich, Ich sage euch, keine Verfehlung entgeht Meiner
Gerechtigkeit. Es kann ein Jahr, ein Jahrhundert und selbst ein
Zeitalter darüber vergehen, doch der Zeitpunkt des Gerichts wird
kommen.
21. Liebt die Reinheit, lebt in Übereinstimmung mit dem
Gesetz, das euch das Gewissen aufzeigt. Nutzt diese Zeiten der
Unterweisung, damit ihr das, was ihr gelernt habt, in Anwendung
bringt. Schlaft nicht, während andere weinen, gewöhnt euch nicht an
die Kriegsnachrichten. Bedenkt, dass diese Nachrichten voller
Schluchzer, Klagen und Ängste sind. Begreift, dass diese Berichte,
die zu euch gelangen, Schmerzensrufe eurer Geschwister sind. Es
wäre besser für euch, wenn ihr aufgrund Meines Wortes den
Schmerz jener Menschen fühltet, und zu Mitleid angeregt für sie
betet und Verdienste erwerben würdet, damit sie Frieden finden und
der Krieg nicht auch eure Nation überrascht, und ihr dann, während
ihr einen sehr bitteren Kelch trinkt, ausruft: "Jetzt begreife ich, was
jene Völker durchgemacht haben!"
22. Was würde aus diesem Volk, das Ich zusammengeführt habe,
wenn Ich es nicht mit Worten der Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe
lehrte? Glaubt ihr nicht an Mein Wort dieser Zeit, weil Ich es euch
durch Meine Kinder zu Gehör bringe?
23. Wenn ihr die Propheten der Ersten Zeit auf der Straße
getötet habt und später Meine Apostel dem Martyrium unterworfen
habt, so sage Ich euch, dass es auch Tod ist, den ihr diesen
Stimmträgern verursacht, wenn das Wort, das von ihren Lippen
kommt, nicht geglaubt wird. Seid ihr so sehr von euren materiellen
Sinnen versklavt, dass ihr die göttliche Essenz dieses Wortes nicht
fühlt? Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Der Baum wird an seiner
Frucht erkannt."
24. Ich bereite euch auf die Zeit vor, in der ihr Mein Wort nicht
mehr vernehmt, denn dann werden euch die Menschen das Volk
ohne Gott nennen, das Volk ohne Gotteshaus, weil ihr keine
prächtigen Kirchengebäude haben werdet, um Mich zu verehren,
noch feierliche Kulthandlungen zelebrieren werdet, noch Mich in
Bildnissen suchen werdet. Aber Ich werde euch ein Buch als
Testament hinterlassen, das eure Schutzwehr in den Prüfungen und
der Weg sein wird, auf dem ihr eure Schritte lenkt. Diese Worte, die
ihr heute durch den Stimmträger vernehmt, werden morgen den
Schriften entströmen, damit ihr euch erneut daran erquickt und sie
von den Menschenscharen vernommen werden, die zu dieser Zeit
hinzukommen werden.
25. Verachtet nicht das in anderen Zeiten Niedergeschriebene,
denn ihr würdet fanatisch sein. Lasst euch nicht von Leidenschaft
beherrschen, und lernet euren Brüdern Achtung entgegenzubringen,
die zu anderen Zeiten mit ihrer Liebe, ihrem Glauben und selbst mit
ihrem Blute Seiten jenes Buches schrieben, in welchem die Namen
und das Vorbild derer stehen, die von Meiner Wahrheit Zeugnis
abgelegt haben.
26. Liebt ihr Mich und erkennt ihr Mich? Liebt ihr Maria, eure
Himmlische Mutter? Unter jenen Buchseiten gibt es nämlich eine,
die mit dem Blut eures Erlösers und mit den Tränen Marias
geschrieben ist — jener, die in ihrem Busen die mütterliche Liebe
Gottes birgt.
27. Wenn ihr wollt, dass die neuen Generationen das Dritte
Testament achten, so achtet ihr die früheren Testamente.
28. Die großen Heimsuchungen werden die Welt erschüttern,
und dann werden die Menschen dem neuen Offenbarungsbuch
Aufmerksamkeit schenken, das sie fest wie einen Felsen antreffen
sollen, eingeprägt in den Herzen eines Volkes.
29. Versteht Mein Wort richtig. Viel habe Ich von Meiner
Abwesenheit und Meinem Abschied zu euch gesprochen. Doch
begreift, dass Ich im bildlichen Sinn zu euch gesprochen habe. Ich
werde dann zwar in dieser Form nicht mehr zu euch sprechen, aber
könnt ihr euch vorstellen, dass Ich Mich von einem von euch
entfernen kann, wenn Ich das Leben eures Geistes bin und für
immer in ihm wohne? Werdet ihr aufhören können, die Stimme
eures Vaters im Inneren eures Wesens zu hören? Niemals, wenn ihr
versteht, euch zuzubereiten.
30. Auf dieses Ziel bewegt ihr euch zu, zu diesem Zweck kam
Ich, um euch mittels dieser Kundgebungen zuzurüsten. Wenn ihr
vorbereitet seid, werdet ihr Meine Stimme rein und klar vernehmen;
wenn ihr es nicht seid, werdet ihr verwirrt sein und nichts als
Zeugnis weitergeben können. Was werdet ihr denn übergeben,
wovon wollt ihr sprechen nach dem Abschied Meines Wortes?
31. Ich will — ohne dass ihr euch von einem natürlichen und
einfachen Leben entfernt und ohne dass ihr in einen Zustand geratet,
der für außerhalb des Normalen gehalten werden könnte, dass ihr
immer zugerüstet bleibt und dass ihr in euren Herzen die Vergeistigung
bewahrt, damit ihr zu irgendeinem Zeitpunkt, an dem ihr
gerufen werdet, bereit seid, eure Mission zu erfüllen.
32. Ich habe euch gesagt, dass Ich 1950 die 144.000 Gekennzeichneten
auf der Erde versammeln werde. Doch niemand weiß, an
welchem Punkte der Erde Ich jene geboren werden lasse, die sich
noch im Geistigen befinden, damit sie Meinen Auftrag erfüllen.
33. Eure Bestimmung ist in Mir, denn Ich bin die Auferstehung
und das Leben. Später werdet ihr wieder in der Geistigen Heimat
zusammenkommen und von dort aus euer Werk vollenden.
34. Vergeistigt die Ausübung eurer Aufgabe. Schon rückt das
Jahr 1950 näher, und ihr sollt nicht unvorbereitet bleiben. Ich will
euch eifrig eure Mission erfüllen sehen, aber nicht fanatisch. Nutzt
die Zeit, die für die Seele Licht und Erlösung ist.
35. Obwohl die Menschheit einen weiten Weg hinter sich hat,
bleibt sie noch immer geistig getrennt. Hat man etwa jedem Volk
eine andere Wahrheit bekanntgegeben? Nein, die Wahrheit ist eine
einzige.
36. Die geistige Trennung der Menschen ist darauf zurückzuführen,
dass die einen den einen Zweig und die anderen einen
anderen Zweig an sich nahmen. Es gibt nur einen Baum, seine Äste
dagegen sind viele. Aber die Menschen haben Meine Lehren nicht in
dieser Weise auffassen wollen, und die Auseinandersetzungen
trennen sie und vertiefen ihre Meinungsverschiedenheiten. Jeder
glaubt, die Wahrheit zu besitzen, jeder fühlt sich im Recht. Doch Ich
sage euch: Solange ihr die Frucht eines einzigen Astes kostet und
die der übrigen verkennt, werdet ihr nicht zu der Erkenntnis
gelangen, dass alle Früchte vom göttlichen Baume stammen, deren
Gesamtheit die absolute Wahrheit darstellt.
37. Wenn Ich zu euch von diesen Wahrheiten spreche, so denkt
nicht, dass der Meister die äußerlichen Kultformen der verschiedenen
Religionen meint, sondern das grundlegende Prinzip, auf
dem jede derselben beruht.
38. Ein starker Gewittersturm macht sich nun spürbar. Seine
Windstöße lassen beim Schütteln des Baumes dessen verschiedenartige
Früchte herunterfallen, und sie werden von denen gekostet
werden, die sie zuvor nicht gekannt hatten. Daraufhin werden sie
sagen: "Wie fehlgeleitet und blind sind wir gewesen, als wir — von
unserem Fanatismus dazu bewogen — alle Früchte zurückwiesen,
die uns unsere Mitmenschen anboten, nur weil sie für uns unbekannt
waren!"
39. Ein Teil Meines Lichtes ist in jeder Menschengruppe, in
jeder Gemeinschaft. Niemand rühme sich daher, die ganze Wahrheit
zu besitzen. Begreift also, wenn ihr weiter zur Wesensart des
Ewigen vordringen wollt, wenn ihr weiter gelangen wollt, als wohin
ihr gekommen seid, wenn ihr mehr über Mich und über euch wissen
wollt, dann müsst ihr zuerst die Erkenntnisse des einen mit denen
des anderen vereinen und ebenso mit allen anderen. Dann wird aus
dieser Harmonie ein klares und sehr helles Licht hervorstrahlen, das
ihr bisher auf der Welt gesucht habt, ohne es gefunden zu haben.
40. "Liebet einander", dies ist Mein Grundsatz, Mein höchstes
Gebot für die Menschen, ohne Unterschiede der Glaubensbe-
kenntnisse oder der Religion.
41. Nähert euch einander durch die Erfüllung dieses höchsten
Gebotes, und ihr werdet Mich in jedem von euch gegenwärtig
finden.
42. Seid aufmerksame Beobachter, und ihr werdet erkennen,
dass der Kampf der Ideen, Glaubensbekenntnisse und Religionen
bereits beginnt. Das Ergebnis eurer menschlichen Auseinandersetzungen
führt euch Schritt für Schritt in diese neue Schlacht.
43. Ach, wenn die Menschen doch aufnahmebereit wären, wann
immer Mein Licht sich ihnen naht — wie viel Schmerz und
Verwirrung würden sie sich ersparen! Doch sie verstehen noch
nicht, sich anzuschicken, um den Frieden zu empfangen. Sie suchen
nur sich für den Krieg vorzubereiten oder zumindest für die
Verteidigung.
44. Nachdem Ich all dies angekündigt und euch gewarnt habe
— könntet ihr da noch in Bestürzung geraten wie irgendein
Unwissender, wenn die Zeit des Kampfes gekommen ist?
45. Schickt euch an für den Frieden, für die Harmonie, für die
Versöhnung und die Brüderlichkeit.
46. Ihr werdet die großen Religionen sich gegenseitig angreifen
sehen, die verwirrten Menschenmassen werden in wilder Flucht
fliehen. Zu jener Stunde soll dies Volk volle Erkenntnis seiner
Aufgabe haben, es soll frei von Vorurteilen, von Flecken oder
Irrtümern sein, um seine Hand voll Erbarmen den Bedürftigen nach
Frieden, Trost, Licht und Gesundheit entgegenzustrecken.
47. Erneuert euer Leben, vergeistigt eure Werke, studiert Mein
Wort, denn in ihm gebe Ich euch den Geschmack aller Früchte des
göttlichen Baumes, damit — wenn eure Mitmenschen euch die
Früchte anbieten, die sie besitzen und die sie angebaut haben — ihr
in Kenntnis des Geschmacks der Frucht, die Ich euch gegeben habe,
deren Frucht mit Liebe entgegennehmt, falls ihr sie rein findet, oder
sie mit Güte zurückweist, falls ihr sie nicht lauter findet.
48. Der Geist besitzt einen höheren Sinn, der ihn befähigt, das
Wahre, Reine, Vollkommene zu entdecken. Aber es ist notwendig,
dass sich diese Gabe entwickelt, um keinem Irrtum anheimzufallen,
das heißt, dass ihr euch von ungesunden Lehren nährt und das
ablehnt, was wirklich Nahrung für euren Geist ist.
49. Ich werde euch Meine Unterweisung geben; aber legt zuvor
euren Kummer bei Mir ab, weint am Herzen des Meisters, erholt
euch, und wenn ihr euren Schmerz beschwichtigt habt, wenn die
Tränen auf euren Wangen getrocknet sind, so erhebt euren Geist,
damit Meine Lehre auf ihn kommt.
50. Ich will bei keinem Meiner Jünger Hunger oder Durst
sehen; Ich will euch befriedigt sehen, an Meinem Tische gegessen
und getrunken zu haben. Nur so werdet ihr auf dieser Welt Werke
tun können, die Meiner würdig sind. Vergesst nicht, dass jeder Tag,
der vergeht, den Meines Abschieds näherbringt, und wer diese Zeit
der Unterweisungen nicht nützt, wird sich später als Waise fühlen.
51. Nicht der Zufall ist es gewesen, der euch in Meine Gegenwart
geführt hat. Meine Stimme rief euch auf den Lebenswegen, und
Meine Barmherzigkeit führte euch. Jetzt wisst ihr, dass ihr
herbeigekommen seid, um die Aufgabe kennenzulernen, die zu
erfüllen Ich euch auf die Erde gesandt habe. In Meinem Worte habt
ihr gelernt, was euer Ursprung und was euer Ziel ist. Ihr habt die
Offenbarung erhalten, dass ihr Teil eines Volkes seid, das in drei
Etappen das Manna des Geistes erhielt.
52. Wenn ihr alles, was im Volke Israel in den beiden ersten
Zeitepochen geschah, ins Geistige übertragt, werdet ihr erkennen,
dass dasselbe in der gegenwärtigen Zeit in euch geschehen ist.
53. Das Leben jenes Volkes, seine Geschichte, ist eine Lehre für
die ganze Menschheit, es ist ein Gleichnis, ist ein Buch, dessen
steinerne Grundlagen das Gesetz waren, das Ich euch auf dem Sinai
offenbarte. Sein Inhalt bewahrt die Stimme der Propheten, die
Entwicklung eines Volkes, seine Kämpfe, seine Siege und seine
Niederlagen, seine Freuden und seine Bitterkeiten. Auch ist in ihm
das vollkommene Werk Christi unter den Menschen und die Mission
derer, die Ihm nachfolgten.
54. Heute öffnet sich jenes Buch vor eurem Geiste, und ihr seht
neue Lichtstrahlen aus ihm hervorbrechen, weil das, was in jenen
Zeiten nicht verstanden wurde, euch heute erklärt worden ist. Heute
kann euer Geist an die Tore des Jenseits pochen im Verlangen nach
Weisheit. Heute erlaubt euch eure geistige Fähigkeit, dem Meister
näherzukommen, damit Er euch die neuen Lektionen Seiner
Göttlichen Geheimnisse zeigt.
55. Mein Volk, wenn auch in der Herrlichkeit Meines Geistes
Friede ist, kann Ich es nicht unterlassen, euch Meine Hilfe zu
senden, denn Ich sehe euch auf den Wegen der Welt gehen und
Ketten der Mühsale und der Unvollkommenheiten mit euch
schleppen.
56. Ihr seid unterwegs, eine Wüste zu durchqueren, und
inmitten derselben habe Ich Palmen wachsen lassen, damit ihr
Schatten und Erholung findet. Ich habe aus dem unfruchtbaren
Felsen eurer Welt einen unerschöpflichen Quell hervorsprudeln
lassen, damit ihr von ihm trinkt und keinen Durst mehr habt. Heute
gebe Ich euch keine Felder auf der Welt, um sie zu bestellen; eure
Felder werdet ihr in den Herzen finden. Die einen haben gerade mit
der Bestellung begonnen, andere beenden ein schon lange
begonnenes Werk, und wieder andere ernten die Frucht ihrer
Aussaat.
57. Die Familienväter sollen nicht den Vorwand erheben, dass
sie viele Kinder haben, dass ihre Zeit einzig dem Erwerb des
täglichen Brotes gewidmet ist, und dass sie deshalb nicht daran
denken können, den anderen Gutes zu tun.
58. Die Männer sollen Mir nicht sagen, dass sie sich unfähig
fühlen, Mein Gesetz zu lehren. Euch allen sage Ich, dass es auf
eurem Lebensweg mehr als genug Gelegenheiten gibt, bei denen ihr
Meinen Samen säen könnt, ohne eure Zeit zu vergeuden und ohne
eure Pflichten zu vernachlässigen.
59. Dient Mir, und Ich werde euch dienen.
60. Euer Herz soll nicht enttäuscht sein, wenn ihr Liebe in eure
Kinder oder in eure Mitmenschen sät und von ihnen nur Schmerz
erntet. Ihr wisst genau, was Christus auf der Welt säte und was Er
erntete. Doch Er wusste, dass die Ernte nicht auf der Welt
stattfindet, sondern im Himmel, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Sucht auch ihr, Jünger, wenn ihr dem Meister in der Geduld
nacheifert, nicht Belohnungen oder Vergütungen auf Erden, sondern
wartet vielmehr bis zur Stunde eurer Seligkeit im Jenseits.
Mein Friede sei mit euch!

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