BWL - Band 5 - Unterweisung 138


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 111 - 142 
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Unterweisung 138:
1. Geliebte Jünger, jeder Augenblick, der in eurem Leben
vergeht, ist ein Schritt, der euch eurem Vater näherbringt. Langsam,
Schritt für Schritt, legt ihr den Weg zurück, der zum Reich des
Lichtes führt.
2. Allmählich nähert ihr euch der Zeit, in der ihr verstehen
werdet, dem Geistigen zu geben, was ihm zu Recht zusteht, und der
Welt, was ihr gebührt, der Zeit des wahren Gebetes, die Gottesverehrung
ohne Fanatismus, in der ihr vor jedem Vorhaben zu beten
versteht, in der ihr über das wachen werdet, was euch anvertraut
worden ist.
3. Wie wird der Mensch in die Irre gehen können, wenn er
seinen Vater im Gebet fragt, bevor er seinen Willen tut? Der
Mensch, der zu beten weiß, lebt in Verbindung mit Gott, erkennt den
Wert der Wohltaten, die er von seinem Vater empfängt, und zugleich
versteht er den Sinn oder den Zweck der Prüfungen, die er
durchlebt.
4. Der Mensch, der zu Gott betet, ist ein vergeistigter Mensch,
der keine dunkle Binde vor seinen Augen hat und der fähig ist, in
sich und außerhalb von sich unbekannte Welten, nicht bekannte
Aspekte des Lebens, Erkenntnisse und Wahrheiten, die das Leben
der Menschen umgeben, ohne dass diese sie wahrnehmen, zu
entdecken.
5. Wem es gelingt, diesen Pfad zu entdecken, kann nicht
stehenbleiben, weil seine Sinne erwacht sind und seine geistigen
Fähigkeiten empfindsam geworden sind. Heute vernehmen sie
Stimmen der Natur, morgen werden sie Botschaften des Geistigen
Reiches wahrnehmen können, später werden sie die Stimme ihres
Herrn hören in einer Verbindung von Geist zu Geist, Frucht der
Liebe zwischen dem Vater und Seinen Kindern.
6. Volk, beneide nicht diese Stimmträger, durch die Ich Mich
kundgebe, denn wenn ihr euch im Ernst körperlich und geistig
zubereitet, werdet ihr sie noch übertreffen, nachdem diese
Kundgebung vorbei ist.
7. Eine Zeit der Wunder, der Prüfungen und außergewöhnlichen
Ereignisse ist die gegenwärtige, welche diesem Volk vorbehalten ist,
Zeugen Meiner Offenbarung in dieser Dritten Zeit.
8. Noch habe Ich nicht Mein letztes Wort gesprochen, das heißt,
Meine letzten Unterweisungen gegeben, in denen Ich euch noch
viele Geheimnisse offenbaren werde. Aber Mein Wille und Meine
Anordnungen sind im Gewissen dieses ganzen Volkes niedergeschrieben,
damit es vollständige Kenntnis darüber hat, wie das
Ende Meiner Kundgebung sein soll.
9. Ihr müsst begreifen, dass Ich euch alles gelehrt habe, was ihr
wissen sollt, damit ihr in die Welten und Heimstätten eindringen
könnt, die euch erwarten. Denn so, wie eure Seele in der vorausgegangenen
Sphäre, in der sie wohnte, vorbereitet werden musste,
um auf der Erde inkarnieren und leben zu können, so muss sie sich
vorbereiten, um zu der Jenseitssphäre zurückzukehren, die sie
verließ, auch wenn sie zu Heimstätten geht, die an Liebe, an
Lauterkeit und an Weisheit höher stehen.
10. Zweifelt nicht an Meinem Worte. In der Ersten Zeit erfüllte
Ich euch Meine Verheißung, Israel aus der Knechtschaft Ägyptens
— welche Abgötterei und Finsternis bedeutete — zu befreien, um
euch nach Kanaan zu führen, dem Land der Freiheit und der
Verehrung des lebendigen Gottes. Dort wurde euch Mein Kommen
als Mensch angekündigt, und die Prophetie wurde Wort für Wort in
Christus erfüllt. Ich, jener Meister, der in Jesus wohnte und euch in
Ihm liebte, versprach der Welt, in einer anderen Zeit zu ihr zu
sprechen und Mich im Geiste zu offenbaren. Und hier ist die
Erfüllung Meiner Verheißung.
11. Heute kündige Ich euch an, dass Ich für euren Geist
wunderbare Regionen, Aufenthaltsorte, geistige Heimstätten
reserviert habe, wo ihr die wahre Freiheit finden könnt, um zu
lieben, das Gute zu tun und Mein Licht zu verbreiten. Könnt ihr
daran zweifeln, nachdem Ich euch Meine früheren Verheißungen
erfüllt habe?
12. Wisset, dass die großen Geister ewig in Meinem Werke
arbeiten. Elias, der dazu bestimmt war, das Kommen des Meisters
bei Seinen Jüngern anzukündigen, ist das Licht, das eine Bresche in
die Seelen schlägt und bis zu den vom Wege Abgeirrten herabkommt,
zu denen, die schlafen oder deren Glauben an das Geistige
Leben gestorben ist, um sie in das Feuer der Liebe einzuhüllen, das
von ihm ausstrahlt, ein Feuer, das Glaube ist, Ausrottung des Bösen
und Läuterung. Seine Stimme ertönt in jeder Nation, sein läuterndes
Feuer dringt voran und vernichtet das Unkraut. Zwar hinterlässt die
Läuterung auf ihrem Wege eine Spur des Schmerzes; doch bald
kommt ein göttlicher Trost, verkörpert in Maria, die ihren Heilbalsam
in jedes schluchzende Herz, in jedes vom Schmerz gequälte
Geschöpf ergießt.
13. Ich werde kommen und Herz um Herz suchen, um die
Menschen Meinen göttlichen Ruf hören zu lassen, der ihnen nur
sagt: "Folget Mir nach."
14. Ich tröste euch in euren Prüfungen und sage euch: Wenn der
Kelch in eurem Munde sehr bitter ist, sollt ihr eurem Vater, der im
Himmel wohnt, sagen, wie Jesus im Garten Gethsemane: "Vater,
wenn es möglich ist, dass Du diesen Kelch von Mir nimmst, so tue
es; aber vor allem geschehe Dein Wille, und nicht der meine."
15. Wenn ihr so betet und wachet, werde Ich den Engel
zurückhalten, der sich naht, um euch den Kelch der Prüfung zu
reichen. Aber wenn es der göttliche Wille ist, dass ihr ihn trinkt,
werde Ich bei euch sein, um euch Kraft zu geben, damit ihr die
Prüfung siegreich bestehen könnt. Vergesst nicht, dass um einen, der
leidet und Mich segnet, vielen Nachsicht zuteil wird. Jetzt werdet
ihr verstehen können, warum jene, die frei von Sünde sind, Schmerz
in sich tragen; denn sie sind würdig, die Flecken ihrer Mitmenschen
abwaschen zu helfen.
16. Es war nicht Mein Wunsch, dass der Mensch auf Erden
Schmerzen erleide. Doch da sie es so haben wollten, vom ersten
Menschen bis zu den gegenwärtigen, so tragt eure Last mit Geduld
und Liebe und bringt Mir eure Leiden mit Demut dar. Euer Schmerz
wird fruchtbar in euch sein und auch bei manchen eurer
Mitmenschen.
17. Wie viel haben die Menschen auf dieser Welt nutzlos
gelitten! Wie viel haben sie geweint, ohne eine Belohnung zu
erhalten und ohne einen Samen zu ernten! Die hingegen, die ihr
Kreuz mit Geduld zu tragen wussten — als der letzte Augenblick für
sie gekommen war und sie glaubten, sich in der Tiefe eines
Abgrunds zu befinden —, haben die Augen ihres Geistes aufgetan
und haben sich auf der Bergeshöhe stehend geschaut.
18. Es wird nicht das Blut sein, das ihr in euren brudermörderischen
Kriegen vergossen habt, das die Menschheit rettet.
Vielmehr sind es euer Gebet voll Liebe und Barmherzigkeit und
eure Tugenden, die eure Mitmenschen würdig machen werden,
Meinen Frieden zu empfinden.
19. Verkündet nicht lauthals, dass dieser Friede, den die
Nationen geschlossen haben, der wahre ist. Wachet und betet, damit
der Friede sich auf Fundamenten geistiger und menschlicher Liebe
erhebt, nicht auf solchen des Schreckens oder der tödlichen
Bedrohung.
20. Dieser von den Menschen geschaffene falsche Friede gleicht
einer Burg, die auf dem Treibsand des Meeres errichtet wurde und
die bald zusammenstürzen wird, wenn die vom Wind aufgewühlten
Wellen sie peitschen.
21. Ich, der Geist des Friedens, habe ihn den Menschen
angeboten und ihnen durch das Gewissen gesagt: Hier bin Ich, liebet
einander, und ihr werdet euch erretten.
22. Die Menschen wollen weiterhin in der Kindheit leben, sie
wollen nicht erwachsen werden; denn nachdem sie so lange auf der
Erde gelebt haben und sie mit ihrem Blut und ihren Tränen
bewässerten, haben sie noch immer nicht verstanden, die Frucht der
Erfahrung zu ernten, weshalb sie weiterhin nicht wissen, was der
Friede des Geistes bedeutet. Ihre Herzen haben sich verhärtet, und
deshalb schwingt ihre edelste Empfindung, welches die
Nächstenliebe ist, nicht in ihrem Inneren. Darum hat sich bei jedem
Meiner Kinder der Leidenskelch fühlbar gemacht.
23. Aller von den Menschen verursachter Schmerz wird sich in
einem einzigen Kelch sammeln, der von den Schuldigen getrunken
werden wird. So wird ihr eingeschläferter Geist aufwachen. Dann
werdet ihr erleben, wie angesehene und mächtige Männer
angesichts unvorhergesehener Ereignisse ihre Stellung oder ihr Volk
verlassen, um sich mit ihrer von Gewissensbissen zerrissenen Seele
zu verbergen. Andere werden fühlen, dass ihre Vernunft und die
Sprachfähigkeit verwirrt sind.
24. Was sagst du zu alledem, Volk? Fühlt ihr euch schon
vorbereitet, um die Menschen aufzusuchen, die sich in den
Verstrickungen ihres Lebensweges verloren haben?
25. Bedenkt, in welch kurzer Zeit die Nationen einen Krieg
vorbereiten und aus irgendeinem Mann einen Soldaten machen,
während Ich euch seit 1866 zurüste, damit ihr Soldaten dieser Sache
werdet, und doch kann Ich nicht eines Meiner Kinder völlig
zubereitet erblicken.
26. Diese Zeit ist anders als die Erste und Zweite. Heute lebt ihr
in einem Chaos entfesselter sichtbarer und unsichtbarer Elemente.
Wehe dem, der nicht wachet, denn er wird unterliegen, und wer
zugerüstet ist, muss kämpfen!
27. Tausende unsichtbarer Augen blicken auf euch; die einen,
um euch auf eurem Wege aufzulauern und euch zu Fall zu bringen,
die anderen, um euch zu beschützen.
28. Die Uneinigkeit wächst und verbreitet sich über Völker und
Nationen, dringt in die Herzen und in die Familien ein.
29. Die Sitten verkommen, und die Männer, die Frauen und die
Kinder gewöhnen sich an die Verderbtheit.
30. Angesichts all dieser Schändlichkeiten sollt ihr nicht eure
Augen bedecken noch eure Ohren verstopfen, denn wenn euer Herz
verzagt, wird es nicht mitfühlend sein, um Liebe zu schenken und
Barmherzigkeit zu üben, und so Mein Werk bei den Mitmenschen zu
bezeugen.
31. Ich muss selbstverständlich alles sehen, weil Ich euch liebe;
doch nachdem Ich euch gerichtet habe, werde Ich euch erretten.
32. Es kommen Zeiten größter Bitterkeit. Für dann bereite Ich
euch vor, damit ihr nicht sagt, dass der Meister nicht prophetisch zu
euch sprach. Wenn ihr für diese Zeit dann zugerüstet seid, werdet ihr
jede Situation gut überstehen.
33. Ich werde durch Meine Boten Frieden unter den Menschen
stiften. Wie wollt ihr den Frieden der Welt auf Hass, Machtstreben
und Furcht errichten? Doch vorher werden die Feuersbrunst
verbrennen, die Wasser reinwaschen und der Schnee läutern.
34. Jünger, seid stark, damit ihr der Ungläubigkeit der
Menschen widersteht, damit Verfolgung, Verleumdung oder Angriffe
euch nicht verzagt machen. Mein Wort wird den Geist der Menschen
erzittern lassen. Der Theologe wird sich genötigt sehen, seine
Wissenschaft zu befragen, der Philosoph wird bei seinen größten
Lehrern nachforschen, und jede Sekte oder Religionsgemeinschaft
wird angesichts Meiner neuen Offenbarungen tief erschüttert
werden. Dann wird die Schlacht der Ideen losbrechen; denn
während die einen zur Wahrheit erwachen, wollen die anderen in
ihrem Fanatismus und ihren Traditionen verharren, und sie werden
sich gegenseitig bekämpfen. Inmitten dieses Kampfes soll die
Stimme Meiner Kinder sich hören lassen und den leidenschaftlich
erregten Menschenmassen sagen: Macht nicht die Frucht des Lebens
zu einem Zankapfel.
35. Jetzt fühlt ihr euch noch klein und schwach, aber morgen
werdet ihr stark sein und Mich in Wahrheit lieben, denn Ich werde
euch das enthüllen, was die Theologen nicht zu entdecken fähig sein
werden, und ihr werdet das begreifen, was die Gelehrten nicht
werden verstehen können. Doch nicht, weil ihr größer oder mehr
geliebt seid als die anderen, sondern weil ihr seit der Ersten Zeit
euer Herz zu öffnen verstandet gleich einem Tabernakel, in das Ich
in jeder der Zeiten das Gesetz, die Weisheit und die Offenbarung
niedergelegt habe.
36. In der Ersten Zeit habt ihr die Symbole gekannt: das
Tabernakel oder Heiligtum, das die Bundeslade aufbewahrte, in der
die Gesetzestafeln sich befanden. Als jene Symbole ihre Aufgabe
erfüllt hatten, ließ Mein Wille sie von der Erde verschwinden; sie
wurden den Blicken der Menschen entzogen, damit die Welt nicht
der Abgötterei anheimfalle, aber der Sinngehalt oder die Essenz
jener Lektionen blieben im Gewissen Meiner Diener niedergeschrieben.
In der Zweiten Zeit, nachdem das Opfer Christi
vollbracht war, ließ Ich das größte Symbol des Christentums
verschwinden: das Kreuz, zusammen mit der Dornenkrone, den
Kelch und alles, was ein Gegenstand fanatischer Anbetung seitens
der Menschheit hätte werden können.
37. In dieser Dritten Zeit bin Ich im Tabernakel eures Geistes
erschienen, um in der dort vorhandenen Bundeslade Meine neuen
Offenbarungen niederzulegen.
38. Ihr kamt in dieser Zeit als "verlorene Söhne" zum Hause des
Vaters, und Ich sagte euch: Sehet, in eurer Abwesenheit zerstreuten
sich eure jüngeren Geschwister, und Ich blieb allein in Meinem
Gemach und an Meinem Tisch. Und das Volk in seiner Undankbarkeit
hat sich entzweit, und viele haben ihren Vater verleugnet.
Doch heute gebe Ich euch euer Vermögen zurück, Ich ernähre euch,
damit ihr euch auf die Suche nach denen macht, die nach euch in die
Irre gingen, und ihr sie in Meine Gegenwart bringt. Dann werdet ihr
Frieden haben.
39. Ich mache eurem materiellen Sein den Bruderkrieg nicht
zum Vorwurf, den die Menschheit entflammt hat, und auch nicht die
Zwietracht, die noch unter dem Volke Israel besteht. Es ist euer
Geist, an den Ich Mich wende, denn auf ihm lasten die Zwietrachten
und Spaltungen, welche die Stämme jenes Volkes in ihrem Schoße
erlitten haben seit dem Tage, an dem die Kinder Jakobs jenes
Vaterherz mit Schmerz erfüllten, als sie ihm sagten, dass wilde Tiere
in der Wüste Josef verschlungen haben, obwohl sie ihn den
Händlern verkauft hatten.
40. Seit damals keimt jener böse Same im Herzen dieses Volkes,
das heute eine neue Zeit vor sich hat, um Seinen Herrn zu ehren,
indem es das Gesetz erfüllt, seine Mitmenschen ohne Ansehen der
Rassen oder Sprachen zu lieben und für alle Nationen der Erde
Rettung und Segen zu sein.
41. Den Namen "Israel" hat euch euer Vater gegeben, doch es ist
ein geistiger Name. Ich habe euch große Offenbarungen gemacht
und euch mit Kraft versehen, damit ihr euch nicht unwürdig fühlt,
wenn Ich euch so nenne.
42. Euer Geist ist es, den Ich suche, wie Ich es zu allen Zeiten
getan habe.
43. Meine Lehre zeigt euch eine vollkommene, geistige und
reine Verehrung für den Vater; denn der Geist der Menschheit ist —
ohne sich dessen bewusst zu sein — an der Schwelle des Tempels
des Herrn angelangt, wo er eintreten wird, um Meine Gegenwart zu
fühlen, um Meine Stimme durch sein Gewissen zu hören und Mich
in dem Lichte zu erblicken, das auf seinen Verstand niederfällt.
44. Die Leere, welche die Menschen innerhalb ihrer
verschiedenen Religionsgemeinschaften in dieser Zeit fühlen, ist
verursacht, weil der Geist Hunger und Durst nach Vergeistigung hat.
Die Riten und Traditionen genügen ihm nicht; er sehnt sich danach,
Meine Wahrheit zu kennen.
45. Ich entdecke im tiefsten Grund von vielen Menschen den
inneren Kampf zwischen dem Geist und der Materie. Er will über
den Glanz des Zeremonienkults hinausgelangen, um die Schönheit
des Geistigen zu entdecken. Ich habe dieses Licht entzündet, das
euch erleuchtet und euch beunruhigt. Ich bin diese Stimme, die euch
ruft. Niemand hat euch eure Beunruhigung erklären noch euer
inneres Ringen verstehen können. Ich allein, der Ich in euer Herz
eindringe, kenne euer Sehnen und euren Durst. Ich bin es auch, der
euch den Pfad zeigt, dem ihr folgen müsst, damit ihr das findet, was
ihr sucht.
46. Wie viele von denen, die Mir zuhören, sind im Edelsten
ihrer Seele getadelt, verkannt oder verletzt worden, weil sie
aufrichtig waren und ihre Gefühle jemandem anvertraut hatten!
47. Ihr, die ihr Meine Worte vernehmt, fragt Mich, warum Ich
zu den Unbedeutendsten und Sündern gekommen bin, um durch sie
die Lehren Meines Geistes zu offenbaren; darauf antworte Ich euch:
Ich handle ebenso wie ihr, wenn ihr auf Erden Eltern seid. Ihr
widmet mehr Aufmerksamkeit und mehr Sorgfalt jenem eurer
Kinder, welches das schwächste, das kränkste ist, oder dem, das in
Gefahr ist, auf Irrwege zu geraten.
48. Wenn dies die Menschen tun — was sollte euer
Himmlischer Vater nicht für Seine Kinder tun?
49. Unter euch ist das Licht Meines Wortes erschienen wie eine
Oase in der geistigen Wüste dieser Menschheit, damit alle Wanderer
sich ihr nähern, die Wasser suchen und den Frieden des Geistes.
50. Es ist notwendig, dass diese Lehre zu allen Menschen
gelangt. Sie wird Licht in die Dunkelheit der Verwirrten, der
Unwissenden und der Hochmütigen bringen, die glauben, alles zu
wissen.
51. Mein Wort wird den Geist mit der Materie versöhnen, da
schon seit langem Feindschaft zwischen beiden besteht, und ihr sollt
wissen, dass euer Körper, den ihr als ein Hindernis und eine
Versuchung für den Entwicklungslauf des Geistes betrachtet habt,
das beste Werkzeug für die Erfüllung eurer Aufgaben auf Erden sein
kann.
52. Wascht eure Seele und euren Körper in dieser Lichtflut, die
sich in dieser Dritten Zeit auf euch ergießt, damit ihr Meine
Unterweisung versteht. Wer rein ist, kann in das eindringen, was
zuvor ein Geheimnis war, weil ihn die Gewissensbisse auf seinem
Wege nicht aufhalten.
53. Beichtet vor Mir, vor Dem ihr nichts verfälschen und
verbergen könnt, von dem, was ihr in euren Herzen tragt, und ihr
werdet durch euer Gewissen Meine göttliche Vergebung fühlen. Die
Würde wird euer Gewand sein, mit dem ihr euch vor keinem
Menschen schämen werdet, dem ihr euch vorstellt, so groß er auch
sein mag, sei es an Macht, sei es an Wissen.
54. Sät Meinen Samen der Liebe. Ihr seid auf der Erde, welche
auch Lehrmeisterin der Menschen ist und euch lehrt, dass sie das,
was ihr auf ihr sät, euch vervielfältigt zurückgibt, als Beweis der
Dankbarkeit und Liebe.
55. So ist auch der Geist eures Vaters. Er ist die höchste und
göttliche Vergütung. Aber euer Same soll immer gut und sauber
sein, damit ihr ihn vervielfacht an guten Früchten ernten könnt.
Damit eure Seele, die sich auf ihrem Wege mit Sünde befleckt hat,
rein zum Schoße Gottes gelangt, muss sie vieles durchleben und
sich läutern, da sie zu ihrem Vater kommen muss ohne die geringste
Spur vom Bösen, noch den kleinsten Schatten ihrer vergangenen
Unvollkommenheiten.
56. Falls sie auf der Erde Gott lästerte, wird aus ihr — wenn sie
sich der Gegenwart ihres Schöpfers nähert — nur ein Lied der Liebe
hervorbrechen.
57. Seele, wie lange willst du Mich auf deine Ankunft auf dem
Gipfel des Berges warten lassen?
58. Dort, wo Ich vom Kreuze aus aufstieg, erwarte Ich euch.
59. Langsam nähert ihr euch. Es war nötig, euch zu befreien,
indem ihr euch zuerst eurer irdischen Güter entäußertet, denn diese
Besitztümer hatten Mir eure Seele geraubt.
60. Kommt zu Mir, zum Fest, das euer Vater euch bereitet hat,
damit ihr bei demselben die Belehrungen empfangt, die euch
zustehen und die euer Erbe bilden.
61. Denkt ernstlich an die Generationen, die nach euch
kommen, denkt an eure Kinder. So, wie ihr ihnen das körperliche
Sein gegeben habt, so habt ihr auch die Pflicht, ihnen geistiges
Leben zu geben — jenes, welches Glauben, Tugend und Vergeistigung
ist.
62. Während Ich Mein Licht über Meinem geliebten Volk
schwingen lasse, komme Ich zu euch herab, um euch den Frieden
Meines Geistes zu bringen. Ihr seid eine kleine Anzahl, doch eure
Liebe zu Mir ist groß.
63. Vernehmet Mich jetzt durch den Stimmträger, da ihr noch
nicht fähig seid, die göttliche Inspiration direkt zu empfangen.
64. Ich musste zuerst diese Körper zubereiten, damit die
Schwingungen Meiner Gedanken von ihnen so getreu wie möglich
aufgenommen und den Zuhörern übermittelt werden konnten.
Beachtet, wenn sie sprechen, erläutern sie euch, dass nicht sie es
sind, die euch die Unterweisung geben; ihre Stimme hat euch
gesagt: Ich bin der Göttliche Meister, der zu euch spricht.
65. Die Form Meiner Kundgabe wird geändert werden können,
aber die geistige Essenz Meiner Lehre ist dieselbe: absolut,
unwandelbar, außerhalb von Zeit und Raum. Das Unendliche ist
ewig.
66. Nur der Liebe eures Geistes wird es gelingen, diese Lehre zu
begreifen. Weshalb? Weil sie ganz aufgeht in dem Geistigen, in
seiner Essenz, welche Ewigkeit ist.
67. Wenn der Mensch kein Interesse daran zeigt, sich selbst zu
erkennen, verzögert er seine Aufwärtsentwicklung und sein Verständnis
für das, was das Ewige Leben in sich birgt; und dies ist der
Grund, weshalb er die Verwirklichung seines größten Werkes nicht
zu erreichen vermochte.
68. Ihr seid in Mir geboren worden. Das geistige und das
materielle Leben habt ihr vom Vater erhalten. Und in bildlichem
Sinne kann Ich euch sagen, dass gleichzeitig, als ihr in Mir geboren
worden seid, Ich in euch geboren worden bin.
69. Ich werde in eurem Gewissen geboren, wachse bei eurer
Entwicklung und offenbare Mich völlig in euren Werken der Liebe,
damit ihr voll Jubel sagt: Der Herr ist mit mir.
70. Ich bereite euch zu wie kleine Kinder, denn die Stunde rückt
näher, da die Glocke jubelnd ertönt, zum Siege läutet und freudig
das geistige Erwachen der Menschheit verkündet.
71. Vernimm Mich in der Stille, und meditiere stillschweigend,
o Volk. Das Morgen erwartet euch, es ist der Weg, den ihr
zurücklegen müsst, um zu Mir zu gelangen. Doch nachdem ihr
schon durch das Licht Meiner Unterweisung erleuchtet seid, werdet
ihr euch durch das, was ihr gelernt und verstanden habt, selbst
führen können. Klopft an Meine Tür, Ich bin der einzige, der sie
öffnet, Ich bin der aufschlußreiche Meister. Fragt, bittet und es wird
euch gegeben.
72. In der Wüste einer langen Lebensreise ist Christus die Oase.
Doch ist es notwendig, dass ihr Glauben habt, damit ihr Ihn in euren
Stunden der Einsamkeit oder der Angst zu finden wisst.
73. Ich lehrte euch die Selbstverleugnung und die Entsagung
aller falschen Herrlichkeiten der Welt. Aber viele konnten diese
Lektion nicht begreifen, weil es ihnen unmöglich erscheint, sich das
Leben ohne Luxus, ohne Vergnügungen und ohne Reichtum
vorzustellen. Doch in dieser Zeit voller Schmerz, und mit der in den
Lektionen des Lebens gewonnenen Erfahrung, werden sie von sich
aus zum Lichte der Wahrheit erwachen. Wie groß wird das
Erstaunen der Menschheit sein, sobald sie entdeckt, dass, wenn sie
sich vom Materiellen befreit und sich einfach vom Überflüssigen
trennt, sie in sich selbst fühlen wird, wie ein neues Wesen zu einem
neuen Leben hervorgeht.
74. Geliebte Jünger, zu denen Ich selbst die Zuletztgekommenen
zähle: Nach Meinem Abschied werden nur jene Meine Gegenwart
fühlen, die sich zubereitet haben. Manchen ist es gleichgültig, wenn
Ich davon zu euch spreche, weil sie denken, dass bis dahin noch
Jahre vergehen. Diese Zeit wird wie ein Augenblick sein. Ich werde
Meine Aufgabe als Lehrer erfüllen, doch wenn Mein Strahl Ende
1950 zum letzten Mal herabkommt, werde Ich niemals mehr das
menschliche Verstandesorgan gebrauchen, um Mich in dieser Form
kundzutun. Vertraut auf Mich, Jünger, denn Ich werde Mein euch
gegebenes Wort halten, euch nicht allein zu lassen. Ich werde euch
Meine Gegenwart fühlen lassen, werde euch Inspiration geben,
werde euch trösten. Wachet jetzt und wachet hernach, damit ihr
niemals überrumpelt werdet: dass euch der wachsam findet, der
heimlich versucht, euch euer Erbe zu rauben, oder auch der Kranke,
der euch mitten in der Nacht an sein Lager ruft, damit ihr ihm den
Balsam eurer Liebe schenkt.
75. Mit großer Klarheit habe Ich zu euch gesprochen, damit ihr
Mich versteht. Aber ihr habt Mich veranlasst, dass Mein Wort sich
für einige Zeit auf einer materiellen Stufe bewegt, weil ihr noch zu
geringe geistige Entwicklung besitzt, um Mich zu verstehen. Aber
wenn Mein Abschied nahegekommen ist, wird Mein Wort auf den
Lippen der Stimmträger einen höheren geistigen Sinngehalt haben.
76. In dem Maße, in welchem Meine Unterweisung noch
größere Offenbarungen schenkt, sollt ihr euch anstrengen, eure
Fehler zu berichtigen, euer Leben zu erneuern und euch von jedem
Laster und von jeder schlechten Neigung zu trennen. Falls ihr reinen
Herzens geworden seid und ihr von Meinem Werke sprecht, muss
man euch glauben und müsst ihr als Jünger Jesu betrachtet werden,
die Seine Lehre wahrhaftig durch Beispiele und Werke der Liebe
predigen. Dies ist das Gewand der Gnade, das ihr immer tragen sollt
und durch das ihr euch von euren Mitmenschen unterscheiden
könnt.
77. Verbreitet euch über die Erde als Propheten Meiner
Göttlichkeit, erweckt die schläfrige Menschheit, verkündet ihr, dass
die Gerechtigkeit naht. Sagt ihr, dass Sodom gewarnt wurde, jedoch
den Propheten Gottes nicht anhörte, und der Tag ihres Gerichtes
kam unerbittlich.
78. Die Naturgewalten warten nur auf die Stunde, um auf die
Welt loszubrechen und die Erde zu reinigen und zu läutern. Je
sündiger und hochmütiger eine Nation ist, desto schwerer wird
Meine Gerechtigkeit über sie kommen.
79. Hart und taub ist das Herz dieser Menschheit. Es wird
notwendig sein, dass der Kelch der Bitterkeit zu ihr kommt, damit
sie die Stimme des Gewissens, die Stimme des Gesetzes und der
göttlichen Gerechtigkeit vernimmt. Alles wird um der Rettung und
des ewigen Lebens der Seelen willen geschehen. Sie sind es, die Ich
suche.
Mein Friede sei mit euch!

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