BWL - Band VIII - Unterweisung 212


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 212:
1. Selig, wer sich an Mich wendet, wer den Meister sucht, wer
Vergebung sucht, wer das Kreuz auf sich nimmt, denn bei Mir wird
er das Licht finden, das ihn führt, und die Vergebung seiner Sünden.
2. Der Meister empfängt euch mit Liebe an diesem Tag des
Gedenkens. Die Spur seiner Passion, die Er in der Menschheit
hinterließ, erneuert sich an diesem Tag.
3. Auch wenn das Blut jenes Körpers verdunstet ist, blieb seine
Essenz in der Seele aller Menschen. Es ist unauslöschlich in eurem
Geiste, denn ihr erinnert euch an Mich, wenn ihr für Augenblicke
die Last des Kreuzes oder die beschwerliche Steigung des
Kalvarienberges fühlt.
4. Seit Jesus den Weg mit dem Blute der Liebe vorgezeichnet
hat, sucht jeder Mensch, der nach der Erlösung oder der Vervollkommnung
der Seele strebt, die Spuren, die Ich auf der Erde
hinterließ, um ihnen zu folgen. Dieser Weg ist der, den Ich euch in
dieser Zeit vorzeichne, und auf dem ihr zu dem Geistigen Leben
gelangen werdet, wo es weder Finsternis noch Schmerz gibt.
5. Die christliche Welt machte das Kreuz zu ihrem Symbol, weil
Jesus an jenem Holz sein Blut vergoss und als Mensch starb, um an
ihm sein Werk der Erlösung zu vollbringen. Seit damals gilt das
Kreuz als Sinnbild der göttlichen Liebe und Vergebung. Es ist
jedoch Wahrzeichen von Weltanschauungskämpfen unter den
Menschen gewesen.
Heute, da seit jenem Opfertod ein Zeitalter vergangen ist, bin Ich
erneut auf der Welt anwesend ─ nicht mehr als Mensch, sondern
geistig. Doch wahrlich, Ich sage euch, jenes Kreuz ist für Mich nicht
mehr nötig. Ich werde es nicht mehr auf den Schultern tragen, ihr
werdet den Rabbi nicht mehr blutüberströmt und mit Dornen
gekrönt sehen, mit seinem gegeißelten Körper, mit seinem Blute die
Steine des Weges benetzend. Ihr werdet Ihn nicht mehr mit vor
Schmerz zusammengepressten Augen sehen, was bei den einen
Mitleid erweckte und bei anderen Schrecken einflößte. Ihr werdet
Ihn nicht mehr beim Gipfel des Berges ankommen sehen, um
zwischen Übeltätern an sein Kreuz genagelt zu werden.
6. Das Kreuz, das Schmach und Schande für den war, der an
ihm starb, wurde in das Sinnbild des Opfers aus Liebe verwandelt.
Das hätten sich jene nicht einmal vorstellen können, die Mich
verfolgten und für Mich den schmachvollsten Tod wählten, um ihre
Grausamkeit zu befriedigen. Denn der Pöbel verlangte danach, Den
anzuklagen und zu verdammen, der nichts gegen ihn getan hatte, der
für alle Menschen Güte, Trost und Vergebung war. Der Mensch war
in einem Abgrund, von dem aus er das Gute, die Liebe nicht begriff,
die Ich ihm mit meinem Opfertod vor Augen führte.
7. In dieser Zeit bin Ich nicht als Mensch gekommen, und nicht
auf Mir wird das Kreuz lasten. Heute bin Ich es, der auf euren
Herzen ein Kreuz der Liebe errichtet, damit ihr meinen Schritten
folgt.
8. Ihr habt bereits die schwere Last dieses Kreuzes gespürt, habt
schon euer Fleisch gegeißelt gefühlt, wenn der Schmerz bis in die
Seele gedrungen ist. Ihr habt auch schon gefühlt, was es bedeutet,
auf dem Wege zu Fall zu kommen. Die Leiden eures Lebens sind
Geißelhiebe gewesen, und die Spötteleien, wenn sie euch wegen
eurer Art, Mich zu suchen für verrückt gehalten haben wie Jesus
selbst, sind wie die Lanze gewesen, die die Seite des Erlösers
aufriss.
9. Seht, euer Leben ist wie ein Golgatha, Jünger. Jeder, der
Mich zum Vorbild nehmen, Mir nachfolgen und zu Mir kommen
möchte, wird mit Leiden leben und den Kelch mit Galle und Essig
trinken müssen.
10. Ihr habt diese Erde zu Recht ein Tränental genannt. Ihr seid
zu ihm gekommen, um das Gute und das Böse kennenzulernen,
denn niemand ist vollkommen an Wissen und Verdiensten geboren
worden. Daher habe Ich euch die Willensfreiheit gewährt, um den
Weg selbst auszuwählen, damit eure Seele durch ihre Anstrengungen
selbst höhere Ebenen erreicht.
11. Für den jedoch, der den schlechten Weg wählt, ist es nötig,
dass er auf ihm den Schmerz kennenlernt, damit er, wenn er fühlt,
dass er sich von der Gnade und vom Lichte entfernt, sich reinigt und
stärkt in der Reue und so lernt, die Versuchungen zu überwinden.
12. Wie verdienstvoll ist für Gott die Anstrengung von jenem,
der gegen die Versuchungen kämpft, die umso drängender werden,
je mehr er seine Erneuerung anstrebt.
13. Mein Opfertod war nicht unnütz, Volk. Denn sowohl die,
die Mich lieben, als auch die, die Mich verleugnen, werden meinen
Spuren folgen müssen. Jenes Werk wird im Buche der Zeiten das
Übergewicht haben und immerdar Früchte tragen.
14. Ihr könnt nicht wissen, warum die Last eures Kreuzes, das
heißt, die Verantwortlichkeiten und Leiden, bei den einen leichter
ist als bei den andern. Ihr alle auf dieser Erde kennt eure
Vergangenheit nicht, niemand kennt den Zeitpunkt, an dem seine
Seele das Licht empfing. Nehmt daher das Kreuz mit Ergebung auf
euch. Denn wer Mir so nachfolgt, wird selbst den Tod überleben.
15. Meine Stimme an diesem Tage spricht von Gesetz und von
Gerechtigkeit, es ist dieselbe Stimme die ihr am Sinai vernommen
habt. Heute, so wie an jenem Tage, sehe Ich die Ungläubigkeit von
vielen. Ich gab euch damals das in Stein gemeißelte Gesetz einmal
und ein zweites Mal, weil Moses das erste zerbrach, außer sich
angesichts eures Götzendienstes und eurer Schwachheit. Heute
jedoch, da Ich es in euer Gewissen schreibe: Was werdet ihr mit ihm
tun? Werdet ihr so handeln, dass Elias, der Gesandte dieser Zeit,
von euch die Einhaltung meines Gesetzes fordert?
16. Aus tiefstem Herzen sagt ihr Mir: "Herr, es ist lange her,
dass unsere Undankbarkeit veranlasste, dass die Tafeln Deines
Gesetzes durch den Zorn Moses' zerbrochen wurden. Wie sollten
wir in der heutigen Zeit fähig sein, Dein Gesetz erneut zu
missachten?" Doch der Vater sagt euch: Ihr müsst wach bleiben.
Denn in der Zweiten Zeit kam Jesus, um euch das Gesetz der Liebe
zu bringen, und ihr habt Ihn sein Blut bis zum letzten Tropfen
vergießen lassen und habt Ihn nicht erkannt.
17. Ich frage dich, Volk, und dich, Menschheit: Wo ist das
Gesetz, das Ich euch am Sinai gab? Wo ist das Brot des ewigen
Lebens, das euch Jesus danach gab? ─ Mit gesenktem Haupte
vernehmt ihr meine Fragen, weil ihr erkennt, dass ihr abseits des
Weges geht.
18. In der Ersten Zeit wart ihr ein Volk, das aus zwölf Stämmen
gebildet wurde. Doch Israel teilte sich, jede Furcht vor meiner
Gerechtigkeit verdrängend, in verschiedene Völker. Heute seid ihr
erneut auf der Erde. Doch wie könntet ihr euch in Völker oder in
Stämme aufteilen, wenn eine einzige Familie von Kindern
verschiedener Stämme gebildet wird, und auch die Ehepaare aus
Gliedern der zwölf Stämme bestehen? Wer hat diesen Plan
verstanden? Ich bin es, der euch ausgewählt und vereinigt hat. Das
ist der Grund dafür, warum manche beim Vernehmen dieser Stimme
erbeben, ohne zu wissen warum. Denn es sind jene, die Mich auch
in den vergangenen Zeiten vernommen haben.
19. Jetzt ist die Dritte Zeit, die ihrem Höhepunkt zustrebt. In ihr
empfangt ihr nun das Manna der Wüste, das Blut Jesu und das Licht
des Heiligen Geistes. Wenn eure Läuterung nötig ist, habt ihr Maria,
eure Universelle Mutter, die euch mit ihren Tränen der Liebe wäscht
und mit ihrem Mantel der Barmherzigkeit bedeckt.
20. Aufs neue sagt der Vater seinem Volk: Vereinigt euch.
Denn ich sehe, dass ─ während die einen den Vorsatz fassen, meine
Gebote zu befolgen, andere sich dagegen stellen. Entzweit euch
nicht, denn damit werdet ihr der Versuchung Tür und Tor öffnen.
Mein Wort ist für alle, auch wenn es unter den Zuhörern solche gibt,
die ihren Nacken nicht vor meiner Stimme beugen, weil sie von dem
Zweifel beherrscht sind, der ihnen der Umstand bereitet, dass sie
erleben, wie Ich Mich durch einen ungebildeten, unbeholfenen und
schlichten Verstand kundgebe.
21. Wie viele von denen, die Mich in den vergangenen Zeiten
verfolgt und verspottet haben, leben heute voller Seelenfrieden, den
Ich ihnen als Beweis meiner Liebe geschenkt habe, die alles
verzeiht. Aber als sie vernahmen, dass Ich wiedergekommen bin,
hat sich ihre Seele von Furcht übermannt gefühlt, und sie sind daher
zaghaft gekommen, um festzustellen, ob die Sache mit meiner
Kundgabe wahr ist. Als sie Mich dann vernommen haben, waren sie
erschüttert, weil sie sich von meiner Stimme gerufen fühlten.
22. Dies ist das Volk, das Ich erwählte, damit es den Nationen
das Licht und den Frieden bringe, und das unter der Menschheit
verstreut und verborgen war. Aber mein hellsichtiger und durchdringender
Blick wusste, wo jeder meiner Diener war, um an sie den
Ruf ergehen zu lassen und ihnen ihre Mission anzuzeigen, auf deren
Erfüllung Ich noch immer warte.
23. Die Welt blickte gleichgültig auf den Lebensweg Marias auf
Erden. Doch wahrlich, Ich sage euch, heute werdet ihr ihre
mütterliche Stimme, ihre liebevolle Stimme erkennen, welche
Wiegenlied, Trost, Hoffnung und Balsam ist. Die einen werden sie
anerkennen, andere sie leugnen. Dennoch breitet sie zärtlich und
liebevoll ihren göttlichen Mantel über das Universum aus, und unter
ihm gibt sie allen ihren Geschöpfen Wärme und Schutz. Auch sie
rettet und erlöst, sie ist der Himmlische Schrein, der seine noch zu
offenbarenden Geheimnisse enthält. Da ihr Leib als der einer Frau
der Schrein war, in dem der Körper Jesu geborgen lag ─ wie viel
birgt dann ihr Geist für alle ihre Kinder!
24. Wie tief ist der Schmerz gewesen, den die Welt in das Herz
ihrer Mutter gebohrt hat, und mit welchem Zartgefühl verbirgt sie
ihre Tränen, um euch nur die Lieblichkeit ihres Lächelns und das
Liebevolle ihrer Liebkosungen zu zeigen! Immer stellt sich
zwischen meine unerbittliche Gerechtigkeit und die Sünden der
Menschen die Fürsprache und die mütterliche Liebe Marias, eurer
Himmlischen Mutter.
25. Von der "Wolke" aus spreche Ich zu euch und lade ein, zu
Mir zu kommen.
26. Noch immer sehe Ich euch die erste Seite des Buches
studieren, doch die Zeit meiner Unterweisung ist nur noch kurz.
27. Ich will, dass ihr, wenn ihr bei Mir ankommt, zu Mir sagen
könnt: "Herr, hier ist die Frucht meiner Ernte: die Erneuerung
einiger meiner Mitmenschen durch mein Vorbild." Denn wenn ihr
eure Mission nicht erfüllt, werdet ihr nicht in mein Reich eingehen
können.
28. In drei Zeiten habe Ich euch die seelische Errettung
angeboten, doch ihr seid meiner Stimme gegenüber taub geblieben.
Dies ist der letzte Aufruf, den Ich an euch richte. Daher bitte Ich
euch, auf Mich zu hören, euch mit Demut zu bekleiden, von eurem
hohen Sockel herabzusteigen und jeden Hass aus eurem Herzen zu
verbannen.
29. Mein Wort ist nicht blumig, es ich schlicht, damit ihr alle es
versteht und ihm keine unterschiedlichen Auslegungen gebt.
30. Es darf keine Unwissenden unter meinem Volke geben,
denn Ich habe euch mit Weisheit überflutet.
31. Auf allen Bäumen sehe Ich gute Früchte und andere,
schlechte. Doch von diesen letzteren sollt ihr Mir keine darbringen.
Ihr seid dazu ausersehen, die wohlschmeckenden Fürchte auszuwählen,
die ihr Mir vorzuweisen habt. Ihr seid euch bereits aller
eurer Pflichten bewusst. Früher ginget ihr stolpernd durch die Welt,
weil ein dunkler Schleier eure Augen bedeckte. Doch Ich kam wie
ein Blitzstrahl in der Nacht, um eure Wege zu erhellen. Seither wisst
ihr, wo ihr geht.
32. Ihr habt gelernt, euer Gewissen zu befragen, bevor ihr einen
Schritt tut.
33. Heute, da ihr vereint seid, seid gegenüber meinen
Unterweisungen folgsam. Denn die großen Prüfungen rücken näher.
34. Der Meister ist einmal mehr bei euch. An diesem Tage bin
Ich gekommen, um euch zu verwöhnen, euch mit meinem Worte der
Liebe aufzurichten, euch meinen Friedenskuss zu geben und euch zu
fragen, was ihr Mir in eurem Herzen darbringt.
35. Ich bin nicht gekommen, um euch zu richten, sondern um
euch aufzufordern, wahre Liebe und Barmherzigkeit bei eurem Tun
zu haben, auf die Stimme eures Gewissens zu hören.
36. Zu allen Zeiten habe Ich für euch mein Blut vergossen ─
mal vor den irdischen Blicken der Menschen, ein andermal
unsichtbarer Weise. Immer wache Ich über euch, damit ihr auf
dieser Welt nicht leidet, und damit ihr nach eurem irdischen Leben
im Jenseits das ewige Leben für eure Seele erlangt. Aber ihr habt
Mich nicht verstanden, habt meinem Worte nicht gehorcht, und
daher bin Ich in dieser Zeit aus der weißen "Wolke" gekommen, um
meine wohltönende Glocke zu läuten und euch zu bitten, euch zu
vereinigen und euch untereinander zu lieben.
37. Ihr beginnt zu studieren, aber ihr habt noch nicht einmal die
erste Seite meines Buches verstanden, obwohl ihr wisst, dass die
Zeit, in der Ich euch mein Lehrwort gebe, schon knapp ist. Ihr müsst
meine Unterweisung studieren und ergründen und euch mutig auf
den Weg machen. Denn Ich werde euch nicht empfangen, wenn ihr
nicht zuvor das studiert habt, was Ich euch in dieser Zeit gegeben
habe.
38. Ihr habt Mich zum Weinen und zum Vergießen meines
Blutes gebracht, und nun will Ich, dass ihr zu Mir kommt und Mir
zu meinen Füßen sagt: "Meister, hier ist die Unterweisung, hier ist
die Ernte, hier ist das gute Beispiel, das ich den Menschen gegeben
habe. Dort ist die erneuerte Menschheit."
Ich will, dass ihr Mir den Mann und die Frau vor Augen führt,
die ihr bekehrt habt. Denn ohne diese Auftragserfüllung werdet ihr
das Heiligtum meiner verborgenen Weisheit nicht betreten. Dreimal
bin Ich zu dieser Welt gekommen, um euch verschiedene Gelegenheiten
zur Rettung eurer Seele zu bringen. Doch ihr habt meine
Worte achtlos verwehen lassen und habt meinen Geboten nicht
gehorcht. Darum sage Ich euch, dass dies die letzte dieser Gelegenheiten
ist und ihr das verwirklichen müsst, was Ich euch nun ans
Herz lege, indem ihr euch mit Demut bekleidet, von dem Podest
eurer falschen Größe herabsteigt, das Übelwollen und den Hass auf
eure Mitmenschen ausmerzt und euch vereinigt. Denn dies ist es,
was Ich von euch verlange, damit das Zepter meiner Gerechtigkeit
nicht auf die Menschheit fällt.
39. Ihr seid keine Unwissenden mehr, denn Ich habe euch meine
Unterweisung reichlich zuteil werden lassen, und Ich frage euch:
Warum sehe Ich, dass meine Jünger Mich nicht verstehen wollten
und meine Worte und Weisungen in unterschiedlicher Weise und
nach ihrem eigenen Willen auslegen? Habe Ich etwa nicht in eurer
eigenen Sprache zu euch gesprochen, mit einfachen Worten, damit
ihr alle Mich versteht? Ich spreche zu den einen nicht in anderer
Weise als zu den anderen. Daher will Ich nicht, dass ihr Mir morgen
sagt: "Meister, wir können Dich nicht verstehen, wir begreifen deine
Anweisungen nicht, und daher befolgen wir sie auch nicht." ─ Nein,
Israel, es ist notwendig, dass du das Gift, das du derzeit noch in
deinem Herzen trägst, austilgst. Du musst dieses Gesetz richtig
auffassen, denn es ist nicht schuld an deiner Sünde, und es ist nicht
gerecht, dass mein Werk für diese Fehler verantwortlich gemacht
wird. Weshalb vermochten die Menschen es nicht hochzuschätzen,
obwohl Ich es euch so weiß und rein wie ein Schneefeld übergebe?
40. Wachet und betet, denn ständig sehe Ich Uneinigkeit
zwischen den einen und den anderen. Ich sehe, dass ihr euch von
meinem Gesetze abkehren wollt ─ die einen, indem sie ihm den
Rücken kehren, und die anderen, indem sie ihre eigenen Wege
gehen, wobei sie straucheln und lieber in die Dornen geraten, als
rechtschaffen den Weg zu gehen, den Ich euch vorgezeichnet habe.
Allerorten wachsen Bäume hoch, die der Menschheit eine
andere Frucht bescheren als die, die Ich euch gebe. Doch Ich sehe,
dass auch gute Früchte daruntergemischt sind, und daher sage Ich
euch: Entfernt die schlechten Früchte und lasst nur die guten übrig.
Wählt sie aus und bringt Mir nur den reinen Samen und den
goldenen Weizen dar.
Ihr seid nicht mehr die Kinder der Finsternis, wie ihr es früher
wart. Denn Ich bin wie ein heller Blitzstrahl unter euch erschienen,
um euren Weg zu erhellen, um euch verstehen zu lassen, was der
Weg der Wahrheit ist. Nun könnt ihr ihn erkennen und auf ihm
gehen, denn Ich habe euch Kraft gegeben und an die Hand
genommen, damit ihr die ersten Schritte tut und später allein, aber
sicher gehen könnt, ohne schmerzhafte Erfahrungen oder in Sünde
zu verfallen, und ohne euch von der Schlechtigkeit, die auf der Welt
herrscht, verführen zu lassen.
41. Heute seid ihr keine unwissenden Kinder mehr, heute wisst
ihr, wie ihr vorwärts gehen müsst, welche Werke ihr verwirklichen
werdet und welches die guten und die schlechten Wege sind. Denn
Ich habe euch Herz und Gewissen gegeben, damit ihr sie befragt.
Daher bitte Ich euch schon seit langem, dass ihr nicht die verbotene
Frucht esst, dass ihr nicht euer zweischneidiges Schwert zieht, um
eurem Bruder die Ehre abzuschneiden, dass ihr euch der Lauterkeit
und Vollkommenheit meines Gesetzes bewusst werdet, das zu allen
Zeiten ein einziges war, damit ihr euch mit Verständnis und gutem
Willen erhebt, indem ihr meine himmlischen Gebote befolgt, damit
Friede auf der ganzen Erde ist und nicht länger die Vernichtung
Leben zerstört. Ich will euch nicht weinen sehen und mit Bitterkeit
in eurem Munde. Auch an diesem Tage werde Ich euch meine
göttliche Barmherzigkeit schenken.
42. Wohl dem, der zubereitet ist, denn er wird auf seinem Wege
Frieden sehen und sich in seiner Seele und seinem Körper von
meiner Barmherzigkeit überflutet fühlen. Aus der ewigen Herrlichkeit
lasse Ich die kristallklaren Wasser herabströmen, damit ihr euch
in dieser Zeit gestärkt erhebt. Ich gebe euch meine Liebe in
Strömen, damit ihr voran schreitet und merkt, dass Ich unermüdlich
bin, damit ihr Mich morgen zum Vorbild nehmt, indem ihr euch
jedes Materialismus entledigt, jeder Eitelkeit, und, indem ihr nur
gute Werke mitbringt, ein blanker Spiegel seid, in dem sich diese
Menschheit betrachten kann.
43. Immer bin Ich auf der Suche nach den Verirrten gekommen,
um sie von der Sünde frei zu machen und sie auf den Weg zur
Erlösung zu bringen. Morgen werden die großen Prüfungen
kommen, und es ist mein Wille, euch als die mutigen Soldaten Jesu
zurückzulassen, die kämpfen und siegreich daraus hervorgehen
können.
44. In Gegenwärtigkeit, Vollmacht und Essenz bin Ich an
diesem Morgen unter euch gewesen. Ich gebe euch das tägliche Brot
und den Heilbalsam. Ich segne euch, eure Kinder, die betrübten
Mütter, die Alten. Allen gebe Ich meinen Frieden, meine Liebe und
mein Licht.
45. Liebt, ihr Menschen, liebt mit der reinsten Liebe, die euch
zur Wahrheit führen kann. Dann werdet ihr wissen, was Ich euch
mit diesen Worten sagen will. Die Kraft, die die Lippen Jesu
bewegte, als Er bei euch war, war die der Liebe ─ jene Stimme,
durch die Ich euch sage: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das
Leben."
46. Es gibt keine größere Macht als die der Leibe. Sie ist auch
Feuer, das läutert, und Wasser der Gnade, das reinigt.
47. Wie viel Ich auch zu euch spreche, gibt es dennoch Jünger,
die heute glauben und morgen nicht mehr, denn sie haben Stunden
des Glaubens und Stunden des Zweifels.
48. Ich sehe in euch ein Volk, das seines menschlichen Lebens
müde und überaus beschäftigt ist, und daraus ergibt sich ein Volk,
das sich zwar spiritualistisch nennt, jedoch sehr den irdischen
Dingen zugeneigt lebt.
49. Doch Ich habe euch gesagt: Erwacht zur Wahrheit, und
handelt nicht wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, die das Gefäß
nur außen reinigen, oder die, wenn sie Wohltaten zu tun versuchen,
denken, dass sie nicht alles geben dürfen, weil sie dann arm wären
und ohne Brot für ihren Mund.
50. Ach, wie lange werdet ihr, die ihr so denkt, als Schatten
umherirren müssen! Ihr werdet geboren und erneut geboren werden,
solange ihr nicht lernt, die Liebe zu schenken, die Ich euch lehre.
51. Ich will nicht, dass ihr ewig kleine Kinder seid. Ist es etwa
recht, dass Mir dies Volk in seinem Gebete sagt: "Herr, ich liebe
Dich", und hernach auf seinem Wege nicht ein Werk der
Barmherzigkeit tut? Warum ertappe Ich euch immer noch beim
Betrügen? Warum übt ihr nicht wahre Barmherzigkeit aus, und
wenn ihr dies tut, es nur geschieht, damit man euch dabei sieht und
hört?
52. Ihr täuscht euch selbst, und manchmal prahlt ihr mit eurem
Glauben, obwohl euer Glaube erkaltet ist. Dann sehe Ich, dass ihr
auch in der Wohltätigkeit, in der Treue und in der Lauterkeit kalt
seid.53. Wahrlich, Ich sage euch, niemand wird die Tür des Kreuzes
durchschreiten, wenn er nicht lernt, treu zu sein.
54. Geliebte Jünger, Ich sage euch: Wenn Ich zuweilen mit
harten Worten zu euch spreche, sind diese nicht so gerechtigkeitsfordernd,
wie ihr es euren Taten nach verdient.
55. Ich will euch mit meinem Worte nur von Unvollkommen-
heiten reinigen. Wo sind die "weißen Gewänder", die ihr für euch
vorbereitet haben solltet, um bei diesem Festmahl bei Mir zu sein?
56. Ich will in euer Inneres eindringen, um mein Heiligtum zu
schauen. O ihr Menschenseelen, die ihr glaubt, erst vor kurzem
geboren worden zu sein, und die ihr doch schon vor langer Zeit aus
Jenem hervorgegangen seid, der in sich die Vaterliebe und die
Mutterliebe trägt! Denn aus Ihm entspringen alle Arten der
vollkommenen Liebe.
57. Ebenso, wie ihr den Körper des Menschen sich entwickeln
seht, so entfaltet sich in ihm auch der Geist. Doch der Körper stößt
auf eine Grenze bei seiner Entwicklung, während der Geist vieler
Materien und der Ewigkeit bedarf, um seine Vollkommenheit zu
erreichen.
58. Das ist der Grund für eure Reinkarnation. Ihr seid gleich
einem Samen aus dem väterlichen und mütterlichen Schöpfergeist
Gottes lauter, einfach und rein geboren worden. Doch irrt euch
nicht; denn es ist nicht dasselbe, lauter und einfach zu sein, wie groß
und vollkommen zu sein.
59. Ihr könnt es mit einem Kind vergleichen, das eben geboren
worden ist, und einem erfahrenen Menschen, der Kinder unterweist.
60. Dies wird eure Bestimmung während aller Lebensabschnitte
sein, sobald euer Geist entwickelt ist. Aber wie langsam kommt euer
Geist voran!
61. Es sind schon fast 2000 Jahre vergangen, seit Ich euch mit
wenigen Worten die Art und Weise, in das Reich Gottes einzugehen,
lehrte: "Liebet einander", sagte Ich euch. Ihr habt viele Male gelebt,
mit oder ohne Erdenkörper, in diesem "Tal" oder anderen. Doch ihr
habt die Lektion nicht zu lernen verstanden.
62. Ihr werdet noch einen weiten Weg gehen müssen, bis jene
erhabene Lehre in eurer Seele Wirklichkeit wird.
63. Diese Welt ist dazu berufen, sich zusammen mit ihren
Bewohnern zu vergeistigen und so den Leiden und Schicksalsschlägen
ein Ende zu bereiten.
64. Das Feuer meiner Liebe wird den Schnee eurer Herzen
schmelzen, und wenn auch Jahrhunderte vergehen, werde Ich
weiterhin lehren, und ihr werdet endlich lernen und lieben.
65. Erinnert ihr euch an Maria Magdalena? Habt ihr nicht
verstanden, welches Symbol, das sie darstellt, nicht verstanden?
66. Der Verstand des Menschen versteht meine Sinnbilder
nicht, er bleibt vor dem Geheimnis stehen und begnügt sich mit dem
Symbol.
67. Die Symbole sind unzeitgemäße Bilder, die in der Gottesverehrung
der Menschheit in ihrem Zeitalter des Lichtes nicht mehr
vorhanden sein sollen.
68. Maria Magdalena ─ die Sünderin, wie die Welt sie genannt
hat ─ hatte meine Zärtlichkeit und meine Vergebung verdient.
69. Bald erlangte sie ihre Erlösung, was bei anderen nicht
geschieht die nur halbherzig um Vergebung für ihre Sünden bitten.
Während sie das, wonach sie suchte, bald fand, erlangen es andere
nicht.
70. Magdalena wurde vergeben, ohne dass sie mit ihrer Umkehr
prahlte. Sie hatte gesündigt, wie auch ihr sündigt; doch sie hatte viel
geliebt. Wer liebt, mag Verirrungen in seinem menschlichen
Verhalten aufweisen; doch die Liebe ist die Zärtlichkeit, die aus
dem Herzen überströmt. Wenn ihr wollt, dass euch ─ wie ihr ─
vergeben werden soll, so richtet eure Blicke voll Liebe und
Vertrauen auf mich, und ihr werdet von jeder Verfehlung
freigesprochen werden.
71. Jene Frau sündigte nicht mehr. Die Liebe, von der ihr Herz
überströmte, widmete sie der Lehre des Meisters.
72. Ihr wurde vergeben, obwohl sie Fehler begangen hatte. Aber
in ihrem Herzen brannte das Feuer, das läutert, und aufgrund der
Vergebung, die die Sünderin empfing, trennte sie sich keinen
Augenblick mehr von Jesus. Meine Jünger dagegen ließen mich in
den blutigsten Stunden allein. Doch jene geringgeachtete Maria
trennte sich nicht von mir, verleugnete mich nicht, fürchtete sich
nicht, noch schämte sie sich.
73. Daher wurde ihr gewährt, zu Füßen meines Kreuzes und
über meiner Grabesstätte Tränen zu vergießen. Ihr Geist fand bald
Erlösung, weil sie viel liebte. In ihrem Herzen hatte auch sie einen
Apostelgeist. Ihre Bekehrung strahlt wie das Licht der Wahrheit. Sie
hatte sich zu meinen Füßen niedergeworfen, um mir zu sagen:
"Herr, wenn Du es willst, werde ich frei von Sünde sein".
74. Ihr dagegen ─ wie oft wollt ihr mich von eurer Unschuld
überzeugen, indem ihr eure Verfehlungen mit langen Gebeten
verdeckt.
75. Nein, Jünger, lernt von ihr, liebt euren Herrn wirklich in
jedem eurer Brüder. Liebt viel, und eure Sünden werden euch
vergeben werden. Ihr werdet groß sein, wenn ihr diese Wahrheit in
euren Herzen zum Erblühen bringt.
Mein Friede sei mit euch!

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