BWL - Band VIII - Unterweisung 211


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 211:
1. Meine Weisheit und Liebe verwandle Ich in menschliches
Wort, um sie zu eurem Herzen gelangen zu lassen.
2. Ich komme zu dir, Volk, damit du für kurze Zeit unter der
geistigen Ausstrahlung meines Wortes lebst, damit du einige
Augenblicke im Reich des geistigen Lebens lebst.
3. Nehmt und esst das Brot meines Wortes, das Kraft und Leben
ist, damit ihr in den Prüfungen nicht schwach werdet.
4. Einige meiner neuen Jünger werden ihr Golgatha erleben, wo
sie ihre Mission auf der Erde vollenden werden. Aber diesen Gipfel
werden nur die erreichen, die ganz Geist, Erhebung und Liebe sind.
5. Ruht euch einstweilen aus und vernehmt mein Wort. Stärkt
euch, denn morgen werdet ihr euer Kreuz auf euch nehmen. Doch
fürchte dich nicht, Volk, denn wer dieses Kreuz auf sich nimmt,
wird es tun, weil sein Herz in Liebe zu den Menschen überströmt.
6. Wer wird dagegen aufbegehren, diese Mission erfüllen zu
müssen, wenn sein ganzes Wesen von einer unendlichen Nächstenliebe
und einer großen Herzlichkeit beherrscht wird?
7. Jeder, der in dieser Ära der Vergeistigung eine starke Seele
hat, wird das Kreuz mit Liebe auf sich nehmen und es willig tragen.
8. Dieses Kreuz ist den Großen im Geiste bestimmt, denen, die
sich vom Feuer wahrer Liebe durchdrungen fühlen.
9. Ein Feuer verzehrt derzeit diese Menschheit, aber es ist nicht
das meine. Das Feuer, mit dem sich nun Menschenbrüder gegenseitig
vernichten, kommt von dem Feuerbrand ihrer Gewalttätigkeiten,
Leidenschaften, Feindschaften, von ihrer unermesslichen
Habgier, ihren Rachegelüsten und ihrem Materialismus.
10. Jenes Feuer, in dem die Menschheit verzehrt wird, ist nicht
jenes, das aus dem Heiligen Geiste stammt, sondern aus jener Hölle,
die die Menschen mit ihren Sünden geschaffen haben.
11. Mein göttliches Feuer ist Leben, das für alle Wesen Licht
ausstrahlt, nicht Zerstörung oder Tod.
12. Mein Feuer ist das Licht, das läutert und veredelt, das erhellt
und stärkt, doch niemals das Feuer, das ewig quält oder das Leben
der Seele vernichtet. Es ist Leben, nicht Tod.
13. Wenn Ich euch in dieser Zeit gerufen habe, damit ihr Mich
vernehmt, so bedenkt, dass es geschah, um euch eine weitere
Gelegenheit anzubieten, euch zum Lichte zu erheben ─ in einer
geistigen Epoche, die für das Erblühen des Samens günstig ist, den
Ich für die Welt gebracht habe.
14. Ich lege in eure Seele meine Weisheit und meine Liebe ─
diesen Strom der Vergeistigung, welcher Leben, Gesundheit, Freude
und Frieden ist.
15. Gießt über der Menschheit das Wort der Wahrheit aus ─
nicht nur dasjenige, das Ich euch schriftlich hinterlassen werde,
sondern auch jenes, das dem Geiste entspringt.
16. Ich will, dass ihr euch in dieser Zeit erhebt. Während die
einen wie Sterne sein sollen, die die Wanderer auf den
verschiedenen Wegen der Welt leiten, sollen andere wie Leuchttürme
sein, die ihr Licht über die stürmischen Meere der
entfesselten menschlichen Leidenschaften senden und den Weg des
Schiffbrüchigen erhellen. Ich will, dass meine Unterweisung auf
euren Lippen ist, damit das Wort Gottes, welches das Brot des
ewigen Lebens ist, über die ganze Erde verbreitet wird.
17. Begreift, dass Ich gekommen bin, um diese Welt zu
erneuern, zu läutern, alles zu verwandeln.
18. In diesen Augenblicken der Erinnerung bewirke Ich, dass
der ganze Weltraum von meinem Licht erfüllt ist; dass jeder, der zu
Fuß unterwegs ist, einen Augenblick innehält im Gedanken an den
Meister und nachdenkt; dass jeder, der in dieser Stunde im Sterben
liegt, Mich mit den Augen der Seele schaut, damit er sich nicht
fürchtet, aus dieser Welt zu gehen.
19. Ich bin der Sämann der Liebe, ihr seid meine Äcker. Wer
kann an meiner Macht zweifeln, euch in Liebe fruchtbar zu machen.
20. Ihr könnt nicht wissen, welchen Reichtum an Samen Ich
euch bringe. Wenn ihr ihn nicht ganz aufnehmen könnt, werde Ich
ihn weiterhin für die noch Kommenden aufbewahren. Und wenn
auch sie ihn nicht nutzen können, wird er für die kommenden
Generationen erhalten bleiben, bis es keinen Acker mehr zu
bestellen noch Saat zum Säen mehr gibt.
21. Versteht meine Botschaft, damit ihr sie auf eurem Wege zum
Erblühen bringen könnt. Öffnet eure Augen, damit ihr die Werke
wahrnehmt, die Ich täglich vollbringe.
22. Seht ihr jene Männer, die durch Gewaltanwendung mächtig
sein wollen? Sehr bald werdet ihr sie von ihrem Irrtum überzeugt
sehen.
23. Ich werde ihnen beweisen, dass man nur durch Güte, welche
Ausstrahlung der Liebe ist, wahrhaft groß und mächtig sein kann.
24. Aber solange der eine und andere nicht weiß, was Liebe ist,
werde Ich die Welt weiterhin lehren müssen.
25. "Das Wort" strahlt sein Licht auf euch aus, um euch zu
lehren, es an jene weiterzugeben, die nach euch kommen. Und Ich
werde für alle sorgen.
26. Ich bin der ewige Sämann. Schon bevor ich zur Erde kam
und von den Menschen Jesus genannt wurde, war ich bereits der
Sämann, kannten mich schon jene, die jenseits der Vermaterialisierung,
des Irrtums oder der Unwissenheit waren ─ jene, welche
geistige Regionen und Heimstätten bewohnten, die ihr noch nicht
kennt, noch euch vorstellen könnt.
27. Von jenen, die mich kannten, bevor ich zur Erde kam,
sandte ich euch viele, um auf der Welt von mir Zeugnis abzulegen,
um das Kommen Christi anzukündigen, der Liebe und des Wortes
des Vaters. Von jenen waren die einen Propheten, andere waren
Wegbereiter, und wieder andere waren Apostel.
28. Diese Welt ist nicht die einzige, auf der meine Schritte
Spuren hinterlassen haben. Wo immer ein Erlöser notwendig
gewesen ist, war ich gegenwärtig. Aber ich muss euch sagen, dass
auf anderen Welten mein Kreuz und mein Kelch durch die
Erneuerung und die Liebe eurer Geschwister beseitigt wurde,
während ich hier, auf dieser Welt, nach vielen Jahrhunderten noch
immer mit Dornen gekrönt bin, gemartert am Kreuze eurer
Unvollkommenheiten, und noch immer den Kelch mit Galle und
Essig trinke.
29. Da mein Liebeswerk die Erlösung für die ganze Menschheit
einschließt, erwarte ich euch mit unendlicher Geduld, und ich habe
jedem menschlichen Wesen nicht nur eine, sondern viele Gelegenheiten
für seinen Aufstieg gewährt und habe viele Zeitalter hindurch
auf das Erwachen all jener gewartet, die in tiefe Lethargie versunken
sind.30. Jetzt seid ihr in einer Zeit, in der ihr euch voll Licht und
erfüllt von Leben aufwärts entwickeln könnt. Ich habe ein weiteres
Siegel des Buches des Lebens und der Weisheit gelöst, damit ihr ein
weiteres Kapitel dieses Werkes kennenlernt.
31. Ich gebe euch mit rechtem Maße so viel, wie ihr aufnehmen
könnt, und nur das, was ihr verstehen und behalten könnt.
32. Die Menschen werden in ihrer Entwicklung fortschreiten,
und in dem Maße, wie ihre seelische Entfaltung und ihre
Aufwärtsentwicklung vorankommt, werde Ich ihnen meine Weisheit
in größerer Fülle geben.
33. Ich will, dass eure Seele wie ein Kelch ist, der fähig ist, die
Herrlichkeiten aufzunehmen, die vom Vater für eure Seele bestimmt
sind. Begreift, dass sich das Große nur in das Große ergießt, und
dass Unbedeutendes das Große nicht befriedigen kann.
34. Der Wille eures Vaters ist es, dass ihr im Plan der Schöpfung
nützlich seid, dass ihr im Konzert der Schöpfung harmonische Töne
seid.35. Ich weiß, dass der, der die innere Erleuchtung der Liebe
fühlt, freiwillig das Kreuz auf sich nehmen und Schritt für Schritt
auf sein Golgatha zugehen wird, im Wissen, dass es Erhöhung und
Annäherung an den Vater bedeutet.
Wenn es notwendig ist, werdet ihr euch kreuzigen lassen, weil
ihr wisst, dass ihr bei jener Selbstentäußerung, bei jener Hingabe
wie der Meister glorreich von den Toten auferstehen werdet, um
zum Reich des Geistes aufzusteigen, wo das Leben in Fülle und
Vollkommenheit existiert.
36. Menschheit, hier bin Ich. Ich bin gekommen, um euch aus
dem Elend zu erretten. Jene sanfte Hand, die den, der hartherzig ist,
berührt hat, ist die meine gewesen. Jener liebevolle Arzt, der in euer
Herz gedrungen ist, um euch zu heilen, bin Ich gewesen.
37. Ihr kranken und trauernden Menschen, Ich bin bei euch
gewesen, und ihr vermochtet nicht zu erkennen, wer euch besuchte,
vermochtet in meinen Augen nicht das Licht des Himmels zu
erblicken. Oh ihr Menschen, ihr habt den Sinn und die Bedeutung
jedes von Mir für euch vergossenen Tropfens meines Blutes nicht
verstanden! Ihr seid nicht glücklich, weil ihr eure Felder nicht mit
dem gnadenbringenden Wasser begießen wolltet, das Ich euch
gegeben habe.
38. Kommt hierher, um das Konzert zu vernehmen, dessen
Klänge von vollkommener Liebe und Harmonie ohne Ende für eure
Seele sprechen.
39. Lasst das göttliche Licht in euer Herz eindringen, so wie es
jene Nacht meines letzten Gebetes im Garten Gethsemane erhellte.
40. Erinnert ihr euch daran, wie Ich Mich der Schar auslieferte,
die Mich suchte, um Mich zu richten?
41. Sehr bedeutsam war die Lehre, die der Meister in jenem
Augenblick allen gab; aber niemand verstand sie.
42. Jene Ergebung war eine Opfergabe des Gehorsams, der
Demut, der Liebe. Es war ein lebendes Beispiel für die Menschheit.
Denn jeder, der sich den Menschen aus Liebe hingibt, wird würdig,
sich später Gott hinzugeben.
43. Geliebtes Volk, mein Leben war ein offenes Buch, damit ihr
aus ihm lernen solltet, zu lieben. Aber ihr habt es nicht verstanden,
in ihm zu lesen.
44. Ich habe Mitgefühl mit eurer Schwachheit, die die geringe
Kraft offenbart, die in euch ist. Doch Ich bin stark und groß genug,
um eure Schwachheit und Unreife auszugleichen, und liebevoll
genug, um euren Mangel an Liebe zu ergänzen.
45. Ich nähere Mich euch und lehre euch, rein zu sein, euch im
erduldeten und erhebenden Schmerz zu läutern, was aufrichtige und
echte Reue bedeutet.
46. Die Läuterung ist notwendig für die Vollkommenheit der
Seele. Täuscht euch nicht hinsichtlich der Läuterung und der
Vollkommenheit, denn eine vollkommene Seele ist größer als eine
nur reine Seele.
47. Ihr werdet bald rein sein können, doch ihr wisst nicht, wie
viel Zeit und wie viele Prüfungen eure Seele zu durchlaufen hat, um
die Vollkommenheit zu erlangen.
48. Es ist notwendig, dass ihr bereits viel über das Geistige
Leben wisst, damit ihr beim Übergang von diesem Dasein in das
andere nicht verwirrt seid. Wie viele Menschen halten sich für
glücklich, weil sie auf Erden Reichtümer, Annehmlichkeiten und
Befriedigungen haben und können sich nicht vorstellen, dass sie
eines Tages der Schmerz heimsucht, und schon gar nicht als
Geistwesen, wenn sie den Leib auf der Erde zurücklassen und mit
ihm alles, was sie besaßen. Sie werden dann zu den unglücklichsten
Wesen, zu Umherirrenden ohne Frieden, ohne Freude und ohne das
Licht der Erkenntnis. Sie sind wie Schatten, die ruhelos
umherschweifen. Sie weinen nicht, wie man auf der Welt weint,
aber ihre Leiden ─ obschon nicht mehr körperlich ─ sind unendlich
stärker als die, die man im Erdenkörper erfährt. Denn die Seele steht
nun allein vor ihrem Richter, ihrem Gewissen.
49. In jenen Regionen, zu denen sie mit der geringen Kraft ihrer
Seele gelangen konnten, sind sie zu Bedürftigen geworden, haben
sie erfahren, was Elend, Einsamkeit, Verlassenheit und Not ist. Sie
bewahren in ihrem traurigen Dasein nur einen kleinen Hoffnungsschimmer:
dass sie Ruhe finden.
50. Seid lieber auf Erden arm, im Wissen, dass ihr etwas zum
Wohle eurer Seele tut. Seid lieber bedürftig, notleidend, krank,
bedeutungslos ─ aber nicht in der Heimstätte, wo das wahre Leben
ist. Denn der Schmerz in der Geistigen Welt ist unvergleichlich
größer als im materiellen Leben.
51. Gesegnet sei jener, der die Unterweisungen meiner Lehre
anerkennt und dadurch vom Stolz zur Demut gelangt, denn er wird
das Reich des Friedens besitzen.
52. Ihr seid nicht bedürftig, auch wenn ihr schlichte materielle
Kleider tragt. Versteht das, damit ihr jenseits eurer Welt groß werdet.
Was bekümmern euch die Nöte dieses Tränentals? Es ist tausendmal
trauriger, im Geistigen keinen Frieden zu haben, nicht stark noch
groß zu sein. Die großen Seelen überwinden alles, bewahren
angesichts der Prüfungen die Seelenruhe und leben das wahre
Leben, das voller Licht und Frieden ist.
53. Es gelingt euch nicht, die Wahrheit zu erkennen, weil ihr
euch nicht auf sie einlassen wollt. Nur der von Herzen Schlichte und
Demütige kann sie erkennen.
54. Jene, die das Licht der Wahrheit nicht schauen, sagen Mir
fortwährend, dass mein Wort unfruchtbar war, weil sie weiterhin die
Verderbtheit nähren. Sie sagen Mir, dass der Weg nach Golgatha und
der Opfertod am Kreuz, die Wunder, die Ich vollbrachte, meine
Liebeslehre, mein Mitgefühl, meine letzten Worte und der letzte
Atemzug, der eine Bitte um Vergebung für meine Verfolger und
Henker war, unfruchtbar waren.
55. Was wissen von all dem jene, welche die Wahrheit nicht
kennen? Wer sich jedoch über dem Abgrund emporschwingt, für
seine Henker betet und seine Verleumder segnet, dessen Geist strahlt
stärker als das Licht der Sonne.
56. Denen, die meinen, dass jenes ganze Leben, Leiden und
Wirken nutzlos waren, sage Ich, dass es nicht einen geben wird, der
nicht zu seiner Zeit jenes Licht empfängt und sich durch dasselbe
rettet.
57. Doch nicht alle denken wie diese. Es gibt solche, die ─
obwohl sie im Dunkel eines Kerkers sind und die Schuld eines
Verbrechens sühnen ─ Augenblicke haben, in denen sie ihre
Gedanken auf Mich richten und Mir in einem stammelnden Gebete
sagen: "Herr, wenn jener Sünder, der in Deiner Gegenwart Reue
fühlte, bei Dir Rettung fand ─ warum sollte ich nicht die Hoffnung
hegen, dass Du mir im letzten Augenblick wie Dimas Deine Hand
reichst und mich aus der Finsternis reißt, um Mich ins Licht zu
tragen?"
58. Wie viele, die den Fürsten der Finsternis, den sie im
Fleische tragen, noch nicht zu vertreiben vermochten, haben
Augenblicke des Glaubens, der Erleuchtung, der Reue und der
Hoffnung auf den Erlöser? Wie viele verbannen aus ihrem Herzen
die Vorstellung einer erneuten und noch größeren Strafe im Jenseits
und ziehen es vor, zu denken und zu glauben, dass Jesus sie
erwartet, um sie von ihrer Qual und Angst frei zu machen!
59. Dies sind jene, die ihr Abschaum eurer Gesellschaft nennt.
Seht, wie es Augenblicke gibt, in denen sie die Wahrheit ahnen.
Doch ihr, die ihr auf der Welt Freiheit, Anerkennung, Vertrauen
genießt und oftmals alles zu wissen glaubt, weil ihr über alles urteilt
und eure Meinung abgebt, habt nicht einen Augenblick der
Erleuchtung, der euch die Wahrheit von Angesicht zu Angesicht
schauen ließe ─ im Gegenteil, ihr hüllt euch in Zweifel und
Schatten.
60. Der Samen, den Ich mit meinem Worte, meiner Passion und
meinem Blute in die Seelen säte, erblüht nicht immer auf dem
Höhepunkt des Lebens eines Menschen, eines Volkes oder einer
Welt. Oft erblüht er erst in dem Augenblick, in dem der Mensch dem
Tod begegnet und das Leben ahnt, das ihn erwartet ─ wenn jener,
der in seiner Kraft stolz und hochmütig war, plötzlich mutlos und
besiegt auf das Schmerzenslager fällt. Dort denkt er nach, läutert er
sich und veredelt sich im Gedanken an Mich, richtet er sich selbst
anhand meiner Beispiele. Dann weint er und wandelt sich, denn in
einem Augenblick hat ihn die Wahrheit erreicht.
61. Auch als die stolzen Völker im Glanze ihrer materiellen
Macht lebten und ihre Menschen sich fieberhaft ihren Leidenschaften
widmeten, haben sie ihre Pflicht gegenüber Gott falsch und
heuchlerisch durch Religionsausübung erfüllt, weil all ihre
Aufmerksamkeit und Liebe unter der Herrschaft ihrer ehrgeizigen
Ziele standen. Aber als die Niederlage und die Zerstörung kam, als
sie gesehen haben, wie ihre Träume von Größe zerrannen, und die
Wirklichkeit kam, um sie aufzuwecken, da haben sie ihre Augen Mir
zu gewandt, um Mir zu sagen: "Herr, Du hast recht, der Frieden
kann nur für die Menschen guten Willens sein, und Dein Reich und
das unsere ist gewiss nicht von dieser Welt."
62. Erkennt ihr, dass mein Same nicht verloren ist? Euch, die ihr
daran zweifelt, sage Ich, dass ihr diesen Samen durch Nachdenken
suchen sollt, ohne zu warten, bis es der Schmerz ist, der euch mit
der Wahrheit konfrontiert.
63. Diese Welt ist voll meines Wortes. Es ist Lüge, dass meine
Spur verwischt sein soll. Wohin ihr auch geht, werdet ihr Zeichen
von Mir und Echos meiner Stimme finden, die ewig in den
Gewissen widerhallen.
64. Ich bin überall gegenwärtig und spreche unablässig zu euch,
denn Ich habe noch nicht aufgehört, euch meine Botschaft zu geben.
65. Mein Volk: Warum wollt ihr manchmal euren Meister noch
immer auf die Probe stellen?
66. Ja, Ich weiß schon, dass es auch solche gibt, die nicht
begreifen, warum Christus, wenn er Gottes Sohn war, sich seinen
Verfolgern ergab und nicht dem Tode entkommen konnte. Wenn Ich
den Opfertod nicht gewollt hätte, wäre es für Mich sehr leicht
gewesen, zu verschwinden, um Mich nicht denen auszuliefern, die
Mich suchten. Sie wären beim Anblick eines wundersamen und
unbegreiflichen Verschwindens verblüfft gewesen und hätte sie
ausrufen lassen: "Wahrhaftig, es ist Gottes Sohn!" Aber dies war
nicht die Lehre, die zu bringen Ich gekommen war, denn sie hätte
nicht die Liebe gelehrt. Darüber hinaus wollte Ich euch damit sagen,
dass der, der seinen Willen tut, und dieser nicht der des Vaters ist,
nicht mit Ihm vereint ist.
67. Es ist notwendig, dass euch daran gelegen ist, all diese
Erklärungen zu verstehen. Denn wenn ihr das, was in dieser Zeit
geschieht, nicht begreift ─ wie könntet ihr dann das erfassen oder
erahnen, was kommen wird? Ich will euch daher im Voraus einige
Offenbarungen geben, damit sie euch zur Vorbereitung, als
Verheißung und Prophetie dienen.
68. Ich, der Meister, sage euch: Wenn der Mensch einmal groß
und erhöht ist durch die Erfüllung des Gesetzes und wirklich geeint
und in Harmonie mit dem Geiste ist, wird es für ihn nicht mehr die
zweierlei Leben geben, die heute sein Dasein teilen, welche das
menschliche auf der Erde und das geistige in der universellen und
unendlichen Welt des Geistes sind.
69. Dann wird er nur noch auf ein Dasein blicken, denn in
seinem Wesen wird nur noch ein Wille vorhanden sein. Es wird kein
Widerstreit mehr zwischen dem Fleisch und dem Gewissen
existieren, und er wird sich mit dem universellen Leben verschmolzen
fühlen. Ob er im Geistigen oder auf der Erde leben wird
─ wo immer er auch sein mag, wird er sich im Hause seines Vaters
fühlen. An jedem Ort wird er sich der Gegenwart des Herrn
erfreuen, und überall wird er gewissenhaft und gehorsam seine
Mission erfüllen. Der Tod der Körpermaterie wird dann nicht mehr
das bedeuten, was es heute bedeutet. Sie werden diejenigen sein, die
den Tod besiegend in das ewige Leben eingehen.
70. Nachdem Ich euch gesagt habe, dass es mein Wille war,
Mich in jener Nacht meinen Verfolgern zu überantworten, fragt ihr
Mich: "Herr, war Judas dann nicht schuldig?" Doch Ich sage euch:
Verurteilt ihn nicht. Denn um ihn so zu beurteilen, wie Ich es tue,
müsstet ihr Mitleid in euren Herzen haben. Er war ebenso unreif und
menschlich wie ihr, und in seiner Schwachheit ließ er zu, dass die
Menschen ihn dazu brachten, seinen Meister zu verraten.
71. Glaubt ihr, dass jener Jünger schon als ein von Gott dazu
Bestimmter gekommen sei, seinen Meister zu verraten? Nein, mein
Volk, niemand brauchte Mich zu verraten. Die Stunde war
gekommen, die Verfolger belauerten meine Schritte, das Blutgericht
erwartete Mich.
72. Jener Mann war, wie alle anderen, die Mir nachfolgten, auch
auserwählt worden, den Samen der Liebe auszusäen. Er versagte in
dem entscheidenden Augenblick, als er Dem den Rücken kehrte, der
ihn so sehr geliebt hatte, und sich auf die Seite derer schlug, die dem
Meister nach dem Leben trachteten, nur weil er feststellte, dass
Jesus kein König der Erde, sondern einer unbekannten Welt war,
und das Herz des Jüngers noch vom Reichtum dieser Welt träumte.
73. Wie groß war die Reue von Judas, als er in seinem Gewissen
einen Satz nach dem anderen vernahm, den er von Jesus gelernt
hatte, wie groß sein Schmerz, wenn er an das dachte, wozu er
berufen worden war und was sein Werk war!
74. Ich sage euch all dies, damit, wenn einer von euch Mich in
dieser Zeit verraten würde, er sich nicht damit entschuldigen könnte,
zu sagen, dass er vielleicht dazu bestimmt war.
75. Niemand ist dazu bestimmt gewesen, zu verraten. Ihr alle
seid gerufen worden, um euch durch meine Liebe zu erlösen.
76. Ich war es, der dazu bestimmt war, an einem Kreuz zu
sterben, um danach in einer Grabeshöhle wiederaufzublühen und
euch den Sieg des Lebens über den Tod zu zeigen.
77. Heute sage Ich meinen neuen Jüngern: Wenn es sich darum
handelt, meinem Werke gerecht zu werden, so liebt nicht das Geld,
denn es ist die falsche Münze der Seele, sein Wert ist negativ und
stellt für das ewige Leben falsche Werte dar. Das Geld kann euch
vom Wege der wahren Barmherzigkeit, der Demut abbringen, den
jeder meiner Apostel gehen muss.
78. Ich muss euch sagen, dass Ich im Voraus wusste, was Judas
tun würde, und dies bewies Ich, als Ich sagte, dass einer der zwölf
Mich verraten würde. ─ Jeder von jenen Jüngern gab das, was er zu
geben hatte, jeder von ihnen war wie ein Ton in dem Konzert, das
Ich der Welt gab.
79. Wenn einer den Ton der Reinheit und Erhebung einbrachte,
so brachte ein anderer den des Glaubens und der Kraft, ein weiterer
den der Beredsamkeit und Überredung, wieder ein anderer den der
Demut und Sanftmut. So gab ein jeder das, was er mitbrachte, was
er vom Meister übernommen hatte, und das, was er fühlte. Nur einer
war schwach, doch seine Schwachheit diente den Menschen
gleichfalls als Lehre, damit sie nicht wie er handeln, jedoch nicht
dazu, sein Richter zu sein.
80. Jünger, richtet eure Gedanken in dieser Nacht empor, damit
ihr beim Abendmahl bei Mir seid. Nährt euch von meinem Lichte,
trinkt den Wein meines Wortes. In ihm werdet ihr ein offenes Buch
zum Lesen finden, und gleichzeitig werdet ihr euch im Geistigen
befinden.
81. Kommt zu dem Tisch, an dem ihr die Schwingung der
göttlichen Liebe fühlen werdet, an dem aber auch die Bangigkeit
spürbar ist, wo sich die Süße der Hoffnung mit der Bitterkeit des
Abschieds und dem Kuss des Verrats mischt.
82. Hier ist es, wo ihr die Stimme des Gewissens am besten
hören könnt, die euch sagen wird, ob auch ihr verraten habt, ob ihr
gelogen habt, ob ihr ohne Liebe geküsst habt.
83. Bevor ihr euch an den Tisch setzt, wascht euch in dem
reinen Wasser des Gebetes. Reinigt den Verstand und das Herz,
damit ihr zulasst, dass es die Seele ist, die an diesem geistigen
Abendmahl teilnimmt.
84. Seid ihr nun bereit? Setzt euch um Mich herum und hört in
der tiefsten Stille und Andacht eures Herzens zu.
85. Ist nun alles bereit, seid ihr hier nun für das Festmahl bereit
und geschmückt? Es war mein Wunsch, dass eure Seele in diesen
Augenblicken nicht weniger rein sei als die Tischdecke dieses
geistigen Tisches.
86. Lasst den Wirbelwind des materiellen Lebens draußen, die
menschlichen Armseligkeiten und Nöte. Kommt herbei, ihr
inkarnierten Seelen und auch ihr, die ihr im Geistigen lebt.
Menschen, kommt her, um zu lernen, mit Mir zu sprechen, damit ihr
auf Erden nicht länger Sklaven seid. Denn der, der mit dem Meister
von Geist zu Geist spricht, hat die volle Freiheit über das "Fleisch",
die Welt, die Finsternis der Unwissenheit, über jedes Joch errungen.
87. Esst das Brot meines Wortes mit Bedacht, damit ihr erfahrt,
wie der Kampf Jesu in jenen Stunden des Todeskampfes war, und
wie Er den Tod besiegte.
88. Heute sage ich euch: Betet im Garten der Stille und der
Vergeistigung, damit ihr euer ganzes Wesen mit Kraft durchdringen
lasst und fähig seid, die Last des Kreuzes bis zum Gipfel des Berges
zu ertragen.
89. Betet, damit ihr eure innere Himmelsleiter erhellt seht: die
der seelischen Vervollkommnung.
90. Seid frohen Mutes, damit ihr euren Missionsweg unermüdlich
fortsetzt, dann werdet ihr euch nicht davor fürchten, eure
Gewänder zerrissen zu sehen, noch vor den Menschen, die euch
verfolgen mögen, indem sie Schuldhaftes oder Verfehlungen bei
euch suchen, um euch anzuklagen.
91. Vergesst eure Trübsale und auch eure irdischen Freuden und
zieht die des Geistes an.
92. Es sind wenige, die zu beten verstehen, um sich daran zu
erfreuen, und es sind mehr, die beten, um dann zu weinen. Ihnen
sage Ich: Macht aus allen Trübsalen der Erde ein Lied, aber lasst es
mit solchem Glauben und solcher Hoffnung auf Mich erschallen,
dass ihr plötzlich die Überraschung erlebt, wie ihr einen von Herzen
kommenden und von Liebe und Frieden erfüllten Lobgesang
anstimmt.
93. Ich spreche zu euch über geistige Freude, und doch könnt
ihr in euren Herzen nicht die Stunden vergessen, die nahen und
weiterhin dem Gedenken gewidmet sein werden.
94. Ja, Volk, du wirst die Sonne am morgigen Tage eingetrübt
sehen, wenn es drei Uhr nachmittags ist, und betrübt wird jeder sein,
der in sich geht und meiner gedenkt.
95. Die Sonne wird sich zwischen Trauerfloren verbergen, so
wie sie sich an jenem Tage hinter dunklen Wolken verbarg, um nicht
die Undankbarkeit des Volkes mitansehen zu müssen.
96. Angesichts aller Arten von menschlichen Unvollkommenheiten
gab Christus, der Meister, seine Lehre.
97. Man spottete über Ihn? Der Meister griff den Spott auf, um
eine Lehre zu erteilen. Man befragte Ihn arglistig? Er antwortete
liebevoll und weise, denn dazu war Er gekommen. Man verriet Ihn?
Er gab angesichts jenes Verrates seine Lehre der Vergebung. Man
forderte sein Leben? Er war damit einverstanden und gab sein
Leben. Es war notwendig, alles anzunehmen, um retten und überzeugen
zu können.
98. Sagt Mir jetzt, geliebte Jünger: Wenn ihr von euren
Mitmenschen verraten werdet ─ begehrt ihr nicht dagegen auf,
wehrt ihr euch dann nicht? Wisset: Um ein Herz zu gewinnen, ist es
manchmal nötig, sich verraten zu lassen. Es ist nicht die Gewalt, die
die Schlachten des Geistes gewinnt ─ es ist die wahre Liebe.
99. Meine Jünger: Das Buch ist für diese Zeit aufgeschlagen
geblieben. Lasst Jesus in diesen Augenblicken in eure Gedanken
eingehen, damit ihr euch in euren stillen Stunden und Erinnerungen
alle Augenblicke meiner Passion ins Gedächtnis zurückruft, die
euch bekannt sind. Wer sich in einer erhebenden und geistigen
Weise an Mich erinnert, wird das Licht empfangen, das ihn als
Inspiration den Sinn vieler unerkannter Lektionen entdecken lässt.
100. Lasst Mich mit meinem Kreuz auf den Schultern durch die
Straßen eurer Gedanken ziehen. Lasst Jesus, seine Schmerzen vergessend,
seinen Leidensweg gehen im Gedanken an seine Kinder
und ihre Beleidigungen vergessend. Lasst Mich auf meinem Kreuze
meine Arme ausbreiten und um Vergebung für die bitten, die Mich
nicht erkannt haben. Lasst Mich in euch sein, bis ihr den Sieg der
Liebe, des Lebens und der Gerechtigkeit schaut.
101. Ihr Menschenscharen: Wie wollt ihr bei Mir sein ─ als
Freunde und Jünger? Oder wollt ihr etwa mein Kreuz bilden?
Werdet ihr wie die Nägel sein, die meine Hände und meine Füße
durchbohrten? Wollt ihr die Dornen meiner "Krone" sein, oder die
Lanze, die meine Seite durchbohrte?
102. Du weinst, Volk, und schluchzend vor Schmerz sagst du
Mir, dass du so bei Mir sein willst, wie es Johannes war: zu Füßen
des Meisters am Kreuze. Und Ich sage euch, dass Ich ebenfalls will,
dass ihr wie jener Jünger seid, in dem ihr alle versinnbildlicht wart,
als Ich euch unter dem Mantel der Liebe Marias als ihre Kinder
zurückließ.
103. Ich hinterlasse euch meine Liebe und meinen Segen.
Mein Friede sei mit euch!

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