BWL - Band VII - Unterweisung 207


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 207:
1. Seid gesegnet, weil ihr keinerlei bildliche Darstellung mehr
benötigt, die Mich symbolisiert, um meine Gegenwart zu fühlen.
Dies ist ein Schritt, den ihr auf die Vergeistigung zu getan habt.
2. Vor euren Blicken liegt ein weites Feld, auf dem ihr eine
Unterweisung nach der andern studieren könnt, ohne jemals ans
Ende zu gelangen. Denn dies Leben, das ihr als menschliche Wesen
habt, wird nicht ausreichen, um alles zu verstehen.
3. Wie hat sich das Aussehen dessen, was euch umgibt, verändert,
seit ihr meine Stimme vernommen habt! Der Schleier, der
eure Augen bedeckte, zerriss, und ihr könnt sie nicht mehr
schließen. Denn wer von denen, die das Licht erblicken, möchte
erneut im Finstern sein?
4. Ihr könnt die Bewunderung, die Dankbarkeit und die Liebe,
die ihr zu Mir fühlt, nicht mehr in eurem Herzen ersticken, und ihr
beweist es Mir in eurem geistigen Gebet und in euren Handlungen.
Ihr habt bereits die auswendig gelernten Gebete voll gekünstelter
und gewählter Worte vergessen, die euer Verstand nicht begriff, noch
euer Herz fühlte. Damals hattet ihr keine passende Ausdrucksweise,
um zu eurem Gott zu sprechen.
5. Wenn ihr heute der Not, dem Elend oder dem Schmerz eurer
Mitmenschen begegnet, fühlt ihr, dass aus dem Tiefsten eures
Wesens ein Gefühl des Erbarmens, der Liebe aufsteigt, welches die
Sprache ist, die euer Verlangen nach Gutem für eure Nächsten am
besten ausdrückt.
6. Schon seit langem hattet ihr einen Tempel errichtet, um euch
selbst anzubeten. Ihr habt euch selbst bewundert in der Erkenntnis
der Macht und Herrschaft, die ihr über andere Menschen ausüben
konntet. Ihr habt euch selbst geliebt, euch für stark und mächtig
gehalten.
7. Diesen euren Hochmut habe Ich gebeugt und so bewirkt, dass
ihr Demut fühlt, weil ihr eure irdische Bedeutungslosigkeit erkennt.
Ich habe euch offenbart, dass es etwas in euch gibt, das euren Wert
und eure Kraft begründet, dessentwegen ihr nicht eitel werden
könnt, und dass dieses Etwas euer Geist ist; dass dessen Größe weit
von der Selbstherrlichkeit entfernt ist, die ihr in eurem fleischlichen
Wesen fühlt. Denn der Geist ist ein Teil Gottes und steht über allem
Materiellen. Dies ist die wahre Größe, die Ich in den Menschen
gelegt habe. Doch ihr müsst euch bemühen, dass sein Licht sich
nicht abschwächt, damit ihr auf dem Entwicklungswege durch
Verdienste euren Aufstieg erreicht.
8. Früher, als euer Leben von den Leidenschaften beherrscht
war, fühlte sich euer Geist in Ketten gelegt und unterdrückt. Jetzt
lernt ihr, diese Leidenschaften zu beherrschen, weil im Herzen
meiner Jünger kein Platz für Stolz, noch Selbstsucht, noch Hass ist.
Euer Geist beginnt nun die Handlungen, die Gedanken und alle
Schritte eures Lebens zu lenken, und diese Unterwerfung ist wie
eine freiwillige Sühne, der ihr euch unterwerft, um die begangenen
Verfehlungen zu bereinigen.
9. So wird der Geist immer mehr Kraft im Guten gewinnen.
Und wenn er so ans Ende seiner menschlichen Lebensreise gelangt,
wird seine Herrlichkeit so groß sein, dass er beim Verlassen dieser
Welt ganz in die Welt des Geistes eingehen wird, ohne Spuren von
Hochmut oder Zeichen von Trübsalen an sich zu haben.
10. Wer mit dieser Demut und Erhebung ins Jenseits gelangt,
wird die Nöte, die er auf dieser Erde hinter sich ließ, nicht vergessen
können. Dann wird er zu ihr zurückkehren, um zu einem Beschützer
und Hüter der Schwachen, der Kranken und der Verirrten zu werden.
11. Entfaltet durch die Ausübung des Guten die Gaben eures
Geistes, und wahrlich, Ich sage euch: Die Unglücksfälle, die
Seuchen, die Krankheiten werden vor jenem zurückweichen, der
sich Vergeistigung und gute Vorbereitung bewahrt. Dies wird nicht
geschehen, damit er stolz darauf ist. Denn er wird es nicht mit seiner
physischen Kraft erreicht haben, sondern durch den Geist, der durch
Demut Macht hat.
12. Vereinigt euch mit Mir und vernehmt mein Wort.
13. Die Welt braucht Rettung, braucht Menschen guten Willens,
die sich aufmachen und für meine Lehre eintreten.
14. Dies ist eine Zeit, in der der Mensch keine volle Erkenntnis
seiner geistigen Situation besitzt.
15. Die Zahl derer, die erwacht sind, weil sie mein Wort
vernommen haben, ist sehr klein verglichen mit der jener, die keine
Kenntnis von meiner Kundgabe haben. Es gibt einige, die auf
intuitive Weise die Nähe und Gegenwart des Geistigen fühlen.
16. Die Menschen benötigen eine rettende Hand und ein
rettendes Wort. Diese Hand und diese Stimme werden jene meiner
neuen Jünger sein, die durch große Anstrengungen das geistige
Wissen bringen werden, das die Verirrten rettet.
17. Es nahen die Zeiten der Prüfung. Ich habe euch geschult,
damit ihr Kraft und Mut habt, um alles zu erleben, was Ich euch
angekündigt habe. In dieser Auseinandersetzung werden die
Menschen begreifen lernen, dass der Grund für den Krieg zwischen
Nationen und für den Kampf ihrer Weltanschauungen der ist, dass
sie in Verständnislosigkeit und Entfremdung von der Unterweisung
Christi leben. Denn wenn diese befolgt würde, wäre die Welt
wohlgefällig. Aber wenn statt Liebe Egoismus herrscht ─ wie kann
es da Klarheit im Verstand und Geistigkeit in den Werken seines
Lebens geben? Wie kann sich unter diesen Umständen der Geist
gegenüber der Widersetzlichkeit des Fleisches durchsetzen, um
seine Essenz zu offenbaren?
18. Anstatt das Elend, das sie überall umgibt, zu beseitigen, sind
die Menschen heute darauf aus, den größten Vorteil für sich selbst
daraus zu ziehen.
Warum haben sich die Menschen nicht aufwärtsentwickelt im
Verlangen nach einem Ideal, das ihnen reinere Gefühle und
Bestrebungen vermittelt, die des Geistes würdiger sind? Weil sie
nicht über das hinausblicken wollten, was ihren sterblichen Augen
erkennbar ist, das heißt nicht über ihre Nöte, ihre irdischen Vergnügungen
und ihre materialistische Wissenschaft hinausblicken.
Sie haben die Zeit, die ihnen auf der Welt beschieden war, dazu
verwendet und genutzt, möglichst viele Reichtümer und Ver-
gnügungen zu haben ─ in dem Gedanken, dass, wenn es mit dem
Körper zu Ende geht, für sie alles aus ist.
Anstatt sich aufwärts zu entwickeln und sich als Kind Gottes zu
betrachten, sinkt der Mensch in seinem unwissenden Hochmut auf
die Stufe eines tiefer-stehenden Wesens, und wenn sein Geist von
der Gottheit und vom Geistigen Leben zu ihm spricht, bemächtigt
sich seiner die Furcht vor der Gerechtigkeit Gottes, und er zieht es
vor, diese innere Stimme zum Schweigen zu bringen und keinen
Gedanken an jene Warnungen zu "verschwenden".
Er hat weder über das eigene Dasein noch über seinen seelischen
und körperlichen Zustand nachgedacht. Wie könnte es anders sein,
als dass er Staub und Elend ist, solange er in dieser Weise lebt und
denkt?
19. Daher lehre Ich euch, und siehe da: Die Mich vernehmen,
haben in ihrem Verstand eine andere Vorstellung und denken tief
über jenes höhere Leben nach, welches das der Seele ist, und das
schon im Erdenleben aufzuleben beginnen kann, wenn man begreift,
dass etwas Höheres im Menschen existiert, welches meine göttliche
Gnade ist.
20. Daran könnt ihr erkennen, dass das Gesetz oder die Kraft,
die alles regiert, Gott ist, dessen Macht und Weisheit sich in der
Natur offenbart, die eine Widerspiegelung seiner Vollkommenheit
ist. Wenn diese Menschheit die Größe ihres Vaters erkennt und
anerkennt, wenn sie begreift, dass es nicht nötig ist, sein Bild zu
schaffen, um ihn anzubeten, und sie ihn selbst in den scheinbar
unbedeutenden Wesen der Schöpfung zu entdecken versteht, dann
wird sie auf einem guten Wege sein und auf dem Wege, die Weisheit
und die Macht Gottes zu erkennen, die alles Geschaffene in sich
birgt. Auf diese Weise werden jene, die meine Unterweisung
empfangen, immer mehr vergeistigen, weil sich ihr Auffassungsvermögen
für weitere Horizonte öffnete. Die Mauer, die sie
gefangen hielt, wird vor ihren Augen einstürzen, so dass sie eine
Welt erblicken, in der sie eine Unterweisung nach der anderen
ergründen und verstehen können.
21. Doch wahrlich, Ich sage euch: Noch ist das, was ihr gelernt
habt, nicht ausreichend, um alles zu verstehen, was mein Wille ist.
Noch lange werdet ihr auf diesem weiten Wege gehen müssen. Doch
Ich sage euch auch, dass ihr von dem Augenblick an, an dem ihr den
Schleier der Unwissenheit zerreißen konntet, nicht mehr umkehren
könnt. Wer diesen himmlischen Gesang vernommen hat, wird sein
Gehör nicht mehr meiner Inspiration verschließen können, noch
werden seine Lippen aufhören, seinen Herrn zu preisen.
22. Heute seid ihr fähig, jedes Mal ein anderes Gebet zu
sprechen, das vom Grunde eures Herzens kommt. Vor kurzem noch
formuliertet ihr gekünstelte Worte, die ihren Ursprung im Verstande
und in Büchern hatten. Jetzt hat euer Gebet keine Grenzen mehr,
denn jedes Mal, wenn ihr euch mit wahrem Glauben innerlich
erhebt, fühlt ihr, dass ihr euch dem Kampfe immer mehr nähert.
Daher ist es ─ im eigenen und fremden Schmerz und beim Dank
sagen ─ statt Worten auf euren Lippen die Inspiration, die sich eurer
Seele naht, um sie in die Gegenwart des Herrn zu tragen. Heute sind
es nicht eure Lippen, die die Herrlichkeiten des Herrn preisen, jetzt
ist es euer ganzes Wesen, das von Seiner Güte Zeugnis ablegt.
23. Erkennt euch, und wenn ihr eure Fehler entdeckt habt, so
korrigiert sie. Ermutigt euch selbst mit der Hoffnung, zu dem Orte
zurückzukehren, zu dem jede Seele gelangen muss. Kämpft mit
diesem Verlangen auch gegen euch selbst. Beweist euch, dass ihr in
eurer geistigen Natur überlegen seid. Beweist euch, dass ihr euch
überwinden könnt, wenn euch die Leidenschaften, die schlechten
Neigungen zu beherrschen versuchen.
24. Doch jenes Erbe vergangener Zeiten, als ihr für die Befriedigungen
des Leibes lebtet und einen Tempel errichtet hattet, um euch
selbst anzubeten, weil ihr euch für ewig, stark und mächtig fühltet,
wird durch die wirkliche Erkenntnis dessen beseitigt werden, was
die geistigen und materiellen Werte bedeuten.
25. Die Überzeugung von eurer Stärke und von eurem geistigen
Wert darf nicht Grund für Eitelkeit sein. Denn die geistige Größe
unterscheidet sich sehr von der irdischen Größe.
26. Geist ist Lichtfunke, Liebessamen, Lebenskeim.
27. Erkennt, welch falschen Weg ihr nahmt, als ihr bei dem
Versuch, Größe zu erlangen, nur euren irdischen Ambitionen die
Zügel schießen ließet.
28. Nach und nach versteht ihr nun die Spiritualität, und daher
wird eure Seele Licht, Erkenntnis und Gnade haben, wenn ihr ans
Ende dieses Lebens gelangt, das euch gewährt worden ist.
29. Begreift ihr also die Epoche, in der ihr lebt?
30. Betet, damit ihr den Vertretern der Nationen beisteht, die
zusammenkommen, um die Konflikte unter den Völkern zu lösen.
Meint ihr, dass sie alle eine unterschiedliche Vorstellung für jede
Lösung haben? Nein, Volk, sie täuschen sich ─ innerlich, in ihrem
Gewissen stimmen sie überein. Es sind die materiellen Interessen,
die sie über ihre eigenen Überzeugungen hinweggehen lassen. Wie
leicht wäre die Lösung aller Konflikte, wenn jeder nach seinem
Gewissen handeln würde. Dann wäre die Welt im Frieden. Die
Männer, die die Geschicke der Völker lenken, würden dann ─ weit
davon entfernt, an ihre eigene Größe zu denken ─ an das Wohlergehen
aller denken. Doch davon ist nichts zu sehen, und das
Misstrauen lässt die Menschen ständig auf der Lauer liegen.
31. Aufs Neue sage Ich euch: Wenn die Welt auf meinen Weg
zurückkehrt und meine Lehre befolgt, wird sie ihre Probleme lösen
und in Frieden leben.
32. An diesem Tage kommt mein universeller Strahl auf eure
Seele herab, um euch mit dem Brot des ewigen Lebens zu nähren.
Es ist meine Stimme, die euch gerufen hat.
Ich sehe unter euch die zuletzt Gekommenen, die Ich einlade,
sich an meinem Worte zu erquicken. Die einen sind ungläubig,
andere abgöttisch, einige kommen wie sanfte Schafe zum Gehege,
andere tragen auf ihrem Gesichte die Maske der Heuchelei. Sie
zweifeln an meiner Gegenwart, und innerlich machen sie sich über
meine Unterweisung lustig, weil es für sie unmöglich ist, dass der
Schöpfer sich durch das menschliche Verstandesvermögen kundgibt.
33. Wenn es nicht der wahre Gott wäre, der sich kundtut, dann
würde Er nicht die Beweise erbringen, die Ich euch gebe, noch
würde Er den Weg der Tugend lehren. Der, der nicht glaubt, tut dies,
weil er nicht nachgedacht hat. Sein Herz hat sich verschlossen, und
er befindet sich im Dunkeln.
34. Die Stimme sagt euch: Ich bin der wahre Gott, der Vater, das
Leben und das Licht. Ich komme herab, um Mich in dieser Form
kundzugeben, um eure Verirrungen, Fehler und niederen Leidenschaften
zu beseitigen, die euch daran hindern, die Wahrheit zu
begreifen und zu ergründen.
35. Ich verrate keinen an die anderen, denn ihr seid bei meinem
Festmahl. Durch mein Licht, das in eurem Geiste ist, spreche Ich zu
eurer Seele, damit sie erschüttert wird und erwacht.
36. Ich bin derselbe Christus, den ihr in der Zweiten Zeit
verdammt habt. Doch die Zeiten sind nach meinem Willen gekennzeichnet
worden.
37. Als ihr Mich in jener Zeit zum Kreuz geführt habt, an dem
Ich aus Liebe zu euch selbst den letzten Tropfen meines Blutes
vergoss, ließ Ich euch wie einen Unschuldigen erscheinen, der nicht
weiß, was er tut, obwohl ihr den Messias durchaus in Kenntnis der
Ursache verurteilt habt. Doch Ich ließ euch in der Obhut von zwölf
Männern zurück, die in der Nachfolge des Meisters meine Lehre
unter der Menschheit verbreiteten.
38. Heute entdecke Ich unter euch die, die zu einer anderen Zeit
mit voller Kehle schrieen: "Kreuziget ihn! Er ist ein Hexenmeister!"
Und die so die Wohltaten verkannten, die Ich austeilte.
39. Die Zeiten sind vergangen, und eure Seelen sind nach
meinem Willen gekommen, in dieser Nation zu leben, damit ihr "das
Göttliche Wort", das Wort der Liebe und des Lebens, auf andere Art
vernähmet.
40. Hier bin Ich bei euch! Ich rühre euer Herz an, damit ihr
Mich beherbergt. Ich komme herab im Verlangen nach eurer Seele,
die Ich sehr liebe. Denn ihr habt sie an die Sünde gekettet und so ihr
Licht verdunkelt.
41. Wann immer eure Intelligenz erstrahlt ist, ist es nicht
geschehen, um euren Nächsten zu lieben. Denn eure Liebe ist in
einem Leben voller Bequemlichkeiten und materieller Befriedigungen
erschlafft.
42. Ihr vergesst das ewige Leben der Seele und haltet euch
schließlich für Götter auf dieser Welt. Ihr zweifelt nach und nach an
meinem Dasein und an meiner Gerechtigkeit, weil ihr seht, dass Ich
das Blutvergießen unter den Menschen nicht verhindere, ohne zu
begreifen, dass Ich als Richter unerbittlich bin und die Sühnung und
Bereinigung von Verfehlungen durch Schmerz zulasse.
43. Öffnet euer Herz! Erhebt eure Seele! Lasst sie euch sagen,
dass die Stimme, die ihr vernehmt, dieselbe ist wie die, die zu euch
immer von Liebe, Barmherzigkeit und Vollkommenheit gesprochen
hat. Die Dritte Zeit hat euch überrascht! Habt nicht den Wunsch,
Mich wie in der Zweiten Zeit als Mensch zu erblicken! Erinnert
euch daran, dass Ich euch sagte, dass Ich "auf der Wolke" kommen
würde. Mein Göttlicher Geist kommt zu euch herab, und daher
sende Ich meinen Strahl von der Stufenleiter der Vollkommenheit
auf den Stimmträger herab, und so wird meine Stimme selbst im
Schmutz dieser Welt vernommen.
44. Nicht nur ihr vernehmt mein Wort. Ich, "das Wort", ergieße
mein Licht auf den Erdball. Aber wenn ihr alle fragt, ob sie eine
Stimme vernommen haben, die vom Jenseits herniederkommt,
werden sie euch mit "nein" antworten. Warum?
Weil die Menschen taub auf den Wegen der Welt wandeln, von
Sünde und Fanatismus umfangen, ohne auf den Ruf zu achten, der
von ihrem Gewissen an sie ergeht.
45. Seit dem Jahre 1866 habe Ich euch mein Wort gegeben, das
Erlösung für eure Seelen ist, und das euch den Weg kennzeichnet,
auf dem ihr den vollkommenen Frieden auf dem ganzen Erdball
erlangen werdet.
46. Ich habe eure Seelen mit einer schwierigen Mission betraut,
durch die sie ihre Schuld gegenüber ihrem Herrn begleichen sollen.
Ich bin dabei, das Unkraut auszureißen, um es in Bündel zu
schnüren und ins Feuer zu werfen, bis es zu Asche geworden ist.
Denn zuletzt wird das Licht erstrahlen, und meine Lehre wird
weltweit anerkannt werden.
47. Der Mensch wird neue Lehren und neue Gesetze erschaffen,
doch es wird nicht mehr sein Wille, sondern der meine geschehen.
Dann wird es Frieden, Harmonie und Brüderlichkeit geben. Die
Herzen werden sich nicht mehr von Hass nähren, keine mörderische
Hand wird sich mehr erheben. Damit jedoch all dies geschieht,
werde Ich euch zuvor läutern. Manche von euch werden diese
Prophezeiungen vom Geistigen Tale aus in Erfüllung gehen sehen,
und die, die weiterhin die Erde bewohnen, werden den neuen
Generationen nach 1950 davon Zeugnis ablegen.
48. Volk: Der Weg, den Ich vorgezeichnet habe, damit ihr zu
Mir gelangt, ist ein einziger. Er ist durch Licht gekennzeichnet. Auf
ihm ist das Leben und das Gebet. Es ist der Weg der Seele. Wenn ihr
auf ihm geht, werdet ihr nicht zugrundegehen. Wenn ihr auf diesem
Pfade geht, so verkündet der Welt die Geistlehre, gebt Zeugnis von
meinen Offenbarungen und lehrt eure Mitmenschen, durch das
vollkommene Gebet zu Mir zu kommen.
49. Erinnere dich, Volk, jenes Beispiels von Gebet, das Ich euch
im Olivengarten gab, als Ich beim Vater Vergebung für die
Menschheit erflehte. Der Körper Jesu warf sich vor dem Himmlischen
Vater nieder, doch nicht vor irgendeinem Bildnis, und Ich
richtete meine Worte zum Himmel, zu demselben, den Ich der
Menschheit vermachte.
50. Ein weiteres Mal verströme Ich meine Barmherzigkeit unter
euch und umarme euch liebevoll. Wanderer des Lebens, Jünger und
Kinderschüler: Es ist ein Gnadentag, an dem die Stimme des
Meisters herniederkommt, um euch zu liebkosen. Ich zeige Mich
nicht als strenger Richter, sondern als gerechter Vater, und mit
meinem Worte führe Ich euch auf den von Mir angelegten Pfade,
von dem ihr euch entfernt hattet.
51. Ihr alle seid Kämpfer. Ich sehe, dass manche niedergeschlagen
ankommen. Andere haben den Sieg errungen, und
wieder andere stimmen noch keinen Triumphgesang an. Ihr seid
noch inmitten dieses Kampfes und kennt nicht seinen Ausgang. Die
Felder, die ihr besäen müsst, und die ihr noch nicht kennt, sind sehr
ausgedehnt. Aber ihr besitzt Samen im Überfluss und werdet ihn
aussäen können.
52. Während die einen ergeben und stark sind in der Erfüllung
ihrer Aufgabe, überfällt andere die Müdigkeit, und sie erschlaffen,
obwohl sie wissen, dass es ein Auge gibt, das alles sieht, ein Ohr,
das alles vernimmt, und eine Hand, die alles aufschreibt. Bedenkt,
dass ihr eine kostbare Zeit verstreichen lasst, die ihr heute durchlebt,
und dass sich morgen eure Augen ohne Licht nicht mehr öffnen
werden. Dann wird sich eure Seele betrübt erheben, weil ihr mein
Wort nicht vernehmen wolltet. Eurer Seele wird sich ein unermessliches
Verlangen bemächtigen, Mich wie in dieser Zeit zu vernehmen.
Doch nur eine strenge Stimme wird zu euch gelangen, die
Stimme des Gewissens, die euch erbeben lassen wird.
Daher sage Ich euch heute: Entfernt euch nicht von meinem
Worte, seid nicht taub gegenüber meinen Weisungen. Entnehmt
dieser Unterweisung ihren Sinngehalt wie ein heiliges Schriftstück,
für das ihr euch vor Mir werdet verantworten müssen, denn es ist
das Gesetz.
53. Die Blindheit des Volkes in Bezug darauf, die Größe meiner
Unterweisung zu begreifen, ist die Folge seiner Sünde und seines
Schmerzes.
54. Diese Essenz, die Ich euch gebe, ist Leben für die Seele und
Balsam für jeden betrübten Geist. Sie gleich dem Tau auf unfruchtbaren
Feldern.
55. Wenn ihr noch keine guten Früchte geerntet habt, so fragt
euer Gewissen nach dem Grund dafür, und dieses wird euch
antworten, dass man, um gute Ergebnisse zu erzielen, arbeiten und
wachen muss. Sät gute Beispiele auf das Land, sät Tugend, offenbart
die Fähigkeiten, mit denen Ich eure Seele geschaffen habe. Entblößt
sie von den schlechten Leidenschaften und bekleidet sie mit guten
Werken. Dann werdet ihr auf Erden meine wahren Kinder sein und
eine Verkörperung meiner Göttlichkeit.
56. In jedem von euch habe Ich die Verantwortung dafür gelegt,
mein Trinitarisch-Marianisches Geistwerk bekannt zu machen, das
von der Menschheit erörtert werden wird und in den Köpfen eine
Revolution der Vorstellungen hervorrufen und all jene verwirren
wird, die den Beginn dieses Werkes nicht begreifen und noch
weniger sein Endziel begreifen können.
57. Meine Sämänner schlafen und machen mein Werk nicht
bekannt, das rein und lauter ist, weil sie erkennen, dass sie ihm ihre
schlechten Werke beigemischt haben. Es bleibt euch nur noch kurze
Zeit dafür, dass die Welt mein Wort bei dieser Kundgabe vernimmt.
Wenn ihr schlaft, werdet ihr morgen Schmerz und Bitternis im
Herzen haben. Aber es wird nicht der Vater sein, der euch richtet, es
wird euer Gewissen sein.
58. Es bleibt euch nur noch kurze Zeit, in der ihr diese Speisen
genießen könnt. Welche werden Ende 1950 bei Mir sein? Welche
von euch werden den fruchtbaren Weizen eurer Ernte vorweisen
können?
59. Die Welt schläft in ihrer tiefen Lethargie und wartet darauf,
dass ihr kommt und sie zum Leben erhebt. Ihr habt euch noch nicht
auf den Weg zu den "Toten" gemacht, weil euch das Vertrauen in
Mich fehlt. Was befürchtet ihr von den Menschen? Fürchtet ihr ihre
Justiz oder den Tod? Ich habe euch gesagt, dass Ich euch vom Tode
befreien werde. Denkt daran, dass Ich euch ewiges Leben gegeben
habe.
60. Ich bin nicht müde geworden, zu euch zu sprechen, denn Ich
bin "das ewige Wort". Mein Wort ist der Meißel, der die Herzen aus
Stein bearbeitet und glättet, aus denen Ich kristallklares Wasser
quellen lasse.
61. In dieser Zeit des Schmerzes und der Tragik will, Ich, dass
ihr Mich zum Vorbild nehmt. Aber setzt euer ganzes Vertrauen in
Mich, dann werden eure Mitmenschen die Strahlkraft des Spiritualismus
kennenlernen können. Ihr könnt es Mir gleich tun, seid nicht
unsicher. Die Last des Kreuzes geht nicht über eure Kräfte.
62. Volk, als Ausgleich für eure großen Prüfungen habt ihr mein
Wort. Ihr seid von euren Angehörigen verkannt und verachtet
worden um meines Werkes willen. Wie viele von euch waren den
Orgien und Vergnügungen der Welt ergeben und brachten so ihre
Seele zur Degeneration, für die jede Ausschweifung ein Schlag war.
Doch wer brachte euch schließlich von diesem Wege ab? ─ Euer
Meister. ─ Ihr habt meine Liebe begriffen und dankt Mir dafür, weil
ihr wisst, dass Ich als Belohnung für eure Entsagungen mit euch
spreche.
63. Ihr glaubtet, dass es keinen Blick gäbe, der eure Vergangenheit
kennen könnte. Doch hier bin Ich und lese im Buche eures
Lebens, damit ihr nicht an meinem Dasein und meiner Gegenwart
zweifelt.
64. In dieser Zeit habe Ich euch an den Platz meiner Jünger
gesetzt, so wie Ich meine Apostel in der Zweiten Zeit um Mich
scharte.
65. Mein Wort führt euch auf den Pfad, den meine Spur
hinterließ. Ihr seid schon seit langem unterwegs, doch noch immer
kommt kein Triumphschrei von euren Lippen. Ihr seid noch mitten
im Kampfe und werdet die Belohnung erst erhalten, wenn ihr ans
Ende der Lebensreise gelangt seid. Die einen sehe Ich stark, andere
erschöpft. Ich werde euch Ruhepausen geben, damit ihr in ihnen
nachdenkt. Denn jetzt ist eine kostbare Zeit, die niemand vergeuden
darf.66. Missachtet nicht meine Weisungen und seid nicht taub
gegenüber meiner Stimme. Höret dies Wort und entnehmt ihm den
Sinngehalt. Klärt euren Verstand und reinigt euer Herz, damit ihr
seine Größe erkennt. In ihm ist das, was eurer Seele Leben gibt.
Dies ist der Tau, den Ich auf die trockenen Felder herabsinken lasse,
und es ist das Samenkorn, das ihr der Menschheit bringen sollt.
Wenn manche meiner Kinder nach dem Aussäen keine Früchte
ernten konnten, so deshalb, weil der Same nicht rein war. Sät das
gute Samenkorn und wartet auf die gute Frucht.
67. Vertreibt aus eurem Herzen die Furcht vor den Menschen,
die euch immer von der Durchführung eurer Mission abgehalten hat.
Befreit eure Seele von jedem Makel, bis sie nackt ist, und beginnt
sie dann mit dem Lichte eurer guten Werke zu bekleiden. Dann
werdet ihr euch innerlich würdig fühlen, mein Gesetz zu verbreiten.
Erklärt meine Lehre und lasst die Menschen sie erforschen. Beim
Eindringen in mein Werk werden sie keinen Anfang entdecken, noch
werden sie sein Ende sehen.
68. Meine Lehre ist so rein, dass ihr euch bei den Menschen für
nichts entschuldigen oder schämen müsst. Wenn ihr euch dennoch
schämen solltet, wird es wegen dem sein, was ihr ihm hinzugefügt
habt, oder weil euer Leben nicht in Einklang mit dem ist, was ihr
lehrt. Oftmals möchtet ihr unerkannt durchkommen; aber dies wird
nicht möglich sein, weil Ich euch aussandte, damit ihr diese Frohe
Botschaft mit dem Beispiel eurer guten Werke weitergeben würdet.
69. Die Welt wird sich bewusst werden, dass unvermutet eine
neue Zeit für sie angebrochen ist, und sie wird sich an jene wenden,
die ihr etwas über diese Dinge sagen können. Doch wenn ihr
schlafen solltet ─ mit wie viel Schmerz würdet ihr dann erwachen!
70. Nur noch "Augenblicke" bleiben euch, um dies Wort zu
vernehmen. Welche werden bei Mir sein, wenn es zu Ende geht?
Welche werden mein Gesetz rein erhalten, so wie Ich es euch
gegeben habe?
71. Bedenkt, dass ihr euch von da an starkmütig aufmachen
sollt, um eure edle Mission zu erfüllen. Ihr sollt euch nicht vor dem
Tode fürchten, denn Ich sage euch, dass der Tod nicht zu euch
gesandt werden wird. Wohl aber sollt ihr der Versuchung, die ihr in
eurem Leibe mit euch tragt, den Todesstoß versetzen, damit ihr nicht
zu Fall kommt. Der gute Jünger muss lernen, sich selbst zu
überwinden, um die anderen zu lehren, ihre Schwächen und
Leidenschaften zu überwinden.
72. Erkennt ihr nicht die Schlichtheit, in der Ich zu euch
spreche? Wahrlich, Ich sage euch, es ist die gleiche wie die, die sich
in der Zweiten Zeit offenbarte, in der Ich Mich begrenzte, um dem
Menschen gleich zu sein und ihn durch mein Wort und mein Vorbild
zu erheben, damit er Gott ähnlich werden würde.
73. Seid meine Werkzeuge, aber niemals Hindernisse dabei,
dass Ich zu den Herzen gelange. Warum zweifelt ihr daran, es Mir
gleich tun zu können? Ihr habt die Unterweisungen schlecht
verstanden. Da ihr meine Kinder seid, habt ihr doch wohl etwas
Ähnliches von eurem Vater geerbt, und euer Vater ist gut.
74. Ihr seid vom Geistigen zur Erde herabgekommen, um über
alle Schicksalsschläge hinweg die Spuren des Göttlichen Meisters
zu suchen. Und jetzt, da Ich Mich durch euch kundtue, lasst ihr
alles, was ihr habt, hinter euch, um Mich zu vernehmen. Meint ihr
etwa, dass eure Entsagungen und Opfer von Mir nicht belohnt
werden? Vergesst an keinem einzigen Tag das Endziel eurer
Bestimmung, damit ihr täglich einen Schritt nach vorne macht.
75. Bedenkt, dass ihr Mir nichts geben werdet. Alles, was ihr
erwirkt, wird euer sein.
76. Warum beuge Ich Mich herab und steige bisweilen sogar bis
in den tiefsten Abgrund, um euch zu retten? ─ Weil Ich euch liebe.
77. In dieser Lehre habt ihr hier eine Grundlage, einen kurzen
und sicheren Weg, um zu eurem Vaterland zurückzukehren. Es ist
die Lehre der Vergeistigung. Wenn ihr sie begreift ─ wie viel Licht
werdet ihr dann in euren Gedanken, in den Worten und in den
Werken haben! Wiederholt nicht nur mit den Lippen, dass ihr
Spiritualisten seid. Wenn ihr es einmal wirklich seid, werdet ihr es
nicht nötig haben, es auszuposaunen.
78. Denkt über diese Unterweisungen nach, die Ich zurzeit
eurem Herzen und eurer Seele gebe. Morgen werdet ihr sie dort
suchen müssen, um sie euren Mitmenschen zu lehren.
Mein Friede sei mit euch!

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