BWL - Band XII - Unterweisung 356


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band XII - Unterweisung 338 - 366

Unterweisung 356

1         Ihr seid diejenigen, welche an mein Kommen geglaubt haben. Es sind bereits die letzten Jahre meiner Kundgabe, und noch immer kommt ihr eilig herbei, um Mich zu vernehmen, als ob es jene Tage wären, in denen ihr begonnen habt, meine Schüler zu sein.

2         Viele sind in dieser Zeit gerufen worden, doch nur Wenige sind Mir gefolgt. Aber auf alle kam das Licht meines Geistes herab. Wenn Ich in jener Zweiten Zeit sagte: "Wohl denen, die ohne zu sehen geglaubt haben", so wiederhole Ich jetzt für euch: "Wohl denen von euch, die ohne zu sehen geglaubt haben, Mir gefolgt sind und beharrlich geblieben sind!"

3         Obschon Ich euch sagen muss, dass niemand von meiner Kundgabe und meiner Gegenwart in dieser Form überrascht sein sollte, weil es von Mir schon in der Zweiten Zeit prophezeit und verheißen worden ist. Ich habe euch nicht überrascht, dies war nicht meine Absicht. Wenn ihr bei meinem Kommen überrascht wart, und wenn viele erstaunt waren, wenn sie von meiner Kundgebung erfahren haben, dann deshalb, weil ihr geistig in einen tiefen Schlaf versunken wart. Es geschah, weil ihr nicht wach gewesen seid.

4         Nach meinem Scheiden in der Zweiten Zeit wurde von Generation zu Generation meine Wiederkunft erwartet unter denen, die den Glauben an Mich bewahrten. Von Eltern auf die Kinder wurde die göttliche Verheißung weitergegeben, und mein Wort erhielt die Sehnsucht lebendig, meine Rückkehr zu erleben.

Jede Generation glaubte die begnadete zu sein in der Erwartung, dass sich in ihr das Wort ihres Herrn erfüllen würde.

5         So verstrich die Zeit, und auch die Generationen vergingen, und aus den Herzen wurde meine Verheißung immer mehr verdrängt, und man vergaß, zu wachen und zu beten.

6         Die Jahrhunderte vergingen, und als die Menschheit nicht einmal mehr damit rechnete, dass Ich in dem am wenigsten erwarteten Augenblick kommen könnte ─ als die Menschen am weitesten von der Wahrheit entfernt waren, machte Ich in Erfüllung meines Wortes meine geistige Gegenwart fühlbar.

7         Die Form, die Ich wählte, um Mich den Menschen dieser Zeit kundzugeben, hat viele überrascht und sogar dazu ermutigt, sie zu verurteilen, ohne dass sie zuvor über meine vergangenen Offenbarungen nachgedacht haben.

8         Ich sage euch, dass jede Form, die Ich gewählt hätte, um Mich kundzugeben, all jene verwirrt hätte, die nicht bereit gewesen wären, Mich zu empfangen. Den jedoch, der wach und vorbereitet gewesen ist, hätte keine Form, die Ich für meine Kundgebung verwendet hätte, überrascht, weil er Mich in jeder Offenbarungsform gefühlt hätte.

9         Alle, die Mir in dieser Zeit geglaubt haben ─ alle, die Mich gefühlt haben, und alle, die Mir gefolgt sind ─ wahrlich, Ich sage euch, sie haben Mich geistig erwartet. Ohne sich dessen bewusst zu sein, haben sie meine Wiederkunft gesucht und mein Wort erwartet.

10     Meine Verheißung in jener Zeit geschah nicht für ein einziges Volk, sondern für die ganze Menschheit, weshalb Ich euch heute sage, dass mein Licht nicht nur zu diesen Menschenscharen herabgekommen ist, die Mich durch das Verstandesorgan der Stimmträger vernehmen, sondern dass Ich Mich auf tausenderlei Weisen auf dem Weg aller Menschen bekunde, um ihnen das Kommen einer neuen Zeit fühlbar zu machen.

Auch muss Ich euch sagen, dass es welche gegeben hat, die ─ obwohl sie Mich von einem Tag zum anderen und von einem Leben nach dem anderen erwartet hatten ─ nicht glauben konnten, als sie Mich in der Form kommen sahen, in der ihr Mich habt, meine Gegenwart geleugnet und sich entfernt haben. Warum?: Weil sie lange Zeit hindurch in ihrer Vorstellung eine Erscheinungsform geschaffen haben, welche nicht genau jene gewesen ist, die Ich wählte.

11     Begreift, dass meine Entscheidungen und meine Eingebungen jenseits jeder menschlichen Vermutung oder Vorstellung sind.

12     Ich habe euch viele Beweise dafür gegeben, dass meine Werke über dem stehen, was der Mensch als Wahrheit und als Vollkommenheit zu begreifen vermag.

13     Etwas von dem, was manche Menschen am meisten verwirrt hat, ist meine durch beschränkte menschliche Verstandesorgane ausgedrückte Lehre. Doch wenn jene, die sich aus diesem Grund irritiert fühlen, versuchen würden, in mein Wort einzudringen ─ wahrlich, Ich sage euch, sie würden bald die Gründe entdecken, die Ich hatte, um gerade einen ungeschulten und sogar unreinen Menschen auszuwählen, um meine Unterweisung zu Gehör zu bringen. Dann würden sie entdecken, dass die Gründe, die Ich hatte, um dieses Mittel zu erwählen, meine Liebe, meine Gerechtigkeit und das ewige Gesetz gewesen sind, aufgrund dessen die menschliche Seele mit ihrem Vater direkt in Verbindung zu treten vermöchte ─ eine Kommunikationsform, an welcher gleichzeitig die Eigenschaften der Seele und die Fähigkeiten des Körpers teilhaben würden.

14     Es ist nur natürlich, dass jener, der weiß, dass er ein Sünder ist, sich für unwürdig hält, eine Gnade wie diese zu besitzen. Aber es ist nur recht und billig, dass ihr auch erfahrt, dass Ich über eure Gegenwart hinaussehe, und dass Ich über euren Unvollkommenheiten stehe.

15     Begreift ─ da ihr ein Teil von Mir seid –, dass das Einzige, was Ich tue, darin besteht, euch dabei zu helfen, euch zu läutern und euch zu vervollkommnen, damit ihr in Mir lebt.

16     Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass andere für die Sünder Verdienste erwerben. Diese Zeiten sind bereits vergangen, doch jene Verdienste sind als Beispiele gegenwärtig.

17     Heute soll es der Sünder selbst sein, welcher Verdienste für sein Seelenheil erwirbt. Dabei will Ich sein Führer, sein Lehrmeister, sein Retter sein.

18     Wann haben die Eltern auf Erden nur die guten Kinder geliebt und die bösen verabscheut? Wie oft habe Ich sie am liebevollsten und sorgsamsten gerade denen gegenüber gesehen, die sie am meisten verletzen und leiden lassen! Wie sollte es möglich sein, dass ihr größere Werke der Liebe und Vergebung tun könntet, als es die meinen sind? Wann hat man schon einmal erlebt, dass der Meister von den Jüngern lernen muss?

19     Wisset also, dass Ich niemanden meiner für unwürdig halte und dass der Weg zum Heil euch daher ewiglich einlädt, ihn zu beschreiten, ebenso wie die Tore meines Reiches, welche das Licht, der Friede und das Gute sind, für immer offenstehen in Erwartung der Ankunft derer, die dem Gesetze und der Wahrheit ferne standen.

20     Wegen all dem wollte Ich unter den Scharen sündhafter Geschöpfe jene auswählen, derer Ich Mich als Werkzeuge bedienen würde, um mein Wort vernehmen zu lassen.

21     Wie viele Fälle von wirklicher Erneuerung hat es unter denen gegeben, die Ich für diesen Dienst erwählt habe! Wie viele Beweise von Bekehrung und von Reue!

22     Ich kündigte an, dass meine Wiederkunft im Geiste sein würde, und so habe Ich es in dieser Zeit erfüllt. Warum hätte Ich ein anderes Mittel wählen sollen, welches nicht der Mensch gewesen wäre, um Mich kund zu geben, wo es doch die Menschen sind, die Ich gesucht habe? Es hat genügt, dass diese Menschenscharen sich ein wenig vergeistigen würden, und schon hat ihre Feinfühligkeit ihnen ermöglicht, meine Gegenwart und meine Essenz wahrzunehmen und diese Art der Kundgabe richtig und natürlich zu finden.

23     Ich muss euch sagen, dass nicht alle mit genügend Sensibilität herbeigekommen sind, die ihnen vom ersten Augenblick an ermöglicht hätte, das Gefühl von meiner Gegenwart zu erfahren. Denn während die einen mit wachem geistigen Blick gekommen sind, um dieses Licht zu sehen und um die Essenz meines Wortes zu erfassen, sind andere mit forschenden körperlichen Augen herbeigekommen, weshalb ihre Urteile, ihre Beurteilung und ihre Beobachtungen oberflächlich gewesen sind, immer nur das Äußerliche betrafen. Denn anstatt den Sinngehalt oder die Essenz des Wortes zu suchen, haben sie die größere oder geringere Korrektheit der Sprache beurteilt, um danach über das Leben der Stimmträger, ihre Lebensführung, ihre Art zu sprechen und selbst ihre Kleidung zu erkunden.

24     Diese Letzteren mussten natürlich bei denen, welche bezüglich dieses Werkes nur Anfänger sind, Unvollkommenheiten entdecken, und dann haben sie meiner Lehre jede Wahrheit abgesprochen, während die Ersteren über die Fehler, die Begrenztheiten und Armseligkeiten meiner Diener hinwegsahen, da sie in Betracht zogen, dass sie nur Menschen sind und daher Fehler begehen, und nur auf den Sinngehalt, die Essenz dieses Wortes aus waren, weshalb sie in diesem "Blumenstrauß" die Gegenwart meines Geistes gefunden haben.

25     Wer meinem Worte nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt, noch sich in seinen Inhalt vertieft, wird niemals seine Wahrheit finden können, noch wird er die Klärung oder Auflösung aller seiner Zweifel finden.

26     Ich bin es, der in meinem Worte selbst alles erläutert, damit nicht der geringste Irrtum oder Zweifel unter den Jüngern besteht.

27     Erinnert euch, wie oft Ich euch gesagt habe, dass ihr lernen sollt, die Essenz dieses Wortes zu suchen, den Sinngehalt, welcher jenseits der menschlichen Form eurer Sprache liegt. Erinnert euch, dass Ich euch gesagt habe, dass ihr euch nicht an der irdischen Form des Wortes stoßen sollt, denn dann werdet ihr seinen Sinngehalt nicht finden, und dass ihr immer in Betracht ziehen müsst, dass Ich Mich durch Sünder, durch Menschen mit ungeschultem Verstand, ohne Bildung und Studium kundgegeben habe, damit ihr der äußeren Form des Wortes nicht zu viel Bedeutung beimesst und lernt, meiner Kundgebung die Wahrheit zuzugestehen, die sie hat, sowie diesen Körpern das zuzuschreiben, was auf sie zurückzuführen ist.

28     Erkennt, dass nicht alle mein Licht gesucht haben, noch Schüler gewesen sind, die sich darum bemüht haben, zu Jüngern zu werden.

Erfahret nun, warum viele Mir den Rücken zugekehrt haben und weiterhin behaupten, dass sie durch meine Arbeiter Enttäuschungen erlitten haben!

29     Es sind dürstende Herzen, die bei der Quelle unerschöpflicher Wahrheit gewesen sind und sich nicht niederzubeugen vermochten, um bis zur Sättigung zu trinken. Sie haben eine sehr große Leere in sich und suchen und rufen weiterhin, ohne das zu finden, was ihre Seele benötigt. Doch eines Tages werden sie sich diesem Wege erneut nähern, und dann wird ihnen ihre schmerzliche Erfahrung sagen, dass sie Mich nicht mehr im Äußerlichen, sondern im Tieferliegenden suchen sollen. Wenn sie zurückkehren, werden Sie sehen, wie die Weisheit in jenen strahlt, die Mich inbrünstig vernommen haben ─ in denen, die beim Meister geblieben sind und die für ihren Glauben und ihre Vergeistigung belohnt wurden, indem sich das Licht auf sie ergoss, das ihnen große Geheimnisse und Lehren offenbarte.

30     Euch alle habe Ich geprüft, bevor ihr herbeikommen würdet, um meiner Kundgebung beizuwohnen. Ich sandte jedem meiner Jünger weise Beweise, damit sie euch die Gelegenheit bescheren sollten, meine Gegenwart zu bezeugen. Doch wahrlich, Ich sage euch: Während die einen sich ergeben, demütig und meinem Rufe folgsam gezeigt haben, sind andere, obwohl auch sie Mich vernommen haben, ohne Glauben, ohne Willen geblieben, und oft voller Stolz, Abneigung und sogar Widerwille gewesen. Was kann die Seele empfangen, wenn der Verstand getrübt und das Herz vergiftet ist? Ein so beschaffener Mensch wird nur Unvollkommenheiten erblicken müssen.

31     Ich prüfe euch alle. Auch diejenigen, die Mir nachfolgen, prüfe Ich unablässig, in der Absicht, dass ihr ganzes Wesen erstarkt, und ─ wenn mein Wort nicht mehr durch dieses Mittel zu vernehmen ist ─ sie die Weisheit haben, die in meinem Worte enthalten ist, und sie gleichzeitig die ganze Kraft haben, die nötig ist, um diese Lehre mit wahrer Reinheit zu verbreiten.

32     Meine Jünger müssen davon überzeugt sein, dass dann, wenn sie Mich nicht mehr wie jetzt vernehmen, ihr Vorbild sehr wichtig sein wird. Denn dann sollen es die vorzüglichen Jünger sein, welche die anderen durch ihre Werke lehren. Sie müssen wissen, dass das Zeugnis, das sie von meinem Worte ablegen, immer von Taten begleitet sein soll.

33     Wenn mein Volk morgen, wenn die Zeit des Zeugnisses für dies Volk kommt, mein Wort nicht leben sollte, ─ wenn es seine Werke nicht meiner Wahrheit anpassen sollte, wird es ihm nichts nützen, meine Worte zu wiederholen, so vollkommen diese auch seien.

34     Wer das Verlangen hat, meine Worte in den Herzen fühlbar zu machen, soll sich mit Liebe bekleiden, soll von Barmherzigkeit durchdrungen sein, soll sich einen Vorrat an Demut und Geduld zulegen, soll bereit sein, zu vergeben, und guten Willens, die Leiden seiner Mitmenschen zu lindern. Dann wird er erleben, wie das härteste und widerstrebendste Herz erschüttert und von meinem Worte bewegt wird, das im Herzen meiner Jünger wirksam ist.

35     Da ihr wisst, dass der Grund dafür, dass viele eurer Mitmenschen beim Vernehmen dieses Wortes nicht ausdauernd sind, darin besteht, dass sie eure Unvollkommenheiten entdeckt haben, so versucht, euch davon abzubringen, gegen mein Gesetz zu verstoßen, soweit es euch möglich ist, im Bewusstsein, dass euer Beispiel bei ihnen viel Einfluss ausübt.

36     Ich will, dass ihr euch mit euch selbst zufrieden fühlt, dass euer Gewissen euch niemals vorwirft, dass irgendeiner eurer Mitmenschen sich vom rechten Weg entfernte, weil ihr ihm nicht die Reinheit und Wahrheit meines Werkes aufzuzeigen verstanden habt.

37     Wenn Ich in der Zweiten Zeit zu den Menschenscharen sprach, wurde mein Wort ─ in Sinngehalt und Form vollkommen ─ von allen vernommen. Mein in die Herzen dringender Blick entdeckte alles, was ein jeder in sich barg. In den einen war Zweifel, in anderen Glauben, in wieder anderen sprach eine angsterfüllte Stimme zu Mir: Es waren die Kranken, deren Schmerz sie von Mir ein Wunder erhoffen ließ. Es gab welche, die ihren Spott zu verbergen suchten, wenn sie Mich sagen hörten, dass Ich vom Vater käme, um den Menschen das Himmelreich zu bringen, und es gab auch Herzen, in denen Ich Hass gegen Mich entdeckte und die Absicht, Mich zum Schweigen zu bringen oder zu beseitigen.

38     Es waren die Hochmütigen, die Pharisäer, die sich durch meine Wahrheit getroffen fühlten. Denn obwohl mein Wort so klar war, so voller Liebe und so trostreich ─ obwohl es immer durch machtvolle Werke bestätigt wurde, wollten viele Menschen weiterhin die Wahrheit meiner Gegenwart dadurch entdecken, dass sie Mich nach dem Menschen Jesus beurteilten, indem sie mein Leben erforschten und ihr Augenmerk auf die Bescheidenheit meiner Gewänder und meine absolute Armut an materiellen Gütern richteten.

Doch nicht zufrieden damit, Mich zu verurteilen, verurteilten sie auch meine Jünger, beobachteten sie diese genau, ob sie nun sprachen, ob sie Mir auf den Wegen nachfolgten oder sich zu Tische setzten. Wie regten sich die Pharisäer darüber auf, als sie bei einer bestimmten Gelegenheit sahen, dass meine Jünger sich nicht die Hände gewaschen hatten, bevor sie sich zu Tische setzten! Armselige Köpfe, die die Reinlichkeit des Körpers mit der Reinheit der Seele verwechselten! Sie waren sich nicht bewusst, dass, wenn sie im Tempel die heiligen Brote anfassten, ihre Hände zwar sauber, aber ihre Herzen voller Fäulnis waren.

39     Solange Ich auf der Welt predigte, habe Ich niemals gesagt, dass meine Jünger bereits Meister seien oder dass man auf sie hören solle. Sie waren noch Schüler, die ─ vom Lichte meines Wortes in Bann geschlagen ─ Mir willig nachfolgten, die aber noch Fehler begingen; denn es brauchte seine Zeit, bis sie sich wandelten und hernach als Vorbild für die Menschen wirkten. Sie waren Felsbrocken, die noch vom Meißel der göttlichen Liebe geglättet wurden, damit auch sie später Steine in Diamanten verwandeln würden.

40     Wenn Ich euch sage, dass meine Jünger Fehler begingen, so erinnert euch an jene Gelegenheit, bei der Ich zur Volksmenge sprach, und, weil unter ihr einige Frauen waren, welche ihre kleinen Kinder an der Hand oder auf den Armen hatten, meine Jünger, in der Meinung, dass die Kinder Mich belästigen könnten, den Fehler begingen, jenen Müttern zu sagen, dass sie sich mit ihren Kindern entfernen sollen, weil sie der Auffassung waren, dass mein Wort nur für die Erwachsenen bestimmt war. Denn sie wussten nicht, dass mein Wort für den Geist bestimmt ist, ob es sich um einen Greis, einen reifen Menschen, einen Jugendlichen oder ein Kind handelt, und dass es gleich ist, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, da das Geschlecht nichts mit dem Geist zu tun hat.

41     Welchen Schmerz erfuhren jene Mütter, die sich Jesus genähert hatten, damit Er ihre Kleinen segnen würde, und wie zweifelten sie bei jenem Akt meiner Jünger an der Barmherzigkeit und der Liebe, die Ich in meinem Worte verströmte! Deshalb musste Ich meine Stimme erheben, um ihnen zu sagen: "Lasset die Kinder zu Mir kommen."

42     Ich nutzte jene Fehler, um meinen Jüngern Lektionen zu erteilen. Als Ich im Olivengarten verhaftet wurde, führte einer meiner Jünger, Petrus, beim Versuch, Mich zu verteidigen, einen Schwertstreich gegen den Diener des Hohepriesters. Da sagte Ich: "Stecke dein Schwert wieder ein. Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen."

43     Ich schied von meinen Jüngern, und dann blieben sie an meiner Stelle zurück, um mit ihren Werken und ihren Worten Zeugnis abzulegen. Mein Geist überströmte sie mit Licht und inspirierte sie zu all jenen Werken, die dazu dienen würden, meinen Samen auf der Welt zu verbreiten und als Beispiel von Liebe, Demut und Erhebung zu überdauern. Sie waren keine gebrechlichen Kinder mehr und hatten sich in feurige Jünger verwandelt, in würdige Stellvertreter ihres Meisters auf der Erde. Die Kleinmütigkeiten, Zweifel und Irrtümer waren der Wahrheit gewichen, welche sie bei jedem ihrer Werke bekundeten.

44     Geliebtes Volk, auch du hast während der Zeit meiner Kundgabe in dieser Zeit Fehler begangen, hast Gebrechen gehabt, bist in Versuchungen geraten und hast zeitweilig gezweifelt. Doch Ich werde meine Kundgabe unterbrechen und euch Zeit geben, damit ihr nachdenkt, euch vorbereitet und stark werdet, denn auch ihr werdet auf der Erde zurückbleiben, um von meinem Worte Zeugnis abzulegen ─ ein Zeugnis, das durch eure Werke geschehen soll.

45     Denkt jedoch nicht daran, ob eure Mission mühsam und leidvoll sein wird. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr die geistige Zurüstung erreicht, wird euch nichts schwierig noch schwer erscheinen.

46     Unmerklich werdet ihr ein tugendsames Leben zu führen beginnen, und dieses wird das klarste Zeugnis sein, das ihr euren Mitmenschen von meiner Wahrheit gebt.

47     Bedenkt, dass ihr trotz eurer Unvollkommenheiten oftmals bereits Wundertaten vollbracht habt. Denkt also daran, dass, wenn eure Vergeistigung in euch voll erblüht, eure Werke größer sein werden.

48     Ich sehe, dass ihr es noch nicht für so wichtig erachtet, was euer Beispiel für die anderen hat. Ihr wolltet euch nicht klarwerden über die Kraft, die in eurem Worte, wie auch in eurem Gebet und euren Werken liegt.

49     Ich bin der Einzige, welcher die Saat kennt, die eure Handlungen in die Herzen säen, und Ich lasse meinen Tau des Lebens und der Liebe auf eure Saaten niedersinken, damit sie nicht zugrunde gehen. Aber es ist nötig, dass ihr an die Wahrheit eurer Werke glaubt, damit ihr sie nicht aufgebt, denn ihr habt sie kaum begonnen. Seid euch bewusst, dass es immer Augen geben wird, die auf alles achten, was ihr tut, und es wird gut sein, wenn diese Blicke immer ein Beispiel von Gehorsam gegenüber meinen Unterweisungen entdecken.

50     Auf eurem Wege sind viele Augenbinden der Unwissenheit abgefallen. Durch euer Wort haben sich manche eurer Mitmenschen vom Pfade des Lasters entfernt. Euer Beispiel von Friedfertigkeit hat dazu gedient, dass manche vom Wirbelsturm der Zwietracht gepeitschte Heime die Eintracht zurückgewinnen. Viele Kranke haben auf ihren Leiden den Balsam gefühlt, den ihr auf sie verströmt habt und sie so von ihren Leiden befreit habt, und ihr habt auch viele Herzen gegenüber den Nachstellungen und Gefahren der Welt stark gemacht.

51     Warum gebt ihr dann euren Werken nicht den Wert, den sie haben? Ich sage euch nicht, dass ihr damit prahlt, noch, dass ihr sie bekannt macht ─ nein, Ich will euch nur sagen, dass ihr in jedem der Fälle, in dem Ich meine Barmherzigkeit verströme, die Bedeutung erkennt, welche jenes Licht, das euch durchströmt, im Leben eurer Mitmenschen haben kann. Denn dann werdet ihr nicht mehr fähig sein, eure Saaten im Stich zu lassen.

52     Geliebte Sämänner! Tragt meinen Frieden durch die Welt, in ihm ist meine Liebe, meine Barmherzigkeit, meine Wahrheit und mein Balsam! Habt diesen Balsam im Gebet, im Denken, im Wort, im Blick, in einer Liebkosung, in eurem ganzen Wesen, und wahrlich, Ich sage euch, nur euer geistiges Tagewerk auf der Erde wird für euch reich an Befriedigungen sein, doch niemals bitter.

53     Bald werde Ich Mich nicht mehr in dieser Form kundgeben. Doch Ich werde euch voll meiner Kraft und meines Lichtes zurückgelassen, und daher sollt ihr euch nicht davor fürchten, dass Ich euch wie Schafe unter Wölfen zurücklasse.

54     Das Ausbleiben meines Wortes soll nicht Grund dafür sein, dass ihr erkaltet, das Aufhören dieser Kundgebungen soll nicht bewirken, dass ihr euch voneinander entfernt ─ im Gegenteil, gerade dann sollt ihr euch noch mehr zusammenschließen, damit ihr dem Kampfe und den Prüfungen die Stirne bieten könnt.

55     Noch ist die Zeit ferne, in der ihr euch seelisch näherkommt, solange ihr körperlich ferne voneinander seid.

56     Derzeit habt ihr noch nötig, euch zu sehen und zu hören ─ derzeit habt ihr noch nötig, euch gegenseitig Wärme, Kraft, Glauben und Mut zu geben.

57     Ich habe euch gegenüber meinen Willen zum Ausdruck gebracht, dass ihr euch nach meinem Scheiden noch eine Zeitlang weiterhin versammelt, damit eure Zubereitung euch würdig macht, meine geistige Gegenwart im Schoße eurer Zusammenkünfte zu bezeugen. Doch wenn euer Glaube einmal stark geworden ist, eure Vorsätze ausgereift sind und ihr gewohnt seid, Mich von Geist zu Geist zu suchen und zu empfangen, dann werdet ihr in der Verfassung sein, euch auf den verschiedenen Wegen als Sämänner dieser Lehre zu zerstreuen, welche die Seele befreit und erhebt.

58     Ich werde Mich immer bei euren Zusammenkünften einstellen, und in ihnen werde Ich auf jedes Verstandesorgan meine Inspiration ergießen. Doch schon jetzt sage Ich euch: Wohl den Herzen, die in jenen Tagen, wenn mein Wort nicht mehr zu vernehmen ist, bei der Verbreitung weiterhin die gleiche Ergriffenheit spüren, die sie jetzt erfasst, wenn sie darauf warten, dass mein Strahl herabkommt.

59     Ich will, dass eure Versammlungen von Frieden durchdrungen sein sollen, damit eure Meditation tiefgehend ist und euch den Kern meines Wortes entdecken lässt, aber dass niemals Streit oder Leidenschaftlichkeit bei jenen Gelegenheiten aufkommen. Denn dann werdet ihr nur Finsternis ernten.

60     Ich gebe euch einen unsichtbaren Schlüssel, welcher die Tür zu jeder Versuchung verschließen wird. Aber gleichzeitig werde Ich die Türen zur Inspiration öffnen. Denn seid euch immer bewusst, dass sich gerade dann die Offenbarung der Dritten Zeit in Fülle auf euch ergießt, weil diese Kundgabe mittels meiner Stimmträger nur dazu gedient hat, euch vorzubereiten.

61     Die Vergeistigung, die innere Sammlung und die Erhöhung eures Denkens werden der Schlüssel sein, der euch die Tür zu neuen Offenbarungen öffnet, in deren Licht ihr die Aufklärung aller Geheimnisse und all dessen finden werdet, was nicht aufgeklärt ist.

62     Ihr werdet euch weiterhin darum bemühen, neue Gemeindeglieder anzuziehen, welche dann die neuen Jünger, die "Letzten" sein werden, auf die Ich gleichfalls meinen Geist ausgießen werde. Euer Herz soll sich dem Schmerz der anderen nicht verschließen ─ im Gegenteil: Eure Barmherzigkeit soll gegenüber den Schwachen und denen, die leiden, gegenüber den Erschöpften, seelisch Hungernden und nach Liebe Dürstenden am größten sein.

63     Ihr sollt dafür sorgen, dass eure Versammlungen die geistige Kraft haben, welche eure Mitmenschen ebenso anzieht, wie in dieser Zeit mein Wort die großen Menschenscharen angezogen und versammelt hat.

64     Euer Gebet wird in jenen Zusammenkünften Wunder vollbringen, wann immer ihr eure Gedanken vereinigt und die Angelegenheiten eurer Mitmenschen so auffasst, als ob sie eure eigenen wären. Dann werdet ihr fühlen, wie sich der Trost, die Gesundheit für ihren Körper oder ihre Seele auf sie ergießt ─ der Friede für ihr Herz, das Licht, das sie zum wahren Leben erhebt.

65     Angesichts all jener Beweise meiner Gegenwart wird euer Herz das Ende des jetzigen Zeitabschnitts nicht vermissen, weil ihr mein Wort schriftlich habt, um es mit größter Vorbereitung auszulegen; dann werdet ihr es tief fühlen.

66     Es werden Ausleger meiner Unterweisungen erscheinen, Seher mit klarem Blick und wahrem Wort. Ihr werdet eine geistigere Art und Weise anwenden, um die Kranken zu heilen. Die Heilkraft, die Ich in euch gelegt habe, wird zuerst zur Seele des Kranken gelangen und sie dazu anregen, ihren darniederliegenden Körper aufzurichten und ihn zu lehren, wie er die Leiden und Leidenschaften überwindet, um die wahre Freiheit der Seele zurückzugewinnen.

67     Eure ganze Arbeit soll bescheiden und verschwiegen sein, niemand soll in seinem Herzen den Neid oder die Eitelkeit keimen lassen. Denn wenn dies geschehen würde, würdet ihr nicht das Wunder der Zwiesprache von Geist zu Geist eintreten sehen, was das ist, was ihr auszuüben beginnen sollt, wenn die gegenwärtige Etappe einmal zu Ende ist.

68     So, wie Ich in diesen letzten Tagen meiner Kundgabe mit meinem Worte voller Offenbarungen, Essenz und Unterweisungen die Vorbereitung belohnt habe, welche ihr ─ um es zu hören ─ gehabt habt, so werde Ich in den Tagen eurer Zwiesprache von Geist zu Geist eure Erhebung durch Inspirationen und Prophetien zu belohnen wissen, welche die Welt erschüttern werden.

69     Der Eifer, die Achtung, der Gehorsam meiner Jünger wird mit geistigen Wohltaten belohnt werden.

70     Man wird aus anderen Ländern herbeikommen, um euch zu fragen, was Ich lehrte und was Ich ankündigte, und dann werdet ihr meine Worte wiederholen. Doch wenn einige oder viele meiner Unterweisungen aus eurem Gedächtnis gelöscht sein sollten, werdet ihr das Buch zurate ziehen, das meine Inspiration derzeit jenen Jüngern diktiert, welche "Goldfedern" genannt werden.

71     Dieses Buch soll ausnahmslos und ohne Vorrechte für alle da sein, so wie mein Wort für alle da gewesen ist. Auf diese Weise wird meine Lehre nicht im Herzen einiger Weniger begraben sein und immerdar sein Licht spenden.

72     Schon jetzt ermahne Ich dieses Volk, dass es auf dieses Buch achtgeben soll, das es bald besitzen wird ─ dass ihr seine Lektionen nicht dem Vergessen anheimfallen lasst, dass seine Seiten nicht geschlossen bleiben sollen. Bedenkt, dass ihr in den Tagen des Kampfes, die kommen werden, in diesen Lektionen die für die Schlacht notwendigen Waffen finden werdet, die passende Antwort auf die Fragen, welche die Menschheit an euch stellt, und die Lösung für eure Prüfungen.

73     Dieses Buch wird dem Jünger mit schwachen Gedächtnis helfen, wird auch dem helfen, welcher sprachlich unbeholfen ist, und wird nur notwendig sein, weil seine Absicht von der Barmherzigkeit und der Liebe zu seinen Mitmenschen inspiriert ist, damit er in den Augenblicken, in denen er meine Worte wiederholt, beim Vorlesen denen meine Gegenwart fühlbar macht und sie dieselbe genießen lässt, welche Mich niemals durch den Stimmträger vernommen haben. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch vorbereitet, um Mich in dieser Form zu empfangen, werden selbst die Zweifler und die Hartherzigen erbeben, weil euer Zeugnis rein gewesen ist.

74     Schon jetzt hinterlasse Ich euch diese Empfehlungen, die euch für eure Vorbereitung dienen sollen.

75     Bleibt nach meinem Abschied vereint, ergründet meine Unterweisung und denkt über sie nach, dann werdet ihr den Zeitpunkt kommen sehen, in welchem euer Volk stark genug ist, um dem Kampfe die Stirn zu bieten.

76     Ihr werdet niemanden nach der Stunde oder dem Tag fragen müssen, um euch zur Durchführung der Mission, die Ich euch derzeit anvertraue, auf den Weg zu machen. Ihr werdet den von Mir festgesetzten Zeitpunkt in eurem Herzen fühlen, so wie die Propheten der vergangenen Zeiten, welche innerlich den göttlichen Ruf vernahmen und voll Glauben, jenem Impuls gehorchend aufbrachen, um meinen Willen zu erfüllen.

77     Die Aufgabe der Seher wird in jenen Tagen sehr schwierig sein und sehr groß ihre Verantwortung, dem Volk Orientierung zu geben, es wach zu machen und zu ermutigen. Damit die Klarheit meines Lichtes immer zu ihnen gelangt, werden sie in guter Zurüstung verbleiben müssen und dürfen sie niemals zulassen, dass sie die Eitelkeit betört oder die Lüge sie in Versuchung fallen lässt.

78     Auch wird es auf der Welt Ereignisse geben, welche wie Zeichen oder Hinweise sein werden, damit ihr die Stunde eures Aufbruchs erkennt.

79     Was werdet ihr dann nicht wissen können? Welche Zweifel werden in euren Herzen sein? Welche Fragen wird man an euch richten können, die ihr nicht zu beantworten versteht?

80     Da Ich euch mein Wort und mein ganzes Werk in schlichter Weise erklärt habe, obwohl es sich dabei um das Tiefgründigste handelt, was es in eurem Leben gibt, sollt ihr euren Mitmenschen meine Lehre in derselben Schlichtheit erklären.

81     Dann werdet ihr ein Bollwerk für die Schwachen und für die nach Licht Verlangenden sein, welche eure Ratschläge suchen werden und in den Augenblicken der Prüfung eure Gebete erbitten werden.

82     Es werden schöne Zeiten der Betätigung für dieses Volk sein, wenn es sie zu schätzen und zu nutzen versteht, und eine lichterfüllte Gelegenheit für eure Seele, welche sich aller ihrer Gaben in Fülle erfreuen wird.

83     Wie viele Fälle von Bekehrung werdet ihr miterleben! Wie viele wunderbare Heilungen bei Kranken des Körpers oder der Seele! Wie werdet ihr euch freuen, wenn ihr eure Mitmenschen, die bis dahin als Parias gelebt hatten, gleichfalls die Gaben manifestieren seht, die ihr sie in ihrem Wesen zu entdecken gelehrt habt! Sie, die sich für enterbt hielten, als sie eure Gaben sahen, werden bestätigen, dass ihr alle meine Erben seid, und dass Ich das, was Ich euch gebe, euch niemals wieder entziehe, auch wenn Ich es euch aufgrund meiner vollkommenen Liebesgesetze manchmal vorenthalte.

84     Erkennt, wie mein Wort euch vorbereitet, damit ihr festen Schrittes die Zeit der Taten betreten könnt und dabei ein Beispiel von Vergeistigung und von Demut gebt.

85     Jetzt ist die Zeit eurer Vorbereitung, weil die Menschheit bereits nahe daran ist, zu erwachen.

86     Ich lasse euch wachend und betend zurück, denn ihr werdet Zeugen großer Ereignisse werden, welche alle Völker der Erde erschüttern werden. Ihr werdet die schrecklichsten Kriege sehen, die auf eurer Welt stattgefunden haben. Ihr werdet den Kampf zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften und Lehren erleben, werdet Hunger, Seuchen und Tod Nationen und Städte verheeren sehen, und all dies wird das Ende eines Zeitabschnitts, eines Zeitalters anzeigen. Doch danach werdet ihr die Wiederauferstehung des Lebens erleben.

Ihr werdet erleben, wie sich jene Völker vereinigen, die jahrhundertelang als Feinde gelebt haben. Ihr werdet die Versöhnung von Völkern und Rassen miterleben, werdet sie durch die Liebe der Einen zu den anderen besiegelt sehen. Ihr werdet die irdische Macht der großen Religionsgemeinschaften verschwinden und überall die Früchte der Vergeistigung zutage treten sehen.

Ihr werdet viele Menschen, die als Gelehrte bekannt sind, in Verwirrung geraten sehen, und werdet die großen Wortführer verstört sehen, ohne zu wissen, was sie sagen sollen, weil das Licht der Wahrheit sie betroffen machen wird. Diejenigen dagegen, die immer verfolgt oder erniedrigt worden sind wegen ihrer Liebe zur Gerechtigkeit und zur Wahrheit, werden am Horizont die Sonne der Freiheit und der Gerechtigkeit erstrahlen sehen.

87     Dies wird die passende Zeit dafür sein, dass der geistige Fortschritt der Menschen sich voll manifestiert, und das Geistige Leben, das jenseits der Menschen existiert, wirklich von ihnen empfunden wird.

88     Es wird der Zusammenbruch des Materialismus sein, wenn die Menschen, welche nur die Welt geliebt haben, mit dem Blick des Geistes das wahre Leben schauen ─ wenn die Verursacher alles Bösen, das die Menschheit quält, ihre Bücher, in denen sie oftmals die Wahrheit geleugnet haben, ins Feuer werfen.

89     Ich, der Ich niemandem mein Licht verweigern kann, werde es allen geben und dadurch die Türen der Verstandesorgane für die Inspiration öffnen als eine Einladung zur Weisheit, zur Ewigkeit und zur Erhebung.

90     Ergründet, o Jünger, meine Lehre, und sagt, ob irgendeine ihrer Teile Rückschrittlichkeit, Rückschritt, Stillstand oder Verwirrung bedeutet.

91     Wenn euer Glaube an mein Wort vollkommen ist, so tragt es unzerstörbar in eure Seele geprägt in euch, damit in jeder eurer Handlungen Vergeistigung zum Ausdruck kommt.

92     Mein Wort verspricht euch das Reich, das nach meinem Willen in eurem Herzen geschaffen werden soll, damit es euer Leben erhellt, und sein Licht in den Heimen, in den Eltern, in den Ehen, in den Kindern und in den Mitmenschen ist, damit die Regierenden großmütig, die Lehrer weise und die Richter gerecht sind.

93     Dies ist meine Lehre. Lasst nicht zu, dass sie mit jenen Wissenschaften vermischt wird, durch welche die Menschen nur die Bekundung und die Verwirklichung ihrer Seelen suchen.

94     Ich habe meine Lehre Spiritualismus genannt, weil sie den Aufstieg der Seele lehrt und dem Menschen alle Gaben offenbart, die er für seine Vervollkommnung besitzt.

95     Wie wenige sind bis zu diesem Augenblicke derer, welche die wahre Essenz dieser Lehre ahnen! Nur wenige sind es, die Mich nach und nach verstehen! Den größten Teil von euch sehe Ich noch in Traditionen und Bräuche versunken, welche eurer Seele keinerlei Wohltat bescheren.

96     Wie viel Furcht sehe Ich in vielen Herzen, wenn es darum geht, diese Gewohnheiten, Traditionen und Handlungen aufzugeben, die ihr innerhalb meines Werkes geschaffen habt! Und wie sehr fühlt ihr euer Herz verletzt, wenn man davon zu euch spricht, ohne dass ihr begreifen wollt, dass ihr um der Befolgung dieser Traditionen willen auf die wahre Erfüllung meines Gesetzes verzichtet.

97     Erkennt, dass die veräußerlichte Gottesverehrung der Menschheit zu allen Zeiten der Grund für ihren geistigen Stillstand gewesen ist. Doch ihr sollt nicht erneut in diesen Fehler verfallen und euch immer bewusst sein, dass es, um geistig fortzuschreiten und die Vollkommenheit zu erreichen, unerlässlich ist, dass die Verehrung für Mich innerlich, rein, tief, geistig ist.

98     Ich werde mein Volk mit Weisheit und Gerechtigkeit prüfen, um es von Unwissenheit oder Irrtum freizumachen. Ich werde es davor bewahren, in Fanatismus zu verfallen, und auch deshalb werde Ich es prüfen.

99     Um eure Nächsten zu lieben, um Frieden zu verbreiten, um mein Wort bekannt zu machen, um Barmherzigkeit zu erweisen und um für den Frieden der Menschheit zu beten, was der geistige Gottesdienst ist, den Ich von euch erwarte, benötigt ihr keine äußerlichen Kulthandlungen ─ weder in den Versammlungsräumen, wo ihr euch versammelt, noch in euren Heimen.

100  Bedenkt: Solange ihr euch nicht in einer wirklichen Vergeistigung vereinigt, wird euer Gebet nicht die nötige Kraft haben, um sich bei euren Mitmenschen fühlbar zu machen.

101  Wegen dieser Worte sollen sich nicht jene erheben, die sich für rein genug halten, um ihre Mitmenschen zu richten. Denn wahrlich, Ich sage euch, Ich allein bin es, welcher die Werke der einen wie der anderen richten kann.

102  Ebenso wenig sollt ihr eure Brüder richten, auch wenn die Stunde gekommen sein sollte, dass ihr sie Mich verraten sehen solltet. Denn ihr sollt euch daran erinnern, dass Ich euch gesagt habe, dass Ich allein die seelische Reinheit oder Unreinheit beurteilen kann.

"Richtet nicht", habe Ich euch gesagt, aber gebt gute Ratschläge, versucht zu vermeiden, dass eure Mitmenschen in Versuchung fallen. Doch wenn ihr nichts davon solltet tun können, dann bemüht euch darum, in der Wahrheit zu verbleiben. Dann wird der Tag kommen, an dem jene, die sich vom Pfade entfernt haben, zu ihm zurückkehren, von ihrem Irrtum überzeugt und zu der Auffassung gelangt, dass ihr in meinen Geboten beharrlich geblieben seid.

103  Wachet und betet, damit ihr vereint und in Frieden seid. Schon seid ihr in den letzten Tagen meines Wortes, und Ich will, dass, wenn der letzte Tag kommt, Ich euch geistig vereint antreffe.

104  Ich habe euch viele Lektionen gegeben, damit ihr zu verhindern wisst, dass eines eurer Geschwister sich vom Volke absondert. Begreift, dass jene, die Mich nur sehr wenig vernehmen konnten, schwach sein können. Gebt ihnen Kraft und Glauben.

Auch unter denen, die Mich oft vernommen haben, kann es Herzen ohne Festigkeit geben, damit ihr ihnen Wärme und Ermutigung auf dem Lebenswege gebt.

105  Wenn du einmal vereinigt bist, o Volk, werdet ihr euch versammeln, um für den Frieden der Welt zu beten, und dabei eure Seele, auf Flügeln der Gedanken in eine Friedenstaube verwandelt, zu den Nationen senden.

106  Erwartet niemals, dass das Resultat eurer Gebete unmittelbar eintritt. Manchmal werdet ihr ein wenig warten müssen, manchmal werdet ihr lange warten müssen, und gelegentlich werdet ihr nicht einmal die Verwirklichung dessen erleben können, worum ihr Mich gebeten habt. Aber eure Mission wurde dennoch erfüllt.

107  Ihr sollt Sämänner des Friedens sein, aber Ich sage euch nocheinmal, dass ihr nicht erwarten sollt, vor der Zeit zu ernten. Ihr sollt zulassen, dass diese Saat keimt, aufgeht, wächst und Frucht trägt, und erst dann sollt ihr die Ernte einbringen und zulassen, dass eure Seele mit Zufriedenheit erfüllt wird.

108  Jünger, staunet darüber, dass ihr all dies durch eines eurer Geschwister lernt, das Ich in ein Werkzeug von Mir verwandelt habe, damit ihr Zeugen der Werke sein würdet, welche meine Macht vollbringt, indem sie ein unbeholfenes Geschöpf in ein Wesen verwandelt, das geistig allen nützlich ist, und indem sie einen Sünder in ein Wesen verwandelt, das reinen Herzens und Verstandes ist, um mein Wort zu übermitteln.

109  Ich habe euch auch meine Stimmträger anvertraut, damit ihr sie zum Fortschritt und zur Vervollkommnung veranlasst; und jetzt, in den letzten Tagen meiner Kundgaben, erfreuen sich die Gemeinden, welche ihre Stimmträger zu Erhebung zu bringen vermochten, an dem geistigen "Geschmack" einer reifen Frucht, die mit Ausdauer und mit Liebe betreut worden ist.

110 Dies haben nicht alle zu tun verstanden, weil viele von ihnen die Stimmträger vernachlässigt haben, sie im Stich gelassen haben. Anderen haben sie ohne Rücksicht noch Barmherzigkeit ihren Lebenssaft entzogen, und wieder anderen haben sie die grünen Zweige des Lebensbaumes abgeschnitten. Da habt ihr den Grund für jenen bitteren Geschmack, den die Menschenscharen oftmals statt Süße empfangen haben; und daraus sind viele Irrtümer entstanden wie jener, das als vollkommen zu betrachten, was nur Unvollkommenheit des Stimmträgers gewesen ist, oder jener, Mir die Unreinheiten, Vermaterialisierungen oder Unvollkommenheiten der Stimmträger zuzuschreiben.

Nach meinem Abschied werdet ihr die Spreu vom Weizen trennen müssen, d.h., dass ihr alle Unreinheiten beseitigen müsst, die man meinem Worte beigemischt haben sollte, damit ihr diese Lehre durch die Welt tragen könnt.

111 Wenn man euch fragen sollte, warum Ich Mich durch so viele Stimmträger kundgab, sollt ihr ihnen sagen, dass, wenn Ich, um mein Wort zu übergeben, wie seinerzeit in Jesus gekommen wäre, Mir eine einzige Person genügt hätte. Aber da meine Kundgabe durch schlichte und ungeschulte Menschen erfolgt ist, und meine Botschaft zugleich sehr groß gewesen ist, konnte ein einziges menschliches Verstandesorgan nicht ausreichend sein, sondern es mussten so viele sein, wie es nötig sein würde.

112 Von Roque Rojas an, dem Wegbereiter meiner Kundgabe, durch welchen Elias sprach, und von Damiana Oviedo an, durch welche Ich mein erstes Wort in dieser Zeit gab, bis zu den letzten Stimmträgern ─ jeder von ihnen hat nur einen Teil meines Werkes, doch nicht meine ganze Botschaft kundgetan.

113 So habe Ich euch zum Beispiel durch Roque Rojas bekannt gemacht, dass für die Menschheit die Dritte Zeit anbrach. Ich offenbarte euch die Öffnung des Sechsten Siegels, das seine Weisheit, sein Gericht, seine Gaben und die Erfüllung vieler alter Prophetien enthält, um ihr Licht auf jeden Geist und alles Fleisch zu ergießen.

114 Das Geheimnis des "Merkmals" oder "Kennzeichens" wurde euch durch jenen Mann bekannt gemacht, und er erinnerte euch an die symbolische Zahl der Auserwählten der Dritten Zeit.

115 Später wurde euch durch Damiana der Zweck meines Kommens offenbart ─ die Gaben, die jeder Jünger in sich trug, und auch das Datum, an dem meine Kundgabe zu Ende gehen würde. Von jenen Lippen kam das Wort, das mein Geist in dieser Zeit brachte und durch einfache Unterweisungen und kleine Gleichnisse für die ersten Schüler zum Ausdruck brachte.

Doch das geistige Wort kam auch von Maria als eine Botschaft von unendlicher Zärtlichkeit und unaussprechlichem Trost für jedes betrübte Herz.

116 Bei Roque und bei Damiana war alles erst ein Anfang, ein Versprechen. Doch im Laufe der Jahre drangen die Stimmträger, die auf sie folgten, immer mehr in das Geheimnis der Aufgabe des Stimmträgers ein, wodurch sie ermöglichten, dass mein Wort umfangreicher würde, dass mein Werk klare Gestalt annehmen würde, und dass die Geheimnisse aufgeklärt würden.

117 Wie viele Herzen sind ermutigt und getröstet worden, wenn Sie mein Wort durch das Verstandesorgan meiner Erwählten vernommen haben! Wie viele Seelen sind aus der Finsternis errettet worden, weil sie Mich durch die Vermittlung gehört haben!

118 Ich segne meine Stimmträger, die sich vorzubereiten wussten und sich meinem Dienst geweiht haben.

119 Ich sage euch jedoch auch, dass viele meiner Kinder Mir wegen des Mangels an Vergeistigung der Stimmträger den Rücken zugekehrt und Mich geleugnet haben. Diesen vergebe Ich und gebe Ich Gelegenheit, dass sie ihre Schandflecken selbst bereinigen.

120 Geliebtes Volk: Wache und bete bis zu den letzten Augenblicken meiner Kundgabe, damit ihr die neue Etappe meiner Kundgebung von Geist zu Geist festen Schrittes beginnt.

Mein Friede sei mit euch!

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