BWL - Band VII - Unterweisung 202


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VII - Unterweisung 175 - 207
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Unterweisung 202: (Weihnachten aus der Sicht des Vaters)

1         Seht mit dem Blick eures Geistes den Stern, der euch in die Gegenwart eures Vaters führt.

2         Hier ist der Heiland, der euch in seinem Worte die göttliche Wärme bringt, die eure durch die leidvolle Pilgerschaft des Lebens geängstigten Seelen benötigen.

3         Wenn ihr euch Mir aufgrund des Schmerzes nähert, empfängt euch meine Liebe. Habt Vertrauen und nehmt an der Feierlichkeit dieser Kundgebung teil.

4         Ich will bei euch sein, so nahe eurem Herzen, dass ihr meine Gegenwart wirklich fühlt. Ich will, dass ihr und Ich in der Harmonie und Herzlichkeit dieser Nacht eins sind; dass euch bewusst ist, dass Ich euer erstes Licht bin, die göttliche Verheißung, der unermüdliche Meister, der sich bemüht, eure Seelen vollkommen, Gottes würdig zu machen.

5         Ich will bei euch sein, auch wenn es nur eine Stunde ist, aber auf solche Weise, dass es euch unmöglich ist, euch von Mir zu trennen. Seht, Ich will euch mit Herzlichkeit, mit Hoffnung und Heilbalsam erfüllen, und Ich will, dass ihr daran denkt, dass Ich in einer Nacht wie dieser auf die Welt kam, um euch durch mein Leben und vorbildliche Werke den Weg zu zeigen, der zum Himmelreich führt.

6         Nähert euch Mir, damit ihr in euren Herzen die Essenz dieses Wortes empfangt und euer Gebet, das im Stillen aus euren Herzen dringt, sich in dieser feierlichen Stunde mit allen Gesängen der Himmel vereint.

7         Betet alle, betet für die Armen, für die Betrübten, für die Gefangenen, für die Kranken, für die Waisen. Betet, damit eure Gedanken den Leidenden Linderung bringen, die Trauernden aufmuntern und die Tränen derer trocknen, die weinen.

8         Es gibt keinen unter euch, so hart sein Herz auch sein mag, der in diesen Augenblicken nicht innerlich bewegt ist. Doch Ich sage euch auch, dass man, um an die anderen zu denken, sich selbst vergessen muss. Dann werden sie, ihr und Ich in dieser Stunde geistiger Gemeinschaft eins sein.

9         Ich habe euch in eurer Einsamkeit besucht, und wenn meine Unterweisung dieses Tages zu Ende ist, werde Ich als Spur meiner Gegenwart einen Duft hinterlassen, der für dies Volk unvergesslich sein wird.

10      Lasst Mich die welken Blumen einsammeln, die eure Herzen voller Trübsale und Wunden Mir darbringen, und Ich werde dort eine Leuchte des Glaubens und der Hoffnung hinterlassen.

11      Euer Herz ist es, das heute mein Geist sucht, um aufs Neue im Herzen der Menschheit aufzuerstehen.

12      Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr aus meinen Sätzen euer Gesetz macht, wenn ihr meinen Schritten folgt und Mich zum Vorbild nehmt, wird in euren Herzen die göttliche Liebe zu erblühen beginnen, die euch den Samen der Unsterblichkeit brachte, als sie vor vielen Jahrhunderten Mensch wurde.

13      Ich selbst komme jetzt, um euch den Grund für diese Liebe zu erklären, da ihr sie nicht begreifen konntet.

14      Eure Seele erbebt, während sie Mir zuhört, und sagt Mir: "Herr, es hat den Anschein, dass Ich in jener Zeit bei Dir gewesen bin. Dein Wort erinnert mich an alles. Willst Du mich aus dieser Ungewissheit befreien, Meister?"

15      Wahrlich, Ich sage euch, in jener Zeit waren Geistwesen und Menschen Zeugen meines Kommens und meines Werkes auf der Welt.

16      Eure Seele ist dieselbe, auch wenn sie in einer anderen Welt gelebt oder einen anderen Körper bewohnt hat. Heute weint sie mit anderen Augen, aber ihr Wesen ist dasselbe, und ihre Fragen sind dieselben. Auch sie fragt Mich, versucht Mich zu erblicken oder zu entdecken. Dann sage Ich ihr, dass sie sich nicht fürchten soll, dass sie frohgemut sein soll und sich bewusst werden soll, dass das Leben in der Unendlichkeit eine ständige Befragung darstellt, und dass es notwendig ist, demütig, beharrlich und von großer Glaubensstärke zu sein, um die göttlichen Lektionen zu verstehen.

17      Ihr wollt oftmals zuerst das Große und danach das Kleine verstehen. Beginnt jedoch damit, euch selbst zu erkennen. Ergründet euch selbst, stellt euch selbst Fragen, und ihr werdet erleben, wie ihr euch vom Feuer eures Wesens zu nähren beginnt. Denn Gott entzündete es mit dem Feuer seines Heiligen Geistes.

18      Vage begreift ihr diese Unterweisung, weil ihr wisst, dass ihr nicht mehr Erkenntnis haben könnt als diejenige, die eurer Entwicklung entspricht. Aber Ich versichere euch, dass jene, die Mich im Innern ihres Wesens, im Tempel ihrer eigenen Seele zu suchen verstehen, bald eine Antwort auf jene Fragen erhalten werden, für die sie jahrhundertelang keine Erklärung finden konnten.

19      Wenn im Menschen Auflehnung gegenüber dem Geistigen vorhanden ist, ist es nur natürlich, dass seine Kleingeistigkeit das Unendliche nicht beurteilen kann. Und so viel der Meister auch von der Größe des Vaters zu euch spricht, vermag der Mensch nicht zu erfassen, was diese Wahrheit enthält.

20      Ich muss euch sagen, dass Ich zu euch gerade von jener Kenntnis spreche, die ihr von Gott haben sollt. Denn alles zu erfassen, in alles einzudringen und es zu erkennen, so wie ihr es möchtet, das könnt ihr nicht erreichen.

21      Gott allein kennt Gott wirklich, sagt euch der Meister.

22      Volk, werde der tiefen Stille gewahr, mit der das Universum in dieser Stunde ihren Herrn begrüßt und anbetet. Alles versinkt in liebender Hingabe, in erhabener Betrachtung, in tiefer Anbetung.

23      Der Grund dafür ist, dass alle Wesen und alles Geschaffene wissen, dass Ich eben jetzt mein Wort gebe, das gleiche Wort, das von den Lippen Jesu kam, dem die Menschen und die Naturreiche gehorchten, dem die unheilbaren Krankheiten weichen mussten und bei dem die Toten auferstanden.

24      In dieser Nacht eines geistigen Festes für den, der sich vorzubereiten und zu erheben versteht, habt ihr im Unsichtbaren, im Unberührbaren die Gegenwart und den Besuch jener Wesen, die ihr Engel nennt. Wenn ihr eure Seele wirklich vom Körper zu lösen verstündet, würdet ihr die Felder, die Städte, die Heime und den Weltraum vom himmlischen Glanz unzähliger Wesen, Boten des Lichtes, des Friedens und der Liebe erleuchtet sehen.

25      Der Himmel nähert sich der Erde, und sein Licht sucht sowohl den, der sich die Zeit zum Gedenken nimmt, als auch den, der die geistige Wahrheit vergessen hat.

26      Freut euch, o Menschen, freut euch wenigstens in dieser Nacht, da ihr diesen Frieden noch nicht für immer zu bewahren vermögt.

27      Seid fröhlich mit natürlicher Fröhlichkeit des Herzens, welche Herzlichkeit und Rückkehr zur Güte ist. Ja, seid fröhlich mit Wonne des Geistes, welche ewige Erleuchtung ist.

28      "Heilige Nacht" nennt ihr diese Nacht im Gedenken an jene, in der der Rabbi auf die Welt kam.

29      Unter dem göttlichen Einfluss dieser Erinnerungen kommen sich die Menschen näher, man erinnert sich an Abwesende, vergibt einander Kränkungen, die Familien kommen zusammen, die Freunde besuchen sich, die Herzen werden von Hoffnung erfüllt. Alle scheinen etwas Überraschendes zu erwarten, das sie nicht genau sagen können ─ in der Nacht, in der die Menschen ein wenig Herzlichkeit in die Härte ihrer Herzen einziehen lassen, und manche ein wenig Spiritualität in ihren Materialismus. Doch Ich frage euch: Meint ihr, dass nur diese Nacht würdig ist, von den Menschen "heilig" genannt zu werden? Könntet ihr nicht mit ein wenig Liebe alle Nächte und Tage eures Daseins zu "heiligen" machen, damit ihr erleben würdet, dass das Leben in jedem Augenblick heilig ist?

30      Ihr sagt Mir: "Es ist die Nacht, in der wir jedes Jahr jener Nacht gedenken, in der Du auf unsere Welt kamst, um uns eine Botschaft der Liebe zu bringen." Doch Ich antworte euch, dass jene Stunde den Augenblick anzeigte, in der jener Mensch geboren wurde, in dem "das Wort" Mensch wurde, dass mein Geist jedoch damals den Menschen ebenso nahe war, wie Er es zuvor gewesen ist, und wie Er es heute ist.

31      Aber solange ihr nicht ein tägliches Leben führt, das ganz und gar dem Gesetz, der Wahrheit und der Liebe untereinander zugewandt ist, bemüht euch wenigstens darum, in dieser Nacht der Erinnerung geistig vereint zu sein.

32      Sucht Mich alle, kommt alle zu Mir, aber kommt folgsam und demütig und erwartet alles von der Barmherzigkeit eures Herrn.

33      Niemand komme mit Selbstherrlichkeit oder Eitelkeit, denn Ich sage euch, dass ihr Mir als Bedürftige und Sünder, aber Demütige, die ihre Schandflecken in den kristallklaren Wassern meiner Vergebung waschen, lieber sind.

34      Ach, wenn ihr doch im Geiste mit Mir kommen und von hier aus das ganze Elend der Menschheit sehen könntet!

35      Wenn die Mächtigen, die Reichen und die, die von Annehmlichkeiten umgeben leben, in dieser Nacht bei Mir sein wollten, würde Ich sie im Geiste zu den Orten des Schmerzes und der Armut bringen, die sie nicht sehen wollen.

36      Dann würde Ich ihnen sagen: Verlasst für einen Augenblick euer Fest und besuchen wir zusammen die Orte, wo eure Brüder, die Armen leben. Sehen wir, wie sie diese gesegnete Nacht der Kümmernisse für die einen und der Festlichkeiten für die anderen begehen. Seid unbesorgt, würde Ich ihnen sagen, Ich bitte euch nur um einige Augenblicke, danach werdet ihr zu eurem Fest und eurer Lustbarkeit zurückkehren können. Dann würde Ich sie von Ort zu Ort bringen und würde ihnen eine alte Mutter zeigen, die in der Einsamkeit ihres elenden Nachtlagers den Verlust ihrer Kinder beweint, die ihre Hoffnung waren, und die ihr durch den Krieg entrissen wurden.

37      Diese Frau lebt nur von Erinnerungen und Gebeten. Während es viele gibt, die sich an Vergnügungen berauschen, trinkt sie den Leidenskelch. Ihre Seele wartet nur noch auf die Stunde, in der sie diese Welt verlässt und in die Ewigkeit eingeht. Denn ihre Hoffnung auf die Menschen ist schon seit langem erloschen.

38      Danach würde Ich ihnen Kinder zeigen, die unter den Menschen umherstreunen, die das Leben ihrer Nächsten nicht achten, die den Notleidenden weder lieben noch verstehen.

39      Ich würde bewirken, dass diese Menschen die so tiefgründigen Fragen der Kinder vernehmen würden, die in ihrer menschlichen Unwissenheit nach dem Grund für so viel Ungerechtigkeit, so viel Gehässigkeit, Selbstsucht und Grausamkeit fragen.

40      Dann würde Ich sie zu jenen Orten bringen, wo das erstickte Stöhnen und Klagen eines Kranken zu hören ist, der erlebte, wie sein Körper zusammenbrach, so wie ein Ast abbricht, wenn ihn der Sturm peitscht. Es sind die Kranken, die Besiegten, die Vergessenen.

41      Später würde Ich bewirken, dass uns die Tore der Zuchthäuser durchlassen würden, damit sie die Tausenden von Menschen erblicken würden, die aus Mangel an Liebe, Barmherzigkeit, Licht, Gerechtigkeit und Frieden in das Dunkel eines Gefängnisses geraten sind.

42      Und so würde Ich ihnen von Ort zu Ort in einem einzigen Bild das ganze Elend und den Schmerz vor Augen führen, den dies Machtstreben, die Habgier, der Hass, der Materialismus und der unstillbare Machthunger der Herrschsüchtigen mit ihrer falschen Macht bewirkt haben ─ derer, die sich für mächtig halten, und es doch nicht sind, und die niemanden das besitzen lassen, was ihm von Rechts wegen zusteht.

43      Aber Ich rufe sie nicht, weil Ich weiß, dass sie meine Stimme nicht hören wollen, obwohl sie in ihrem Gewissen vernehmbar ist.

44      Du jedoch, Volk, das Mich derzeit vernimmt, und das Entbehrungen, Einsamkeit, Kälte und auch Verwaistheit kennengelernt hat, und das daher mit jenen Menschen so sehr mitfühlt, die aus Hunger und Durst nach Gerechtigkeit weinen ─ komm zu Mir, und gemeinsam wollen wir im Geiste die Kranken, die Betrübten, alle Armen und Vergessenen der Welt besuchen.

45      Kommt, damit ihr seht, wie Ich meinen Mantel ausbreite und ihn mit dem euren vereine, um die ganze Menschheit liebevoll zu bedecken. Kommt, damit ihr meine geistige Stimme vernehmt, die denen, die weinen, sagt: Weint nicht länger, seid nicht traurig, erwacht zum Glauben und zur Hoffnung, welche Licht sind auf dem Lebensweg. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr wieder mit wahrem Glauben betet und "wacht", werden diese Tage des Schmerzes für die Menschheit verkürzt werden.

46      Ja, geliebtes Volk, von hier, von dem Sitzplatz aus, auf dem ihr ruht, um Mich zu vernehmen, könnt ihr eure Seele sich meinem Wohnsitz nähern lassen, damit sie die Tragödie der Menschen, ihrer Brüder, besser sieht, begreift und fühlt.

47      Seht ihr jene Menschenscharen, die voller Beseligung sind? Es sind Soldaten, die während der Schlacht einen kurzen Waffenstillstand eingelegt haben, um Mir einige Minuten des Gebets und des Gedenkens darzubringen. Aber ihre Freude und Beseligung täuscht. Sie essen und trinken, um ihre Leiden zu lindern. In ihrem Herzen gibt es einen großen Schmerz. Sie leiden, Volk, sie leiden sehr, und besonders in dieser Nacht, die für sie eine Qual ist. Jede Erinnerung ist ein Stachel, jeder Name oder jedes Gesicht, das sie sich vergegenwärtigen, ist eine Wunde.

48      Während ihr Frieden habt trotz eurer Kümmernisse, während ihr eure Eltern, Kinder und Ehefrauen sehen könnt, müssen sie die Bitternis ertragen, sie nicht umarmen zu können, und die Angst bei dem Gedanken, sie vielleicht nie wieder zu sehen.

49      Viele, viele von ihnen leiden, wenn sie Leben zerstören, Heime und Städte verwüsten, Schmerz, Trauer und Tränen säen, und dann glauben sie, jedes Recht darauf verloren zu haben, zu ihrer Familie, zum Frieden, in den Schoß der Ihren zurückzukehren.

50      Ich weiß, dass viele von ihnen nicht schuldig sind, sie weder Hass noch Vernichtungswillen im Herzen tragen. Ich weiß, dass sie Opfer sind, Sklaven und Werkzeuge der wirklich Bösen sind.

51      Ich allein kann sie retten, meine Liebe allein kann sie schützend bedecken. In der Welt sind sie verlassen.

52      Du, Volk, das sich das, was diese Prüfung bedeutet, nicht vorzustellen vermag, das jedoch heute durch mein Wort an den empfindsamsten Saiten seines Herzens angerührt worden ist ─ sende ihnen deine Gedanken voller Barmherzigkeit und Licht. Denn wahrlich, Ich sage euch, sie werden sich, ohne zu wissen warum, gestärkt und ermutigt fühlen, zu beten und zu hoffen, dass endlich der mörderische Krieg zu Ende geht, und ihre Ohren statt des dröhnenden Schlachtengetöses wieder jene lieblichen Worte vernehmen, die sagen: "Friede auf Erden den Menschen guten Willens."

53      Bete, Volk, und bewirke damit, dass die Welt das Licht eines neuen Tages erwartet, dass die Menschen sich an meine Verheißung erinnern ─ jene, die von besseren Zeiten, von Vergeistigung und Wohlergehen spricht.

54      Auch Ich sage euch: Wenden wir uns jetzt den Herzen der

Kinder zu und suchen wir jene auf, denen alles fehlt. Betrachtet sie: Sie schlafen, in ihren Träumen gibt es keine Vorwürfe gegen irgendjemanden, obwohl ihr Bett sehr hart ist.

55      Auf dem Tisch war heute kein Brot, dennoch ruhen sie im Vertrauen auf den neuen Tag. Sie haben Lumpen an, aber sie fühlen keine Scham, weil sie unschuldig sind, und sie lächeln, obwohl ihren Körpern Wärme fehlt. Es sind Engel auf Erden, denn in ihrem Lächeln ohne Arg spiegelt sich die Reinheit des Himmels.

56      O Unschuld! Deckt sie mit eurem besten Mantel zu, denn ihrer ist das Himmelreich!

57      Ihr alle nennt diese Nacht "Heilige Nacht", und Ich verströme eine Flut von Segnungen auf alle meine Kinder.

58      Wisset, dass Ich der Eure bin, und ihr die Meinen. Erinnert euch daran, dass Ich euch meine Liebe bewies, indem Ich unter euch, dem einfachen Volke, lebte, in der Armut geboren wurde, Mich unter Dornen abmühte und in Entbehrung starb.

59      Von Mir könnt ihr nicht sagen, dass Ich euch nicht verstehe. Denn Ich habe eure Leiden nicht nur gesehen, sondern Ich habe sie selbst durchlebt.

60      Ich spreche zu euch auch über die Alten ─ jene, die schon lange den Frühling des Lebens hinter sich haben und nun die Kälte des Winters spüren. Mit zunehmendem Alter fehlt ihnen die Kraft, die Energie, die Gesundheit. Die Arbeit fällt schwer, die Glieder werden unbeholfen, und man verlangt nicht mehr von ihnen, mitzuarbeiten.

61      So sehen sich die Alten vom Lebenskampf der anderen ausgeschlossen, sie sehen sich alleingelassen, und ihr gedemütigtes Herz muss in Traurigkeit versinken und Not, Elend, Hunger, Einsamkeit kennenlernen. Ich spreche von ihnen, weil sie gleichfalls eure Hilfe und euren Trost benötigen. Liebe sie, Volk, und ihr werdet das Recht haben, euch an den großen Tisch des geistigen Festmahls zu setzen, wo Ich euch sagen werde: Wohl euch, die ihr in der Nachfolge des Meisters alle, die leiden, verstehen konntet.

62      Beginnt so Mitgefühl in euch zu entfalten. Dann werde Ich eure Hände gebrauchen, um durch sie meine Segnungen zu übermitteln, und niemals wieder werdet ihr euch dem widersetzen, dass Ich das Eure verwende, um es eurem Bruder zu geben, damit, wenn ihr Mir sagt: "Herr, alles, was mir gehört, ist Dein", ihr dies von Herzen sagt.

63      Wenn ihr in eurem Leben tätige Nächstenliebe ausgeübt habt, so tut dies weiterhin. Doch wenn nicht, dann beginnt mit dem ersten Notleidenden, der an eure Tür klopft, sei es ein Kranker der Seele oder des Körpers, ein trostloses Herz, eine Witwe, ein Greis oder ein Kind.

64      Denkt daran, dass die wirklich Notleidenden Jesus repräsentieren, dass Er in jedem von ihnen kommt, um euch zu sagen: "Ich habe Durst", Durst danach, dass ihr einander liebt.

65      Ist es möglich, dass das Herz der Menschen angesichts der Bilder großen Schmerzes und Elends, die diese Menschheit bietet, nicht erschüttert wird? Ja, ja, es ist möglich. Ich sehe die, die keine Not leiden, mit ihren Blicken die Schätze, die sie besitzen, mit mehr Zärtlichkeit liebkosen als die Menschen, die Kinder Gottes.

66      Geliebtes Volk, du hast Mich in diesen kurzen Augenblicken begleitet, um die Notleidenden zu besuchen. Seid gesegnet dafür. Glaubt nicht, dass Ich die Reichen und Mächtigen vergesse. Denn obwohl sie Mich anscheinend nicht benötigen, kenne Ich ihr Elend, ihre Leiden und auch ihre Missgeschicke am besten. Aber heute glauben sie, alles zu haben. Wozu also Mich um Hilfe bitten, da Ich doch ihrer Meinung nach der Christus der Kranken, der Parias, der Betrübten bin? Sie wissen nicht, dass es meine Aufgabe ist, sie aus dem falschen Glanz zu retten, um ihnen die wahre und ewige Seligkeit zu geben.

67      Wisst ihr, wer mein Wort, außer euch, noch mit Innigkeit vernommen und ihren Geist aus Liebe erbeben gefühlt hat? Es ist Maria, geliebtes Volk, der mütterliche Geist, der im Schoße des Schöpfers lebt, und dessen Innerstes immerdar mit der Erinnerung an Jesus vereint sein wird.

68      Ihr Gang durch die Welt war kurz, obwohl er länger als der meine war, weil sie früher kam und später ging. Ihre kurzen und liebevollen Worte waren eine himmlische Liebkosung.

69      Fühlt sie im Geiste, liebt sie und wendet euch geistig an sie. Wisset: Wann immer ihr Werke der Barmherzigkeit vollbringt, wird sie bei euch sein, die über die leidende und blutende Welt ihren Mantel der Fürsprache und Mutterliebe hält, und bei jeder eurer Klagen oder Kümmernisse werdet ihr eine Stimme vernehmen können, die euch herzlich antwortet: Habt keine Angst, Ich bin hier, habt Vertrauen.

70      Volk, du bist bei Mir gewesen, mein Odem ist in dieser gesegneten Nacht in euer Herz gedrungen und hat euch alle Mühsal vergessen lassen.

71      Betet, damit das Licht eures Heilands euer Führer sei und euch durch dieses stürmische Meer führt, das ihr heute durchquert.

Mein Friede sei mit euch!


Die irdischen Pflichten sind Teil der geistigen Bestimmung








Ich gehe voran und markiere den Weg. Ihr sollt so folgsam sein
wie Schafe, dann werdet ihr nicht straucheln und ich werde euch
zur höchsten Glückseligkeit der Seele führen. Wer könnte auf
dem Lebensweg zugrunde gehen, wenn er das Kreuz der Liebe
auf seinen Schultern trägt? Denkt nicht, dass Ich von euch verlange,
dass ihr Mir alle Stunden eures Lebens widmet. Ihr habt eure
Pflichten auf Erden, die ihr erfüllen müsst, und ihr sollt wissen,
dass auch sie geheiligt sind und einen Teil eurer geistigen
Bestimmung darstellen. Für Mich erbitte Ich nur ein kurzes
geistiges Gebet an jedem Tag.

Aber in jenen Augenblicken, die ihr Mir weiht, sollt ihr euch von
allen menschlichen Armseligkeiten und Erbärmlichkeiten
freimachen, damit ihr wirklich in meine Gegenwart gelangt und
euch meiner Liebkosung und meines Friedens erfreut.
Ihr alle habt geistig verschiedenartige Aufgaben zu erfüllen.
Die einen werden die Gegend, in der sie gelebt haben, nicht verlassen,
die anderen werden aufbrechen und sich auf den Weg zu anderen
Ländern machen. Die einen werden sich von ihren Angehörigen
entfernen, um ihr Werk durchzuführen, andere werden ihre
Aufgabe im Schoße ihrer Familie haben.

Manche glauben, dass der Meister euch erst in dieser Zeit eine
geistige Aufgabe anvertraut hat. Doch sie befinden sich in einem
schweren Irrtum, denn eure Seele hat von ihrem Ursprung her
ihren Entwicklungsweg in sich vorgezeichnet mitgebracht. In dieser
Zeit, ebenso wie in vergangenen Zeiten, habe Ich euch nur an den
Pakt erinnert, den eure Seele mit ihrem Vater schloss, bevor sie auf
diese Erde kam. Umarmt eure Aufgabe mit Liebe, o Jünger, damit ihr
erreicht, dass eure Mitmenschen meiner Fußspur folgen. Ihr müsst
euch bewusst werden, dass ihr alles Notwendige habt, um Sämänner
dieses Saatgutes zu sein.

 In eurer Seele und eurem Körper habt ihr alle Fähigkeiten, um in den
Prüfungen zu bestehen und im Kampfe zu siegen. Eure Seele soll das
Steuer eures Körpers sein, und das Licht eures Geistes soll euren Weg
erhellen, und die Leidenschaften und Impulse des Fleisches beherrschen.
Dann wird die Erfüllung eurer Aufgabe leicht sein.
Bedenkt, dass ihr den geistigen Samen, der jedem anvertraut worden ist,
vervielfältigt zurückgeben müsst, um in meinen Kornkammern aufbewahrt
zu werden. Damit sollt ihr begreifen, dass ihr die Zeit, die euch zur Verfügung
steht, nützen müsst. Wohl dem, der den Leidenskelch, den der Kampf ihm
darreicht, geduldig trinkt, denn am Ende wird sich sein Schmerz in Glück
verwandeln.

Seid voller Glauben und Mut, dann werdet ihr die Urteile  der Menschen
nicht fürchten. Fürchtet euch vor euch selbst, denn eine Schwachheit
oder ein Irrtum kann schwerwiegende Folgen für euch haben. Wenn
einer eurer Mitmenschen, der gerade durch die Finsternis, die die Welt
bedeckt, blind geworden euch tückisch im Herzen verletzt, so vergebt ihm
und kommt zu Mir, damit Ich eure Wunde mit meiner Liebe schließe.
Tragt die Last eures Kreuzes mit Geduld und wisset, dass dieses Dasein
und die Durchführung eurer schwierigen geistigen Mission dazu dient,
dass ihr eure Seele zu dem Reiche emporzuheben vermögt, das ihr zusteht.
Wenn ihr eure Aufgabe auf Erden erfüllt, werdet ihr sie auch im Jenseits erfüllen.

A. M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VII – Unterweisung 201 – Verse 45 – 54


Die Entwicklung des Geistes erfordert Stärke








Wohl dem, der seine Mission erkennt und erfüllt. Die Seele
benötigt für ihre Entwicklung feste Vorsätze, Kraft und Willen.
Wenn dies fehlt, ist der Fortschritt langsam und sie benötigt viele
Erdenleben für ihre Vervollkommnung. Die Menschen müssen
meine ganze Unterweisung kennen, die der Weg der Seele hin zur
Vollkommenheit ist. Die Intuition genügt nicht, sie brauchen auch
Wissen, damit sie niemals auf dem Wege stehenbleiben, damit sie
der Zeit und den Gelegenheiten den Wert zuerkennen, den diese
haben, und sie nicht mehr seelisch Tote sind.

Das Leben soll sich mehr in der Seele als im Körper offenbaren.
Wie viele haben schon auf dieser Welt gelebt; doch wie wenige
haben geistig gelebt, haben die Gnade zum Ausdruck gebracht,
die in jedem Menschenwesen existiert, in jenem göttlichen
Funken, den der Schöpfer in den Menschen legte.
Wenn die Menschen die Hellsichtigkeit in ihrem Geiste zu
bewahren vermöchten, könnten sie durch sie ihre Vergangenheit,
ihre Gegenwart und ihre Zukunft schauen.

Der Geist gleicht meinem Buche der Göttlichen Weisheit.
Wie vieles enthält er! Fort und fort hat er euch etwas zu enthüllen ─
manchmal so tiefe Offenbarungen, dass sie für euch unbegreiflich
sind.  Jener Lichtfunke, der in jedem Menschenwesen vorhanden
ist, ist das Band, das den Menschen mit dem Geistigen verbindet, ist
das, was ihn in Kontakt mit dem Jenseits und mit seinem Vater
bringt. Wenn ihr aufmerksam seid, werdet ihr verstehen, dass alles
mit dem ewigen Leben verbunden ist ─ jenem, das euch erwartet
und dem ihr jeden Tag oder in jedem Augenblick, der vergeht, näher
kommt.

Ich brauche auf meinen Feldern Arbeiter, die diesen Samen zu
säen und zu pflegen lernen, klare Köpfe und Herzen voll guten
Willens. Denn viele, die meine Gaben empfingen, wurden zu
"verlorenen Söhnen", die nur eine Zeitlang beim Vater blieben und
hernach den Vergnügungen nachjagten. Aber mein Wort wird in
Erfüllung gehen, und sie werden zurückkehren. Sie werden auf
ihrem Wege meiner unerbittlichen Gerechtigkeit begegnen; aber
wenn sie zu Mir zurückkehren, werden sie Mich wie immer als
gütigen Vater antreffen.

Ihr Menschenscharen, macht euch auf den Weg und geht als Boten
dieses Werkes hinaus und bringt die Frohe Botschaft allen euren
Brüdern. Habt Glauben an mein Wort, und ihr werdet Wunder
vollbringen. Dies Licht wird die Menschheit aus ihrem Schlafe
erwecken. Geht auf dem Wege Schritt für Schritt voran, damit ihr ihn
kennenlernt. Es ist der weite Weg meines Gesetzes. Der Kampf auf
ihm geht immer weiter. Manchmal werdet ihr sehr bittere Kelche
trinken, doch ihr werdet auch unendliche Befriedigungen erleben,
wenn ihr in eurer Seele den Frieden des Herrn erfahrt.

A. M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VII – Unterweisung 201 – Verse 36 – 44


Harmonie zwischen den Nationen



Ich kündige euch eine Zeit der Harmonie unter der Menschheit an.
Dies kündigten euch auch meine Propheten vor langer Zeit an.
Dann werdet ihr die Nationen sich verbrüdern sehen, ihr Brot,
ihre Macht und ihr Wissen teilen sehen. Ihr werdet erleben, wie die
Menschen dort Frieden stiften, wo man zuvor nur in Kriegen und
Feindschaften zu leben verstand. Ihr werdet erleben, wie man als
wirkliche Ärzte der Menschen den Kranken Trost bringt.

Erkennt ihr nun, dass ihr es in Wahrheit noch nicht geschafft habt,
als Geschwister in meinem Gesetze zu leben? Begreift ihr, weshalb
Ich euch schon in damaliger Zeit sagte, dass mein höchstes Gebot ist:
"Liebet einander?"
Ich bin in dieser Zeit nicht gekommen, um jenes Höchstgebot
aus eurem Herzen zu löschen, noch es durch ein anderes zu
ersetzen. Es ist unerschütterlich und unwandelbar.

Ich erläutere es euch nur, damit ihr seine Tragweite begreift und
 seinen Sinngehalt erkennt, welcher meine Weisheit ist. Wann wird
diese Menschheit  verstehen, dass in der Erfüllung jenes Gesetzes der Friede
liegt, den sie so sehr benötigt, die Gesundheit, an der es ihr heute mangelt,
und das Glück, das sie nie gefunden hat? Ich weiß, dass die Menschen sich,
ohne es zu wissen, auf jenen Punkt zubewegen, an dem sie, wenn sie ihn
erreicht haben, endlich ihre Augen dem Lichte der Wahrheit
öffnen werden.

Nachdem Ich euch all dies gesagt habe, möchte Ich, dass, wenn ihr
einen eurer Nächsten "Bruder" nennt, ihr das begreift, was dies
Wort bedeutet, und euch darum bemüht, die Wahrheit dessen,
was Ich euch heute offenbart habe, zu empfinden.
Ich empfange euch in meiner Vaterliebe. Obschon die Zahl
derer, die Mich vernehmen, klein ist, höre Ich deshalb nicht auf,
Mich mit Liebe kundzutun.

Euer Verstand wird von meinem Lichte durchflutet sein, und dieses
wird jeden Zweifel beseitigen, den ihr haben könntet.
Klein ist die Zahl derer, die Mir nachfolgen, und noch immer sehe Ich
sie kraftlos. Doch siehe da, mein Wort wird sie in standhafte Soldaten
voller Kraft verwandeln, die dereinst, obschon müde und verwundet,
bis ans Ziel gelangen werden, in ihrer Rechten die Fahne schwingend,
ein Symbol des Friedens und der Brüderlichkeit.
Euer Triumph muss viele dazu ermutigen, euch zu folgen.

A. M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens, Band VII, Unterweisung 201, Verse 27 – 35

Ein geistiges Volk wird hervorbrechen

 
Es ist mein Wille gewesen, dass das Wort niedergeschrieben wird,
das Ich euch übergebe, weil es in ihm Voraussagen, Ankündigungen,
Botschaften gibt, die den Menschen von morgen bekannt
sein sollen. Denn oftmals lässt euch euer Gedächtnis im Stich.
Mein Wort bildet ein erleuchtetes Volk heran, zu dem Männer
und Frauen auf der ganzen Welt gehören, und ihre Kraft wird in
ihrer Spiritualität begründet sein. Diesem Volke werde Ich die
Wiederherstellung des Friedens in der Welt, der Gerechtigkeit, der
Moral und des wahren Glaubens anvertrauen. Heute schläft
die Menschheit dem Anschein nach.

Aber mit wirklicher Überraschung werdet ihr erleben, wie einige
Gemeinschaften, wenn sie die Stimme meiner Boten hören, die Türen
ihrer Herzen öffnen werden, wie sich die Blumen öffnen, um die Wärme
und Liebkosung der Sonnenstrahlen zu empfangen. Ihr, die ihr Mir
jetzt zuhört, seid bereits ein Teil jenes Volkes, das in der Zukunft
anwachsen wird, bis es die ganze Erde bedeckt. Eure Aufgabe ist es,
die Menschen zu ermahnen, ihren Materialismus aufzugeben, die
Zwiesprache von Geist zu Geist zu predigen und eure Mitmenschen
im Glauben zu bewahren, wenn sich über ihnen die großen
Prüfungen zusammenbrauen.

Die Pflicht des Volkes, das erstehen wird,  ist es, vereint zu bleiben, trotz der
Prüfungen und der Unwetter, die es peitschen können. Falls es sich
zerstreut, wäre die Schlacht verloren, wäre der Stern verschwunden,
der es bis dahin geleitet hat, und es würde sich in der unermesslichen
Einsamkeit der Wüste verirren. Was wäre das Zeugnis, das es
von meiner Wahrheit ablegen würde? Wie wäre das Beispiel, das es
seinen Mitmenschen geben würde? Geliebte Jünger, bedenkt:
Da Ich herniedergekommen bin, um zu euch zu sprechen, indem Ich
meine göttliche Gegenwart und mein Wort durch euch wahrnehmbar
machte, muss euer Meister eine große Heilstat beabsichtigen.
Doch ihr, die Ich gelehrt und geliebt habe, dürft meine göttliche Lehre
in keiner Weise seiner Kraft berauben.

Jünger, wenn ihr Geistesgaben besitzen wollt, so lasst die Liebe und
den Wunsch, Gutes zu tun, das sein, was euch diesen Wunsch eingibt.
Sucht meine Gnade nicht nur in der Absicht zu besitzen, eurer Eitelkeit
zu schmeicheln, weil ihr euch dann etwas über euren Mitmenschen
stehend fühlt. Sucht durch diese Gaben auch nicht euer Glück zu machen
mittels Wucher. Wahrlich, Ich sage euch, sobald die Liebe irgendeine Bezahlung
erwartet, hört sie von diesem Augenblick an auf, Liebe zu sein. Und
sobald eine Wohltat, die man erweist, den Zweck hat, eine Belohnung
dafür zu erhalten, ist sie keine Wohltat mehr. Deshalb  weise Ich euch
darauf hin, dass, wenn ihr den Wunsch habt, eine dieser Gaben zu besitzen,
es die Liebe sein muss, die euch dies eingibt.

Jeder, der Mir auf diesem Wege nachfolgen will, muss sein Herz von
jedem Eigennutz, von jedem Egoismus und jeder Eitelkeit freimachen.
Nur mit einem reinen Herzen kann man meine Liebe fühlen.
Wenn Ich entdecke, dass einer von euch mit der Ausführung einer
guten Tat beschäftigt ist, im Gebet erhoben für einen notleidenden
Mitmenschen bittet, und Ich sehe, dass sein Herz voll Kummer ist
wegen des Schmerzes seines Nächsten, dann lässt ihm meine göttliche
Liebe einen Tropfen meines Heilbalsams zuteil werden, und Ich
gewähre ihm das Wunder, um das er gebeten hat. In diesem Augenblick
durchströmt das Kind, das für seinen Mitmenschen beim Vater Fürbitte
eingelegt hat, eine sehr große Wonne, weil dieser das, was von ihm
erbeten wurde, dem Notleidenden, der meine Wohltat empfing,
hat zuteil werden lassen.

Wenn dagegen jener, der die Aufgabe hat, auf seinem Lebenswege
tätige Nächstenliebe zu üben, seine Gaben für selbstsüchtige
Zwecke missbraucht, so hat er sich, ohne sich dessen bewusst zu
werden, der Gnade des Vaters beraubt und kann dann nichts mehr
geben; er betrügt sich dann selbst und betrügt seine Mitmenschen.
Dieser schlechte "Arbeiter" sät auf seinem Wege statt Weizen nur
Unkraut. Nachdem er seine schlechten Werke vollbracht hat, bleibt
bei ihm ein sehr bitterer Geschmack, eine Unzufriedenheit, eine
Unruhe zurück, und er kann im gütigen Antlitz seines Vaters nicht
jenes liebevolle Lächeln entdecken, das seine Werke segnet und
bestätigt, noch vermag er bei seinem Bruder den Einfluss seiner
Geistesgaben fühlbar zu machen.

Falls der Kranke gesund wurde, oder der Betrübte Trost empfing
oder ein Wunder geschah, so war dies Wunder nicht jenem "Arbeiter"
zu verdanken, sondern dem unendlichen Mitgefühl des Vaters für den
Notleidenden, der in seiner Unwissenheit sein ganzes Vertrauen auf
den schlechten Jünger des Herrn setzte. Dennoch schreibt der schlechte
Diener das Wunder, wenn es geschehen ist, seinen Fürbitten zu, seinen
Geistesgaben und benützt jenes Zeugnis dazu, die Zahl derer zu vermehren,
die auf ihn vertrauen. Diese muss dann meine Gerechtigkeit heimsuchen,
damit sie ihre in die Irre führenden Schritte zügeln, über das Falsche ihrer Werke
nachdenken und zum rechten Weg zurückkehren.

Wohl denen, die bei der ersten Heimsuchung durch meine Gerechtigkeit
 ihre Verfehlungen bereut haben, sich dagegen entschieden haben,
dem Weg ihrer Verirrungen zu folgen, und sich darum bemüht haben,
alle ihre Verstöße wiedergutzumachen, weil sie damit bewiesen haben,
dass die Befriedigungen der Seele gegenüber denen der Erde unvergleichlich
sind. Die anderen haben den Frieden, den ein gutes Werk im Herzen hinterlässt,
gering geschätzt, haben Schmeichelei oder armselige Bezahlung mit einem
Geldstück angenommen und haben zu spät erkannt, dass das erstere die Seele
groß macht und das zweite sie klein macht und erniedrigt.

Jeder, der "Arbeiter auf meinen Feldern" ist, muss wissen, dass Ich ihn aussandte,
um von Mir Zeugnis abzulegen. Doch damit sein Zeugnis wahrhaftig ist, muss er
durch seine Werke, durch Taten der Nächstenliebe, gute Worte und gute
Gedanken gerechtfertigt werden, womit er dafür sorgt, dass sein Herz rein bleibt,
damit Ich Mich in ihm kundgebe.
Einst sagte Ich euch: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater", womit
Ich euch sagen wollte, dass ihr an meinen Werken auf Erden die Liebe
erkennen könntet, die euer Vater immerdar auf euch herabgestrahlt hat.
 Jetzt sage Ich euch, dass Ich an den Werken meiner Jünger erkannt werden möchte.

Wenn dies Volk Mich schließlich versteht und sein Leben nach dieser
Unterweisung richtet und sein Kreuz mit wahrer Liebe umarmt,
werden die Menschen erwachen, sich ihrer Werke bewusst werden
und sich davon überzeugen müssen, dass es die Wahrheit ist, die sie leitet.
Dann werden sie mein Werk als eine göttliche Offenbarung betrachten,
ebenso werden sie sie Religion, Lehre oder Weltanschauung nennen.
Erfahrt und begreift, o Jünger, worin die Mission besteht,die Ich euch
angezeigt habe. Denkt an eure Verantwortung und prüft jedes eurer Werke,
damit sie alle sich nach der Wahrheit meinerLehre richten.

In vielen Gesellschaften, Orden und Gemeinden pflegen die Menschen
sich "Bruder" zu nennen. Ihre Lippen sprechen das liebevolle Wort "Bruder"
aus, meistens ohne es im Herzen zu fühlen.
Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch die Zeit nehmen würdet, euch
in die Bedeutung dieses Wortes zu vertiefen, könntet ihr die Quelle des
Lebens entdecken, aus der ihr hervorgegangen seid. Ihr würdet  meine
göttliche Zärtlichkeit begreifen, und all dies würde euch vor Reue erzittern
lassen, wenn ihr an die Distanziertheit denkt, in der ihr  untereinander
gelebt habt, an die Gleichgültigkeit, mit der ihr auf jene schaut, die ihr
Fremde nennt, und an die Kränkungen, die ihr euch ständig gegenseitig zufügt.

A. M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VII – Unterweisung 201 – Verse 7 – 23

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