BWL - Band III - Unterweisung 75


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 75: 
 
 1 Ihr erkennt, dass jetzt eine günstige Zeit ist, euch in Meine Jünger zu verwandeln. Ihr begreift, dass dieser Weg euch zur vollkommenen Heimat führen wird, die ihr nicht kennt, von der ihr aber wisst, dass sie existiert und dass sie euch erwartet. Die Augen eures Körpers werden niemals sehen können, was nur euer Geist erblicken darf. Aber es bleiben für sie unendlich viele Wunder, um sich daran zu erfreuen, und wenn ihr sie bewundert, ruft ihr aus: "Herr, wie groß ist Deine Macht, wie wunderbar Deine Schöpfung, wie unermesslich Deine Liebe!" — Wahrlich, Ich sage euch: Bleibt nicht in den Grenzen dessen stehen, was ihr mit euren sterblichen Augen zu erblicken vermögt, denn jenseits all dessen ist ein vollkommenes und ewiges Leben.
2 Versucht nicht, euch vorzustellen, wie das Göttliche Vaterhaus sein wird. Wartet, bis euer Geist es kennenlernt, wenn er zu ihm gelangt, indem er durch seine eigenen Verdienste aufwärtssteigt. Wahrlich, Ich sage euch, ihr werdet euch nicht enttäuscht fühlen, denn es ist die göttliche Überraschung, die als Belohnung für jedes Kind Gottes aufgespart ist.
3 Dies irdische Leben ist vergänglich und dient euch als Stufe, um aufwärtszusteigen, und als (läuternder) Schmelztiegel, um das wahre Leben zu erreichen. Die Lehre, die Ich euch offenbare, wird euch den Weg zeigen, damit ihr durch dies Leben zum Licht und zum Frieden gelangt und euch von den materiellen Fesseln befreit, die euch der Welt untertan machen. Wer schon hier seinen Geist durch seine Werke der Liebe an seinen Brüdern für jenen Übergang vorbereitet, wird sich bei seinem Eingehen in das Geistige Gefilde in seinem wahren Zuhause fühlen, in seinem wahren Vaterland; er ist kein Fremder darin. Wer jedoch diese unendliche Sphäre unvorbereitet betritt, wird sich als Ausländer in einem fremden
Lande fühlen müssen. — Manche glauben nicht an jenes Leben, andere glauben daran, aber sie fürchten es; doch gibt es auch solche, die es wegen ihrer zahllosen Leiden heiß herbeisehnen. Diesen Letzteren sage Ich: Verlangt nicht danach, in das Geistige Leben einzugehen, nur weil ihr glaubt, in ihm die Befreiung von euren Leiden zu finden; denn Ich verspreche euch etwas mehr als das in jenem Dasein. Harret aus, ertragt euren Schmerz, betet und meditiert, und der Abstand, der euch von Mir trennt, wird sich verkürzen. Euer Weinen in dieser Welt ist nicht ewig, Ich habe euch nicht geschaffen, um euch eine schwere Qual aufzuerlegen. Begreift, dass jeder Schmerz eine Ursache hat, dass diese Ursache irgendeine Unvollkommenheit von euch ist. Trinkt darum den Inhalt dieses Kelches, der euch viele Lehren offenbaren wird. Denkt über all dies nach, bevor Meine Stimme euch ins Jenseits abberuft.
4 So spreche Ich zur ganzen Menschheit. Doch Meinen Jüngern sage Ich: Ihr sollt meine tapferen Soldaten sein, jene, die eine Spur der Liebe hinter sich lassen und den Frieden, die Brüderlichkeit und guten Willen als Banner mit sich führen. Ergründet Meine Unterweisung, damit ihr nicht durch so viele Theorien und Lehren verwirrt werdet, die es heute in der Welt gibt. Doch wenn sich schließlich doch jemand beirren lässt, ist es ein Zeichen dafür, dass er Mein Wort nicht verstanden hat. Darum sage Ich euch: Forscht kritisch in Meinem Wort, wenn ihr wollt, doch lasst nicht zu, dass der Wind es mit sich fortträgt. Bewahrt es in euren Herzen, erinnert euch desselben in eurer Einsamkeit, und wiederholt es im Frieden der freien Natur, dann werdet ihr Meine Gegenwart, Meine Liebe und meine Barmherzigkeit aufs neue fühlen.
5 Welche werden Meister in Meiner Lehre werden? — Begreift, dass ihr nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit den Werken lehren müsst, denn sie werden das erste sein, was ihr der Welt zeigen sollt. Die Menschheit ist der Worte müde. Ist es etwa ein Opfer, das Gesetz zu erfüllen, das euer Herr euch gelehrt hat? Seinerzeit sagte Ich euch: "Liebet einander, so wie Ich euch geliebt habe." Und Elias hat euch jetzt gesagt: "Nächstenliebe und nochmals Nächstenliebe für eure Brüder, dann werdet ihr Meinen
Vater in all Seiner Herrlichkeit schauen."
6 Ihr bildet ein Volk oder vielmehr eine Gemeinschaft geistiger Wesen, in deren Mitte Ich Mich jetzt und zu allen Zeiten offenbart habe.
7 Der Messias, den die Propheten ankündigten und auf den die Patriarchen hofften, der Meister, welcher der Welt Sein Wort und Sein Leben gab und versprach, dass Er wiederkäme, ist derselbe, der heute in der Niedrigkeit dieses Volkes erschienen ist, unsichtbar dem materiellen Auge, aber voll Herrlichkeit und Majestät vor eurem Geiste. Ich bin nicht gekommen, euch zu verletzen, indem Ich euch wegen der Art und Weise, in der ihr Mich einst behandelt habt, Vorhaltungen mache. Konnte Gott etwa das Los nicht vorauswissen, das Ihn erwartete, als Er Mensch wurde? Wahrlich, Ich sage euch, der Vater legte sich jenes Opfer aus Liebe zu euch freiwillig auf. Er wusste, schon bevor Er kam, dass Ihn das Kreuz erwartete, Er wusste auch, dass Sein Opfer euch die vollkommene Lehre der reinsten Liebe geben und euch den Weg zeigen würde, auf dem ihr die Vergebung eurer Sünden erreichen werdet.
8 Begreift, dass Ich der treue Wächter bin, der über allen wacht, sowohl über den Gerechten, als auch über den Sündern. Wie der Dieb, der die Nacht erwartet, um die Schlafenden zu überraschen, so dringe Ich in euer Herz ein. Von dort nehme Ich nur Schmerz mit Mir und lasse euch dafür als Beweis Meiner Gegenwart Meinen Frieden zurück. Lernt Mich fühlen in den Geschehnissen eures materiellen Lebens. Fühlt Mich, wenn ihr euch um den Tisch setzt, um euer Brot zu essen. Wahrlich, Ich sage euch, in diesem Augenblick bin Ich gegenwärtig. Esst in Frieden, dann werde Ich es sein, der euer Brot austeilt — Brot der Eintracht, des Friedens und des Segens.
9 Wie sehr leidet der Göttliche Geist, wenn Er in den Familien Zwietracht, Übelwollen und das Fehlen von Nächstenliebe antrifft! Wenn ihr zum Weg der Liebe zurückkehrt, werdet ihr sogleich den Frieden Meiner Gegenwart spüren.
10 Meine Unterweisungen sind sehr ausführlich, damit ihr etwas davon in euch aufnehmt. Wenn jene, die ihr Ausländer nennt, zu dieser Nation kommen und sie von dieser Offenbarung erfahren, werden sie Mich neugierig fragen: "Herr, warum liebst du dies Volk so sehr und hast es durch Deine Unterweisungen bevorzugt ?" Darauf werde Ich ihnen antworten: "Ich liebe es ebenso wie euch und die ganze Menschheit. Doch nicht alle hätten Mich in der Form, in der Ich Mich kundgab, verstandene — Ihr sollt sie nicht als Ausländer betrachten, sollt sie an euren Tisch setzen und mit ihnen sprechen; denn unter jenen Herzen sind jene, die Mein Wort zu andern Völkern bringen werden. Sie werden auf ihrem Wege aussäen und als gute Soldaten kämpfen. Doch wenn einmal der Kampf vorüber ist und der Friede wie ein göttlicher Regenbogen am Firmament erscheint, wird ein geistiger Lobgesang aus allen Meinen Kindern hervorbrechen, die an verschiedenen Punkten der Erde waren und doch vereint im Gebet und im Kampf. Dieser Lobgesang wird jener sein, der lautet: "Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen guten Willens."
11 Heute seid ihr noch wie Kinder, die die Liebe ihres Vaters brauchen. Darum überhäufe Ich euch mit Meinen Liebkosungen, denn Ich bin euer Vater. Ich dringe in euer Herz und weiß alles, was ihr in ihm bergt. Niemand kann Geheimnisse vor Mir haben, denn Ich wohne in euch selbst.
12 Als ihr noch kaum begonnen habt, dies Wort zu hören, war die Flamme eures Glaubens schwach, sein Licht gering. Doch in dem Maße, wie ihr Meine Unterweisung nach und nach verstanden habt, hat sich das Licht eures Glaubens in eine lodernde Fackel verwandelt.
13 Wahrlich, ich sage euch, nur mit Glauben und mit dem unerschütterlichen Verlangen, Mein Gesetz zu erfüllen, werdet ihr diese Wüste durchqueren können wie das Starke Israel der Ersten Zeit.
14 Weicht nicht zurück vor den Prüfungen des Lebens und schlagt Meine Unterweisungen nicht in den Wind, denn sie formen eure Seele.
15 Die Starken werden jene sein, die das beste Zeugnis von Meiner Kundgebung und Meiner Wahrheit ablegen. Die Schwachen werden eine Möglichkeit suchen, wie sie Vortäuschen können, dass sie ihren Auftrag erfüllen, während sie in Wirklichkeit mit ihren Werken nicht die Liebe und Barmherzigkeit Meiner Lehre bezeugen.
16 Noch sind einige Jahre übrig, in denen ihr weiterhin diese Unterweisungen hören könnt, damit ihr gebührend vorbereitet seid, um Meine Lehren weiterzugeben, wenn Mein (gesprochenes) Wort einmal zu Ende ist.
17 Schon jetzt sage Ich euch, dass ihr nicht mehr als irgendjemand seid, dass der Glaube, den ihr genährt habt, nämlich ein Volk von bevorzugten Wesen zu sein, ein Irrtum ist; denn der Schöpfer in Seiner vollkommenen Liebe für alle Seine Geschöpfe bevorzugt niemanden. Ich sage euch dies, weil ihr morgen euren Brüdern die Lehre darlegen sollt, die Ich euch in dieser Zeit gebracht habe, und Ich nicht will, dass ihr bei den Nachkommenden als höhere Wesen erscheint, noch soll es den Anschein haben, dass die Verdienste euch würdig machten, die einzigen zu sein, die Mein Wort hörten.
18 Ihr sollt verstehende, demütige, schlichte, edelmütige und barmherzige Brüder sein.
19 Ihr sollt stark, aber nicht anmaßend sein, damit ihr die Schwachen nicht erniedrigt. Wenn ihr große Kenntnisse über Meine Lehre besitzt, so sollt ihr euch doch niemals mit eurem Wissen brüsten, damit sich eure Brüder neben euch nicht minderwertig fühlen.
20 Ihr sollt euch bewusst sein, dass alles, was ihr in euren Herzen angesammelt habt, euch nicht gegeben wurde, damit ihr es hortet, sondern damit ihr Meine Wahrheit euren Brüdern bekannt macht, von denen jedem Arbeiter von Mir eine Anzahl zugeteilt ist.
21 Wozu euch auf Schritt und Tritt wiederholen, dass alles, was ihr Gutes tut, zum Wohle eurer Seele sein wird?
22 Hegt nicht selbstsüchtige Wünsche, indem ihr nur an euer Seelenheil und eure Belohnung denkt; denn eure Enttäuschung wird sehr schmerzlich sein, wenn ihr euch im Geistigen einfindet, weil ihr entdecken werdet, dass ihr euch in Wirklichkeit keinen Lohn erarbeitet habt.
23 Damit ihr besser versteht, was Ich euch sagen will, gebe Ich euch das folgende Beispiel: Es gibt und hat immer Männer und Frauen gegeben, die es sich angelegen sein ließen, wohltätige Werke unter ihren Brüdern zu tun, und die dennoch, wenn sie zu Mir kamen, Mir keine Verdienste für ihre geistige Glückseligkeit vorweisen konnten. Was war der Grund dafür? Könnt ihr euch vorstellen, dass sie Opfer einer Ungerechtigkeit von Seiten ihres Vaters gewesen sind? Die Antwort ist einfach, Jünger: Sie konnten nicht Gutes für sich ernten, weil ihre Werke nicht aufrichtig waren. Denn wenn sie ihre Hand ausstreckten, um etwas zu geben, taten sie es nie aus einem wahren Gefühl der Barmherzigkeit heraus gegenüber dem, der leidet, sondern indem sie an sich selbst dachten, an ihr Seelenheil, an ihre Belohnung. Die einen bewog der Eigennutz dazu, andere die Eitelkeit, und dies ist keine wahre Barmherzigkeit, denn sie war weder empfunden noch selbstlos. Ich sage euch, dass der, der keine Aufrichtigkeit und Liebe in sich hat, nicht die Wahrheit sät und sich auch keinen Lohn erwirbt.
24 Die augenscheinliche Wohltätigkeit kann euch auf Erden manche Befriedigungen verschaffen, die der Bewunderung entspringen, die ihr erregt, und der Schmeichelei, die ihr empfangt; aber das Scheinbare gelangt nicht in Mein Reich, dorthin gelangt nur das Wahrhaftige. Dort werdet ihr alle hinkommen, ohne die geringste Befleckung oder Unlauterkeit verbergen zu können. Denn bevor ihr vor Gott erscheinen könnt, werdet ihr die Galamäntel, Kronen, Insignien, Titel und alles, was der Welt angehört, abgelegt haben, um vor dem höchsten Richter als einfache Seelen zu erscheinen, die vor dem Schöpfer Rechenschaft ablegen über die Aufgabe, die ihnen anvertraut wurde.
25 Begreift, dass ihr das Volk seid, das seit der Ersten Zeit auf Wanderschaft ist. Vereint euch jetzt in einem einzigen Willen, dann werdet ihr Meine Wunder erleben und sagen können: Gott hat uns vergeben, der Herr überströmt uns mit Seiner Liebe.
26 Einige von euch kommen im Erdenkleid eines Kindes hierher, andere in dem eines Jünglings oder einer Jungfrau, und wieder andere in Greisengestalt. In diesen Körperhüllen kann nur Mein Blick euch entdecken.
Ich allein kenne die Last, die jeder trägt, und die Sühne, die er erfüllt. Die Disteln, die sich euch in die Füße gebohrt haben, sehe nur Ich, und es ist Meine Liebe, die sie entfernt, um dann eure Wunden zu heilen.
27 Ich will, dass Mein Wort, das ihr bis 1950 empfangen werdet, euch alle vereint, und dass es nicht der Schmerz ist. Aber solange ihr sagt: "An so einem Ort ist es nicht Wahrheit, was übergeben wird", werdet ihr in euren Herzen den Samen der Spaltung und der Zwietracht hegen. Euer Hochmut und eure Eitelkeit geben euch das Gefühl, den andern (Bruderschaften) überlegen und die Ersten zu sein; doch auf diese Weise nehmt ihr euch nicht den Göttlichen Meister zum Vorbild. Das Wort, das mit dem Vater eins ist, wurde aus Liebe zu den Sündern Mensch, doch ihr seid nicht imstande, euren Hochmut, euer falsches Selbstgefühl von euch zu weisen, um eure Brüder zu lieben, wie Ich es euch gelehrt habe.
28 Um Mich diesem Volke kundzutun, musste Ich Meine Stimme materiell hörbar machen, indem Ich Mich eines menschlichen Stimmträgers bediene, der nicht einmal reinen Verstandes und Herzens ist. Ihr richtet die Handlungen eurer Brüder, und wenn ihr diese unvollkommen findet, lehnt ihr sie ab und distanziert euch von ihnen. Doch Ich frage euch: Ist das die Lehre, die Ich euch gegeben habe? Wie zu einem neuen Lazarus habe Ich zu diesem Volke gesagt: "Stehe auf und wandle!" Doch das Leben, das Ich ihm gegeben habe, ist dafür da, dass es dasselbe der Liebe und dem Dienst an seinen Nächsten weiht. Aber ihr habt nicht die Sanftmut des Lammes nachzuleben versucht, ihr seid halsstarrig, hartherzig, und darum gibt es Kämpfe und Spaltung in eurer Mitte, womit ihr es den Völkern gleichtut, die sich im Krieg befinden. Erinnert euch, dass Ich euch gesagt habe: Richtet nicht euren Bruder, denn euer Gott und Herr wird zur rechten Zeit kommen, um euch zu richten. Eifert nicht den schlechten Beispielen der Menschen nach, handelt wie euer Meister. Ihr habt ein vollkommenes Vorbild, das euch auf eurem Entwicklungswege hin zur Verheißenen Stadt zur Lehre dienen soll, wo euch die Liebe eures Vaters erwartet.
29 Wollt ihr, dass unter euch jene Propheten der Ersten Zeit auftreten, die euch unter Wehgeschrei auf Straßen und Plätzen verwarnten, damit ihr Buße tun und eure Verfehlungen bereuen solltet? Wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet sie für verrückt halten und ihnen nicht glauben! Trotzdem werden sich einige erheben und zu den Menschenmengen vor den Toren der Kirchen und Andachtsstätten sprechen, wo die Menschen zusammenkommen, um Mir Anbetung darzubringen, und sie werden das Falsche der Götzenbilder aufdecken und die Anbetung verkünden, die Gott von Seinen Kindern will.
30 Hier unter euch ist jeder Stimmträger, jedes geistige Werkzeug oder jeder Seher ein Prophet gewesen. Ihre Stimmen, zu einer einzigen vereint, haben sich erhoben, um dies Volk den Weg (des Heils) durch das Gebet, die Ausübung der Barmherzigkeit und die Verehrung Gottes mittels eurer Werke der Liebe an euren Brüdern zu lehren. Wie kommt es, dass ihr zuweilen vom Wege abirrt, obwohl dieser mit Blut der Göttlichen Liebe markiert ist? Ist es möglich, dass ihr ihn mit den Wegen verwechselt, welche die Menschen mit Blut von Brudermorden gezeichnet haben?
31 Euer Gewissen weiß, wie viel Grund Ich habe, so zu euch zu sprechen. Doch euer Herz widersetzt sich und glaubt, dass Ich mit übermäßiger Härte zu euch spreche. Dann fragt ihr Mich voll Reue und unter Tränen, ob ihr etwa zu denen gehört, die diesen Weg befleckt zurücklassen oder die das Herz ihrer Brüder mit Schmerz erfüllen? Ich sage euch, dass ihr euch nicht verirren werdet, denn Mein Weg ist klar und leuchtend, und wer seine Augen öffnet und ihn sucht, wird ihn bald finden.
32 Ich werde Mein Wort beenden, und später werden Menschen aus fernen Ländern kommen, um euch zu fragen, ob es wahr ist, dass Gott zu euch gekommen ist und als Meister zu euch gesprochen hat. Was werdet ihr dann antworten, und was wird euer Zeugnis sein?
33 Schon seit langem klopfe Ich an eure Herzenstür, und darum sagte Ich, dass Ich euch nahe bin; doch ihr habt Mir die Türen nicht geöffnet, damit Ich eintrete, um in eurem Innern zu wohnen. Ich bin draußen geblieben und habe weiterhin geduldig angeklopft.
34 Einer der schwersten Charakterfehler ist der der Heuchelei. Sprecht nicht lautstark von Liebe, solange ihr nicht fähig seid, Mich in euren Mitmenschen zu lieben. Wie viele von denen, die den Kuss des Judas verurteilt haben, wollen nicht erkennen, dass sie ihrem Bruder den Kuss vorgetäuschter Brüderlichkeit gegeben haben und sie ihn hintenherum verraten haben! Wie viele von denen, die sagen, dass sie den Notleidenden dienen, sehe Ich gegen Geld Licht, Wahrheit, Wohltätigkeit bringen. — Warum habt ihr, wenn euch jemand mit seinen Fragen eingeschüchtert hat, wie Petrus in seinen Augenblicken der Schwachheit gehandelt, Mich verleugnet und versichert, dass ihr Mich nicht einmal gekannt habt? Warum fürchtet ihr die "menschliche Gerechtigkeit" und fürchtet nicht die Meine? Doch wahrlich, Ich sage euch, zwischen die Göttliche Gerechtigkeit und eure Sünden stellt sich die Fürsprache Marias, eurer Himmlischen Mutter, die immer für euch bittet.
35 Ich lehre euch, die Menschenscharen zu führen, obwohl Ich euch schon in der Zweiten Zeit gezeigt habe, wie sie zu führen sind, ohne dass sie müde werden — nämlich, indem man sie durch die Freundlichkeit Meines Wortes neu belebt, sie in der Wüste nährt und Wunder tut, um den Glauben in ihren Herzen zu entzünden.
36 Ich habe euch gesagt, dass mit dem Jahr 1950 Meine Kundgabe enden wird, die Ich durch die Verstandesorgane der Stimmträger bei euch gehabt habe. Doch ebenso sage Ich euch, dass, bevor Ich sie beende, es Stimmträger geben wird, deren Verstandesorgane Ich wegen ihrer Unreinheit und mangelnden Vergeistigung vor der angezeigten Zeit verschließen werde. Doch dies wird geschehen, damit sie niemanden mit Lehren verwirren, die nicht Meine Wahrheit enthalten.
37 Mein Licht erleuchtet, doch es blendet und verwirrt nicht. Ich bin die Wahrheit. Ergründet dies Wort, dann wird euch diese Offenbarung und euer Gewissen sagen, ob es euch das wahre Leben lehrt.
38 Erinnert euch, dass es zwei Zeitalter sind, die diese Menschheit bisher durchlebt hat: Das erste, welches durch das Licht der Erkenntnis über das Göttliche Gesetz erleuchtet war; das zweite, das gestärkt war durch die Lehren der Göttlichen Liebe, die Ich euch in Jesus gab. Schon beginnt eine neue Zeit ihre Strahlen über die Menschen auszubreiten, und dennoch säen und ernten diese noch immer den Samen des Bösen, vernichten sie sich gegenseitig, tun sie sich Schaden an und kämpft Bruder gegen Bruder bis zum Tode.
39 Jahrhunderte und aber Jahrhunderte sind vorübergegangen, und noch immer werden die Menschen nicht müde, so viel Böses zu säen und zu ernten, auch sind sie es nicht leid geworden, zu verursachen, dass so viele Tränen fließen, noch sind sie es müde geworden, die Erde mit menschlichem Blut zu tränken. Bis zu welchem Grad von Bitterkeit wollen sie den Schmerzenskelch leeren, dass er sie auf ihrer unaufhaltsamen Bahn anhalte, und sie zum wahren Weg zurückkehren? Euer Vater will nicht, dass ihr die Hefen trinkt, die noch auf dem Grunde jenes Kelches übrig sind. Dennoch ist es das, was ihr mit eurem Stolz und eurem Hass erstrebt.
40 Geliebtes Volk, denke daran, dass die Menschen nach Frieden hungern. Warum bereitet ihr euch nicht vor, damit ihr ihnen mit euren Werken der Liebe die Gute Botschaft bringt, sie zum Glauben aufrichtet und zum wahren Leben? Warum ihnen nicht eine brüderliche Hand reichen, hochherzig und aufrichtig, und sie zur Besinnung und zum Gebet aufrufen?
41 Ihr werdet bestimmt auf den Hochmut der Wissenschaftler stoßen, die glauben, alles zu wissen und zu beherrschen, die glauben, das Geheimnis der Unendlichkeit entdeckt zu haben. Aber mit welcher Weisheit und Gerechtigkeit werde Ich sie heimsuchen, und dies wird der Zeitpunkt sein, an dem dies Volk, das schon von Meiner Lehre zu zeugen versteht, vom Geiste sprechen soll, vom ewigen Leben und von der Kenntnis der geistigen Zwiesprache mit Gott. Seine Stimme soll zu den Nationen der Erde gelangen, und jenes Zeugnis soll wie ein keimfähiger Same sein, der auf fruchtbares Erdreich fällt.
42 Die Menschen werden ihre geistigen Augen dem Lichte öffnen. Doch wahrlich, Ich sage euch, bevor dies geschieht, werden sie noch viele Heimsuchungen durch die Natur erhalten müssen, durch welche die Menschheit bestürzt und erschüttert wird.
43 Wenn all dies geschehen ist, wird die unerbittliche Gerechtigkeit Gottes in Erscheinung treten und so großer Entweihung und so maßlosem Hochmut ein Ende setzen.
44 Wenn die harte Prüfung vorüber ist, werden viele von denen, die Mich vergessen hatten, sich auf das Gebet besinnen, und viele, die glaubten, dass — um die Geheimnisse der Natur zu entdecken und zu erkennen — es unerlässlich wäre, auf jede geistige Glaubensvorstellung und auf jede Verehrung gegenüber Gott zu verzichten, werden ihren Irrtum einsehen. Mein Licht wird sie überströmen und ihnen das eingeben, was ihre armselige Intelligenz niemals entdeckt hätte.
45 Die Wissenschaftler sind sehr undankbar gewesen, denn sie haben Den vergessen, der all das geschaffen hat, worauf sie heute so stolz sind in der Meinung, dass sie es entdeckt haben.
46 Dumm und töricht sind sie gleichfalls gewesen, denn sie waren von Stolz und Überlegenheitsgefühl erfüllt, weil sie glaubten, in die Erkenntnis der Schöpfung eingedrungen zu sein, obwohl sie diese nur oberflächlich kennen.
47 In den geheimen Ratschluß Gottes dringt niemand ein, es sei denn, dass Er es für gut hält, Seinen Kindern etwas von seinem Inhalt zu offenbaren. Dies soll euch begreiflich machen, dass — wer das zu wissen verlangt, was der Herr in Seinem verborgenen Weisheitsborn hütet — es auf dem Wege der Demut, der Liebe und der Vergeistigung suchen muss.
48 Die höchste Erkenntnis ist nicht den Menschen mit hochentwickeltem Verstand, sondern den Menschen mit hoher Geistesreife vorbehalten.
49 Es würde genügen, wenn ihr, die Zeugen und Hörer dieses Wortes, diese Lehre bekannt machen würdet, über die die Menschen nicht nachgedacht haben, und sogleich würden sie, erleuchtet von ihrem Geiste, Meine Wahrheit in euren Worten erahnen.
50 Ich brauche Menschen guten Willens, mutige und treue Menschen, die für fremden Schmerz empfindsam sind und eifrig in der Erfüllung Meines Gesetzes, damit sie als Meine Sendboten Grenzen überschreiten, Länder durchqueren und die Kenntnis dieser Göttlichen Botschaft verbreiten — Menschen, die den Grund für die Heimsuchungen, für Meine Gerechtigkeit, die Kriege, die Zerstörung und den Schmerz erklären; die außerdem den sicheren Weg zeigen, Frieden und Gesundheit zu finden, sei es die der Seele oder die des Körpers.
51 Aus diesem Volke sollen die Herolde, die Propheten Meines neuen Wortes hervorgehen, die Arbeiter und Sämänner dieser Lehre der Liebe und Vergeistigung, weshalb es unter euch Läuterung und Gericht geben muss.
52 Jene Offenbarung Meines Geistes, die in der Zweiten Zeit von Mir verheißen wurde, ist die, welche du gegenwärtig miterlebst, Volk. Bedenke, dass ihr Ende schon nahe ist. Nutzt jede Meiner Unterweisungen, denn nach 1950 werden sie nicht mehr in dieser Form zu hören sein. Die Stunde ist festgesetzt, und Mein Wille ist unwiderruflich. Wenn Ich Mein Wort nicht hielte, wäre Ich nicht mehr euer Vater, denn Ich würde auf die Ebene herabsteigen, in der jene Menschen sich bewegen, die sich heute in einem Vorhaben bestärken und sich morgen selbst verraten.
53 In den Ratschlüssen Gottes kann es keine Änderung geben, denn da Er die Zukunft kennt, kann Er sich nicht irren.
54 Gott hat alles vorhergesehen von Anbeginn, mit höchster Gerechtigkeit und Vollkommenheit.
55 Begreift das, was Ich euch sage, damit auch ihr beständig sein könnt in euren Werken, wie es euch euer Meister gelehrt hat.
56 Ich spreche zu euch von der strahlenden Lichtwolke aus, welche Meine Jünger der Zweiten Zeit in Bethanien schauten und welche jetzt die Seher geschaut haben. Wahrlich, Ich sage euch, nicht einmal jene, die Mich zwischen Wolken scheiden sahen, verstanden die Bedeutung jener Manifestation. Auch nicht die, die Mich in dieser Zeit im Geiste herabkommen sahen, begriffen den Sinn jener "Wolke", bis Mein Wort euch alles erklärte und Meine geistigen Boten es euch begreiflich machten mit ihrem ausführlichen und klaren Wort. — Auch bei den Jüngern der Zweiten Zeit war in den Augenblicken, da sie der Himmelfahrt ihres Meisters zusahen, ohne sie zu fassen, ein geistiges Wesen gegenwärtig, das ihnen darlegte, dass die Welt diesen Jesus, den sie zwischen Wolken aufwärtsschweben sahen, in derselben Weise herabkommen sehen würde, das heißt im Geiste, in einer neuen Zeit.
57 Diese derzeitige Kundgebung ist die Erfüllung jenes Versprechens, o Volk. Falls einem Meiner Kinder die Art, in der Ich gekommen bin, allzu unscheinbar erscheint, so kommt dies daher, weil er sich geistig nicht zu erheben vermochte, um das strahlende Licht schauen zu können, mit welchem Mein Geist die neue Zeit erhellt.
58 Auch in der Zweiten Zeit fühlten sich viele Menschen enttäuscht, die von dem Kommen des verheißenen Messias träumten, als sie die schlichte äußere Erscheinung Christi sahen, und darum verneinten sie Mich. Sie vermochten nicht durch die äußere Armut Jesu hindurch die Gegenwart des Himmelreiches, des Reiches des Lichtes und der Wahrheit zu entdecken.
Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band III - Unterweisung 74


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
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Unterweisung 74:
 
 1 Es ist eine Gnadenstunde, in der Ich um eurer geistigen Erhebung willen Meine Kundgebung unter den Menschen fühlbar mache. Wenn ihr Mich hört, wendet ihr euch von der Welt ab, um euch geistig zu sammeln.
2 Fühlt wahrhaft, dass ihr an Meinem Tische seid, in der Erwartung, dass Ich das Brot austeile und euch den Wein reiche. Ihr wisst, dass Ich in bildlichem Sinne zu euch spreche und euch an Mein Wort der Zweiten Zeit erinnere; denn das Brot ist Mein Wort und der Wein die göttliche Essenz, die in dem Worte ist.
3 Brot und Wein, Körper und Blut, Manna und Wasser, all dies ist das Sinnbild der Worte, der Liebe und des Lebens gewesen, welche die ewige Nahrung eures Geistes sind.
4 Das Manna der Wüste und das Wasser aus dem Felsen versinnbildlichten zu ihrer Zeit das Brot und den Wein des Geistes; es sind die gleichen Symbole, die Ich beim Abendmahl gebrauchte, als Ich, von Meinen Jüngern umgeben, zu ihnen sprach: "Esset und trinket, dies ist Mein Leib, und dies Mein Blut." Mit dieser Belehrung eröffnete Ich für die Menschheit ein neues Zeitalter, das der Liebe.
5 Heute versammeln sich neue Jünger um Mich, und die Menschenscharen folgen wiederum Meinen Schritten. Aber die Mittel, durch die Ich euch die göttlichen Lehren verständlich mache, sind nicht mehr nur das Sinnbild oder das Gleichnis; es ist das unmissverständliche Wort, das zu eurem Verstande mit einer göttlichen Essenz spricht, die ihr nur mit dem Geiste wahrnehmen könnt.
6 Denkt nach über diese Unterweisungen, Jünger, und ihr werdet schließlich begreifen, dass die Zeit der Sinnbilder und Symbole zu Ende geht, denn eure geistige Entwicklung und gedankliche Entfaltung erlauben euch, die Wahrheit besser zu verstehen.
7 Ich bin unter euch, obschon ihr Mich nicht mit euren Händen berühren oder Mich mit euren sterblichen Augen sehen könnt. Ich komme im Geiste, um zu euch zu sprechen und euch zu lehren, wie ihr Mich in eurem Gebete suchen sollt.
8 Ich werde keine materielle Spur Meiner neuen Kundgebung hinterlassen, so wie Ich auch keine in der Zweiten Zeit hinterließ, obwohl Ich unter euch gelebt habe. Die Menschheit ist anfällig für die Abgötterei und dafür, materielle Dinge zu weihen, um sie für göttlich zu halten und sie zum Gegenstand ihrer Anbetung zu machen. Was hätte die Menschheit angestellt, wenn sie Meinen Körper, das Kreuz Meines Martyriums oder den Kelch jenes letzten Mahles mit Meinen Jüngern hätte bewahren können? Doch alles wurde ausgelöscht, damit nur Meine göttliche Essenz im Geiste der Menschheit verbleiben sollte.
9 Auch in längst vergangenen Zeiten entfernte Ich aus den Augen der Menschen sowohl die Gegenstände, die als Symbol gedient hatten, als auch die Sendboten oder Wortverkünder. In der Ersten Zeit, als Mose auf einem Berge war, entschwand er seinem Volke, das ihn vergötterte. Elias, der Prophet des Feuers, entschwand in einer "Wolke", die ihn von der Erde hinwegnahm. Beide ließen wie Jesus in den Seelen nur die Spur ihrer Werke als geistige Essenz zurück.
10 Jetzt bin Ich hier, in Erfüllung einer Meiner Verheißungen, und vereinige alle Geschlechter in einem einzigen Volke, und Menschen verschiedener Rassen in ein- und demselben Apostelamt.
11 Ich vermache der Menschheit ein weiteres Testament voll Licht und Klarheit. Seht, wie der religiöse Fanatismus bei einigen Meiner Kinder seinen höchsten Grad erreicht hat, während bei andern der Materialismus und der Mangel an Glauben ihre Seele zur Beute genommen haben. Groß und blutig ist der Kampf, der beide erwartet, bis das Licht wiederum unter den Menschen erstrahlt und sie den wahren Frieden empfinden lässt, welcher der Liebe der einen für die andern entspringt.
12 Angesichts eines wahren Chaos von Leidenschaften und Weltanschauungen wird das Volk als Zeuge und Überbringer Meiner neuen Unterweisungen an die Öffentlichkeit treten müssen. Um Glauben zu finden wird es notwendig sein, dass es sich vorbereitet und sich mit Demut, Gehorsam, Vergeistigung, Stärke und Barmherzigkeit bekleidet.
13 Fürchtet nicht den Sturm, geliebte Jünger, denn Ich werde mit euch im Boot sein, und wenn ihr Glauben an Mich habt, werdet ihr nicht verderben. Ihr sollt voll Glauben kämpfen und bedenken, dass ebenso, wie ihr die Beglückung habt, Mein Wort zu erhalten, alle eure Brüder es zu kennen verdienen, denn es gibt schon viele, die es erwarten.
14 Sagt nicht, Meine Lehre sei schwer in die Tat umzusetzen, oder dass sie euch harte Entbehrungen auferlegt. Wer Mir mit Liebe nachfolgt, spürt die Last seines Kreuzes nicht.
15 Dies ist Mein Wort, prägt es eurem Geiste ein, denn bald werdet ihr darauf angewiesen sein.
16 Das Läuten der wohltönenden Glocke hat euch aufgeweckt, ihr Schall hat in eurem Geiste Widerhall gefunden, und da habt ihr euch erinnert, dass dies ein Tag der Gnade ist, an dem der Meister bei euch erscheint. Schnell seid ihr aufgestanden, mit dem Verlangen, dies göttliche Wort zu hören, welches für euren Geist Leben ist und euer Herz mit Zuversicht erfüllt.
17 Fürwahr, Mein Wort enthüllt euch den Weg, den die Stürme des Lebens euch verdeckt haben. Begreift, dass Ich euch so nahe bin, wie Ich es allen Menschen bin; Mein Licht ist bei allen. — In dieser Zeit werden viele Seelen dem Weg des Lichtes folgen und sich nicht länger verirren. Ihr wäret überrascht, wenn ihr sehen würdet, dass die Hartherzigen und Halsstarrigen diejenigen sind, die sich am schnellsten bereitfinden, Meiner Spur zu folgen. Doch der Grund dafür ist, dass Ich jedem die notwendige Zeit gegeben habe, um zum Lichte des geistigen Lebens zu erwachen.
18 Wie viele in der Sünde Verhärtete sind in dieser Zeit herbeigekommen, Mein Wort zu hören, und haben, noch bevor Meine Lehransprache beendet war, unter Tränen zu Mir gesagt: "Du bist es, Meister!" Dies geschah, weil Mein reines, gütiges und überzeugendes Wort zum Herzen jener Menschen sprach. Und Ich sage euch, dass der, der einmal Meine Gegenwart empfunden hat, nicht fähig sein wird, sich mit falschen Vorspiegelungen zu betrügen. — Ihr, die ihr Mich in dieser Zeit gehört habt, rüstet euch zu, damit ihr von Mir Zeugnis zu geben versteht, denn ihr müsst Meine Lehre so darlegen, wie Ich sie euch offenbart habe, und nicht nach eurem Gutdünken oder Willen.
19 So, wie ihr auf eurem Lebensweg einen Freund hattet, der euch die gute Nachricht brachte, so soll die ganze Menschheit, die in einer Welt der Mühsale verschmachtet, gleichfalls den Hinweis erhalten, dass der Herr gegenwärtig ist, und soll Mich hören.
20 Was würde aus euch, wenn Ich in Meiner Barmherzigkeit nicht die Tage eurer Trübsal verkürzen würde? Ihr wäret schon alle zugrunde gegangen. In dieser Zeit bin Ich auf der Suche nach den Sündern, um ihnen eine Aufgabe in Meinem göttlichen Werk zu geben und ihnen zu sagen, dass Meine Liebe sie niemals ausgeschlossen hat. Welche Befriedigung und Freude wird einst in jenen Seelen sein, wenn sie durch die Ausübung der Nächstenliebe den geistigen Aufstieg erreicht haben. — In der Unendlichkeit existiert eine Liebe, welche die des Vaters ist, die keinen anderen Wunsch hat als den eurer Rettung und dass ihr den ewigen Frieden erreicht.
21 Seit 1866 öffnete Ich erneut den Born Meiner Liebe, der sich als Trost und Offenbarung auf euch ergossen hat. Ich habe nicht den Tag Meines Abschieds abgewartet, um euch erst dann zu sagen, dass ihr darangehen sollt, Meine Unterweisungen in die Tat umzusetzen; sondern vom ersten Augenblick an, an dem ihr sie vernommen habt, habe Ich euch gesagt: "Übt Barmherzigkeit aus, bringt Trost dem Kranken, sprecht von Meiner neuen Offenbarung, bringt den Bedürftigen und den Verirrten herbei." Und zwar deshalb, weil Ich nicht wollte, dass ihr zu theoretisierenden Jüngern werdet, die wunderbar von Meinem Werke sprechen und die nicht fähig sind, ihren Arm auszustrecken, um den Kranken zu berühren und seinen Schmerz zu lindern. War euer Herz nicht von Wonne erfüllt, als der Todkranke durch eure Fürsorge und eure Gebete zum Leben zurückgekehrt ist und ihr hörtet, dass seine Lippen euch segneten?
22 Die Zeit ist sehr nahe, in der diese Meine Kinder euch Mein Wort nicht mehr übermitteln. Ich werde weggehen, und der Meister wird euch nicht länger diese Unterweisung geben. Ich will, dass bis dahin das Verlangen nach tätiger Nächstenliebe in euren Herzen sich geläutert hat und die Vergeistigung in euer Leben Eingang gefunden hat. Elias, euer geistiger Hirte, kündigte euch Mein Kommen an und sagte euch auch den Tag Meines Scheidens voraus.
23 Mein Wort, das einfach und bescheiden in seiner Form ist, ist tief in seinem Gehalt, und so wird es sein bis zum letzten Tag. Bittet Mich nicht, dass Ich mit gewählten Worten zu euch spreche, denn euer Geist braucht sie nicht, um Meine Unterweisung zu verstehen.
24 Ich kenne die, welche Meine Lehre Meinem Willen gemäß in die Tat umsetzen, und die, die sich von ihrem Wesenskern entfernen. Nichts ist Meiner Weisheit verborgen, und wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr zu Mir gelangen wollt, so kommt auf der Himmelsleiter der Liebe, der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und der Demut.
25 Strebt nicht danach, dieses geistige Werk in ein materielles Werk umzuwandeln, in der Hoffnung, seine Früchte hier auf Erden zu erblicken. Zweifelt nicht am Sieg Meiner Lehre, habt Glauben an sie, und ihr werdet die Ebenen in Berge und die Wüsten in grüne Auen verwandeln können. Bedenkt, dass in der Zweiten Zeit, als Jesus am Kreuze starb, verlassen von Seinen Jüngern außer von Johannes, diese dachten, dass alles zu Ende wäre. Trotzdem begann später in den Herzen der göttliche Same zu keimen, der nicht sterben konnte, weil er beständig durch das Blut der Märtyrer bewässert wurde — das Blut, welches Liebe und Glauben war.
26 Ich sage euch, in dieser Zeit muss Mein göttlicher Same mit Werken der Barmherzigkeit, mit Tränen der Reue und der Versöhnung bewässert werden.
27 In dieser Zeit habe ich euch aus einer neuen Knechtschaft befreit: den Versuchungen, den Vergnügungen, den Lastern, die wie der tyrannische und grausame Pharao sind, der euch in Ketten geschlagen hat. Morgen wird die Menschheit diese neue Befreiung feiern — nicht mit Festlichkeiten oder mit Traditionen, sondern durch die geistige Liebe des einen zum andern.
28 Die Tieropfer, die ihr auf dem Altar Jehovas darbrachtet, wurden von Ihm angenommen. Doch es war nicht die beste Form, um euren Geist zum Herrn zu erheben. Da kam Ich als Jesus zu euch, um euch das göttliche Gebot zu lehren, das euch sagt: Liebet einander. Jetzt sage Ich euch, dass die Lehren, die Ich euch in der Zweiten Zeit durch die Werke Jesu kundgab, das eine mal verändert und das andere mal schlecht ausgelegt worden sind. Darum bin Ich gekommen, wie Ich es euch ankündigte, um Meine Wahrheit zu erhellen. Mein Opfer damals verhinderte viele Tieropfer, und Ich lehrte euch eine vollkommenere Verehrung Gottes. Meine neue Offenbarung in dieser Zeit wird bewirken, dass die Menschheit begreift, dass ihr die symbolischen Kultformen nicht verwenden dürft, ohne zuvor ihre Bedeutung zu ergründen, da sie nur eine sinnbildliche Darstellung Meiner Lehren sind.
29 Bevor Ich von einem Herzen empfunden werde, erscheint Elias bei ihm, um ihm zu sagen, dass es seine Sünden bereuen soll, weil der Herr sich naht. dasselbe tat er in der Zweiten Zeit durch den Täufer, als dieser gebot, sie sollten Buße tun und sich läutern, weil das Himmelreich näherkam.
30 Meine Vaterliebe gelangt in diesem Augenblick zum Geist und Herzen der vielen Menschen, die Mich hören. Dies ist die angekündigte Zeit, in welcher der Geist der Wahrheit zu den Menschen herabkommt. Hört seine Stimme in der Unendlichkeit, erkennt ihn im Unsichtbaren, fühlt ihn in eurem Herzen. Meine Liebe und Meine Inspiration helfen eurem Geist, aufwärts zu steigen und Meine Unterweisungen zu empfangen.
31 Die Menschen legten Mein Gesetz schlecht aus und verfälschten Meine Lehren. Darum gieße Ich in dieser Zeit Mein Licht auf jeden Geist und auf jeden Verstand, damit ihr die Lektion, die Ich euch durch das Leben gegeben habe, begreifen lernt. Diese Welt, die eine Heimstatt von unvollkommenen Wesen gewesen ist, von Seelen in der Sühne, wird eine Stätte des Lichtes und der Vergeistigung sein. Heute reinigt Meine Gerechtigkeit die Felder und reißt das Unkraut mit der Wurzel aus, um es durch das Feuer der Sühne und der Liebe zu vernichten.
32 Die brudermörderischen Kriege, seit alter Zeit voraus verkündet, lassen euch Tag für Tag erbeben. Die Berichte darüber beunruhigen euch, und seine Folgen lassen euch Tränen vergießen. Diese Menschen, die durch ihr Machtstreben und ihren Hass die Kriege verursachen, sind Meine Kinder, die Mich an Altären suchen und Mich in Tabernakeln anbeten, ohne sich bewusst zu machen, dass sie Mir statt einer Gabe der Liebe das Blut ihrer Opfer darbringen. Ach, blinde Menschen, die sich in ihrem Hochmut unumschränkt herrschend fühlen und dabei vergessen, dass sie sehr klein sind gegenüber Meiner Göttlichkeit! — Die menschliche Eitelkeit ist an ihre Grenze gelangt, und es ist nötig, dass Ich sie Meine Gegenwart und Meine Macht fühlen lasse. Es ist nicht erforderlich, dass Ich Meine ganze Allmacht gebrauche, um euch Meine Größe zu beweisen. Ein schwacher Stoß oder ein leichter Hauch der Naturgewalten genügen Mir, um dem törichten und eitlen Menschen seine Kleinheit zu beweisen.
33 Wie damals das Goldene Kalb abgeschafft wurde, so wird in dieser Zeit die Anbetung des Reichtums verschwinden. Und ebenso, wie die Händler aus dem Tempel vertrieben wurden, so werden jetzt jene heimgesucht werden, die unter Ausnutzung der Schwäche und der Unwissenheit aus dem Schmerz ihrer Mitmenschen Gewinn ziehen.
34 Die Menschen haben einen Kampf mit ihrem Herrn begonnen; doch überall, wohin sie sich auch wenden, erleben sie, wie Ich ihnen den Weg für ihre Übeltaten versperre. Aber die, welche in diesem
Kampfe nicht auf die Stimme ihres Gewissens hören, finden den Tod und das Gericht, und danach die Sühnung.
35 O Jünger, die ihr Mich hört — erforscht die Offenbarung des Sechsten Siegels! Dort werdet ihr alles entdecken, was ihr heute seht, hört und erlebt. Doch wenn ihr Glauben an Mein Wort habt, so ergründet es und bewahrt es in euren Herzen. Denn schon ist das Jahr 1950 sehr nahe, mit dessen Ende ihr Meine Stimme nicht mehr in dieser Form hören werdet.
36 Ein Wirbelwind hüllt diese Menschheit ein. Doch wahrlich, Ich sage euch, Mein Wort wird eure Verwirrung nicht vermehren. Es ist Licht, das eurem Geist die Richtung weist und eure Einsicht erhellt, um euch in eurer geistigen Entwicklung beizustehen.
37 Ich bin von neuem bei euch und erinnere euch an eure Liebesmission unter der Menschheit. Währenddessen geht Elias überall hin auf der Suche nach verirrten Schafen, um sie auf seinen Schultern zum Gehege zu bringen, damit sie dort die Liebe ihres Schöpfers finden.
38 Erinnert euch, dass Ich der Weg bin, der den einlädt, der ihn vergessen hat. Ich verbreite Mein Wort unter euch, damit ihr morgen mit euren Werken der Liebe Zeugnis von ihm ablegt. Viele werden die einfachen Häuser aufsuchen, in denen Ich Mich offenbarte, und euch an die Zeiten erinnern, in denen Ich durch den Stimmträger zu euch sprach, damit ihr ihnen die Art und Weise erklärt, in der Ich Mich kundtat, sowie die Liebestaten und Wunder, die Ich unter euch tat. Nur die Erinnerung wird unter diesen Dächern bleiben, denn Mein Wort und sein Widerhall werden in euren Herzen aufbewahrt bleiben. — Ich bereite derzeit die Jugend zu, damit diese später diejenigen empfängt, die Mein Wort nicht gehört haben und die im Verlangen nach liebevoller Hilfe herbeikommen. Wie viele werden weinen, weil sie Mich nicht gehört haben! Doch sage Ich euch auch: Wie viele von denen, die Mich hörten, werden weinen, weil sie sich nicht zugerüstet haben, und wenn sie gewahr werden, dass Mein Wort sich nicht mehr kundgibt, werden sie begreifen, dass sie die Liebesgabe des Vaters nicht genutzt haben, um Seine Göttliche Lehre zu lernen, Seine Unterweisungen von unendlicher Barmherzigkeit und Liebe. Sie werden ihren Blick auf den Platz richten, auf den der Wortträger sich niedersetzte, um das Göttliche Wort wiederzugeben, und werden nur die Leere sehen.
39 Die Jahre fliehen schnell dahin, sie sind wie Augenblicke; bald werdet ihr Mich nicht mehr hören, weshalb Ich euch sage: Lasst Mich euch heilen, euch liebkosen und trösten und euch Meine Unterweisung geben. Ich kam, um euch zugerüstet zurückzulassen; doch wenn ihr schwach sein solltet im Glauben und im Wollen, dann werdet ihr krank werden, und wer in der Welt wird zu euch sprechen können, euch unterweisen und heilen können, wie Ich es tat?
40 Wenn ich euch sagen würde, dass ich Mich immer direkt mit eurem Geiste verbinden wollte, indem ich Meine Stimme in eurem Herzen vernehmbar mache, so würdet ihr mir nicht glauben. Aber nur eure Erdgebundenheit und euer Zweifel waren der Grund, weshalb der Herr sich durch bestimmte Verstandesorgane kundtat, die Er durch Seine Liebe zubereitete, damit ihr Mich auf diese Weise hören könntet und beim Studium Meiner Unterweisung die Größe meiner Barmherzigkeit zu begreifen vermöchtet.
41 Wenn Ich euch sagen würde, dass eure Seele sich während des Schlafes eures Körpers zuweilen loslöst und sich den Schwellen des Jenseits nähert und Mich sucht, würdet ihr es bezweifeln. Doch es hat euch an Zurüstung und Glauben gefehlt, um jene Augenblicke geistig nutzen zu können, und Ich musste Seher und Propheten erwecken, damit sie euch helfen und euch vom Morgen sprechen, euch wach rütteln und euch ermahnen, dass ihr wachet und betet.
42 Glaubst du, Mein Volk, dass dieser Mensch, durch den Ich Mich kundtue, derjenige ist, der euch das Wort gibt? Nein, Meine Kinder, es ist euer Meister. — Glaubt ihr, dass der Geist Gottes sich in dem Wortträger befindet, während er spricht? Auch dies trifft nicht zu. — Ich habe euch gesagt, dass ein Strahl Meines Lichtes genügt, um sein Verstandesorgan zu erleuchten und zu inspirieren, wobei Ich auf seine Lippen einen unerschöpflichen Strom von Worten voll bedeutender Lehren lege, als Beweis für den Ungläubigen. Hört Mir während dieser Zeit aufmerksam zu, damit ihr für die kommenden Prüfungszeiten stark seid.
43 Bevor ihr Meine geistige Gegenwart empfangt, habt ihr zu eurer Himmlischen Mutter gebetet, um sie zu bitten, dass sie euch helfe, Mir in euren Herzen ein Heiligtum zu bereiten. Dafür segne Ich euch, Meine Jünger. Höret Mein Wort, welches der Weg ist, der zum Vollkommenen, zum Ewigen führt.
44 Ihr fragt Mich: Wie sind die göttlichen Heimstätten und das Leben der vollkommenen Wesen? Wahrlich, Ich sage euch, fragt nicht, was ihr derzeit nicht verstehen könntet. Handelt nach Meinen Gesetzen, dieses Tun wird euch Schritt für Schritt höherbringen auf der Stufenleiter zur Vollkommenheit, von der aus ihr werdet sehen, bewundern und erkennen können, wie Vieles der Vater für das Glück Seiner Kinder in Bereitschaft hält.
45 Obschon euer Geist Bewohner des Geistigen Gefildes gewesen ist, hat er sehr wenig gesehen und weiß beinahe nichts von jenem Leben. Wie wollt ihr von hier aus die Schwellen dessen, was ihr Seligkeit oder Himmel nennt, betrachten?
46 Die Augen eures Körpers waren bestenfalls in der Lage, die nächsten Sterne zu betrachten; eure Wissenschaft hat euch nicht viel weiter gebracht, und euer Geist, der die Entfernungen aufheben und dem Menschen das Unsichtbare enthüllen könnte, da er in sich und außer sich das geistige Wissen, das um ihn ist, erfühlt, lässt sich vom Materialismus der Welt mit fortreißen, verschmilzt mit seinem Körper, und statt aufwärtszusteigen, erniedrigt er sich, und anstatt zu bewundern, zweifelt er.
47 Manchmal, wenn ihr die Wunder der Schöpfung bestaunt, ruft ihr überwältigt aus: "Herr, wie groß ist Deine Macht!", ohne euch bewusst zu sein, dass alles, was euch umgibt, nichts als ein schwacher Abglanz dessen ist, was das Ewige Leben ist.
48 Zwar will Ich mit Meinem Worte euer Interesse für das Geistige Leben wecken; doch begreift, was Ich euch sage: Um jenes Leben zu erreichen, müsst ihr durch die Entwicklung eures Geistes zu ihm gelangen, und nicht nur durch die eures Verstandes. Die Intelligenz, das Herz, die Gefühle und alle eure Fähigkeiten müssen sich mit dem Geiste vereinen, dann werdet ihr die notwendige Höherentwicklung erreichen, um die Herrlichkeit eures Vaters schauen zu können. Aber wenn der Geist sich der Fähigkeit des Verstandes anvertraut und sich diesem hingibt, dann wird sein Erkenntnisvermögen begrenzt sein, wie es alles Menschliche ist.
49 Der Himmel ist nicht ein bestimmter Ort im Universum, Meine Herrlichkeit ist überall, im Geistigen und im Materiellen. Sagt ihr nicht, dass Gott im Himmel, auf Erden und an jedem Orte ist? Begreift also, was ihr sagt, damit ihr versteht, dass dort, wo Gott ist, auch Seine Herrlichkeit sein muss.
50 Ich will, dass ihr in diesem unendlichen Vaterhause wohnt, dass ihr in einen Zustand geistiger Erhebung kommt, so dass ihr überall im Universum, wo ihr euch auch befindet, die Seligkeit des Göttlichen fühlt, dass ihr euch des Ewigen Lebens erfreut und die Gegenwart des Schöpfers erlebt. Diese Bergeshöhe haben nur die erreicht, die Mich zum Vorbild genommen haben und die Liebe als Weg.
51 Wer diese Lehre versteht, muss erkennen, dass diese Welt nur ein kleiner Aufenthaltsort ist, welcher den Geist augenblicklich festhält, um ihm grundlegende Lehren zu offenbaren. Seit den ersten Zeiten brennt eine Fackel des Glaubens, um mit ihrem geistigen Lichte den Weg der Menschen zu erhellen. Aber wie wenige haben sich nach ihm ausgerichtet! Wie wenige haben auf dem Wege ausgeharrt, und wie viele mussten, als sie an jenen Scheideweg kamen, wo sie der Tod anhält, vor dem Geistigen erscheinen, als ob sie Fremdlinge wären, ohne die Wege, die Gesetze und die Pflichten der Geistigen Welt zu kennen, welche die wahre Heimat des Geistes ist! Wie ungerecht seid ihr zu euch selbst gewesen!
52 Heute erläutere Ich euch Meine Lehren, damit Ihr umkehrt und im Bewusstsein des Zieles, das ihr verfolgt, den Weg zum wahren Leben einschlagt. Und wenn dann der Tod kommt, um euch vom Fleische zu befreien, kann eure Seele sich erheben und zur Geistigen Welt gelangen, ohne dass sie Verwirrung überfällt, was etwas Schlimmeres ist als der Tod. Wenn ihr all dies wisst, werdet ihr in der Überzeugung leben können, dass ihr nur Durchreisende auf der Erde seid, kleine Kinder, die diese Schule durchlaufen mussten. Verwünscht nicht eure Leibeshülle, so widerspenstig und rebellisch sie auch ist, und verabscheut es auch nicht, das Leben dieser Welt ertragen zu müssen, das ihr als ein trügerisches Paradies voller Versuchungen und Abgründe betrachtet habt. Denn dies Fleisch, das ihr als Hilfsmittel habt, um auf dieser Erde zu leben, wird kein Hindernis für eure geistige Aufwärtsentwicklung sein oder für eine tugendhafte Lebensführung, wenn ihr imstande seid, seine Schwächen, Leidenschaften und Nöte zu beherrschen, um in euren Herzen nur den Samen der Vergeistigung keimen zu lassen. Dann hält diese Erde und die Natur, die den Menschen umgibt, neue Lektionen und auch Geheimnisse bereit, welche die zukünftigen Generationen kennenlernen werden.
53 Nicht mehr der Schmerz des Meisters wird die Menschen bessern, noch die Kriege, die den Hochmut der Völker heimsuchen, noch das Elend, welches das Herz der Menschen läutert. Andere, bis jetzt unbekannte Lektionen werden die Menschen jener Zeiten erhalten, die Ich euch heute ankündige.
54 Segnet euren Schmerz, wischt eure Tränen nicht im Zorn ab, segnet euer Brot, so dürftig es auch ist. Denn so überaus langanhaltend euch eure Trübsal hier auf der Welt auch erscheinen mag — wenn ihr einst im Geistigen Leben seid, werdet ihr das Gefühl haben, als ob es eine Minute gewesen wäre, und ihr werdet all das Gute erkennen, das sie euch erwies.
55 Der Himmel ist der Zustand der Vollkommenheit. Ich habe ihn euch als eine unermesslich große und blendendweiße Stadt versinnbildlicht, die ihr durch euren Mut, durch euren Glauben und durch euren unerschütterlichen Willen einnehmen sollt. Seid Soldaten dieser Sache! Vereinigt euch alle, die ihr bereits dieses hohe Ziel vor Augen habt, schreitet unbeirrt voran und gewinnt Schlachten im Leben, bis ihr es geschafft habt, dass jene Stadt sich denen ergibt, die sie mit ihrer Liebe eroberten. Diese Stadt ist eure Heimstätte, dieses Heim ist das Universum ohne Ende, wo der Schöpfer mit Seinen Kindern wohnt.
56 Tragt Mein Wort in euren Herzen und erinnert euch in der Einsamkeit eures Kämmerleins oder im Frieden der Natur an dasselbe und ergründet es. Seid Meine guten Jünger.
57 Euch, die ihr die Gnade gehabt habt, Mich in dieser Form zu hören, sage Ich: Bewahrt Mein Wort, studiert es, setzt es in die Tat um in eurem Leben, denn bald wird es nicht mehr zu hören sein. Ich will, wenn dies geschieht, dass ihr als Meister zurückbleibt, fest gegründet in Meiner Lehre, und nicht als verwirrte Jünger oder als Kinder, die sich verwaist fühlen.
58 Heute könnt ihr noch die Menschen herbeirufen, damit sie Meine Kundgebung hören; morgen, wenn 1950 vorüber ist, werden sie nur noch die Stimme Meiner Jünger und Zeugen vernehmen.
59 Zweifelt nicht an den Menschen, so hartnäckig und fanatisch ihr sie auch in ihrer Religionsausübung erleben mögt. Jede Seele befindet sich im Entwicklungszustand, und für jede ist der rechte Zeitpunkt gekommen, um diese Offenbarungen zu empfangen.
60 Jünger, begreift eure Aufgabe und nehmt sie an mit jener Liebe und jenem Gehorsam, mit dem Jesus Seine Bestimmung annahm. Betet, wachet, trinkt den Leidenskelch mit Geduld und tragt euer Kreuz mit Liebe. Segnet alles innerlich und vergebt denen, die euch verletzt haben, von Herzen und durch die Tat.
61 Selig, die Mir unter Tränen sagen: "Meister, ich lege meinen Schmerz in Deine Hände, Dein Wille geschehe an mir." Mein Wille ist, dass ihr Meinen Frieden habt, o geduldiges und armes Volk, aber vergesst für einige Augenblicke eure Leiden und bittet für die Welt, betet für die Nationen. Liebet einander!
Mein Friede sei mit Euch!

Meine Kinder



Vision:
Ich sehe Obama, sitzend, huldvoll, mit einer goldenen Krone auf dem Haupt, wie er sich dem Papst zuneigt, der ihm gegenüber sitzt, in weiß gekleidet und wie sie sich verständnisvoll anblicken.
Der Himmlische Vater sagt:
„Meine Kinder. Meine Lieben. Was sollte ich machen ohne euch. Es schneit bis in die Niederungen.
Minus 20 Grad. Der Erdboden ist gefroren.“
Anna Maria denkt – da kommt das Militär gut voran, ohne einzusinken.
Und sie denkt: Und ich bin erst froh , daß ich dich hab … was würde ich bloß machen ohne dich?
„Nothing“
Dann gäbe es mich gar nicht.
Ich kenne einen Ort – BEYOND von allem …. Wunderbar. Frieden. Freude.
„Danke.“
Es ist wie ein reinigendes Bad, eine Tiefenreinigung, so weich und so angenehm entspannend. Danke auch.
„Romantisch.“

BWL - Band III - Unterweisung 73


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band III  - Unterweisungen 56 - 82 
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 3

Unterweisung 73:
 
 1 Die dürstenden Menschenscharen sind in Meine Gegenwart gekommen und haben Mein Wort wie eine Kaskade kristallklaren Wassers empfangen, das ihre Schandflecken abgewaschen hat. Die Dankbarkeit hat bewirkt, dass sich viele Herzen der Liebe öffnen, wie die Blütenkelche der Blumen.
2 Dies ist die Zeit, in der Ich euch anbot, zu euch zurückzukehren. Es ist notwendig gewesen, dass euer Schmerz sehr groß war, damit ihr zu Mir kamt, aber alles war seit Anbeginn der Zeiten vorbereitet und alles war geweissagt worden. Ihr habt weder gewacht noch gebetet, und darum seid ihr vom Pfade abgeirrt. Doch wahrlich, Ich sage euch, trotz so vieler "Dornen und Steine", die heute die "Erde" bedecken, trotz so vieler Fallgruben, Steilhänge und Abgründe, die es auf ihr gibt, ist der Weg des Herrn immer erkennbar für den, der sich entschließt, auf ihm zu wandeln. Ich kam, um das Unkraut und die Hindernisse auf eurem Wege zu entfernen, damit ihr den Glanz des Verheißenen Landes schaut. Morgen werden die Menschen diese Zeit "die Zeit des Lichtes" nennen.
3 Groß wird die Umwandlung sein, die die Menschheit innerhalb kurzer Frist erleidet. Gesellschaftliche Organisationen, Grundsätze, Glaubensbekenntnisse, Lehrsätze, Sitten, Gesetze und alle Ordnungen des menschlichen Lebens werden in ihren Grundfesten erschüttert werden.
4 Ja, dies ist die Zeit des Lichtes. Ich sage euch, das Licht ist Kraft, ist Lauterkeit und ist Wahrheit. Darum muss diese Lauterkeit und diese Wahrheit auf allen Wegen und bei allen Werken der Menschen erstrahlen. — Viele werden nun sagen: "Herr, wie lange Zeit hindurch hast Du Dich vor unseren Blicken verborgen!" Doch Ich werde ihnen antworten: Es ist nicht so, dass Ich Mich verborgen habe, sondern ihr legtet einen dichten Schleier vor die Augen, so dass ihr Mich nicht saht.
5 Die Menschheit ist Mein Feld, Ich bin sein Besteller. Aber Ich sehe, dass unzählige Plagen auf ihre Pfade gekommen sind, und dies hat eure Erlösung überaus mühsam gemacht. Der Materialismus, der Krieg, die Sünde sind die Plagen gewesen, die die Felder des Herrn unaufhörlich heimgesucht haben. Doch die Macht, sie auszurotten, ist in Mir, und bald wird der Zeitpunkt kommen, an dem sie für immer beseitigt sein werden. Dann werden die Felder blühen, in den Herzen wird Friede sein und in den Heimen Brot im Überfluss. Das menschliche Leben wird wie eine Anbetung sein, die zu Mir aufsteigt, wenn es das Gebot erfüllt, das euch sagt: "Liebet einander."
6 Jeder, der Meine Unterweisung vernimmt und zu einem "Sämann" werden möchte, präge sie seinem Geiste ein und mache Gebrauch von dem Samen, dem Ackergerät und dem Wasser, um dann zu den unfruchtbaren Feldern aufzubrechen, die er mit seiner Liebe fruchtbar machen soll.
7 Welches größere Erbe könntet ihr euren Brüdern hinterlassen als das, eurem Herrn auf Seinen gesegneten Feldern gedient zu haben? Euer Andenken wird eines Tages gesegnet werden, und euer Beispiel wird nachgeahmt werden.
8 Begreift, dass dies die Zeit ist, in der ihr euch durch eure eigenen Werke erlösen sollt. In der Dritten Zeitepoche der Menschheit darf nicht Ich allein Verdienste erbringen.
9 Um euch zu helfen, bin Ich von neuem gekommen, um euch in solch tiefer Finsternis mit Meinem Lichte den Weg des Guten zu weisen, damit ihr bald in das Reich des Friedens gelangt, das euer Herz ahnend ersehnt, auch wenn es dasselbe nicht kennt.
10 Ihr kennt nicht das Endziel des Weges, aber ihr habt Vertrauen, zu ihm zu gelangen. Ihr kennt den Vater nicht gänzlich, aber Seine Stimme erweckt in euren Herzen unbedingten Glauben und unzerstörbare Hoffnung. Denen, die so glauben, werde Ich aufs neue sagen: "Selig sind, die ohne zu sehen glauben."
11 Seid nicht länger erdgebundene Menschen, die alle Augenblicke den Vater bedrängen, Er solle in ihre Herzenswohnung herabkommen, ohne sie zuvor bereitet zu haben. Seid nun jene, die sich zu ihrem Schöpfer zu erheben vermögen. Macht euch würdig, die Zwiesprache von Geist zu Geist zu verdienen.
12 Wenn ihr auf dem Lebenswege Beweise Meiner Wahrheit erhalten habt, sollen dieselben Zeugnis und Ansporn bei eurem Tagewerk sein. Doch lasst nicht zu, dass das Fleisch eure Augen für die Wahrheiten verschließt, die euer Geist empfängt, denn es ist blind, schwach und undankbar und könnte mit seiner Widerspenstigkeit euren Entwicklungsweg behindern.
13 Ich habe euch die notwendige Kraft gegeben, um eure Aufgabe durchzuführen, und mit dem, was Ich bisher zu euch gesprochen habe, wärt ihr in der Lage, die ganze Menschheit zu retten. Doch ihr seid
schwach, und Ich werde Meinem Volke weiterhin Meine Unterweisungen geben, bis die angezeigte Stunde kommt, in der diese Kundgebung endet.
14 Ich könnte Mein Volk in zwei Gruppen einteilen: Eine, die Mich verstanden hat, und eine andere, die Meine Wahrheit nicht begriffen hat. Beide haben die gleiche Unterweisung erhalten; doch jene, die Mich nicht verstanden hat, jammert, fühlt sich notleidend und gescheitert. Mal glaubt sie sich verfolgt, ein andermal, dass sie gebunden ist und nicht gegen die Versuchungen kämpfen kann. Auf ihrem Weg spürt sie, dass die Disteln sie bei jedem Schritt in den Fuß stechen, und jeden Tag vergießt sie Tränen des Schmerzes; an den Dornen des Weges lässt sie Fetzen des Gnadengewandes zurück, mit dem Ich sie geschmückt habe. — Die andere Gruppe ist jene, die ein Siegeslied anstimmt, wenn sie ihre tägliche Arbeit beendet, jene, die sich im Kampfe zu erheben versteht, um Mich zu segnen; die nicht jammert, nicht bettelt, nicht schimpft. Es ist jene, die, wenn sie zu Mir spricht, Mir nur sagt: "Herr, ich danke Dir unendlich, weil ich Deine Vaterliebe an mir erlebt habe, weil Du Dich in meinen Prüfungen kundgetan hast, die meinen Geist vervollkommnen. Ich danke Dir, denn inmitten jener Prüfungen werde ich Deinen Frieden und den Lebensunterhalt haben."
15 So preisen Mich jene, die Mich verstanden haben. Für sie ist jeder Tag, jede Morgenröte ein neues Licht der Hoffnung und ein neuer Schritt auf dem Pfade ihrer Entwicklung. Doch Ich will euch nicht teilen, Ich will euch vielmehr in einer einzigen Familie verschmelzen, in der Ich nicht Anfänger und Jünger erblicke. Ich will nicht höhere Wesen neben niedrigeren. Da Ich allen die gleiche Befähigung gewährt habe, will Ich, dass ihr sie alle in derselben Weise zu schätzen wisst.
16 Ihr, die ihr ständig klagt, hört Mich an: Als ihr, verborgen in eurem menschlichen Körper, in Meine Gegenwart gelangtet, habt ihr ihn müde und erschöpft, krank und verfallen vor Mich gebracht. Doch Ich heilte ihn, gab ihm die Kraft zurück, erfüllte euer Herz mit Freude und Hoffnung. Ich gab in eure Hände die Schlüssel, um die Tore zur Arbeit zu öffnen, und gab euch Brot. Ich segnete und reinigte eure Angehörigen und machte euren Weg frei von Hindernissen. Ich erweckte euren Geist aus seinem tiefen Schlaf und gab ihm nur deshalb keine weitere Gabe, weil er von seiner Erschaffung an alles besaß. Aber Ich musste die Seele von der Ermattung, von ihrer Krankheit befreien und richtete sie in jenem Augenblick durch ihr Gewissen. Nachdem Körper und Seele erstarkt waren, verschmolz Ich diese zu einem einzigen Wesen, zu einem einzigen Wollen, damit es Mein Gesetz erfüllte. Was könnt ihr mehr verlangen? Ich sage euch: Erfüllt dies Gesetz, und ihr werdet Frieden haben in dieser Welt, und hernach wird euer Geist im Himmelreich sein. — Auf diese Weise erweckte Ich euch, damit ihr wüsstet, wer ihr seid und dadurch auch das Erhabene eurer Bestimmung und eurer Aufgabe begreifen lerntet.
17 Jetzt sage Ich euch: Verharrt nicht darin, Mir nur zuzuhören, ihr müsst auch handeln! Werdet stark und lernt in den Prüfungen! Wenn ihr nur zuhört und nicht nachdenkt, werdet ihr nichts gelernt haben und auch nichts in die Tat umsetzen können. Seht diese Versammlungsstätten als Schule an, in der der Meister euch Unterricht erteilt, und betrachtet die Welt als ein weites Arbeitsfeld, wo ihr das, was ihr gelernt habt, zur Anwendung bringen könnt.
18 Diese Welt ist das geeignete Feld, um zu arbeiten. In ihr ist Schmerz, Krankheit, Sünde in allen Formen, Laster, Zwietracht, verirrte Jugend, Alter ohne Würde, zum Bösen missbrauchte Wissenschaft, Hass, Krieg und Lüge.
19 Dies sind die Felder, auf denen ihr arbeiten und säen sollt. Doch wenn euch jener Kampf, der euch unter den Menschen erwartet, gigantisch erscheint — wahrlich, Ich sage euch, obschon er groß ist, ist er nicht mit dem zu vergleichen, den ihr mit euch selbst beginnen müsst: den Kampf der Seele, der Vernunft und des Gewissens gegen die Leidenschaften des Fleisches, ihre Eigenliebe, ihre Selbstsucht, ihre Vermaterialisierung. Und solange ihr nicht über euch selbst gesiegt habt — wie könnt ihr da aufrichtig von Liebe, von Gehorsam, von Demut und Vergeistigung zu euren Brüdern sprechen?
20 Erkennt, dass ihr den mächtigsten Feind in euch selbst habt.
Wenn ihr ihn besiegt habt, werdet ihr den Drachen mit den sieben Häuptern, von dem der Apostel Johannes zu euch sprach, unter euren Füßen sehen. Dann erst könnt ihr in Wahrheit sagen: "Ich kann mein Angesicht zu Meinem Herrn erheben, um Ihm zu sagen: Herr, ich werde Dir nachfolgen." Denn dann werden es nicht nur die Lippen sagen, sondern der Geist.
21 Wenn die Augen eures Körpers für einen Augenblick euren eigenen Geist schauen könnten, wärt ihr geblendet, zu erfahren, wer ihr seid und wie ihr seid. Ihr hättet Achtung und Erbarmen mit euch selbst und würdet einen tiefen Schmerz fühlen, zu sehen, wohin ihr jenes Licht gebracht habt.
22 Heute komme Ich, euch zu sagen, wer ihr seid, denn ihr kennt euch nicht. Ihr sagt andauernd, dass ihr Geist besitzt, ohne zu wissen, was dies bedeutet, ohne wenigstens Glauben daran zu haben, dass ihr Geist besitzt; denn ihr habt ihn nicht gesehen, wie ihr es in eurem Materialismus gewünscht habt. Wenn ihr ihn nicht kennt — wie wollt ihr ihn da entwickeln?
Seid nicht länger der Kerker oder der Henker eures Geistes. Der Körper soll nicht sein Eigentümer oder Herr sein. Lasst ihn sich befreien, lasst ihn die weltlichen Neigungen des Fleisches zurückweisen, so wie jemand den Wolf verjagt, der ihm auf Schritt und Tritt auflauert.
23 Diejenigen, die innerlich fühlen, dass sie Mich verstanden haben, und die glauben, ihre Aufgabe zu erfüllen, sollen denen beistehen, die nachkommen. Doch bringt Mir noch nicht eure Frucht dar, denn das Werk, das ihr geschaffen habt — nicht nur in dieser Zeit, sondern zu allen Zeiten — ist Meiner noch nicht würdig.
24 Grämt euch deswegen nicht und verliert auch nicht den Mut. Wenn Ich euch sagen würde, dass ihr schon die Vollkommenheit erreicht habt und dass eure Werke keinerlei Mängel haben — würdet ihr euch da anstrengen, weiterhin auf dem Wege eurer geistigen Reifung voranzukommen?
25 Bleibt nicht länger stehen, richtet eure Augen nicht auf das Vergangene. Das, was ihr zurückließet, waren Schmerz, Tränen und Sünden. Ihr habt die Stadt Sodom hinter euch gelassen, wendet ihr nicht mehr euer Angesicht zu. Sie war die Stadt der Sünde. Geht auf ein neues Land zu, dessen Quellen mit kristallklarem Wasser und dessen fruchtbare Gefilde euer Dasein lieblich und glücklich machen.
26 Seht, es sind viele Wege, die sich vor dem Geiste der Menschheit auftun. Dennoch sage Ich euch, dass Ich keine einzige vollkommene Religionsgemeinschaft in dieser Welt sehe, auch wenn einige auf Meine Lehre gegründet sind. Ich komme nicht im Widerspruch zu dem Wort, das Ich euch in der Zweiten Zeit gab, Ich kann Mich nicht selbst verleugnen. Doch Ich frage euch: Wo ist jenes Wort, jene Unterweisung? Ich suche sie im Herzen der Menschen und finde sie nicht. Man hat sie in den alten und verstaubten Büchern verwahrt, und es gibt sogar einige unter den Menschen, die es gewagt haben, sie zu verfälschen. Deshalb sage Ich euch, dass Ich unter euch keine vollkommene Religionsgemeinschaft finde. Denn statt Liebe und Barmherzigkeit, Demut und Gerechtigkeit finde Ich nur Riten, Überlieferungen und Eitelkeiten, viele Leiden und Unwissenheit. Aber dies sind Fehler, die nicht vor Mich gelangen. Mich erreicht nur die Liebe, die Sanftmut, die Gerechtigkeit und die Geduld.
27 Wer liebt, lebt Meine Lehre. Wer den Schmerz seiner Mitmenschen fühlt, um ihretwillen leidet und ihnen Trost verschafft, der ist Mein Jünger. Wer die Tugend durch Werke, durch sein eigenes Leben lehrt, der ist ein Meister. Wer in Wahrheit seinen eigenen Bruder liebt, der ist Mein würdiges Kind.
28 Wer Mein Gesetz kennt und es verbirgt, kann sich nicht Mein Jünger nennen. Wer Meine Wahrheit nur mit seinen Lippen weitergibt und nicht mit dem Herzen, nimmt Mich nicht zum Vorbild. Wer von Liebe spricht und mit seinen Werken das Gegenteil beweist, der ist Verräter an Meinen Lehren.
29 Wer die Reinheit und Vollkommenheit Marias verleugnet, ist töricht, denn in seiner Unwissenheit fordert er Gott heraus und leugnet Seine Macht. Wer Meine Wahrheit in der Dritten Zeit nicht anerkennt und die Unsterblichkeit der Seele leugnet, schläft noch und beherzigt nicht die Prophetien der vergangenen Zeiten, welche die Offenbarungen ankündigten, die die Menschheit in dieser Zeit miterlebt.
30 Das ist der Grund für Meine Dritte Offenbarung. Ich bin nicht im Schoße von Synagogen oder Kirchen erschienen, denn diese sind nicht Mein Haus. Die Tempel aus Stein, von der Hand der Menschen errichtet, können nicht Mein Tempel sein, sondern das Herz der Menschen selbst, wo der Altar ihrer Liebe, das Licht ihres Glaubens und die Opfergabe ihrer Verdienste ist.
31 Ich suche Herzen und Seelen, um Mich in ihnen zu offenbaren.
32 Wenn ihr wollt, dass die Wahrheit in euch lebt, so übt Liebe, verbreitet Licht mit Worten, Werken und Gedanken, heilt die an Seele und Körper Kranken.
33 Wenn manche sich als Meine Feinde erheben, sehe Ich sie nicht als solche an, sondern nur als Bedürftige. Diejenigen, die sich für Gelehrte halten und Mein Dasein leugnen, blicke Ich mit Mitleid an. Jene, die versuchen, Mich im Herzen der Menschen zu vernichten, betrachte Ich als Unwissende, da sie glauben, die Macht und die Waffen zu haben, um Den zu vernichten, welcher der Urheber des Lebens ist.
34 Nur ein Wesen, das allmächtig wäre wie Ich, könnte mit Mir kämpfen. Doch glaubt ihr, dass wenn eine Gottheit aus Mir hervorginge, sie gegen Mich wäre? Oder glaubt ihr etwa, dass sie aus dem Nichts entstehen kann? — Aus dem Nichts kann nichts hervorgehen. — Ich bin Alles und bin niemals geboren. Ich bin der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega alles Geschaffenen.
35 Könnt ihr euch vorstellen, dass eines der von Mir geschaffenen Wesen sich zu Gott emporrecken könnte? Alle Geschöpfe haben Grenzen, und um Gott zu sein, ist es notwendig, keine Grenzen zu haben. Wer jene Träume von Macht und Größe gehegt hat, ist in die Finsternis seines eigenen Hochmuts gefallen.
36 In Mir kann keine Selbstsucht existieren. Daher — da Ich in Meiner Göttlichkeit groß bin — war es Mein Wille, dass auch ihr groß seid. Ich weiß, solange ihr klein seid, werdet ihr schwach sein und werdet Mir nicht nachfolgen, Mich verstehen und lieben können. Darum suche Ich euch auf, um euch zu belehren und euch groß an Geist und Verstand zu machen. Ich liebe euch und will euch nahe fühlen. Niemals wird ein Vater glücklich sein können, solange er weiß, dass seine Kinder abwesend sind und dass sie überdies leiden.
37 Mein Vaterhaus ist für euch zugerüstet. Wenn ihr zu ihm kommt, werdet ihr euch seiner in Wahrheit erfreuen. Wie könnte ein Vater in einem königlichen Gemache leben und köstliche Speisen genießen, wenn er weiß, dass seine eigenen Kinder wie Bettler vor den Toren seines eigenen Hauses stehen?
38 Meine Kinder, ihr selbst habt euch das Gericht bereitet durch eure Verstöße gegen Mein Gesetz. Ihr seid auf dem Wege gestrauchelt und habt geglaubt, dass Ich euch gezüchtigt habe, und habt Mich unbarmherzig genannt, wobei ihr vergessen habt, dass Jener, den ihr ungerecht und unbarmherzig nennt, euer Himmlischer Vater ist.
39 Habt ihr in dem strengen Richter der Ersten Zeit nicht die Liebe des Vaters erkannt? Und entdecktet ihr in dem liebevollen Meister der Zweiten Zeit nicht den Vater? Erinnert euch, dass Ich euch sagte: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater."
40 Heute, da Mein Heiliger Geist zu euch spricht, spricht tatsächlich die Weisheit des Vaters und die Liebe des Sohnes zu euch.
41 Ich will euch nicht durch Meine Größe erniedrigen, noch mit derselben prahlen, aber Ich zeige sie euch dennoch, soweit es Mein Wille ist, damit ihr die höchste Wonne darüber empfindet, einen Gott aller Macht, Weisheit und Vollkommenheit zum Vater zu haben.
42 Freut euch bei dem Gedanken, dass ihr niemals das Ende Meiner Macht erleben werdet und dass, je höher die Entwicklung eures Geistes ist, ihr Mich desto besser erkennen werdet. Wer könnte sich nicht damit einverstanden zeigen, zu wissen, dass er niemals die Größe seines Herrn erreichen wird? Wart ihr auf Erden etwa nicht damit einverstanden, im Vergleich zu eurem irdischen Vater jünger an Jahren zu sein? Habt ihr ihm etwa nicht bereitwillig Erfahrung und Autorität zugebilligt? Habt ihr euch nicht gefreut, zu sehen, dass ihr einen stärkeren Mann als ihr zum Vater habt — stolz, tapfer und voller Tugenden?
43 Jünger, verwendet dies Licht, das Ich in euch gelegt habe, niemals zum Bösen. Ich weise euch darauf hin, weil diese Form Meiner Kundgebung bald enden wird, und die Gnade, die Ich unter euch ausgegossen habe, so groß ist, dass einige, wenn sie Mich scheiden sehen, sich in ihrer Unvernunft frei fühlen werden, von ihrer Vollmacht und ihren Geistesgaben Gebrauch zu machen, nur um sich vor den Menschen zu erhöhen.
44 Denn wehe denen, welche die Schmeichelei, die Eitelkeiten und das Geld suchen! Denn der Schmerz und die Prüfungen werden bewirken, dass ihre Brüder kommen und sich vor ihnen niederwerfen, um einen Tropfen Heilbalsam zu erlangen. Aber wehe jenen, die sich für Götter halten, ohne zu begreifen, dass ihre Vollmacht sich in Unheil verwandelte und ihr Licht in Finsternis! Weh Meinen guten Jüngern, denn sie werden um jener willen leiden müssen, denn es wird Verwirrung entstehen!
45 Immer, wenn ihr wissen wollt, ob der Weg, dem ihr folgt, jener der Aufwärtsentwicklung ist, sollt ihr das Gewissen befragen, und wenn Frieden in ihm ist und in eurem Herzen Nächstenliebe und guter Wille gegenüber euren Brüdern zuhause ist, werdet ihr sicher sein, dass euer Licht noch immer scheint und euer Wort tröstet und heilt. Doch wenn ihr entdecken solltet, dass in eurem Herzen die Habgier, das Übelwollen, der Materialismus und die Fleischeslust Wurzeln geschlagen haben, könnt ihr sicher sein, dass euer Licht zu Finsternis, zu Trug geworden ist. Wollt ihr, dass — wenn der Vater euch abberuft — ihr statt goldenem Weizen eine unreine Ernte vorweist?
46 Bewahrt diese Worte im Innersten eures Wesens, damit sie unauslöschlich sind. Erfüllt (den Auftrag) in eurem Leben mit Sanftmut, und ihr werdet Frieden haben. Ich will, dass das Brot süß in eurem Munde ist, dass euer Heim nicht ein zerbrechliches Boot ist, dass ihr einig seid, damit, wenn jene zu euch kommen, die nicht an dieses Wort glauben, der Sturmwind ihrer Worte und ihrer bösen Absichten nicht euren Glauben hinwegfegt.
47 In der Zweiten Zeit waren viele bestürzt wegen Meiner Gegenwart in Jesus, weil sie Spaltung im Schoße der Familien verursachte. Von fünfen, die in einem Heime lebten, waren drei gegen zwei und zwei gegen drei, und während drei Mir nachfolgten, lehnten Mich zwei ab. Das gleiche geschieht in dieser Zeit. Es gibt Heime, in denen der Vater Mich erkannt hat und die Gefährtin und die Kinder sich gegen ihn erhoben haben. Andere, in denen die Frau, die Mutter der Familie, zu Mir gekommen ist und Mir tränenüberströmt gesagt hat: "Meister, Ich folge Dir nach und möchte, dass auch die Meinen Dir nachfolgen. Doch sie, meine eigenen Kinder, haben mich verkannt."
48 Wie selten sind die Familien, in denen alle sich in vollkommener Harmonie nach Meiner Unterweisung richten!
49 So erduldet dies Volk die Verständnislosigkeit der Verwandten und der Nachbarn, man verweigert ihm das Brot, verschließt vor ihm die Türen, legt ihm Hinterhalte und schleudert ihm Verleumdungen und falsche Zeugnisse entgegen. Fürchtet euch nicht, seid stark, denn jene, die euch am meisten verkennen, werden diejenigen sein, die zerknirscht herbeikommen, um die Spur zu suchen, der ihr folgt.
50 Ich liebe euch und werde euch allezeit erretten, und es wird Meine Barmherzigkeit sein, die ihr auf eurem Lebensweg empfangt, wodurch selbst die Ungläubigen überrascht sein werden, wenn sie sehen, dass ihr Frieden im Herzen, Brot auf eurem Tische und Stärke in eurem Geiste habt.
51 Um euch zu helfen, sende Ich euch Meine zärtliche Liebkosung, o Jünger. Wenn Mein Göttlicher Strahl zu Mir zurückkehrt, wird Mein Friede in euch bleiben. Doch heute sagt euch der Meister: Wache auf, Volk! Dies ist nicht die Zeit zu schlafen. Die Stürme peitschen euch alle Augenblicke, und ihr müsst stark bleiben. Es ist die Zeit des Gerichts und der Besinnung: Seuche, Hunger, Krieg, Tod und alle sichtbaren und unsichtbaren Nöte und Plagen sind losgelassen. Betet und arbeitet im Stillen. Löscht eure Lampe nicht aus und verbergt nicht die Gabe, die ihr besitzt. Seid immer bereit, den aufzunehmen, der an eure Tür klopft, dann werdet ihr euch die treuen Jungfrauen Meines Gleichnisses zum Vorbild nehmen — jene, die den keuschen Gatten mit brennender Lampe erwarteten.
52 Eure Vergeistigung wird die Gedanken all jener beeinflussen, denen ihr helfen wollt. So werdet ihr den Weg eurer Brüder, die euch auf Erden regieren, erhellen können. Sie werden ihre Herzenstüren offen halten und den Fremdling aufnehmen, und sie werden ihm die Friedensbotschaft weitergeben, die Ich ihnen eingeben werde.
53 Eine schwierige Mission wird diese Nation unter den andern Nationen der Erde zu erfüllen haben. Doch hierfür werde Ich zuvor jedes Unkraut mit der Wurzel ausreißen. Ich werde bewirken, dass die Menschen die Maske der Heuchelei ablegen und ihr Herz mit Aufrichtigkeit, Brüderlichkeit und Licht erfüllen. Auch im Geistigen wird diese Nation ein Beispiel geben müssen; aber es ist notwendig, dass sie ihre Gottesverehrung vergeistigt und den religiösen Fanatismus und die abgöttischen Kulte ausmerzt.
54 Meine Lehre muss von euch gelebt werden, damit die andern ihr Glauben schenken können; doch wenn dies Volk sich geistig aufrichtet, werden in allen Gegenden der Erde erleuchtete Menschen auftreten, um Meine Lehre zu verbreiten. Sie werden Mir dann danken, weil sie sich nicht allein fühlen werden und erkennen werden, dass alle Gnadengaben besitzen. Denn bevor sie zur Erde kamen, empfingen sie dieselben aus Meiner väterlichen Güte aufgrund des Gelöbnisses, ihre Mission zu erfüllen.
55 Gesegnet sei, wer seine Geistesgaben entfaltet, nur von der inneren Stimme seines Gewissens geführt, wie der Prophet Johannes, den ihr den Täufer nennt, welcher erleuchtet durch das Licht, das er von seinem Herrn empfing, seinen Weg ging. Wer sonst konnte ihn in der Wüste lehren oder zu ihm sprechen?
56 Erstehe zu neuem Leben, o Volk, verfalle nicht dem Untergang! Vergesst nicht, dass Ich euch immer "Kinder des Lichts" genannt habe. Lasst wenigstens an jedem Tag einen Funken Licht in eurem Geiste erstrahlen. "Wie kann dies geschehen?" fragt Mich euer Herz. Darauf antworte Ich, dass die Menschheit voll Bedürftiger ist und ihr diesen etwas von dem geben könnt, was ihr als geistigen Reichtum besitzt. Schon vor langer Zeit habe Ich euch für diese Aufgabe bestimmt, und das, was Ich in dieser Zeit
getan habe, als Ich eure Stirne kennzeichnete, ist nur die Bestätigung der Bestimmung und der Geistesgaben, die ihr von Mir schon im Anbeginn eures Seins empfangen habt. Der Friede, die Kraft, das immerwährende Licht, die Vollmacht über verwirrte Seelen, die Gabe der Heilung, das (innere) Wort, das geistige Gebet und so viele Gaben, die euren Geist schmücken, sind die Waffen, mit denen ihr den Frieden dieser Nation schaffen könnt, welches fruchtbares Land für Propheten, Sendboten, Meister und Apostel des Guten sein wird.
57 Wenn einmal alle diese Prophetien in Erfüllung gehen und die Menschen irgendeine Ankündigung derselben in den Schriften suchen, werden sie überrascht sein, wenn sie auf Schritt und Tritt einen deutlichen Hinweis auf all das finden, was eure Augen in dieser Zeit sahen und was sie in den kommenden (Zeiten) sehen werden. Dann wird die Menschheit sagen: Tatsächlich, dies ist die Dritte Zeit, die Wiederkunft des Herrn!
58 Für einige hat es den Anschein, dass dies Volk ein Vorrecht genießt; aber hernach wird die ganze Welt gewahr werden, dass der Geist des Herrn ohne Bevorzugung auf Seine ganze universelle Familie ausgegossen ist.
Mein Friede sei mit euch!

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