Freu dich auf die Lehren



Als Anna Maria um kurz vor 6 Uhr  aufwacht fühlt sie wieder ein bedenkliches Wackeln im Geiste.
Später sieht sie, daß um 5:39 in Westaustralien ein starkes Beben der Magn. 6,8 war.
Sie hörte „Solomon“ aber das Beben war in Westaustralien. 
Dann höt sie die Worte:
„Zünd eine Kerze an und freu dich auf die Lehren!“

Vor zwei Tagen hat Anna Maria ihr geliebtes Haargummi verloren und konnte es nicht wieder finden, obwohl sie den hl. Antonius und Jesus anrief, daß  sie ihr suchen helfen. Heute früh ist sie dann vor ihrem Bett auf etwas getreten und es war – ihr Haargummi. Sogleich zeigte sie es voll Freude ihrem Mann.
Während des Morgengebetes hört Anna Maria diffuse Worte und in ihr erwachen Zweifel, ob sie der richtigen Stimme folgt oder ob sie getäuscht ist. Dies beunruhigt sie und schließlich erbittet sie ein Rhema. Sie bekommt dieses Rhema:

Predigt von Jesus… Vom verlorenen Schaf
(30.03.1872)
Lukas 15:3-32
Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: “Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und wenn er deren eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heimkommt, ruft er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: ,Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war!` Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: ,Freuet euch mit mir; denn’ ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte!` Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: ,Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört!` Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange danach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun all das Seine verzehret hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbige ganze Land, und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: ,Wieviel Taglöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Taglöhner!` Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: ,Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße.` Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: ,Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und bringet ein gemästetes Kalb her und schlachtet`s! Lasset uns essen und fröhlich sein; denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.` Und sie fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen. Und er rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: ,Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästetes Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat.` Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er aber antwortete und sprach zum Vater: ,Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästetes Kalb geschlachtet.` Er aber sprach zu ihm: ,Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden!
01. Dieses ganze Kapitel Meines Evangelisten Lukas handelt vom Verlorenen und von der Freude des Wiederfindens.
02. Es wurde den anwesenden Schriftgelehrten und Pharisäern in drei Gleichnissen erläutert, warum Ich nicht die Gesunden, sondern die Kranken, nicht die Guten und Gerechten, sondern die Sünder aufsuchte.
03. Um auch diese Gleichnisse im wahren Sinn aufzufassen, müssen wir wie bei den meisten Texten die wichtigsten Worte in desselben etwas näher erklären; denn obwohl ihr eine Sprache habt und euch ihrer Worte zum Ausdruck eurer Gedanken bedient, so muß Ich euch offen sagen, daß ihr von allen gebrauchten Worten die tiefe Bedeutung nicht versteht. Und so muß Ich sowohl als Belehrer und Erklärer Meines Evangeliums, wie auch als Sprachlehrer bei euch auftreten.
04. Hier in diesen drei Gleichnissen – vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlorenen Sohn – ist zu erklären:
05. Erstens: Was heißt ,verloren`?
06. Zweitens: Warum sehnt man sich so sehr danach, das Verlorene wiederzufinden?
07. Und drittens: Warum hat man eine solch außerordentliche Freude über das Wiedergefundene, eine Freude, die oft bei weitem größer ist als die über das vielleicht Wertvollere und Wichtigere, das man noch im Besitz hat?
08. Seht, diese drei Fragen müssen zuerst erörtert werden, ehe wir zur geistigen Erklärung und zur geistigen Anwendung auf euch, auf das ganze Menschengeschlecht, ja auf die ganze sichtbare Schöpfung schreiten können; denn wenn man um etwas fragt, so muß man erst genau und klar die Bedeutung der Frage und deren Wert kennen, indem dadurch die Antwort schon halb gegeben ist.
09. So wollen wir nun systematisch mit der ersten Frage beginnen, welche heißt:
10. Was bedeutet das Wort ,verloren`?
11. Seht, dieses Wort bezeichnet den Gedanken, welcher denjenigen überkommt, der etwas ihm Gehörendes oder Wertes, sei es eine Person oder eine Sache, seinem Wirkungskreise entrückt sieht und nicht mehr einen Gebrauch davon machen oder einen Genuß davon haben kann! Verloren ist jedes Ding, welches einer andern Bestimmung, einer andern Richtung als der ihm zugewiesenen gefolgt ist.
12. Wenn nun diese Bedeutung so tief in das Seelenleben des Menschen eingreifen kann, so entsteht daraus die zweite oben angeführte Frage, welche heißt:
13. Warum sehnt sich der Mensch so sehr nach dem Verlorenen?
14. Die Antwort darauf lautet: Weil die Seelenruhe des Menschen durch den Verlust gestört worden ist und der Mensch sich danach sehnt, das Gleichgewicht wiederzuerlangen. So hat das Verlorene für den Besitzer eigentlich einen geistigen Wert, der oft bei weitem größer ist als der materielle Wert desselben.
15. Der Mensch sehnt sich also danach, das Verlorene wieder in seinen Besitz, in seine Wirkungssphäre zu ziehen. Er wird sich beim Fund freuen, weil das Mangelnde wieder an seinen früheren Platz und an seine Stelle gelangt und er es wieder der Bestimmung zuführen kann, welche er für die beste erachtet hatte.
16. Aus diesem Sehnen entsteht der Eifer des Suchens oder die Anwendung aller möglichen Mittel, um sich wieder in den Besitz des Verlorenen zu setzen, eine Tätigkeit, welche oft mit Mühseligkeiten und Anstrengungen verbunden ist, daraus sich dann von selbst die dritte Frage löst, welche heißt:
17. Warum freut man sich des Wiedergefundenen mehr als dessen, was man schon im Besitz hat? Das läßt sich leicht erklären. Weil nämlich das Wiederfinden, resp. das Suchen, Mühe kostet und diese Anstrengung durch den Erfolg des Findens belohnt wurde!
18. Da nun aber eine Freude – welche auch immer – erst dann zur rechten Freude wird, wenn man sie mit anderen teilen kann, so sind eben diese angeführten Gleichnisse auch deshalb beachtenswert, weil sie auch diesen Seelengenuß nicht vergessen, sondern ihn mit erwähnen. Ebenso ist in diesen drei Gleichnissen, die Ich aus verschiedenen Lebensverhältnissen wählte, auch der Schmerz über etwas Verlorenes jedem Bild entsprechend ausgedrückt.
19. Voran geht der Vergleich mit einem Hirten, der ein verlorenes Schaf sucht. Dieses Gleichnis wendet sich gegen den Einwurf, daß Ich die Gesellschaft der in den Augen der Schriftgelehrten und Pharisäer mit Sünden behafteten Leute aufsuchte.
20. Was ist ein Hirte?
21. Seht, ein Hirte ist ein Mensch, dem eine gewisse Anzahl von Tieren anvertraut ist, die er auf die rechten Weideplätze führen und im Notfall vor allen Gefahren schützen soll. Der Hirte ist eben wegen dieses Auftrags seinem Herrn verantwortlich, daß keines seiner ihm anvertrauten Tiere Schaden leide, und daß sie stets genügend Futter haben, wozu der Hirte die geeigneten Plätze auszuwählen hat.
22. Wenn Ich mit Sündern aß und auf diese Weise bewies, daß Ich eben die Kranken gegenüber den Gesunden, die keines geistigen Arztes bedurften, bevorzugte, so war gerade dieses Gleichnis vom verlorenen Schafe am besten geeignet, Meinen Jüngern den Grund Meines Verhaltens einleuchtend zu machen; denn ein verlorenes, verirrtes Schaf ist – bildlich gesprochen – ebenfalls wie ein nichtbekehrter, nicht geistig geführter oder kranker Mensch.
23. Wie ein verirrtes Schaf Unglücksfällen ausgesetzt ist, Raubtieren zur Beute fallen oder in Abgründe stürzen kann, welche Gefahren zu beurteilen es oft nicht imstande ist, ebenso läuft ein verirrter, geistig kranker Mensch, der von der Welt verführt von seiner geistigen Bestimmung nichts weiß, Gefahr, seine eigentliche Bestimmung als Glied eines zukünftigen, ewigen Reiches ganz zu verfehlen, um erst nach langen Zeiträumen durch große Leiden und bittere Erfahrungen dahin zu gelangen, wohin Ich ihn auf dem kürzesten Wege führen wollte.
24. Ich sagte: Der Hirt ist verpflichtet, seine Schafe auf gute Weideplätze zu führen, und dies war ja auch Meine Pflicht, als Ich es unternahm, die Menschen von den Abwegen, auf welchen sie sorglos wandelten, wieder auf den wahren Lebenspfad, zu ihrer eigentlichen geistigen Bestimmung zurückzuführen.
25. Das Beispiel vom Hirten führte Ich deswegen an, weil es erstens den Menschen in jener Zeit am leichtesten begreiflich war, und weil es Meinem Berufe als Menschensohn am besten glich, indem Ich, die auf Erden herabgestiegene Weisheit, Meinem Vater die verlorenen Kinder, wie verlaufene Schafe eines Hirten, wieder zurückzubringen suchte.
26. Wie die Freude eines Hirten groß ist, der nach langem Suchen und Umherirren sein verlorenes Schaf, das ihm anvertraute Gut, wiederfindet, so ist auch Meine Freude groß über eine wiedergefundene Seele.
27. Um diesen Vergleich aber noch deutlicher zu machen, so wählte Ich das zweite Gleichnis, welches von einem Weibe erzählt, das einen Groschen verlor und alles aussuchte, um ihn wiederzufinden.
28. Ich wußte wohl, welchen Wert die Pharisäer und Gelehrten aufs Geld legten, und so war dies emsige Suchen des Weibes eben ihrer eigenen Denksphäre entnommen ihnen leicht begreiflich. Man kann ja auch um eine kleine Münze besorgt sein und so lange suchen, bis sie gefunden ist!
29. Ich folgte noch anderen Gründen, als Ich ihnen das Gleichnis vom verlorenen Schaf als seelischem Wesen zuerst, dann den Verlust materiellen Gutes von vermeintlichem Wert und endlich den Verlust der geistigen Würde im verlorenen Sohn zuletzt vortrug. Ich wollte ihnen damit sagen, daß seelische Verluste leicht, materielle schwerer und geistige am schwersten zu ersetzen sind.
30. Denn bei ersteren kann durch Umstände und Verhältnisse der Verirrte von seinen falschen Ansichten abgebracht werden, worauf er wieder den rechten Weg zu gehen anfängt. Materielle Verluste aber üben gewöhnlich einen solch starken Druck auf die Seele aus, daß sie im Vertrauen zu Mir wankt, ja ganz verzweifelt und wegen des gewohnten Lebens alles mögliche aufbietet, um die weltlichen Genüsse wiederzuerlangen. Das von Mir erwähnte Weib hätte sich mit den übrigen neun Groschen zufriedenstellen können; allein, der verlorene Groschen war ihr so ans Herz gewachsen, daß sie lieber alles durchstöberte, um ihn zu finden.
31. Daß Ich auch bei diesem Gleichnis nicht den materiellen Hergang, sondern nur das Geistige im Auge hatte, ist natürlich. Deshalb sagte Ich auch bei der Wiederfindung des verlorenen Groschens, als das Weib den Fund allen Nachbarinnen und Freundinnen mitteilte, daß im Himmel eine ebensolche Freude sein werde über einen Sünder, der Buße tut, d.h. über eine vom Untergang gerettete Seele.
32. Was das dritte Gleichnis, das vom verlorenen Sohn, betrifft, so hatte Ich Meine Zuhörer nun schon so weit in den Bereich Meiner geistigen Auffassung gezogen, daß Ich ihnen als größtes und letztes Beispiel eine Erzählung geben konnte, in welcher es sich nicht um materiellen Verlust, sondern um den Verlust der geistigen Würde eines Menschen handelt, welcher, uneingedenk seines eigenen Wertes, nur der Welt und ihren Genüssen fröhnt, alle anderen Bande, die ihn an Haus und Familie knüpften, zerreißt und in die Welt hinausstürmt, allen Leidenschaften die Zügel lassend, bis er, ermattet und geistig vernichtet, im größten Unglück erst die Tiefe des Abgrundes erkennt, in den er sich freiwillig stürzte.
33. Im ersten Beispiel war es ein Hirte, der ein tief unter ihm stehendes Wesen, ein Schaf, vom Verderben rettete, indem er es wieder zu den Seinen brachte. Im zweiten Fall war es ein Weib, welches, ihr materielles Gut wiederfindend, sich glücklich schätzte. In beiden Fällen ist nur Weltliches als Beispiel benützt. Im dritten Gleichnis kommt aber zu all diesen möglichen Verlusten noch die Vaterliebe hinzu, die einen noch größeren und wertvolleren Verlust erleidet. Dieses Gleichnis war in bezug auf Mich, als den Vater aller Kreaturen, am ehesten anwendbar, weil in ihm die Reue einer verlorenen Seele auf der einen Seite und die nie versiegende Barmliebe eines liebenden Vaters mit all ihren Folgen auf der andern Seite bildlich dargestellt ist.
34. Das Beispiel vom verlorenen Sohn war, dem menschlichen Leben entnommen, das allerwichtigste, weil Ich darin Meinen Zuhörern neben den Banden der Familie zeigte, wie ein Vater sein sollte, und wie es leider bei ihnen die wenigsten waren. Ich wollte ihnen an der Freude des Vaters über den zurückgekehrten Sohn zeigen, wie groß erst die Freude bei dem Schöpfer aller Wesen sein werde, wenn Er die Menschen, die Er frei in die Welt hinausstellte, dann freiwillig wieder zu sich zurückkehren sieht. Daß über einen solchen Zurückkehrenden die Freude in Meiner Geisterwelt noch größer ist als im Familienleben bei der Heimkehr eines längst vermißten Familiengliedes, konnte Ich ihnen in diesem Gleichnis dadurch begreiflich und verständlich machen, daß Ich bildlich von dem Feste sprach, das der Vater zur Wiederkehr seines schon längst tot geglaubten Sohnes anordnete.
35. So waren diese Gleichnisse drei Bilder aus dem Menschenleben, welche nicht nur in jenen Zeiten zu finden waren, sondern sich stets wiederholen und auch bei euch zu finden sind.
36. Um die verlorenen Schafe und Söhne wieder zu retten, die ersteren selbst heimzuführen und die letzteren zur freiwilligen Umkehr zu bewegen, scheue Ich keine Mühe. Mahnungen, Bedrängnisse aller Art, Krankheiten und Todesfälle sollen ihnen fortwährend vor Augen halten, daß es noch eine andere Welt als die eben sichtbare gibt. Nichts unterlasse Ich, und selbst die gesamte Schöpfung ist ja ein Beispiel dafür, auf welche Weise der verlorene Lohn nach und nach zu mir ,seinem Schöpfer und Vater, wieder zurückkehren muß. Schon seit Äonen Zeiträumen, geht dieser Prozeß auf anderen Welten vor sich. Auf dieser eurer Erde naht er sich bald einem Abschlusse. Dadurch wird ein großer Schritt vollendet sein, damit das gebundene Geistige sich leichter und schneller entwickeln kann, um zu der Bestimmung zu gelangen, zu welcher Ich diesen Erdball und seine Bewohner auserwählt habe.
37. Alles im ganzen Universum muß sich vergeistigen, muß aufwärtsschreiten; aber ihr Menschen, deretwegen Ich selbst zur Erde kam, habt eine größere Mission als Millionen anderer Geister auf anderen Welten vor euch; denn nicht ohne Grund und Zweck wählte Ich eure Erde und auf ihr Meine eigene Demütigung als Beispiel für Mein ganzes Geisterreich.
38. Deswegen seid ihr auch alle hier mehr von Versuchungen umgeben, weil der Preis eurer künftigen Existenz ein größerer ist als der vieler, auf anderen Welten lebender Wesen, welche langsam ihren Läuterungs- und Verwandlungsprozeß durchmachen, während ihr, mit dem großen Licht Meines Worts und Meines Beispiels ausgerüstet, bei starkem Willen in kurzer Zeit dahin kommen könnt, wohin andere Wesen erst nach undenklichen Zeiträumen gelangen. Hier auf dieser kleinen Erde muß der Vergeistigungsprozeß schneller vor sich gehen. Es sind nun alle Mittel vorhanden und alle Anordnungen getroffen, daß die Menschen, so wie sie sich selbst, ihre Seele und durch sie ihren Körper vergeistigen, auch rückwirkend die in finsterer Materie gebundenen Geister zum schnelleren Fortschreiten antreiben; denn für grob gebaute Seelen ist eine grobe, starre Materie, für feinere, geistig entwickelte Wesen auch eine leichtere Unterlage nötig. So wie sich also die Menschheit vergeistigt, so folgt ihr Schritt für Schritt auch ihre Welt nach, die ihr als Wohnort angewiesen ist.
39. Daher beeilt euch, zu diesem Vergeistigungsprozeß euer Möglichstes beizutragen! Fangt bei euch selbst an; denn je mehr ihr selbst das Weltliche entbehren könnt, desto mehr vergeistigt sich euer Inneres! Dieses leuchtet endlich durch die äußere Form hindurch und bildet damit eine Abspiegelung des inneren Gehaltes.
40. Dieses Fortschreiten, je mehr es sich vorerst bei einzelnen, später bei vielen kundgibt, wird die große Lösung Meiner geistigen Frage herbeiführen, wo Ich dann, als der eine Hirte, euch alle als Meine Schafe auf den fetten Triften des Himmelslichtes alles Geistige empfangen lassen werde, das ein liebender Vater euch seit Äonen von Zeiten vorbereitet hat.
41. Sorgt daher, diesem Zweck soviel als möglich nachzukommen! Gedenkt der Freude der Geister und Wesen, die an eurem Schicksal Anteil nehmen! Und wenngleich Leiden und Kämpfe aller Art dieses Fortschreiten begleiten müssen, so ist doch das Endziel aller dieser Mühen wert. Die eigene Freude, alle Mühen überstanden zu haben, die Freude der mit euch Jubelnden im Jenseits, die Belohnung mit Meiner ewigen Vaterliebe und die ewig dauernde Steigerung von Seligkeit zu Seligkeit, von Genuß zu Genuß, werden euch die leichten Unbilden eines kurzen Probelebens vergessen machen.
42. Daher folgt dem Hirten und verirrt euch nicht wieder auf andere Wege, nachdem Er sich so viele Mühe gegeben hat, euch den rechten Weg zum ewigen Leben und zu Seiner Kindschaft zu zeigen! Amen.

Unterscheidung der Geister



Anna Maria legt sich Mittags zu einem Schläfchen hin. Da hört sie in ihrem Inneren eine Stimme, die sagt:
„Solange du im Finstern gehst, wirst du meine Früchte ernten.“
Anna Maria denkt über das Gehörte nach und erkennt, daß das nicht die Stimme Gottes ist.
Es ist die Stimme des Widersachers – Satan. Er ist fähig, die Stimme Gottes nachzumachen; es ist die gleiche Stimme, die sie sonst immer hört. Der einzige Unterschied ist, daß die Stimme Satans immer eine böse Absicht verfolgt – eine Lüge oder eine Bosheit beinhaltet und daß sie in die Trennung führt.
Wenn wir im Finstern gehen, ernten wir die Früchte vom Baum Satans, welche sind: Lüge, Bosheit
Um zu Gott zu gelangen, müssen wir sogar lernen, mit Satan umzugehen. Wenn wir die Stimme Satans hören ist das eine Prüfung, ob wir erkennen, wem wir folgen. 
Wir müssen lernen, das Böse zu überwinden mit dem Guten, ein jeder an seinem  Ort.
Wenn wir im Lichte gehen, ernten wir die Früchte vom Baum Christi, welche sind: Wahrheit, Liebe
Die Absicht Gottes ist immer Einheit und Wachstum im Guten auf dem Weg zur Vollkommenheit nach dem Bilde Gottes.

BWL - Band 6 - Unterweisung 167


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band V - Unterweisung 143 - 174
Download-Link - Buch des wahren Lebens - Band 6

Unterweisung 167:
 
 1 Aus vielen Herzen steigt zu Gott die Frage auf: "Herr, wird der Schmerz, der diese Welt heimsucht, für immer fortbestehen?" Darauf antwortet ihnen der Meister: "Nein, meine vielgeliebten
Kinder, euer Schmerz wird verschwinden, sobald ihr die wahre Liebe findet."
2 Obwohl man auf Erden viel von Liebe spricht, gibt es sie in Wirklichkeit nicht unter euch. Manche täuschen sie vor, andere verwechseln sie mit einem selbstsüchtigen Gefühl, und wieder andere mit einer niederen Leidenschaft. Falschheit regiert im Menschenherzen, die Lüge herrscht, man heuchelt Liebe, Freundschaft, Wohltätigkeit. Das Unkraut ist gewuchert und hat sich überallhin verbreitet, und nur das Feuer des Schmerzes wird imstande sein, es zu vernichten.
3 Dies Feuer werden die Menschen mit ihren Kriegen der Ideen, Glaubensbekenntnisse, Philosophien und Wissenschaften entflammen. Es ist der Krieg, der sich mit großen Schritten nähert. Dort, in diesem Feuer, das durch ihre eigenen Machtgelüste, Leidenschaften und Feindschaften entzündet wird, werden sie ihre Läuterung finden. So haben sie es gewollt, so haben sie es gefordert.
4 Wie wäre es möglich, dass die Menschen sich wie Geschwister lieben, wenn sie ihr Herz noch nicht geläutert haben? Es bedarf einer großen Heimsuchung auf der Welt, damit sie aus ihr geläutert hervorgehen; denn der Schmerz läutert.
5 Auch sage Ich euch: Die Menschen müssen an die Menschen glauben, müssen Glauben und Vertrauen zueinander haben, denn ihr müsst zu der Überzeugung kommen, dass ihr alle auf der Erde einander braucht.
6 Meint nicht, dass es mir gefällt, wenn ihr sagt, dass ihr an mich glaubt, und Ich dabei weiß, dass ihr an der ganzen Welt zweifelt. Denn was Ich von euch erwarte, ist dies, dass ihr mich durch die Liebe, die ihr euren Nächsten entgegenbringt, liebt und denen vergebt, die euch verletzen; dass ihr dem Ärmsten, Geringsten oder Schwächsten liebevoll beisteht, eure Mitmenschen unterschiedslos liebt und bei allen euren Werken größte Selbstlosigkeit und Wahrhaftigkeit walten lasst.
7 Lernt von mir, denn Ich habe niemals an euch gezweifelt, glaube an eure Rettung und vertraue darauf, dass ihr euch aufraffen werdet, um das wahre Leben zu erreichen.
8 Auch wenn es nach außen hin viel Falschheit bei den Werken der Menschen gibt, gibt es nicht einen, in dessen Innern nicht ein Teil Wahrhaftigkeit vorhanden ist. Dieser Teil ist der Funke geistigen Lichtes, den er in sich trägt, ist meine göttliche Gegenwart, der Gottesfunke, der ihn innerlich erleuchtet. Ich werde bewirken, dass dies Licht, welches das meine ist, in jedem Herzen erstrahlt, und dass sein Widerschein sich in jedem eurer Werke bekundet.
9 Ich will, dass ihr in der Wahrheit lebt, und dafür ist es nötig, dass alles Böse stirbt. Ihr, die ihr euch der Stunde, die näherrückt, bewusst seid — wachet und betet schon heute, kündigt euren Mitmenschen diese Schlacht als Propheten an, damit sie sich vorbereiten und in den Augenblicken der Bitternis während des kommenden Kampfes nicht verzweifeln.
10 Seid davon überzeugt, dass alle "Felder" Frucht tragen werden, wenn sie zubereitet sind. Mein Same ist bereit, auf sie niederzugehen: Jedes menschliche Wesen wird eine Pflanze sein, die erblüht und Früchte der Liebe schenkt und so die Bestimmung alles Geschaffenen erfüllt.
11 Im Pflanzenreich gibt es Schmarotzerpflanzen, die unnütz sind; nehmt sie euch nicht zum Vorbild.
12 Wisst ihr, warum der Vater von euch nur Früchte der Liebe erwartet? — Weil der Same des Lebens, den Ich in jedes Geschöpf legte, der Ur-Same, die Liebe war.
13 Wenn ihr zuweilen, wie es bei Pflanzen der Fall ist, dem Anschein nach vertrocknet seid, wenn ihr für kurze Zeit welk geworden seid oder Durstqualen erlitten habt, so geschah dies nicht, weil euch das Wasser meiner Gnade gefehlt hat. Mein Liebesquell hat sich immerdar auf jeden Geist und jedes Herz als lebenspendendes Nass ergossen. Aber diese menschlichen, mit Geist begabten Pflanzen besitzen Willensfreiheit, und infolge des schlechten Gebrauchs dieser kostbaren Gabe entfernen sie sich von jener göttlichen Gnade, welche das einzige ist, was die Seele retten und stärken kann. Wie verschieden seid ihr von den Pflanzen der Erde, die an ihrem Orte immer ergeben das entgegennehmen, was ihnen die Barmherzigkeit Gottes beschert!
14 Ihr alle meint, in eurem Leben schon geliebt zu haben, doch Ich sage euch: Manche haben wirklich geliebt, während andere die Leidenschaften und den Egoismus mit Liebe verwechselt haben.
15 Durch Jesum gab Ich euch die vollkommene Unterweisung. Betrachtet meinen Lebensweg als Mensch von der Geburt bis zum Tode, dann wird sich euch die Liebe in lebendiger und vollkommener Weise erschließen.
16 Ich verlange nicht von euch, dass ihr Jesum gleich sein sollt, denn in ihm war etwas, was ihr nicht erreichen könnt: als Mensch vollkommen zu sein, da jener, der in ihm war, Gott selbst in begrenzter Form war. Aber Ich sage euch dennoch, dass ihr ihm nacheifern sollt.
17 Mein ewiges Gesetz hat zu euch immer von dieser Liebe gesprochen. Ich sagte euch in den ersten Zeiten: "Du sollst Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieben", und "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
18 Später gab Ich euch diese inspirierten Worte: "Liebet eure Geschwister, wie der Vater euch geliebt hat"; "Liebet einander."
19 In dieser Zeit habe Ich euch offenbart, dass ihr Gott mehr als alles Geschaffene lieben sollt, dass ihr Gott in allem Bestehenden, und alles Bestehende in Gott lieben sollt. Dass ihr an euren Mitmenschen Barmherzigkeit und nochmals Barmherzigkeit üben sollt, damit ihr den Vater in all seiner Herrlichkeit schaut, denn Barmherzigkeit ist Liebe.
20 Der Mensch ist niemals so wie heute in der Lage gewesen, mich durch geistige Anbetung zu lieben, frei von Unlauterkeit. Die heidnischen Zeiten und die der Ungläubigen sind nun ferne. Der Götzendienst, der in allen Kulten und zu allen Zeiten fortbestanden hat, ist den Seelen zum Überdruss geworden mit seiner Sinnenbetörung und seinem falschen Glanze.
21 Bald kommen die Generationen, die an allen Enden der Erde die geistige Verehrung für meine Göttlichkeit einführen. Wenn diese Form der Religionsausübung dann schließlich ein Reich des Friedens und des Lichtes unter den Menschen errichtet, wird der religiöse Fanatismus bei den Menschen verschwinden, weil in der Vergeistigung kein Platz mehr für Leidenschaften, noch für Unwissenheit ist.
22 Weil ihr noch einen weiten Weg vor euch seht, sollt ihr nicht stehenbleiben und denken, dass ihr niemals ans Ziel gelangen werdet. Schreitet voran, denn selbst über einen verlorenen Augenblick wird eure Seele später weinen. Wer hat euch gesagt, dass das Ziel auf dieser Welt ist? Wer hat euch gelehrt, dass der Tod das Ende ist, und dass ihr in jenem Augenblick mein Reich erreichen könnt?
23 Der Tod ist wie ein kurzer Schlaf, nach welchem die Seele unter der Liebkosung meines Lichtes mit erneuerten Kräften erwachen wird wie zu einem neuen Tage, der für sie beginnt.
24 Der Tod ist der Schlüssel, der euch die Tore des Gefängnisses öffnet, in dem ihr euch befandet, solange ihr an die Körpermaterie gebunden wart, und er ist zugleich der Schlüssel, der euch die Pforten zur Ewigkeit öffnet.
25 Dieser Planet, der durch die menschlichen Unvollkommenheiten in ein Sühnetal verwandelt wurde, war für die Seele Gefangenschaft und Verbannung.
26 Wahrlich, Ich sage euch, das Leben auf Erden ist eine weitere Stufe auf der Leiter des Lebens. Warum fasst ihr es nicht so auf, damit ihr alle seine Lektionen nutzt? Der Grund, warum viele ein ums andere Mal zu ihm zurückkehren müssen, ist der: Weil sie es nicht verstanden und sie aus ihrem vorhergehenden Leben keinen Nutzen zogen.
27 Bei den Menschen von morgen wird es soviel Vergeistigung und Verständnis für die Entwicklung geben, die ihre Seele erreichen muss, dass — wenn ihr Todeskampf beginnt und sie nur noch einen Schritt vom Leibestode entfernt sind — sie selbst und jene, die ihnen in dieser Stunde beistehen, jenen Augenblick als den schönsten ihres ganzen Erdendaseins betrachten, welcher wie der Höhepunkt eines fruchtbaren und nutzbringenden Lebens sein wird, und sie wie ihr Meister am Kreuze sagen können: "Alles ist vollbracht."
28 Ich spreche in väterlichem Tone und mit einfachen Worten zu euch. Ihr habt meine neue Offenbarung in dieser Zeit von Geheimnissen erfüllt erwartet, und groß war eure Überraschung, als ihr die Schlichtheit meiner Unterweisungen und die bescheidene Art, zu euch zu sprechen, gesehen habt.
29 Elias kam wie ein Lichtstrahl inmitten eines Sturmes, gefolgt von seinen unsichtbaren Heerscharen, seinen großen Legionen von Lichtgeistern, die ihm wie die Schafe dem Hirten folgen. Er
bricht den Menschenmassen eine Bahn, reißt zur Rechten und zur Linken das Dorngestrüpp nieder, um denen eine Bresche zu schlagen, die ihm nachfolgen, und sammelt die Seelen, die seine Stimme als die des Hirten erkennen, der sie in dieser Zeit zu mir führen wird.
30 Habt ihr vergessen, dass es ein Schaf Elias' war, das euch Zeugnis gab von meiner Gegenwart und euch einlud, euch in der Hürde zu vereinigen, um dann der Spur des Hirten zu folgen?
31 Mache dich auf, Menschheit, entdecke den Weg, entdecke den Grund für das Leben! Vereinigt euch, Volk mit Volk, liebt euch alle! Wie dünn ist die Scheidewand, die ein Heim vom anderen trennt, und dennoch, wie ferne sind ihre Bewohner einander! Und an den Grenzen eurer Länder — wie viele Bedingungen werden da verlangt, damit ihr den Ausländer durchlasst! Und wenn ihr dies selbst unter Menschenbrüdern tut — was habt ihr dann erst bei denen gemacht, die sich in einem anderen Leben befinden? Ihr habt zwischen ihnen und euch einen Vorhang herabgelassen — wenn nicht den eures Vergessens, so doch den eurer Unwissenheit, welche wie dichter Nebel ist.
32 Wenn Ich die Bewohner dieser Welt betrachte, sehe Ich, dass alle Völker meinen Namen kennen, dass Millionen von Menschen meine Worte aussprechen; doch wahrlich, Ich sage euch, dennoch sehe Ich keine Liebe der Menschen untereinander!
33 Alles, was Ich euch in dieser Zeit lehre und was auf der Welt geschieht, ist die Erklärung und die Erfüllung der Offenbarung, die Ich der Menschheit durch meinen Apostel Johannes gab, als Ich ihn zu der Zeit, da er auf der Insel Patmos lebte, im Geiste in die Himmelshöhen, zur göttlichen Ebene, zur Unermesslichkeit trug, um ihm durch Sinnbilder den Ursprung und das Ziel, das Alpha und das Omega zu zeigen; und er sah die Ereignisse, die geschehen waren, jene, die sich gerade vollzogen, und jene, die noch kommen würden.
34 Er verstand zu diesem Zeitpunkt nichts davon, aber meine Stimme sagte ihm: "Schreibe auf, was du sehen und hören wirst", und so schrieb er. Johannes hatte Jünger, die das Meer mit Schiffen überquerten und ihn an seinem Rückzugsort aufsuchten. Begierig fragten jene Männer den, der ein Jünger Jesu gewesen war, wie der Meister gewesen sei, wie seine Worte und seine Wundertaten; und Johannes, der seinem Meister in Liebe und Weisheit nacheiferte, setzte sie mit seinem Worte in Erstaunen. Auch als das Alter herannahte, als sein Körper bereits von der Zeit gebeugt war, hatte er noch genug Kräfte, um von seinem Meister zu zeugen und seinen Jüngern zu sagen: "Liebet einander." Als jene, die ihn aufsuchten, sahen, dass der Tag von Johannes' Hinscheiden näherkam, baten sie ihn im Verlangen danach, alle Weisheit zu besitzen, die jener Apostel angesammelt hatte, ihnen alles zu offenbaren, was er von seinem Meister gelernt hatte, doch als Antwort vernahmen sie immer nur jenen Satz: "Liebet einander."
35 Jene, die mit soviel Eifer und Interesse fragten, fühlten sich betrogen und dachten, dass das Alter die Worte Christi aus seinem Gedächtnis gelöscht habe.
36 Ich sage euch, dass Johannes kein einziges meiner Worte vergessen hatte, sondern dass er aus all meinen Lehren als eine einzige Quintessenz jene Lehre aussprach, die das ganze Gesetz zusammenfasst: die Liebe untereinander.
37 Wie hätte jenem so geliebten Jünger die Lehre des Meisters, den er so sehr liebte, aus der Erinnerung schwinden können?
38 Wisst ihr etwa, Jünger dieser Zeit, ob Ich euch, wenn das Jahr 1950, das letzte meiner Kundgabe, gekommen ist, nicht gleichfalls statt jeder Unterweisung nur noch sagen werde: "Liebet einander"? Alles auf eurem Lebenswege spricht zu euch von dieser Lektion: Der Baum, der sein Laubwerk ausbreitet, um euch Schatten zu spenden, die Blume, die ihre Blütenblätter fallen lässt, nachdem ihr ihren Duft eingeatmet habt, so dass ihr Opfertod zu eurer Wonne wird.
39 Dies ist der Weg, deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr Gott in allem Geschaffenen lieben sollt und die ganze Schöpfung in Gott, denn in allem bin Ich gegenwärtig und in allem spreche Ich zu euch.
40 Ich sehe, dass alle Menschen krank sind, sei es körperlich oder seelisch. Ihr Menschen, in deren Inneren nur noch der andauernde Klageruf des Gewissens zu hören ist — sucht mich als Quelle der Gesundheit, denn Ich besitze den Balsam, der alle Übel heilt. Doch um meine Macht unter euch zu offenbaren ist es nötig, dass ihr mir eure Herzen frei von Flecken vorweist.
41 Ihr habt Verlangen danach, dass Ich meine Macht und meine Wundertaten auf eurem Lebensweg erweise, und Ich bin bereit, euch dies zu gewähren. Die Schatzkammer eures Vaters wartet nur auf eure Zurüstung, um euch mit Gesundheit, Stärke und Licht zu überschütten.
42 Heute hegt und pflegt euch mein Wort, es ist Saat und zugleich Bewässerung; und morgen, wenn die rechte Zeit dafür gekommen ist, werde Ich die Ernte der Liebe einbringen, den goldenen Weizen meiner Ländereien.
43 Fragt ihr euch, weshalb Ich eure Fehler und Unvollkommenheiten immer wieder korrigiere? Ich reiße nur die Brennnesseln und anderes Unkraut aus, die in euren Herzen gewuchert sind und eure guten Gefühle erstickt haben.
44 Diese Zeit dient der Läuterung. Nicht nur die Menschen werden ihre Schandflecken in den kristallklaren Wassern meines Gerichtes abwaschen müssen, auch die Geistwesen sind dieser Säuberung unterworfen.
45 Wenn die Menschen dann von jeder Befleckung frei sind, werden sie fühlen, dass die Erde sich dem Himmel nähert. Diese Annäherung wird geistig geschehen und euch mit Frieden, Zuversicht und Erkenntnis erfüllen.
46 Jünger, wenn ihr in euren Mußestunden darangeht, mein Wort zu ergründen, werdet ihr in seinem Wesensgehalt eine vollkommene Vernunft und eine unendliche Gerechtigkeit feststellen. Mein Wort erweckt die Menschen zu einem gehobenen Leben, einem glücklichen Dasein. Doch während es für euch nötig war, dass Ich in dieser Form spreche, um euch aufzuwecken, hat es manche Menschen gegeben, die die körperlich hörbare Kundgebung des Geistigen nicht benötigten, um sie zur Erfüllung meines Gesetzes zu erwecken.
47 Die intuitiven Spiritualisten, die Inspirierten, die Träumer, sie tragen mich in ihren Herzen, auch ohne das Wort vernommen zu haben, das ihr bisher empfangen habt. Sie halten schon seit langem geistige Zwiesprache mit ihrem Meister.
48 Ihr werdet ihnen auf eurem Wege begegnen und von ihrem Wissen um mein Werk überrascht sein. Auch sie werden, wenn sie euch begegnen, erfreut sein, wenn sie ihre Ideen und ihr Tun bestätigt sehen, wenn sie euer Zeugnis und eure Erläuterungen vernehmen. Sie sollen jedoch in euren Vorstellungen, Handlungsweisen, eurer Religionsausübung oder in eurem Leben nichts entdecken, was die Spiritualität meiner Lehre verleugnet, denn dann werden sie sich mit Enttäuschung im Herzen von eurem Wege abwenden. Wachet und betet, Jünger, damit ihr meine Unterweisung versteht und sie in eurem Leben mit derselben Lauterkeit zur Anwendung bringt, mit der ihr sie empfangen habt. Dann wird der Jubel in euren Herzen groß sein, wenn ihr mit jenen zusammentrefft, die Ich intuitive Spiritualisten genannt habe. Zusammen werdet ihr auf der Welt eine starke Gemeinschaft bilden, die mit ihrem Gebet, ihrem Eifer im Gesetz, ihrer Einfachheit in der Lebensführung und ihrer Liebe zum Nächsten die Menschheit die wahre Verehrung Gottes lehrt und ihr den Weg des guten Willens weist, um auf Erden in Frieden zu leben.
49 In der Demut eures Gebetes sagt ihr mir: "Herr, wenn Du der höchste Schöpfer bist und außerdem unser Vater, so tue mit uns, was Dir wohlgefällt. Wenn es Dein Wille ist, dass der Schmerz unsere Herzen abschleift, so tue an uns, was Dein Wille vorgesehen hat. Wenn Du willst, dass wir uns läutern, bevor Du uns eine Aufgabe anvertraust, so geschehe es, wie Du es bestimmt hast."
50 Es sind nur wenige, die so zu mir sprechen, doch ihrer bediene Ich mich, um euch ein Beispiel dafür zu geben, wie eure Bereitwilligkeit und Ergebung gegenüber den Weisungen des Vaters sein soll. Aber Ich gebe euch allen meine Unterweisung, damit ihr ebenso demütig und gehorsam werdet.
51 Manchmal wird euch mein Wort von Gericht erfüllt vorkommen und wird die Empfindlichkeit derer berühren, die es vernehmen. Doch immer werdet ihr es von einer göttlichen Essenz, einer großen Sanftmut und unendlichen Barmherzigkeit durchdrungen finden, die bewirken werden, dass es immer mit Wonne und mit Interesse vernommen wird.
52 Wenn mein Wort euch überfordern würde, könntet ihr es nicht erfassen. Doch Ich will, dass ihr über die göttlichen Unterweisungen, die Ich euch lehre, nachdenkt; denn wer studiert, inspiriert sich, und wer sich von der göttlichen Liebe inspirieren lässt, ist bereits mein Jünger.
53 O ihr spiritualistischen Jünger, habt keine Furcht vor der Erfüllung eurer Aufgabe, denn es ist nicht schwierig, sie zu erfüllen. Mit Weisheit führe Ich euch auf dem Wege, damit ihr nicht stolpert, damit
niemand sich verirrt. Doch denkt nicht, dass er mit Rosen bestreut ist, weil Ich euch den Weg bereite — nein, ihr werdet Dorngestrüpp und Prüfungen auf ihm finden.
54 Ich sage euch: Wer mir nachfolgen oder mich finden will, muss den Weg des Opfers und der Entsagungen dem der ungesunden Vergnügungen und der niederen Leidenschaften vorziehen. Denn auf dem ersteren Wege werdet ihr die Wonnen finden können, die euch meine Kraft und Ermutigung bescheren, und auf dem letzteren sehr schmerzhafte Stürze. Meine göttliche Spur, meine Spur der Liebe, werdet ihr immer auf dem Pfade der Selbstüberwindung, des Opfers, der Nächstenliebe und der Demut finden.
55 Die Menschen sind wie Kinder, die nicht über die Folgen ihrer Taten nachdenken, und deshalb begreifen sie nicht, dass ein Stolperstein, an den sie auf ihrem Wege stoßen, nur ein Hindernis ist, das der Meister aufstellte, um ihren besinnungslosen Lauf aufzuhalten oder um ihnen zu ersparen, eine falsche Entscheidung zu treffen.
56 Ich will, dass ihr euch nunmehr wie Erwachsene benehmt, dass ihr eure Werke, eure Taten überlegt, dass ihr eure Worte wägt. Dies ist der Weg, Klugheit und Gerechtigkeit in euer Leben zu bringen. Außerdem sollt ihr darüber nachdenken, dass das Leben eine unermessliche und beständige Prüfung für den Geist ist.
57 Auf meinem Wege geht niemand zugrunde, und obschon es Gelegenheiten gibt, bei denen der Mensch von der Last des Kreuzes bezwungen zusammenbricht, richtet ihn eine höhere Kraft wieder auf und ermutigt ihn. Diese Kraft entspringt dem Glauben.
58 Gesegnete Jünger, Ich sage euch wahrheitsgemäß, dass die Frohe Botschaft meines Wortes bereits zu vielen Herzen gelangt wäre, wenn dies Volk meine Unterweisung befolgen würde. Mit dem Beispiel der Werke in eurem Leben würdet ihr das größte Zeugnis für die Wahrheit meiner Lehre geben.
59 Niemand soll glauben, dass die Anwesenden dazu bestimmt sind, alles zu tun. Nein, Volk, jede Generation hat den Auftrag, einen Teil meines Werkes durchzuführen.
60 Macht aus euren Herzen ein Gefäß und sorgt dafür, dass seine Liebe zum rechten Zeitpunkt in die Herzen eurer Mitmenschen überströmt. Schafft jedoch keine Hindernisse, die die Ausbreitung meiner Lehre verzögern oder verhindern, denn unter großem körperlichem oder seelischem Schmerz müsstet ihr sie wieder beseitigen.
61 Macht euren Mitmenschen alles fühlbar, was mein Werk an Heilsamem und Gutem in sich birgt. Ich sage euch, dass jeder, den ihr den göttlichen Einfluss spüren lasst, der von ihm ausgeht, mein Wort segnen wird.
62 Ich werde euch gewähren, dass ihr das, was Ich an euch getan habe, an euren Mitmenschen tut; denn wenn mein Wort Wunder wirkte, so tragt auch ihr es in euren Herzen, und eben dies Wort sollt ihr euren Mitmenschen weitergeben.
63 So, wie Ich euch an Seele und Körper gesund machte, euch den Frieden zurückgab oder bewirkte, dass in euren Herzen der Glaube geboren wurde, und euch vor dem Verderben rettete, ebenso sollt auch ihr an allen tun, die dessen bedürfen. Aber Ich muss euch darauf hinweisen, dass mein Wort diese Wunder nur dann bewirkt, wenn ihr es vorher in euren Herzen wirklich fühlt, wie euer Vater es fühlt, wenn er es euch gibt.
64 Wenn ihr die erhebende Wirkung und die Macht meines Wortes kennenlernen wollt, so bringt es zur Anwendung, und ihr werdet oftmals staunen. Doch wenn ihr es nur in eurem Herzen bewahrt, um euch selbst daran zu erfreuen, werdet ihr wie der reiche Geizhals sein, der nicht weiß, was er besitzt, noch den Wert seines Besitzes kennt, weil sein Schatz ein totes Vermögen ist.
65 Lernt, in den Stürmen dieses Lebens Herzen zu fischen, Kranke zu heilen und Seelen zu leiten. Vergeistigt euch, und ihr werdet darin eine Kraft finden, die euch ermöglichen wird, die Prüfungen mit Gleichmut und Zuversicht zu überstehen. Diese Vergeistigung wird sich in eurem materiellen Leben widerspiegeln und wird Nahrung, Heilbalsam und die Fackel sein, die euren Weg erhellt.
66 Es wird vorkommen, dass das Brot auf dem Tische eures Heimes knapp ist, ohne dass euer Körper Hunger verspürt und eure Kräfte nachlassen. Es werden Tage des Schmerzes und der Betrübnis kommen, in denen Seuchen die Städte verheeren, und dort, wo es keinen Arzt gibt und man sich auch nicht auf Medikamente verlässt, wird sich mein unsichtbarer Balsam offenbaren, welcher im Augenblicke des Gebetes meiner Kinder herniederkommen wird. Doch müsst ihr Verdienste erwerben, bevor die Tage der Verwüstung nahen, damit ihr dann, statt euch mit eurem eigenen Schmerz zu beschäftigen, den eurer Mitmenschen lindert.
67 Entzündet Lampen des Glaubens im Herzen eurer Mitmenschen, lehrt sie, meinen Namen mit Ehrfurcht auszusprechen, meine Lehre hochzuschätzen und mit dem Geiste zu beten. Erinnert euch daran, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern auch von jedem Wort, das vom Herrn kommt.
Mein Friede sei mit euch!

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