BWL - Band II - Unterweisung 43


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
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Unterweisung 43:
  
1 Warum fühlt ihr Furcht in eurem Herzen, wenn Ich zu euch als Jehova komme? Wenn Ich euer Vater bin, bin Ich die Liebe, bin Ich Der, der euch das tägliche Brot gibt, der euren Geist leitet und ihm hilft, sich von seinen Stürzen wiederaufzurichten.
2 Ich gebe euch Kraft in diesen Augenblicken der Prüfung, in denen die Naturreiche der Schöpfung vom Getöse des Krieges erschüttert werden. Fürchtet euch nicht, strebt danach, dass sich eure Erhebung und Inbrunst belebt und euch dem Schmerz eurer Brüder immer näher bringt — jenen, die durch die brudermörderischen Kriege niedergedrückt sind — damit ihr den Kelch der Bitterkeit mit ihnen teilt, und das Gebet, das ihr im Stillen emporsendet, wie ein Aufruf zum Frieden, zur Einheit und zum guten Willen unter den Menschen ist.
3 Eure Söhne werden gerufen werden, um die Waffen zu ergreifen; lasst sie ziehen, sie werden nicht umkommen. Schon heute mache Ich sie zu Trägern Meiner Gnade, und sie werden das Licht Meiner Lehre unter ihren Brüdern verbreiten.
4 Ich will, dass ihr trotz aller Übel, die der Krieg verursacht hat, die Bewohner jener Nationen nicht als Feinde betrachtet, damit ihr sie morgen als Brüder ansehen könnt.
5 Heute haben sich die Menschen zusammengetan, um den Krieg zu entfesseln. Völker haben sich auf Völker gestürzt, wobei sie Grenzen auslöschten und Sprachen vermischten. Nicht die Liebe zueinander ist es gewesen, welche den Zusammenschluss erreicht hat: der Hass ist es gewesen, der den brudermörderischen Krieg hervorruft. Doch Ich, der Ich Macht bin, werde euch beweisen, dass Ich euch vereinigen kann, indem Ich Mich eurer Fehler bediene. Denn wenn dieser Streit endet, werden die Herzen durch den Schmerz geläutert sein, in den Gedanken wird es Licht werden, und die Menschen werden nahe daran sein, den Frieden zu erlangen.
6 Gesegnet seien, die für den Frieden gekämpft und gearbeitet haben. Gesegnet seien, die Meiner Stimme glaubten, sich aufmachten und auf den Wegen Mein Licht und Meine Wahrheit verbreiteten.
7 Mein Geist ist tief bewegt angesichts des Schmerzes der Menschheit, ihr Weinen hört man in den Himmeln; doch wahrlich, Ich sage euch, Mein Schmerz als Vater soll sich in einen Tau der Gnade verwandeln und auf Meine Kinder niedergehen.
8 Leert diesen Leidenskelch mit Geduld und Sanftmut, denn euer Weinen wird sich in Jubel verwandeln.
9 Wenn euch der Vater in diesem Augenblick fragen würde, ob ihr euren Auftrag auf Erden erfüllt habt, ob ihr in euren Händen die goldene Ähre eurer Arbeit tragt, ob ihr euch untereinander geliebt habt, und ob ihr euch vergeben habt, müsstet ihr Mir antworten, dass ihr nichts davon erfüllt habt. Glaubt ihr da, dass ihr euch durch eigene Verdienste würdig gemacht habt, Mein Wort zu hören? — Nein, sagt Mir euer Geist.
10 Mein Volk, Zeitalter sind dahingegangen, und noch immer seid ihr geistig schlafend; erwacht und erkennt, dass ihr das Leben, dessen ihr euch auf dieser Erde erfreut habt, nicht richtig genutzt habt.
11 Meine Stimme hat euch mit Liebe, mit Güte aufgeweckt; doch fasst dieses Wort nicht als ein Wiegenliedchen auf, um euch noch mehr dem Schlafe hinzugeben, denn in seinem Wesenskern ist der Richter gegenwärtig, der jede eurer Handlungen richtet.
12 Ihr sollt nicht zu denen gehören, die abwarten, bis Meine Gerechtigkeit sie heimsucht, um zu glauben und zu erwachen.
13 Sagt noch nicht, dass ihr Mich in Wahrheit liebt; wartet, denn wenn dies geschieht, sollen es nicht eure Lippen sein, die es öffentlich verkünden: eure Werke sollen dies tun. Prahlt nicht mit eurer Lauterkeit und versucht nicht gleichzeitig, eure Schandflecken zu verbergen, denn damit würdet ihr die heuchlerischen Pharisäer nachahmen.
14 Erkennt, dass Ich noch immer als Meister und als Vater komme; denn wenn Ich nur als Richter käme, gäbe es keinen Ort, wo ihr euch verbergen könntet, weil überall, wo ihr hinginget, Meine Gerechtigkeit gegenwärtig wäre.
15 Wenn ihr in Meine Gegenwart kommt, werdet ihr Rechenschaft ablegen müssen über das Wort, das ihr gehört habt und das ihr in euer Gewissen geschrieben sehen werdet.
16 Fühlt ihr nicht, wie der unermüdliche Geist Elias' euren Weg erhellt, die Hindernisse auf ihm beseitigt und euch mit dem Stabe seiner Barmherzigkeit beisteht, wenn ihr euch erschöpft fühlt? Sucht ihn, ruft ihn an in eurem Gebet, und ihr werdet seine Gegenwart (euch) sehr nahe fühlen. Denn er ist der Hirte der Geister in dieser Dritten Zeit, der euch direkt bis vor die Tore des Verheißenen Landes führen wird, welches das "Himmlische Gehege" ist.
17 Euer Geist soll von Freude erfüllt sein in dem Bewusstsein, dass ihr in drei Zeitepochen die Stimme Meiner Göttlichkeit vernommen habt; denn einmal mehr werdet ihr Meine Zeugen sein. Darum bereite Ich euch vor und segne eure Lippen, damit ihnen morgen Worte des Lebens entströmen für die Menschenscharen, die noch herbeikommen werden.
18 Euer Glaube ist entflammt und belebt worden durch die Wunder, die Ich euch gewährt habe und die ihr für unmöglich hieltet. Denn Ich bin der Weg, der gute Pfad, den Ich euch immer gewiesen habe. Wenn man ihn geht, erleidet man Gefahren, Versuchungen und Hinterhältigkeiten; doch um euch zu helfen, habe Ich euch das Licht des Gewissens gegeben als ein Leuchtfeuer, das euch den Weg weist und die Richtung zeigt. — Außerdem habe ich euch als Führer und Beschützer für euer ganzes Leben ein Geistwesen gewährt. Glaubt ihr, dass ihr euch auf dem Lebensweg verirren könntet, wenn ihr diese Gnade richtig nützt? Gibt es unter Meinen Kindern eines, das nicht Freude in seinem Geist empfindet, wenn es dieses Wort hört? Wahrlich, Ich sage euch, für Mich ist es eine Freude, wenn Ich bei eurer Erhebung im Gebet eure geistige Stimme höre.
19 Erweckt eure geistige Empfindsamkeit, damit ihr euch an dem Glanze Meiner Kundgebung erfreut, die aus Mangel an Erhebung unbemerkt an eurem Geist vorübergeht. Erquickt euch an der geistigen Schau des Jenseits, so, wie ihr zuweilen bei der Betrachtung der Natur von Staunen ergriffen seid, wenn ihr ihre Harmonie, ihre Schönheit und Vollkommenheit bewundert und entdeckt, dass kein Wesen ohne das andere leben könnte, sondern dass alle leben, weil sie das Gesetz der Harmonie vereint. — So ist auch das Jenseits. — Ich habe euch gesagt: Solange es Geister gibt, die sich außerhalb des geistigen Entwicklungsweges befinden, wird es weder vollkommenen Frieden, noch vollkommene Harmonie geben; denn es ist, wie wenn im Kosmos einige Sterne aus ihren Bahnen gerieten. Was würde mit den übrigen geschehen? Würde nicht das Ganze sein Gleichgewicht verlieren?
20 Wenn die Menschen die Gebote Meines Gesetzes befolgten und ihre materielle Natur mit der geistigen in Einklang bringen würden, wäre ihr Dasein angenehmer; der Lebensweg wäre ohne Schwierigkeiten und die Arbeit wäre leicht. Keine Krankheiten würden sie geißeln, noch würden sie vorzeitig altern.
21 Die Geister existierten schon vor der Erschaffung der Materie. Unschuldig gingen sie aus Mir hervor. Doch damit sie wüßten, von wem sie geboren wurden, was ihre Bestimmung war, und wer sie selbst waren, ließ Ich sie Meine Stimme hören und sprach zu ihnen: "Siehe, hier ist euer Gott; Ich bin euer Vater, Ich bin der Geist der Liebe. Doch obwohl ihr aus Mir hervorgegangen seid, müsst ihr diesen Liebesgeist entwickeln und begreifen. Lebt, wandelt, erkennt und bleibt beständig im Guten, damit diese Stimme, die ihr vernommen habt, für immer das Licht über eurem Geiste ist; sie ist euer Gewissen, das euch dazu bringen wird, zu Mir zurückzukehren — nicht mehr als eben geborene Kinder, sondern als Wesen, die in der Tugend, in der Erfahrung und in allen Fähigkeiten, die Ich euch gegeben habe, entwickelt sind. Dann werdet ihr Mich lieben, werdet Mich wahrhaft erkennen und in Harmonie sein mit allem Bestehenden".
22 Es gibt Wesen, die nie auf der Erde gelebt haben; doch wenn die, die gesündigt haben und großen Schmerz auf dieser Welt ertragen haben, der Meinung sind, dass es ungerecht ist, dass die einen das "Tal der Tränen" bewohnen, während andere, nahe dem Vater, niemals den Schmerz kennengelernt haben, so sage Ich euch: Obschon einige nicht zur Erde gekommen sind, haben sie im Jenseits ihren Brüdern bei deren Sühneleistung mit ihrer Liebe geholfen.
23 Heute leben die Wesen geistig getrennt, welche die verschiedenen "Täler"* bewohnen. Doch Ich habe zwischen die Liebe der Brüder keinen (trennenden) Abstand gelegt. Wenn ihr wüsstet, wie nahe ihr einander seid! Der Mensch war es, der mit seinem Materialismus die Bande zerriss, die ihn mit all seinen Brüdern vereinten, und je mehr die Menschheit gesunken ist, desto größer ist ihre Spaltung und ihr Mangel an Harmonie gewesen. Sie hat sich nicht nur vom Geistigen entfernt, selbst in ihrer eigenen Welt hat sie sich in Reiche, in Völker und Nationen aufgespalten und sich dabei mehr und mehr im Egoismus abgekapselt. * 
Dieser Ausdruck bezieht sich sowohl auf das "Tal der Tränen", d. h. das irdische "Jammertal", als auch auf das "Geistige Tal", das Jenseits mit seinen verschiedenen Sphären.
24 Daher ist das Licht eures Glaubens erloschen, und die innere Erkenntnis über das ewige Leben wurde verwirrt.
25 Wenn euch heute ein Familienangehöriger "Auf Wiedersehen" sagt, um in ein fernes Land zu ziehen, verabschiedet ihr ihn unter Tränen, weil ihr wisst, dass, wenn er als Kind fortgeht, er vielleicht als Herangewachsener zurückkehrt, und wenn er ein junger Mann ist, er als Greis wiederkehrt. Aber immer hegt ihr die Hoffnung, ihn zurückkommen zu sehen, um ihn von neuem zu umarmen, weil ihr wisst, dass er sich — wenn auch ferne — noch in dieser Welt befindet. Doch wenn dieser Angehörige ins Jenseits abscheidet, und ihr seht, dass der Körper starr und kalt unter der Erde bleibt, dann fühlt sich euer Herz wie von einem Schwert durchbohrt, weil ihr die Hoffnung, ihn wiederzusehen, verloren habt, und (dabei) vergesst, dass der Geist den Körper überlebt, und dass ihr wieder eng mit ihm verbunden sein werdet, wenn sich beide bei ihrem Aufwärtssteigen auf dem Entwicklungswege wiederfinden.
26 Es war notwendig, dass Gott in Jesus Mensch wurde und unter den Menschen lebte, damit ihr euch vergessener Lehren erinnert. Er lehrte euch neue Lektionen und kündigte euch an, dass Er euch neue Offenbarungen geben werde, wenn die Zeit dafür gekommen sei.
27 Christus, der Göttliche Meister, musste kommen, um euch die Wahrheit zu lehren, denn die Menschheit war schon im Begriff, Seinen Samen der Vergeistigung zu verlieren, da sie in diesem Leben ihre Seligkeit, ihre Ewigkeit und ihr Glück suchte, wobei sie jenes Dasein vergessen hatte, das sie unerbittlich erwartete.
28 Die, welche in diesem Leben keine Freuden und Reichtümer genossen, die nur Tränen vergossen, verfluchten es und nannten es ungerecht; in ihren wirren Betrachtungen nannten sie ihr Schicksal widrig und verfehlt. Doch Christus brachte euch von neuem das Licht. Dem Toten gab Er den Geist zurück, als dieser bereits in einer andern Welt lebte, den Besessenen befreite Er, und mit all diesen offenbaren Zeichen gab Er der Welt Beweise dafür, dass das geistige Leben existiert und dass es das wahre Leben ist. Auch nach Seiner Kreuzigung zeigte Er sich im Geiste vor Gläubigen und Ungläubigen, als ein Beweis für die Wahrheit, die Sein Wort verkündete.
29 Warum vergesst ihr jene und haltet sie für tot, die aus eurer Welt schieden, da sie doch fühlen, kämpfen und leben? Das ist der Grund, weshalb Ich euch sage, dass sie die Lebenden sind und ihr die Toten. Bald werdet ihr euren Mangel an Glauben wie in der Zweiten Zeit beweinen, als ihr, nachdem Jesus gestorben war, sagtet: "Christus war es, den wir getötet haben, Er war der Gesandte Jehovas, der kam, um uns von unsern Sünden zu erlösen. Er war das wahre Leben, das die Toten auferweckte und das sich am dritten Tag in den Himmel erhob."
30 Jetzt, da Ich im Geiste zu euch zurückgekehrt bin, seht ihr Mich von Geheimnis umhüllt, obwohl Ich Mich euch in größter Schlichtheit zeige; und um Glauben zu finden, musste Ich Meine Kundgebung materialisieren und euch alles gewähren, was ihr bittet. Dann hat das Volk geglaubt, weil die Menschen Mich gesehen haben — einige mit dem geistigen Gesicht, andere durch den Glauben, wieder andere im Lichte ihres Gewissens.
31 Mein Licht erleuchtet euch in dieser Zeit, damit ihr die Stimme vernehmt, die euch aus der Ewigkeit ruft.
32 Die Bande, die euch mit eurem Vater und mit der Geistigen Welt verbinden und die ihr zerrissen hattet, verknüpfe Ich von neuem, damit ihr fühlt, dass ihr alle in Harmonie (miteinander) lebt, dass es hierbei keine Entfernungen gibt. Doch wann werden die Menschen ihr Leben mit Banden der Liebe verknüpfen? — Wenn sie zum Wege Meines Gesetzes zurückgekehrt sind, auf dem die Gerechtigkeit wohnt. Wenn sie Mein Gebot erfüllen, das euch sagt: "Liebet einander."
33 Erkennet, Jünger, dass jene, die diese Welt verlassen haben, nicht tot sind. Wohl denen, die dem Körper, den sie in die Erde legen, Lebewohl sagen und ihn nicht mehr aufsuchen, um ihm von ihren Nöten zu erzählen; denn dieser hat bereits aufgehört zu bestehen und hört (sie) nicht.
34 Wenn der Körper stirbt, ist er wie eine Blume, die man abschneidet und die hernach verwelkt; doch ihr Duft ist wie der Geist, der sich löst und die Umgebung mit seiner Essenz durchflutet.
35 Seinerzeit sagte Ich euch: "Lasst die Toten ihre Toten begraben." Heute sage Ich euch: Erweckt die einen wie die andern zu neuem Leben.
36 Sagt ihnen, dass, während der Körper in der Erde verwest, die Seele sich im Jenseits reinigt. Der Tod ist Ausruhen für das Fleisch und Befreiung für den Geist; doch niemand soll versuchen, sich aus eigenem Willen zu befreien, das heißt außerhalb der von Mir bestimmten Stunde.
Glaubt nicht, dass ihr gerettet seid, weil ihr in der letzten Stunde einen Beichtvater an eurem Lager habt, der euch geistig beisteht, und glaubt auch nicht, durch eure Reue in jener Stunde zu Mir zu gelangen, in der Meinung, das Ende eurer Entwicklung erreicht zu haben. Lernt, in eurem Leben zu lieben, zu vergeben und zu segnen, und bewirkt durch eure Werke der Liebe und Barmherzigkeit für eure Brüder die Reinigung eurer Seele.
37 Erfüllt auf Erden Mein Gesetz als Menschen guten Willens, und der Friede wird in euer Herz kommen. Wenn euer Geist sich von dieser Welt löst und in die Geistige Welt eingeht, wird er seine Augen öffnen und bei der Betrachtung jenes Lebens in Verzückung geraten, das die Rückkehr aller Geister erwartet, um sie zu erlösen und sie mit seiner Liebe und seinem Lichte zu umfangen.
38 Um jedoch die Erlösung zu erlangen, müsst ihr euch aufmachen, mit dem Vorsatz, euren Auftrag zu erfüllen. Ich bringe euch geistige Reichtümer von unschätzbarem Wert, weil ihr die Erben Meiner Gnade seid. Wenn ihr mit Liebe euer Kreuz auf euch nehmt und euren Weg geduldig geht, werdet ihr am letzten Tage bei Mir sein und in das wahre Leben eingehen, wo ihr den Trost und Frieden finden werdet, den ihr so sehr gesucht habt.
39 Ich habe in dieser Zeit einfache Menschen (mit geringer Bildung) als Diener genommen, um euch den Beweis dafür zu geben, dass dies Wort, das ihr vernehmt, nicht von einem Theosophen oder einem Wissenschaftler kommt, da ihr von Natur aus ungläubig seid. Deshalb habe ich vor euren Augen eure Geschwister, Eltern oder Kinder erwählt, um aus ihnen Meine Stimmträger zu machen, die mit Meiner geistigen Eingebung begnadet sind. Doch Ich sage euch, dass ihr Mein Wort in seinem geistigen Sinn studieren müsst, denn der Tag wird kommen, an dem Männer und Frauen aufstehen werden, die unter Verwendung Meines Namens Worte scheinbaren Lichtes zu euch sprechen werden, und dann dürft ihr euch von ihnen nicht überrumpeln lassen.
40 Wachet und betet. Ich bin der Blick, der die Leiden, die in jedem Herzen sind, erforscht und kennt.
41 Ihr seid bedrückt und furchtsam, weil die Konfessionen auf euch zeigen und eure Handlungen tadeln. Fürchtet euch nicht, trocknet eure Tränen und empfangt den Trost:
42 Selig, die in ihrer Trübsal im Stillen die Verbindung mit Mir suchen, denn Ich werde sie stärken. Sie sind nicht verlassen von Mir, vielmehr habe Ich sie gesucht, um ihnen eine göttliche Gnade zuteilwerden zu lassen. Elias führt euch in der Dritten Zeit, und in dem Maße, wie ihr auf dem (Entwicklungs-) Wege vorankommt, werdet ihr euch Mir näher fühlen.
43 Hört Mein Gleichnis dieses Tages:
44 Auf einem Wege befand sich ein Greis von schlichtem und ehrwürdigem Aussehen, der weder Stab noch Reisesack bei sich trug. Unterwegs begegnete er drei jungen Wanderern, deren Herzen froh gestimmt waren und aus deren Kehlen liebliche Lieder erklangen. Der Greis wandte sich an den ersten von ihnen und sprach zu ihm: "Wanderer, Ich habe Hunger, Ich habe Durst und bin dürftig bekleidet; schenke mir etwas von dem, was du in deinem Reisesack trägst, und gib mit ein Stück von deinen Kleidern." Der Jüngling suchte in seinem Ranzel und fand weder Brot noch Wasser, und von seinen Kleidern wollte er sich nicht trennen. "Geh zu meinem Bruder", sagte er zu ihm, "er wird dir wohl geben können, was du benötigst; ich habe nichts, das ich dir anbieten könnte."
45 Der Greis wandte sich an den zweiten und bittet ihn in gleicher Weise. Dieser sucht in seinem Reisesack, doch es findet sich in ihm weder Nahrung noch Wasser, das seinen Durst löscht. "Wende dich an den dritten", sagt der zu ihm, "er wird dir geben, was ich dir nicht geben konnte". Der dritte sucht auf die gleiche Bitte hin, und seine Antwort ist dieselbe: "Ich habe nichts, um es dir zu geben." Da fühlt der Greis Angst, der Durst und der Hunger haben ihn ermattet; doch da er sieht, dass die Reisesäcke der jungen Männer leer sind, spricht er zu ihnen: "Wie wollt ihr diesen Weg, den ich zurückgelegt habe, fortsetzen, ohne zu wissen, was euch erwartet? Der Weg ist lang und mit Disteln und Dornen übersät. Die Felder sind dürr, es gibt keine Bäume, um Schatten zu finden; es gibt keine Früchte, die Sonne ist brennend heiß, und es gibt weder Flüsse noch Quellen, die dem Wandersmann Kühlung bieten."
46 Die Wanderer hörten dem Alten zu und sprachen: "Das macht nichts, wir werden weiterziehen, wir sind jung und stark, wir fühlen uns voller Energien und fähig, die Wechselfälle des Lebens hinzunehmen." Mit spöttischem Lächeln wollten sie den Greis verlassen, doch dieser sagte zu ihnen: "Wartet, ich rate euch, zuvor etwas für euren Unterhalt zu suchen. Sammelt in eure Vorratstaschen das für die Reise Notwendige, damit ihr diesen Weg zurücklegen könnt, ohne zugrunde zu gehen."
Nachdem sie den Greis angehört hatten, erwiderten sie: "Wenn du erschöpft, bloß und hungrig bist, so kommt das daher, weil du alt bist, die Anstrengung hat dich müde gemacht. Du hast viele Morgenröten erscheinen sehen, und dein Haupthaar ist weiß wie Schnee geworden — deshalb bist du entmutigt. Wir sind jung und fürchten das Leben nicht."
47 Da antwortete ihnen der Greis: "Auch Ich war (einst) jung und stark, auch ich sang auf den Wegen, hatte Energie in meinem Körper; doch die Zeit lehrte mich und gab mir Erfahrung. Ich will euch zeigen, was ihr durchwandern müsst." Und indem er sie auf den Gipfel eines Berges führte, zeigte er ihnen die Welt.
Von hier aus sahen sie, wie sich zur Rechten und zur Linken Stürme erhoben, welche die Nationen peitschten und Zerstörung in ihnen verursachten. Die Wasser des Meeres überfluteten die Lande, und die Menschen gingen unter der Gewalt der entfesselten Elemente zugrunde. Die jungen Männer sprachen zu dem Greis: "Was haben wir mit diesen Ereignissen zu tun?" Und der Alte antwortete ihnen: "Das, was ihr jetzt seht und was euch betroffen macht, werdet ihr beim Durchwandern dieser Wege erleben müssen." — Doch jene zweifelten.
Noch einmal sprach er zu ihnen: "Seht hin!" und zeigte gen Osten. Dort sahen sie, wie die Nationen sich in einem grausamen Kriege bekämpften. Sie sahen, wie die Mütter und die Söhne weinten und wie letztere ihr Leben auf dem Schlachtfeld verloren und in der letzten Stunde nach ihren Angehörigen riefen. Sie sahen trauernde Frauen, die den Verlust des Gatten oder des Sohnes beklagten, sahen hungernde und nackte Kinder.
Später breitete ein lichter Geist vor ihren Augen seinen Mantel wie Schnee über die verwüstete Erde, und eine herzzerreißende Klage stieg von ihr empor, und wo dieser Geist erschien, wurde das Leben der Menschen abgeschnitten wie das Gewächs auf den Feldern, wenn es Zeit zum Einbringen der Ernte ist. Und die Jünglinge fragten: "Was bedeutet dies alles?" — "Ich zeige euch die kommenden Zeiten", antwortete der Greis, "Zeiten, die ihr erleben werdet."
48 Zuletzt hielt sie der Alte zurück, damit sie schauten, und sie sahen die Naturgewalten entfesselt: das Feuer verzehrte Wälder und Städte, die Seuche hüllte die Menschen wie Nebel ein, die Vulkane spien Feuer und begruben ganze Landstriche unter ihrer Asche. Er zeigte ihnen das Meer, auf dem sich große Katastrophen abspielten: während einige Meere austrockneten, veränderten andere ihre Lage. Zuletzt sahen sie am Firmament vier Engel mit Posaunen erscheinen, welche die Vollendung der Zeiten verkündigten.
49 Die Jünglinge waren entsetzt vor Schrecken. Da sprach der Greis zu ihnen: "Seht, jetzt habe ich euch die Ereignisse gezeigt, die kommen müssen und die ihr durchzustehen habt."
50 Mit entstelltem Angesicht riefen jene jungen Männer die Natur an — doch diese hörte sie nicht. Doch in dem Augenblick, da ihr Herz voller Angst und ohne Trost weinte, sprach die Stimme des Alten voll väterlicher Güte zu ihnen: "Verzweifelt nicht, kniet nieder und betet zum Allmächtigen — Er streckte schweigend seine Hand aus, und alles war Stille, Ruhe und Frieden. Die Vision verschwand. Sie sahen das Licht eines neuen Tages, und da sie begriffen, dass der Greis diese Ereignisse vorausverkündet hatte, warfen sie sich zu Boden und sprachen: "Wir wollen beten, damit der Vater, der allmächtig ist, unseren Weg bereitet und wir bis zum Ende unseres Lebens in Seinem Lichte wandeln." (Ende des Gleichnisses)
51 Volk, denke eingehend darüber nach und öffne deine Augen dem Lichte. Ihr seid die drei Wanderer, die Ich über die Zeiten hin gerufen und gelehrt habe, damit ihr voll Meiner Weisheit seid und euren Glauben entzündet; damit ihr euch für den Lebensweg vorbereitet, zum Ziele gelangt und in das Geistige Leben eingeht, wo ihr Meinen Frieden finden werdet.
52 In den vergangenen Zeiten habt ihr euch von Meinem Worte nicht überzeugen lassen, und als der Meister von euch ging, fand euer Geist keinen Frieden. Ich habe euch gesagt: Selig sind, die glauben. Selig die Menschen des Glaubens, denn sie werden ewiges Leben haben.
53 Euch, den Zugerüsteten dieser Zeit, sage Ich: Ich habe Hunger und Durst nach eurer Liebe. Meine Kinder, ihr habt es aus Mangel an Vergeistigung nicht erreicht, mit eurem Gotte Zwiesprache zu halten. Ihr habt die Tugenden, mit denen Ich euch überschüttet habe, verschmäht und habt euren Schatz verloren.
54 Jetzt sage Ich euch: Nehmt Meine Lehre auf, die Ich euch während der sechsten Offenbarungszeit gebe. Sucht nicht in den Büchern der Welt das Licht für euren Geist, denn ihr werdet es (dort) nicht finden. Sucht nicht in ihnen Antworten auf eure Fragen oder die Lösung für eure Probleme. Betet, verbindet euch mit Mir, Ich werde eure Bitten erhören.
55 Noch bevor ihr euer Herzeleid vor Mich bringt, legt die Göttliche Mutter Fürsprache für euch ein und segnet euch und bittet euch ihrerseits um Fürbitte und um euer Gebet für die, welche leiden. Sie bittet die Menschheit, von ihrem Machtstreben und ihren Kriegen abzulassen und nicht länger unschuldiges Blut zu vergießen. Ihr liebevoller Geist schützt euch und harrt in Demut, dass Mein Wille geschehe.
56 Auch ihr segnet und verehrt sie, weil ihr wisst, dass sie in den Tagen des Friedens und in denen der Heimsuchung eure untrennbare Begleiterin ist.
57 Mein Blut wurde vergossen, damit der Friede und die Gerechtigkeit unter den Menschen herrsche; doch Ich wurde nicht richtig verstanden. Wenn ihr jene Lektion genutzt hättet, hättet ihr einen höheren Entwicklungsgrad erreicht, und das Licht, das Ich im Verlaufe der Zeiten verbreitet habe, würde euren Geist voll erleuchten.
58 Ihr habt Mich nicht zum Vorbild genommen: Ich habe euch die Demut gelehrt, und ihr seid hochmütig. Ich gab euch das Geheimnis des Friedens und der Gesundheit, und ihr lebt im Krieg und werdet krank. Ich lehrte euch, die Leidenden zu trösten, und ihr fühlt den Schmerz eurer Brüder nicht und seid hartherzig.
59 Menschheit, wie sehr hast du Mein Dasein und deine Geistesgaben verleugnet! Wahrlich, Ich sage dir, du gehst nicht auf festem Felsen, sondern auf losem Sand, und dieser Weg wird dich nicht zu dem Ziele führen, für das du geschaffen wurdest.
60 Leset und lernet im großen "Buch des Wahren Lebens", das Ich euch gewährt habe, und wenn ihr seine Lehre befolgt, so seid gewiss, dass ihr auf diesem Wege zu Mir kommen werdet. Doch bedenkt: Wenn ihr nicht also tut, werdet ihr euch von Mir entfernen und eure Sühne wird sehr groß sein.
61 Männer und Frauen, die ihr ohne Trost umherirrt, warum stärkt ihr euch nicht in Mir? Nennt Mich nicht einen ungerechten Vater, wenn ihr in eurer Verbannung weint und leidet. Bevor ihr zur Erde kamt, habe Ich euch angekündigt, dass diese Welt ein Tal der Tränen ist, dass es kein Tal des Friedens und der Belohnung ist. Die Erde ist nicht eure ewige Heimat. "Selig sind die Weinenden, denn sie sollen getröstet werden."
Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band II - Unterweisung 42


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
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Unterweisung 42:
 
 1 Ich entferne von eurem Wege die Hindernisse, die eure Arbeit auf Meinen Feldern behindern könnten; denn ihr seid die Erwählten, um diesen Auftrag zu erfüllen, ihr sollt der Menschheit die Wahrheit Meiner Lehre bekanntmachen. — Seid stark! Denn Ich habe gesehen, dass euch Glauben fehlt, dass ihr euch von Mutlosigkeit besiegen lasst und euch nicht mit Entschlossenheit von euren Stürzen erhebt. Ihr zweifelt wiederum, wie ihr es in der Zweiten Zeit tatet, und um zu glauben, bittet ihr Mich um materielle Beweise, die Ich euch nicht gewähren darf. Seid nicht wie die Schriftgelehrten und Priester, die mit den Schriften in ihren Händen dachten, dass Meine Ankunft unter den Menschen jener Zeit sich in einer ganz bestimmten Form vollziehen würde, und als sie sahen, dass die Durchführung Meiner Mission in einer andern Offenbarungsform geschah als der, die sie erwarteten, zweifelten sie. Denn die Wunder, die sie verlangten, wurden ihnen nicht gewährt, weil der Weg bereits von Mir vorgezeichnet war und alles so vollendet wurde, wie es von Ewigkeit her geschrieben war.
2 Ihr zweifelt, weil euer Herz nicht zubereitet ist. Ihr kanntet Meine Prophetien nicht, und sehr wenige haben Meine Offenbarungen in ihrer ganzen Wahrheit ergründet und verstanden. Doch wenn auch euer Herz unwissend war — der Geist ahnte, dass Ich noch einmal zu euch kommen müsste, und heute formt euch Mein Wort gleich einem feinen Meißel und beweist euch die Wahrheit Meiner Kundgebungen. Wahrlich, Ich sage euch, ihr dürft euren Vater nicht der Prüfung unterwerfen. Betet und versenkt euch in tiefer Betrachtung. Es ist jetzt an der Zeit, dass ihr zu Mir zurückkehrt, und dass ihr euch eurem Schöpfer nähert und euch wieder mit Ihm vereint.
3 Denkt daran, dass — wenn ihr auf Erden geweint habt — nicht Ich es bin, der euch dieses Leid verursacht hat. Ich habe Mich nicht an eurer Sühne ergötzt, noch bin Ich gegenüber eurem Schmerze gleichgültig gewesen; Ich habe euren Geist nur formen und erheben wollen. Ich habe euch immer geliebt und euch immer vergeben.
4 Dringt in den Sinn Meines Wortes ein und entdeckt all das, was Ich euch durch die ungeschickten Lippen der Stimmträger zum Ausdruck bringen will. Doch sucht Mich nicht nur durch ihre Vermittlung zu hören: Ich habe euch das vollkommene Gebet gelehrt, damit ihr die Verbindung von Geist zu Geist mit eurem Vater erreicht, durch die ihr zu Mir in der Sprache sprechen könnt, die dem Geiste entspricht, und Meine weisen und liebevollen Antworten empfangen könnt.
5 Warum lasst ihr Mein Werk der Vergeistigung unbeachtet und überhört die Stimme des Gewissens, die in eurem Innern zu euch spricht? Warum schenkt ihr nur den menschlichen Worten und Urteilen Glauben und lasst zu, dass der Geist, der in seiner Zeit lebt*, welk wird wie die Blumen unter einer sengenden Sonne, wenn ihnen die Bewässerung fehlt?
* Im anbrechenden Zeitalter des Heiligen Geistes, des zur Herrschaft gelangenden Geistes Gottes im Menschen.
6 Die Kinder werden sich mit Mir verbinden, werden Meine Botschaften empfangen und euch mit ihrem Fortschritt in Erstaunen setzen. Sie werden euch in Meiner Liebeslehre unterrichten, und ihre Überzeugungen werden fest sein. Doch fühlt euch darum nicht gedemütigt! — Wenn ihr im Schoße eures Heimes seht, dass sie Beweise von Vergeistigung geben, so lenkt ihre Schritte. Lasst sie sich erfreuen und in Verzückung geraten bei der Betrachtung der hohen Regionen, in denen die Gerechten leben; und sie werden während ihrer Entrückung empfinden, dass sie Mir nahe sind, und werden ihre Schmerzen vergessen.
7 Seht ihr nicht die Geduld und auch den Kummer in eurem Vater angesichts des (nur) langsamen Erwachens Seiner Kinder? Meine Vaterliebe führt euch zum Frieden, die Heimsuchungen weisen der Menschheit den schmalen Weg, der zu Mir führt. Auf diesem Pfade müsst ihr euch alle wieder mit eurem Schöpfer vereinigen.
8 Unter euch befinden sich die "Arbeiter", die die Menschheit lieben, und die kämpfen, um ihr das Licht zu bringen. Heute legen sie voll Glauben bei Mir die Frucht ihrer Arbeit nieder. Da ist das "Kind", das Meinem Unterricht zugehört hat, und welches den Teil der Arbeit, der ihm zukommt, übernommen hat, und das Mir heute die Erstlingsfrüchte seiner geistigen Saat darbringt. Sein Gebet ist eine flehentliche Bitte um Frieden für seine Menschenbrüder. Es genügt ihm nicht zum Glücklichsein, dass seine Nation sich im Frieden befindet; ihn erreichen die Klagen der Menschen, die er nicht kennt, aber von denen er weiß, dass sie leiden. Mit bewegtem Geiste bittet er für seine Brüder, und Ich sage ihm, dass dieser Friede kommen wird, wenn die Heimsuchung ihre Saat im Herzen jener hinterlassen hat, die heute leiden, und wenn der Schmerz ihre Seele gereinigt hat.
9 Ihr denkt daran, während ihr Mein Wort hört, dass in den Augenblicken der Freude, in denen ihr euch zu Mir erhebt, um Mir ganz nahe zu sein, viele eurer Brüder auf den Schlachtfeldern fallen, dass viele Mütter den Sohn haben scheiden sehen und ihr Herz vom Schmerz zerrissen wurde, dass viele Kinder über das Verlassensein von ihren Eltern weinen und sich alle im Schmerz abquälen. Ich sage euch, ihr wisst nicht, in welche Zeit ihr eingetreten seid; denn dies ist eine Zeit der Sühne und harter Prüfungen.
Ihr als Meine Jünger fühlt die Verpflichtung, zu beten, damit der Friede und der Trost auf eure Brüder herabkomme. Doch Ich frage euch, ob ihr den Frieden zu nutzen verstandet, den Ich euch gewährt habe?
10 Warum beklagen sich die Väter, wenn sie fühlen, dass die Familie ein schweres Kreuz ist, das sie auf ihren Schultern tragen, und warum sind andere krank an der Seele, obschon Ich ihnen so nahe bin? — Darum, weil ihnen der Glaube und das Vertrauen zu Mir fehlte, und sie sich nicht zu erneuern vermochten.
11 Ihr vom Volke Israel, sündigt nicht, rettet vielmehr die Sünder, erleuchtet die, die im Irrtum befangen sind, und wenn ihr euren Frieden bewahren wollt, so arbeitet für sie, ehrt eure Eltern, betrachtet euch alle als Brüder. Liebet einander!
12 Immer, wenn ihr euch Mir naht, fühlt ihr, dass Meine Liebe euren Geist und euren Körper stärkt. Auch wisst ihr, dass, wenn ihr euch entfernt, der Friede von euch weicht und euer Geist sich betrübt. Euer Gewissen sagt euch immer mit voller Wahrheit, ob ihr auf dem Wege des Gesetzes seid, oder ob ihr von ihm abgewichen seid. Ich bin das Gesetz und rege euch immer dazu an, dasselbe zu erfüllen.
13 Wenn ihr euch darauf versteift, die verbotenen Freuden zu genießen, lasse Ich zu, dass ihr durch eigene Erfahrung erkennt und versteht, dass dieser Kelch euch immer Schmerz bereitet. Nach einem Falle seht ihr euren Irrtum ein und kehrt zu Mir zurück mit der Bitte, dass dieser Schmerz eurer Sühnung diene.
14 Lernet, damit ihr die Herzen zubereitet, die sich danach sehnen, Mein Wort kennenzulernen, und damit ihr ohne Furcht sprechen könnt. Wenn sich in eurem Herzen die Selbstsucht einnistet, könnt ihr nichts geben. Vergegenwärtigt euch die Liebe und die Barmherzigkeit, mit der Ich zu allen Meinen Kindern spreche, und gebt euren Brüdern mit der gleichen Liebe.
15 Schon nähert sich die Zeit, in der Ich euch in die Länder und Nationen senden werde, damit ihr Mein Licht hinbringt. Aber ihr müsst euch vorbereiten, indem ihr Meine Unterweisung studiert und ergründet und mit euren Werken der Liebe und Barmherzigkeit an euren Brüdern Zeugnis gebt von den Wahrheiten, die sie enthält. Ich will nicht, dass ihr später der Zeit nachweint, die ihr versäumt habt, weil ihr Meine Unterweisung nicht zu nutzen verstandet; denn es werden große Heimsuchungen kommen. Viele werden beklagen, dass sie Mich nicht gehört und Mir nicht geglaubt haben, und einige werden 1950 bereits "im Geiste sein".
16 Manche Meiner Kinder weinen beim Hören Meines Wortes; mögen diese Tränen dazu dienen, die zu reinigen, die sich befleckt haben!
17 Ihr, die ihr Mir zuhört — tut Meinen Willen, wie ihr es in der Ersten und Zweiten Zeit tatet; denn ihr seid die gleichen Geister, die sich von einer Zeit zur andern fortentwickelt haben, und wenn ihr das Ende eures Sühneweges erreicht habt, werdet ihr zu Mir kommen, um nicht wieder in diese Welt hineingeboren zu werden. Viele Male habe Ich euch gesagt: Wenn Ich in dieser Zeit ins Fleisch gekommen wäre, um euch Mein Wort zu geben, wie Ich es in der Zweiten Zeit tat, wäre Ich nochmals zum Martyrium geführt worden. Diese Lektion ist vorüber, und heute gebe Ich euch die, welche für diese Zeit angemessen ist. Begreift, dass die Form, in der Ich Mich kundtue, wenn Ich Mich durch den Verstand der Menschen mitteilte, ein weiterer Beweis Meiner Liebe zu euch ist.
Diese, die Mir dienen, tragen ein schweres Kreuz, und aus diesem Grunde, weil sie Mir folgen, werden sie leiden, werden sie verkannt und verspottet werden. Doch Ich werde ihren Geist beschützen, und später, wenn sie ihre Mission beendet haben, werde Ich ihnen Ruhe und Frieden geben.
18 Heute bittet ihr Mich für eure Körperhülle; doch Ich sage euch: Bittet lieber für euren Geist, denn das Übrige gebe Ich euch obendrein.
19 Bedenkt, dass ihr nur Durchreisende auf Erden seid, dass ihr auf eurer langen Reise Schmerz erfahren habt und durch die Sünde gestrauchelt seid, und dass ihr (erst), nachdem ihr gestürzt seid, ohne eine hilfreiche Hand zu finden, die euch aufhob, euch erinnert habt, dass es im Jenseits einen gütigen Vater gibt, der bereit ist, euch alles zu geben, wessen ihr bedürft, und dass ihr in Ihm Genesung von euren Übeln finden könnt — nicht nur von denen, die euren Körper krank machen, sondern auch von denen, die eure Seele befallen, die wie eine schmerzhafte Last sind, die euch niederdrückt.
20 O geliebte Kinder! Ihr wolltet euren Geist nicht erheben, wolltet ihm nicht die notwendige Zeit gewähren, um nachzudenken und seine Pflichten zu erfüllen. Bedenkt, wie viele Gaben in euch sind; nichts fehlt euch, um den Gipfel des Berges erreichen zu können, wo euch euer Vater erwartet, um euch eure Belohnung zu übergeben. Ihr alle seid erleuchtet und vorbereitet, um die Offenbarungen dieser Zeit kennenzulernen. Wenn ihr euch vergeistigt, werdet ihr nicht nur in dieser Welt wirken können, sondern Ich werde euch erlauben, euch in andere Regionen zu versetzen, wo eure Brüder leben, und dort werdet ihr als gute Arbeiter ebenfalls die Saat der Liebe und Barmherzigkeit ausstreuen, die euer Vater euch anvertraut hat.
21 Gebt euch nicht mit der ersten Lektion zufrieden, die ihr empfangen habt. Geht weiter voran, sucht Mein Wort, erkennt seinen geistigen Sinn, damit ihr zu euren Brüdern mit Überzeugungskraft sprechen könnt. Fürchtet nicht das Urteil oder den Spott der Menschen. Welchen Fehler können sie euch zur Last legen, wenn ihr Lauterkeit in eurem Herzen habt und Rechtschaffenheit in allen euren Taten zeigt?
22 Es bereitet Mir Freude, die unschuldigen und guten Herzen zu empfangen, die Meine Hilfe erflehen, jene, die Mich als Arzt der Ärzte suchen. Doch sehe Ich auch mit Wohlgefallen, dass ihr eure Leiden vergesst, um Mir eure notleidenden Brüder vorzustellen, die ihr mit Meiner Unterweisung umgewandelt habt. Ich segne die, welche Leiden gelindert und Schmerzen geteilt haben, und gebe ihnen Kraft, damit sie Mein Gebot erfüllen, das euch sagt: Liebet einander.
23 Ich habe gesehen, wie einige Meiner Kinder an Mir zweifeln und nicht zulassen, dass ihr Geist seine Gaben entwickelt; und als es notwendig war, zu den Menschen von Meiner Lehre zu sprechen, haben sie geschwiegen, ohne zu beherzigen, dass Ich gesagt habe, dass Ich durch alle sprechen werde, die zubereitet sind, und wenn es sie nicht gibt, durch die Naturgewalten Meiner Schöpfung sprechen werde.
24 Meinen Kindern, die über die Erde gehen, ohne ihre hohe Bestimmung zu erkennen, sage Ich: Wann gedenkt ihr euren Auftrag zu erfüllen? Wenn ihr heute schlaft, werdet ihr morgen im Jenseits erwachen und der versäumten Zeit nachweinen. Ihr werdet Mich bitten, zur Erde zurückkehren zu dürfen; doch dann wird eure Sühne sehr leidvoll sein.
25 Wenn ihr hört, dass der Meister euch warnt, und wenn ihr eure Werke im Lichte eures Gewissens beurteilt, findet ihr, dass der Same, den Ich euch gegeben habe, sich nicht vervielfältigt hat. Und Ich frage euch: Wie wollt ihr die neuen Jünger heranbilden, die auf der Suche nach diesem Erbe herbeikommen werden, wenn ihr nicht mit euren Werken die Lehre bezeugen könnt, die Ich euch gab?
26 Am ersten Tag des Jahres 1939 kündigte Ich euch den Krieg an, der nahe bevorstand; ihr habt die Zerstörung und das Chaos, in das sich viele Nationen gestürzt haben, greifbar kennengelernt. Ihr habt ein Kriegsgeschehen nach dem andern vorübergehen sehen, und noch immer seid ihr euch nicht der Zeit bewusst, in der ihr lebt. In den kommenden Jahren werdet ihr eine große Spaltung unter den Nationen erleben.
27 Die Starken werden den Starken gegenüberstehen, und in dieser Schlacht werden sie ihre Macht verlieren und sich beugen. Währenddessen werden viele Geister ihren Körper verlieren und mit der Bestürzung und dem Schmerz, ihre Rückkehr zu Mir nicht vorbereitet zu haben, ins Geistige Tal gelangen. Doch werden sie auf ihrem Wege Elias begegnen, der ihnen den Weg zur Sühnung (ihrer Schuld) weist.
28 Heute kündige Ich euch an, dass die Zeit nahe ist, in der große Geister zur Erde kommen werden, um für den Frieden und die Höherentwicklung der Menschheit zu arbeiten. Bereitet diesen Generationen den Weg.
29 Selig, die beim Hören Meines Wortes geglaubt haben; doch Ich sage euch ferner: Gesegnet seien jene, die — ohne Mich gehört zu haben — glauben und in ihrem Herzen einen Tempel tragen, die lieben und für ihre Brüder Fürbitte einlegen und deren Glaube wie eine feurige Flamme ist, die den Weg ihrer Sühne erhellt: denn sie werden Mich durch ihren Glauben schauen.
30 Heute stellt ihr euch beim Quell der Gnade ein, um euren Durst zu löschen, und ihr erinnert euch Meiner Worte, in denen Ich euch sagte: "Wer von diesem Wasser trinkt, den wird nie mehr dürsten". Euer Durst in dieser Zeit ist jener nach Licht, nach Wahrheit und nach Frieden. Ihr kennt nur den Schmerz und die Falschheit und sucht einen Balsam, der eure Wunden heilt und eurer Hoffnung wieder Leben gibt: Hier bin Ich, und Ich empfange euer Herz und tröste es. Ungeduldig erwartet ihr die Tage, in denen Ich euch Mein Wort gebe, und sagt Mir: "Vater, nur in diesem Augenblick findet Mein Geist Ruhe, und zu Dir erhoben vergesse Ich, was zur Welt gehört, und empfinde, dass der Friede Deines Geistes mein Wesen durchströmt".
31 Selig seid ihr, die ihr erkannt habt, dass dies die Zeit der Gnade ist, in der Meine Unterweisungen euch führen und euch bei eurer Wiedergutmachung helfen. Wenn ihr Mich zu hören und innerhalb Meiner Gesetze zu bleiben versteht, wird es keine menschliche Macht geben, die euch verletzt, und ihr werdet euch vom Vater liebkost und geleitet fühlen.
32 Wenngleich Ihr mich früher nicht gesucht habt, wisst ihr heute, dass die Stunde eures Erwachens für Meine Wahrheit vorgezeichnet war, und dass Ich euch erwartete, um euch euer Erbe zur Kenntnis zu bringen. Jetzt, da Ihr Meine Wohltaten empfangen habt, bittet ihr Mich voller Dankbarkeit, euch zu gewähren, Meine Arbeiter zu sein, und Ich erlaube es, denn Ich habe euch darum zur Erde gesandt, um die Gute Botschaft kennenzulernen und sie unter den Menschen zu verbreiten.
Doch um die Kenntnis und die Entfaltung der Geistesgaben, mit denen ihr begnadet seid, zu erlangen, müsst ihr zuvor gegen eure Vermaterialisierung, gegen eure Sünde und Schwäche kämpfen; und wenn ihr dann fühlt, dass ihr euch zubereitet habt und euch durch eure Sühneleistung geläutert habt, so tragt eure Liebe zu euren Brüdern als ein Kleinod von unschätzbarem Wert.
33 Ihr seid nicht zur Erde gekommen, um der Welt Tribut zu zollen, eure Verpflichtung ist höher, die Aufgabe als Jünger eures Vaters erwartet euch. Und wenn ihr für die Verbreitung Meiner Lehre gekämpft habt, und eure Füße durch die Disteln verwundet sind, und eure Kleidung wegen des langen Weges zerrissen ist, so kommt zu Mir. Scheut euch nicht, nackt zu kommen, ohne Fußbekleidung und ohne Reisevorrat. Denn wenn ihr alles unter eure Brüder verteilt habt, werde Ich euch das zurückgeben, was ihr ihnen überlassen habt, und werde euch mit Gnaden überschütten um der Liebe und Wohltaten willen, die ihr ihnen erwiesen habt.
34 Euch erwartet ein großer Kampf, in welchem die Erfüllung eurer Aufgabe euren Geist keine Müdigkeit fühlen lassen wird; denn ihr werdet vom Guten Hirten und von der Geistigen Welt unterstützt werden. Wenn ihr Mich liebt, wenn ihr Glauben habt, wird euch die Arbeit leicht fallen. Ich werde den Unglauben der widerspenstigen Geister überwinden, und sie werden euch anhören. Andere werden dies Licht in der gegenwärtigen Inkarnation nicht kennenlernen; denn Ich habe euch bereits angekündigt, dass nicht alle, die heute im materiellen Körper leben, das Licht dieser Lehre der Dritten Zeit kennen werden. Viele werden ins Geistige Tal gehen müssen, und von dort aus werden sie dieses Werk der Liebe betrachten und daran glauben. Die, die Mich hörten und Mein Wort nicht verstanden noch Meinen Willen erkannten, werden "im Geiste" wirken und so ihren Auftrag erfüllen.
35 Obwohl Meine Unterweisung klar verständlich ist, habt ihr sie nicht alle ergründet und verstanden. Ihr habt euch nicht von dieser Frucht genährt, die Ich euch in dieser Zeit angeboten habe. Ich sagte euch, dass jeder Baum an seiner Frucht erkannt wird, und der "Geschmack" Meines Wortes ist süß, und sein Wesensgehalt belebt den Geist; doch ihr wolltet seine Wahrheit nicht erkennen.
36 Ihr seid zerbrechliche Boote inmitten eines wütenden Meeres gewesen und habt euren Glauben oft verlöschen lassen. Ihr fühlt Mich nicht, obschon ihr wisst, dass Ich bei euch bin, und Ich euch schon oft gesagt habe, dass eure Augenwimpern von euren Augen weiter entfernt sind als Mein Geist von dem euren.
37 Wachet, denn immer lauert euch der Wolf im Schafskleid auf, um euch zu überlisten. Wenn ihr euch bereits vornehmt, diese göttliche Liebe und Barmherzigkeit mit euren Brüdern zu teilen, tritt die Versuchung an euch heran und lässt euch euren Vorsatz ändern.
38 Wenn ihr erlebt, dass eure Brüder, die einer andern Lehre anhängen, auf eure Irrtümer hinweisen und euch belehren, so seid demütig, hört ihre Worte an; denn Meine Inspiration kommt zu jedem, der sich zurüstet, und ihr wisst nicht, ob es nicht Mein Wille ist, Mich ihrer zu bedienen, um euch zu berichtigen. Aus allen Gesellschaftsschichten habe Ich Meine Jünger erwählt — solche, die bettelten, um das (tägliche) Brot zum Munde zu führen; aber es gibt auch andere, die ein behagliches Leben geführt und die Ich gerufen habe. Doch ohne den Schatz zu begreifen, den sie erhalten haben, schämen sie sich, zu diesem Volke zu gehören.
39 Ich vergebe eure Sünden, selbst wenn ihr mit dem Bewusstsein gesündigt habt, eine Verfehlung zu begehen, und zeige euch immer den Weg, auf dem ihr zu Mir kommen sollt. Kann das Kind sich mit befleckter Seele und ohne gute Werke vor dem Vater zeigen? — Sein Gewissen wird ihm sagen, dass es erst nach der Erfüllung (seiner Aufgabe) zu Mir kommen kann.
40 Begreift, dass jeder Augenblick, der vorübergeht, die Zeit verkürzt, in der Ich euch Mein Wort geben werde. Nutzt sie, damit ihr nicht morgen der Unterweisung nachweint, die ihr versäumt habt.
41 Denkt darüber nach, dass ihr den Auftrag erfüllen müsst, euren Brüdern die Gute Botschaft zu bringen, so, wie es auf eurem Wege jemanden gab, der euch rief. Wer kann jenen vergessen, der zu euch von Meinem Worte sprach und euch in Meine Gegenwart führte? Möchtet ihr nicht, dass jemand in Liebe und Dankbarkeit euer gedenkt?
42 Seid beharrlich im Guten, lasst euer Herz sich in der Tugend läutern, und ihr werdet die Entfaltung eurer Geistesgaben erleben. Weicht nicht zurück, denn ihr werdet sonst das Gefühl haben, als ob diese Gaben euch verlassen würden.
43 Es ist an der Zeit, dass ihr nicht nur bittet, sondern dass ihr versteht zu bitten, damit ihr nicht sagt: "Vater, ich habe vieles erbeten und nichts erhalten."
44 Vergesst nicht, dass Ich euch mehr zu geben habe, als ihr von Mir erbitten könnt, und dass, während ihr den Vater bittet, euch zu geben, Ich euch bitte, dass ihr zu empfangen versteht.
45 Gehört zu Meinen guten Jüngern, zu jenen, die ihre Aufgabe mit wahrer Liebe und wahrem Glauben in Angriff nehmen. So ihr gestern auf unsicheren und verbotenen Pfaden gegangen seid, müsst ihr heute auf dem Wege Meines Gesetzes wandeln. Wenn ihr früher in eurer Verblendung eure Hand erhobt, um euren Nächsten zu verwunden, so bemüht euch jetzt, dass eben diese Hand lernt, mit Zärtlichkeit zu liebkosen. Wenn ihr gestern auf eurem Lebensweg den Samen des Hasses oder des Übelwollens gesät habt, so werdet jetzt zu Sämännern der Saat des Friedens und der Brüderlichkeit.
46 Wahrlich, Ich sage euch, wer sich an eure Handlungen von gestern erinnert und euch jetzt in Meine Jünger verwandelt sieht, wird erkennen müssen, dass eurem Glauben Wahrheit zugrunde liegt, und ihr werdet nicht viel reden müssen, um die zu überzeugen, die ihr zu lehren versucht; denn eure Werke werden das beste Zeugnis sein, das ihr vor euren Brüdern ablegt.
47 Den Müttern sage Ich: Lehrt die Kinder im Materiellen wie im Geistigen ihre ersten Schritte zu tun. Erleichtert ihnen den Weg, damit sie Mich finden, Mich lieben und sich (geistig) erheben können. Seid euch bewusst, dass in jeder neuen Generation, die unter euch heranwächst, der geistige Fortschritt, den sie erreicht, immer größer sein wird. Macht Gebrauch von der Intuition, um sie zu führen, und gebt ihnen nicht schlechte Beispiele oder taube Früchte zur (geistigen) Nahrung.
48 Ich will nicht, dass diese neuen Generationen durch eure Schuld straucheln oder auf Abwege geraten. Ich will sie nicht weinen sehen, weil es unter den ihren an Liebe fehlt.
49 Heute, da Ich euren Geist demütig sehe, gebe Ich ihm Meine neuen Gebote. In den vergangenen Zeiten träumtet ihr alle von Macht, von Reichtum, von der Herrlichkeit der Welt und von Lustbarkeiten. Damals habt ihr gegen Jesus geschrien: "Kreuzige ihn!" Weil Christus die Demut predigte und euch den Verzicht auf alles Unnötige lehrte. Heute begnügt ihr euch mit ein wenig Frieden, mit einem Stück Brot und einem festen Dach. Das Leben mit seinen Lektionen hat euch bescheiden gemacht, und dadurch ist es eurem Geiste gelungen, sich zu befreien.
50 Solange der Mensch den scheinbaren Frieden besitzt, den ihm die Welt gibt, und er alles zu besitzen glaubt, wird er sich Mir nicht nähern. Doch wenn die Menschheit zur wahren Vergeistigung gelangt, wird sie alles besitzen, und ihre Erquickung und ihre Wonne werden tief und wahr sein, so, wie der Vater sich an allem, was Er erschaffen hat, ergötzt und erfreut.
51 Meine Vaterliebe sieht auf dich, o Volk Israel, und richtet deine Werke. Das göttliche Gericht hat bereits alle Wesen erfasst, und niemand entkommt ihm.
52 Ich habe für Meine Kinder nur den Frieden und das Wohlergehen gewollt, doch sie haben den Schmerz, die Läuterung gesucht, denn Mein Gesetz duldet keine Unvollkommenheiten, und deswegen muss sich jeder, der sich befleckt hat, reinigen, und jeder der vom Wege abgewichen ist, zu ihm zurückkehren. Ihr seht von dieser Nation aus den Wirbelsturm, der auf seiner Bahn Völker peitscht und zerstört, und seid weder erschüttert, noch schätzt ihr den Frieden, den ihr genießt, und ihr anerkennt auch nicht die Vorrechte, die Ich euch gewährte. Und nicht zufrieden mit Meinem Willen, haltet ihr eure
Prüfungen für ungerecht und wendet euch gegen Mich. — Ich warte, bis ihr durch diese Welt gegangen seid, damit ihr selbst euer Leben richtet. Dann werdet ihr unversöhnliche Richter eurer Seele sein und werdet in Mir nur den Vater sehen, der vergibt, der segnet und liebt.
53 Ihr seid durch euren beständigen Ungehorsam ermattet, und das Ergebnis davon bringt euch zum Weinen. Ihr habt lange Zeit geschlafen, und euer Erwachen wird bitter sein. Ich habe der Menschheit verheißen, dass Ich ein Heer senden werde, das aus hundertvierundvierzigtausend Wesen besteht, die über die ganze Welt verstreut sein werden, und diese wartet darauf, weil sie weiß, dass jeder dieser Soldaten ein Künder, ein Ausleger Meiner Gebote ist.
54 Nachdem die Erde von einem Pol zum andern heimgesucht worden ist und alle Nationen, alle (gesellschaftlichen) Einrichtungen und alle Heime bis zu ihren Wurzeln gerichtet worden sind, und nachdem die Menschheit jeden Schandflecken abgewaschen hat, sollt ihr zugerüstet hinausgehen in Meinem Namen, um Meine Lehre zu euren Brüdern zu bringen.
55 Ich, der Vater, habe über diese Menschheit geweint, als Ich sah, wie sie die größten Höhen der Verderbtheit erreichte, Meine Worte absichtlich überhörte und Meine Gesetze befleckte. Doch die
Stunde ihrer Besinnung nähert sich bereits, und an jenem Tage werde Ich auf sie alles ausgießen, was Ich für sie bereithalte, denn sie ist Meine vielgeliebte Tochter.
56 Die an Mich glauben, werden Mich früher sehen als die, welche zweifeln. Wie oft habe Ich an euer Herz gepocht, und ihr habt nicht gehört, noch habt ihr Meine Gegenwart empfunden. Ich will euch nur sagen, dass ihr euch bessern und in diese Zeit des Lichtes und der Gnade lauter eintreten sollt. Und wenn ihr Meinen Samen besitzt, so sät ihn aus und verwandelt die dürren Felder in fruchtbare, wobei euer Gebet die fruchtbringende Bewässerung bilden soll.
57 Liebt euch und lebt in eurem Heim in Frieden. Denn Ich habe gesehen, dass von fünf (Personen), die eine Familie bilden, zwei gegen drei und drei gegen zwei sind.
58 Wenn ihr euch von den Wesen getrennt seht, die Fleisch von eurem Fleische waren und sich danach im Geistigen Tal befinden, so vergesst sie nicht, verbindet euch mit ihnen mittels eures Gebetes und helft ihnen. Wenn ihr fühlt, dass sie (in ihrer Entwicklung) stehengeblieben sind, so ermuntert sie, zu arbeiten und ihren Geist zu erheben. Denkt daran, wie kurz euer Leben auf Erden ist; nutzt daher eure Fähigkeiten und Kräfte und tut große Werke, die euch erlösen und Heil bringen.
59 Ich gebe euch das Brot des Geistes, sucht ihr das materielle Brot; doch ebenso, wie ihr voll Eifer eure Ruhe und euer körperliches Wohlbefinden sucht, so suchet (auch) den geistigen Fortschritt. Euer Kreuz ist nicht schwer; wenn Ich euch zeigte, wie man die Anhöhe des Kalvarienberges hinaufsteigt und dabei das Kreuz der Mühen, Leiden und Sünden der ganzen Menschheit trägt — warum solltet dann ihr, denen Ich (nur) eine kleine Schar anvertraut habe, nicht hinaufsteigen können? Doch falls euch unter seinem Gewichte die Kräfte versagen, habt ihr Mich als Helfer, und Ich werde euch nicht zu Fall kommen lassen.
60 Der Schmerz, den ihr so sehr flieht, ist ein unerschöpflicher Born der Läuterung und Erneuerung für die Seele. Ihr selbst habt oftmals erlebt, dass ihr euch nach einer Heimsuchung erleichtert, geläutert und in Frieden mit eurem Gewissen fühlt.
61 Dies Wort wird den Geist der Bewohner jener Nationen, die heute vom Leiden erschöpft sind, wiederaufrichten. Doch Ich sage euch, dass sie Mich bald, sehr bald, mit offenen Armen wie am Kreuze finden werden, auf sie wartend, um sie liebevoll zu umarmen und in Mein Reich des Friedens zu bringen.
Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band II - Unterweisung 41


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 2

Unterweisung 41:
 
 1 Zu allen Zeiten habe Ich vom ewigen Leben zu euch gesprochen, das jenseits des Materiellen besteht. Ich habe euch versprochen, dass ihr alle es besitzen werdet; doch habe Ich euch auch offenbart, dass ihr das Böse wiedergutmachen müsst, das ihr verursacht habt, damit euer Geist sich entwickelt.
2 Um euch zu helfen, habe Ich euch gesagt: Tut gute Werke auf Erden, damit das Saatkorn, das ihr aussät, gute Früchte trägt und Ich die Ernte empfange, der Ich der Weg und das Leben bin.
3 Ich habe gesehen, dass die Menschheit widerspenstig ist, dass sie sich vermaterialisiert hat, und so musste Ich ihr Meine Unterweisung geben, um ihr verständlich zu machen, welches der Weg ist, dem sie folgen muss, um das wahre Leben zu erreichen, und um in ihr die Hoffnung zu entfachen, zu Mir zu gelangen.
4 Der Weg, um die Vollkommenheit zu erreichen, ist lang, und ohne Meinen göttlichen Beistand könntet ihr nicht dahin gelangen. Das geistige Leben im Jenseits ist für den Menschen ein Geheimnis; doch studiert Meine Unterweisung, führt das aus, was ihr geistiger Sinn euch lehrt, und wenn ihr dann die Schwellen zum wahren Leben überschreitet, werdet ihr nicht überrascht oder verwirrt sein.
5 In den ersten Zeiten der Menschheit war ihre geistige Entwicklung so gering, dass ihre (mangelnde) innere Erkenntnis über das Leben der Seele nach dem körperlichen Tode und die (fehlende) Kenntnis ihrer letzten Bestimmung bewirkte, dass die Seele beim Verlassen der Fleischeshülle in einen tiefen Schlaf fiel, aus dem sie nur langsam erwachte. Doch als Christus Mensch wurde in Jesus, um allen Geistern Seine Lehre zu geben, sandte Er, sobald Er Seine Aufgabe unter den Menschen vollendet hatte, Sein Licht zu großen Scharen von Wesen, die seit Anbeginn der Welt auf Seine Ankunft warteten, um von ihrer Verwirrung befreit zu werden und sich zum Schöpfer erheben zu können.
6 Nur Christus konnte jenes Dunkel erhellen, nur Seine Stimme konnte jene Seelen, die schliefen, für ihre Entwicklung erwecken. Als Christus als Mensch starb, brachte der Göttliche Geist Licht in die geistigen Welten und selbst in die Gräber, aus denen die Seelen hervorkamen, die nahe bei ihren Körpern den Todesschlaf hielten. Diese Wesen zogen in jener Nacht durch die Welt, wobei sie sich den menschlichen Blicken sichtbar machten als ein Zeugnis dafür, dass der Erlöser für alle Wesen Leben war und dass die Seele unsterblich ist.
7 Nur Jesus konnte ihnen den Weg zeigen, um zum Gipfel des Berges des wahren Lebens zu gelangen. Wer an ihn glaubt, Seinem Werke Glauben schenkt und Seine Lehre ausübt, wird nicht im Stillstand verharren.
8 Jünger, fühlt euch euren Brüdern nicht überlegen, weil ihr diese Offenbarungen hört, die euren Weg erhellen. Der Weg, den ihr zurücklegen müsst, ist so weit, und ihr müsst begreifen, dass ihr kaum die ersten Schritte auf ihm macht. Wenn Ich euch einige Geheimnisse des Jenseits offenbare, so geschieht es, damit ihr schon jetzt den Weg kennt und euch vorbereitet, um euch nicht zu verirren oder auf ihm zu straucheln. Erkennt, dass ebenso, wie es auf dieser Welt viele Wege gibt, auf denen der Mensch in die Irre gehen kann, es auch im weiten Geistigen Tale Pfade gibt, welche die Seele in Verwirrung bringen können, wenn sie nicht gewacht und gebetet hat.
9 Lasst zu, dass der "Lebenssaft" Meiner Liebe euch Leben gibt, erinnert euch, dass Ich euch gesagt habe: "Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben". Ihr müsst Früchte tragen, die den Baum verherrlichen, dem ihr entstammt.
10 Es ist notwendig, dass ihr Mein Wort geduldig erforscht, damit ihr es morgen euren Brüdern zu erklären versteht, und damit ihr es gemäß der Wahrheit, die es enthält, ausüben könnt. Wann wird der Mensch die Vollkommenheit erreichen, die ihn Mein Gesetz lehrt? — Wenn er das Erste Gebot erfüllt hat. Denn bis jetzt hat die Menschheit alle Güter der Welt mehr als ihren Schöpfer geliebt. Dennoch sagen alle Menschen, wenn sie ihr Gebet zu Mir emporsenden, dass sie Mich lieben, und wenn sie aufgrund ihrer Sünde dem Schmerz begegnen, fragen sie Mich: "Herr, warum strafst du mich, obwohl ich Dich so liebe?" Doch hernach, wenn Ich den Dorn, der sie verwundete, aus ihrem Wege entfernt habe, vergessen sie Den, der sie so sehr liebt.
Ein Gleichnis:
11 Höret: In einer Synagoge befanden sich zwei Menschen, die beteten. Der eine von ihnen trug prächtige Festgewänder, der andere ging beinahe nackt. Der erstere dankte dem Schöpfer, denn alles, was er besaß, glaubte er durch seine eigenen Verdienste zu besitzen, und er war der Auffassung, dass jener, der sich an seiner Seite befand, arm, nackt und hungrig war, weil er auf diese Weise die Ernte von dem empfing, was er mit seiner Sünde gesät hatte.
12 Der Arme fühlte sich unwürdig, in der Gegenwart seines Herrn zu sein, und bat um Vergebung und Kraft, um seine Sühne zu erfüllen.
13 Der Mächtige dankte, weil er meinte, dass, wenn sein Körper geschmückt sei, sein Geist es noch mehr sein müsse.
14 Die Zeit verging, und der Tod ereilte beide. Der Reiche wurde von den Seinen beweint, sein Begräbnis war feierlich, und er hatte eine prächtige Grabstätte. Sein Geist löste sich vom Körper, und als er in das Geistige Tal einging, war er verstört, denn sein Materialismus hinderte ihn, aufwärtszusteigen. Wohin er seine Schritte auch lenkte, strauchelte er, und alles um ihn her erschien ihm in Finsternis gehüllt.
Der Arme indessen, der ein Umherziehender war, setzte sich, da er sich ermattet fühlte, unter einen Baum, und mit einem Seufzer verließ er dieses Leben. Niemand beweinte ihn, niemand war bei ihm in jener Stunde, er hatte kein Grab, denn sein Körper wurde zum Fraß für die Raubvögel. Sein Geist ging auch ins Jenseits mit dem Glauben, mit dem er auf der Welt gelebt hatte, einem in die Zukunft gerichteten Glauben. Er betrat das "Tal der Geister", ohne dass ihm jemand den Zutritt verwehrte. Er bewegte sich auf ein Licht zu, und als er bei ihm anlangte, fühlte er sich bekleidet und geschmückt, und jene Gewänder hatten einen strahlenden Glanz. Jener Geist wollte von seiner langen Lebensreise ausruhen, als er vor sich seinen Vater sah, der ihm liebevoll die Belohnung gab, die er mit seinen Werken des Glaubens und der Ergebung errungen hatte.
15 Der, welcher mächtig gewesen war, quälte sich noch immer in seiner Verstörtheit. Für Augenblicke vergaß er, wer er war, zuweilen weinte er und fragte, wo er wäre, wo sich sein Körper befände, und wo er seine Schätze gelassen habe. Sodann erinnerte er sich an seinen Herrn und sprach zu Ihm: "Ich bin jener, der sich im Tempel einfand, um seine Festgewänder und seine Macht zu zeigen und um Dir zu sagen, dass er damit zufrieden sei, dass Du ihn so sehr beschenkt hattest. Warum erkennst Du mich jetzt nicht wieder und rufst mich nicht?" — Da hörte er eine Stimme, die ihm sagte: "Auf Erden warst du nur auf Ruhm für deine menschlichen Eitelkeiten bedacht, du warst hochmütig, hast den Armen gedemütigt und hattest Abscheu vor dem Aussätzigen. Nichts von dem, was du in der Welt angesammelt hast, konnte dir dazu dienen, dir in diesem Leben hier zu helfen. So kommt es, dass du jetzt der Bedürftigste unter den Bedürftigen bist."
16 Jener Geist, weit davon entfernt, die göttliche Gerechtigkeit anzunehmen und anzuerkennen und in Demut mit seiner Sühne zu beginnen, lästerte gegen seinen Herrn, indem er Ihn ungerecht nannte, und entfernte sich von Ihm. Immer verwirrter vor Zorn, traf er auf seinem Wege eine Legion von Wesen, die sich auf die Erde zubewegten, um der Menschheit Schaden zuzufügen. Er verbündete sich mit ihnen und säte auf seiner Bahn Eitelkeiten, Materialismus, Eigennutz und Hochmut. Doch allmählich fühlte er Ekel und Überdruss am Verursachen von so viel Bösem, und so hielt er für einen Augenblick inne, um nachzudenken: Jahrhunderte waren vergangen, viele waren ihm zum Opfer gefallen, denn alle, die er beeinflusste, führte er ins Verderben. Er fühlte sich einsam, doch in seiner Einsamkeit vernahm er eine Stimme, die aus dem Innern seines Wesens zu ihm sprach. Es war sein Gewissen, dem es endlich gelang, gehört zu werden. Er richtete sich selbst und erkannte, dass er gegenüber der Schöpfung sehr klein war. Da suchte er in Demut, nachdem sein Hochmut gebeugt war, seinen Herrn, und in seinem Gebet sprach er zu Ihm und bat Ihn um Vergebung wegen seiner Verfehlungen, und die Stimme des Vaters sagte ihm: "Ich vergebe dir, doch mache dich auf die Suche nach jenem Hungernden, den du in der Synagoge verurteiltest."
Als er bereit war, jenen Auftrag zu erfüllen, hob er seinen Blick empor und wurde gewahr, dass jener, den er auf der Welt elend gesehen hatte, mit einem blendend-weißen Gewand bekleidet war und sich dem Dienst für seinen Herrn widmete, indem er den Pfad der verirrten Seelen erhellte. Da sprach er, der hochmütig gewesen war, aber nun bereut hatte, zu seinem (geistigen) Bruder: "Hilf mir, meine geistige Sühne zu erfüllen!" Der andere, voll Mitleid und Liebe, ohne Ekel vor den Unreinheiten zu empfinden, die dieser in seiner Seele trug, half ihm bei seiner Reinigung. (Ende des Gleichnisses).
17 Mit Hilfe dieses Gleichnisses mache Ich leichter verständlich, was ihr jenseits eures menschlichen Lebens antreffen könnt, damit ihr eine Ahnung von den Prüfungen habt, die all denen widerfahren können, die ihren Eintritt in das Geistige Tal nicht mit ihren Werken der Liebe vorbereiten.
18 Ich will euch begreiflich machen, dass aus dem Geiste all derer, die ohne Fanatismus ein geistiges, gesundes und rechtschaffenes Leben führen, gute Beispiele gleich strahlenden Lichtern hervorgehen werden, die sowohl den Weg eines inkarnierten Geistes, als auch den Weg dessen, der im Unsichtbaren wohnt, erhellen werden.
19 Vor Christus war niemand imstande, in den Geistwesen, die in der Finsternis der Sünde lebten, das Licht zu entzünden.
20 Ich war der Erste, der in die Welten der Verwirrung eindrang, um dort das Licht hinzubringen und auf diese Weise Meine Jünger zu lehren, dasselbe bei ihren Brüdern zu tun. Denn "Das Lamm" war das einzige, das die Siegel löste, die das Große Buch des wahren Lebens und der wahren Weisheit verwahrten.
21 Die Stimme, die ihr hört, ist die des Sechsten Siegels, und sie wurde nur deshalb nicht in allen Nationen vernommen, weil die Menschen nicht zugerüstet waren; denn sie waren hochmütig gegenüber der Stimme Meines Rufes und überließen es ganz den Hungernden und Entblößten*, Mich zu hören.
* Es sind dies symbolische Bezeichnungen für geistige Bedürfnisse: arm — an geistiger Erkenntnis; hungrig — nach Gerechtigkeit und Liebe; entblößt — ohne das Kleid der guten Werke.
22 Heute sage Ich euch: Vergebt und reicht eure Hand, wenn man euch darum bittet.
23 Folgt den Spuren der Demut und Geduld Elias'; er hat den Auftrag, die Seelen zu reinigen und sie Mir zuzuführen. Unermüdlich hat er gearbeitet und bietet mir ein lauteres, empfindsames und zubereitetes Volk dar, damit es Mein Wort höre. Er hat euch zum Berge des Neuen Zion gebracht, damit ihr Meine Stimme vernehmt, und als ihr Mich hörtet, wart ihr tief ergriffen. Zweifelt nicht, weil Ich euch Meine Unterweisung jetzt durch menschliche Vermittlung zuteil werden lasse. Immer habe Ich euch überrascht und euren Glauben auf die Probe gestellt. Ihr seid in einen neuen Zeitabschnitt eingetreten und müsst eine weitere Stufe auf dem Entwicklungsweg des Geistes aufwärtssteigen.
24 Gesegnet seien, die ihre Körperhülle opfern, um ihre Seele zu vervollkommnen; gesegnet, die ihr Kreuz mit Demut und Geduld tragen. Wenn Ich euch zubereitet sehe, werde Ich euch einer Menschenschar voranstellen, damit ihr sie führt; und wenn ihr in der Tugend beharrlich bleibt, wird der Hochmut nicht in euer Herz eindringen, werdet ihr euch nicht als Herren, sondern als Diener fühlen, und diese Scharen werden sich vervielfachen. Doch wehe denen, die Meine Gebote falsch auslegen und ihre Brüder in den Abgrund führen, anstatt sie zu veranlassen, den Berg ihrer Entwicklung emporzusteigen. Wie sehr werden sie zu kämpfen haben, um sich gegen ihre Feinde zu verteidigen, und wie oft wird ihr Herz in jenem Kampfe zerbrochen werden. Ihr jedoch in eurem Gehorsam — denket daran, dass ihr dabei seid, den Berggipfel zu erobern, wo alles Leiden durch Meinen Segen ausgeglichen wird.
25 In kurzer Zeit werden die verheißenen Generationen zur Erde kommen, welche große Fortschritte auf dem geistigen Entwicklungswege erreichen werden. Sie werden Mein Wort besser auslegen als ihr und werden es über alle Völker hin verbreiten. Diese neuen Menschenwesen, die Ich heute zurüste, werden von Geist zu Geist mit Mir Zwiesprache halten und werden unter ihren Nächsten Beweise ihrer Vollmacht geben.
26 Geliebtes Volk, wenn du dich zubereitest, werde Ich dir Gesetze und Werke eingeben, die die Menschen in Staunen versetzen werden. Dein erleuchteter Verstand wird in der Natur und in eurem Geiste alles entdecken, was es an Großem und Vollkommenem gibt. Dann werdet ihr die volle Erkenntnis eurer Fähigkeiten haben, und eure Werke werden groß sein in Liebe und Barmherzigkeit für eure Brüder.
27 Seid gute Arbeiter im Garten eures Herrn; reißt das Unkraut aus, pflegt die Pflanzen, und wenn ihr sie blühen seht, so freut euch und bringt Mir eure Arbeit dar. Denkt daran, dass — wenn Ich euch den Auftrag erteile, den Pflanzen Leben zu geben — ihr diesen Geschöpfen nicht Schmerz bereiten oder sie verletzen dürft. Ich spreche von euren Brüdern, von ihrem empfindsamen Herzen, damit ihr immer mit Liebe über sie wacht, wie Ich euch gelehrt habe.
28 Begreift, dass es nicht unmöglich ist, Meine Gesetze zu erfüllen; ihr müsst nur beten und mit festem Willen, mit Liebe zu eurem Vater erfüllt sein, in Hilfsbereitschaft und Liebe zu euren Brüdern, dann werde Ich Meine Macht in euch legen. Ich will nicht, dass ihr zum Opfer werdet. Liebt, seid tugendhaft, und Mein Wohlgefallen wird auf euch ruhen.
29 Gebt nicht Mir die Schuld an euren Irrwegen. Ich habe euch das Gewissen gegeben, damit ihr euch durch sein Licht leiten lasst. Es ist ein unbeugsamer Richter, der euch immer den Weg des Guten gezeigt und euch gewarnt hat, damit ihr nicht in Versuchung fallet. Auch habe Ich euch mit Wesen umgeben, die euch helfen, eure Aufgäbe zu verstehen und die Tugend der Demut und Sanftmut zu erlangen.
30 Ihr, die ihr euch mit Liebe darauf vorbereitet, Meine Unterweisung zu hören, möchtet nicht eine einzige Meiner Unterrichtsstunden zu hören versäumen, und in euren Herzen bittet ihr Mich, dass Ich euch erlaube, bis zum letzten Meiner Worte in dieser Zeit zuzuhören.
Ihr werdet weiterhin die Erben dieser Gnade sein; doch müsst ihr begreifen, dass — wenn Ich euch sage: "Bittet, so wird euch gegeben" — ihr euch im Gebet erheben müsst, um das zu erbitten, was eurem Geiste zuträglich ist; denn einige bitten nur für ihr irdisches Leben. Aber Ich erhöre euch nach Meinem Willen und nicht nach eurem. Was würde aus euch, wenn Ich euch immer eure Wünsche gewähren würde? Wie oft habt ihr mit Beharrlichkeit um etwas gebeten, das — obschon ihr glaubtet, es sei zu eurem Wohle, und ihr es von morgens bis abends erwartet habt — ihr nicht in Erfüllung gehen saht. Doch nach einiger Zeit ist euch bewusst geworden, dass ihr euch geirrt habt, und dass der Vater recht hatte.
Dennoch wurde dem Starrköpfigen, dem Unzufriedenen, dem Fordernden gegeben, was er verlangte, damit ihn die schmerzlichen und widrigen Folgen zur demütigen Anerkennung der Wahrheit zwingen. Doch den einen wie den andern habe Ich zu ihrem eigenen Wohle Prüfungen zuteil werden lassen: Während die einen durch die Liebe lernen, tun es die andern durch den Schmerz.
31 Es erfüllt Mich mit Freude, euch zu Meiner Unterweisung kommen zu sehen, und bei eurer Erhebung fühle Ich in Meinem Geiste die Liebkosung des Kindes. Der Vater, der sich sehnt, von denen geliebt zu werden, die Seinem Reiche fern sind, hat sich euch genähert, um euren Kuss zu empfangen. Doch solange die Menschheit sich nicht retten lässt, werden die einen Mich Tag für Tag und Jahrhundert für Jahrhundert auf sie warten sehen, und die andern werden ahnen, dass Ich wegen ihres Mangels an Liebe am Kreuze hänge.
32 Zu jenen gehört ihr; doch beim Hören Meines Wortes habt ihr erlebt, dass Ich, statt euch zu verdammen, euch vergeben habe. Ich habe eure Lippen bitter gesehen und habe sie mit Meinem Worte versüßt. Ich habe euch durch die Prüfungen des Lebens erschöpft gesehen und habe euch Meine Kraft gegeben.
33 Der, welcher seinen Körper durch den Schmerz zerrüttet fühlt, fragt sich, ob er ihn nicht missbraucht hat, und zerknirscht befragt er Mich, um zu erfahren, wie er seine Lebenskraft zurückgewinnen kann, die ihm ermöglicht, weiterzukämpfen. Darauf sage Ich ihm: Dringe in das innerste Wesen Meines Wortes ein, welches das Gesetz ist, und in seinen Geboten und Grundsätzen wird jeder die Lehre finden, die er benötigt.
34 Entfernt euch nicht, bis ihr nicht von allen Früchten dieses Tisches gegessen habt, und wenn ihr euch danach nicht befriedigt fühlt, könnt ihr euch auf die Suche nach andern Speisen begeben. Aber wenn ihr Meine Wahrheit begreifen wollt, so bereitet euch zu und zweifelt nicht an Meiner Gegenwart, nur weil ihr nicht das empfangen habt, was ihr von Mir erbeten habt. Wahrlich, Ich sage euch, in der Verborgenheit Meines Geistes ruhen eure Güter und warten auf den Augenblick eurer Zurüstung, um in eurem Geiste zu sein.
35 Einige bleiben stark auf diesem Wege, andere wanken alle Augenblicke, weil sie auf die Worte ihrer Brüder hören, die sie in die Versuchung führen, diese Lehre zu verlassen.
36 Der Meister sagt euch: Bleibt noch einige "Morgenröten" lang, in denen ihr Meine Unterweisung empfangt, und gebt acht auf das, was ihr von Mir hört, damit ihr wenigstens Licht in eurem Geiste mitnehmt, denn noch seid ihr blind. Ich weiß, dass ihr zu Mir zurückkehren müsst, und dass ihr Apostel dieses Werkes sein werdet.
37 Wer Mich einmal gehört hat, trägt eine Liebeswunde in seinem Herzen, die sich niemals schließen wird.
38 Für wie viele von denen, die hier den Frieden fanden, ohne sich dessen bewusst zu werden, wird es nötig sein, dass sie ihn (wieder) verlieren, damit sie zu Mir zurückkehren; denn sie werden sich
überzeugen, dass man den Frieden nicht mit materiellen Gütern kaufen kann, da er ein Schatz ist, der von Gott herabkommt.
39 Der Friede ist von den Menschen geflohen, und um ihn zu finden, werden sie sich zu Mir erheben müssen. Heute haben die Mächtigen ihre Gewalt verloren, die Könige zittern vor ihren aufständischen Untertanen, die Herren sind zu Knechten geworden.
Jene, die sich für frei hielten, sind durch Meine Gerechtigkeit gebunden, und die Wissenschaftler sind ratlos.
40 Seid euch bewusst, dass mit allen Schätzen und Mächten der Menschen nicht ein Atom Frieden erworben werden kann, und dass auch die Gabe der Heilung von den Ärzten gewichen ist, die mit all ihrer Wissenschaft nicht einen einzigen Tropfen Meines Balsams werden kaufen können, solange ihr Herz sich nicht vom Eigennutz freimacht.
41 Geliebte Jünger, zweifelt nicht an der Gnade, die Ich euch anvertraut habe, und seid auch nicht schüchtern wegen der Ärmlichkeit eurer Kleidung oder wegen der niedrigen Stellung, die ihr unter euren Brüdern einnehmt. Seid nicht furchtsam, weil ihr seht, dass ihr zu den Letzten an euren Arbeitsplätzen zählt. Fühlt euch nicht erniedrigt, seid zufrieden und würdig, denkt, dass — wenn ihr körperlich dem Befehl eurer Brüder untersteht — euer Geist doch über ihnen steht. Ihr könntet sogar zu Sklaven in dieser Welt werden; doch euer Geist ist durch Mein Licht befreit worden, damit er im Unendlichen und Ewigen wohnt. Der Geist, der in Wahrheit Mein Diener ist, kennt den Frieden und die wahre Freiheit.
42 Ihr müsst eure Aufgabe unter den Menschen erfüllen. Ich werde euch führen, damit ihr euren Brüdern das Licht bringt, und ihr dürft euch nicht unfähig fühlen, eure Bestimmung zu erfüllen; denn niemandem habe Ich einen Auftrag zugewiesen, der nicht durchzuführen ist. Mir genügt, wenn ihr mit Lauterkeit betet und wenn ihr immer zugerüstet seid.
43 Mit dem Gebet erlangt man Weisheit, es ist der Schlüssel, der die göttlichen Geheimnisse öffnet, und ist die Sprache, in welcher der Geist des Sohnes mit seinem Herrn spricht.
44 Wie viele Wunder und wie viel Barmherzigkeit werdet ihr auf eurem Weg verbreiten können, wenn ihr euch so vorbereitet, wie Ich euch gelehrt habe. Ihr werdet keine Bücher der Wissenschaft oder Philosophien benötigen, um Wissen zu besitzen oder um zu lehren. Es wird euch genügen, die Unterweisungen zu studieren und zu ergründen, die Ich euch in den Drei Zeiten gegeben habe.
45 Wenn ihr arm seid, werdet ihr doch niemals Geächtete sein.
Kämpft wie alle um das Brot der Erde, aber plagt euch nicht mehr als notwendig, opfert nicht euren Körper bei der Bemühung, irdische Güter zu erwerben und anzuhäufen. Teilt eure Zeit ein, damit ihr einige Augenblicke für die Entwicklung eures Geistes erübrigen könnt.
46 Wenn Ich die uneingeschränkte Vermaterialisierung im Menschen missbillige, so rate Ich euch damit nicht an, dass ihr allein nach dem Geistigen streben sollt. Solange ihr auf der Welt seid und einen materiellen Körper besitzt, müsst ihr die Bedürfnisse des Körpers mit denen des Geistes in Einklang bringen, soweit eure Entwicklung es euch in eurem Leben erlaubt. Gebt Gott, was Gottes ist, und der Welt, was der Welt ist.
47 Bekleidet euren Körper und schützt ihn vor den Unbilden der Witterung, doch euren Geist bekleidet mit Licht. Beschafft das Brot für euren Körper, und so, wie ihr darum bemüht seid, dass es von gutem Geschmack ist und die Substanzen enthält, die euch aufrechterhalten, so besorgt (auch) eurem Geiste eine Nahrung von wahrem Leben für ihn.
48 Wenn "das Fleisch" sich durchsetzt, leidet der Geist, wenn der Geist sich durchsetzt, leidet die Materie. Doch wahrlich, Ich sage euch, es ist darauf zurückzuführen, dass zwischen beiden Bestandteilen keine Harmonie besteht. Diese ist vorhanden, wenn beide einen einzigen "Körper" und einen einzigen Willen bilden.
Gebt euch nicht zufrieden mit der Meinung, dass ihr mit Beten euren Auftrag erfüllt habt. Ich verlange von euch nur fünf Minuten des Gebets, damit ihr die übrige Zeit darauf verwendet, für das materielle Leben zu kämpfen und innerhalb desselben die Pflichten eures Geistes zu erfüllen, indem ihr mit euren guten Werken den Samen der Liebe und Barmherzigkeit unter eure Brüder sät. Mein Wort bereitet euch zu; Ich könnte euch nicht als Schwache aussenden, um die Gefallenen aufzurichten, und würde euch auch nicht als Kranke senden, um die Betrübten zu trösten.
49 Jünger, was bittet ihr Mich für jene, die euch Steine in den Weg legen, um euch zu Fall zu bringen? — Ihr bittet, dass die Vergebung mit ihnen sei. Ich segne selbst die, die euch um Meiner Sache willen Leiden verursachen.
50 Lebt in Frieden in euren Heimen, macht aus ihnen ein Heiligtum, damit, wenn die unsichtbaren Wesen eindringen, die verwirrt im Geistigen Tale umherschweifen, sie in eurem Wesen das Licht und den Frieden finden, den sie suchen, und sie im Jenseits aufwärtssteigen.
51 Was würde aus diesen Wesen, wenn sie nur Streit in eurem Heime sähen? Was würde aus diesen Bedürftigen?
52 Nehmt eine Fackel, entzündet sie und lasst ihr Licht nicht verlöschen, welches die Liebe zu euren Brüdern und der Glaube an die Barmherzigkeit eures Vaters ist; dann wird in euren Heimen Mein Friede sein. Bereitet dafür euer Herz vor, läutert eure Seele durch Reue und Erneuerung, damit ihr den Sinn Meines Wortes aufnehmt und dadurch gestärkt werdet. Ich lasse Mich unter euch nieder und verkünde Meine Lehre in Meinem Worte, damit ihr Meine Gegenwart fühlt und Zeugnis von Mir ablegt. Ich gebe euch eine weitere Gelegenheit, Meine Unterweisung zu hören, weil Ich will, dass ihr Meine Gebote erfüllt, dass ihr auf dem richtigen Wege geht, bis ihr das verheißene Land findet, ein sicheres Land, wo ihr von eurer Pilgerreise ausruhen könnt und den hohen Lohn erringt, der von eurem Vater dargeboten wird.
53 Es ist nötig, dass ihr Mein Wort begreift, damit ihr es nicht wegwerft, wie es ein stolzes Kind tut, wenn es das Brot verachtet, das man ihm anbietet. Dieses Wort will euch retten, will euch abbringen von euren falschen Bräuchen, vom Fanatismus und der Verwirrung, in die euch die Religionen gestürzt haben. Wenn ihr Mein Wort nicht begreift, oder wenn ihr es nicht hören und studieren wollt, weist ihr Mich zurück und werdet ihr den Endzweck Meiner Kundgebung in der Dritten Zeit nicht erkennen. Das angezeigte Datum für deren Beendigung wird kommen, und dann werdet ihr eine Leere in euren Herzen fühlen, und in der Erkenntnis, dass es eine Gnade war, die ihr nicht zu schätzen wusstet, werdet ihr nach Mir rufen. Doch Mein Wort wird nicht mehr durch Vermittlung des menschlichen Verstandes zu vernehmen sein.
Dann wird auf euch die Last eures Unverständnisses fallen, und ihr werdet keinen Frieden haben. Wollt ihr diesen so bitteren Kelch trinken? — Ich werde euch mit Schmerz betrachten und den Tag eurer Rückkehr erwarten. Lasst euren Geist sich befreien und zu Mir kommen. Vergeistigt euch, damit ihr den Pfad der Erhebung und des Fortschreitens zum wahren Leben beschreiten könnt.
54 Seid gerecht in allen euren Handlungen, und wenn ihr eure Brüder tadelt, so seid weder Richter noch Henker. Nehmt nicht die Peitsche, um den Nächsten zu züchtigen.
55 In der Zweiten Zeit, als Jesus in Jerusalem eingezogen war, fand Er, dass der Tempel, der für das Gebet und die Gottesverehrung geweihte Ort, in einen Markt verwandelt worden war, und der Meister warf voller Eifer diejenigen hinaus, die ihn in dieser Weise entweihten, wobei Er zu ihnen sagte: "Das Haus Meines Vaters ist kein Handelsplatz." Diese waren weniger schuldig als die dazu Beauftragten, den Geist der Menschen in der Erfüllung des Gesetzes Gottes zu führen. Die Priester hatten den Tempel in einen Ort verwandelt, an dem Ehrsucht und Prachtliebe herrschten, und diese Herrschaft wurde zerstört.
56 Heute habe Ich keine Geißel verwendet, um die zu strafen, die Mein Gesetz entweihten. Ich habe (jedoch) zugelassen, dass sich die Folgen ihrer eigenen Verfehlungen in den Menschen fühlbar machen, damit sie deren Sinn zu deuten wissen und sie begreifen, dass Mein Gesetz unbeugsam und unwandelbar ist. Ich habe dem Menschen den Weg gewiesen, den geraden Weg, und wenn er sich von ihm entfernt, setzt er sich den Härten eines gerechten Gesetzes aus, denn in ihm bekundet sich Meine Liebe.
57 Weist euren Kindern mit Eifer den Weg, lehrt sie, die Gesetze des Geistes und der Materie zu erfüllen; und wenn sie sie verletzen, so weist sie zurecht, denn ihr als Eltern vertretet Mich auf Erden. Erinnert euch dann an Jesus, der voll heiligen Zornes den Händlern von Jerusalem für alle Zeiten eine Lektion erteilte, indem er die Sache Gottes, die unwandelbaren Gesetze verteidigte.
58 Die Menschen bitten Mich um ein ruhiges Dasein, da sie in ihm die Gabe des Friedens haben, die durch die Erfüllung ihrer Pflichten erlangt wird. Doch Ich frage euch: Ist es unbedingt nötig, dass ihr, um Frieden zu haben, zuvor den Krieg erleiden müsst? Seht, wie die gute Saat von der Bosheit vernichtet worden ist! Die einen Nationen zerstören die anderen; die heute stark sind, sind morgen zunichte gemacht. Doch das Volk Israel legt in diesen Augenblicken Fürbitte für die Menschheit ein und sagt Mir: "Meister, ich habe gebetet, und Du hast mir nicht gewährt, um was ich Dich bat." Weißt du, Volk, wie viele Leiden du erleichtert hast, und wie viel Hoffnung dein Gebet jenen Geschöpfen eingeflößt hat? Nicht Ich habe zu bestimmen, dass Friede auf der Welt sei, sondern der Mensch, wenn er sein Herz zur Liebe und Demut bekehrt hat.
59 Wie groß ist die Unwissenheit, die Mir die Menschheit vor Augen führt! Weder der Gelehrte, noch der Unwissende hat Meine Gesetze erfüllt, und obwohl Ich als Meister unter ihnen bin, haben sie Meinen Unterweisungen kein Gehör geschenkt. Wenn eure Verfehlungen euch den Tod bringen, so nehmt Mein Wort als Brot des ewigen Lebens. Lebt wachend, in Meiner Lehre wirkend, und liebt eure Brüder.
60 Diese Unterweisung ist wie ein neuer Tag, der den Weg der Menschheit erhellt. Ihr habt ein Zeitalter wie eine untergehende Sonne verschwinden und einen neuen Tag anbrechen sehen, in welchem ihr gewaltige Lichter schauen werdet, die die Menschen bei einem großen Erwachen erleuchten. Ihr habt die Leidenschaften entfesselt gesehen, die Sünde, wie sie bittere und leidvolle Früchte trägt, das Böse, wie es Heime und Nationen überfällt, die Ungerechtigkeit, wie sie sich der Menschen bemächtigt. Doch Ich komme, um dieses Überschäumen aufzuhalten: nicht um die Welt zu richten, sondern um sie auf den rechten Weg zu bringen. Und schreibt nicht Mir den Schmerz zu, den ihr Mir vor Augen führt und den ihr euch geschaffen habt. Ich habe euch erschaffen, damit ihr lebt, Erfahrungen sammelt und durch eure Verdienste aufwärts steigt. — Dennoch liebe Ich euch, und darum ist euer Schmerz zu mir gelangt, und bin Ich als Tröster und Meister gekommen, um euch das, was ihr verloren habt, zurückzugeben und um euch anzukündigen, dass sich euch das Reich des Friedens naht, und dass ihr euch zubereiten müsst, um in dasselbe zu gelangen. Die Menschheit wird sich wandeln, dann wird das Gute im Herzen der Menschen sein.
61 Von Anbeginn der Zeiten habe Ich in vielen Formen zu euch gesprochen, damit ihr Mich versteht, und besonders zu euch, die ihr Meine Vertrauten, Meine Stimmträger und Herolde gewesen seid, welche Meine Botschaften zu den andern Völkern gebracht haben. Heute sage Ich euch, dass ihr eure Aufgabe geduldig fortsetzen sollt, dass ihr angesichts der Ungläubigkeit und des Unverständnisses eurer Brüder nicht innehalten sollt.
Während ihr Meine in dieser Zeit erfolgte Kundgebung als Göttlicher Geist geglaubt und bestätigt habt, sind andere noch nicht zubereitet, um diese Kunde zu empfangen; doch verkennt sie deshalb nicht und verzweifelt auch nicht: das, was ihr nicht vollbringen könnt, werde Ich tun, und werde der Welt Mein Werk vorstellen und Meine Verheißung erfüllen.
62 Ich habe diese Nation ausgewählt, und Ich habe Wohlgefallen daran, dass von ihr Meine Arbeiter hinausgehen, um den Samen auszustreuen. Ich bereite euch vor, damit ihr Meister, aber nicht Richter eurer Brüder seid. Vergesst nicht, dass Ich euch unter euren Brüdern als Diener und nicht als Herren zurückließ. Wenn dies Wort euren Brüdern bekannt ist und von ihnen gesucht wird, werde Ich ihnen sagen:
63 Kommt zu Mir, Wanderer, Ich habe das Wasser, das den Durst löscht, der euren Geist verzehrt. Ich sehe euch arm an Geist und an Materie, doch Ich will euch mehr geben als das, worum ihr Mich bittet. Ich biete euch ein Reich des Friedens an, das gleiche, das Ich den ersten Geschöpfen angeboten habe, die Ich auf diese Welt sandte. Es ist nicht das Wasser der Quellen oder der vergängliche Friede, der nur einen Augenblick währt, sondern die ewige Gnade und der ewige Friede, die Wahrheit und das Licht.
64 Für alle bringe Ich Vergebung und Erleichterung, sowohl für die, die Mich lieben, als auch für die Gleichgültigen. Ich verfluche nicht den, der Mich verletzt hat, vielmehr segne Ich ihn, weil Ich weiß, dass er Mich eines Tages lieben wird.
65 Ihr sollt nicht nach den irdischen Freuden streben; was heute ist, besteht morgen nicht mehr. Sucht und erarbeitet euch das immerwährende Leben, jenes Leben, von dem niemand wieder umkehrt, weil es die höchste Wahrheit ist. Gelangt zu ihm auf dem Wege Meiner Unterweisung, kommt, indem ihr Mein Gebot erfüllt, das Ich euch zu allen Zeiten gegeben habe: "Liebet einander."
66 Wie sehr freut sich euer Vater, wenn er mit Seinen Kindern in Verbindung steht. Nach dieser Zeit, in der Ich euch Mein Wort durch Vermittlung des Menschen gab, werdet ihr lernen, Mich im Unendlichen zu suchen, und eure Gemeinschaft (mit Mir) wird reiner und beständiger sein, es wird die Zwiesprache von Geist zu Geist sein.
67 Welche Freude sehe Ich in Meinen Kindern, weil sie Mich aufs neue gehört haben, und wie erkennen sie Mich und folgen sie Mir! Ich wiederhole nochmals, Meine Kinder: "Liebet einander", wie Ich euch immer gelehrt habe.
68 Ich habe euch gerufen, um euch groß im Geiste zu machen, nicht zu Herren der Welt.
69 Wenn ihr um Meiner Sache willen gedemütigt werdet, werde Ich euch preisen, wenn ihr Leiden erduldet, werde Ich euch trösten.
Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band II - Unterweisung 40


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - 
Band II  - Unterweisungen 29 - 55
Download-Link Buch des wahren Lebens - Band 2

Unterweisung 40:
 1 Euer Vater bereitete alles vor, damit "Das Wort" Gottes unter den Menschen wohne und ihnen an den erhabenen Beispielen Seiner Liebe den Weg ihrer Wiedergutmachung zeige.
2 Zuerst inspirierte Er die Propheten, die die Form anzukündigen hatten, in welcher der Messias zur Welt kommen würde, welcher Art Sein Werk, Seine Leiden und Sein Tod als Mensch sein würde, damit, wenn Christus auf der Erde erschiene, derjenige, der die Prophetien kannte, Ihn augenblicklich erkennen würde.
3 Jahrhunderte vor Meiner Gegenwart in Jesus sagte der Prophet Jesaja: "Darum wird der Herr euch dies Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, den wird man nennen Immanuel". (Was bedeutet: Gott mit uns). Mit dieser Weissagung unter anderen kündigte er Mein Kommen an.
4 David besang viele Jahrhunderte vor Meiner Ankunft in Psalmen voller Schmerz und prophetischem Sinn die Leiden des Messias während der Kreuzigung. In jenen Psalmen spricht er von einem Meiner sieben Worte am Kreuz, zeigt die Verachtung an, mit der die Menschenmenge Mich zur Kreuzigung führen würde, die Ausdrücke des Spottes der Menschen, wenn sie Mich sagen hören, dass in Mir der Vater ist, die Verlassenheit, die Mein Körper angesichts der menschlichen Undankbarkeit fühlen würde, alle Marter, denen Ich unterworfen werden würde, und sogar die Art, in der sie über Mein Gewand das Los werfen würden.
5 Jeder Meiner Propheten kündigte Mein Kommen an, bereitete die Wege und gab genaue Merkmale, damit, wenn der Tag kommen würde, niemand sich irrte.
6 In Nazareth lebte eine Blume der Reinheit und Zärtlichkeit, eine Jungfrau mit Namen Maria, welche gerade die vom Propheten Jesaja Angekündigte war, weil aus ihrem Schoße die Frucht des wahren Lebens hervorgehen sollte. Zu ihr kam der geistige Bote des Herrn, um ihr die Mission zu verkünden, die sie zur Erde mitgebracht hatte, indem er sagte: "Sei gegrüßt, du Hochbegnadete, der Herr ist mit dir, du bist gesegnet unter den Frauen."
7 Die Stunde, da das göttliche Geheimnis offenbart werden sollte, war gekommen, und alles, was über die Gegenwart des Messias, des Heilands, des Erlösers gesagt worden war, sollte nun unmittelbar in Erfüllung gehen. Aber wie wenige Herzen waren es, die Meine Gegenwart empfanden, wie wenige Geister, die vorbereitet waren, um im Lichte Meiner Wahrheit das Reich der Himmel zu erkennen.
8 Die Menschen, die in ihrer Mehrheit durch ihren Ehrgeiz materialistisch geworden waren, die alles ihren menschlichen Kenntnissen und Erfahrungen unterordneten und das Geistige mittels ihrer materialistischen Wissenschaft nachzuprüfen versuchten, mussten angesichts des (für sie) Unverständlichen in Verwirrung geraten und verleugneten Mich schließlich.
9 Wenige waren es, die Mich liebten und Mir folgten, und viele, die Mich verkannten.
10 Die Mich liebten, waren jene, die Meine Gegenwart durch ihre geistige Empfindsamkeit und ihren Glauben erkannten — Gaben, die höher sind als die menschliche Vernunft, die Wissenschaft und die Intelligenz.
11 Auf Schritt und Tritt forschte man Mich aus. Alle meine Taten und Worte wurden mit böser Absicht beurteilt, meist waren sie (die Kritiker) angesichts Meiner Werke und Beweise verwirrt, denn ihr Verstand war nicht fähig, das zu verstehen, was nur der Geist begreifen kann.
12 Wenn Ich betete, sagten sie: "Wozu betet er, wo er doch sagt, dass er voll Macht und Weisheit ist? Was kann er benötigen oder erbitten?" Und wenn Ich nicht betete, sagten sie, dass Ich ihre religiösen Vorschriften nicht erfüllte.
13 Wenn sie sahen, dass Ich keine Nahrung zu Mir nahm, während Meine Jünger aßen, urteilten sie, dass Ich Mich außerhalb der von Gott eingesetzten Gesetze befand; und wenn sie Mich Nahrung zu Mir nehmen sahen, fragten sie sich: "Wozu muss er essen, um zu leben, er, der sagte, dass er das Leben ist?" Sie verstanden nicht, dass Ich zur Welt gekommen war, um den Menschen zu offenbaren, wie die Menschheit nach einer langen Läuterungszeit leben sollte, damit aus ihr eine vergeistigte Generation hervorgehen würde, die über dem menschlichen Elend, über den notwendigen Bedürfnissen des Fleisches und über den Leidenschaften der körperlichen Sinne stünde.
14 Viele Jahrhunderte sind vergangen, seitdem Ich die Menschen durch Meine Gegenwart erleuchtete, und wenn sie die Wahrheit über die Empfängnis Marias, über Meine menschliche Natur und Mein geistiges Wesen zu begreifen versuchten, konnte es ihr verwirrter Verstand nicht begreifen, und auch ihr vergiftetes Herz hat jene Wahrheit nicht erfasst.
15 Jener Verstand und jenes Herz, für einen Augenblick von ihrer Finsternis befreit, werden ihren Geist zu den Regionen des Lichtes entweichen lassen, wo er sich von einer höheren Klarheit erleuchtet fühlen wird, die nicht diejenige seiner Vernunft, noch die seiner Wissenschaft sein wird.
16 Dann werden sie durch den nunmehr entwickelten Geist die Wahrheit begreifen, die ihr kleiner und begrenzter Verstand ihnen nicht offenbaren konnte.
17 Denn wenn die Menschen all die Liebe zu empfinden und zu begreifen vermöchten, die Mein Geist durch die Natur über sie ergießt, so wären sie alle gut. Aber die einen sind unwissend und die andern undankbar.
18 Nur wenn die Naturgewalten Meine Gerechtigkeit kundtun, erzittern sie; doch nicht, weil sie begreifen, dass es die Stimme Meiner Gerechtigkeit ist, die zu ihnen spricht, sondern weil sie um ihr Leben oder um ihre irdischen Güter fürchten.
19 Vom Anbeginn der Menschheit bis zur Gegenwart hat sich Meine Gerechtigkeit mittels der Naturkräfte bei den Menschen fühlbar gemacht, da sie in der Rohheit der ersten Zeiten und im Materialismus der gegenwärtigen Zeit nur gegenüber materiellen Heimsuchungen empfindlich (waren und) sind.
20 Wie lange noch werden sich die Menschen entwickeln, damit sie Meine Liebe begreifen und Meine Gegenwart durch das Gewissen fühlen? Wenn die Menschen Meine Stimme hören, die sie berät, und Mein Gesetz erfüllen, wird es ein Anzeichen dafür sein, dass für sie die Zeiten des Materialismus vorüber sind.
21 Vorläufig müssen sie noch in vielen Formen von den Naturgewalten heimgesucht werden, bis sie überzeugt sind, dass es höhere Kräfte gibt, denen gegenüber der Materialismus des Menschen sehr klein ist.
22 Die Erde wird erbeben, das Wasser wird die Menschheit reinigen, und das Feuer sie läutern.
23 Alle Elemente und Kräfte der Natur werden sich auf der Erde fühlbar machen, wo die menschlichen Wesen nicht in Harmonie mit dem Leben, das sie umgibt, zu leben verstanden.
24 Damit sucht die Natur nicht die Vernichtung derer, die sie schänden; sie sucht nur die Harmonie zwischen dem Menschen und allen Geschöpfen.
25 Wenn sich ihre Gerechtigkeit immer stärker kundtut, so deshalb, weil die Verstöße der Menschen und ihr Mangel an Übereinstimmung mit den Gesetzen ebenfalls größer (geworden) sind.
26 Ich sagte euch, dass kein Blatt vom Baume sich ohne Meinen Willen bewegt, und jetzt sage Ich euch, dass kein Element der Natur einem andern Willen als dem Meinen gehorcht.
27 Ebenso sage Ich euch, dass die Natur für die Menschen das sein kann, was sie wollen: eine an Segnungen, Liebkosungen und Nahrung verschwenderische Mutter, oder eine dürre Wüste, wo Hunger und Durst herrschen; ein Meister weiser und unendlicher Offenbarungen über das Leben, das Gute, die Liebe und die Ewigkeit, oder ein unerbittlicher Richter angesichts der Schändungen, Ungehorsamkeiten und Irrtümer der Menschen.
28 Meine Vaterstimme sagte den ersten Menschen, sie segnend: "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde, machet sie euch untertan, und seid Herr über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Geschöpfe, die sich auf der Erde bewegen."
29 Ja, Menschheit, Ich formte den Menschen, damit er Herr sein und Macht haben sollte im Luftraum, in den Gewässern auf der ganzen Erde und in den Naturkräften der Schöpfung. Doch Ich sagte — Herr; denn die Menschen — in der Meinung, mit ihrer Wissenschaft die Erde zu beherrschen — sind Sklaven. Obwohl sie die Kräfte der Natur zu bemeistern glauben, werden sie zu Opfern ihrer Unreife, ihrer Vermessenheit und Unwissenheit.
30 Die menschliche Macht und Wissenschaft hat die Erde, die Meere und den Luftraum überfallen, aber ihre Macht und ihre Gewalt sind nicht im Einklang mit der Macht und der Gewalt der Natur, die — als Ausdruck der Göttlichen Liebe — Leben, Weisheit, Harmonie und Vollkommenheit ist. In den Werken
der Menschen, in ihrer Wissenschaft und ihrer Macht manifestiert sich nur der Hochmut, die Selbstsucht, die Eitelkeit und die Bosheit.
31 Bald wird die Gewalt der Naturkräfte die Menschheit wachrütteln. Die Menschen werden durch den Kelch des Leidens den Materialismus hinter sich lassen, um das Licht der Wahrheit zu schauen, das ihnen den Weg zeigen wird, auf dem sie Weisheit und wahre Macht hätten erreichen sollen.
32 Niemals wird es zu spät sein für die Reue, für die Wiedergutmachung eines Irrtums oder die Erneuerung eines Sünders. Die Tore Meines Reiches werden immer offenstehen und das Kind erwarten, das endlich, nachdem es lange nach seinem freien Willen gewandert ist, seine Augen dem Lichte öffnen und begreifen wird, dass es keine vollkommenere und wunderbarere Freiheit gibt als die des Geistes, der den Willen seines Vaters zu erfüllen versteht.
33 Unendliche Freiheit in der Liebe, im Guten, in der Gerechtigkeit, und die Vollkommenheit.
34 Um Mein Gesetz zu erfüllen, müsst ihr beten, euren Geist immer zu eurem Vater erheben.
35 Ich habe gesehen, dass ihr, um zu beten, vorzugsweise die Einsamkeit und die Stille aufsucht, und ihr tut gut daran, wenn ihr durch das Gebet Inspiration zu erlangen sucht oder wenn ihr Mir danken wollt. Doch ebenso sage Ich euch, dass ihr beten sollt, in welcher Lage ihr euch immer befindet, damit ihr in den schwersten Augenblicken eures Lebens Meine Hilfe anzurufen versteht, ohne den Gleichmut, die Selbstbeherrschung, den Glauben an Meine Gegenwart und das Vertrauen in euch zu verlieren.
36 Das Gebet kann lang oder kurz sein, je nachdem es not tut. Ihr könnt, wenn ihr es so wünscht, ganze Stunden in jener geistigen Wonne verbringen, wenn euer Körper nicht ermattet oder wenn keine andere Pflicht eure Aufmerksamkeit erfordert. Und es kann so kurz sein, dass es sich auf eine Sekunde beschränkt, wenn ihr irgendeiner Prüfung unterworfen seid, die euch plötzlich überrascht hat.
37 Es sind nicht die Worte, mit denen euer Verstand das Gebet zu gestalten versucht, die zu Mir gelangen, sondern die Liebe, der Glaube oder die Not, mit der ihr euch vor Mich zeigt. Deshalb sage Ich euch, dass es Fälle geben wird, in denen euer Gebet nur eine Sekunde währt, weil keine Zeit sein wird, Gedanken, Sätze oder Ideen zu formulieren, wie ihr es gewohnt seid.
38 Überall könnt ihr Mich anrufen, denn für Mich ist der Ort gleichgültig, da das, was Ich suche, euer Geist ist.
39 Wenn es euch gefällt, im Freien zu beten, oder wenn ihr größere Andacht in diesen Versammlungsräumen verspürt, oder wenn ihr euer Schlafzimmer vorzieht, so tut es dort, wo ihr euch eurem Vater am nächsten fühlt. Aber vergesst nicht, dass für Mich, der Ich überall bin, der Ort, um mit eurem Geiste in Verbindung zu treten, gleichgültig ist.
40 Nicht immer betet ihr mit der gleichen inneren Sammlung, daher erlebt ihr auch nicht immer den gleichen Frieden oder die gleiche Inspiration.
41 Es gibt Gelegenheiten, bei denen ihr inspiriert seid und die Gedanken erhebt; und es gibt andere, bei denen ihr völlig teilnahmslos bleibt. Wie wollt ihr da Meine Botschaften immer in der gleichen Weise empfangen? Ihr müsst euer Gemüt und selbst euren Körper erziehen, in den Augenblicken des Gebetes mit dem Geiste zusammenzuarbeiten.
42 Der Geist ist immer bereit, sich mit Mir zu verbinden; aber er bedarf der guten Verfassung des Körpers, um sich in jenen Augenblicken erheben und von allem befreien zu können, was ihn in seinem irdischen Leben umgibt.
43 Bemüht euch, das wahre Gebet zu erreichen; denn wer zu beten versteht, trägt in sich den Schlüssel zum Frieden, zur Gesundheit, zur Hoffnung, zur geistigen Kraft und zum ewigen Leben.
44 Der unsichtbare Schild Meines Gesetzes wird ihn vor Nachstellungen und Gefahren beschützen. In seinem Munde wird er ein unsichtbares Schwert mit sich führen, um alle Gegner, die sich seinem Weg entgegenstellen, niederzuwerfen. Ein Leuchtturm wird seine Bahn inmitten der Stürme erhellen. Beständig wird ein Wunder für ihn erreichbar sein, wann immer er es benötigt, sei es für ihn selbst oder zum Wohle seiner Brüder.
45 Betet, übt diese hohe Gabe des Geistes aus, denn diese Kraft wird es sein, die das Leben der Menschen der Zukunft bewegt — jener Menschen, die (schon) im Fleische die Verbindung von (ihrem) Geist zu (Meinem) Geist erreichen werden.
46 Die Familienväter werden sich durch das Gebet die Eingebungen schenken lassen, um ihre Kinder zu führen.
47 Die Kranken werden die Gesundheit mittels des Gebetes empfangen. Die Regierenden werden ihre großen Probleme lösen, indem sie im Gebet das Licht suchen, und der Wissenschaftler wird die Offenbarungen gleichfalls durch die Gabe des Gebets empfangen.
48 Sucht diese Welt geistigen Lichtes, übt euch im Gebet des Geistes, vervollkommnet diese Form, soweit ihr könnt, und übermittelt diese Kenntnis euren Kindern, darauf vertrauend, dass sie einen Schritt weiter gehen werden, als ihr gekommen seid. Um euch bei eurem Gebet zu helfen, erläutere Ich euch Meine Lehre in schlichter Weise und erhelle Ich die Offenbarungen, die Ich euch in den vergangenen Zeiten gab. Wisst ihr, warum ihr Mein Wort (jetzt) besser verstehen könnt? — Weil euer Geist sich entwickelt hat.
49 Bald werdet ihr zu den Menschen über meine Lehre sprechen und dabei unter Beweis stellen, dass ihr die Lehre, die ihr verkündet, verstanden habt, wobei ihr eure Worte durch eure guten Werke unterstützen werdet. Wahrlich, Ich sage euch, angesichts eures Vorbilds werden selbst die Widerspenstigsten von der Wahrheit dieser Lehre überzeugt werden.
50 Nur der von Meinen Jüngern, der seine spirituellen Gaben entwickelt und sein Herz in der Ausübung der Nächstenliebe stark gemacht hat, wird allen Prüfungen standhalten, denen die Menschen ihn unterwerfen möchten. Denn wenn er erreicht hat, Mein Wort in seiner geistigen Bedeutung und Wahrheit auszudrücken, und er sein Herz in einen unerschöpflichen Born der Liebe und Barmherzigkeit gegenüber seinen Brüdern verwandelt hat — womit gesagt ist, dass er gebetet hat und er sich aufgrund seiner Tugend auf dem Pfade der Vergeistigung befindet — so ist jener Jünger zugerüstet, um von Mir Zeugnis abzulegen.
51 Jetzt, da noch einige Jahre fehlen, bis Meine Kundgebung in dieser Form endet — bewahret Mein Wort in euren Herzen und lernet von Mir. Wenn ihr auf dem Wege eures Kampfes also tut, werdet ihr wissen, wann ihr zu euren Brüdern sprechen sollt, und wann ihr mit eurem Schweigen lehren müsst.
52 Ihr sollt absolutes Vertrauen auf Meinen göttlichen Beistand in euch tragen und den felsenfesten Glauben, dass das, was ihr tun oder weitergeben werdet, ein gutes Ergebnis haben wird, weil ihr dabei Mein Gesetz erfüllt.
53 Von diesem Vertrauen und diesem Glauben wird die Wirksamkeit eurer Worte und Werke abhängen.
54 Nicht immer werdet ihr sprechen können, aber bei allen Gelegenheiten sollt ihr die Entwicklung der Gaben eures Geistes unter Beweis stellen.
55 Rüstet euch zu, dann wird eure Gegenwart in einem Augenblick der Prüfung genügen, dass das Licht im Verstand (der Menschen) erstrahlt, der Sturm sich in Frieden verwandelt, und euer geistiges Gebet wird das Wunder bewirken, dass sich ein Mantel der Barmherzigkeit und Zärtlichkeit über jenen offenbart, für die ihr betet.
56 Euer guter Einfluss soll über dem Geistigen und über dem Materiellen walten. Ihr sollt euch nicht darauf beschränken, nur gegen die sichtbaren Elemente zu kämpfen, sondern auch gegen das Unsichtbare.
57 Wenn das Licht Meines Geistes den Wissenschaftler erleuchtet hat, damit er die Ursache der Übel des Körpers entdeckt, die ihr Krankheiten nennt, so erleuchtet es auch euch, damit ihr mit eurem geistigen Empfinden den Ursprung aller Übel entdeckt, die das menschliche Leben bedrängen — sowohl die, welche den Geist trüben, als auch jene, die den Verstand verblenden oder das Herz quälen.
58 Es gibt Kräfte, die — nicht sichtbar für den menschlichen Blick und nicht wahrnehmbar für die Wissenschaft des Menschen — beständig Einfluss auf euer Leben ausüben.
59 Es gibt gute, und es gibt böse; die einen geben euch Gesundheit, und die andern verursachen bei euch Krankheiten; es gibt lichtvolle und dunkle.
60 Woher stammen jene Kräfte? — Vom Geiste, Jünger, vom Verstande und von den Gefühlen.
61 Jeder inkarnierte oder desinkarnierte Geist* sendet beim Denken Schwingungen aus; jedes Gefühl übt einen Einfluss aus. Ihr könnt sicher sein, dass die Welt voll von diesen Schwingungen ist.
* Diese Begriffe kommen öfters vor und bedeuten: Jeder noch in seinem materiellen Körper oder nicht mehr in ihm lebende Geist
62 Jetzt könnt ihr leicht begreifen, dass dort, wo man im Guten denkt und lebt, heilsame Kräfte und Einflüsse vorhanden sein müssen, und dass dort, wo man außerhalb der Gesetze und Regeln lebt, die das Gute, die Gerechtigkeit und die Liebe kennzeichnen, unheilvolle Kräfte existieren müssen.
63 Beide erfüllen den Raum und kämpfen gegeneinander; sie haben Einfluss auf das Gefühlsleben der Menschen, und wenn diese zu unterscheiden vermögen, nehmen sie die guten Eingebungen an und weisen die schlechten Einflüsse zurück. Aber wenn sie schwach sind und im Vollbringen des Guten nicht geübt sind, können sie diesen Schwingungen nicht Widerstand leisten und sind in Gefahr, zu Sklaven des Bösen zu werden und seiner Herrschaft zu erliegen.
64 Diese Schwingungen gehen sowohl von inkarnierten Geistern, als auch von desinkarnierten Wesen aus, denn auf der Erde wie im Jenseits gibt es gute Geister und verwirrte Geister.
65 In dieser Zeit ist der Einfluss des Bösen größer als der des Guten. Deswegen ist die Kraft, die in der Menschheit vorherrscht, die des Bösen, aus welcher die Selbstsucht, die Lüge, die Unzucht, der Hochmut, die Lust zu schädigen, die Zerstörung und alle niederen Leidenschaften hervorgehen. Diesem gestörten moralischen Gleichgewicht entspringen die Krankheiten, die den Menschen quälen.
66 Die Menschen haben keine Waffen, um gegen diese Kräfte zu kämpfen. Sie sind besiegt und als Gefangene in den Abgrund eines Lebens ohne geistiges Licht gebracht worden, ohne gesunde Freude, ohne Streben nach dem Guten.
67 Gerade jetzt, wo der Mensch glaubt, auf dem Gipfel des Wissens zu stehen, weiß er nicht, dass er im Abgrund ist.
68 Ich, der Ich euren Anfang und eure Zukunft in der Ewigkeit kenne, gab den Menschen von den ersten Zeiten an Waffen, mit denen sie gegen die Kräfte des Bösen kämpfen konnten. Aber sie verachteten sie und zogen den Kampf des Bösen gegen das Böse vor, in welchem niemand siegt, weil alle besiegt daraus hervorgehen werden.
69 Es steht geschrieben, dass das Böse nicht die Vorherrschaft behalten wird, was bedeutet, dass es am Ende der Zeiten das Gute sein wird, das triumphiert.
70 Wenn ihr Mich fragt, welches die Waffen waren, mit denen Ich die Menschen ausrüstete, um gegen die Kräfte oder Einflüsse des Bösen zu kämpfen, so sage Ich euch, dass es das Gebet, die Beharrlichkeit im Gesetz, der Glaube an Mein Wort und die Liebe untereinander war.
71 Jetzt musste Ich Mich dieser Menschheit geistig kundtun, um ihr Wort für Wort den Ursprung des Guten und des Bösen und die Kampfesweise klarzumachen, um in der großen Schlacht der Dritten Zeit zu siegen.
72 Ich mache euch wachsam, indem Ich eurem Geist Empfindsamkeit gebe, damit ihr lernt, alles Gute, das zu euch gelangt, aufzunehmen und das Böse zurückzuweisen und zu bekämpfen.
73 Niemand mache sich lustig über das, was Ich sage, denn durch seinen Spott wird er seine ungeheure Unwissenheit erkennen lassen.
74 Ihr wisst, dass alle Sendboten, die ihr gehabt habt — die Vorläufer einer geistigen oder wissenschaftlichen Offenbarung — verspottet wurden; und dennoch musste die Menschheit ihre Offenbarungen nach einiger Zeit annehmen, überführt von der Wahrheit, die sie verkündeten.
75 Wußte der Mensch des Altertums, auf welche Weise sich die Übertragung irgendeiner Krankheit vollzog, oder was die Ursache für die Ausbreitung einer Seuche war? — Nein, sie wussten es nicht, und aus jener Unwissenheit heraus entstanden die abergläubischen Vorstellungen und die geheimnisvollen Kulte. Aber es kam ein Tag, an dem die Intelligenz des Menschen, vom Lichte des Schöpfers erleuchtet, die Ursache seiner physischen Krankheiten entdeckte und zu kämpfen begann, um die Art und Weise zu entdecken, seine Gesundheit zurückzugewinnen. Da wurde dem Wissenschaftler das, was ihm verborgen und unsichtbar gewesen war, verständlich, womit die Menschheit ein Wissen erlangte, das die Menschen vergangener Zeiten nicht hatten.
76 In derselben Weise werden sie schließlich den Ursprung und den Einfluss der Kräfte des Guten und des Bösen auf den Menschen erkennen; und wenn dieses Wissen allgemein bekannt ist, wird es keinen mehr geben, der beim Hören dieser Unterweisung an der Wahrheit Meiner Lehre zweifelt.
77 Ich erleuchte euch mit dem Lichte dieser Unterweisung, damit ihr in eurem Geiste die Fähigkeiten entdeckt, welche die Menschheit von den ersten Zeiten an verachtet hat, und damit euer Geist, aus seinem tiefen Schlafe erwachend und vom Lichte des Gewissens erleuchtet, die Kräfte des Bösen zurückzuweisen versteht und die volle Entfaltung seiner geistigen Entwicklung erreicht. So, wie in verseuchter Luft der Keim einer Krankheit zu euch gelangt, so kommen unsichtbar und lautlos die bösen seelischen Einflüsse, verwirren euren Verstand und bringen euren Geist ins Wanken.
78 Nur das Gebet kann euch innere Erkenntnis und Empfindsamkeit, Kraft und Inspiration geben, um euch in dem täglichen und beständigen Kampf gegen das Böse zu behaupten.
79 Ich habe zu euch über die Kräfte und Einflüsse des Bösen gesprochen: doch habe Ich etwa irgendeinen Geist erwähnt? Habe Ich ihn vielleicht mit Namen genannt? — Nein, sagt ihr Mir. Ich muss euch vielmehr in dieser Zeit darüber aufklären, dass es keinen Geist gibt, der den Ursprung des Bösen darstellt oder der es ist.*
* Siehe Anmerkung 7 im Anhang
80 Die alten Glaubensüberzeugungen, Bilder, Gestalten und symbolischen Namen, mit denen die Menschen vergangener Zeiten das Böse darstellten, indem sie ihm menschliche Gestalt gaben und ihm geistige Existenz zuschrieben — Überzeugungen, die bis zu den gegenwärtigen Generationen fortgelebt haben — sie müssen verschwinden. Denn ohne euch dessen bewusst zu sein, habt ihr mit ihnen abergläubische Mythen und Kulte geschaffen, die der geistigen Entwicklung, die der Mensch in dieser Zeit erreicht hat, unwürdig sind.
81 Verstehet, dass das Böse vom Menschen ausging, von seinen Schwächen, und dass in dem Maße, in dem die Menschheit an Zahl zunahm, ebenso wie ihre Unvollkommenheiten und Sünden, auch die Macht oder der Einfluss des Bösen vermehrt wurde. Diese Kraft, die durch Gedanken, Vorstellungen, Gefühle und Leidenschaften gebildet wurde, begann ihren Einfluss auf die Menschen fühlbar zu machen, und diese glaubten schließlich, dass es sich um einen Geist handele, der sicherlich die Verkörperung des Bösen war, ohne sich bewusst zu werden, dass jene Kraft aus ihren Unvollkommenheiten zusammengesetzt ist.
82 "Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet."
Mein Friede sei mit euch!

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