1
Ich bin die Liebe, was der Grund dafür ist, dass
euch vergeben wird und ihr euch meiner Gnadengaben erfreut. Aber erwartet nicht
nur Liebkosungen und Geschenke von eurem Vater. Erinnert euch daran, dass Ich
auch als Meister gekommen bin, um euch eure Mängel und Unvollkommenheiten
verstehen zu lassen und euch die Art und Weise zu lehren, in der ihr euch
korrigieren müsst.
2
Ich bin bei euch in eurem Geiste und lasse mein
Licht in eurem Verstande aufleuchten, damit ihr den Wert dessen schätzt, was
ihr derzeit empfangt und gleichzeitig erkennt, dass nicht alles, was ihr
erlangt, durch Verdienste erworben worden ist. Auch mache Ich euch begreiflich,
dass das, was ihr bisher empfangen habt, nicht alles ist, was Ich euch zu geben
habe, und dass das, was ihr heute ersehnt, auch nicht alles ist, was das Sehnen
eurer Geistseele in sich bergen wird, wenn sie einmal stärker entfaltet ist.
3
Zusammen mit den Prüfungen und Lektionen, die
euch das Leben gibt, wirkt meine Unterweisung, die den Sinn jeder Lektion
erklärt und erhellt. Denn nur die Erkenntnis, die Erfahrung und die Entwicklung
werden euch verdientermaßen die Bezeichnung "Jünger meiner Göttlichkeit in
der Dritten Zeit" geben können.
4
Was würdet ihr euren Mitmenschen geben können,
was wäre eure Frucht, was wäre das Zeugnis und die Bestätigung des Wortes oder
der Lehre, die ihr predigen wollt, wenn euch eigene Erfahrung fehlen würde?
5
Wenn ihr einmal durchgeistigt seid und dann
Menschen begegnet, die leiden und verzweifelt sind, weil sie nicht das besitzen
können, was sie auf der Welt erstreben, werdet ihr erleben, wie ihr
Materialismus mit der Erhebung meiner Jünger kontrastiert, deren Zufriedenheit
groß sein wird, weil ihre Bestrebungen und Wünsche edel sein werden, gegründet
auf der festen Überzeugung, dass in diesem Leben alles vergänglich ist.
6
Meine Jünger werden zur Welt durch Beispiele von
Spiritualität sprechen — durch ein Leben, das darum ringt, die Seele der
Gottheit näherzubringen, anstatt sie an die falschen Schätze der Welt zu
ketten.
7
Ich weiß, dass die Materialisten sich in den
kommenden Zeiten empören werden, wenn sie diese Lehre kennenlernen; aber ihr
Gewissen wird ihnen sagen, dass mein Wort allein die Wahrheit spricht.
8
Im Leben des Menschen ist alles vergänglich:
Seine Jugend ist ein vergänglicher Schein, sein Ruhm von kurzer Dauer, das
Vergnügen nur kurzfristig. Daher inspiriert euch meine Lehre das Ideal, das
Ewige zu erreichen. Denn die Wonnen des Geistes und die für ihn bestimmte
Herrlichkeit werden, einmal gewonnen, niemals vergehen.
9
Volk, es ist so leicht, eurem Leben ein wenig
Vergeistigung zu geben, dass Ich euch sage: Warum tut ihr es nicht? Warum
versucht ihr es nicht? Es ist nicht nötig, dass ihr euch von euren menschlichen
Pflichten entfernt.
10 Es
genügt, wenn ihr euren Werken einen Hauch von Vergeistigung gebt, um nicht mehr
nur einfache Erdenwesen zu sein und zu Wesen des höheren Geistigen Lebens zu
werden, die fähig sind, den Sinn zu verstehen, den die Bestimmung des Menschen
in sich birgt.
11 Ich
sage euch noch einmal, dass Ich euch nicht von eurer Aufgabe in der Welt
abbringe, denn auch dort habt ihr heilige Pflichten. Aber Ich sage euch, dass
ihr der Welt nicht mehr Bedeutung geben sollt als eurer seelischen Entfaltung.
12 Es
ist notwendig, dass ihr euch in die Kenntnis meines Werkes vertieft, dass ihr
mein Wort erfasst und die Tragweite meiner Unterweisungen begreift.
13 Ich
spreche derzeit zu den Seelen, im Wissen, dass mein Licht von ihnen auf die
Materiekörper übergehen wird, und dass diese, wenn einmal der Verstand und die
Sinne erleuchtet sind, zu willigen Werkzeugen des Geistes werden.
14 Ihr
Menschenscharen, die ihr dies Wort vernehmt: Schließt eure materiellen Augen
und hört die Stimme eures Herrn in der Unendlichkeit.
15 In
dieser Zeit ist es nicht der Mensch Jesus, der zu euch spricht, und den ihr auf
Plätzen und Straßen, auf Wegen oder in TalAuen sehen könnt — es ist der Geist
Jesu, der in jedem Geiste und in jedem Verstande gegenwärtig ist, es ist mein
universelles Licht, das sich auf alle Kinder Gottes ergießt.
16 Volk,
würde es dich nicht erfreuen, das Früchte-Tragen meiner Lehre auf der Welt zu
erblicken? Sehnt ihr euch nicht danach, dieses Tränental in ein Land des
Friedens verwandelt zu sehen? Dann arbeitet voller Liebe, und ihr werdet diese
Beglückung in eurer Seele haben. Ja, Jünger, in eurer Seele, denn ihr wisst
nicht, was zu diesem Zeitpunkt eure Heimstatt sein wird. Aber es ist nicht von
Bedeutung, dass ihr den Sieg des Lichtes erst vom Geistigen Tale aus erblickt —
mehr noch: von dort aus werdet ihr die Frucht eurer Werke und eures Kampfes
noch höher schätzen.
17 Eure
Herzen schlagen schneller, und ihr sagt Mir: "Meister, wann wird unsere
Seele dieses Triumphlied anstimmen können?"
18 Die
Leiter der Gemeinden sagen Mir: "Vater, unsere Anstrengungen sollen nicht
unfruchtbar sein." Doch Ich sage den einen wie den anderen, dass es
durchaus möglich ist, zu diesem Ziele zu gelangen, dass es nicht die Opferung
eures Lebens erfordert, dieses Ideal zu erreichen. Aber ihr müsst jedes meiner
Gebote beachten, damit eure ganze Arbeit auf meine Wahrheit gegründet ist, und
das Bemühen aller auf das Endziel gerichtet ist, das Ich euch vorgezeichnet
habe.
19 "Vergeistigung",
"Vereinigung", "Gehorsam" — das ist die feste Grundlage für
das Heiligtum, das ihr eurem Vater errichten sollt. Wenn ihr dem gerecht
werdet, werdet ihr schließlich das Erblühen und Fruchttragen meines Werkes und
eures Kampfes in der Menschheit erleben.
20 Seit
mein Wort sich durch diese Stimmträger kundzugeben begann, habe Ich euch
Vergeistigung inspiriert, habe Ich von euch Vereinigung verlangt und euch
Gehorsam gelehrt.
21 Die
zuerst und die zuletzt Gekommenen kennen diese Unterweisungen, die durch meine
Stimmträger unablässig wiederholt werden.
22 Von
Vergeistigung hat meine Unterweisung zu euch gesprochen, damit ihr euch von
jeder äußerlichen Gottesverehrung freimacht und Mich in geistiger, tiefer,
aufrichtiger, hochstehender und reiner Weise zu lieben und Mir zu dienen lernt.
23 Von
Vereinigung habe Ich oft zu euch gesprochen, weil, wenn ihr nicht die Frucht
eurer Gaben und eurer Kräfte vereint beim Kämpfen, wenn ihr einzeln wirkt, wird
eure Arbeit keine Früchte tragen.
24 Von
Gehorsam habe Ich zu euch gesprochen, damit alle eure Handlungen einem
vollkommenen Willen, wie es der meine ist, unterworfen sind, und ihr in
Erfüllung desselben niemals den Weg verfehlt. Wenn dann die Kundgebung meines
Wortes ihr Ende erreicht, werdet ihr alle der Welt einen Beweis der Wahrheit
meiner Offenbarung geben können.
25 Diejenigen,
die diese Gebote befolgen, werden bei ihren Mitmenschen Glauben finden. Doch
jene, die über sie hinweggehen, und die die Menschenscharen inmitten ihrer
Uneinigkeit, ihres Ungehorsams und ihres Mangels an Vergeistigung zu lehren
beanspruchen — Ich sage euch, früher oder später wird ihr Betrug und ihre
Heuchelei entlarvt werden, und sie werden sich in die größten Prüfungen
verstrickt und selbst von den Treuesten verlassen sehen.
26 Könntet
ihr dies den Sieg meiner Lehre nennen? Nein, Volk, nicht Verwirrung ist es, was
ihr am Ende des Kampfes antreffen sollt. Es ist Friede, Freude, Licht, worin
euer Tagewerk gipfeln soll.
27 Meint
ihr, dass mein Geist angesichts eines Beweises von Undankbarkeit und Ungehorsam
eines Teiles dieses Volkes unbegrenzt gleichgültig bleiben würde? Nein, Volk,
Ich werde meine Gerechtigkeit kommen lassen und werde mit ihr jene erzittern lassen,
die Mir nicht gehorchen, so wie Ich sie durch meine Zärtlichkeit erbeben ließ,
als sie mein Wort hörten.
28 Meine
Unterweisung kann nicht klarer und einfacher sein. Doch wenn euer Gedächtnis
euch im Stich lassen sollte und ihr sie vergessen solltet, werde Ich diejenigen
inspirieren, die meine Lektionen vereinigen müssen, um aus ihnen das Buch
meines Wortes zu bilden, das in dieser Dritten Zeit gegeben worden ist. Dieses
Buch wird euch alles Vergessene in Erinnerung rufen, wird euch vor Reue weinen
lassen, wenn ihr in euren Prüfungen steht, und wird euch begreiflich machen,
dass es am Ende mein Wille ist, der geschieht, und meine Wahrheit, die
triumphiert.
29 Warum
erscheint euch mein Wort zuweilen hart? Es enthält keine Härte, es ist voll
Liebe, die Ich für euch hege. Denn euer Vater möchte nicht, dass seine Kinder
weinen.
30 Wenn
Ich in diesem Tone zu euch spreche, so sucht hinter dem Worte des Richters die
Gegenwart des Meisters und die Essenz des Vaters, dann werdet ihr all dies
entdecken.
31 Wenn
Ich euch warne und euch etwas prophezeie, so wisset, dass Ich eure Zukunft
kenne, und dass Ich euch besser kenne als ihr euch selbst, weil Ich das Leben
bin.
32 Lernt,
euch in eurer Stille geistig zu Mir zu erheben. Sprecht in eurer Andacht mit
dem Geiste zu Mir, und ihr werdet meine Antwort erhalten.
33 Erzieht
euren Verstand, indem ihr ihn dazu bringt, auf jeden überflüssigen Gedanken zu
verzichten, indem ihr ihn lehrt, sich im Augenblicke eurer geistigen
Zwiesprache zurückzunehmen, damit er kein Hindernis ist, das euch daran
hindert, euch zu konzentrieren und euch in jenem gesegneten Augenblicke frei zu
machen.
34 Wie
glücklich ist die Seele, die diese geistige Zubereitung und dieses innere
Freiwerden erlangt. Alle ihre Gaben treten zutage und offenbaren sich! Die
Inspiration, die Offenbarung, die Heilkraft, das innere Wort und viele weitere
Fähigkeiten erscheinen und zeigen ihre Essenz und ihre Aufgabe.
35 Zweigt
täglich einige Augenblicke von eurer Zeit ab und verwendet sie für das geistige
Gebet, dann werdet ihr bald die Frucht jener Einübung erleben. Wartet nicht auf
den Tag, an dem Ich Mich bemerkbar mache, um euch meine Unterweisung zu geben
und euch zuzubereiten. Denn dann werdet ihr immer wieder von neuem beginnen und
über Störungen straucheln, die euch nicht ermöglichen werden, euch geistig zu
erquicken.
36 Widmet
täglich einige Augenblicke dieser Praxis. Ihr werdet Mich immer bereit finden,
euch zu vernehmen und euch beizustehen.
37 Das
wahre Gebet ist in dieser Zeit von den Menschen nicht ausgeübt worden. Daher
mussten sie Gebete und Bitten formulieren, um sie mechanisch zu wiederholen, so
oft sie es benötigen.
38 Der
Mensch versteht nicht mehr sich zu inspirieren, um mit der Seele zu Mir zu
sprechen. Er kennt die geistige Sprache, die alle kennen sollten, überhaupt
nicht mehr, weil er die Vorgehensweise, sich einzuüben, nicht kennt, indem er
auf jeden Ritus verzichtet, jede Vermaterialisierung von sich weist und sich
auf den Kern seiner selbst zu konzentrieren, um meine Gegenwart wahrnehmen und
das Licht der Inspiration empfangen zu können.
39 Daher
sage Ich euch: Je mehr ihr eure Neigung, vor Symbolen zu beten und Mir
Zeremonien zu widmen, um das innere Heiligtum zu suchen, opfert, desto mehr
werdet ihr erleben, wie sich eure Gabe der geistigen Kommunikation entfaltet,
wächst und sich erhebt, indem sie euch Schritt für Schritt der Zwiesprache von
Geist zu Geist näherbringt, was geschehen wird, wenn der Mensch mit
Vollkommenheit zu beten versteht.
40 Begreift
jetzt, dass, wenn es mein Wille ist, dass ihr eure Mitmenschen die Art und
Weise lehrt, die Vollkommenheit im Gebet zu erreichen, ihr euch zubereiten
müsst, um Beweise der Wahrheit und der Kraft zu erbringen, die in ihm
existiert.
41 Wollt
ihr sie etwa lehren, dass es genügt, die Augen zu schließen, damit die Art und
Weise vollkommen ist? Wollt ihr eure Nächsten betrügen, indem sie
Verhaltensweisen ohne Bedeutung annehmen, während in eurem Inneren keine wahre
Zubereitung vorhanden ist? So geht es nicht, Volk. Denn ihr sollt euch nicht
selbst betrügen, noch eure Mitmenschen, und noch weniger euren Vater.
42 Wenn
ihr zu beten lehrt, dann deshalb, weil ihr die Wahrheit, die Kraft und die
Wirksamkeit des geistigen Gebetes werdet beweisen können. Ihr sollt den Kranken
durch das Gebet heilen, sollt dort Frieden stiften, wo die Zwietracht herrscht,
sollt den retten, der sich in Gefahr befindet. Dann werdet ihr wirklich Glauben
finden, und die Menschen werden es euch gleichtun wollen. Eure Unterweisung
wird den Glauben in den Herzen erwecken, die angesichts der Wahrhaftigkeit der
Beweise, die ihr ihnen gebt, erstaunt sein werden.
43 Vergesst
nicht: Damit das Gebet wirksam wird, muss euer Glaube fest, groß sein, sodass
die Barmherzigkeit die Essenz eurer Erhebung zu Mir ist.
44 Alle,
die Wunder erreicht haben — alle, die Beweise geistiger Macht erbrachten, haben
so gebetet. So beteten die Patriarchen der ersten Zeiten: von Geist zu Geist.
So betete Moses in der Wüste und Daniel in der Löwengrube. Ebenso tat Ich in
Jesus, um den Menschen in der Kenntnis des wahren Gebetes zu bestärken, indem
Ich vor seinen Augen die Macht des geistigen Gebetes bewies.
45 Jesus
betete in der Wüste vor der Menschenmenge und vervielfachte zur Verwunderung
der Menschen die Brote und die Fische. Er betete am Grabe des Lazarus und gab
Beweise dafür, dass das aus dem Glauben und der Barmherzigkeit geborene Gebet
Gesundheit und Leben schenkt. Er betete bei den Jüngern und offenbarte ihnen
dabei die Macht, die der Mensch erlangt, wenn er mit seinem Vater in Verbindung
zu treten versteht.
46 Wie
weit hat sich diese Menschheit von meinen Weisungen entfernt! Alles in ihr ist
oberflächlich, falsch, äußerlich, prunkhaft. Daher ist ihre geistige Macht
nichtig, und um ihren Mangel an Kraft und Entfaltung in ihrer Seele zu
ersetzen, hat sie sich der Wissenschaft in die Arme geworfen und die
Intelligenz entwickelt.
47 Auf
diese Weise ist der Mensch mit Hilfe der Wissenschaft dahin gelangt, sich
stark, groß und mächtig zu fühlen. Doch Ich sage euch, dass jene Kraft und jene
Größe unbedeutend sind neben der Macht der Geistseele, die ihr nicht wachsen
und sich offenbaren ließet.
48 Als
die Zügellosigkeit und der Materialismus bei den Menschen ihren Höhepunkt
erreicht hatten und bewirkten, dass sie ihre Herkunft vergaßen — als der
überbordende Strom ihrer Leidenschaften, ihrer Vergnügungen und Laster aus
vielen Menschen leichtfertige Wesen ohne Kenntnis ihrer Pflichten gegenüber
Gott, gegenüber ihrer Familie und gegenüber den Mitmenschen gemacht hatten, da
ist dies Wort zur Menschheit wie eine Quelle kristallklaren Wassers für die
dürstenden Herzen der Menschen gekommen.
49 Ihr
seid so an die Sünde gewöhnt, dass euch euer
Leben als das natürlichste, normalste und zulässigste erscheint, und
dennoch hat es den Anschein, als ob Sodom und Gomorrha, Babylon und Rom ihre
ganze Lasterhaftigkeit und Sünde auf diese Menschheit abgewälzt hätten.
50 Obwohl
es widersinnig erscheint, ist dies die passende Stunde dafür, dass mein Wort im
Herzen der Menschen Widerhall findet.
51 Erinnert
euch an das heidnische Rom, wie es — vom Vergnügen angeekelt — überdrüssig, die
Wonnen des Fleisches zu genießen — sein Herz öffnete, um meine Botschaft zu
empfangen.
52 Jene
Geschehnisse werden sich wiederholen, und ihr werdet meinen Samen in den Völkern aufgehen sehen, in denen ihr
die Menschen am meisten vom Wege der Wahrheit entfernt gesehen habt.
53 Mein
Wort voll Weisheit, Trost und Verheißung der Erneuerung wird die Herzenssaiten
zum Erklingen bringen, die das Unreine, das Schlechte niemals erreicht hat. Die
für das Licht und die Wahrheit des Lebens Toten werden auferstehen, und die
seit langem zerstörte Moral wird wiederhergestellt werden.
54 Wenn
damals die zu meiner Lehre bekehrten Heiden die Rettung in der Liebe suchten,
die mein Wort lehrte, werden die Materialisten dieser Zeit den Weg zu ihrer
Erlösung in dem Beispiel suchen, das Jesus mit seinem Leben hinterließ. Aber
sie werden sich auch an dem geistigen Lichte inspirieren, das mein Geist in
dieser Zeit auf die Menschen niederströmte. Was enthält dieses Licht? Die
Kenntnis des Geistigen Lebens, die Offenbarung der Fähigkeiten der Geistseele,
die Aufklärung der Geheimnisse, die der Mensch nicht zu durchdringen vermochte.
55 Dich,
Volk, habe Ich zu Treuhändern meines neuen Wortes gemacht. Lange Zeit hindurch
habe Ich Mich euch kundgegeben, damit ihr die Gewissheit habt, dass es meine
Gegenwart im Geiste ist, die bei euch ist, und damit ihr genügend Zeit gehabt
habt, meine Unterweisungen in euch aufzunehmen, sie niederzuschreiben und über
sie nachzudenken.
56 Wofür
dies alles? Damit, wenn meine Kundgebung unter euch aufhört, ihr nicht sagt,
dass es eine flüchtige Erscheinung gewesen ist, derer ihr weder gewiss noch
sicher seid.
57 Da
ihr jetzt von Mir wisst, dass der letzte Tag für diese Unterweisungen
näherrückt, beginnt ihr die Verantwortung zu fühlen, da Ich euch nicht mehr als
Schüler oder Jünger, sondern als Ausleger, als Boten und als Zeugen der
Botschaft zurücklasse, die ihr vom Meister vernommen habt.
58 Einige
unter euch sind voller Glauben, Kraft und Eifer und warten auf die geeignete
Stunde, um das Tagewerk zu beginnen. Andere dagegen zweifeln an sich selbst und
zittern vor dem Kampf. Diese letzteren frage Ich: Wird es möglich sein, dass
andere Völker, die mein Wort nicht direkt vernahmen, sich vor euch ans Werk
machen, nur von dem Zeugnis dessen bewegt, was zu ihnen gelangte.
59 Was
ist es, was euch bange macht? Euer Herz sagt Mir: "Herr, die Unfähigkeit
gegenüber den Materialisten und den Ungläubigen die Wahrheit handgreiflich
beweisen zu können."
Ihr habt Mich nicht verstanden: Ich habe nicht gesagt, dass
ihr das Geistige, das unsichtbar und unberührbar ist, vor den Augen der
skeptischen Menschen körperlich wahrnehmbar machen sollt, damit sie an das
Geistige glauben. Ich habe vor allem gewollt, dass ihr euer Leben säubert und
euch auf eine solche Weise vergeistigt, dass ihr mit euren Worten und mit euren
Werken die besten Beweise dafür gebt, dass die Lehre, zu der ihr euch bekennt,
wahr ist.
60 Es
erscheint euch als sehr schwierig, Beweise zu erbringen, die den, der für alles
eine wissenschaftliche Erklärung sucht, zufriedenzustellen. Dennoch — die
Größe, die Ich in meine Unterweisung hineingelegt habe, ist so beschaffen, dass
ihr in ihr die Lösung finden werdet, um auf jedes Problem, das sich zeigt, eine
Antwort und Erklärung geben zu können.
61 Glaubt
ihr etwa, dass Ich euch eine rückschrittliche Lehre gebracht habe? Studiert
mein Wort, und ihr werdet euch davon überzeugen, dass es sich in einer Weise
offenbart hat, die sowohl mit der seelischen, als auch mit der
verstandesmäßigen Entwicklung dieser Menschheit in Einklang ist.
62 Weder
früher noch heute verdamme Ich eure Wissenschaft, weil sie ein Weg ist, auf dem
der Mensch gleichfalls meine Wahrheit entdeckt. Wer Mich in allem Wissen sucht,
findet Mich und fühlt meine Gegenwart und entdeckt meine Gesetze. Was Ich
beanstande ist der schlechte Gebrauch, den man von dem macht, was nur für gute
Zwecke geschaffen wurde.
63 Heute
sind die Menschen viel fähiger als die früheren, um das Wesen und die Macht
Gottes zu verstehen. Seht darin den Einfluss, den die Wissenschaft auf die
Erkenntnisfähigkeit der Menschen gehabt hat.
64 Als
die Menschen noch glaubten, dass nur das existiere, was sie mit ihren Augen zu
entdecken vermochten, und sie selbst die Gestalt der Welt, die sie bewohnten,
nicht kannten, stellten sie sich einen Gott vor, der auf das begrenzt war, was
ihre Augen kannten. Aber in dem Maße, wie ihr Verstand nach und nach ein
Geheimnis nach dem anderen auflöste, dehnte sich das Universum vor ihren Augen
immer mehr aus, und die Größe und Allmacht Gottes nahm für die staunende
Intelligenz des Menschen mehr und mehr zu. Daher musste Ich euch in dieser Zeit
eine Unterweisung geben, die im Einklang mit eurer Entwicklung ist.
65 Doch
Ich frage euch: Ist es materielles Wissen, was meine Offenbarung enthält? Nein,
das Wissen, das Ich euch lehre, handelt von einem Dasein jenseits der Natur, die
ihr seht und schon so lange Zeit erforscht. Meine Offenbarung zeigt den Weg,
der den Geist zu einer Lebensebene emporführt, von wo aus er alles entdecken,
erkennen und verstehen kann.
66 Erscheint
es euch unmöglich oder zumindest seltsam, dass Gott Sich den Menschen geistig
kundtut — dass die Geistige Welt sich kundgibt und in eurem Leben manifestiert
— dass unbekannte Welten und Sphären sich euch mitteilen? Wollt ihr etwa, dass
eure Erkenntnis stehenbleibt und der Vater euch niemals mehr als das offenbart,
was Er euch bereits offenbart hat?
67 Seid
nicht gewohnheitsgläubig und setzt eurem Geiste keine Grenzen der Erkenntnis!
68 Heute
mögt ihr die Geistlehre verneinen, bekämpfen und verfolgen; doch Ich weiß, dass
ihr euch morgen der Wahrheit beugen werdet.
69 Jede
göttliche Offenbarung ist bei ihrem Erscheinen bekämpft und abgelehnt worden;
doch zuletzt hat sich jenes Licht durchgesetzt.
70 Bei
den Entdeckungen der Wissenschaft hat sich die Menschheit gleichfalls ungläubig
gezeigt; doch schließlich musste sie sich der Realität beugen.
71 Ihr
seid aufgrund eurer Vermaterialisierung ungläubig gewesen. Anfangs habt ihr nur
an das geglaubt, was eure Augen sahen. Aber ihr habt euch entwickelt, und nun
habt ihr an das geglaubt, was eure Intelligenz entdeckte. Warum solltet ihr nicht
das glauben und erkennen, was jenseits eures materiellen Universums ist, wenn
euer Geist einmal in jenes Gebiet unendlichen Wissens eindringt?
Ihr wisst noch nicht, wievieles die Menschheit der Zukunft
erkennen wird. Vergleicht das geistige wie auch das materiebezogene Wissen der
Menschen früherer Zeiten mit dem Wissen, das ihr heute habt, dann wird euch
dies eine Vorstellung von dem geben, wie das menschliche Leben in den kommenden
Zeiten sein wird.
72 Jetzt
ist die passende Zeit, um euch für ein neues Zeitalter zu erwecken, um euch
vorzubereiten und euch alles prophetisch anzukündigen, was ihr noch schauen
werdet.
73 Begreife,
Volk, dass mein Kommen zum richtigen Zeitpunkt geschah.
Mein Friede sei mit euch!