1
Mein Geist ist erfreut, weil ihr im Verlangen
nach Mir herbeikommt. Warum erinnert ihr euch am heutigen Tage in erhöhtem Maße
an die Menschen, die ins Jenseits hinübergegangen sind, obwohl es für die Seele
keine Tage noch Daten gibt? Lasst euch nicht von den "Toten", die
ihre "Toten" betrauern, beirren. Ihr
seid keine "Toten", noch sind es die, die euch als eure Eltern,
Kinder, Geschwister, Verwandten oder Freunde angehörten. Warum nicht auch die,
die euch Böses angetan haben, wenn sie sich geläutert haben?
2
Ihr seid begierig nach Licht, und mein Werk
befriedigt jenes Verlangen eurer Seele wirklich, die, je mehr sie erleuchtet
wird, sich immer mehr vom scheinbaren "Tod" entfernt.
3
Euer Herz wird traurig, wenn ihr eure
Mitmenschen ohne Hoffnung und ohne Trost um ihre "Toten" weinen seht.
Betet für sie und arbeitet, damit ihr lernt, die "Toten" dieser und
der anderen Welt zum Leben zu erwecken.
4
Wenn die Menschen einmal die Wirklichkeit dieser
Unterweisungen begriffen haben, werden sie nicht mehr über den Gräbern weinen,
die einige Überreste aufbewahren, und ihr Weinen in Achtung gegenüber den Orten
verwandeln, die zu Ruhestätten für die Körper bestimmt sind, und in Gebete für
die Seelen, die im "Geistigen Tale" wohnen — in Gebete, die eine
Umarmung, ein Gruß, ein Kuss und eine Liebkosung sind.
5
Ihr lebt bereits in der "Dritten Zeit",
und noch immer ist die Menschheit spirituell zurückgeblieben. Ihre Seelsorger,
ihre Theologen und geistlichen Hirten offenbaren ihr recht wenig und manchmal
gar nichts über das Ewige Leben. Auch ihnen offenbare Ich die Geheimnisse des
Buches meiner Weisheit, und so frage Ich euch: Warum schweigen sie? Warum
fürchten sie sich davor, die schläfrigen Seelen der Menschen aufzuwecken?
6
Ihr, die ihr Mich derzeit hört, versteht bereits
hier die Entwicklung und den Fortschritt für die Zukunft eurer Seelen zu erarbeiten.
Aber wie viele kennen diese Wahrheiten nicht oder vergessen sie, und der Tod
überrascht sie unvorbereitet.
7
Ich will, dass reine Gedanken die Sprache sein
sollen, in der ihr euch mit euren Geschwistern verständigt, die im Geistigen
wohnen, dass ihr euch auf diese Weise versteht, und wahrlich, eure Verdienste
und eure guten Werke werden für sie von Nutzen sein; ebenso wie der Einfluss
jener meiner Kinder, ihre Inspirationen und ihr Schutz für euch eine machtvolle
Hilfe auf eurem Lebenswege sein werden, damit ihr gemeinsam zu Mir kommt.
8
Vergeistigt euch, und ihr werdet in eurem Leben
die wohltätige Gegenwart jener Wesen erfahren: die Liebkosung der Mutter, die
ihr Kind auf der Erde zurückließ, die Warmherzigkeit und der Rat des Vaters,
der gleichfalls hinscheiden musste.
9
Nachdem Ich euch diese Unterweisung gegeben
habe, werdet ihr das Urteil über die verstehen, die sich das Leben nehmen —
über die, die ihren Mitmenschen töten, und über die, die mörderische Kriege
schüren. "Wachet" und betet für sie alle, von Kain bis zum letzten
Mörder, damit ihr Gericht gemildert wird.
10 Wie
dunkle Wolken, die ein Unwetter ankündigen, so schweben über euch Legionen
verwirrter Wesen. Betet, damit ihr nicht zu Opfern ihrer Einflüsse werdet.
Betet, damit diese dunklen Mächte zu Licht werden.
11 Werdet
dieses Lebens nicht überdrüssig, begehrt in euren Leiden nicht auf, denn ihr
wisst nicht, welche Schulden aus früheren Leben ihr gerade bezahlt.
12 Lebt
in Harmonie und in Frieden im Schoße eurer Familie und eurer Gesellschaft, damit
viele eurer Mitmenschen eurem Beispiel folgen können, die euch durch Lichtwesen
zugeführt werden.
13 Seid
frohgemut in dieser Dritten Zeit, denn mein Wort ist voller Glanz zu euch
gekommen.
14 Es
ist ein Augenblick des Friedens für jede Seele. Die Welten werden erhellt, wenn
der Vater sein Licht auf sie ergießt. Es sind Augenblicke der Herrlichkeit für
alle Menschenwesen, die vorbereitet sind, um dieses göttliche Geschenk zu
empfangen. Diese Gnade ist zu eurer Welt gekommen, und auf ihr habe Ich die
"Toten" ihre "Toten" begraben sehen, den Gütern der Erde
Verehrung und Anbetung und Gott durch eitle Zeremonien materielle Opfergaben
darbringen sehen.
15 Das
Licht meines Heiligen Geistes ergießt sich in dieser Zeit auf alle Menschen,
und durch dasselbe werden sie begreifen können, wie die dem Herrn wohlgefällige
Opfergabe beschaffen ist: Die Seele
wird sich als Opfergabe zubereiten, die in die Gegenwart des Schöpfers gelangen
muss, wenn sie sich ihres Körpers entledigt — jener Materie, die wenn sie in
die Erde sinkt, verwest und ihre Gestalt verliert und nur noch ein kleiner
Haufen von Atomen sein wird. Dort, wo das Ende eines menschlichen Wesen ist,
beginnt ein Leben, das die Menschen nicht zu begreifen vermochten.
16 Die
Menschen halten an ihren Traditionen und Bräuchen fest. Es ist verständlich,
dass sie eine unauslöschliche Erinnerung an die Menschen haben, deren Körper
sie ins Grab gesenkt haben, und sie der Ort anzieht, wo sie deren Überreste
beerdigten. Doch wenn sie sich in den wirklichen Sinn des materiellen Lebens
vertiefen würden, würden sie erkennen, dass jener Körper bei seiner Auflösung,
Atom für Atom, zu jenen Naturreichen zurückkehrt, aus denen er gebildet wurde,
und das Leben sich weiter entfaltet.
17 Aber
der Mensch hat infolge des fehlenden Studiums des Geistigen zu allen Zeiten
eine Kette von fanatischen Kulten für den Körper geschaffen. Er versucht, das
materielle Leben unvergänglich zu machen, und vergisst die Seele, die das ist,
was in Wahrheit ewiges Leben besitzt. Wie weit sind sie noch davon entfernt,
das Geistige Leben zu verstehen!
18 Jetzt
versteht ihr, dass es unnötig ist, an jene Orte Gaben zu bringen, wo ein
Grabstein, welcher "Tod" ausdrückt, "Auflösung und Leben"
zum Ausdruck bringen sollte; denn dort ist die Natur in voller Blüte, dort ist
Erdreich, das fruchtbarer und unerschöpflicher Schoß von Geschöpfen und
Lebensformen ist.
19 Wenn
diese Lehren begriffen sind, wird die Menschheit dem Materiellen seinen Stellenwert und dem Göttlichen
den seinen zu geben verstehen. Dann
wird der abgöttische Kult für die Vorausgegangenen verschwinden.
20 Der
Mensch soll seinen Schöpfer von Geist zu Geist erkennen und lieben.
21 Die
Altäre sind Trauerflore, und die Grabmäler sind ein Beweis für Unwissenheit und
Abgötterei. Ich vergebe alle eure Verfehlungen, aber Ich muss euch wirklich
wachrütteln. Meine Unterweisung wird verstanden
werden, und die Zeit wird kommen, in der die Menschen die materiellen Gaben
durch hohe Gedanken ersetzen.
22 Jünger:
Wenn ihr die Prüfung durchlebt habt, einen geliebten Menschen zu verlieren,
dann beginnt sich euch ein Gebet wie dieses zu entringen: "Herr, ich weiß,
dass jener, der diese Welt verließ, bei Dir ist, dass er nur vor uns zur Reise
aufgebrochen ist, dass der Augenblick kommen wird, an dem Du uns erlaubst, alle
in derselben Heimat vereint zu sein. Es gibt keine Tränen in unseren Augen,
weil wir wissen, dass nicht sie die Toten sind, sondern wir es sind, die wir
auf dieser Welt sind — dass im "Geistigen Tale" die wahre Gleichheit
und Brüderlichkeit herrscht. Denn während die, die das Licht bereits in Fülle
erlangt haben, auf dem Wege der Aufwärtsentwicklung vorankommen, und andere,
die nur einen schwachen Funken haben, der ihren Pfad erhellt, von den Ersteren
unterstützt werden, existiert unter ihnen vollkommene Harmonie,
Hilfsbereitschaft und Barmherzigkeit."
23 Warum
also eure Erinnerungen an die, die hinschieden, auf ihr irdisches Dasein
beschränken? Gedenkt ihrer in spiritueller Weise, damit ihr sie nicht verstört.
Wenn sie einmal jede menschliche Neigung abgelegt haben, werde sie zu euch zurückkommen,
wird es ihnen gewährt sein, sich eurem Herzen zu nahen, auch wenn ihr nicht
wissen werdet, in welcher Weise.
Im Geistigen Leben gibt es nur ein Verlangen, einen Wunsch:
den, sich der göttlichen Vollkommenheit zu nähern. Ich sagte euch seinerzeit:
"Der Mensch wird nicht in das Himmelreich eingehen, solange er nicht Mir
ähnlich wird."
24 Wenn
jemand meine Unterweisung nicht versteht, dann deshalb, weil er sich nicht die
Mühe gemacht hat, sie zu studieren; denn sie ist Licht für alle. Die Zeit wird
kommen, in der die ganze Menschheit sich aufrichtet und sagt: "Ich glaube
an Dich, an die Auferstehung zum ewigen Leben."
25 Jünger:
Diese Atmosphäre des Friedens, die ihr erlebt habt, und die für euch wie ein
offener Himmel gewesen ist, ist wirklich der Schoß des Zweiten Jerusalems, an
dessen Firmament der Stern erstrahlt, der die Menschen leiten wird, die im
Verlangen nach Frieden und Wahrheit herbeikommen.
26 Mein
Geist freut sich, wenn er zu euch spricht, und meine Freude im Himmel ist
ebenso groß, wenn ein reuiger Sünder in ihm ankommt, wie wenn ein Gerechter
kommt. Denn dieser ist immer heil gewesen, während jener verirrt war und
wiedergefunden wurde.
27 Haltet
euch nicht für gerettet, weil ihr mein Wort vernehmt, und sagt nicht: "Wir
waren verirrt, aber wir sind gefunden worden, und der Himmel ist uns
sicher." Nein, ihr müsst begreifen, dass Ich nur gekommen bin, um euch auf
den Weg zu stellen, der zu meinem Reiche führt, und ihr euch anstrengen müsst,
um niemals von diesem Pfade abzuirren, und um jeden Tag einen Schritt
voranzukommen, bis ihr zu der Tür gelangt, hinter der die ewige Heimat, die
Wiege und das wahre Vaterland der Seele liegt, zu dem ihr alle gelangen müsst,
um niemals mehr in die Irre zu gehen und so die im Lebenskampfe geerntete
Frucht zu genießen, sowie die vom Vater versprochene Belohnung für alle, die im
Glauben und in der Liebe beharrlich bleiben.
28 Ihr
fühlt euch an das "Fleisch", die Welt und den Schmerz gekettet. Aber
statt euch davon entmutigen zu lassen, weil ihr denkt, dass sie Hindernisse für
eure Aufwärtsentwicklung sind, möchte Ich, dass ihr begreift, dass diese
Hindernisse in Wirklichkeit die Mittel sind, um euren Glauben, eure Liebe und
eure Beharrlichkeit im Guten auf die Probe zu stellen.
29 Ich
bin euer Heiland, euer Befreier. Begreift jedoch, dass, wenn Ich euch meine
Liebe schenke, um euch zu erretten, ihr Mir auch die eure schenken müsst. Ich
werde meinen Teil und ihr den euren getan haben, indem Ich euch Gelegenheit
dazu gebe, Verdienste zu erwerben, um zu Mir zu gelangen, im Bewusstsein eurer
Werke und wohl wissend, zu Wem ihr kommt und weshalb.
30 Welches
Verdienst wäre es für euch, wenn Ich euch aus Mitleid dieser Welt und dem
Schmerz enthöbe und euch zu den himmlischen Regionen bringen würde? Wahrlich,
Ich sage euch, ihr würdet euch nicht würdig fühlen, in ihnen zu wohnen, noch
würdet ihr jenes Leben zu würdigen wissen — mit einem Worte: Ihr würdet nicht
einmal wissen, wo ihr wohnt. Darum sage Ich euch, dass es mein Wille ist, dass,
wenn ihr dorthin gelangt, es aufgrund eurer Verdienste geschehen soll. Denn
dann werdet ihr all dessen würdig sein, was euch umgibt, und all dessen, was
ihr besitzt.
31 Wisset,
dass Ich bei jedem eurer Schritte, eurer Prüfungen oder Schwierigkeiten, bei
euren Bestrebungen, Werken und Gedanken gegenwärtig bin, indem Ich euch meine
Liebe schenke, zu euch spreche, euren Willen stärke und euren Glauben ermutige.
Denn wer könnte der Vollkommenheit ohne meinen Beistand näherkommen?
32 Erwachet!
Richtet euch empor! Erhebt euch zum Lichte und beginnt den Kampf! Ihr fühlt euch
als Gefangene? Dann zerbrecht das Gefängnis eures Materialismus. Euch drückt
der Schmerz und das Elend nieder? Dann lernet, euch über die menschlichen Nöte
hinwegzusetzen. Ihr fühlt euch unbedeutend gegenüber den anderen? In euch ist
ein großes Wesen, wenn sich die Seele mittels des Guten entfaltet. Ich habe
keine Seelen erschaffen, die dazu bestimmt sind, immer unbedeutend zu sein,
oder immer im Verborgenen zu leben. Wenn es in den hohen Heimstätten große
Seelen gibt, dann nur, weil sie auf dem Weg der Liebe aufgestiegen sind. Doch
ursprünglich waren sie gleichfalls klein.
33 Erkennt,
weshalb mein Geist beglückt ist, wenn Er mit denen spricht, die noch klein sind
— mit denen, die im Finstern wohnen oder an Schmerz und Elend gekettet leben.
Denn Ich weiß, dass eure Seele durch meine Liebe zum Lichte erwacht, von
Hoffnung durchflutet wird und dem Ideal der Aufwärtsentwicklung Glauben schenkt
und es umarmt.
34 Ich
will euch alle glücklich sehen, in Frieden und im Lichte wohnend, damit ihr
nach und nach alles besitzt — nicht nur durch meine Liebe, sondern auch durch
eure Verdienste; denn dann werden eure Genugtuung und euer Glück vollkommen
sein.
35 Um
euch bei eurer Aufwärtsentwicklung zu helfen, fällt mein göttlicher Strahl auf
euch herab, um sich in Worte der Unterweisung zu verwandeln. Und Ich sage euch
wie in der Zweiten Zeit: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das
Leben." So habe Ich Mich auf eurem Pfade offenbart und euch aus dem
Schmutz gezogen, um euch auf den Weg der Wahrheit, der Sittlichkeit und der
völligen Vergeistigung zu stellen. Ich habe eure Ketten zerbrochen, damit ihr
Mir nachfolgen könnt.
36 Jesus,
der Nazarener, war in der Zweiten Zeit unter den Menschen, um euch ein
lebendiges Beispiel zu hinterlassen, wie man den Vater lieben und Ihm dienen
soll, und wie man die Menschen lieben soll.
Ich spreche so zu euch, damit ihr nicht den Glauben hegt,
dass Ich nur gekommen bin, um eure Leiden zu heilen. Denn Ich bin auch
gekommen, um euch zu lehren, euren Nächsten Gutes zu tun. Ich erinnere euch an
den Verlauf meines Lebens und an meine Passion als Mensch, damit ihr begreift,
dass der Weg, den Ich euch heute weise, der gleiche ist wie der, den euch Jesus
vorzeichnete. Es ist der Weg von alters her, der einzige, der ewige.
37 Vielen
von euch erscheint es als eine Vorspiegelung oder eine Unmöglichkeit, dass Ich
Mich mittels des menschlichen Verstandesvermögens kundgebe. Doch auf diese
Zweifel antworte Ich, dass Ich Mich zu allen Zeiten und seit Anbeginn der
Menschheit durch Menschen kundgetan habe, durch deren Übermittlung Ich der Welt
meine Gebote, meine Inspirationen und meine Offenbarungen gegeben habe. Was
heute geschieht, ist, dass die Menschheit vermaterialisiert ist, an die Welt
und die Materie gekettet ist und durch ihren religiösen Fanatismus befangen
ist.
38 Ich
spreche derzeit zu allen, denn Ich bevorzuge euch nicht, da Ich im Anfang nur
gleichwertige Seelen aussandte, um die Erdkruste zu bewohnen.
39 Ich
bin der Einzige, der die Bestimmung aller kennt, der Einzige, der den Weg
kennt, den ihr zurückgelegt habt und den ihr noch durchlaufen müsst. Ich bin
es, der eure Leiden und eure Freuden versteht. Ich weiß, wie viel ihr gewandert
seid, um die Wahrheit und die Gerechtigkeit zu finden. Meine Barmherzigkeit ist
es, die den angsterfüllten Ruf dessen empfängt, der Mich innerlich um Vergebung
für seine Verfehlungen bittet.
40 Und
als Vater erfülle Ich jede inständige Bitte, sammle eure Tränen, heile eure
Gebrechen, lasse euch fühlen, dass euch vergeben ist und ihr von euren
Schandflecken losgesprochen seid, damit ihr euer Leben neu gestaltet.
41 Auch
bin Ich der Einzige, der euch die Beleidigungen, die Mir von euch, die ihr
meine Kinder seid, zugefügt werden, vergeben kann.
42 Ihr
seid das Saatkorn, das Ich zubereite. Wenn ihr Mich in früheren Zeiten sogar
abgelehnt habt, habe Ich euch vergeben und euch heute an meinen Tisch gesetzt,
um euch in meine Jünger zu verwandeln.
43 Ich
sehe eure Seele ermüdet, mit der Müdigkeit, die sie sich auf der Welt zugezogen
hat, und sie hat nach dem Wege gesucht, der sie zur wahren Ruhe führt. Die tiefe
Spur des Schmerzes, die die Leiden in euch zurückgelassen haben, wird in dem
Maße ausgelöscht werden, in dem ihr auf diesem Wege geht, auf dem eure Seele
mit der Ausübung der Liebe zu euren Nächsten beschäftigt ist. In diesem Bemühen
wird sie niemals müde werden. Wenn dies Volk in seinem gegenwärtigen Dasein zum
Endziel seiner Mission auf Erden gelangt, wird es nicht mehr zu ihr
zurückkehren, weil seine Heimat dann für immer das Geistige Universum sein
wird.
44 Ihr
seid nicht von dieser Welt, aber ihr seid zu ihr gekommen, um tiefe Lektionen
zu lernen, um Verdienste zu erwerben, um Schuld zu sühnen, um auf dem Wege der
seelischen Vervollkommnung voranzukommen, um Gutes zu säen und von Mir Zeugnis
abzulegen.
45 Die,
die Mich in dieser Zeit vernommen haben, müssen ein größeres Verständnis für
ihre Werke und ihre Verantwortung haben. Die Mich nicht vernommen haben,
könnten dagegen als unwissend gelten. Die Ersteren werden sich für alles
verantworten müssen, was sie gelernt, getan und zu tun unterlassen haben.
46 Wenn
ihr euch erforschen würdet, würdet ihr entdecken, dass euch nichts fehlt, damit
ihr Mir dienen könnt, und um zum Gipfel des Berges zu gelangen. Ob ihr Mir
dient oder es nicht tut — ihr werdet weiterhin immer die Mission und die Gaben
besitzen. Doch wozu wollt ihr Gaben und Vollmächtigkeit, wenn ihr sie nicht zur
Anwendung bringen müsstet? Gleicht nicht dem reichen Geizhals, dessen Reichtum
sehr groß sein mag, der jedoch nutzlos ist.
47 Wenn
die Seele zur Erde kommt, ist sie von den besten Vorsätzen beseelt, ihr Dasein
dem Vater zu weihen, Ihm in allem zu gefallen, ihren Nächsten nützlich zu sein.
Aber sobald sie sich im Körper gefangen sieht, auf tausendfache Weise versucht
und auf die Probe gestellt auf ihrem Lebensweg, wird sie schwach, gibt sie den
Impulsen des "Fleisches" nach, erliegt sie den Versuchungen, wird
egoistisch und liebt sich schließlich selbst über alles, und nur für
Augenblicke schenkt sie dem Geist Gehör, wo die Bestimmung und die Gelöbnisse
geschrieben stehen.
48 Mein
Wort hilft euch, euch an euren geistigen Bund zu erinnern und die Versuchungen
und Hindernisse zu besiegen. Niemand kann sagen, dass er niemals von dem von
Mir vorgezeichneten Wege abgewichen ist. Aber Ich vergebe euch, damit ihr
lernt, euren Mitmenschen zu vergeben.
49 Wer
sind die, die Mich lieben? Wahrlich, Ich sage euch, Ich allein weiß es. Manche
lieben Mich und wissen es nicht, und manche glauben Mich zu lieben und prahlen
sogar damit, ohne Mich zu lieben.
50 Ihr
werdet nach meinem Abschied nicht allein sein. Ich werde die Menschen, die Mich
lieben, unter euch zurücklassen, denn in ihren Herzen wird kein schlechter Same
noch Eitelkeit vorhanden sein. In ihnen wird Liebe, Barmherzigkeit und Demut
sein.
51 Weil
einige Mich mehr lieben, erfreuen sie sich dadurch doch nicht größerer Gaben —
nein. Ich gebe derzeit allen Gelegenheit, zum wahren Leben zu erwachen, um die
Werkzeuge meiner hohen Ratschlüsse zu sein.
52 An
viele ließ Ich den Ruf in dieser Zeit ergehen, doch nicht alle eilten herbei.
Die Nachricht von meiner Gegenwart unter den Menschen gelangte an viele Orte
und zu vielen Herzen, und Ich kann euch sagen, dass die Menschheit gegenüber
diesem Rufe taub gewesen ist. Doch wenn einmal die großen Prüfungen sich
häufen, und die Naturgewalten ihre Rufe nach Gerechtigkeit erheben, wird die Menschheit
aus ihrem langen Schlafe erwachen und erkennen, dass Ich wirklich bei eich
gewesen bin.
53 Ich
kam nicht, um nur ein bestimmtes Volk oder eine bestimmte Nation zu retten, Ich
kam um der ganzen Menschheit willen, um alle das Gebet zu lehren, das sie in
einer wirklichen geistigen Gemeinschaft mit dem Schöpfer verbindet.
54 Manche
fragen Mich, wenn sie Mich sprechen hören: "Herr, sollen wir in Zukunft
keine Lieder mehr zu Deiner Göttlichkeit emporsenden?" Darauf antworte
Ich: "Kinder, die Vögel verherrlichen meinen Namen mit ihrem Tirilieren,
sobald die Morgenröte erscheint. Wenn ihr es braucht, um eure Seele zu erheben,
so tut es. Wenn nicht, so gibt es einen anderen Lobgesang, der der Seele
entspringt, und dessen Töne nicht in euren Ohren erschallen, obschon sein Hall
in der Unendlichkeit ertönt: das Gebet.
55 Niemand
prahle mit seiner Vergeistigung. Wer kann sagen, dass er schon mehr Geist als
Fleisch ist, und dass er auf dem Wasser wandeln kann, ohne zu versinken? Nicht
eure materielle Natur wird es ein, die sich erhebt, sie wird in ihrer Sammlung
nur der Seele helfen, die Entfernungen zu überwinden.
56 Mein
Göttlicher Geist, der in eurem Herzen wohnt, sagt euch:
57 Geliebtes
Volk, wenn es auf der Erde einen
Gerechten gäbe, würde die Welt durch diesen Gerechten gerettet werden. Aber
dieser mein Universeller Strahl strahlt herab, um den Weg zu erhellen, der von
den frühesten Zeiten an vom Vater für die Menschen vorgezeichnet worden ist —
jener Weg der Gesittung, der Tugend und Vergeistigung, der euch aufgerichtet hat,
als ihr aus Schwachheit vor den falschen Göttern auf die Knie gefallen seid.
58 Seit
der Ersten Zeit habe Ich Mich der Menschheit durch Menschen kundgetan, die von
meiner Barmherzigkeit erwählt worden sind. Es waren die Propheten, die
Inspirierten, die Gerechten, die Patriarchen, die euch meine Gebote und meinen
Willen bekannt machten. Erkennt, wie sie alle euch von Anfang an auf den Weg
der Vergeistigung führten, euch lehrten, zu dem unsichtbaren Vater zu beten und
euer Herz als ein Heiligtum zu bereiten, damit der Herr bei euch gegenwärtig
ist — sowohl im Winkel eures Nachtlagers, als auch auf einem Berg, unterwegs
oder an den Ufern eines Flusses.
59 Für
kurze Zeit hattet ihr euch durch die Wege des Materialismus verirrt, euch vom
Vater entfernt, den wahren Gottes-Dienst verfälscht, indem ihr ihn durch
Fanatismus und Abgötterei ersetztet, und schließlich verfielen viele dem
Unglauben.
60 Aber
ihr fühltet die Schritte des Herrn in dieser Zeit nahe, ihr hörtet sie wie den
fernen Schall einer Glocke, und ihr musstet dem geheimnisvollen Rufe folgen,
der an euch erging. Was sahen eure körperlichen Augen?: Einige bescheidene
Versammlungsräume, in denen sich meine neuen Jünger und einige unbedeutende
Geschöpfe versammeln, aus denen wie eine unerschöpfliche Quelle ein liebevolles
Wort voll Herzlichkeit, Weisheit und Überzeugungskraft strömte. Seit damals ist
dies Wort für viele das Brot des Lebens, das Wasser, das ihren Durst löscht und
der Balsam gewesen, der ihren Schmerz lindert.
61 Angesichts
des Wunders meiner erneuten Gegenwart unter den Menschen hat der Taube gehört,
der Blinde gesehen, ist das verhärtete Herz empfindsam geworden, ist die für
das Leben der Gnade tote Seele auferstanden.
62 Und
die Männer und Frauen sind zu fleißigen "Arbeitern" geworden, zu
kenntnisreichen Jüngern, die danach von der Wahrheit sprechen werden. Diese
werden Mich nicht noch einmal leugnen, werden Mich nicht mehr verkennen, noch
werden sie jemals wieder an meiner Macht zweifeln.
63 Sie
werden auf dem Wege des Verirrten wie ein strahlender
Leuchtturm sein. Und so werden die Seelen
in dieser Zeit den Pfad der Wahrheit finden, um ihrem Schöpfer einen weiteren
Schritt näherzukommen.
64 Sucht,
solange ihr noch einen Hauch von Leben habt, nach denen, die sich verirrt
haben. Richtet eure im Lebenskampfe gestrauchelten Geschwister auf, heilt die
Seele, das Herz oder den Körper des Kranken. Tut Gutes, und legt so von Mir
Zeugnis ab. Es ist nicht von Bedeutung, wenn jene, die eine Wohltat empfingen,
sich nicht zu meinem Werke bekehren. Der Same, den ihr gesät habt, wird niemals
vergehen, er wird morgen oder in der Ewigkeit aufgehen.
65 Erkennt
die Kraft eurer Gaben, die kein noch so gelehrter oder mächtiger Mensch euch
hätte geben können, damit ihr wirklich zum Licht und Salz der Welt werdet.
Mein Friede sei mit euch!