BWL - Band VIII - Unterweisung 241

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 241

1         Ich empfange dich, Volk, das herbeikommt, um sich vom göttlichen Worte zu nähren, das das Brot der Seele ist. Ich komme zu euch aus Liebe, die Ich zu euch habe. Ach ihr Menschen, die ihr euch nur auf Schmerzen, Blut und Ängste zubewegt! Die Schatten des Materialismus haben den Blick der Menschen verdunkelt, und so können sie den Weg zu ihrer Wiedergutmachung nicht sehen.

2         Freut wenigstens ihr euch, die ihr Mich hört, an meinem Worte und findet Trost bei Mir. Denn diese Menschheit hat ihren Verstand und ihre Gefühle irregeleitet, da sie, statt nach der Wahrheit zu streben, der Verwirrung zustrebt. Die großen menschlichen Intelligenzen erblühen heute im Verbrechen, und das machen sie zu ihrem Ideal.

Deshalb habe Ich denen, die Ich meine Jünger nenne, schon seit langem gesagt, dass, wenn sie die Mission, die Ich ihnen anvertraut habe, ausführen, ihr Beispiel einen solchen Einfluss auf das Leben, das Denken und Sprechen der anderen haben wird, dass diese sagen können: Heute nutze ich meinen Geist, den ich früher für nutzlos hielt.

3         Jünger: Wenn der Geist der Menschen sich aufrichtet, sich befreit und auf den Gebieten arbeitet, die ihm zustehen, wird der Leidenskelch, den diese Welt trinkt, enden. Wenn einmal im Verstande und im Herzen des Menschen die Vergeistigung erblüht, wird es auf allen Wegen eures Lebens ein Erblühen geben. ─ Ich spreche gerade zu denen, die danach streben, meine Jünger zu sein, und bei denen Ich Sensibilität vorfinde, wenn sie Mich vernehmen.

4         Mein Volk, sorge dafür, dass kein einziger Augenblick deines Lebens vergeudet wird. Liebet einander, und fühlt den Schmerz, es nicht schon früher getan zu haben. Denkt tief über die wesentlichen guten und schlechten Taten eurer Vergangenheit nach. Denn aus diesem Nachdenken werden euch gute Früchte erwachsen, und dann denkt an die Zukunft. Fragt euch: "Was habe ich für die kommenden Zeiten vorbereitet?"

Ihr werdet begreifen, dass ihr der Menschheit etwas zu sagen habt, dass ihr etwas tun müsst, um sie aus jenem Schlafe aufzuwecken, der sie nicht das Leichentuch sehen lässt, mit dem der Tod sie derzeit bedeckt und ständig bedroht ─ dass ihr etwas tun müsst, damit sie erwacht und die Stimme des Gewissens vernimmt.

5         Ach ihr menschlichen Eitelkeiten! Ach ihr Menschen, die ihr euer Erblühen und eure Herrlichkeit auf dieser Erde sucht!

6         Um Worte zu sagen, die töten, habt ihr euch einen Thron errichtet, von dem aus ihr eure Befehle zum Krieg, zur Beschwörung von Zerstörung und des Todes hören lasst!

7         Was ist die menschliche Intelligenz, wenn diese nicht mit Vergeistigung vereint ist, welche Gewissen, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist? Mit welchen Worten wollen jene Menschen Gott Rede und Antwort stehen, die mit ihrem Lichte die großen Zerstörungswaffen erfunden haben? Womit wollen sie die Schuld bezahlen, die sie derzeit auf sich laden? Wie wollen sie die Ernte ihrer großen Aussaat bewältigen?

8         Und alle, die von Mir sprechen und sich meine Jünger und Diener nennen, frage Ich: Was tut ihr in diesen Augenblicken, und was habt ihr getan, um die Welt zu beschützen?

9         O Kinder, die ihr Mich in dieser Zeit vernehmt! Arbeitet in meinem Liebeswerk, beeilt euch, jenen Teil eures Lebens, um den Ich euch bitte, dem Wohle eurer Nächsten zu widmen, was zugleich zu eurem Wohle sein wird.

10     Mein Werk benötigt Soldaten. Warum nicht das Leben an dieser geistigen Front verlieren, da ihr es doch ohne irgendeinen Nutzen auf den Schlachtfeldern hingebt?

11     Nutzt jenen Teil der Zeit, den Ich von euch verlange, indem ihr unterweist, haltet Vorträge voller Liebe und Wissen, erweicht und erweckt die Herzen. Seht auf mein göttliches Dasein, wie es sich der Aufgabe widmet, euch zu lieben, euch zu behüten und euch zu retten. Erinnert euch, dass Ich auch als Mensch euch mein ganzes Leben weihte. Begnügt euch nicht damit, nur wenig Samen zu ernten. Was wird die Bescherung oder das Geschenk sein, das ihr in meine Hand legt, wenn ihr in das eingeht, was ihr "Jenseits" nennt? Ich gab euch im Übermaß das Wasser aus meiner Quelle. Wollt ihr Mir nur einige wenige Tropfen zurückgeben? Legt Zeugnis ab mit euren guten Werken.

12     Die Geistesgaben, die sich in dieser Zeit bei euch offenbart haben, sind zutage getreten, um euch zu helfen, jene kristallklaren Wasser auf die Seele eurer Mitmenschen zu ergießen. Lernt von eurem Meister, der sich für euch immer als ein Liebesquell gezeigt hat, als eine beständige Gabe, als eine brennende Leuchte, um das Herz dessen zu erhellen, der leidet. Ist etwa nicht jedes meiner Worte wie eine Lichtfackel auf dem Wege des Wanderers, der auf dem Weg zum Ziele seiner Bestimmung ist? Ist diese Botschaft etwa keine neue Offenbarung, die euch Gott näherbringt?

13     Nur wer meine Lehre und mein Gesetz fühlt und lebt, wird sich in meinem Werke "Lehrer" nennen können. Dahin führt euch dies Wort, damit ihr das Hohe und das Tiefe darin erkennt. Denn den Geist, der groß sein will, interessieren nur die großen Werke. Der kleine Geist strebt nur nach Kleinem; und um zu glauben, muss er sich unter Schmerzen vom Überflüssigen trennen und sich in der Liebe seines Vaters stärken.

14     Der große Geist dagegen opfert um seines hohen Ideals oder seiner Liebesmission willen selbst das, was ihr als sein Liebstes betrachten könnt.

15     Seid ihr erstaunt, dass meine Jünger der Zweiten Zeit alles verlassen haben, um Mir nachzufolgen, euch alles gegeben haben aus Liebe zu euch?

16     Mein Wort ladet alle ein, zum Weg der Liebe zurückzukehren. Dort werden sich viele schämen, Hass oder Groll gegenüber ihren Mitmenschen gefühlt zu haben, sie nicht weiterhin geliebt zu haben. Dann werden sie diese mit Schmerz und zugleich Wonne der Reue wieder von Herzen umarmen. Dann zeigt sich die Vergeistigung und schwindet das Irdisch-Menschliche.

17     Ich werde euch noch mehr über die großen Seelen sagen: Sie sind nicht empfindlich gegenüber Beleidigungen, noch schwach bei Schlägen. Sie blicken mit Gleichmut auf solche Erbärmlichkeiten und mitleidig auf die, die sie ausführen. Sie stehen über diesen Kleinigkeiten und blicken nur auf das, was groß ist.

18     Ihr alle werdet große Prüfungen durchleben müssen. Ihr müsst sehr stark sein, um nicht zu verzagen und dadurch die Scham über eure Schwachheit zu vermeiden.

Ihr, die ihr dieses Wort vernommen habt und zu diesem Tische voll guter Speisen gekommen seid und euch von meiner Weisheit genährt habt ─ seid stark und ermutigt eure Mitmenschen durch eure Liebe.

19     Wer das Gute tut, ist ein Apostel Christi. Doch er wird keine Titel benötigen, die ihn als solchen beglaubigen, noch wird es nötig sein, dass er damit prahlt.

20     Was sagt ihr Mir, wenn Ich euch die leidvollen Ereignisse der Zukunft offenbare? Was könntet ihr den Uneingeweihten anbieten, die im Verlangen nach Trost zu euch kommen?

21     Ich sage euch nur: Sät meinen Samen aus. Diese Lehre ist euer Vermächtnis. Wenn ihr in die Tiefen eurer Seele einzudringen versteht, werdet ihr dort den Messias finden, der unablässig zu eurem Herzen zurückkehrt, um es mit seinem Lichte zu erleuchten.

22     Diejenigen, die morgen herbeikommen werden, um von meinem Kommen zu erfahren, kann man in zwei Gruppen einteilen: Die einen, die zweifelnd kommen und gläubig und zerknirscht weggehen, weil sie die Liebe meines Wortes anrührte. Und die anderen, die ungläubig kommen und ebenso unzufrieden bleiben werden, weil sie mehr Körper als Seele sind, mehr Beschränktheit als Nachdenklichkeit. Euch jedoch, die ihr meine neuen Jünger genannt worden seid, und die ihr vom Heiligen Geiste gekennzeichnet worden seid, sage Ich: Wann beginnt ihr, die Welt durch das Beispiel eurer Liebeswerke zu erleuchten?

23     Höret: Als Ich bei euch auf Erden war, kamen die Menschen in Scharen zu Mir ─ Menschen in hohen Stellungen, voller Eitelkeit, Regierende, die Mich heimlich aufsuchten, um Mich zu hören. Die einen bewunderten Mich, aber aus Furchtsamkeit bekannten sie es nicht offen; andere lehnten Mich ab. Es kamen Menschenscharen zu Mir, die aus Männern, Frauen und Kindern bestanden und Mir am Morgen, am Nachmittag und in der Nacht zuhörten, und immer fanden sie den Meister bereit, ihnen das Wort Gottes zu geben. Sie sahen, dass der Meister sich selbst vergaß, und konnten sich nicht erklären, zu welcher Stunde Er Nahrung zu sich nahm, damit sein Körper nicht schwach und seine Stimme nicht matt würde. Der Grund war, dass sie nicht wussten, dass Jesus aus seinem eigenen Geiste Kräfte erhielt und in sich selbst Nahrung fand.

24     Ebenso werdet auch ihr eines Tages erfahren, dass jener, der, von der Göttlichen Liebe inspiriert, sein Dasein der Aufgabe widmet, seine Mitmenschen zu trösten, zu unterstützen und zu lieben, in seiner eigenen Seele eine unbekannte Kraft und Nahrung finden wird, die ihn aufrechterhält, ohne einen Augenblick im Kampfe zu ermatten.

25     Auf diese Weise werde Ich Mich in jenem Volke bekunden, das dasselbe wie heute ist, und das morgen auf der ganzen Welt eine einzige Gemeinschaft bilden wird: das Volk Gottes.

26     Lernt von Mir und nutzt eure Gaben, damit ihr die große Schuld bezahlt, die ihr euch selbst und der Menschheit gegenüber habt. Nehmt eure Sühne bereitwillig an und habt nicht den Wunsch, diese Schuld mit etwas zu begleichen, das euch gefällt und nicht schwer fällt. Denn oftmals werdet ihr Opfer oder Verzicht leisten müssen.

27     Ich verlange von euch nicht euer Leben, sondern nur einige Stunden, nur einen Teil eurer Zeit.

28     Erinnert euch, dass Jesus, um bei euch zu sein, seine Mutter verließ ─ jene liebevollste Mutter, die das einzige war, was Er auf Erden hatte. Er entfernte sich im Leben von ihr und lag nur in ihren Armen, als Er leblos vom Kreuze herabgenommen wurde. Von euch verlange Ich nicht so viel, sondern nur einen kleinen Teil dessen, was Ich euch gab und lehrte.

29     Gebt euer Leben hin, indem ihr den Betrübten tröstet, den Kranken heilt und den Verirrten rettet, doch lasst euch nicht töten, nur um zu zeigen, dass ihr bereit seid, für Mich zu sterben.

30     In meiner Lehre soll es keine Angeklagten noch Ankläger geben, weder Beleidigte noch Beleidiger. In ihr soll es nur die geben, die danach streben, sich durch die Ausübung meiner Unterweisungen aufwärts zu entwickeln.

31     Ihr besitzt alles, um zu Mir zu gelangen: Die Welt ist eine Schule, das Leben ist ein Lehrbuch, meine Inspiration ist ein Licht. Der Meister bin Ich, die Menschen meine Jünger. Daher rufe Ich euch unablässig, und Ich sage euch: Ihr alle findet Platz in meiner Liebe.

32     Lasst Mich nicht allein bei meinen Unterweisungen, seid nicht kalt angesichts dieser Liebe, die Ich euch entgegenbringe. Bedenkt, dass euch einige menschliche Lippen das Wort meines Geistes erleuchtet.

33     Wenn ihr auf der Erde sagt, dass Ich euch mit meiner Lehre, mit meinem Gesetz Religionen gebracht habe, so sage Ich euch, dass es in meinen Augen nur einen Gottesdienst gibt, welcher der der Liebe, der Liebe zum Vater, zu den Nächsten oder Mitmenschen und zu allem ist, was aus dem Schöpfer hervorgegangen ist.

34     Jenes göttliche Höchstgebot, einander zu lieben, wird das Gesetz sein, das alle Menschen vereint, das sie erleuchtet, damit sie sich als Geschwister fühlen, einander beschützen, beistehen, vor Versuchungen bewahren und anerkennen, ohne an Unterschieden der Rassen oder Glaubensüberzeugungen Anstoß zu nehmen.

35     Stellt euch eine solche Welt vor, und ihr werdet sie euch im Frieden vorstellen, als eine einzige Familie, die von den Gesetzen der Liebe, der Achtung und der Gerechtigkeit regiert wird.

36     Diese Prophezeiungen werden Wirklichkeit werden, denn eure Welt ist nicht dazu verdammt, ewig ein Tal der Finsternis und Sünden zu sein.

37     Im Herzen der Menschen wird die Tugend erstrahlen wie die Blumen in den Gärten. Denn Ich sage euch: Die Blumen in ihrer Schönheit gleichen den Ideen und Inspirationen, die aus Gott hervorgehen, um die Sünder zu retten.

38     Kommt herbei, dies ist euer Weg, hier ist das Brot für die Armen und der Trost für die Betrübten. Kommt und fürchtet nichts.

39     Gesegnetes Volk Israel, der Vater sagt euch: Vernehmt die Stimme eures Gewissens, schult euer Verstandesvermögen, denn Ich werde mein Wort in jedem von euch unauslöschlich niedergeschrieben zurücklassen. Vernehmt das lebendige Wort, das Ich derzeit überfließen lasse, das der Quelle der Weisheit entströmt, welche mein Geist ist.

40     Ich habe alle Wege geöffnet, damit alle meine Kinder zu Mir kommen. Jetzt ist die Zeit des Erwachens, in der Ich mein Wort der vergangenen Zeiten und die neuen Offenbarungen klar aufzeigen werde, die Ich euch geben werde, und die die Vervollständigung, der dritte Teil des Buches sind, dessen Besitzer ihr sein werdet.

41     Ich habe vor euch den Schleier weggezogen, der die Größe meiner Lehre verbarg. Ich gab euch in der Zweiten Zeit den Samen, damit ihr ihn aussäen und pflegen und zum passenden Zeitpunkt vorzeigen würdet.

42     Doch Ich habe von den beauftragten Sämännern die Frucht verlangt und habe nach einer langen Zeitspanne nur wenig Korn geerntet. Ich hatte euch bereits gesagt: Neue Generationen werden zur Erde kommen, und sie werden meine letzte Botschaft empfangen. Ich bereite sie derzeit vor und sage euch: Die Zeit kam, in der Ich dieses neue Zeitalter einleitete.

43     Der Wegbereiter weihte die ersten Arbeiter meines Werkes ein, und danach öffnete der Meister das Buch, um seinen ganzen Inhalt zu zeigen, welcher Licht, Weisheit, Rettung für die Menschheit ist. So kam für euch jener Augenblick der Gnade. Ich vereinigte Männer und Frauen unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse und Weltanschauungen. Ich drang in ihre Herzen und sah nur Bitternis und Enttäuschung. Und als sie mein Wort hörten, wiesen sie es nicht zurück, verschlossen sie ihre Herzen nicht, stellten sie es nicht in Frage, sondern nahmen es mit Liebe und mit Respekt auf.

44     Ich sorgte dafür, dass sie sich dem Studium aller Kundgebungen meiner Göttlichkeit widmeten, und sie fanden diese glaubwürdig, voll großer Bedeutung, und ihre Herzen wurden ermutigt. Doch der Augenblick kam, in dem Ich ihnen sagte: "Ich habe euch liebkost, ihr habt euch an meinen Liebkosungen erfreut, doch jetzt ist es an der Zeit, zu kämpfen." Und die Lippen, die zuvor unbeholfen und stumm waren, sprachen mit dem Göttlichen Worte. Ich ergoss mein Wort durch sie selbst, und sie wurden meine Stimmträger.

Andere, die Ich voller Glauben antraf, machte Ich zu Gemeindeleitern und sagte ihnen: Zieht die Herzen an und bildet aus ihnen Gemeinden. Wappnet euch mit Seelenstärke, denn ihr werdet mit der Hartherzigkeit der Menschen zusammenstoßen. Ihr werdet mit den Ungläubigen ringen, denn der Same von Thomas ist bewässert worden und ist in den Herzen aufgegangen. Doch Ich werde diese Saat mit der Wurzel ausreißen und euch bei eurer Arbeit beistehen. Jeder von euch wird wie eine Fackel sein, die den Weg eurer Mitmenschen erhellt.

Wenn die Zeit meiner Kundgabe endet, und ihr mit Mir nur noch von Geist zu Geist in Verbindung tretet, werdet ihr weiterhin unterweisen. Und die Menschen werden sich wundern und fragen, wo ihr gelernt habt. Ihr werdet ihnen dann das Buch eures Herzens zeigen, in dem meine Unterweisung eingeprägt ist und dem neue Inspirationen entspringen werden.

45     Ich werde darum ringen, euch für die Zeit nach meinem Abschied zubereitet zurückzulassen. Dafür setzte Ich einen langen Zeitraum an, damit ihr in ihm viele Gelegenheiten haben würdet, mein Werk zu verstehen.

Doch Ich bin nicht sichtbar gewesen für die materiellen Augen. Ich habe euch zwar gesagt, dass Mich in dieser Zeit jedes Auge sehen wird ─ das des Sünders und des Nicht-Sünders ─ , doch dies müssen nicht die Augen des Körpers sein, sondern es ist der geistige Blick, der Mich schaut, erleuchtet durch den Geist und die Seele als einem Heiligtum, das Mich fühlt.

46     Ich habe in vielen Gegenden "Arbeiter" vorbereitet, um mein Werk zu offenbaren. Wie viele Glücksmomente hat eure Seele gehabt, während ihr meine Unterweisung vernommen habt! Wie wart ihr über die Wundertaten entzückt, die Ich euch gewährt habe! Damit ihr Mich anerkennen würdet, habe Ich euch zahllose Beweise gegeben, denn Ich will, dass ihr, sobald ihr zubereitet seid, diejenigen empfangt, die von Mir dazu bestimmt sind, diese Unterweisung kennenzulernen. Ihr sollt euch wie ältere Geschwister um die Herzen bemühen, die leiden, um ihnen beizustehen und ihnen als Stütze zu dienen. Bringt die verirrten Schafe zurück zur Hürde, lindert Leiden, rettet eure Mitmenschen.

47     Ich werde euch bei eurem Kreuze helfen, wenn ihr erschöpft seid, und werde euch lehren, den Berg der Auftragserfüllung zu ersteigen. Was könntet ihr erwarten, wenn ihr nicht erfüllt. Wie könntet ihr Stärke fühlen, wie könntet ihr leben, wenn ihr, nachdem ihr Mich gehört habt, kein Zeugnis von diesen Unterweisungen ablegt?

48     Seid stark, liebet einander, dann wird mein Segen wie Tau auf euch niedergehen, um euch immer zu ermutigen.

49     Wenn ihr die Wonnen des Lebens fühlt, schreibt ihr dieses Vergnügen der Welt zu. Doch Ich sage euch: Ich will euch fröhlich sehen. Deshalb sende Ich euch jene Momente der Glückseligkeit. Denn wenn das Kind lächelt, lächelt auch der Vater. Sucht die gesunden Freuden, die die Seele nicht verstören, und ihr werdet Mich in ihnen finden. Doch wohl euch, wenn ihr inmitten eurer Leiden lächeln könnt!

50     Mein väterlicher Blick ruht auf euren Herzen, o geliebte Kinder, und Ich sehe eure Andächtigkeit. Ihr habt das vergessen, was zu eurem materiellen Leben gehört, und nährt euch an meinem Worte, um euch mit seiner Essenz zu erfüllen, und um meine Gegenwart tief in euch selbst zu fühlen. Ich offenbare Mich euch, weil Ich euch liebe und will, dass ihr mein Sehnen versteht.

Von Dankbarkeit erfüllt zeigt ihr Mir demütig euer Herz und sagt Mir: "Meister, lese in ihm wie in einem offenen Buch und wirke in uns deinen Willen. Wir werden mit dem einverstanden sein, was Du über uns verfügen solltest."

51     Ich sehe euren Glauben und euer Vertrauen in meine Göttlichkeit. Ihr wisst, dass Ich euch liebe und euch alles gewähre, was gerecht und zu eurem Wohle ist. Deshalb habt ihr Vertrauen und bittet Mich um Beistand.

Es ist eine Zeit der Wiedergutmachung, in der ihr lebt, in der ihr keine vollkommenen Freuden noch dauerhaften Frieden haben werdet. Diese Erde ist nicht euer Vaterland. Ihr seid zeitweilige Bewohner derselben und erarbeitet euch je nach euren Verdiensten ein besseres, höheres Leben als dieses.

52     Auf der Erde werdet ihr, wenn ihr zubereitet sein werdet, den Frieden meines Geistes fühlen ─ jenen Frieden, dessen ihr euch erfreut habt und den die übrige Welt nicht kennt ─ jene Sanftheit, die sich in meinem Worte verströmt ─ jene Herrlichkeit, die ihr erlebt habt, wenn ihr in der Gemeinschaft mit Mir erhoben seid.

Die Welt hat diesen Anreiz nicht, doch sie benötigt ihn, erwartet ihn, weil sie weiß, dass er kommen muss, und manche bereiten sich vor, weil sie ahnen, dass der Zeitpunkt näherrückt, an dem Ich zu ihnen komme.

Doch Ich sage euch: Ihr alle werdet diesen Frieden besitzen, alle werden das Licht der Wahrheit kennenlernen. Mein Wort wird sich verbreiten und von Mund zu Mund, von Heim zu Heim und von einer Nation zur anderen gehen mittels meiner "Arbeiter". Aber Ich habe bei ihnen und beim Volke ihr nur langsames Voranschreiten, ihre Furchtsamkeit gesehen, und daher ist mein Werk nicht über die engen Grenzen hinausgekommen, in die sie es eingesperrt haben, und dies ist nicht mein Wille.

53     "Arbeiter", Ich habe von euch Vereinigung verlangt, damit ihr einen einzigen Geist, einen einzigen Verstand und ein einziges Herz bildet, damit überall, wo immer sich eure Mitmenschen aufhalten, sie von euch dasselbe Wort, bei allen das gleiche Zeugnis vernehmen und meine göttliche Liebe in euch widergespiegelt sehen.

54     Ich habe euch die Liebe, die Geduld, die Demut gelehrt, damit ihr eure Mission als ein sanftes Kreuz tragt. Das Werk der Erneuerung, Reinigung und Vergeistigung der Menschheit ist ein Werk, das Zeit braucht. Eine Generation wird der nachfolgenden den gleichen Kampfgeist und dieselbe seelische Erhebung übermitteln, bis die Welt sich im Laufe der Zeit vervollkommnet und zur Erfüllung ihrer Aufgabe gelangt.

55     Fürchtet euch nicht vor dem Morgen. Befürchtet auch nicht, zu weit voranzuschreiten und den Weg zu verlieren. Der Weg ist so weit, dass ihr nicht so bald an sein Ende gelangen werdet. Ich bin bei jedem eurer Schritte dabei, sowohl vor, als auch hinter euch, zu eurer Rechten wie zu eurer Linken. Die Kraft meines Geistes bekleidet euch; jene innere Kraft, die euch ermutigt, unermüdlich zu kämpfen, wird euch nicht verlassen. Einige von euch haben sich Jahr für Jahr abgemüht und haben den Anbruch jedes Tages wie den ersten erblickt, in dem sie für mein Werk gearbeitet haben.

56     Sucht alle Vollkommenheit in Mir, doch verlangt nicht absolute Gerechtigkeit und Vollkommenheit von den "Arbeitern". Sie sind Menschen und sind der Gefahr ausgesetzt, schwach zu werden. Auch sie ringen um ihre Erlösung.

Jene Vollkommenheit, die eure Seele zu sehen ersehnt, ─ sucht sie bei den Seelen, die hohe geistige Ebenen bewohnen, wo alles Liebe, Schönheit und Licht ist.

57     Euer Herz wird bei der Auftragserfüllung geläutert. Jeder kommt gemäß seiner Liebe, seines Einsatzes und seines Verlangens, Mir zu dienen, voran. Mein Wort ist für alle dasselbe gewesen, und dennoch habe Ich "Arbeiter" entdeckt, die große Schritte auf die Vergeistigung zu tun, und andere, die in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind.

58     Um den Kern meiner Unterweisung zu erkennen, müsst ihr sie befolgen. Wenn ihr meine Unterweisungen nur hört und sie danach vergesst, werdet ihr sie nicht bewahren können, noch jene köstliche Essenz weitergeben können, die meine Unterweisung enthält. Sie ist so einfach, dass ihr sie vom ersten Augenblick an, an dem ihr sie hört, ausüben könnt. Die Liebe ist das erste Gesetz, das Ich euch bekanntgemacht habe, und aus ihm gehen alle anderen Gesetze und Gebote hervor.

59     Ich habe euch gesagt, dass Ich alle gleich geschaffen habe und alle liebe. Warum liebt ihr einander nicht ohne Unterscheidung von Rassen, Klassen oder Glaubensbekenntnissen? Warum liebt ihr die einen und missachtet die anderen? Liebt nicht nur die, die euch Gutes tun, sucht alle auf und knüpft mit ihnen Bande der Liebe. Übt die universelle Liebe aus, die alles umfasst, und liebt eure irdischen und geistigen Geschwister. Mein Werk stellt alle Seelen auf die gleiche Ebene. Ich will alle meine Familie bilden sehen, die sich untereinander liebt und den universellen Frieden schafft, die sich mit meiner Göttlichkeit verbündet, damit jeder von euch mein Stellvertreter ist, wo immer ihr euch befindet.

60     Bereitet euch zu, damit jeder von euch eine Frucht des Großen Baumes ist, und diese Frucht sich unendlich vervielfacht.

61     Betet für die Welt, und dieses Gebet soll wie ein Mantel sein, der die Menschheit beschützt, wie ein Gegenmittel gegen den Krieg, der ständig näherrückt und den Menschen zu Fall bringt.

62     Ich segne alle meine Geschöpfe und lasse sie in meinen ausgestreckten Armen vereint.

63     Kommt zu Mir, die ihr gerade Tränen vergießt, Ich bin der Trost. Die Liebe nähert sich euch, denn ihr seid die Geschöpfe, die in ihrer Einöde die Liebkosung des Vaters benötigen, um sich wiederaufzurichten.

64     Ihr alle tragt ein Kreuz auf euren Schultern, damit ihr darin dem Meister gleicht. Aber Ich will dieses Kreuz nicht zu einer unerträglichen oder beschwerlichen Bürde werden sehen aufgrund eures Mangels an Verständnis und Erhebung.

65     Die Wechselfälle des Lebens peitschen euer Leben wie Wirbelstürme. Aber jene Liebe zum Vater und das Vertrauen, das ihr Ihm entgegengebracht habt, geben euch Seelenfrieden in den Prüfungen und lassen euch siegreich aus ihnen hervorgehen.

66     Wer wirklich auf Mich vertraut, wird niemals betrogen sein.

67     Der Schmerz macht das verhärtete Herz feinfühlig, er wird aus den Felsen kristallklares Wasser sprudeln lassen. Die Prüfungen halten die Seele wach.

68     Ihr habt euch im Verlangen nach meinem Worte aufgemacht, weil ihr die Stimme des Göttlichen Hirten kennt, auf dessen Spuren ihr schon seit langem herbeikommt.

69     Es ist kein Zwang gewesen, der euch dazu getrieben hat, Mir auf diesem Wege nachzufolgen, noch ist es Furcht gewesen, sondern der Wunsch, euren Nächsten nützlich zu sein, um dem Herrn wohlgefällig zu sein.

70     So bereiten sich die neuen Jünger zu, um die Fackeln zu sein, die die Welt erhellen. Wohl denen, die Mich verstehen und an mein Wort glauben, denn sie werden weder Hunger noch Durst in ihrer Seele fühlen.

71     Ich will nicht, dass euer Herz morgen von Eitelkeit und Selbstherrlichkeit erfüllt wird, wenn es die Wundertaten miterlebt, die durch eure Gaben Wirklichkeit wurden. Aber Ich will euch auch nicht zaghaft sehen, denn dann würdet ihr kein Vertrauen in euren Mitmenschen erwecken. Seid von dem überzeugt, was ihr sprecht und tut.

72     Ihr müsst eure Zubereitung verstärken und eure Vorgehensweise vervollkommnen, damit ihr nach meinem Abschied anerkannt werdet.

73     Euch allen habe Ich die Gabe der Heilung anvertraut, mit der ihr unter den körperlich und seelisch Kranken Wunder vollbringen könnt.

74     Ihr sollt den Verkommenen selbst im Morast aufsuchen, um ihm die rettende Hand zu reichen. Wenn ihr meint, dass dort mein Same nicht aufgeht, irrt ihr euch. Ich kann euch beweisen, dass dem Morast Blumen so weiß wie Schnee entsprießen können. Je verdorbener eine Seele ist, desto mehr Liebe ist nötig, um sie aufzusuchen, und wenn diese die Liebkosung oder den Heilbalsam spürt, wird sie einen Lichtstrahl in sich eindringen fühlen und wird zu den Inbrünstigsten gehören. Ihre Dankbarkeit wird sehr groß sein, denn es wird ihr ihre Schuld vergeben werden, die gleichfalls sehr groß war.

75     Diese sollt ihr aufsuchen, so wie Ich euch immerzu aufgesucht habe. Vergesst nicht, dass die Gerechten bereits bei Mir sind.

Mein Friede sei mit euch!


BWL - Band VIII - Unterweisung 239

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 239

1         Fühlt Mich, denn Ich bin euch sehr nahe. Wer von meiner Gegenwart überzeugt ist, fühlt Mich im Innersten seines Herzens.

2         Dennoch sage Ich euch ein weiteres Mal: Niemand nötigt euch, zu glauben, noch Mir nachzufolgen. Das Licht des Glaubens wird sich von selbst entzünden, und es wird eure Liebe zum Vorschein bringen.

3         Ihr seid das bevorzugte Geschöpf in diesem Erdentale, das Ich mit der Gabe der Vernunft ausgestattet habe, und das Ich mitten in eine weite Welt voller Werke, Geschöpfe und Manifestationen meiner Macht gestellt habe, die Zeugnis dafür sind, dass Der, der ihnen das Leben gab, allmächtig ist.

4         Ich habe dem Menschen von Anfang an Gedankenfreiheit gewährt, doch immer ist er Sklave gewesen ─ das eine Mal durch den Fanatismus, andere Male als Sklave der falschen Glaubensvorstellungen des Pharao und des Kaisers. Das ist der Grund dafür, dass er in dieser Zeit angesichts der Freiheit, die der Geist zurzeit erlangt, und der Klarheit, die sich seinen Augen darbietet, geblendet ist, weil sein Verstand nicht an diese Freiheit gewöhnt ist.

5         Der Mensch hatte die Kraft seines Auffassungsvermögens für das Geistige vermindert, und deshalb verfiel er dem Fanatismus, wandelte er auf krummen Pfaden und war er wie ein Schatten des Willens der anderen.

6         Er hatte seine Freiheit verloren, war nicht mehr Herr seiner selbst, noch seiner Gedanken.

7         Doch das Zeitalter des Lichtes ist gekommen ─ die Zeit, in der ihr die Ketten zerbrechen und die Flügel ausbreiten müsst, um im Verlangen nach der Wahrheit frei ins Unendliche zu fliegen.

8         Vergeistigung ist Freiheit. Daher sehen die, die Mich derzeit vernehmen und den Sinngehalt dieser befreienden Lehre verstanden haben, wie sich vor ihnen ein weites Tal öffnet, in welchem sie kämpfen und davon Zeugnis ablegen werden, dass die Zeit gekommen ist, in der Gott, der allmächtige Schöpfer kam, um die Zwiesprache zwischen Ihm und dem Menschen einzuführen.

9         Jene direkte Verbindung, von der die Menschen glaubten, dass sie zwischen einem Gott, der ganz Macht, Weisheit und Vollkommenheit ist, und dem menschlichen Geschöpf voller Armseligkeit, Unwissenheit und Sünde unmöglich sei, habe Ich verwirklicht. Ich bin es, der zu euch gekommen ist.

10     Wer hätte sich vorstellen können, dass der Mensch mit seinem Herrn Zwiesprache halten könnte? Ihr dachtet, dass dies nur das Vorrecht der Gerechten und der Propheten gewesen sei ─ jener, die, von ihren eigenen Gesichten geblendet niederfielen und danach das Kommen des Messias ankündigten ─ jener, deren Gebet so tief und inbrünstig war, dass sie in Verzückung fielen und das Göttliche schauen konnten.

11     Heute gibt es Härte in den Herzen, viel Unglauben gegenüber dem Geistigen, und die Menschen beschränken sich darauf, nur an das zu glauben, was sie begreifen können und was sie nicht ablehnen, obwohl sie in ihrem Inneren niemals aufhören, das Leben zu erahnen, das sie jenseits des Todes erwartet.

12     Ich gebe euch diese Unterweisung, indem Ich Mich eines menschlichen Verstandesvermögens wie dem euren bediene, damit ihr dies Wort euch sehr nahe fühlt. Was bedeutet es schon, dass Ich Mich mittels eines sündigen Menschen kundgebe, wenn er sich vorzubereiten versteht, um Mich zu empfangen?

13     Was ist seltsam daran, dass Ich Mich ebenso kundtue, wenn Ich mit euch in euren Träumen spreche ─ wenn Ich überall, wo ihr geht und steht, wenn ihr Mich am meisten benötigt, mit meiner Liebe euer Herz anrühre? Es gibt etwas in euch, das euch über die Welt, in der ihr lebt, erhebt. Was könnte es sein außer der Geistseele, die ein Abbild des Göttlichen ist?

14     Erwache, Volk, begreife Mich. Beschäftigt euch mit meiner Unterweisung und mit eurer Geistseele.

15     Ich komme als Meister und als Vater zu euch. Jede Unterweisung, die Ich euch gebe, stärkt euch für das Tagewerk, das euch erwartet. Denn es ist mein Wille, dass ihr mitten im Chaos der Weltanschauungen und Lehrmeinungen ruhig bleibt und diejenigen seid, die meiner Lehre die richtige Auslegung geben.

16     Manche haben sich gewundert, weil Ich Mich durch den Menschen kundgebe, und sie sind sich nicht sicher, ob dies nach dem Willen des Vaters oder aus menschlichem Willen geschehen ist. Doch Ich sage euch: Es ist der Meister gewesen, der die Menschheit überraschte ─ der "keusche Gemahl", der die Jungfrauen schlafend und deren Lampen erloschen antraf.

17     Es gibt Religionsgemeinschaften, die sich auf meine Wiederkunft vorzubereiten trachten, ohne zu wissen, dass Ich bereits im Scheiden begriffen bin.

18     Ich rief alle, und in Wahrheit gelangte mein Ruf und das Gerücht, dass Ich Mich derzeit den Menschen kundtue, in alle Winkel der Erde, zusammen mit Zeugnissen und Beweisen, die von Mir sprechen: erneuerte Sünder, bekehrte Ungläubige, "Tote", die auferstehen, unheilbar Kranke, die gesund werden, und Besessene, die von ihrem Übel befreit wurden.

19     Aber Ich traf viele taub an, andere eitel geworden in ihrem irdischen Ansehen und wieder andere zu furchtsam, um meine Kundgebung als Geist der Wahrheit bekannt zu machen. Ich empfing und lehrte alle, die zu Mir kamen und auf meine Liebe vertrauten.

20     Als ihr zu dieser Quelle kamt, habt ihr euch alle von dem Staub gereinigt, den ihr in der Welt aufgenommen habt, damit ihr würdig wäret, das Brot vom Tische zu nehmen, und damit ihr nicht das Blatt meines Gesetzes beschmutzen würdet.

21     Es naht die Stunde, in der sich das Gericht auf der Welt voll fühlbar macht. Jedes Werk, jedes Wort und jeder Gedanke werden gerichtet werden. Von den Mächtigen der Erde, die die Völker regieren, bis zu den Geringsten ─ sie alle werden auf meiner göttlichen Waage gewogen.

22     Doch verwechselt nicht Gerechtigkeit mit Vergeltung, noch Wiedergutmachung mit Strafe. Denn Ich lasse nur zu, dass ihr die Früchte eurer Saat erntet und sie esst, damit ihr an ihrem Geschmack und ihrer Wirkung erkennt, ob sie gut oder schädlich sind, ob ihr Gutes oder Schlechtes gesät habt.

23     Das durch menschliche Übeltat vergossene unschuldige Blut, die Trauer und die Tränen von Witwen und Waisen, des Geächteten, der Elend und Hunger erleidet ─ sie alle rufen nach Gerechtigkeit, und meine vollkommene und liebevolle, aber unerbittliche Gerechtigkeit kommt auf alle herab.

24     Ich nehme dem Menschen seine Throne, seinen Hochmut, mit dem er Mich herausfordert, seine Macht. Ich überzeuge ihn, dass er mein Kind ist und dass Ich will, dass er demütig ist, weil mein Reich den Demütigen gehört und Ich es ihm als Erbe geben will. Erinnert euch, dass Ich sagte: "Leichter kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel."

25     Seid immer bei Mir, und ihr werdet immer meinen Frieden haben.

26     "Arbeiter", bedenkt, wie Ich herniederkomme, um die Früchte einzusammeln, die ihr auf meinem Landgut geerntet habt.

27     Obwohl Ich einige kaltherzig sehen, befragen Mich andere mit Interesse, und manche danken Mir, weil Jubel aus ihrem Herzen bricht.

28     Wahrlich, Ich sage euch, die Mühe, die ihr heute habt, um die Felder zu bestellen, die früher unfruchtbar waren, wird eurer Seele Frieden und Freude schenken.

29     Welchen Frieden hat euer Herz erfahren, nachdem ihr den Erschöpften mit euren Armen umfangen habt, und nachdem ihr dem, dessen geistige Fähigkeiten gestört waren, das Licht der Vernunft gegeben habt.

30     Mit Sicherheit habt ihr viel Zeit benötigt, um eure Fähigkeiten und Gaben zu entfalten, denn diese Entwicklung begann nicht in eurem gegenwärtigen materiellen Leben. Noch hält euch Furcht oder Mangel an Glauben davon ab, mit größerer Sicherheit zu gehen, obwohl es unter euch eine Menge Seelen gibt, die sich Erstgeborene unter der Menschheit nennen können.

31     Jetzt lebt ihr in der Dritten Ära, in der Ich Mich durch das menschliche Verstandesvermögen kundgetan habe ─ eine Kundgabe, die nun zu Ende geht, nach der ihr Mich jedoch nicht verlieren werdet, weil Ich jedem nahe bin, der Mich zu suchen und zu erwarten versteht.

32     Als Ich Mich einst in die Wüste zurückzog, verließ Ich die Menschheit nicht, vielmehr dachte Ich an sie und litt für sie. Später, als die Erde sich auftat, um das Grab meines Körpers zu sein, trennte Ich Mich ebensowenig von meinen Kindern. Denn jenseits des Todes, den ihr Mir gabt, erhob sich mein Geist, um in allen als Licht der Erlösung zu sein.

33     Wenn Ich euch sage, dass mein Wort Ende 1950 enden wird und meine Geistige Welt nicht mehr zu euch sprechen wird, dann begreift, dass sowohl der Vater, als auch seine geistigen Diener weiterhin über eurem Leben wachen und sich für die Menschheit und jede irrende und lichtbedürftige Seele einsetzen werden.

34     Siehe, Ich vermache euch ein neues Testament, das keine Verfälschung erleiden wird, weil Ich es im Tempel eures Herzens verwahrt lasse, in dem Ich wohne. Wie könntet ihr Mich also verlieren, wo ihr Mich doch in euch tragt?

35     Ihr werdet meine Unterweisungen studieren, in denen ihr in einigen Gerechtigkeit, in anderen Weisheit und Belehrung, in wieder anderen Trost und Balsam, und in einigen auch Prophetie finden werdet. Mein Wort ist Gesetz und Gebot, ist Weg und Ziel, ist Liebe. Wachet, denn in den Zeiten des Kampfes werden euren Schritten Versuchungen auflauern, und je größer euer Vorsatz zur Erneuerung und eure Hingabe an meine Unterweisungen ist, desto stärker werden die Stimmen und Rufe sein, die euch vom Wege abzubringen versuchen. Gebt eurer Seele daher Festigkeit, damit ihr die Mannhaftigkeit und die Kraft guter Soldaten erlangt.

36     Fühlet alle meine Küsse der Liebe und des Friedens.

37     Ruht euch beim Meister aus, geliebte Jünger. Erquickt eure Seele und stärkt euren Körper.

38     Ich verströme mein Licht auf alle ohne Unterscheidung von Rassen und Klassen, so wie Ich in allen Zeiten und zu allen Völkern große Geister zur Inkarnation gesandt habe, durch die die Menschheit meine göttlichen Botschaften, das Gesetz, die Prophetien, die Offenbarungen empfangen hat.

39     In meiner Liebe zu euch wurde auch Ich Mensch, damit ihr Mich sehr nahe fühlen würdet, und wenn Mich auch viele nicht in Jesus erkannten, wurde es später licht in ihnen, und sie begriffen ihren Irrtum und liebten Mich.

40     Aufs neue gebe Ich euch meine Unterweisung. Aber anstatt Mensch zu werden, tue Ich Mich jetzt durch ihn kund.

41     Ich treffe euch geistig vom Wege abgeirrt an, schwach und krank, müde und gleichgültig, innerhalb einer Welt, deren Wissenschaft euch eine falsche Größe verliehen hat. Als ihr erkannt habt, dass ihr inmitten der Herrlichkeiten eures Jahrhunderts keinen Frieden in euch habt und das Geistige noch nicht kennt, noch Nahrung für das Herz findet, habt ihr eure Augen dem Ewigen zugewandt und Ihn darüber befragt, wann die neuen Apostel des Friedens und der Liebe zur Erde kommen.

42     Das ist der Grund dafür, dass Ich die, die Ich herbeigerufen habe, um Mich zu vernehmen, für den Frieden verantwortlich mache. Denn sie sind von Mir als Wächter vorbereitet worden.

43     Wenn die Menschheit einmal ihren Blick zum Schöpfer erhebt im Verlangen nach Vergebung und Trost, wird eine der Prophetien der Zweiten Zeit in Erfüllung gehen. Dann werden die Menschen mein Licht als rettenden Stern erkennen, der ihre Schritte zum Neuen Jerusalem lenken wird, wo sie das Brot des Lebens finden werden.

44     Schon seit langem läutert die wohltönende Glocke ohne Unterlass und lädt zur Zusammenkunft ein.

45     Ich sehe Traurigkeit in euren Herzen, weil ihr auf Ungläubigkeit, auf Gleichgültigkeit und auf Spott gestoßen seid, die sich eurem Gefühl nach wie Dornen und Stacheln in euer Herz gebohrt haben, da ihr diesen Schmerz von euren eigenen Angehörigen, von euren eigenen Geschwistern und auch von eurem Freund empfangen habt.

46     Seid unbesorgt, sagt euch Jesus, denn ihr seid nicht allein. Ich werde an die Tür jener Herzen klopfen, und sie werden später an die eure klopfen. Ich will nur, dass ihr keine Verbitterung noch Groll hegt, dass ihr "wacht" und vorbereitet seid.

47     Eure Seele ist an meinen Tisch geladen, damit sie die Speise des ewigen Lebens isst. Hier, an diesem Tisch, gibt es keinen Ersten noch Letzten auf ihren Plätzen, alle Sitze, die ihr einnehmen könnt, sind dem Meister nahe. Später, wenn ihr zu den Menschen aufbrecht, um sie zu unterweisen, werdet ihr in euren Herzen auch nur einen Platz haben, um eure Mitmenschen zu empfangen und zu lieben. Diese Stunde wird kommen, und ihr werdet euch aufmachen müssen, um die Wege einzuschlagen, die zu den großen Völkern der Erde führen, ebenso wie zu den unbedeutenden Gegenden und kleinen Dörfern. Ihr werdet erleben, wie ihr überall Hunger und Durst der Seele als geeignetes Land antreffen werdet, um eure Saat zu empfangen.

48     Das Jahr 1950, das für meinen Abschied bestimmt ist, rückt näher, und wenn es vorüber ist, wird unter euch die Zeit der Vorbereitung beginnen, damit ihr euch dann auf den Weg zu machen beginnt. Ich werde für jeden die Stunde erkennbar machen. Ich will, dass, wenn ihr eure Mission beginnt, ihr ein wenig seelische Reife erreicht habt, dass ihr stark im Glauben seid und euch in der Tugend zu bewahren versteht. Bei eurem Tagewerk wird euch meine Inspiration beistehen, die ihr von Geist zu Geist empfangen werdet. Ihr werdet dann sehen, wie viele euch erwartet haben!

49     Unermessliche Barmherzigkeit werde Ich in dieser Dritten Zeit durch meine Kundgabe und die der Geistigen Welt mittels eures Verstandesvermögens auf die Menschheit ergießen. Doch schon in der Ersten Zeit hatte Ich durch den Mund meiner Propheten und in der Zweiten Zeit durch meine Apostel gesprochen.

50     Heute bin Ich aufs neue unter euch. Ich bin gekommen, um das vergessene Blatt der Lehre zu ernten, die Ich euch zu einer anderen Zeit gab.

51     Ich erinnere euch an meine frühere Unterweisung und lehre euch, sie auszulegen.

52     Ich bin das Buch, das Ich in dieser Zeit in seinem sechsten Kapitel aufgeschlagen habe, um den Menschen eine weitere Lektion der Weisheit zu offenbaren, die sie besitzen müssen, um sich zu Recht "Kinder des Lichtes" zu nennen.

53     Nur wenn ihr den Inhalt dieser Botschaft versteht, werdet ihr der Welt mit Bestimmtheit sagen können, dass es meine Stimme war, die ihr vernommen habt, dass es mein Wort war, das euch lehrte, dass das Licht, das ihr gesehen habt, jenes war, welches das Sechste Siegel ausstrahlte.

54     Von einem Zeitabschnitt und einer Etappe zur anderen habe Ich Mich immer mehr vor eurem Geiste gezeigt. Könnten die Kinder den Vater lieben, wenn sie Ihn nicht kennen würden? Begreift, weshalb Ich euch meine Liebe zeige, euch meine Gegenwart fühlen lasse, und euch meine Stimme vernehmen lasse.

55     Bisher ist euer Antrieb, Mich zu suchen, um die Wahrheit, den Frieden, die Erhebung zu finden, nicht spontan gewesen.

56     Ihr musstet in die große seelische Wüste eindringen, um Durst, Einsamkeit, Nöte, Unglücksfälle, Hunger, Ermattung kennenzulernen. Erst dann habt ihr euch auf die Suche nach Wasser gemacht, welches Leben schenkt, auf die Suche nach einer Oase, im Verlangen nach jener Spur, die euch zu Ländern des Friedens führt.

57     Wie viele Lektionen hat euch die Wüste eures Lebens offenbart! Wie viel habt ihr im Lebenskampfe gelernt, und wie sehr seid ihr im Schmerze erstarkt! Morgen, wenn ihr in das Verheißene Land des Geistes eingegangen seid, und die Tore des Neuen Jerusalems sich öffnen, um euch in ihrem Schoße des Friedens zu empfangen, werdet ihr die Zeit eurer Wiedergutmachung segnen, welche die eurer Durchquerung der weiten Wüste der Prüfungen und der Läuterung war.

58     Moses stärkte sein Volk geistig während der ganzen Wüstenwanderung, und Joshua ließ die Menschenscharen das Gelobte Land betreten ─ ein Land, das nur ein Symbol oder Sinnbild der ewigen und wahren Heimat war, die eurem Geiste verheißen worden ist.

59     Jetzt ist es Elias, der unsichtbar vor dem hundertmal größeren Volke herzieht, um euch auf dem Wüstenweg Schritt für Schritt bis zum Ziel eurer Pilgerschaft zu bringen, das die Heimat der Gerechten, der Seelen voll wahrer Liebe und wahrer Weisheit sein wird.

60     Wisst ihr, was euch jenem verheißenen Reiche näherbringen wird? Eure Werke der Liebe, der Barmherzigkeit, der Demut.

61     Heute weiß mein Volk nicht, wer es ist, noch wo es sich befindet, noch was es tun soll. Aber wenn einmal auf der ganzen Welt die Spiritualisten erscheinen, die mit Worten predigen und mit ihren Werken von dem Lichte, das ihnen meine Lehre inspiriert, Zeugnis ablegen, werden alle eins werden, sich anerkennen und schließlich vereinigen und so das neue Volk Israel bilden, das das Bollwerk der Vergeistigung und der wahre Ausleger des Gesetzes des Vaters sein wird.

62     Mit meinem Lichte kennzeichne Ich all jene, die Mir in dieser Zeit nachfolgen sollen. Mein Licht wird von Geist zu Geist herabströmen.

63     In der Zweiten Zeit war es das Blut meines Opfertodes, das in die Herzen strömte, um die Seelen zu erleuchten.

64     In der Ersten Zeit war die symbolische Handlung, die Tür des Heimes mit dem Blute eines unschuldigen Lammes zu kennzeichnen, das Gebot des Vaters für jenes Volk, das Ich von diesem Augenblick an auf den Weg der göttlichen Offenbarungen stellte.

65     In den Drei Zeiten hat der Herr auf sichere Weise diejenigen gekennzeichnet, die Ihm nachfolgen müssen, obwohl Ich euch sage, dass das Siegel meiner Liebe für immer unzerstörbar auf jede Seele geprägt ist.

66     Höret meine Unterweisung und denkt über sie nach, ihr Jünger, denen die Gnade zuteil wurde, Mich in dieser Zeit zu vernehmen. Denn später werdet ihr den Menschen meine Unterweisungen erklären müssen.

67     Seid nicht der Meinung, dass mein Wort durch menschliche Stimmträger in allen Nationen vernommen werden muss. Nein, Jünger, der Zeitpunkt rückt näher, an dem meine Kundgabe durch diese Sprachrohre verstummen wird. Doch als Zeuge wird ein Volk zurückbleiben, durch dessen Worte und Werke die Menschheit Mich hören wird. Das Zeugnis und die Erläuterung, die ihr von meiner Lehre gebt, wird die Vorbereitung sein, die die Menschen erhalten sollen, um die Zwiesprache von Geist zu Geist zu beginnen.

68     Seht, wie viele Menschen in dieser Zeit die Schriften vergangener Zeiten erforschen, über die Propheten nachdenken und die Verheißungen zu erfassen versuchen, die Christus über seine Wiederkunft machte.

69     Hört, wie sie sagen: "Der Meister ist nahe" ─ "Der Herr ist schon da", oder: "Er wird bald kommen", und hinzufügen: "Die Zeichen seiner Rückkehr sind klar und offensichtlich."

70     Die einen suchen und rufen Mich, andere fühlen meine Gegenwart, wieder andere ahnen mein Kommen im Geiste.

71     Ach, wenn doch schon in allen jener Durst nach Erkenntnissen wäre, wenn doch alle jenes Verlangen nach Kenntnis der höchsten Wahrheit hätten!

72     Viele wissen nicht, dass Ich zur Welt gekommen bin, dass Ich Mich den Menschen durch das menschliche Verstandesvermögen kundtue, und da sie nicht wissen, dass Ich bei euch gewesen bin, können sie noch weniger wissen, dass die Beendigung meines Wortes bereits nahe ist.

73     Doch Ich sage euch noch einmal, dass dies Volk aus der Verborgenheit ans Licht treten wird, um mein Kommen zu bezeugen.

74     Ich will nicht, dass die Menschen dieses Volk schon heute entdecken, denn seine unbedeutenden und unvollkommenen Werke wären in ihren Augen ─ anstatt den Glauben der Menschen zu erwecken ─ die Verneinung der Vergeistigung, die meine Lehre verkündet.

75     Wie würde euch die Welt beurteilen, wenn sie eure Undankbarkeit sähe? Wie würden euch jene seelisch Hungernden und Dürstenden beurteilen, wenn sie eure Nachlässigkeit und euren Egoismus sähen? Aber noch immer vertraue Ich auf euch und gebe euch weiterhin meine Unterweisung.

76     Es werden Tage kommen, in denen aus diesem Volke Boten, Missionare und Apostel aufbrechen werden und diesen Samen in Volksstämmen, Provinzen, Dörfern, Städten und Nationen aussäen werden, und in ihnen werde Ich den guten Jünger Jesu offenbaren.

77     Menschen mit starker Seele werden jene sein, die das Zeugnis meiner Wahrheit bringen. Nichts wird sie auf ihrem Wege aufhalten können, und Ich werde durch sie große Beweise meiner Macht geben.

78     Angesichts des Zeugnisses der Liebe von einem meiner Arbeiter werden Glaubensmenschen aufbrechen, meine Botschaft verbreiten und zu anderen Ländern gehen, um das Licht zu bringen. Und auch sie werden mit ihrem Glauben, ihrer Liebe und Vergeistigung Herzen und Völker erobern.

79     Der Kampf wird groß, intensiv, aber fruchtbar sein, weil die Erde zu dieser Zeit fruchtbar ist. Zuvor wird sie erschüttert werden, damit sie vorbereitet ist, wenn der Same zu ihr gelangt.

80     Ich sage dir dies, Volk, weil du, bevor du dich mit deinem Zeugnis aufmachst, den Krieg der Weltanschauungen, den Kampf zwischen Religionsgemeinschaften, den Kampf zwischen Lehren mitansehen musst. Dort wird meine Gerechtigkeit sein, und dann wirst du inmitten solch großer Verwirrung jene vernehmen, die fragen: "Wo ist die Wahrheit? Wo ist das Licht?"

81     Diese angsterfüllten Fragen werden den richtigen Zeitpunkt für dein Kommen kennzeichnen, o Volk.

82     Ihr werdet voll Demut und Wissen kommen, um jede Frage zu beantworten, voller Vertrauen in den Sieg der Wahrheit, wobei ihr nicht an die Rettung eures Lebens denkt, noch daran, die kritischen Augenblicke heil zu überstehen, sondern an die Herzen, die meine Lehre durch eure Worte und Werke der Liebe gewinnt.

83     Fürchtet nicht um euer Leben, Jünger, denn Ich muss euch sagen, dass es in dieser Zeit nicht euer Leben oder euer Blut sein wird, mit dem ihr der Menschheit das beste Zeugnis von meiner Wahrheit gebt.

84     Die Zeiten vergehen, die Gewohnheiten ändern sich, die Menschen entwickeln sich: Heute werden sie von euch Liebe, Aufrichtigkeit und Hilfsbereitschaft als Beweise verlangen, um an die Wahrheit der Lehre zu glauben, die ihr predigen werdet.

85     Die Zeiten, in denen das verkündete Wort nur durch die Opferung des Lebens oder die Besiegelung mit Blut geglaubt wird, sind vorüber. Deshalb sage Ich euch, dass ihr, statt euch darauf einzustellen, als Opfer derer, die euch verfolgen, zu sterben, euch vorbereiten sollt, um in Werken, Worten und Beispielen mit eurem Leben von der Wahrheit Zeugnis abzulegen.

86     Seit langem schon wandelt dies Volk unter meiner göttlichen Barmherzigkeit, von der Essenz meines Wortes beseelt, Schritt für Schritt auf dem Wege voranschreitend. Doch da der Meister sah, dass seine Jünger noch nicht Meister sein können, hat er sie mit seinem Mantel der Barmherzigkeit vor neugierigen Blicken verborgen und ihnen gesagt: Schart euch um Mich, lernt meine Lektion, damit ihr eure Fehler ablegt. Lasst zu, dass sich eure Gefühle hier, nahe meinem Vaterherzen veredeln und läutern, dann werdet ihr eure Mitmenschen in reiner Weise lieben können.

87     Ja, Volk, lass nicht zu, dass es die Welt ist, die dich korrigiert oder aufweckt. Denn wenn die Menschen zu Richtern werden, sind sie grausam, unmenschlich und unnachgiebig.

88     Mitleid und Erbarmen gibt es bei den Menschen nicht. Was für eine Gerechtigkeit könnt ihr schon von euren Mitmenschen erwarten? Es bleibt euch nichts anderes übrig, als euch in Wahrheit und im Geiste vorzubereiten und auf Mich, euren Herrn zu vertrauen, bei dem es Erbarmen und daher Gerechtigkeit gibt.

89     Seht, wie Ich euch auf die Zeit nach meiner Kundgabe durch das Verstandesvermögen des Menschen vorbereite, denn dann werdet ihr euch auf eigenen Füßen auf die volle Verwirklichung der Dritten Zeit zubewegen. Dann werdet ihr euch der vollkommenen Zwiesprache zwischen meinem Geiste und dem euren nähern ─ einer Zwiesprache, die die Menschheit noch nie erlangt hat. Es wird nicht die Stimme sein, die Moses auf dem Berge vernahm ─ eine materiell hörbare Stimme im Donnergrollen. Es wird auch nicht die menschliche Stimme sein, die die Menschen durch Jesus vernahmen, noch die Form, die ihr heute habt, indem ihr Mich durch einen Menschen in Verzückung vernehmt. Denn auch sie wird bald vorübergehen, so wie jene Formen oder Mittel vorübergingen, die der Herr zu anderen Zeiten verwandte, um zu seinen Kindern zu sprechen.

90     Jetzt kommt die direkte Zwiesprache mit eurem Vater auf euch zu, wenn eure Geistseele gelernt hat, sich von ihrem Körper frei zu machen, wenn sie die göttliche Sprache kennt und richtig deutet, wenn ihr Herz wirklich ein Heiligtum ist, in dem die reine, schlichte und hochstehende Verehrung für Gott existiert.

91     Volk: Diese Gnade, von Geist zu Geist mit Mir in Verbindung zu treten, wird nicht nur euch zuteilwerden. Ihr müsst verstehen, dass es sich um eine Fähigkeit handelt, die der Geistseele zugehört, welche, wenn sie entfaltet ist, den Menschen Gott näherbringt, indem sie ihn mit dem Geistigen in Verbindung bringt.

Heute erscheint euch jene Verbindung noch schwierig oder unmöglich. Aber wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr die Zubereitung erlangt habt, die die Vergeistigung schenkt, werdet ihr erleben, dass diese Form, sich mit dem Vater und der Geistigen Welt in Verbindung zu setzen, die einfachste und leichteste von allen ist, die ihr ausgeübt habt.

92     Die Zwiesprache von Geist zu Geist hat eine weitgehende, unendliche Bedeutung. In ihr gründet die Entfaltung aller eurer Fähigkeiten und aller eurer Gaben.

93     In ihr werdet ihr das Buch der ewigen Weisheit entdecken. Im Gebet werdet ihr euch durch große Inspirationen erleuchtet fühlen. Die Intuition wird ein Kompass in eurem Leben sein, und der heilende Balsam wird aus dem Jenseits direkt zu euren Händen gelangen. Alle bis heute schlummernden Gaben werden aus ihrem Schlafe erwachen und werden im Herzen des Menschen erblühen. Und wenn die Vergeistigung dann Wirklichkeit unter euch geworden ist, wird eure Hand wie die meines Apostels Johannes sein können; und ihr werdet in der Stunde eurer Inspiration all das niederschreiben, was die göttliche Stimme euch durch den Geist diktiert. In dieser Botschaft werdet ihr all das empfangen, was der Stimmträger in seiner geringen Ausdrucksfähigkeit nicht übermitteln konnte, ebenso wie ihr auch die klare und lichtvolle Prophetie zu eurem Verstande gelangen fühlen werdet, um den Generationen den Weg erkennbar zu machen, die auf jene folgen werden, die die Zeit der Vergeistigung einleiten.

94     Wenn jene Zeiten kommen, und ihr zu großen Menschenmengen sprecht, sollt ihr nicht sagen, dass ihr unter der Inspiration des Heiligen Geistes sprecht. Ihr sollt die Menschen die Wahrheit auf dem Grunde jener Inspiration entdecken lassen.

95     Erinnert euch: Als Ich zu den Menschenmengen sprach, gab es auch den, der ─ über die Weisheit meiner Worte oder die Gerechtigkeit meiner Werke erstaunt ─ sich näherte, um Mich zu fragen: "Bist Du der Sohn Gottes, bist Du der Messias?" Worauf Ich nur antwortete: "Du hast es gesagt."

96     Wenn ihr meine Kundgabe gründlich studiert, erkennt ihr, dass sie 1950 nicht aufhören wird, sondern dass sie weitergehen wird, weil das Wort Gottes ewig ist und niemals aufgehört hat, seine Kinder zu erleuchten. Doch diese Form der Kundgabe mittels eines menschlichen Stimmträgers wird in der durch meinen Willen festgesetzten Stunde gewiss aufhören, um der Zeit zu weichen, in der Ich Mich durch euren Geist kundgeben werde.

97     Niemand soll sagen, dass Ich Mich entfernen werde, noch glauben, dass die Geistige Welt, die sich unter diesem Volke kundgegeben hat, sich dann ausruht, weil ihr der Wahrheit sehr ferne wäret. Wisset schon jetzt und glaubt an das, was Ich euch sage, dass es in den Tagen sein wird, in denen ihr dies Wort nicht mehr vernehmt, dass ihr in eurem Inneren die Gegenwart des Meisters zu fühlen beginnt, dass ihr die Zubereitung versteht, die ihr bewahren müsst, um euch irgendeiner Gnade würdig zu machen, und dass ihr die Art und Weise sucht, euch nicht von jenen gesegneten Wesen zu entfernen, die wie Leuchttürme oder Sterne sind, die euren Lebensweg erhellen.

98     Ich verspreche euch, dass Ich euch bei jeder eurer Zusammenkünfte Beweise meiner Gegenwart geben werde, wann immer auch ihr Mir Beweise eurer Erhebung gebt.

99     Wache, Volk, denn auch unter euch, unter diesem Volke werden die nicht Zubereiteten sich als falsche Propheten erheben ─ jene, die nicht in den Kern meines Wortes einzudringen vermochten, und werden sagen, dass sie von Geist zu Geist Zwiesprache haben, und dass der Vater dies oder der Meister jenes befiehlt, ohne dass dies der Wahrheit entspricht.

100  Erwachet, Jünger. Keiner von euch, die ihr diese Worte hört, soll solchen Verirrungen anheimfallen, noch zulassen, dass in eurer Mitte die Lüge aufkommt oder jemanden die Eitelkeit verblendet. Ich habe alle gelehrt, die gute Frucht von der schlechten zu unterscheiden, die Wahrheit vom Betrug.

101  Gebt euren Geschwistern das, was ihr dank eurer Entwicklung und eurer Verdienste erlangt habt. Aber versucht niemals etwas zu geben, was ihr noch nicht erreicht habt.

102  Ich sage euch, dass jene, die Falsches prophezeien, die lügen, um sich unter ihren Geschwistern groß zu machen oder sich als Propheten zu fühlen, ohne es zu sein, später von den Menschenscharen entlarvt werden und viele Tränen vergießen müssen, um wieder zu denen zu gehören, die für die Wahrheit einstehen und sie lieben.

103  Ich sage dir, Volk, erwache, denn gefährliche Zeiten kommen auf dich zu!

104  Auch werdet ihr von euren Mitmenschen ausgefragt werden, denen eure Gottesdienste befremdlich erscheinen werden. Nachdem sie euch beobachtet haben, werden sie euch verurteilen, weil ihr keinen Altar habt, weil ihr keine Bilder oder Symbole, Zeremonien oder Riten habt. Doch sei unbesorgt, geliebtes Volk. Ihr werdet sprechen und sagen, dass euer Gottesdienst geistig ist, dass ihr das Heiligtum oder die Kirche in eurem Herzen errichtet, dass die Opfergabe all jene Werke sind, die ihr im Leben vollbringt, und dass euer Gewissen euch sagt, ob sie würdig sind, sie Gott darzubringen, und dass euer Gebet von Geist zu Geist geschieht.

105  Wenn ihr klar sprecht, werdet ihr eure Ausforscher verblüfft zurücklassen, und sie werden euch in Frieden lassen, weil sie begreifen werden, dass ihr die Wahrheit gesprochen habt, und dass es keinen Irrtum gibt, um euch anzugreifen.

106  Die, die meine Lehre in dieser Weise verteidigen, werden "Jünger des Spiritualismus" genannt werden, weil sie ihre Worte mit ihren Werken bestätigen werden. Sie werden nicht zu denen gehören, die eine Sache behaupten und ihr mit ihren Werken widersprechen.

Ich sehe viele, die sich Spiritualisten nennen und ihr Leben lang Objekte verehren, die sie Symbole nennen. Was werden die Menschen von ihnen denken, die einen solchen Widerspruch entdecken?

Ich lasse ihnen noch Zeit, damit sie nachdenken, damit sie ihre Kulthandlungen bereinigen und ihr Leben erneuern. Die einen werden meinem Aufruf folgen, andere werden rebellisch sein, weil sie ihr Fanatismus blind gemacht hat.

107  Ich werde diejenigen segnen, die sich von ihren Irrtümern abkehren, um auf dem Wege der Vergeistigung zu wandeln. Ich werde jene segnen, die ihre Götzenbilder verschmähen, und die, nachdem sie um das Goldene Kalb getanzt sind, ihre Vermaterialisierung aufgeben und das Kreuz der Vergeistigung auf sich nehmen.

108  O Volk, euer Meister sagt euch: Wacht über der Unschuld eurer Kinder, betet für die Kleinen. Ich will nicht, dass diese Generationen Reste eures früheren Fanatismus erben. Seid ihre Lehrer. Bedenkt, dass deren Geist dem Körper noch nicht seine Aufgabe offenbart hat, weil er erwartet, dass ihr sie zuerst auf den Weg des Lichtes bringt.

Was will der Meister damit sagen?: Dass ihr, die Eltern der Familie, die Pflicht habt, das Herz eurer Kinder zu formen, damit es den Werken des Geistes als Fundament diene.

109  Eure Zärtlichkeit und eure Intelligenz, um die anzuleiten, eure Weisheit, um sie zu führen und zu korrigieren, eure Liebe, um ihre Leiden zu lindern werden der Meißel sein, der den moralischen und intellektuellen Wesensteil jener Generationen formt und glättet.

110  Euer bestes und wertvollstes Erbe für eure Kinder wirdjenes sein, das ihnen ermöglicht, ein starkes Volk, eine einige, gesunde, brüderliche und allen nutzbringende Familie zu bilden. Doch damit dies geschieht, müsst ihr euch darum bemühen, ihnen ein schönes Beispiel zu hinterlassen, indem ihr einander liebt.

Mein Friede sei mit euch!


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