BWL - Band VIII - Unterweisung 233

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 233

1         Das Licht meines Geistes sei mit euch.

2         Jünger, die ihr mit euch selbst kämpfend herbeikommt, die ihr die geistige Ewigkeit anstrebt und mit euren Werken nicht zufrieden seid ─ bereitet euch vor. Denn wenn es auch ganz richtig ist, dass ihr das, was eure Seele ersehnt, nicht erlangt habt, noch die Früchte eurer Arbeit gesehen habt, so sage Ich euch dennoch, dass ihr Erhebung und Fortschritt erreicht habt. Dies werdet ihr in jenem Leben, das euch erwartet, bestätigt finden, in welchem ihr die volle Kenntnis eures geistigen Fortschritts haben werdet. Dort werdet ihr fühlen, dass die Liebe des Meisters wirklich in euer Wesen eingedrungen ist, und dass das Gefühl der Barmherzigkeit gegenüber denen, die leiden, sich in eurer Seele gefestigt hat. Dies wird die von euch eingebrachte Ernte nach den verschiedenen Reinkarnationen sein, die ihr gehabt habt.

3         Das "Geistige Tal" wird von Lichtgeistern bevölkert sein, deren Tugenden im Dienste des Guten und des Fortschritts der Menschheit sein werden.

4         Diejenigen, die sich auf dieser Welt wirklich vorbereiten und ihre Mission mit wahrer Barmherzigkeit und Liebe vollziehen, werden nicht darauf aus sein, die Vollendung ihres Werkes zu sehen, um das Triumpfgeschrei zu vernehmen. Denn wer sich danach sehnt, hat noch viel Materielles und wenig Geistiges an sich.

5         Wenn Ich euch gesagt habe, dass ihr eurem Leibe die Bedeutung und den Platz geben sollt, den er in eurer Bestimmung hat, so hat sich dies darauf bezogen, dass ihr ihn zu führen versteht, damit er ein Werkzeug für eure Vervollkommnung sei. Denn es ist eure Seele, die zu Mir gelangen muss.

6         Seht, wie einfach meine Lehre in jeder Hinsicht ist. Daher sage Ich euch, dass ihr niemals versuchen sollt, sie zu verkomplizieren. Seht, wie Ich euch die Art und Weise, ihr gerecht zu werden, erleichtere. Doch in dem Maße, in dem ich sehe, dass ihr meine Unterweisung geistig erfasst, mache Ich euch eure Verantwortung fühlbar, die ihr damit übernehmt. Je unwissender ein Mensch hinsichtlich meiner Unterweisung ist, desto geringer ist seine Verantwortung.

7         Warum gibt es welche, die bei Mir gewesen waren und Mich verließen? Warum vertauschen sie Mich für Befriedigungen, die ihrer Seele schaden? Und wenn Ich sie auf ihrem Wege erreiche und sie rufe, sagen sie Mir schließlich in ihrer Undankbarkeit, dass sie Mich nie gesehen noch gefühlt haben. Wie konnten sie schon so bald der Meinung sein, Den vergessen zu haben, der Schritt für Schritt mit ihnen geht ─ Den, der ihnen in der Stunde der Prüfung und in den Wechselfällen des Lebens beigestanden ist ─ Den, der in jenen Augenblicken dem gequälten Herzen die himmlische Harmonie meiner Liebkosung und meines göttlichen Friedens gebracht hat, der ihm sagt: "Komm zu Mir, ruhe dich bei Mir aus, folge Mir nach, Ich bin der Himmel, den du suchst." In jenem Augenblick hat sich dieses Herz von einer Gefühlswallung ergriffen gefühlt, weil es festgestellt hat, dass der Mensch nicht allein ist auf seinem Wege, und ein Gebet der Liebe hat sich ihm entrungen, das eine Danksagung für den Meister war. Ist es möglich, dass jemand diese Beweise meiner Liebe vergessen kann? Ist es möglich, dass jemand, nachdem er sie empfangen hat, leugnet, Mich empfunden zu haben?

8         Ihr, die ihr Mir zuhört, fragt Mich: "Meister, wie kann ich wissen, was gut und was schlecht ist?" Darauf antworte Ich euch: Ich bin die Göttliche Gerechtigkeit, und als Gerechtigkeit bekunde Ich Mich in jedem von euch durch das Gewissen, welches Licht meines Göttlichen Geistes ist. Dies ist die "Stimme" Gottes im Menschen, und da es im Menschen Fähigkeiten gibt, die ihn dazu befähigen, jene "Stimme", deren "Rufe" und Urteile zu verstehen, kann sich niemand damit rechtfertigen, dass er den Weg des Guten nicht kennt, welcher das Gesetz der Liebe und die Gerechtigkeit ist. Welches sind jene Fähigkeiten oder Eigenschaften, die dem Menschen ermöglichen, die Stimme seines eigenen Führers und Richters zu vernehmen? Die Intuition, die Vernunft, die Gefühle.

9         Wer schlecht handelt, tut dies daher nicht, weil er keine Ohren hat, um jene Stimme zu vernehmen, sondern deshalb, weil er sie verschlossen hat, um nicht sein eigenes Urteil zu vernehmen. Es ist nicht, weil er keine Augen hat, um den guten Weg zu erkennen, sondern deshalb, weil er sich absichtlich blind gemacht hat, um auf dem Pfade zu gehen, den er in seinem Eigenwillen geschaffen hat.

10     Euch sage Ich: Warum die liebevolle und harmonische Stimme Gottes zum Schweigen bringen, die durch euer Gewissen zu euch spricht, obwohl sie euch immer sicher auf den Weg des Guten führt?

11     Oftmals lässt euch das "Fleisch" wie ein dichter Schleier nicht das Licht der Wahrheit erblicken. Deshalb sage Ich euch, dass ihr jene Stimme in all ihrer Klarheit vernehmen werdet, wenn ihr bereits vom Körper befreit seid. Jener Augenblick kann der der höchsten Seligkeit für die Seele sein, die zur Erfüllung ihrer Mission auf Erden gelangte, oder auch der unendlichen Schmerzes, wenn sie ihre Fehler feststellt und ihre Flecken sieht, die sie einen neuen Körper wünschen lässt als eine Gelegenheit, den Weg von neuem zu beginnen. Dann offenbart sich die Gerechtigkeit des Vaters, die die Liebe als Ursprung hat, als Macht, indem sie der Seele einen neuen menschlichen Körper gewährt, um ihre Bestimmung zu erfüllen.

12     Wie viele Gelegenheiten wie diese habe Ich jedem von euch gewährt, damit ihr am Ende der Zeiten zu Mir gelangt, da ihr als Kinder zu Mir gehört. Doch Ich will nicht, dass ihr nur aus Barmherzigkeit und Liebe zu Mir gelangt, sondern dass es auch aufgrund eurer Verdienste geschieht, damit ihr euch würdig erweist, die ganze  Herrlichkeit  meines  Werkes zu besitzen  und zu schauen.

13     Wahrlich, Ich sage euch, im Himmel ist bei der Ankunft eines bekehrten Sünders mehr Freude, als wenn hundert Gerechte in ihn eingehen. Es ist der Sieg des Guten über das Böse, wenn die in die Finsternis gefallene Seele ihre Größe zurückgewinnt.

14     Ich spreche zu euch in dieser Weise, um all jene schwärmerischen Glaubensvorstellungen bei euch zu beseitigen, die euren seelischen Entwicklungsweg hemmen. Denn meine Lehre ist euch von ihren Auslegern nicht klar dargestellt worden.

15     Volk, sei stark gegenüber dem Schmerz. Wenn ihr erst einmal zum Verstehen gelangt, werdet ihr Mir dafür dankbar sein, euch geprüft zu haben.

16     Nähert euch Mir und hört Mir zu, denn in meinem Worte werde Ich euch geistig nähren.

17     Meine Unterweisung in dieser Zeit hat das Wunder vollbracht, euch zu Menschenscharen zu machen, die begierig nach Licht sind.

18     In der Stille eures Herzens habt ihr den Meister vernommen, und bei Ihm habt ihr euch von den weiten Wegen ausgeruht, von denen ihr eure Müdigkeit und eure Schmerzen als Ernte mitbringt.

19     Das, wonach die Welt hungert, ist Liebe, Frieden, Wahrheit.

20     Bringt Einigkeit dorthin, wo Zwietracht herrscht, Licht dahin, wo Irrtum existiert, Moral dahin, wo die Sünde wohnt, und Balsam, wo Schmerz ist.

21     Dann werdet ihr ein klarer Spiegel sein ─ ein Spiegel, welcher euer Geist ist, in dem sich meine göttliche Unterweisung widerspiegelt und in dem die Menschheit ihre Unvollkommenheiten erblickt.

22     Groß ist eure Bestimmung unter der Menschheit. Deshalb habe Ich euch unterwiesen, damit ihr nicht strauchelt, was Grund dafür wäre, dass eure Mitmenschen euch verurteilen würden.

23     Macht aus eurem Körper einen demütigen Diener, der sich niemals zwischen euren Geist und den Meinen stellt, der Mir den Dienst zu erweisen versteht, der ihm zukommt, und der zulässt, dass euer Geist Mir die Verehrung darbringt, die ihm zukommt.

24     Die richtig verstandene Vergeistigung wird euch Kraft und Gesundheit geben.

25     Von Anbeginn der Zeiten haben die Boten des Gesetzes und der Lehre des Geistes den Wissenschaftler zum Gegner gehabt. Zwischen beiden sind große Kämpfe entbrannt, und die Zeit ist gekommen, dass Ich euch etwas zu diesen Auseinandersetzungen sage.

26     Ich schuf diese Welt, damit sie inkarnierten Seelen als vorübergehende Heimat diene. Aber bevor sie diese bevölkern würden, versah Ich sie mit den Fähigkeiten des Geistes, des Verstandes und des Willens. Ich wusste im voraus das Schicksal und die Entwicklung meiner Geschöpfe. Ich legte in die Erde, ihr Inneres, ihre Oberfläche und ihre Atmosphäre alle notwendigen Elemente hinein für die Erhaltung, für den Unterhalt, die Entfaltung und auch Erquickung des menschlichen Wesens. Doch damit der Mensch die Geheimnisse der Natur als Quelle des Lebens entdecken könnte, ließ Ich zu, dass seine Intelligenz erwachte.

27     So wurden dem Menschen die Anfänge der Wissenschaft offenbart, zu der ihr alle befähigt seid, obschon es immer Menschen mit größerer Begabung gegeben hat, deren Mission es war, der Natur das Geheimnis ihrer Kräfte und Elemente zum Wohle und zur Freude der Menschheit zu entreißen.

28     Auch habe Ich große Geister zur Erde gesandt, damit sie euch das übernatürliche Leben offenbaren würden ─ jenes, das über dieser Natur steht, jenseits der Wissenschaft. Durch diese Offenbarungen wurde das Dasein eines universellen, starken, schöpferischen, allmächtigen und allgegenwärtigen Wesens erahnt, das für den Menschen ein Leben nach seinem Tode bereithält, das ewige Leben der Seele.

29     Doch da die einen geistige Missionen und die anderen wissenschaftliche Missionen mit sich brachten, haben sich die einen und die anderen, die Religionen und die Wissenschaft, zu allen Zeiten als Feinde im Kampfe gegeneinander erhoben.

30     Heute sage Ich euch, dass Materie und Geist keine gegensätzlichen Kräfte sind; zwischen beiden soll Harmonie herrschen. Licht sind meine geistigen Offenbarungen, und Licht sind auch die Offenbarungen und Entdeckungen der Wissenschaft. Doch wenn ihr von Mir gehört habt, dass Ich das Werk der Wissenschaftler oft beanstande, dann deshalb, weil viele von ihnen die Energie, die früher unbekannten Elemente und Kräfte der Natur für verderbliche Zwecke der Zerstörung, der Feindseligkeiten, des Hasses und der Rache, der irdischen Herrschaft und maßlosen Machtstrebens missbraucht haben.

31     Ich kann euch sagen, dass es Mir bei denen, die ihre Mission mit Liebe und guten Absichten ausgeführt haben ─ bei jenen, die respektvoll und demütig in meine geheimen Schatzkammern eingedrungen sind, Freude bereitet hat, ihnen große Geheimnisse zum Wohle meiner Tochter, der Menschheit, zu offenbaren.

32     Die Wissenschaft hat die Menschheit seit Anbeginn der Welt dazu veranlasst, den Pfad des materiellen Fortschritts zu beschreiten, auf welchem Wege der Mensch auf Schritt und Tritt die Früchte der Wissenschaft gefunden hat ─ die einen süß und die anderen bitter.

33     Jetzt ist die Zeit da, in der ihr begreifen müsst, dass alles Licht meinem Geiste zugehörig ist, dass alles, was Leben ist, von meiner Göttlichkeit stammt, weil Ich die geheime Schatzkammer, der Urquell und der Ursprung der ganzen Schöpfung bin.

34     Jene Kämpfe des Geistigen gegen das Wissenschaftliche werden aus dem Leben der Menschen verschwinden bis zu dem Grade, dass das Spirituelle mit der Wissenschaft in einem einzigen Lichte vereint wird, das den Weg des Menschen bis in die Unendlichkeit erhellt.

35     Ihr beginnt jene Zeit vorzubereiten. Denn der Spiritualismus hat eine weltumspannende Mission zu erfüllen. Er wird es sein, der allen Menschen das wahre Leben offenbart.

36     Stellt euch eine Menschheit vor, die ihre Wissenschaft, ihr Talent in den Dienst derselben stellt, die ohne Schwärmerei noch Abgötterei Gott eine wohlgefällige Verehrung darbringt, in der selbst die Vergnügungen heilsam sind, und deren Freuden für Körper und Seele gesund sind ─ dann werdet ihr eine neue, geistig hochstehende Welt, Moral und Wissenschaftlichkeit haben. Man wird das Leben des Nächsten respektieren und nicht über das eigene verfügen. Denn jene Menschen werden begreifen, dass sie nicht Herren ihrer selbst sind, und dass der einzige Eigentümer von allem Ich bin.

37     Vorherbestimmt sind jene, die in jenen Gnadenzeiten auf der Welt leben werden. Das, was ein Tränental war, ein Feld der Zerstörung und des Todes, wird in ein Tal des Friedens verwandelt sein.

38     Es wird eine für die Entfaltung und das Erblühen der Geistesgaben günstige Zeit sein. Dann wird die Wissenschaft die Aufwärtsentwicklung der Seele nicht hemmen, sondern ich werde ihr ermöglichen, noch mehr in meine Geheimnisse einzudringen, wo Ich ihr große Geheimnisse zum Wohle der Menschheit offenbaren werde.

39     Mein Geist wird sich wie immer an den guten Werken meiner Kinder erfreuen, seien sie geistig oder wissenschaftlich oder Früchte ihrer Empfänglichkeit für die Schönheit.

40     Dies Volk hier wird den Weg bereiten. Aber ihr werdet jene Zeit nicht mit den Augen eures Erdenkörpers schauen.

41     Von euch wird kein erlösender Ruf ausgehen, nicht einmal einer zur Vereinigung dieses Volkes. Es wird mein Wort sein, das euch vereinigt und erlöst.

42     Wenn meine Kundgabe 1950 endet, will Ich Mich in eurem Heiligtum einfinden. Dort, in eurem Herzen, wird für Mich der Thron der Liebe sein, den mein Volk Mir errichten soll. Ihr wollt doch nicht, dass Ich Mich an einem Kreuz, an einem Pranger oder in einem Gerichtshof präsentiere.

43     Lasst nicht zu, dass die Zeit diese Worte auslöscht, damit ihr aus ihnen das Große Buch der Weisheit eures Vaters bilden könnt.

44     Betet, indem ihr mit der Seele sprecht, denn die Stimme eures Körpers ertönt nicht im Himmel.

45     Während einige im Geiste erscheinen, weil sie nicht körperlich kommen konnten, zeigen mir andere nur ihre körperliche Hülle, da ihre Seele ferne weilt, mit materiellen Dingen beschäftigt. Doch Ich habe euch gesagt, dass man sich vorbereiten muss, um Mich zu hören. Aber Ich will, dass mein Licht wie ein geistiges Manna überall herabströmt, wo meine Kinder sind.

46     Ich werde für diesen Tag ein Festmahl vorbereiten, damit sich alle an ihm erquicken, die auf der Erde leben, und jene großen Geisterscharen die im Jenseits leben.

47     Ich empfange euch im Lichte des Buches der Sieben Siegel. Elias bereitete in dieser Zeit das menschliche Verstandesvermögen für meine Kundgabe vor. Seit damals habt ihr in meinem Werke immer mehr eine neue Offenbarung entdeckt. Die einen gaben meiner Unterweisung eine richtige Auslegung, andere verdrehten ihren Sinn, und als die Stunde kam, in der das Volk sich in Gemeinschaften oder Versammlungsstätten verzweigte, wirkte eine jede in der Weise, in der sie von denen, die ihnen vorausging, unterwiesen worden war.

48     Als ihr mein Wort zum ersten Mal hörtet, war die Zahl meiner Zuhörer klein. Unter ihnen gab es Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder. Jene kleine Versammlung wuchs an und wurde zu einem Volk, und da offenbarte ich ihm, dass es geistig "Israel" war, das verborgen und über die Welt verstreut war.

Die Zeit verging, und die Menschenscharen vervielfachten sich. Da rief Ich sie zu einer Zusammenkunft, weil Ich entdeckt hatte, dass ihre Herzen getrennt lebten, dass es unter ihnen keine Einigkeit noch Harmonie gab.

49     Mein Wort offenbarte sich herrlich, und mein Herz öffnete sich wie eine Lade, welcher das Gesetz und die Verheißungen entströmten. Vor ihr beugte das Volk seinen Nacken und schwor mit erhobener rechter Hand, dem Vater nachzufolgen, es schwor, sich zu vereinigen. Unauslöschlich war mein Wort dieses Tages, weil es im Geiste des Volkes niedergeschrieben blieb, ebenso wie das Versprechen dieses Volkes als ein Neuer Bund mit dem Göttlichen Geiste aufgefasst wurde.

50     Seit damals ringt ihr um eure Einheit, damit ein einziges Licht und eine einzige Anbetungsform in den Herzen sei. Aber nicht alle respektierten diesen Bund, nicht alle machten das Ideal der Einheit und der Vergeistigung zu dem ihren, und dies hat Wirbelstürme und Orkane über dies Volk gebracht und ließ es manchmal schwach werden. Heute sehe Ich, dass, während die einen für die Bewahrung der Reinheit, der Lauterkeit und Schlichtheit dieser Lehre kämpfen, die anderen aus Mangel an Vergeistigung diese Lauterkeit nicht verstanden haben und sie daher mit fremden Riten und Einflüssen verschiedener Religionen befleckt haben.

51     Ich bringe den Jüngern dieser Zeit eine Lehre, deren Inhalt die Essenz dessen ist, was Moses lehrte ─ dessen, was Jesus in die Menschheit verströmte, und dessen, was mein Geist euch offenbart.

Doch Ich habe gesehen, dass unter euch solche sind, die meine Wahrheit verheimlicht haben, um sich vor ihren Gemeinden als Herren und Könige erheben zu können. Wenn sie könnten, würden sie eine Krone auf ihrem Haupte, einen Mantel über ihren Schultern und ein Zepter in ihrer Rechten tragen. Aber stattdessen demütigen sie ihre Geschwister und genießen es, Tribute, Schmeicheleien und Lobpreisungen zu empfangen.

52     Die Menschen kommen Tag für Tag zu meinen Versammlungsstätten. Neue Menschenscharen und letzte Jünger vermehren dies Volk. Wenn sie zu einer Gemeinde kommen, in der meine Kinder bemüht sind, die Güte und Lauterkeit meines Werkes zu zeigen, werden sie von Licht erfüllt und preisen sie Mich. Doch wenn sie dahin kommen, wo Eitelkeit und Leidenschaften nisten, geraten sie in Verwirrung, und in dieser Weise verwirrt setzen sie ihren Weg fort. Wie könnten sie auch das chaotische Vordringen jener "Arbeiter" aufhalten, die den Menschenmengen vorangehen? Wie könnten sie der Welt beweisen, dass es sich um keine Sekte oder eine neue Religion handelt, sondern um das ewige Gesetz, um das zur Lehre gewordene Licht des Heiligen Geistes, damit es die Menschen zur Vollkommenheit ihrer Seele führt.

53     Wenn ihr von Anfang an die Essenz meiner Lehre und ihren Zweck verstanden hättet, gäbe es nicht so viele Verwirrte auf dem Wege. Ihr meintet, dass eure Gaben für eure irdischen Befriedigungen da wären, und ließet zu, dass das Licht meines Wortes erlöschte, als es zu den Herzen gelangte. Die Stimmträger haben mein Wort vom ersten bis zum letzten der Versammlungsstätten übertragen, bis ihre Kehle heiser wurde, damit wenigstens die Lautstärke ihrer Stimme eure verhärteten Herzen aufwecken und beeindrucken würde.

54     Ihr habt erlebt, wie sich die Gemeinden wegen ihrer Unterschiedlichkeit der Auffassungen und Vorstellungen nicht anerkannt haben, und seid davon unberührt geblieben, ohne irgendetwas zu unternehmen, um diese Zwietracht zu beseitigen. Zuweilen wollt ihr euch aufraffen und eure Gemeinden zur Rechenschaft ziehen und sie anzuweisen. Doch was könnt ihr ihnen anweisen, wenn ihr nichts wisst?

55     Ich weiß, dass die, die gelitten und gekämpft haben, um meine Lehre in ihrer ganzen Reinheit aufzuzeigen, in diesen Augenblicken weinen, wenn sie diese Worte vernehmen. Sie bitten Mich um Vergebung und um Kraft, um in der Bresche auszuharren, und Ich gewähre allen Vergebung, Kraft und Licht.

Ich segne die Demütigen. Doch denen, die es nicht sind sage Ich: Seid demütig, vergesst nicht, dass Ich euch mit dem Verlorenen Sohn meines Gleichnisses verglichen habe, welcher ─ nachdem er sein Erbe fern vom Vaterhause vergeudet hatte und er seine Hände leer und seinen Körper erschöpft und entblößt sah ─ nach Hause zurückkehrte im Verlangen nach den Armen seines Vaters. Dieser empfing ihn und veranstaltete ein Fest aus Glück darüber, ihn wieder bei sich zu haben. Da wurde jener Sohn demütig, gehorsam und liebevoll gegenüber seinem Vater. Denn der Schmerz über seine Verfehlungen hatte Licht in sein Herz gebracht.

Ihr jedoch, denen ich gesagt habe, dass Ich euch in dieser Zeit wie den verlorenen Sohn empfangen habe ─ glaubt, dass es richtig ist, dass, nachdem Ich bei eurer Ankunft ein Fest gemacht habe, euch an meinen Tisch gesetzt und mit Gnadengaben überhäuft habe, ihr voller Eitelkeit seid und euch meines Hauses bemächtigt?

56     Mein Wort hat eure Herzen zu bewegen vermocht, und die einen fassen in ihm den Vorsatz, ihre Werke zu veredeln, und die anderen den Vorsatz zur Besserung. Daraufhin sagt euch der Meister: Die Zeit der Reinigung ist gekommen. Geht zurück zu euren Gemeinden und entfaltet die Gaben, mit denen Ich jeden von euch begnadet habe. Es ist mein Wunsch, dass die so vielen Unvollkommenheiten und Entweihungen aufhören, wenn ihr euch nicht vor der von meiner Göttlichkeit festgesetzten Zeit meines Wortes beraubt sehen wollt.

57     Ergründet meine Worte, denkt über sie nach und brecht danach mit dem festen Vorsatz auf, eure Fehler zu bessern, Unvollkommenheiten zu korrigieren und Kultformen zu säubern. Betet und wachet, noch ist Zeit, den schlechten Samen zu vernichten, den guten zu säen und seine Frucht zu ernten.

Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band VIII . Unterweisung 232

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band VIII - Unterweisung 208 - 241

Unterweisung 232

1         Auserwähltes Volk: Du vernimmst mein Wort durch das Verstandesvermögen des Menschen, bist zu allen Zeiten vorbereitet worden, um der Menschheit voranzugehen. Alles ist euch durch meine Gnade gewährt worden. Ich bin zu euch herabgekommen, weil ich euch liebe und euch den dritten Teil des Buches anvertraue, in dem die Gebote, das Gesetz für euch und für die Menschheit enthalten sind.

2         Die Welt wird in einem schweren Unwetter umhergetrieben und hat die Richtung verloren. Sie hat sich nicht aufgemacht, um den sicheren Weg zu suchen. Der Mensch hat sich damit begnügt zu leben, das Notwendige für die Erhaltung seines Körpers zu suchen und hat die Seele im Kern seines Wesens vergessen, der Ich eine sehr hohe Aufgabe anvertraut habe. Ich bin unter euch erschienen und habe euch inmitten von Chaos lebend angetroffen, und mein Wort hat euch gesagt: Haltet inne, kehrt zur Gesetzeserfüllung zurück, nehmt euer Kreuz auf euch, folgt Mir nach, und der Friede wird unter euch sein.

3         In dieser Zeit habe Ich euch zubereitet, indem Ich mein Licht in Strömen in euer Verstandesvermögen ergossen habe. Von euren ersten Schritten an seid ihr standhaft gewesen, und dieser Glaube, diese Liebe zu meinem Werke beseelt euch, um in meinem Namen zu euren Mitmenschen zu sprechen. Viele werden euch vernehmen und nach Liebe hungernd und dürstend zu Mir kommen. Andere werden im Verlangen nach Linderung ihrer Leiden herbeikommen. Andere werden herbeieilen, nur von ihrer Neugier getrieben. Doch Ich verspreche euch, dass alle etwas erlangen werden. Allen werde Ich einen Beweis gewähren, denn Ich habe Gefallen daran, dem Kinde ein Zeichen zu geben, dass Ich seine Bitte vernommen habe.

4         Nach meinem Abschied werdet ihr weiterhin die Herzen zubereiten, werdet sie von Unwissenheit, von falschen Glaubensvorstellungen, vom Fanatismus abbringen. Doch wie werdet ihr Lehrer eurer Mitmenschen sein können? Wie werdet ihr Demut, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit erlangen können? Indem ihr betet und mein Gesetz erfüllt. Erweckt nicht den Anschein, gerechte Menschen zu sein, denn ihr seid noch nicht gerecht. Zeigt euch als Schüler oder als Jünger von Mir, die täglich darum ringen, sich zu vervollkommnen. Wenn Ich euch bei der Erfüllung eurer Aufgabe voll Selbstlosigkeit sehe, werde Ich euch eine Menge eurer von mir dazu bestimmten Mitmenschen zuführen, um die Kenntnis meiner letzten Offenbarungen zu empfangen.

5         Ich wähle aus den Sekten, die die Menschen geschaffen haben, welche abgetrennte Zweige des Lebensbaumes sind, die nach Vergeistigung Verlangenden aus ─ solche, die Mich in unvollkommener Weise suchen, die Mich jedoch lieben ─ diejenigen, die meinen Namen mit Andacht aussprechen und Mir Akte der Liebe, der Demut und Dankbarkeit präsentieren. Ich komme als der gute Fischer im Verlangen nach Herzen, und obwohl heute die Zahl derer, die Mir nachfolgen, klein ist, werden sie sich morgen vervielfachen. Schon naht die Stunde, in der die Beweise die Welt davon überzeugen werden, dass Ich gekommen bin, um euch meine Liebesvermächtnisse zu hinterlassen, und ihr als Zeugen dieser Offenbarungen in rechter Weise davon sprechen werdet.

6         Macht keinerlei Unterschiede zwischen euren Mitmenschen. Im geistigen Ideal werden sich alle menschlichen Rassen und Klassen vereinen.

7         Legt Mir die Nöte eurer Mitmenschen ans Herz. Je mehr sie Sünder sind, desto mehr Liebe und Barmherzigkeit brauchen sie. Nun naht die Zeit, in der sich meine Lehre ausbreitet, und die "Arbeiter" in verschiedene Gegenden gehen. Sie werden sich nach meinem Willen an den Orten niederlassen, wo mein Wort sich in offene Herzen ergießen wird, die Ich als fruchtbares Land bereitet habe, das bereit ist, in seinem Schoße die göttliche Saat zu empfangen. Dort ist eure Wirkungsstätte. Ich mache euch für eine Anzahl von Menschen verantwortlich, die Ich eurer Fürsorge anvertrauen werde, sobald Ich euch stark und bereit sehe.

8         Die Frohe Botschaft wird zu den Menschen jeder Lehre oder Sekte gelangen. Alle werden von Meinem Kommen in der Dritten Zeit als Heiliger Geist erfahren. Die Zeit wird kommen, in der diese Offenbarungen völlig bekannt sein werden, und man euch aus diesem Grunde bekämpfen wird. Doch seid unbesorgt, mein Licht wird nicht verdunkelt werden. Gerade dann wird mein Wort dieser Zeit im größten Glanze erstrahlen.

9         Ich bereite euch als fleißige Arbeiter auf den Feldern vor. "Das Wort" wird reichlich auf euren Lippen sein. Oftmals werdet ihr von euch unbekannten Lehren sprechen. Es werden die neuen Inspirationen sein, die von meinem Geiste zu eurem aufnahmebereiten Herzen kommen. Eure Taten sollen immer mit euren Worten übereinstimmen. Alle eure Handlungen sollen aufrichtig sein, damit man euch glaubt. Ich werde eure Werke betrachten und richten.

10     Erinnert euch an die reinen Sitten des Volkes Israel der ersten Zeiten und kehrt zu ihnen zurück. Seine Gesundheit und seine Kraft entsprangen ihrem Gehorsam und ihrer Ehrfurcht gegenüber meinem Gesetze. Aus diesem Volke gingen beispielhafte Menschen, Patriarchen und Propheten hervor. Da gibt es Abraham, Isaak und Jakob, die der Stamm eures Geschlechtes sind. Sie wurden seelisch und körperlich geprüft, doch die Kraft verließ sie nicht. Es war notwendig, dass jene die dem Volke Israel Leben geben mussten, allen ihren Nachkommen ein Beispiel von Stärke und Liebe geben mussten. Ihr hier werdet eure Kraft und euer Wirkungsvermögen in der Stunde der großen Prüfungen erkennen.

11     Ich bereite derzeit die Seelen vor, die das Volk nach meinem Abschied weiterhin inspirieren sollen. Sie werden über den fundamentalen Unterweisungen meines Werkes wachen, und ihr sollt auf sie hören und sie respektieren.

12     Erfüllt im gegenwärtigen Zeitabschnitt eure Aufgabe, und danach werden die kommenden Generationen euer Werk fortsetzen. Immer werde Ich Wesen mit großer Erhebung zur Erde senden, damit sie über dem Gesetze, über der Essenz meiner Lehre wachen.

13     Seid einverstanden mit euren Prüfungen. Dem, der das, worum er Mich bittet und von dem er glaubt, dass es zu seinem Wohle ist, nicht erhalten hat, sage Ich: Ich kenne eure Bestimmung; doch das, worum ihr Mich bittet, wird nicht euer Glück bewirken, es wird euch nur Leid bescheren. Denkt an eure Wiedergutmachung. Auf Erden werdet ihr keinen vollkommenen Frieden genießen. Nur die Pflichterfüllung wird euch heute Seelenfrieden geben. Doch morgen, wenn ihr euch im Geistigen Leben befindet, werdet ihr Mir sagen: "Vater, Du verstandest Mich zu führen, wie es für meine Seele gut war. Denn wenn Du Mir das gewährt hättest, worum ich Dich bat, wäre ich in die Irre gegangen oder hätte ich meine Ankunft bei Dir verzögert."

14     Ich habe euch in dieser Zeit das Licht meines Wortes gegeben, damit ihr euch für den Frieden der Welt einsetzt, und damit eure Seele einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Vollkommenheit macht. Ich habe euch die Gaben, die eure Seele besitzt, begreiflich gemacht, damit sie alle Hindernisse und Widrigkeiten, die sich ihr in den Weg legen, überwindet. Ich habe euch begreiflich gemacht, dass diese Zeit der Bitternisse, die ihr durchlebt, eine Zeit der Sühne ist, die ihr wie einen Kelch mit Ergebung und Glauben leeren müsst.

15     So bin Ich aus der Unendlichkeit gekommen, um euch von den Ketten zu befreien, die euch niederdrücken.

16     In diesem Dritten Zeitalter habe Ich alle vereinigt, die in den vergangenen Zeiten die Mission empfingen, der Menschheit meine Wahrheit bekannt zu machen, damit diese meine Segnungen erlange.

17      Dafür habe Ich euch neue Offenbarungen gegeben.

18     Macht euch meine Unterweisungen zu eigen, damit ihr sie ausüben könnt. Doch wenn ihr diese Versammlungsorte verlasst, die wie Bäume für Wanderer sind, in deren Schatten ihr die Lerche trillern hörtet, so macht euch nicht auf den Weg zu schädlichen Vergnügungen, anstatt Besinnlichkeit zu suchen, um zu meditieren. Denn die geistige Essenz, die ihr vom Meister empfangen habt, wird dann aus eurem Herzen entweichen.

19     Die Leidenschaften entreißen eurer Seele wie Wirbelstürme jene Gnade, mit der Ich euch bekleide, und wenn ihr euch derselben entledigt, lasst ihr zu, dass Schwachheit und Krankheiten sich eures Wesens bemächtigen.

20     Richtet das Gebet eurer Seele zum Unendlichen, damit ihr eine Atmosphäre des Friedens um die Menschheit schafft. Wenn ihr eure Mitmenschen unter der Last meiner Gerechtigkeit stehend seht, so erbringt Verdienste, dann wird ihre Pein abgekürzt werden. Betet für die Welt, wenn ihr die Stimme der Naturgewalten vernehmt. Sucht nicht nur für euch einen Zufluchtsort. Wenn Ihr euch in der Stunde der Trübsal um eure Mitmenschen kümmert und euch selbst vergesst, werde Ich euch beschützen. Beschützet ihr die Menschen mit eurem Gebet und eurer Barmherzigkeit.

21     Glaubt an die Macht des Gebetes. Doch ihr müsst wissen, dass es vor allem empfunden sein muss, um zu Mir zu gelangen.

22     Wenn ihr bereits einen starken und wahren Glauben hättet, würdet ihr Wunder vollbringen. Beeilt euch, denn die Stunde wird kommen, in der ihr euch aufmachen müsst, um die Kenntnis dieses Werkes auf den Wegen der Welt hinauszutragen. Dann dürft ihr die Justiz der Menschen nicht fürchten, noch darf euch die Verleumdung Sorge bereiten.

23     Ihr seid auf dem Wege vorangekommen. Wendet euren Blick zurück und betrachtet eure Vergangenheit. Zurück blieb der Materialismus, der Hochmut, die niederen Leidenschaften, die Abgötterei, die Unwissenheit, die Sünde.

24     Doch bleibt noch auf dem Wege, damit ihr noch größere seelische Fortschritte erreicht. Dann werdet ihr in eurem Herzen den Frieden des Verheißenen Landes erfahren.

25     Dies ist der Tag, an dem der Geist des auserwählten Volkes die Inspiration empfängt und sein Verstandesvermögen erleuchtet wird, um die Unterweisungen zu verstehen, die im Großen Buch des Lebens aufbewahrt waren, und die Ich ihm gemäß meinem in den vergangenen Zeiten gegebenen Worte vor Augen führen musste.

26     Und ihr habt, um zu Mir zu kommen, die Welt verlassen, habt euch geläutert, und als ihr vorbereitet wart, habt ihr gebetet, um meinen Universellen Strahl zu empfangen. Er hat eure Seele umflutet, und unter seinem Einfluss sind eure Gaben erwacht und die zartfühlendsten Saiten eures Wesens in Schwingung versetzt worden.

Ihr habt aus der Tiefe eures Herzens viele Gefühle aufsteigen sehen, die euch bis heute unbekannt waren, die euch dies Leben auf eine andere Weise betrachten ließen. Und als ihr dann fähig wart, die Liebe und Barmherzigkeit wirksam werden zu lassen, fühltet ihr euch stark genug, um große Werke zu vollbringen und große Scharen eurer Mitmenschen zu verstehen. Ihr wollt eure Fürsorge für die Notleidenden verstärken und mit euren Gedanken denen Botschaften des Lichtes zusenden, die ferne von euch sind. All dies könnt ihr tun, denn Ich habe vor eurer Seele ein weites Feld aufgetan, auf dem ihr arbeiten könnt.

27     Eure Geistesgaben haben keine Grenzen, sie werden sich nicht erschöpfen, auch wenn ihr meint, dass ihr euren ganzen Reichtum weitergegeben habt. Je mehr ihr den anderen gebt, desto mehr wird sich euer Erbe mehren. Eure Mission hat zu allen Zeiten darin bestanden, für den Frieden zu wirken und für die Welt einzustehen.

28     Ich habe euch geprüft, damit ihr Vertrauen zu euch selbst habt, damit ihr wisst, wozu ihr fähig seid. Bei wie vielen Gelegenheiten, bei denen ihr unentschlossen gewesen seid, oder euch der Glaube gefehlt hat, oder bei jenen, in denen ihr eurer Seelenstärke misstraut habt, habe Ich euch den Beweis gesandt, den ihr benötigtet, und durch ihn habt ihr die Antwort erhalten. Durch eine Prüfung nach der anderen habe Ich euch gehen lassen. Doch vorher habe Ich euch vorbereitet, denn niemals habe Ich jemanden überraschen wollen.

29     Ich lenke eure Schritte, umgebe euch mit einer Atmosphäre des Friedens, in der ihr studieren und euch in meine Lehre vertiefen könnt. Doch wenn ihr dann vorbereitet seid, sollt ihr dem Volke voranschreiten, das in dieser Zeit erstehen wird. Heute strahlen eure Werke noch nicht. Aber mein Volk muss in der Tugend stark werden, muss gegen den Materialismus kämpfen, um der Menschheit zu helfen, den sicheren Weg zu finden, der sie zu Mir führen wird.

30     Ihr habt bereits den Frieden meines Geistes genossen, als ihr euch in der Verbindung mit Mir emporgeschwungen habt. Aber der dauerhafte Friede ist noch nicht in euch. Ihr seid am Anfang des Weges, und nur eure Verdienste werden euch die unsagbare Freude schenken, Mir näherzukommen. Ich werde eure Früchte vervielfachen und den Weg abkürzen, damit ihr bald zu Mir gelangt.

31     Ihr habt zu den ersten gehört, die diese göttliche Botschaft empfangen haben, und Ich will, dass ihr sie den anderen zu übermitteln versteht. Diese Menschheit, die heute zweifelt und misstraut, wird glauben. Ich habe ihr in dieser Zeit genügend Beweise gegeben, und sie alle sprechen zu ihr von Mir. Sie wird noch für kurze Zeit taub bleiben. Danach wird sie den Ruf hören, den Ich an sie ergehen lasse, sie wird sich von meiner Unterweisung angezogen fühlen, wird das entdecken wollen, was die Seele nach diesem Leben erwartetet und die Antwort wird sie in dem Buche finden, das Ich allen hinterlasse: "Das Buch des Lebens". Alle werden schließlich das Licht besitzen, weil dieses ein göttliches Vermächtnis ist. Es ist das Erbe, das euch gehört, und das niemandem verweigert werden wird. Alle werde Ich unterweisen ─ sowohl den, der meine Weisungen richtig zu befolgen und auszulegen versteht, als auch jene, die Mir nicht gehorchen.

32     Wenn ihr eure Werke erforscht habt und Tränen vergossen habt, als ihr die geringe Frucht gesehen habt, die ihr erreicht habt, betrübt sich eure Seele, als sie sich der Entfernung bewusst wurde, die ihr noch von dem Ziele entfernt seid, das Ich für euch bestimmt habe, und ihr erinnert euch an jene Prophetie, die euch gegeben wurde, in der euch gesagt wurde: "Wenn sich 'Israel' nicht für seine Vereinigung einsetzt, wird es einen neuen Krieg erleben, und ein weiteres Mal wird die Frau Tränen vergießen und der Mann sein Blut vergießen, und in den Heimen wird Trauer, Not und Hunger sein, und die Seele wird leiden."

33     Deshalb sage Ich euch, dass ihr einander nicht missachten sollt, keine Werke der Zwietracht tun sollt. Meine Unterweisung hat zum Ziele, alle Seelen zu vereinen, sie einander näher zu bringen, damit ihr eins werden und Mich alle als euren Vater erkennen könnt.

34     Lasst nun eure Last an Kümmernissen hinter euch, kommt ohne Zweifel oder Ängste zu Mir, habt volles Vertrauen und lasst zu, dass sich mein Wille in euch vollzieht. Ich weiß, was in eurem Innern vor sich geht, und gebe euch die Stärke, die ihr benötigt.

35     Ich bin der Ursprung und das Ziel alles Geschaffenen. Durch meinen Willen seid ihr auf diese Welt gekommen, und durch meinen Willen verlasst ihr sie wieder.

36     Ich komme als liebevoller Vater, um euch meine Vergebung zu schenken, weil ihr noch schwach seid.

37     Dieses Leben wurde euch als eine Gelegenheit anvertraut, damit eure Seele Verdienste erwirbt. Deshalb sollten alle eure Gedanken und menschlichen Handlungen innerhalb meines Gesetzes der Liebe und Gerechtigkeit sein. Aber die Menschen haben sich von dem Wege entfernt, den ihnen mein Gesetz weist, und so ist es notwendig gewesen, zu ihnen zurückzukehren, um sie daran zu erinnern. Mit dieser Absicht bin Ich in dieser Zeit mit euch in Verbindung getreten. Der Grund, weshalb ihr kommt, mein Wort zu vernehmen, ist der, dass ihr euch in meine Lehre vertieft und euch für das Geistige Leben vorbereitet. Kommt nicht aus Neugierde, aus Pflichtgefühl, oder weil ihr dadurch eure Aufgabe zu erfüllen glaubt. Kommt mit dem Verlangen, in jeder neuen Lehrstunde eine weitere Offenbarung zu finden, eine weitere Unterweisung. Nutzt meine Gegenwart, dann werdet ihr besser darauf vorbereitet sein, eure Mission zu erfüllen.

38     Ob ihr nun körperlich gesund gewesen seid, ob ihr Befriedigungen und Annehmlichkeiten gehabt habt, oder ob ihr Krankheiten, Missgeschicke und Armut ertragen habt ─ all dies bleibt hier auf der Erde zurück, wo das menschliche Leben endet und das Leben der Seele beginnt. Ihr habt euch um die Erhebung der Seele bemüht und habt leiden und euren Körper bezwingen müssen. Daher sage Ich euch: Hört gut zu, legt noch besser aus und ergründet euch selbst, damit ihr die Wahrheit entdeckt.

39     Doch wenn ihr denen begegnet, die behaupten, dass ihr eine neue Lehre befolgt, sollt ihr ihnen sagen, dass ihr nur die kirchlichen Riten aufgegeben habt, die zum äußerlichen Kultus gehören, und dass ihr euch vom religiösen Fanatismus abgekehrt habt.

40     Mein Werk wird auf der ganzen Welt anerkannt werden. Denn ebenso, wie ich in anderen Zeiten Propheten sandte, um mein Kommen anzukündigen, so werde Ich in dieser Zeit meine neuen Propheten senden, um meine Unterweisung bekannt zu machen und das Reich anzukündigen, das sich für alle Menschen guten Willens naht.

41     Jede Offenbarung ist gemäß der geistigen Fassungskraft der Menschheit und der Zeit, in der sie gelebt hat, erfolgt. Heute bin Ich in dieser Weise gekommen, morgen werde Ich in einer höherstehenderen Weise zu euch sprechen.

Diese Kundgebung wird bald zu Ende gehen, sie wird Ende 1950 enden. Dann sollen meine Jünger als Lehrer aufbrechen, die sich nicht allein fühlen werden. Denn im Lichte ihres Geistes, in jenem Teil meiner Göttlichkeit, den es in jedem von euch gibt, bin Ich, um zu sprechen, um zu vergeben, um zu lieben und zu lehren.

42     Soweit dieses Gewissen es zulässt, soll eure Seele frei sein. Denn sie wird nicht einmal Versammlungsstätten benötigen, um meine Lehre weiterzugeben. Ihr werdet sprechen, wo sich eine Gelegenheit dazu bietet, und euer Leben wird das Heiligtum sein, in dem ihr Mir mit der Lauterkeit eurer Werke Verehrung darbringt.

43     Obwohl es euch gegenwärtig unmöglich erscheint, in der Menschheit Frieden zu schaffen, sage ich euch, dass Frieden werden wird, und mehr noch: dass der Mensch in Vergeistigung leben wird.

44     Viel Unheil wird die Welt vor Eintritt dieser Zeit erleiden. Aber jene Leiden werden zum Wohle der Menschheit sein, sowohl im Irdischen, als auch im Geistigen. Es wird wie ein "Bis hierher und nicht weiter" für den zügellosen Lauf der Übeltaten, der Selbstsucht und Genusssucht der Menschen sein. Auf diese Weise wird ein Gleichgewicht eintreten. Denn die Kräfte des Bösen werden die Kräfte des Guten nicht mehr überwinden können. Diese Läuterung hat den Anschein von Strafe, ohne es zu sein, weil sie immer das Empfindlichste und Geliebteste trifft. Aber in Wirklichkeit ist sie ein Mittel zur Rettung der Geister, die sich vom Weg entfernt oder ihn verloren haben. Wer irdisch urteilt, kann nichts Nützliches im Schmerz entdecken; wer jedoch bedenkt, dass er einen Geist besitzt, der ewig leben wird, gewinnt aus dem gleichen Schmerz Licht, Standhaftigkeit und Erneuerung.

45     Wenn ihr geistig denkt ─ wie könnt ihr dann glauben, dass der Schmerz ein Übel für die Menschheit ist, wenn er von einem Gott kommt, der ganz Liebe ist?

46     Die Zeit vergeht, und ein Zeitpunkt wird kommen, an dem jene großen Prüfungen zu erscheinen beginnen, und selbst der letzte Rest Frieden aus der Welt entweicht, welcher nicht zurückkehren wird, bis die Menschheit den Weg meines Gesetzes gefunden hat und sie auf jene innere Stimme hört, die ihr unablässig sagen wird: Gott lebt! Gott ist in euch! Erkennt Ihn, fühlt Ihn, versöhnt euch mit Ihm!

47     Dann wird sich eure Lebensführung ändern. Die Selbstsucht wird verschwinden, und jeder wird den anderen nützlich sein. Die Menschen werden sich an meiner Gerechtigkeit inspirieren, um neue Gesetze zu schaffen und die Völker mit Liebe zu regieren.

48     Tragt meine Botschaft bald zur Menschheit, damit sie meine Unterweisungen und Warnungen nutzt. Der Mensch wird erkennen, dass dieses Wort wirklich eine Prophetie war, und dass es alles vorausgesehen hatte.

49     Wenn jenes aufgewühlte Meer seine Wogen geglättet hat und die Winde sich gelegt haben, wenn es keine Seuchen mehr gibt, die die Völker geißeln, und die Plagen ausgetilgt sind, dann wird für die Menschheit der Friede beginnen.

50     Ihr sollt für die Welt beten und bitten, die die größte ihrer Prüfungen wird durchleben und den bittersten Kelch wird trinken müssen.

51     Wie viele, die heute meinen, Glauben zu haben, werden beim Anblick jener unheilvollen Ereignisse erzittern! Wie viele von euch, die sich für mutig halten, werden ihre Feigheit verbergen! Ich bereite euch vor, damit ihr euch eurer Handlungsweisen bewusst seid, wenn diese Stunde gekommen ist, und ihr die Mission erfüllen könnt, die Ich euch anvertraut habe.

52     Jedes Geheimnis ist euch in dieser Zeit erklärt worden, selbst das der Dreieinigkeit der Offenbarungen meiner Göttlichkeit, das Ich in wenigen Worten wiederholen werde:

53     Der Vater, Gott hat keine Gestalt, hat keine Grenze, noch Anfang und Ende ─ eine Lehre, die ihr nicht begreifen könnt. Sagt daher: Gott ist der Schöpfer allen Lichtes, die Kraft, die das Universum erhält, das Leben, das in allen Wesen pulsiert.

54     Und der Sohn? Der Sohn ist "Das Wort", er ist die Macht Gottes, die sich in einem vollkommenen Menschen begrenzte: in Jesus. Damit in Ihm die Liebe des Vaters wohnen würde.

55     Da der Göttliche Geist in Jesus war, war Er Mensch und war Er Gott ─ Mensch aufgrund seiner materiellen Natur, Gott aufgrund seiner geistigen Natur. Als Mensch hatte Er Merkmale, die dem menschlichen Wesen eigen sind: Er fühlte und litt als Mensch. Doch das Wissen, das Er von seiner eigenen Mission und seiner geistigen Stärke hatte, ließ Ihn die körperlichen Bedürfnisse und die Versuchungen überwinden. Alles, was nicht im Einklang mit seiner Mission war, wurde von Ihm verschmäht. So konnte sich durch jenen gerechten und reinen Mann Gott als Mensch offenbaren.

56     Als Jesus seine Mission beendet hatte, kehrte Er zum Göttlichen Geiste zurück, wobei Er in sich die Spur des menschlichen Lebens trug ─ der Prüfungen, denen Er sich als Mensch selbst unterwarf. Aus diesem Grunde hat der Sohn, da Er die Liebe des Vaters ist, etwas von jedem von euch, und ihr fühlt euch verstanden, weil ihr wisst, dass Er auf eurer Welt lebte und über den gleichen Staub ging, über den ihr geht.

57     Doch der Vater und der Meister sind ein-und-derselbe Gott.

58     Und der Heilige Geist ─ kann Ich euch sagen ─ ist die höchste Form, in der sich eben dieses Wesen allen Menschen offenbart, die in ihrem Geiste einen Funken der Beschaffenheit des Schöpfers Selbst besitzen.

59     Der Heilige Geist, der Vater und der Sohn sind ein-unddieselbe Macht, ein einziger Wille, nicht drei Personen, sondern ein einziges göttliches Wesen, das Sich seinen Kindern in verschiedenen Formen offenbaren musste, um verstanden zu werden.

60     Erkennt, wie viel Liebe in eurem Gott ist, der ─ obwohl ganz Allmacht ─ nicht zögert, Sich zu begrenzen, damit ihr Ihn fühlen und sehen könnt ─ Der sich vervielfältigt, um euch zu zeigen, dass Er nicht nur euer Erschaffer und Richter ist, sondern zugleich euer Vater, euer Freund, euer Bruder, euer Meister.

61     Ihr sagt: "Wie ist all dies möglich?" ─ Ihr seid noch kleine Geschöpfe, bei denen Ich meine Erklärungen begrenze, um sie dem Fassungsvermögen eures Verstandes anzupassen.

62     Ich vergebe euch und gebe euch meinen Segen.

Mein Friede sei mir euch!


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