Gott als Vater Seiner Kinder

DIE HAUSHALTUNG GOTTES Band 1 – Kapitel 3
Gott als Vater seiner Kinder (20.03.1840)

Geschichte der Urschöpfung der Geister und Materie, der Urpatriarchen von Adam bis Abraham – Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (15.03.1840-07.09.1844)
So sprach der Herr zu und in mir (Jakob Lorber) für jedermann, und das ist wahr, getreu und gewiß:
1. Ich bin ein guter Wirt; auch nicht ein Brosame geht verloren. Wer sein Kapital bei Mir anlegt, dem wird es hohe Zinsen bringen, und es wird in Meinem Herzen intabuliert bleiben, und die Zinsen werden wachsen in alle Ewigkeiten der Ewigkeiten. Blick’ empor, du Tor, und schaue den Sternenhimmel an! Wer hat je die Sonnen gezählt, deren Zahl kein Ende hat, und die Erden alle, die Ich um sie zu Tausenden bei jeder einzelnen geschaffen habe?! Und Ich sage dir, der Ich wahrhaftig und getreu bin in jeglichem Meiner Worte: Um einen Pfennig gebe Ich eine Erde und um einen Trunk frischen Wassers eine Sonne. Wahrlich, Ich sage dir: Der geringste Dienst der Nächstenliebe wird auf das ungeheuerste, unaussprechlichste belohnt werden!
2. Du fragst Mich, ob wohl überall auch Menschen seien, wie hier auf der Erde, die du bewohnst, und Ich sage dir: Ja, es gibt überall Menschen, die aus Meinen Eingeweiden hervorgehen und Mich erkennen nach der Art der Eingeweide; und die aus Meinen Händen hervorgehen und Mich erkennen an Meinen Händen; und die aus Meinen Füßen hervorgehen und Mich erkennen nach Meinen Füßen; und die aus Meinem Kopfe hervorgehen und Mich erkennen nach Meinem Kopfe; und die aus Meinen Haaren hervorgehen und Mich erkennen nach Meinen Haaren; und die aus Meinen Lenden hervorgehen und Mich erkennen nach Meinen Lenden; und überhaupt die aus allen und jeden Einzelteilen Meines Leibeswesens hervorgehen und Mich danach erkennen. Und ihr Leben und ihre Seligkeit entspricht dem Teile, aus dem sie hervorgegangen, und sie sind alle Meine Geschöpfe, die Mir lieb sind; denn Ich bin ganz Liebe und bin überall die Liebe Selbst.
3. Aber die Menschen dieser Erde rief Ich aus dem Zentrum Meines Herzens hervor und schuf sie vollkommen nach Meinem Ebenbilde, und sie sollten nicht nur Meine Geschöpfe, sondern Meine lieben Kinder sein, die Mich nicht als Gott und Schöpfer, sondern nur als ihren guten Vater erkennen sollen, der sie nach kurzer Prüfungszeit wieder ganz zu Sich nehmen will, damit sie da alles haben sollen, was Er Selber hat, und bei Ihm wohnen möchten ewiglich und mit Ihm herrschen und richten möchten das All. Aber siehe, alle Meine Geschöpfe lieben Mich als ihren Schöpfer in dankbarer Freude ihres Daseins; aber Meine Kinder wollen ihren Vater nicht und verschmähen Seine Liebe!
4. Siehe, Ich bin traurig, wenn Ich sehe, wie stündlich Tausende und tausendmal Tausende dahinwelken und sterben! Oh, wenn Ich ihnen doch nur helfen könnte! Ist es nicht traurig, wenn der Allmächtige nicht helfen kann?!
5. Du fragst Mich schon wieder, wie denn das möglich sei? O ja, sage Ich dir, das ist sehr möglich! Siehe, alle Meine Geschöpfe hängen an Meiner Macht, aber Meine Kinder hängen an Meiner Liebe! – Meine Macht gebietet, und es geschieht; aber Meine Liebe wünscht nur und gebietet in aller Sanftmut den freien Kindern, und die freien Kinder verstopfen ihre Ohren und wollen nicht das Angesicht ihres Vaters schauen. Daher, weil sie frei sind, wie Ich es bin, kann Ich ihnen nicht helfen, wenn sie es nicht wollen. Denn Meine Macht geht über alles; aber Mein Wille ist Meinen Kindern untertan. Dieses aber soll sich jeder hinter die Ohren schreiben: Ich bin euer Vater, bin aber auch euer Gott, und außer Mir ist keiner mehr. Wollet ihr Mich als Vater – oder als Gott? Eure Taten werden Mir die entscheidende Antwort geben.
6. So merket es denn: Die Liebe wohnt nur im Vater und heißt der Sohn. Wer diese verschmäht, der wird der mächtigen Gottheit anheimfallen und wird seiner Freiheit auf ewig beraubt werden, und der Tod wird sein Anteil sein; denn die Gottheit wohnt auch in der Hölle, aber der Vater wohnt nur im Himmel. Gott richtet alles nach Seiner Macht; aber die Gnade und das ewige Leben ist nur im Vater und heißt der Sohn. Die Gottheit tötet alles; aber der Sohn oder die Liebe in Mir hat Leben, gibt Leben und macht lebendig.
7. Dieses alles sagt der gute Wirt und der sparsame Vater allen Seinen Kindern, damit sie sich bessern sollen, um einst das Erbe zu nehmen, das Ich ihnen von Ewigkeit so treulich bereitet und aufbewahrt habe.
8. Deinen Freunden und Brüdern sage ja in aller Liebe: Ich, ihr liebevollster Vater, habe schon Meine beiden Arme ausgestreckt, um sie allesamt an Mein Herz ewig, ewig zu drücken. Sie sollen sich ja nicht mehr von Mir wenden, sondern unverwandt sollen sie in Mein Angesicht schauen, und Mein Auge wird es ihnen sagen, ja laut verkünden wird es ihnen, wie sehr Ich sie liebe, und wie aufrichtig Ich es mit ihnen meine.
9. Sage ihnen: Ich habe ihre Sünden von Meinen Augen hinweggetan und habe sie gewaschen so weiß wie der Schnee; es ist nun kein Hindernis mehr. Ich will ihnen kein unsichtbarer Vater mehr sein; sie sollen Mich allzeit schauen und mit Mir tändeln und schäkern und sich freuen; alle ihre Sorgen sollen sie nun Mir übertragen.
10. Oh, mit welcher Freude will Ich fernerhin sorgen für sie! Oh, was sind alle Freuden und Seligkeiten Meiner Himmel für Mich, den Vater, gegen die, von Meinen lieben Kindern als einziger, wahrer Vater geliebt zu sein!
11. Siehe, alle Seligkeiten gebe Ich euch für diese einzige, die Ich nur für Mich bestimmt habe, und darum sollen Meine Kinder auch niemanden als Mich, Mich nur ganz allein, ihren Vater nennen; denn Ich bin es auch und bin es auch mit allem Rechte, und niemand kann Mir das Recht nehmen, da Ich der Einzige, Alleinige bin und außer Mir keiner mehr ist.
12. Siehe, Ich will sie (das heißt: deine Freunde und Brüder) dir alle beim Namen: H1 L V1 T S S A A S S nennen:
H1 – Höllisches im Menschen – 1=Hoffart (Überheblichkeit, Arroganz), Herrschsucht, Hochmut
L – Leidenschaften als Auswirkungen von “H1”
V1 – Vernunft und Verstand dem Weltmenschen nach
T – Talente (Fähigkeiten), geboren und genährt aus V1
S – Selbstsucht
S – Schadenfreude
A – Anhänglichkeit an allen Weltglanz
A – Antrieb, stets höher in der Weltgunst und in ihrem Vorteile zu steigen
S – fleischliche Sinnlichkeit
S – überdumme Sittlichkeit, als Mode, Komplimente usw.
(Ausführlich nachzulesen im Anhang zu der Haushaltung Gottes, Band 1, Kap. 186)
Sie sollen alle Meinen Vatergruß empfangen und heute noch, wenn sie wollen, sollen ihnen die Pforten der Himmel geöffnet werden, das die Augen ihres Geistes sind, und Ich will noch heute wohnen in ihren Herzen. Nur eines noch sollen sie mit Beharrlichkeit tun, nämlich ihr Fleisch sollen sie rein waschen aus dem Brunnen, da lebendiges Wasser innen ist, und einen Stab sollen sie nehmen, der zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß ist; den sollen sie zur Hälfte abbrechen, und den schwarzen Teil sollen sie der Welt unter die Füße werfen und den weißen Teil für sich behalten zum Zeichen, daß sie mit der Welt und mit ihrem Fleische auf immer gebrochen haben.
13. Das ist aber so viel, daß sie ernstlich in sich gehen sollen, sich ganz erkennen und Mir dann ihre vorgefundenen Gebrechen in ihrem Herzen treu und wahr vortragen. Ich werde den Unrat aus ihren Herzen vertilgen und werde sie mit dem Feuer Meiner göttlich-väterlichen Liebe erfüllen. Und so gereinigt sollen sie sich dann dem Priester* zeigen durch und in der Beichte*; und sodann werde Ich kommen und mit ihnen am Altare das Freudenmahl halten.
* Zum Verständnis von “Priester”, “Beichte” und “Kirche” (im nachfolgenden 14. Vers): Vor über 170 Jahren hätte die Kirche sowie deren Sitten und Gebräuche durch eine gläubige Aufnahme der Belehrungen Christi noch zum Positiven hin verändert werden können. Jetzt, 2017, kann davon keine Rede mehr sein (siehe z.B. TrumpetCall, “Ich sandte eine geistige Hungersnot” oder “Das Licht in den Kirchen ist verschwunden”). Doch die Zusage, dass der Vater in der vertrauensvollen Verbindung im Herzen immer präsent ist, hat ewige Gültigkeit! (Theo)
14. Sage ihnen noch hinzu, daß sie sich ja nicht in und an der Kirche* stoßen sollen; denn eine jede Speise, die Ich anempfehle, reinige Ich für den, der sie im Geiste und in der Wahrheit genießen will, und dann soll er sie genießen ohne Sorge. Was Ich Meinen Kindern gebe, das ist rein und wird durch die äußere Form nicht entheiliget für jene, für die Ich es gesegnet habe. Den Tempel werde Ich segnen, und die Stätte wird heilig sein, wo sie sich befinden werden; denn Ich, ihr heiliger Vater, werde da sein mitten unter ihnen, wo sie hingehen werden, und kein Haar soll an ihnen gekrümmt werden.
15. Sage ihnen ja ganz bestimmt und gewiß: Meine Liebe harret ihrer, und Meine Arme will Ich nicht eher schließen, als bis sie allesamt in Meinen Armen ruhen werden, wo sie ihren liebevollsten, heiligen Vater von Angesicht zu Angesicht schauen werden und ihrer Freuden nimmer ein Ende sein wird. Amen!
16. Sage allen, die Mich suchen, daß Ich stets zu Hause bin, niemals ausgehe, und daß Ich nicht nur gewisse Stunden oder Zeiten bestimmt habe, in welchen man zu Mir kommen kann wie zu den Königen der Erde und allen Großen der Welt. Also nicht nur am Sabbate oder Feiertage, sondern zu jeder Minute ist Mir ein liebendes Herz angenehm, und in der Nacht selbst habe Ich noch nie vor jemandem die Türe verriegelt; wann immer ihr also klopfen werdet, will Ich ,Herein!” sagen.
17. Du mußt und kannst es nun schon frei heraussagen, ob Ich dich je zu etwas zu einer bestimmten Zeit genötigt habe, oder ob es nicht allezeit deinem freien Willen überlassen war, dich zu Mir zu begeben und um irgend etwas zu fragen, das du hast wissen wollen, und ob Ich dir je eine Frage schuldig bin geblieben! Und hast du Mich aus der Hölle gefragt, so antwortete Ich dir; und warst du auf der Erde, so sprach Ich mit dir; und in den Himmeln sprach Ich mit dir. Bei Tag und bei Nacht ist dir Mein Ohr beständig zugekehrt. Was du hier schreibst, schreibst du ja nur nach deiner Zeit und Muße, und Mir ist es allezeit ganz recht, und solange du es willst, und wieviel du willst, und siehe, Mir ist es recht! Daher sage ihnen ganz getreu: Mir sei es ganz einerlei; wann jemand zu Mir kommt, wird er angehört und angenommen!
18. Sage den Kindern, daß sie ja nicht Spott mit Mir treiben sollen, sondern daß sie das ernstlich nehmen sollen! Sage ihnen, daß Ich durchgehends kein Spaßmacher bin, noch irgendeinen Spaß verstehe; denn Ich meine es ernst mit allen, mit Großen und Kleinen, mit Jungen und Alten, mit Männlich und Weiblich. Ausnahmen finden bei Mir gar keine statt.
19. Denn siehe, Meine Geschöpfe, die nichts taugen, zerstöre Ich augenblicklich und vernichte sie auf ewig; aber für Meine Kinder habe Ich auch Strafen in Menge und will die Ungehorsamen züchtigen bis auf den letzten Tropfen ihres Blutes, und sie werden dann gewiß erkennen, daß Ich wenigstens der Herr im Hause bin, wenn sie Mich schon als liebenden, heiligen Vater nicht erkennen wollen.
20. Wehe aber denen, die Meine väterlichen Züchtigungen verkennen und mißdeuten! Ich sage noch einmal: Wehe ihnen! Diese wird der Vater verstoßen, und sie werden dann mit ihrem ewig unerbittlichen Gott zu tun haben. Das sage Ich dir als einem schlechten, faulen Knechte. Amen. Ich, Jehova, Amen.
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Jesus und seine Jünger - drei Tage vor seinem Scheiden




210:57. Ich kehrte zurück, um Mich mit meinen Jüngern zu
vereinen. Es waren bereits die letzten Tage meines Verbleibens unter
ihnen. Ich gab ihnen dies zu verstehen, damit sie davon nicht
überrascht würden. Petrus weinte und erhielt stillschweigend meine
Weisungen. Johannes drückte meine Hände zwischen den seinen, als
ihm angekündigt wurde, dass er bei meiner Mutter bleiben würde,
damit sich beide in den Stunden der Prüfung trösten würden.

58. Thaddäus litt bereits im Gedanken an die Trennung vom
Meister, doch Ich weilte noch unter ihnen. Der Augenblick war
zärtlich und schmerzlich, mehr als die Lippen sprachen die Seelen.
Doch Ich war "Das Wort", und mein Wort musste den unermesslichen
Schmerz lindern, der sich in jenen Herzen angesammelt hatte.
59. Ich sprach als Vater zu den Kindern, als Bruder zu Brüdern,
als Lehrer zu Schülern: "O Jünger, ihr habt mit Mir das Wasser
durstiger Pilger getrunken, habt die Mühsal der weiten Wege
ertragen im Verlangen nach meinen Worten und meinen Werken.
Wahrlich, Ich sage euch, obwohl Ich euren Blicken entschwinden
werde, werde Ich euch nicht verlassen. Wenn ihr Mich in euren
Herzen tragen wollt, so findet euch mit meinem Tode ab, damit Ich
in euch lebe und durch euren Mund spreche."

66. Ich verließ jenes Landgut, gefolgt von meinen Jüngern. Ich
blieb jedoch im Schatten eines Baumes stehen und sagte ihnen: "Der
Augenblick kommt zwar näher, aber noch könnt ihr die Frucht
meines Wortes genießen. Gewiss werdet ihr wie Schafe unter
Wölfen zurückbleiben, doch ihr werdet nicht unterliegen, weil euch
mein Mantel bedecken wird. Seht, wie groß die Menschenscharen
sind; ihr werdet sie ernähren, so wie Ich es in der Wüste tat, und
werdet das Brot vermehren, wie Ich es euch zeigte."
67. So sprach Ich zu euch durch Jesus und liebkoste jeden
meiner Jünger, während ihre Augen Tränen vergossen, und sie Mir
in ihren Herzen Gefühle voller Zärtlichkeit ausdrückten und Mir
zahllose Versprechen gaben, Mir nachzufolgen.

68. Heute will Ich euch nicht die letzten drei Tage in Erinnerung
rufen, die Ich auf der Welt verbrachte. Dies wird bei einer anderen
Gelegenheit geschehen, gesegnetes Volk, bei der Ich zu euch über
das Letzte Abendmahl, über meinen letzten Aufenthalt im Garten
Gethsemane sprechen werde, wohin Ich Mich zurückzog, um zu
beten, und schließlich werde Ich zu euch über meinen Opfertod
sprechen.
Mein Friede sei mit euch!

A.M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VIII – Unterweisung 210

Jesus - Magdalena und Maria


210:53. Da kam Matthäus zu Mir und sagte Mir: "Meister, eine Frau fragt nach Dir."
 "Ich weiß schon", antwortete Ich ihm, "es ist Maria, die Magdalena, die Mich
sucht, damit Ich sie von den Einflüssen der Geister, die sie besessen haben,
befreie." Der Jünger war überrascht, dass Ich alles wusste.
54. Ich war unterwegs zu einem Dorf, als Ich Maria sah, die zu
Mir kam. "O geliebter Sohn, ich weiß, dass dein Mund dein baldiges
Scheiden angekündigt hat, und obwohl mein Herz es schon wusste,
muss ich Dir wenigstens sagen, dass ich um der Menschheit willen
unendlich leide." "Ja, so steht es geschrieben", antwortete Ich ihr,
"und so muss es in Erfüllung gehen. Mein Opfertod ist notwendig,
das Samenkorn muss im Innern der Erde sterben, damit es Frucht
bringt und sich vermehrt. Das Blut deines Sohnes, das, wenn es
vergossen wird, deinem Herzen sehr großen Schmerz bereiten wird,
wird für die Menschen, die Ich als deine Kinder zurücklasse, wie ein
Strom des Lebens sein. Mein Tod wird Leben sein, und nicht einen
Augenblick lang werden Du und Ich getrennt sein."

55. "Ich gehe nun zum Haus des Lazarus, denn er wird in Kürze
ins Grab sinken. Doch Ich werde ihn von dort zurückholen, damit
der Name meines Vaters verherrlicht werde."
56. "Gehe auch Du dorthin, damit deine Gegenwart jene Frauen
tröstet. Denn ihr Schmerz wird bald groß sein, und in deiner Liebe
werden sie sehr süßen Trost finden."

60. "Jünger, hört Mir bis zum letzten meiner Worte zu." Danach
kam eine prächtig gekleidete Frau zu Mir. Es war Magdalena, die
mich schon lange suchte, um in meinen Augen das Licht zu finden,
das sie retten konnte. In Träumen hatte sie den Nazarener gesehen,
wie Er sie von ihrer unreinen Last befreite. Sie kam zu Mir,
getrieben von ihrer nach Licht und Erlösung hungernden Seele.
61. Sie fiel vor Mir nieder, zum Erstaunen aller Anwesenden,
und als diese erwarteten, dass Ich Mich von ihr abwenden oder
wenigstens ein Wort des Vorwurfs an sie richten würde, sagte Ich zu
ihr: "Warum weinst du? ─ Du weinst vor Schmerz und vor Freude.
Doch Ich vergebe dir viel, denn du hast viel gesündigt."
62. In diesem Augenblick fielen von jenem Geschöpf alle
Ketten ab, die es an die Welt banden, und nachdem sie frei war,
folgte sie meiner Spur wie der treuste meiner Jünger.
63. Jene Frau, die die Schande und der Makel ihres Heimes und
das Verderben im Leben von Männern gewesen war, wurde durch
ein Wort der Vergebung in die demütigste Dienerin des Meisters
umgewandelt und später zu der liebevollen Stütze von Maria, als für
beide die Stunde des Schmerzes kam.

64. Ich, der Ich die Stimme der Seelen vernehme, hörte, dass
jene Frau Mich fragte: "Herr, ist es möglich, dass ich mit all meiner
Sünde würdig bin, dass ich in jener letzten Stunde, die Du
ankündigst, bei Dir bin? Ist es möglich, dass ich Dir wirklich
diene?" ─ "O Frau", antwortete Ich ihr, "erhebe dich, denn du bist
nun rein. Bedecke dich mit dem Mantel der Demut und kehre zu den
Deinen zurück. Suche Maria auf und folge ihr nach."
65. Danach, als Ich die Überraschung sah, die auf allen
Gesichtern geschrieben stand, sage Ich: "Ich bin das Licht der Welt,
das gekommen ist, um den Weg dessen zu erhellen, der sich im
Finstern verirrt hat. Ich bin der Befreier, der die Ketten der
Gefangenen zerbricht. Ihr habt das geschaut, was ihr noch nicht
gesehen hattet, und habt es nun gesehen. Doch der Augenblick ist
nicht mehr fern, in dem ihr alle mein Leben in eurem Wesen
vibrieren fühlen werdet."

A.M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VIII – Unterweisung 210

Die Ernte der heutigen Menschen






210:42. Ihr habt zwar viel gekämpft, um euch Annehmlichkeiten,
Genüsse und Fortschritte zu verschaffen. Aber eure Ziele beinhalten
oftmals Egoismus, schlechtes maßloses Machtstreben. Anstatt Glück
oder Frieden zu erlangen, erntet ihr dann Schmerz, Krieg und
Zerstörung. Das ist es, was ihr in der heutigen Zeit erntet.
43. Wie sollten eure Werke auf Erden vollkommen sein, wenn
ich euch mit den Elementen der Natur verfeindet sehe, welche eben
jene sind, von denen ihr lebt?

44. Meine Lehre will euch nicht daran hindern, die Elemente
und Kräfte der Natur zu nutzen, aber sie heißt und lehrt euch, sie für
gute Zwecke zu verwenden.
45. Die Naturkräfte können sich in euren Händen von Freunden
und Brüdern in Richter wandeln, die euch schwer bestrafen.
46. Es war längst an der Zeit, dass die Menschen die Frucht der
Erfahrung ernten, damit sie nicht länger die Naturgewalten herausfordern.
Denn sie werden mit all ihrer Wissenschaft nicht imstande
sein, sie aufzuhalten.

47. O Menschheit ─ immer ferne von Mir! Trotz eures
Vergessens löst sich meine Erinnerung nicht von dir, Welt, die mit
meinem Blute getränkt ist: Ich bringe dir aufs neue meine Liebe.

A. M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VIII – Unterweisung 210

Der gesegnete, menschliche Körper Jesu und der Mensch




210:32. Die blinden Menschen jener Zeit ─ seelisch blinde ─
vergossen das Blut des Meisters und durchbohrten die Hände, die
durch Berührung heilten, die streichelten und segneten; doch sie
konnten meinen Geist weder zerstören, noch gefangen nehmen,
noch festnageln. Er erhob sich über die Armseligkeit der Menschen
und versprach wiederzukommen. Denn zu jenem Zeitpunkt wurde er
nicht erkannt, noch wurde sein Wort als höchste Wahrheit begriffen.
33. Hier bin Ich in Erfüllung meiner Verheißung und erwarte,
dass die Menschheit Mich erkennt.

34. Doch wenn Ich euch fragen würde: Was wurde aus jenem
gesegneten Körper, in dem Christus wohnte? Könntet ihr Mir
antworten? Ich werde euch selbst sagen müssen, dass jener Körper,
der ein Werkzeug der Göttlichen Liebe war, nachdem er sein Werk
beendet hatte, nachdem seine Lippen und auch seine Augen sich für
immer geschlossen hatten, der Erde übergeben wurde, um seine
Aufgabe als Menschenkörper zu Ende zu bringen. Aber als die Erde
ihn in ihrem Schoße aufgenommen hatte, verteilten sich die
Bestandteile jenes Körpers, dessen Zellen nur von Liebe
durchdrungen waren, in der Unendlichkeit, um hernach als
lebenspendender Regen auf eben jene Menschen niederzugehen, die
das Leben, das der Erlöser ihnen brachte, verschmäht hatten.
Wenn ihr daran denkt, dass Gott Selbst Mensch wurde, um mit
euch zu leben, werdet ihr euch fälschlicherweise einbilden, vom
Vater so sehr geliebt zu werden, und dann denkt ihr auch, dass ihr
das Meisterwerk des Herrn seid. Doch wahrlich, Ich sage euch, es
gibt kein Werk des Vaters, das nicht meisterlich ist, und außerdem
müsst ihr wissen, dass es Seelen gibt, deren Vollkommenheit,
Schönheit und Erhabenheit ihr euch nicht einmal vorstellen könnt.

35. Jenseits von euch gibt es größere Werke als die, die ihr hier
kennt, und auch Werke eurer Geschwister, die höher stehen als die
Werke der Menschen.
36. Weshalb glauben, dass der Mensch das Größte ist, was heute
unter den Werken des Herrn existiert? Ihr seid nur kleine Geschöpfe,
die im Verlangen nach der wahren Größe einen weiten Weg
zurücklegen.
37. Groß und vollkommen seid ihr insofern, als ihr mein Werk
seid. Aber was eure Werke anbelangt, seid ihr noch sehr klein und
unvollkommen. Daher offenbare Ich Mich als Meister unter euch,
um euch neue Offenbarungen zu geben, die euch auf den Gipfel des
Guten, des Wissens, der Liebe bringen und euch harmonisch mit
allem Vollkommenen vereinen.
38. Wie soll es in eurer Welt Vollkommenheit geben, wenn es
Schmerz gibt, wenn es Notleidende, Lasterhafte, Verletzte, Unterdrückte
gibt, wenn es Hochmütige, Selbstsüchtige und sogar Mörder
gibt?

39. Die Glückseligkeit ist das Vorrecht der hohen Heimstätten;
doch in eurer Welt sehe Ich noch keine Glückseligkeit.
40. Heute hinterlasse Ich euch mit diesem Worte meine neue
Botschaft, damit ihr zu einem neuen Leben aufsteigt.
41. Schafft euren Frieden, schafft eure Welt der Glückseligkeit,
indem ihr hierfür die Wirkungskraft meiner Unterweisungen
verwendet.

A.M. Hosta
Quelle: Das Buch des Wahren Lebens – Band VIII – Unterweisung 210

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