BWL - Band IV - Unterweisung 99


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 99:
 
 1 Seid willkommen, Jünger, am Himmlischen Tische. Genießt die wohlschmeckende Speise, die Ich euch in Meinem Worte bringe. Wie ein Dieb, der in ein Schlafgemach eindringt, so bin Ich in euer Herz gekommen und habe entdeckt, dass ihr Hunger nach geistigen Erkenntnissen habt.
2 Niemand sollte von Meiner Gegenwart überrascht sein. Schon durch Jesus zeigte Ich euch die Ereignisse an, die Meine Kundgebung als Geist der Wahrheit ankündigen würden. Auch sagte Ich euch, dass Mein Kommen im Geiste geschehen würde, damit niemand materielle Manifestationen erwarten sollte, die niemals kommen werden. Betrachtet das jüdische Volk, wie es noch immer den Messias erwartet, ohne dass dieser in der Form kommt, die sie erwarten, weil der wahre bereits bei ihnen war und sie Ihn nicht erkannten. Menschheit, willst du Meine neue Manifestation nicht anerkennen, um Mich weiterhin gemäß deiner Glaubensvorstellung zu erwarten und nicht dem entsprechend, was Ich dir versprach?
3 Erwacht aus eurem Schlafe und werdet zu Kindern des Lichtes, denn Ich bringe euch einen göttlichen Samen, der euch den Frieden und das Leben geben wird, und Ich will, dass ihr ihn zu säen beginnt.
4 Wartet nicht länger damit, an Meinen Ruf zu glauben. Bedenkt, dass sich in der großen Schlacht, die euch angekündigt ist, das Gericht fühlbar machen wird. Ich will, dass ihr in diesem Kampfe wohl gerüstete Soldaten seid, bereit, mit euren Werken der Liebe Glauben in die schwachen Herzen zu senken.
5 Volk, verbanne jede Furcht vor den Meinungen deiner Mitmenschen, denn nicht sie werden dir den Frieden geben, nicht sie werden dich ins Gelobte Land bringen. Fürchtet nicht die Menschen, folgt Mir beharrlich auf diesem Pfade. Denn in der Stunde des Gerichtes für die Menschheit würdet ihr aus tiefstem Herzensgrunde beklagen, nicht treu gewesen zu sein, euch nicht an Meiner Unterweisung ermutigt zu haben, noch gelernt zu haben, die großen Prüfungen im Einklang mit Meinem Gesetze zu lösen. Den Beharrlichen und den Getreuen wird der Sieg gehören.
6 Mein rettendes Boot ist in tiefster Sturmesnacht erschienen. Kommt alle zu ihm, die ihr befürchtet, in der Sünde unterzugehen, als Schiffbrüchige, die ihren Kurs verloren haben.
7 Die Trübung des Verstandes, der Mangel an Glauben, die Unkenntnis der Wahrheit sind Finsternis für den Geist, und darum befindet sich die Menschheit heute auf einem Irrweg. Wie haben sich jene Menschen vermehrt, die dahinleben, ohne zu wissen oder wissen zu wollen, wohin sie gehen!
8 Ich wusste, dass für die Menschen eine solche Zeit kommen würde, voller Schmerz, Verwirrung, Unsicherheit und Misstrauen. Ich versprach euch, euch aus dieser Finsternis zu retten, und hier bin Ich: Ich bin der Geist der Wahrheit. Weshalb wollt ihr Mich erneut als Mensch? Erinnert ihr euch nicht, dass Ich als Mensch starb und euch sagte, dass Ich euch in Meinem Reiche erwarten würde? Damit machte Ich euch begreiflich, dass die Seele ewig ist, unsterblich.
9 Es war der Göttliche Geist, der durch den Mund Jesu sprach und der mit Seinem Blute den Preis für eure Rettung besiegelte. Wie lautete euer Urteilsspruch? Zu leben, um Mich später auf dem Wege über euer Gewissen als Licht kommen zu sehen. Ich gab euch Beweise Meiner Unsterblichkeit und hüllte euch in Meinen Mantel der Vergebung, um euch zum Verständnis dessen zu bringen, dass jenes auf Golgatha vergossene Blut das erhabenste Lehrbeispiel der Erfüllung einer Liebesmission war, um in der Ewigkeit den Frieden zu erlangen. Darum sage Ich euch, dass ihr selbst eure Seligkeit erringen müsst.
10 "Israeliten" habe Ich euch genannt, weil euer Geist jenem Samen entstammt, den Ich den Gründern des Volkes, welches "Volk Gottes" genannt wurde, anvertraute.
11 "Israel" war der Name, den Ich Jakob und seinem Samen gab. Warum wurde dieser Name später dazu verwendet, eine Rasse zu bezeichnen, obwohl er sich nur auf geistige Missionen bezieht?
Ich inspirierte Patriarchen und Propheten dazu, jenes Volk das Volk Gottes zu nennen. Wisst ihr warum? Weil es unter allen übrigen Völkern der Erde eine geistige Mission mit sich zur Welt brachte. Während die einen Völker die Wissenschaft in ihren Händen hielten, andere die Künste, und wieder andere die menschlichen Gesetze, kam dies Volk mit dem Geistigen Gesetz, der Lehre des Herzens, dem Licht der Ewigkeit. Während andere Völker der Welt Philosophen und Wissenschaftler schenkten, gab dieses ihr Propheten, die den Menschen göttliche Botschaften übermittelten, Patriarchen, die mit ihrem Leben den Weg zu Gott lehrten, Apostel, die als Zeugen der Wahrheit lebten und starben, und vor allem den Göttlichen Meister, der im Schoße des Volkes Israel Mensch wurde und den Menschen die erhabenste Himmelsbotschaft brachte.
12 Darum wurde jenes Volk das "Volk Gottes" genannt, wenngleich Ich euch sage, dass alle Völker Mein sind und Ich alle gleichermaßen liebe; doch jedes bringt zur Erde seine Mission mit.
13 Diesen geistigen Samen lasse Ich in der heutigen Zeit auf der Welt erscheinen. Er wird unter der Menschheit verstreut zutage treten — nicht als eine Rasse oder in Form von Volksstämmen, sondern in allen Rassen, denn Israel gründet im Geiste, und das Geistige steht über dem Menschlichen.
14 Aufs neue wird Mein Volk mit der Mission, dem Geiste Licht zu bringen, in Erscheinung treten. Seine geistigen Fähigkeiten werden in das menschliche Leben einfließen wie zu allen Zeiten. Meine Propheten, Sendboten und Jünger haben den Menschen (schon immer) Licht und Frieden gebracht.
15 Ihr, die ihr Mich hört, versteht diese Unterweisungen gewisslich. Doch begnügt euch nicht damit, sie zu verstehen; ihr müsst darangehen, weiterhin eure ewige Bestimmung zu erfüllen, den geistigen Weg eurer Mitmenschen zu erhellen. Erfüllt eure Mission, und ein weiteres Mal wird in euch das Licht erstrahlen, welches immer im Volke Gottes vorhanden sein soll.
16 Seht, wie euer Geist die Zeit vorausgeahnt hat, in der er jetzt steht, und er ist im Verlangen nach der Erfüllung Meiner Verheißungen eilends herbeigekommen. Euer Herz wusste nichts von Meinem Kommen, denn in diesen Zeiten legt die Menschheit Meinen Prophetien nur wenig oder keine Bedeutung bei; aber der Geist bewahrte jenes Wort in seinem tiefsten Innern.
17 Euer Herz war eingeschlummert; aber seit ihr Mein erstes Wort oder Meine erste Unterweisung vernommen habt, erwachte es, und als es die Wahrheit begriff, erkannte es sogleich, dass die Seelen zur Erde gekommen sind, um einen göttlichen Auftrag zu erfüllen, und nicht, damit jeder nach seinem Willen handelt. Wer dies Erwachen erlebt hat, der folgt Mir Schritt für Schritt nach und erbaut in seinem Innern ein Heiligtum.
18 Mein Wort der Liebe wird dem ganzen auserwählten Volke zuteil. Erquickt euch an ihm, Jünger. Wenn Ich euch manchmal berichtige und sogar richte, so denkt über diese Unterweisungen gründlich nach, damit ein jeder das beherzigt, was ihn betrifft. Freut euch nicht, wenn Ich eine Verfehlung tadle, die ihr nicht begangen hättet, obschon ihr jene kennt, die sie begangen haben. Denn in diesem Augenblick wird euch euer Gewissen an jene Belehrung erinnern, in der Ich euch sagte: "Seht nicht den Splitter im Auge eures Bruders, ohne zuvor den Balken zu erkennen, den ihr mit euch schleppt."
19 Denkt daran, dass ihr alle Meine Apostelschar bildet, die Ich morgen aussenden werde, um Mein Wort zu bezeugen, und dass ihr euch schon jetzt zu lieben beginnen sollt. Glaubt ihr nicht, dass Meine Kundgabe durch euer Verstandesorgan eine große Bedeutung hat? Oder meint ihr, dass dies hier eine der vielen Sekten ist, die heute entstehen und die Rettung der Welt verkünden und danach wieder verschwinden, ohne Spuren Meines Friedens zu hinterlassen?
20 Beobachtet, wie dieser Same, obschon ihr ihn schlecht gepflegt habt, nicht stirbt, seht, wie er Finsternis und Fallgruben, Hindernisse und Prüfungen besiegt hat und Tag für Tag weiterhin keimt und sich entwickelt. Warum stirbt dieser Same nicht? Weil die Wahrheit unsterblich, ewig ist. Deshalb werdet ihr erleben, dass wenn diese Lehre bisweilen zu verschwinden scheint, dies gerade dann sein wird, wenn neue und üppige Triebe hervorsprießen, um den Menschen zu helfen, auf dem Wege zur Vergeistigung einen weiteren Schritt vorwärts zu machen.
21 Glaubt nicht, dass dies nur in dieser Dritten Zeit geschehen ist, nein, auch in der Zweiten Zeit, nachdem der Meister und Seine Jünger den Samen, den sie in das Herz der Menschen säten, mit ihrem Blut bewässert hatten, gab es Augenblicke, in denen es schien, als ob die Lehre Christi von der Welt verschwunden wäre. Wie viele sind in der heutigen Zeit schließlich in ihrem Glauben schwankend geworden und haben an jener Wahrheit gezweifelt, die zuvor ihr Leuchtfeuer und ihr Gesetz gewesen ist, da sie den Opfertod Jesu und derer, die Ihm nachfolgten, für unnütz halten. Ich brauchte dann nur neue Diener zur Welt zu senden, damit sie alle Unwahrheiten entfernten, welche die Menschen Meiner Lehre hinzugefügt und womit sie dieselbe entstellt hatten, und schon keimte der Same wieder und trug Blüten und Früchte.
22 Ich lehre euch diese Zusammenhänge, damit ihr nicht zu denen gehört, die Meine Wahrheit verheimlichen, Meine Lehre entstellen oder Mein Gesetz entweihen, sondern zu denen, die mit der ganzen Liebe ihres Geistes den Samen, den Ich euch anvertraut habe, hegen und pflegen, welcher derselbe ist, der nach Meinem Willen zu allen Zeiten in den Herzen der Menschen erblühen sollte: als Liebe der Menschen untereinander.
23 Den Meister, der bei euch auf der Welt war, könnt ihr "Rabbi aus Galiläa" nennen, denn in jenem Lande wurde Er Mensch. Doch von dem Meister, der heute unsichtbar zu euch kommt, könnt ihr, obwohl es derselbe ist, nicht sagen, dass Er aus Galiläa ist, denn Ich komme im Geiste.
24 Meine neuen Unterweisungen sind die Bestätigung jener, die Ich euch in der Zweiten Zeit gab, aber sie sind noch weitreichender. Bedenkt: Damals sprach Ich zum Herzen der Menschen, jetzt dagegen spreche Ich zum Geiste.
25 Ich verleugne keines Meiner Worte, die Ich euch in der Vergangenheit gab, im Gegenteil, Ich gebe ihnen die gebührende Erfüllung und die richtige Auslegung. Ebenso sagte Ich damals den Pharisäern, die glaubten, dass Jesus das Gesetz zerstören wolle: "Denkt nicht, dass Ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, im Gegenteil, Ich komme, um sie zu erfüllen". Wie könnte Ich jenes Gesetz und die Prophetien verleugnen, da sie doch das Fundament des Tempels sind, der in drei Zeitaltern in den Herzen der Menschen errichtet werden musste, und die Ankündigung Meines Kommens zur Welt?
26 Solange die Menschen in ihrer Blindheit und in ihrer Unwissenheit verharren, werden sie Anlass dafür sein, dass Gott, der vor allem Vater ist, sich gegenüber Seinen Kindern vermenschlichen, begrenzen und verkleinern muss, um verstanden werden zu können. Wann werdet ihr zulassen, dass Ich Mich vor euch mit der Herrlichkeit zeige, in der ihr Mich schauen sollt?
27 Ihr müsst groß sein, um euch Meine Größe vorstellen zu können, und um dessentwillen komme Ich immer wieder, um euch geistige Größe zu geben, damit ihr die unendliche Wonne erfahren könnt, euren Vater kennenzulernen, Seine Liebe zu spüren, das Göttliche Konzert zu hören, das über euch erklingt.
28 Dies ist die Dritte Zeit, geliebte Jünger, und daher müsst ihr den vorangegangenen Lektionen eine weitere hinzufügen. Vieles habt ihr zu studieren, aber seid unbesorgt, denn die Unterweisung dieser Zeit wird euch die der vergangenen Zeiten besser verstehen lassen. Ebenso war es bei denen, die sich nach dem Gesetze Moses richteten, die Propheten studierten und den Wesenskern der Lehren erst begriffen, als Jesus kam.
29 Statt der Psalmen, die ihr in der Ersten Zeit eurem Vater lobsanget, haltet ihr heute geistige Zwiesprache mittels des geistigen Gebets.
30 Wie langsam geht die Menschheit der Vollkommenheit ihrer Gottesverehrung entgegen!
31 Immer, wenn Ich zu euch mit einer neuen Lektion komme, erscheint sie euch eurer Entwicklungsstufe allzu weit voraus. Doch begreift, dass Ich euch ein Zeitalter zur Verfügung stelle, damit ihr sie, solange es währt, erfassen und in euer Leben aufnehmen könnt.
32 Immer, wenn der Tod das Dasein eurer Körperhülle beendet, ist dies wie eine Erholungspause für die Seele, die, wenn sie sich wieder inkarniert, mit neuen Kräften und größerem Lichte zurückkehrt und das Studium jener göttlichen Lektion fortsetzt, das sie nicht abgeschlossen hatte. Auf diese Weise reift im Verlauf von Zeitaltern der Weizen, welcher eure Seele ist. Vieles habe Ich euch in Bezug auf das Geistige Leben offenbart, doch Ich sage euch, dass ihr jetzt noch nicht alles wissen müsst, sondern nur das, was für euer Kommen zur ewigen Heimat wesentlich ist. Dort werde Ich euch all das sagen, was euch zu wissen bestimmt ist.
33 Um euch in dieser Zeit neue Lehren zu offenbaren, eröffnete Ich die Zeit des Lichtes und des Geistes mit Meiner Kundgabe durch die Verstandesorgane von ungebildeten und unwissenden, aber schlichten Menschen. Morgen, wenn ihr Meine ersten Lektionen verstanden und zur Anwendung gebracht habt, werdet ihr die Zwiesprache von Geist zu Geist haben, welches das höchste Ziel ist, das ihr erstreben könnt. Doch bis sich diese Form der Verständigung unter den Menschen verbreitet, wird noch Zeit vergehen, und ihr wisst nicht, wie viele Zeitalter noch vorübergehen werden, bis sie vollkommen geworden ist.
34 Zu allen Zeiten habe Ich eine Form gesucht, zu euch zu sprechen, Mich hörbar und verständlich zu machen, aber nicht immer seid ihr geneigt oder bereit gewesen, die göttliche Stimme zu hören. Angesichts eurer Erdgebundenheit musste Ich Mich vermenschlichen und euren Sinnen wahrnehmbar machen, um gefühlt zu werden, um euch Meine Kundgabe durch den menschlichen Stimmträger zuteil werden zu lassen, wie ihr es in dieser Zeit erlebt habt. Doch Ich habe euch angekündigt, dass diese Form der Kundgabe 1950 enden wird.
35 Volk, vergiss nicht, dass euch euer Vater an diesem Tage gesagt hat, dass Er immer einen Weg, sich euch mitzuteilen, gesucht hat, damit ihr erkennt, dass wenn ihr morgen Mein Wort nicht mehr durch Meine Werkzeuge empfangt, ihr einen neuen Zeitabschnitt erreicht habt, in welchem ihr die wahre Kommunikation zwischen eurem Geist und dem Göttlichen Geist zu ahnen beginnen werdet.
36 In der heutigen Zeit frohlocken die Seelen, die die Gegenwart des Heiligen Geistes in jenem Lichte spüren, das den Verstand erleuchtet und die Herzen mit Wonne und Inspiration erfüllt. Jene, die ihre Empfindsamkeit nicht genügend erweckt haben, um Mich wahrzunehmen, haben Durst und ermangeln des Friedens. Dazu sage Ich denen, die die Göttliche Inspiration empfangen, dass sie ihre Mitmenschen herbeirufen und sie durch die gute Kunde von Meinem geistigen Kommen wachrütteln.
37 Dies Leben ist eine beständige Prüfung für den Menschen, vom Augenblick an, da er geboren wird, bis zum irdischen Tode.
38 Das menschliche Leben ist für den Geist der Schmelztiegel, in dem er sich läutert, und der Amboss, auf dem er geschmiedet wird. Es ist unerlässlich, dass der Mensch ein Ideal in seinem Geiste hat, Glauben an seinen Schöpfer und Liebe zu seiner Bestimmung, um sein Kreuz mit Geduld bis zum Gipfel seines Kalvarienberges zu tragen.
39 Ohne Glauben an das ewige Leben gerät der Mensch in Verzweiflung bei all den schweren Prüfungen, ohne hohe Ideale versinkt er im Materialismus, und ohne Kräfte, um eine Enttäuschung zu ertragen, geht er in der Mutlosigkeit oder im Laster zugrunde.
40 All dies wissen die Menschen aus eigener Erfahrung, denn es ist notwendig gewesen, dass sie die leidvolle Seite des Lebens und die Finsternis kennenlernten, damit sie das Licht wahrnehmen können, wenn ihnen dieses vor Augen kommt. Darum habe Ich euch an diesem Tage gesagt, dass Jubel in den Seelen ist, die ihre Augen geöffnet haben, um das göttliche Licht der Weisheit und der Liebe zu schauen.
41 Wahrlich, Ich sage euch, viele werden Meine Lehre fliehen aus Angst davor, sich zu vergeistigen; doch es wird weder die Vernunft noch der Geist sein, der in ihnen spricht, sondern die niederen Leidenschaften des Fleisches.
42 Wenn ein Geist der Wahrheit zugetan lebt, flieht er den Materialismus wie jemand, der sich aus einer verseuchten Umgebung entfernt. Der hochstehende Geist findet sein Glück in der Moral, dort, wo Friede regiert, wo die Liebe wohnt.
43 Mein Licht strahlt in allen Menschen, es ist eine unerbittliche, aber gütige Stimme, die unablässig zu allen Menschen spricht.
44 Seid nicht besorgt um jene, die sich dem Anschein nach darauf versteifen, Mich nicht anzuhören, denn im gegebenen Augenblick können sie in ihrer Bekehrung und ihrem Glauben die Inbrünstigsten und Standhaftesten werden. Erinnert ihr euch nicht an die Bekehrung des Paulus?
45 Ich tue keine übereilten Schritte. Ich weiß, dass Mich Meine Kinder inmitten der Ewigkeit irgendeinmal suchen werden im Verlangen nach Erlösung. Nur die Menschen müssen sich beeilen, denn je länger sie ihre Erneuerung hinauszögern, desto mehr verlängern sie ihre Sühnezeit.
46 Das Licht dieser Dritten Zeit hat eure Herzen mit dem lebendigsten Glücksgefühl erfüllt, die Hoffnung auf Frieden in der Welt ersteht in euch aufs neue. Täglich beschäftigt ihr euch mehr mit den Werken eures Herrn im wachsenden Verlangen danach, bei diesem Werke der Vergeistigung mitzuarbeiten. Wahrlich, Ich sage euch, Ich werde euch alle Zeit, die ihr auf Mein Werk verwendet, belohnen. Doch vernachlässigt nicht eure Pflichten auf Erden, um euch dem Geistigen zu widmen, bis ihr sicher seid, dass Ich es euch befohlen habe. Dann müsst ihr nicht nur eure Arbeit, sondern sogar eure Angehörigen hinter euch lassen, um nach der einen oder andern Gegend aufzubrechen und euren Mitmenschen die Frohe Botschaft zu bringen.
47 Unter diesem Volke werden jene erstehen, die sich Meinem Dienste widmen. Sie bereiten sich vor, um nicht morgen in den Prüfungen wankend zu werden. Nicht das ganze Volk versteht sich für den Kampf vorzubereiten, denn ihr seht ja, dass viele, die Mein lebendiges Wort hörten, davon unberührt blieben, und dass ihr Herz nicht zu gehorchen bereit ist.
48 Wenn ihr doch die Lichtgeister sehen könntet, die über euch wachen, wie sie angesichts der Herzenshärte und des Ungehorsams des Volkes leiden; wenn ihr deren geistiges Schluchzen hören könntet! Warum richtet ihr euch nicht nach dem unfehlbaren Rat, den diese Wesen euch geben? Habt ihr in ihnen nicht euren liebevollen und mitfühlenden Bruder gefunden, euren treuen und selbstlosen Freund?
49 Bedenkt, dass ihr sehr bald im Geistigen sein werdet und dass ihr das, was ihr auf dieser Erde gesät habt, auch ernten müsst. Der Schritt von diesem Leben in das andere bleibt weiterhin ein ernstes und strenges Gericht für den Geist. Niemand entgeht diesem Gericht, auch wenn er sich für den würdigsten Meiner Diener hält.
50 Mein Wille ist es, dass ihr von dem Augenblick an, an dem ihr jene unendliche Heimat betretet, nicht mehr die Ängste der Erde erlebt und ihr die Beglückung und die Wonne zu fühlen beginnt, eine weitere Stufe erklommen zu haben.
51 Lasst nichts unvollendet auf der Welt. Liebt die Menschen wie eure eigene Familie. Betet für die Menschen, so fernestehend sie euch auch sein mögen, so wie ihr betet, wenn einer der Euren abwesend ist und leidet. Heilt den Kranken, und während ihr es tut, denkt an all jene, die in jener Stunde den Kelch des Leidens trinken. Lasst während eures ganzen Weges auf dem weiten Meer, das ihr durchquert, durch euer Leben eine Lichtspur zurück. Schlaft nicht, während Mein Licht die Gewissen erleuchtet. Bedenkt, dass jene, welche wachen, Meine Inspiration empfangen, um Meine Botschaft hernach an ihre Mitmenschen weiterzugeben. Trennt euch von allem Unnützen und Schlechten, damit ihr zu jedem Zeitpunkt würdig seid, Meine Gnade zu besitzen.
52 Empfanget die Seele in eurer Mitte, die zur Erde kommt, um in einem Kindlein zu inkarnieren, und stehet ebenso auch der Seele mit eurem Gebete bei, die sich von ihrem Körper löst und von euch Abschied nimmt. Geleitet sie mit eurem Gebete bis zu den Schwellen des Jenseits. Liebt eure Nächsten und dient ihnen zu jeder Stunde und in jeder schwierigen Lage, die sie durchleben sollten.
53 Lebt immer geistig wachsam, damit ihr denen von Herzen vergeben könnt, die euch verletzt haben. Denkt im voraus darüber nach, dass wer seinen Bruder verletzt, dies nur tut, weil es ihm an geistigem Lichte mangelt, und Ich sage euch, dass die Vergebung das einzige ist, was in jene Herzen Licht bringen kann. Groll oder Rache vermehren die Finsternis und ziehen das Leid herbei.
54 Seid klug und tapfer in den Prüfungen, damit ihr diesen Samen in den Herzen eurer Kinder zurücklasst und sie sich mit Zuneigung und Dankbarkeit an euch erinnern, so wie ihr der Patriarchen der Ersten Zeiten gedenkt, die euch ihr Erbe an Glauben, an Tapferkeit hinterließen, wie es bei Abraham war, den ein ganzes Volk als Vater anerkannte und liebte.
55 Heute sind es Ratschläge, die Ich euch gegeben habe, doch es sind Himmlische Ratschläge. Denn Ich habe Meine Freude daran, als Vater zu euch zu sprechen, da Ich in Meinem Geiste eure Kindesliebe fühle.
56 Volk, zu seiner Zeit taufte Johannes, der auch der Täufer genannt wird, diejenigen mit Wasser, die an seine Weissagung glaubten. Diese Handlung war ein Sinnbild für die Reinigung von der Ur-Schuld. Er sagte den Menschenscharen, die zum Jordan kamen, um die Worte des Wegbereiters zu hören: "Siehe, ich taufe euch mit Wasser, doch schon ist Jener auf dem Wege, der euch mit dem Feuer des Heiligen Geistes taufen wird".
57 Aus diesem Göttlichen Feuer wurden alle Geister geboren, sie gingen rein und lauter daraus hervor. Doch wenn sie sich auf ihrem Wege mit der Sünde befleckt haben, welche der Ungehorsam mit sich brachte, so ergießt sich aufs neue das Feuer Meines Geistes auf sie, um ihre Sünde zu vernichten, ihre Flecken auszulöschen und ihnen ihre ursprüngliche Lauterkeit zurückzugeben.
58 Wenn ihr diese Geistige Taufe, statt sie als die Läuterung zu verstehen, die der Mensch durch einen Akt aufrichtiger Reue gegenüber seinem Schöpfer erlangt, in einen Ritus verwandelt und ihr euch mit dem Symbolgehalt einer Handlung begnügt — wahrlich, Ich sage euch, dann wird euer Geist nichts erreichen.
59 Wer so handelt, lebt noch in den Zeiten des Täufers, und es ist, als ob er nicht an dessen Prophetien und Worte geglaubt hätte, die von der Geistigen Taufe sprachen, vom Göttlichen Feuer, durch das Gott Seine Kinder läutert und im Lichte unsterblich macht.
60 Johannes rief die Menschen als Erwachsene zu sich, um jenes Wasser als Sinnbild der Läuterung auf sie zu gießen. Sie kamen zu ihm, als sie sich bereits ihrer Handlungen bewusst waren und schon den festen Willen haben konnten, auf dem Wege des Guten, der Rechtschaffenheit und der Gerechtigkeit zu bleiben. Seht, wie die Menschheit es vorgezogen hat, den symbolischen Akt der Läuterung mittels Wasser zu vollziehen, statt wahrhaftiger Erneuerung durch Reue und den festen Vorsatz zur Besserung, welche aus der Liebe zu Gott geboren werden. Die rituelle Handlung bedeutet keine Anstrengung; hingegen das Herz läutern und darum ringen, rein zu bleiben, bedeutet für den Menschen sehr wohl Anstrengung, Entsagung, und selbst Opfer. Darum haben die Menschen es vorgezogen, ihre Sünden dem äußeren Anschein nach zuzudecken, indem sie sich mit der Einhaltung von Zeremonien, bestimmten Handlungen und Riten begnügten, die ihre moralische oder geistige Verfassung nicht im geringsten verbessern, wenn bei ihnen nicht das Gewissen mitspricht.
61 Jünger, das ist der Grund, weshalb Ich nicht will, dass unter euch rituelle Handlungen stattfinden, damit ihr durch deren Vollzug nicht das vergesst, was tatsächlich auf die Seele einwirkt.
62 Die Ursünde stammt nicht aus der Vereinigung von Mann und Frau. Ich, der Schöpfer, ordnete diese Vereinigung an, als Ich beiden sagte: "Wachset und mehret euch". Dies war das erste Gesetz. Die Sünde lag im Missbrauch, den die Menschen von der Gabe der Willensfreiheit gemacht haben.
63 Bereitet euch, um in eurer Mitte weiterhin die Kinder zu empfangen, die Ich euch anvertraue. Seid euch eurer Aufgabe und eurer Verantwortung voll bewusst. Dies Licht werdet ihr in Meiner Lehre finden.
64 Wisset, dass die Seele, wenn sie inkarniert, alle ihre Fähigkeiten mitbringt, dass ihre Bestimmung bereits niedergeschrieben ist, und dass sie daher nichts auf der Welt erst empfangen muss. Sie bringt eine Botschaft mit oder eine Sühneaufgabe. Manchmal erntet sie eine (gute) Saat, und ein andermal bezahlt sie eine Schuld. Aber immer empfängt sie in diesem Leben eine Lektion der Liebe, die ihr ihr Vater gibt.
65 Ihr, die ihr eure Kinder durch dies Leben geleitet, sorget dafür, dass sie, wenn die Zeit kindlicher Unschuld vorüber ist, den Weg Meines Gesetztes beschreiten. Erweckt ihre Gefühle, offenbart ihnen ihre Fähigkeiten und regt sie immer zum Guten an, und wahrlich, Ich sage euch, wen ihr Mir in dieser Weise zuführt, der wird von dem Lichte überströmt werden, das von jenem göttlichen Feuer ausstrahlt, welches Meine Liebe ist.
Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band IV - Unterweisung 98


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IV - Unterweisung 83 - 110 
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Unterweisung 98:
 
 1 Ich gebe euch die Frucht des Weinstocks, damit ihr euch an Meiner Liebe nährt, Schmerzen und Mühsale vergesst und fühlt, dass ihr, während Ich euch Mein Wort gebe, bei Mir im Heim des Friedens wohnt. Empfinde Meine Gegenwart, Volk, nutze diese Zeit, und wenn ihr während derselben eure Verfehlungen wiedergutmachen wollt, so lernt von Mir, denn Ich gebe euch derzeit die Gelegenheit, euch geistig zu erheben.
2 Ihr Menschen im reifen Alter und ihr Greise, beklagt nicht die Zeit, die ihr vorübergehen ließet, ohne Mich gehört zu haben; heute seid ihr bei Mir. Wenn ihr Mich liebt, werdet ihr in kurzer Zeit Meine Unterweisung kennenlernen und sie nutzen können. Ihr seid bereits auf dem Weg und könnt mit eurer Aufgabe beginnen, und euer Führer wird die Stimme eures Gewissens sein. Ich werde vor euch hergehen, und es wird keine Prüfung geben, so schwer sie auch sei, die euch von Mir scheidet. Wenn ihr Mich liebt, so wendet euch nicht zurück; denn euer Glaube soll leuchten wie eine neue Morgenröte, und ihr werdet den Weg erkennen, den ihr in Licht gebadet zurücklegen sollt.
3 Seid ihr bereit, Mir nachzufolgen, auch wenn ihr zu leiden habt? Falls ihr von euren Mitmenschen gefragt werden solltet, würdet ihr dann antworten und sagen, dass ihr Meine Jünger seid und dass ihr Mir aufgrund eures Glaubens nachfolgt? Hättet ihr den Mut, diese Beweise (von Glauben) zu geben? Überlegt es und denkt daran, dass wenn ihr Meine Jünger seid, ihr euch vervollkommnen müsst, um ein wahrhaftiges Zeugnis von Meiner Lehre abzulegen.
4 Ich werde Meine Botschaft zu allen Nationen gelangen lassen. Alles ist dafür vorbereitet, dass Meine Vorhaben Wirklichkeit werden; doch der größte Beweis, den Ich den Menschen von Meiner Macht und Meiner Liebe gebe, wird der sein, ihre Selbstsucht in aufrichtige Liebe zueinander umzuwandeln.
5 Durch die Liebe werden sie große Werke vollbringen. Ohne Unterscheidung der Rassen oder der Abstammung werde Ich alle rufen, um euch eine Aufgabe in diesem Werke zu geben.
6 Den nach Wissen und nach Vergeistigung sich Sehnenden sage Ich: Hört Mein Wort und erkennt seinen Wesenskern. Lest im großen Buch des Lebens und studiert, denn es gibt eine Lektion, die für einen jeden Meiner Jünger bestimmt ist.
7 Doch hütet euch davor, Bücher zu lesen, in denen man Mein Wort oder die Prophetien verfälscht hat, und auch in jenen, in denen man den göttlichen Offenbarungen verdrehte Auslegungen gegeben hat. Lasst nicht zu, dass ein falsches Licht in euren Geist eindringt. Wenn ihr die Wahrheit erkennen wollt, so bereitet euch innerlich, und eure Intuition sowie die Empfindsamkeit eures Geistes werden euch, vom Gewissen geleitet, immer die Wahrheit offenbaren.
8 Dies Buch, das Ich in der Dritten Zeit für euch schreibe — macht Gebrauch von ihm und legt seine Lehren richtig aus, und ihr werdet erleben, dass sein Licht Schatten zerstreut und dass jedes Geheimnis aufgeklärt wird. Dann werdet ihr Meine Gegenwart fühlen und Meine Stimme auf dem Grunde eurer Seele wahrnehmen, wie sie zu euch spricht und euch unterweist.
9 Denkt daran, dass ihr kein Werk oder irgendeinen Gedanken verbergen könnt, den Ich nicht kenne. Doch wenn ihr häufig durch die Welt in Versuchung geführt werdet, welche euch anzieht und euch in Ketten legt, wobei euch zuweilen die Kraft fehlt, das Böse zurückzuweisen, so nehmt dann eure Zuflucht zu Mir, damit ihr aus Meinen Unterweisungen lernt, jene Vollmacht zu gebrauchen, die Ich euch über die Welt und über das Fleisch gegeben habe; und wenn ihr dann gesiegt habt und den Frieden des Herzens zurückgewonnen habt, könnt ihr euer Werk fortsetzen.
10 Wenn euch Vorbilder fehlen, so wendet euch Mir zu und sucht in Mir, was ihr benötigt, und Ich werde euch Kraft geben, damit ihr das Ziel erreicht, auf das Ich euch hingewiesen habe. Mit welcher Vaterfreude werde Ich auf das Kind blicken, das Mich zum Vorbild nimmt und Mich durch seine Taten verherrlicht! Arbeitet unablässig für die Menschen, und nachdem ihr all das Gute getan habt, dessen ihr fähig seid, denkt nicht an Belohnungen und erwartet nicht irgendeinen Lohn auf der Welt. Bedenkt, dass nur Ich eure Werke kenne und zu bewerten weiß, um euch den gerechten Lohn zu geben. Auf diese Weise — durch große Mühsal und wirkliche Verdienste — werdet ihr es erreichen, den Platz einzunehmen, den Ich für euren Geist bereithalte.
11 Männer und Frauen aus fernen Ländern werden zu euch kommen und zu Meinen Jüngern werden. Doch wenn sie sich von Meinem Lichte erfüllt fühlen, werden sie zu ihren Völkern, ihren Nationen
zurückkehren, um ihren Brüdern Meine Lehre zu bringen. Dasselbe geschah in der Zweiten Zeit, als viele Ausländer sich Mir nahten, angezogen vom Gerücht über die Wunder Jesu, und als sie Mein Wort hörten und Meine Werke miterlebten, wurden sie von Meiner Wahrheit überzeugt und bekundeten bei der Rückkehr in ihre Länder, dass Ich der Messias sei.
12 In der heutigen Zeit kommt die Mehrheit der Menschen zu Mir, weil der Schmerz sie das Heilmittel suchen lässt, das sie nur in Meiner Macht finden können. Sie klagen über ihre Armut, ohne zu wissen, was sie alles in ihrem Geiste besitzen. Ihre einzige Armut besteht darin, dass sie sich nicht bewusst geworden sind, was sie mit sich führen, und in der Unwissenheit über die Geistesgaben, die sie in sich bergen. Wenige sind derer, die Mich um Licht für ihren Geist bitten, in der Mehrheit suchen sie Mich, um Mich um Kleinigkeiten zu bitten, die dem menschlichen Leben zugehören — jene Dinge, die Ich immer obendrein gebe, nachdem Ich ihren Geist mit Meiner Vaterliebe überströmt habe.
13 Eines nach dem andern empfangt ihr nun die Erkenntnis, die euch ein Licht enthüllt, das ihr, obschon es in euch ist, nicht schautet. Dies Licht ist euer Gewissen. Wer es zu entdecken und sich in diesem inneren Spiegel zu betrachten vermag, wird demütig und fühlt sogleich das Band, das ihn mit seinem Schöpfer vereint.
14 Manche glauben sich zu kennen; denn da sie um die vielen Gaben wissen, die der Mensch in seinem Geiste besitzt, blähen sie sich vor den Unwissenden auf, bilden sie sich etwas auf ihre eigene Größe ein, werden sie herrschsüchtig, und schließlich gehen sie an der Finsternis ihres Hochmuts zugrunde. Sie verstehen nicht, dass die Seele im Gewissen die geheime Schatzkammer Gottes besitzt, und dass man diese nur mit Ehrfurcht betreten darf.
15 Selbst hier unter Meinen Arbeitern — wie viele gibt es, die, ohne Meine Lehre verstanden zu haben, sich für höhere Wesen hielten, der Bewunderung und Huldigung würdig, als sie sich mit einer Geistesgabe begnadet wussten. Hierzu frage Ich euch, ob ihr es gutheißen könnt, dass ein hochstehender Geist sich etwas auf seine Gaben einbildet, wo doch die Demut und die Nächstenliebe die wesentlichen Eigenschaften sind, die er haben muss.
16 Bringt im Stillen und in der Einfachheit eures Lebens jede Meiner Lehren zur Anwendung und ihr werdet in eurer Seele jenes Licht erscheinen sehen, das ihr noch nicht kennt, weil der Schleier der Materie und die Oberflächlichkeit, die euch umgibt, nicht zugelassen haben, dass es die Aufgabe erfüllt, die ihm im menschlichen Leben zukommt.
17 Studiert Meine Unterweisungen und verirrt euch nicht, damit ihr bei dem Versuch, die Wahrheit zu finden, nicht neuem Fanatismus anheimfallt.
18 Ich bin der Weg, der jenen einlädt, ihn zu begehen, der ihn vergessen hat. Auf ihn ist das Licht Meines Wortes ausgegossen, damit ihr es morgen lehren und von ihm Zeugnis ablegen könnt. Die Zeit wird vergehen, und viele werden auf der Suche nach den schlichten Häusern, in denen Ich Mich kundtat, herbeikommen, damit ihr ihnen die Form erklärt, in der Ich Mich Meinen neuen Jüngern zeigte, und die Wunder, die Ich unter euch tat. In eurem Verstande wird nur die Erinnerung an Mein Wort bleiben, und in euren Herzen nur der Widerhall Meiner göttlichen Ratschläge; doch auch die Schriften für die Nachwelt werden überdauern. Schon bereite Ich jene zu, die Mein Wort nicht vernahmen, damit sie die Wege finden, die sie zu Meinen Jüngern und Zeugen hinführen. Wie viele werden weinen, weil sie Mich nicht gehört haben! Doch ebenso sage Ich euch: Wie viele von denen, die Mich gehört haben, werden weinen, weil sie nicht an sich gearbeitet haben! Und wenn sie erleben, dass Mein Wort sich nicht mehr kundgibt, werden sie ihren Blick auf die Stelle richten, an welcher der Stimmträger Platz nahm, um das Göttliche Wort wiederzugeben, und dann werden sie nur die Leere sehen.
19 Die Jahre gehen schnell dahin, und bald werdet ihr Mich nicht mehr hören. Darum sage Ich euch: Lasst Mich euch heilen, liebkosen und trösten, lasst Mich euch lehren. Ich kam, um euch zugerüstet zurückzulassen. Doch wenn ihr schwach im Glauben und im Wollen bleiben solltet, werdet ihr euch immer krank fühlen — und wer wird euch dann heilen und euch lehren, wie Ich es tat?
20 Durch Mein Wort nähere Ich Mich euch immer mehr, und gleichzeitig führe Ich euch an die vollkommene Zwiesprache mit Meinem Geiste heran. Denkt über Meine Manifestationen in vergangenen Zeiten nach, und ihr werdet entdecken, dass Ich Immer eine Form gesucht habe, Mich eurem Geiste kundzutun und ihm Meine Botschaften zukommen zu lassen als ein Zeugnis der göttlichen Liebe eures Vaters zu euch.
21 Eine neue Form der geistigen Kundgabe erlebt ihr in dieser Zeit, obwohl sie jener sehr ähnlich ist, die Ich in vergangenen Epochen gebrauchte. Jetzt befindet ihr euch in einer wunderbaren Zeit des Lichtes, in welcher der Mensch die Stimme Meines Geistes durch die vielen geistigen Gaben und Fähigkeiten vernehmen kann, die er besitzt.
22 Wahrlich, Ich sage euch, sowohl in der Verzückung, als auch durch das Gebet oder selbst durch den körperlichen Schlaf könnt ihr Offenbarungen und Botschaften des Geistigen Reiches empfangen, wenn ihr euch dafür aufnahmebereit zu machen versteht. Doch hat es euch an Zurüstung und Glauben gemangelt, um diese Gaben nutzen zu können, und so musste Ich Seher und Propheten zubereiten, die euch Zukünftiges verkünden, die euch wach halten und euch ermahnen, damit ihr wacht und betet.
23 Glaubt ihr, dass dieser Mensch, durch den Ich Mich kundtue, es ist, der euch das Wort gibt? Entdeckt seinen Sinngehalt, und ihr werdet erkennen, dass es euer Meister ist, der zu euch spricht. Meint ihr, dass der Geist Gottes in den Stimmträger eindringt, während er spricht? Auch dies trifft nicht zu. Ich habe euch gesagt, dass Mir ein Strahl Meines Lichtes genügt, um diese Verstandesorgane zu erleuchten und zu inspirieren und dabei auf ihre Lippen einen unerschöpflichen Strom von Worten tiefer Bedeutung zu legen als Beweis Meiner Gegenwart und Meiner Wahrheit, um des Ungläubigen willen. Hört Mir während dieser Zeit aufmerksam zu, und ihr werdet für die kommenden Zeiten und Prüfungen gestärkt sein.
24 Bereitet euer Herz, sammelt euren Geist und macht euren Verstand aufnahmebereit, um Mein Wort zu hören und zu bewahren.
25 Seht, wie das Buch der geistigen Unterweisung seine Seiten öffnet, um euch eine neue Unterweisung zu zeigen. Verwirklicht zuerst die einfachen Lektionen, damit ihr morgen die großen Lektionen in die Tat umsetzen könnt. Ihr müsst begreifen, dass ihr, um Meister zu werden, zuerst Schüler und Jünger sein müsst.
26 Heute studiert ihr die ersten Worte, und durch sie versteht ihr nach und nach diese Lehre; denn beim Beten habt ihr geistige Zwiesprache mit Mir, wenn ihr Mir sagt: "Meister, wir folgen Deiner Spur und bitten Dich, dass Du uns auf unserem Wege begleitest, dass Du uns vor Gefahren bewahrst, da wir auf Schritt und Tritt von den Versuchungen der Welt angefochten sind". Doch Ich sage euch, Jünger: Seid stark, gebraucht eure Vollmacht, um das Fleisch zu beherrschen.
27 Ich will aus euch eine starke und tugendhafte Familie voll Gehorsam heranbilden, die Ich mit Meiner Gnade und Meinen Wohltaten überschütte.
28 Die Stunde eures Zeugnisses von Meiner Kundgabe wird kommen, und die Menschen, von Natur aus ungläubig, werden Beweise von Mir verlangen, um zu glauben. Doch dann werde Ich ihnen sagen: Hier sind diese Meine Jünger, die Ich in ein neues Leben eintreten ließ. Sie sind der Beweis der Macht Meiner Unterweisung. Mein Wort hat ihren Geist geformt, und heute sind sie vorbereitet, um den Völkern der Erde Meine Lehren zu bringen. Wollt ihr zu jenen gehören, die Ich als Zeugnis Meiner Wahrheit gebrauchen kann? Dann bereitet euch darauf vor, geliebte Arbeiter. Ich vertraue auf euch. Ich werde Mich eurer Liebe bedienen, um bei jenen Wunder zu tun, für die ihr Mich bittet, und um eines Funkens Glaubens willen, den Ich bei euch sehe, werde Ich wunderbare Werke tun.
29 Ihr habt in dieser Zeit den Kelch des Leidens geleert; doch dies ist nicht zu eurem Schaden gewesen, dieser Schmerz ist wie ein wohltätiger Regen gewesen, der Meinen Samen in euren Herzen fruchtbar gemacht hat und euch einige verborgene Saiten in der Tiefe eures Wesens enthüllt hat.
30 Ich habe euch gesagt, dass ihr in dieser Zeit eine schwere Sühne durchlebt, weil ihr gegenüber Mir und euren Mitmenschen eine Schuld habt, die ihr nun begleicht. Dies ist der Grund, weshalb ihr schweigt und euren Kelch mit Liebe annehmt und euch damit begnügt, Mich nur um Kraft zu bitten, damit Mein Wille geschehe.
31 In der Welt werdet ihr nicht das Verständnis finden, das ihr in eurem Ringen und im Auf und Ab eures Lebens benötigt, denn die wahre Liebe und Barmherzigkeit sind noch nicht in den Herzen. Doch ihr, in Mir gestärkt, werdet über Dornen gehen mit einem Lächeln auf den Lippen und mit Frieden in euren Herzen.
32 Warum spricht der Meister soviel vom Schmerz zu euch? Weil die Zeit, die ihr durchlebt, eine Zeit des Gerichtes ist und alle menschlichen Geschöpfe ein schweres Kreuz tragen. Betrachtet die Nationen, die vom Kriege gepeitscht werden; es gibt in ihnen kein Herz, das dem Leid entkommen ist, denn nicht
einmal die liebesbedürftigen Kinder in ihrer Verletzlichkeit sind der Göttlichen Gerechtigkeit entgangen, welche den Menschen hilft, ihre Sünden zu sühnen und ihre Flecken abzuwaschen.
33 Zu allen Zeiten habe Ich Meine Saat in die Herzen der Menschen gesät und sie gehegt und gepflegt. Meine Aussaat in dieser Dritten Zeit wird nicht vergeblich sein, denn der Same wird in den Herzen erblühen.
34 Um einer geringen Anzahl von Herzen willen, die sich zurüsten, werde Ich Meine Gnade überreichlich ausgießen, um die Fundamente einer neuen Welt zu schaffen. Ich will euren Geist erheben, damit ihr versteht, worin eure Ähnlichkeit mit Meiner Göttlichkeit besteht.
35 Ich, der Herr der Welten und aller geistigen Heimstätten, dem alles Geschaffene gehorcht, sage euch in diesen Augenblicken, dass ihr Menschen nicht im Einklang mit Meinen Gesetzen gelebt habt, wodurch ihr geistig stehengeblieben seid. Dennoch erwartet Mein Geist eure Rückkehr zum wahren Weg und eure Vervollkommnung mit unendlicher Geduld. Lasst nicht Mich allein für euer Seelenheil kämpfen, und lasst auch nicht die Geistige Welt sich abmühen, ohne dass ihr mit ihr zusammenarbeitet. Tut nicht nur dem äußeren Anschein nach verdienstvolle Werke, strengt euch an, damit eure Handlungen Wahrhaftigkeit und Liebe enthalten.
36 Da ihr vom Augenblick eurer Erschaffung an Liebe empfangen habt, sollt ihr auch Liebe geben. Wenn Mein Vorbild euch eingeprägt ist, dann eifert Mir auch nach!
37 Im gegenwärtigen Zeitalter spricht das "Wort" Gottes zu euch, welches ewig ist, um euch zum Lichte zu führen. Ich kenne die Seele, die sich in jedem von euch verbirgt, und darum bin Ich der Einzige, der euch offenbaren kann, dass ihr bereits in andern Zeiten Zeugen Meiner Kundgaben an die Menschheit gewesen seid.
38 Ist es nicht so, dass ihr längst keine Anfänger mehr in Meiner Unterweisung sein solltet? Hat euer Vater nicht wirklich Grund dazu, wenn Er euch Seine Zeugen und Jünger nennt und euch vorbereitet, um der Menschheit diese Botschaft zu bringen?
39 Seht, wie alles vergeht, außer Meinem Wort. Seht die menschlichen Generationen, die heute die Erde bewohnen und morgen verschwinden. Betrachtet die Völker, die heute voller Glanz emporsteigen, welcher ewig zu währen scheint, und doch werdet ihr bald Zeugen ihres Niedergangs und ihres Zusammenbruchs sein. Alles Menschliche vergeht und hört auf zu sein. Nur Mein unwandelbares und ewiges Gesetz erstrahlt fort und fort in jeglichem Gewissen.
40 Ihr nennt diese Zeit das Zeitalter des Lichtes; doch dies geschieht nicht darum, weil Mein Licht erst jetzt den Geist oder den Verstand des Menschen erleuchtet hätte — dieses hat schon immer in jedem Geiste gestrahlt. Ich bin das Göttliche Gestirn, das sich niemals verbirgt. Doch wenn ihr heute seht, dass das geistige Licht wie nie zuvor in den Menschen erstrahlt, so kommt dies daher, dass sie jetzt aufgrund ihrer Entwicklung mit größerer Klarheit als in vergangenen Zeiten die Gegenwart des Geistigen Lebens wahrnehmen können.
41 Wenn die Menschen immer in Einklang mit Meinen Gesetzen gelebt hätten, hätten Meine neuen Offenbarungen sie niemals überrascht. Achtet darauf, wie jedes Mal, wenn Ich mit einer neuen geistigen Lektion gekommen bin, diese erörtert, bekämpft oder abgelehnt wurde.
42 Doch die Stunde des Erwachens naht, und dann werden überall Gruppen von Menschen auftauchen, die von einer neuen Offenbarung sprechen werden. Sie werden von ihren Nächsten ausgeforscht und gerichtet werden, die schließlich sagen werden, dass auf der Welt eine Plage von fremdartigen und unbekannten Sekten ausgebrochen sei. Gerade dann sollt ihr für alle beten und zugleich für die Erfüllung Meines Wortes danken; denn aufgrund der Lehre, die Ich euch offenbart habe, werdet ihr zu jenen gehören, die den Grund für all jene Erscheinungen verstehen. Aber ihr werdet auch zu denen gehören, die gegenüber der Menschheit die größte Verantwortung tragen.
43 Denkt daran, geliebte Jünger, in welchem Maße ihr euch geistig bereiten müsst, damit eure Sendboten, die das Licht Meiner Offenbarungen überbringen sollen, zu all jenen Orten gelangen können, wo die Menschen in Erscheinung getreten sind, die ihre Mitmenschen mit ihren geistigen Fähigkeiten in Erstaunen gesetzt haben.
44 Groß wird das Ringen für euch sein, denn ihr sollt euch nicht nur auf das Gebet, die geistige Versenkung und gute Wünsche beschränken, sondern sollt auch Werke der Barmherzigkeit tun.
45 Es wird nicht genügen, dass ihr sagt: "Ich glaube". Dies ist nicht genug. Der Glaube ist zwar unbedingt notwendig, aber es müssen andere Fähigkeiten, die ihr besitzt, entwickelt und vervollkommnet werden, sodass ihr Mein Wort nicht nur mit den Lippen bringt, sondern in euren Werken. Damit Meine Lehre in den Handlungen eures Lebens aufleuchtet, müsst ihr einen Teil eurer Zeit dem Studium und der Entfaltung eurer Geistesgaben widmen. Auf diese Weise werdet ihr die Prüfungen, die euch auf eurem Wege begegnen, mit Geduld ertragen und bei jeder derselben Meine Lehren zur Anwendung bringen. Wenn ihr soweit seid, werdet ihr die Frucht eurer Anstrengung und eures Verlangens nach geistiger Erneuerung ernten, und dieser Lohn wird die Stählung sein, die ihr für den Kampf gewinnt, für die Herrschaft über euch selbst und für die Liebe zu euren Mitmenschen.
46 Schlaft nicht länger, Jünger, begreift, dass die Menschheit im Begriffe ist, geistig zu erwachen, und sie euch nicht ungenügend zugerüstet antreffen soll. Auch will Ich nicht, dass ihr euch aufmacht, ohne zuvor all das erworben zu haben, was nötig ist, um einer Meiner wahren Soldaten zu sein. Nutzt diese Augenblicke des Friedens, in denen ihr Meine Unterweisung empfangt, und wandelt immer im Schutze dessen, was ihr in ihnen gelernt habt. Bemüht euch, immer mehr in die offenbarten Lehren einzudringen, doch versucht nicht, das zu ergrübeln, was euch bis heute nicht gesagt worden ist.
47 Als der Geist Elias' den Verstand von Roque Rojas inspirierte, hatten die ersten Zeugen jener Kundgebungen keine Vorstellung von der Gnade, welche den nachfolgenden Generationen beim Hören Meines Wortes zuteil werden würde, noch begriffen sie, dass ein neues geistiges Zeitalter für die Menschheit anbrach. Euer Meister war es, der den Menschenscharen im Verlaufe Seiner Unterweisung die Größe dieses Werkes offenbarte. Er war es, der ihnen begreiflich machte, dass eine neue Zeit voll Licht und Glanz ihren Anfang nahm.
48 Der Geist des Menschen, durch die Leidenschaften in ein Chaos geführt, denkt, dass nur ein göttliches Wunder die Menschen retten kann, aus deren Herzen der Friede geflohen ist, seit sie die Hoffnung und den Glauben an die Liebe, an die Gerechtigkeit und an die menschliche Vernunft verloren haben.
49 Diese innere Leere, welche die Menschen Mir in ihrer Seele vor Augen führen, will Ich mit dem Lichte dieser Unterweisung ausfüllen, welche dem Anschein nach neu, aber in Wirklichkeit ewig bestehend ist. Diese Lehre bringt den Geistern und den Herzen Licht, weil sie den ganzen Inhalt jenes Gebotes offenbart, das Ich Meine Apostel lehrte: sich untereinander zu lieben. Ich erkläre euch derzeit den Sinngehalt jener höchsten Lebensregel, deren Bedeutung von eurem Verstande nicht erfasst wurde, und zwar deshalb, weil das Wort Christi in dieser Zeit für viele Menschen ein totes Wort gewesen ist. Doch sie wissen nicht, dass es im Gewissen aller Menschen lebt und dass es zu seiner Zeit voller Glanz aus der Tiefe eben jener Herzen empordringen wird, die zuvor wie ein Grab für dasselbe waren.
50 Glaubt ihr, dass ihr Mein Gebot, einander zu lieben, erfüllt, wenn ihr eure Liebe egoistisch auf eure Familie beschränkt? Glauben die Religionsgemeinschaften, jenes höchste Gebot zu erfüllen, wenn sie nur ihre Gläubigen anerkennen und jene ablehnen, die zu einer andern Sekte gehören? Die großen Völker der Welt, die mit Zivilisation und Fortschritt prahlen — können sie etwa behaupten, dass sie geistig Fortschritt erreicht und jene Anweisung Jesu befolgt haben, wenn ihr ganzes Streben darin besteht, sich für einen brudermörderischen Krieg vorzubereiten?
51 Ach ihr Menschen, nie habt ihr den Wert Meines Wortes zu schätzen gewusst, noch habt ihr euch an den Tisch des Herrn setzen wollen, weil er euch allzu bescheiden erschien! Dennoch erwartet euch Mein Tisch weiterhin mit dem Brot und dem Wein des Lebens für euren Geist.
52 Niemand wird sagen können, dass Ich euch wegen Meines Todes zur Rechenschaft zog. Kaum erkennt ihr, dass ihr eure Sünden noch nicht wirklich bereut, und schon klopft Meine Hand, dieselbe, die ihr am Kreuz durchbohrt habt, aufs neue an eure Tür. Begreift, Jünger, dass es Meine Liebe ist, die euren Geist ruft.
53 Meine Liebe muss euch besiegen, Ich habe keine andere Waffe. Wenn ihr glaubt, dass Ich Mich auch des Schmerzes bediene, um euch zu beugen und zu überwinden, so irrt ihr euch. Den Schmerz schafft ihr, und durch ihn richtet ihr euch. Ich bin Der, der euch vom Leid und vom Tode errettet.
54 Jünger, Ich überlasse euch eine weitere Meiner Unterweisungen. Doch diejenigen, die sich innerlich zuzubereiten verstehen, werden jene sein, die Meine Gegenwart tiefer empfinden, obwohl Meine Gnade auf alle in gleicher Weise ausgegossen ist. Die, welche keine Vergeistigung empfunden haben,
während sie Mein Wort hören, fordere Ich auf, sich zuzurüsten, damit sie sich des göttlichen Wesensgehalts erfreuen und diese Botschaft nutzen können, bevor Meine Kundgabe unter euch endet. Denkt daran: Wenn jene Stunde kommen sollte, ohne dass euer Herz sich wirklich gelabt und genährt hat, so wird euer Glaube nicht groß sein im Kampfe, noch wird eure Liebe brennend sein können, wenn ihr Meine Wahrheit bezeugt.
55 Wahrlich, Ich sage euch, Ich will nicht Schmerz in euren Herzen, noch möchte Ich eure Worte der Reue vernehmen müssen. Mein Wunsch ist, dass wenn Ich euch Mein Wort zum letzten Mal durch dieses Sprachrohr gebe, ihr Mir sagen könnt: "Meister, hier sind wir, uns geschehe nach Deinem Willen".
56 Niemandem fehlt Mein Licht. Außer durch Meine Unterweisung spreche Ich zu euch durch eure Träume, die ihr Offenbarungen nennt, weil ihr wisst, dass Ich euch in ihnen tiefe Lehren offenbare, die ihr durch kein anderes Mittel erfahren könntet. Doch begreift, Jünger, dass alles Wissen, das von Mir zu euch gelangt, eine Offenbarung ist. Legt dem Mittel oder der Form, die Ich gebrauche, um euch Meine Botschaften zu geben, keine Bedeutung bei.
57 Zu Recht habe Ich euch Kinder des Lichtes genannt; aber die meisten von euch wollen ihren Weg durchaus blind gehen — nicht, weil der Weg finster ist, sondern weil ihr eure Augen vor der Wahrheit verschlossen halten wollt. Wollt ihr warten, bis andere, die dies Wort nicht einmal gehört haben, vor denen erwachen, die Meine Stimme gehört haben? Es wäre traurig, wenn jene Meine neuen Jünger von ihren Irrtümern befreiten.
58 Ich mache die Propheten der Dritten Zeit nun mit ihren Geistesgaben bekannt, damit sie der Menschheit diese Gute Botschaft verkünden. Doch sie sollen wissen, dass sie Vergeistigung erreichen müssen, damit sich diese Gaben in ihnen offenbaren.
59 Hört Meine Unterweisung, Jünger, tragt sie in euren Herzen, und wenn ihr in eurem Heim seid, so studiert und ergründet sie, damit ihr Meine Anweisungen am folgenden Tag, wenn ihr euren Lebenskampf wieder aufnehmt, in die Tat umsetzen könnt.
60 Es gibt keinen Augenblick eures Daseins, der euch nicht eine passende Gelegenheit bietet, Mein Gesetz zu erfüllen. Wartet nicht nur auf große Gelegenheiten, Meine Lehren der Liebe anwenden zu können.
61 Bedenkt: Wenn eure Konzentration beim Hören dieses Wortes nicht so intensiv ist, wie dieses es erfordert, und wenn es eurem Verstande an der Aufmerksamkeit mangelt, die er für Meine Lehre aufbringen muss, dann wird euer Herz nicht den Samen einsammeln können, den es morgen aussäen soll und dessen Früchte ihr in der Ewigkeit ernten werdet.
Mein Friede sei mit euch!

46. Der fehlgeleitete, materialistische Mensch


X. Materialismus und Spiritualismus
Kapitel 46 - Der fehlgeleitete, materialistische Mensch
Geistesträgheit, Unwissenheit und Hochmut des Menschen

1 Der Endzweck der Erschaffung dieser Welt ist der Mensch, für sein Wohlgefallen habe Ich die übrigen Wesen und Naturkräfte hinzugegeben, damit er sich ihrer für seine Erhaltung und Erquickung bediene.

2 Wenn er Mich von den frühesten Zeiten an, seit seiner geistigen Kindheit, geliebt und erkannt hätte, so würde er heute zu einer Welt großer Geister gehören, in der weder Unwissenheit noch Unterschiede vorhanden wären, wo ihr im Wissen und in der Veredelung eurer Gefühle alle gleich wäret.

3 Doch wie langsam entwickelt sich der Mensch! Wie viele Zeiträume sind vergangen, seit er auf der Erde lebt, und noch immer ist es ihm nicht gelungen, seine geistige Aufgabe und seine wahre Bestimmung zu begreifen. Er hat es nicht vermocht, seinen Geist in sich zu entdecken, welcher nicht stirbt, weil er ewiges Leben besitzt; er hat es nicht verstanden, in Harmonie mit ihm zu leben, noch hat er dessen Rechte anerkannt, und dieser, seiner Freiheit beraubt, hat seine Gaben nicht entwickelt und ist stehen geblieben. (15, 24)

4 Der Mensch hat- als er sich von der Erfüllung Meines Gesetzes abwandte- verschiedene Ideen, Theorien, Religionen und Doktrinen geschaffen, welche die Menschheit spalten und verwirren und den Geist an die Materie binden und ihn hindern wird, sich frei zu erheben. Doch das Licht meines Heiligen Geistes erleuchtet alle Menschen und zeigt ihnen den Weg des wahren Lebens, auf dem es nur einen Führer gibt, welcher das Gewissen ist. (46, 44)

5 Ein Materialist liebt nur das menschliche Leben. Da er jedoch erkennt, dass alles in ihm vergänglich ist, ist er darauf bedacht, es intensiv zu leben.

6 Wenn dann seine Pläne oder seineWünsche nicht Wirklichkeit werden, oder der Schmerz ihn in irgendeiner Weise heimsucht, verzweifelt und lästert er; er fordert das Schicksal heraus und gibt ihm die Schuld daran, dass er nicht die Wohltaten empfängt, auf die er ein Anrecht zu haben glaubt.

7 Es sind schwache Geistwesen in unbeugsamen Körpern, es sind moralisch unreife Wesen, die auf vielerlei Weise geprüft werden, um ihnen die falsche Wertschätzung begreiflich zu machen, die sie in ihrer Vermaterialisierung Werken von geringer Verdienstlichkeit beimessen.

8 Wie gerne würden die Vermaterialisierten ihr Schicksal verändern! Wie sehr verlangen sie danach, dass alles nach ihren Vorstellungen und ihrem Willen abläuft. (258, 48 - 50)

9 Nun könnt ihr verstehen, dass, wenn Ich Mich den Menschen immer in Weisheit offenbart habe, dies geschah, um die durch begrenzte Verstandesvermögen gefangenen Geistwesen zu befreien.

10 Noch immer gibt es in dieser Zeit Menschen mit beschränktem Verstand ohne Inspiration. Während die Menschen bereits einen klaren und durch ihre Entwicklung aufgeschlossenen Verstand besitzen müssten, denken und leben noch viele wie in den primitiven Epochen.

11 Andere haben einen großen Fortschritt in der Wissenschaft erreicht und kapseln sich in ihrer Eitelkeit und ihrem Egoismus ab, in der Meinung, den Gipfel des Wissens erreicht zu haben. Doch sie sind auf dem Wege zu ihrem spirituellen Fortschritt stehen geblieben. (180, 32 - 33)

12 Wenn der Mensch hinsichtlich des höheren Lebens, dass über ihm existiert und vibriert, bewusst leben würde, und wenn er seinen Geist zu befragen verstünde – wie viele Unannehmlichkeiten würde er sich ersparen, vor wie vielen Abgründen würde er sich retten. Aber sein Leben lang fragt er jene um Rat, die keine Lösung für seine Zweifel und seine Ungewissheiten haben: die Wissenschaftler, die in die materielle Natur eingedrungen sind, die jedoch das spirituelle Leben nicht kennen, weil der Geist in ihnen in Lethargie verfallen ist.

13 Der Geist des Menschen muss erwachen, um sich selbst zu finden, um all die Fähigkeiten zu entdecken, die ihm anvertraut wurden, um ihn in seinem Kampfe zu unterstützen.

14 Heute ist der Mensch wie ein kleines dürres Blatt, das vom Baum des Lebens gefallen und Spielball der Winde ist, tausend Wechselfällen unterworfen, schwach gegenüber den Naturgewalten, gebrechlich und armselig angesichts des Todes, während er doch Herr über die Erde sein sollte als ein Fürst, der von Mir ausgesandt wurde, um sich auf der Welt zu vervollkommnen. (278, 4 - 6)

15 Die Zeit des Gerichts ist gekommen, in der Ich die einen fragen werde: Warum habt ihr Mich verleugnet? Und die anderen: Warum habt ihr Mich verfolgt? Hat der ein Recht, die Existenz meines Reiches zu leugnen, der nicht in sich selbst einzudringen vermochte? Wenn ihr meine Wahrheit nicht kennt, wenn ihr sie nicht zu finden versteht, bedeutet dies nicht, dass diese nicht existiert. Wenn ihr meint, dass nur das existiert, was ihr begreifen könnt, dann sage Ich euch, dass ihr vieles noch nicht wisst, und euer Hochmut sehr groß ist.

16 Wahrlich, Ich sage euch, wer Gott und sein Reich leugnet, hat sich selbst verleugnet. Wer aus sich selbst Kraft schöpfen will, sich für unabhängig hält und das hochmütige Gefühl hegt, groß sein zu können, ohne Gott zu benötigen, wird damit nicht sehr weit kommen auf der Welt, wird bald in die Irre gehen, und seine Leiden werden sehr schmerzhaft sein.

17 Wo sind die wahrhaft Weisen?

18 Wissen bedeutet, meine Gegenwart zu fühlen. Wissen bedeutet, sich von meinem Lichte leiten zu lassen und meinen Willen zu tun. Wissen ist, das Gesetz zu verstehen, Wissen ist, zu lieben. (282, 19 - 22)

19 Heute ist eure geistige Unwissenheit so groß, dass ihr, wenn ihr an die denkt die ins Jenseits abgeschieden sind, sagt: "Der Arme, er starb und musste alles zurücklassen und ist für immer gegangen."

20 Wenn ihr wüsstet, mit welchem Mitleid jene Wesen euch von der Geistigen Welt aus betrachten, wenn sie euch so sprechen hören. Mitleid ist es, was sie für euch fühlen angesichts eurer Unwissenheit! Denn wenn ihr sie sehen könntet, sei es auch nur für einen Augenblick, wäret ihr sprachlos und überwältigt angesichts der Wahrheit! (272, 46 - 47)

21 Ihr habt den materiellen Werten mehr Bedeutung beigemessen, als sie besitzen, vom Geistigen dagegen wollt ihr nichts wissen, und eure Liebe zur Welt ist so groß geworden, dass ihr euch sogar so viel wie möglich darum bemüht, alles zu verleugnen, was sich auf das Geistige bezieht, weil ihr meint, dass diese Kenntnis im Widerspruch zu eurem Fortschritt auf Erden steht.

22 Ich sage euch, dass die Kenntnis des Geistigen den Fortschritt der Menschen nicht beeinträchtigt, weder in Bezug auf die Moral, noch hinsichtlich seiner Wissenschaft. Im Gegenteil, jenes Licht offenbart den Menschen einen unendlichen Reichtum an Kenntnissen, die seiner Wissenschaft derzeit noch unbekannt sind.

23 Solange der Mensch sich weigert, auf der Stufenleiter der Vergeistigung emporzusteigen, wird er der wahren Herrlichkeit nicht näherkommen können, die ihm hier im Schoße seines Vaters das höchste Glück bescheren wird, ein Kind Gottes zu sein – ein würdiges Kind meines Geistes, aufgrund seiner Liebe, seiner Erhebung und seines Wissens. (331, 27 - 29)

Fehlende Bereitschaft zu Entsagung, Anstrengung und Verantwortung

24 Wenn die Menschheit nicht so hartnäckig an ihrer Unwissenheit festhalten würde, wäre ihr Dasein auf Erden ein anderes. Doch die Menschen widersetzen sich meinen Geboten, verfluchen ihre Bestimmung, und anstatt mit Mir in meinem Werke zusammenzuarbeiten, suchen sie eine Möglichkeit, meine Gesetze zu umgehen, um ihren Willen durchzusetzen.

25 Auch sage Ich euch: Wenn die Menschen jede ihrer Handlungen sorgfältig beobachten würden, würden sie bemerken, wie sie sich auf Schritt und Tritt gegen Mich auflehnen.

26 Wenn Ich meine Segnungen reichlich auf die Menschen überströmen lasse, werden sie selbstsüchtig; wenn Ich sie Lebensfreude genießen lasse, werden sie ausschweifend; wenn Ich ihre Kraft auf die Probe stelle, um ihren Geist stark zu machen, begehren sie auf; wenn Ich zulasse, dass der Leidenskelch an ihre Lippen gelangt, um sie zu läutern, verfluchen sie das Leben und fühlen sie ihren Glauben dahinschwinden; wenn Ich auf ihre Schultern die Last einer großen Familie lege, verzweifeln sie, und wenn Ich einen ihrer Angehörigen von der Erde nehme, klagen sie Mich als ungerecht an.

27 Niemals seid ihr einverstanden, niemals höre Ich, dass ihr in euren Prüfungen meinen Namen segnet, noch erlebe Ich, dass ihr versucht, in meinem Schöpfungswerke mitzuarbeiten. (117, 55 - 57)

28 Ich habe Größe in den Menschen gelegt, aber nicht die, die er auf Erden erstrebt. Die Größe, von der Ich spreche, ist Aufopferung, Liebe, Demut, Barmherzigkeit. Der Mensch flieht beständig diese Tugenden, womit er sich von seiner wahren Größe und der Würde abwendet, welche der Vater ihm als seinem Kinde verliehen hat.

29 Ihr flieht die Demut, weil ihr glaubt, dass sie Armseligkeit bedeutet. Ihr flieht die Prüfungen, weil euch das Elend Furcht einjagt, ohne zu begreifen, dass sie euren Geist befreien. Ihr flieht auch das Geistige, weil ihr meint, dass es Zeitverschwendung ist, euch in dies Wissen zu vertiefen, wobei ihr nicht begreift, dass ihr ein höheres Licht als jede menschliche Wissenschaft verachtet.

30 Deshalb habe Ich euch gesagt, dass es viele gibt, die trotz ihrer Beteuerung, Mich zu lieben, Mich nicht lieben, und obwohl sie behaupten, an Mich zu glauben, keinen Glauben haben. Sie sind so weit gegangen, Mir zu sagen, dass sie bereit sind, Mir nachzufolgen, aber sie wollen Mir ohne Kreuz nachfolgen. Doch Ich habe ihnen gesagt, dass jeder, der Mir nachfolgen will, sein Kreuz auf sich nehmen und Mir folgen soll. Jeder, der sein Kreuz mit Liebe umfasst, wird zum Gipfel des Berges gelangen, wo er den letzten Atemzug auf dieser Erde aushauchen wird, um zum ewigen Leben aufzuerstehen. (80, 37 - 39)

31 Anstatt das Elend, das sie überall umgibt, zu beseitigen, sind die Menschen heute darauf aus, den größten Vorteil für sich selbst daraus zu ziehen.

32 Warum haben sich die Menschen nicht aufwärtsentwickelt im Verlangen nach einem Ideal, das ihnen reinere Gefühle und Bestrebungen vermittelt, die des Geistes würdiger sind? Weil sie nicht über das hinaus blicken wollten, was ihren sterblichen Augen erkennbar ist, das heißt über ihre Nöte, ihre irdischen Vergnügungen und ihre materialistische Wissenschaft hinaus.

33 Sie haben die Zeit, die ihnen auf der Welt beschieden war, dazu verwendet und genutzt, möglichst viele Reichtümer und Vergnügungen zu haben - in dem Gedanken, dass, wenn es mit dem Körper zu Ende geht, für sie alles aus ist.

34 Anstatt sich aufwärts zu entwickeln und sich als Kind Gottes zu betrachten, sinkt der Mensch in seinem unwissenden Hochmut auf die Stufe eines tieferstehenden Wesens, und wenn sein Gewissen von der Gottheit und vom Geistigen Leben zu ihm spricht, bemächtigt sich seiner die Furcht vor der Gerechtigkeit Gottes und er zieht es vor, diese innere Stimme zum Schweigen zu bringen und keinen Gedanken an jene Warnungen zu "verschwenden".

35 Er hat weder über das eigene Dasein, noch über seinen geistigen und körperlichen Zustand nachgedacht. Wie könnte es anders sein, als dass er Staub und Elend ist, solange er in dieser Weise lebt und denkt? (207, 18)

36 Meine Lehre, die zu allen Zeiten die Erläuterung des Gesetzes ist, kommt zu euch als Weg zum Lichte, als sichere Bresche für den Geist. Dennoch haben die Menschen in Anwendung der ihnen geschenkten Willensfreiheit und im Verlangen, einem Weg für ihr Leben zu folgen, immer den leichten der Vermaterialisierung gewählt. Manche haben dabei die Rufe des Gewissens, die immer zum Geistigen hinlenken, ganz und gar überhört; und andere haben Kulte und Riten geschaffen, um zu glauben, dass sie mit festem Schritt auf dem geistigen Wege gehen, während sie in Wahrheit ebenso selbstsüchtig sind wie jene, die meinen Namen und mein Wort aus ihrem Leben verbannt haben. (213, 51)

37 Der Weg ist gebahnt und die Türe offen für jeden, der zu Mir kommen will.

38 Der Pfad ist schmal, dies ist euch schon seit langem bekannt. Niemandem ist unbekannt, dass mein Gesetz und meine Unterweisung höchst rein und unbeugsam sind, damit niemand daran denke, sie seiner Bequemlichkeit oder seinem Willen gemäß zu verändern.

39 Der breite Weg und das weit aufgesperrte Tor sind alles andere als das, was euren Geist ins Licht, zum Frieden und zur Unsterblichkeit führt. Der breite Weg ist der der Zügellosigkeit, des Ungehorsams, des Stolzes und des Materialismus – ein Weg, dem die Menschen in ihrer Mehrheit folgen in dem Bestreben, ihrer geistigen Verantwortung und dem inneren Gericht ihres Gewissens zu entkommen.

40 Dieser Weg kann nicht unendlich sein, weil er weder wahrhaftig noch vollkommen ist. Daher wird der Mensch, da dieser Weg wie alles Menschliche begrenzt ist, eines Tages an sein Ende gelangen, wo er innehalten wird, um sich entsetzt über den Abgrund zu beugen, der das Ende des Weges darstellt. Dann wird im Herzen derer, die sich schon seit langem vom wahren Weg entfernt haben, das Chaos ausbrechen.

41 In einigen wird Reue aufkommen, wodurch sie genügend Licht finden werden, um sich zu retten, bei anderen wird Bestürzung eintreten angesichts eines Endes, das sie für ungerecht und unlogisch halten werden, und wieder andere werden Gott lästern und rebellieren. Doch wahrlich, Ich sage euch, dies wird der Beginn der Rückkehr zum Lichte sein. (333, 64 - 68)

Das geistige Elend des Menschen

42 Ich habe Mich nicht geirrt in dem, was Ich geschaffen habe; der Mensch jedoch hat den vorgezeichneten Weg und das Leben verfehlt; aber bald wird er zu Mir zurückkehren wie der "Verlorene Sohn", der sein ganzes Erbe verprasste.

43 Mit seiner Wissenschaft hat er eine neue Welt geschaffen, ein falsches Reich. Er hat Gesetze gemacht, hat sich einen Thron errichtet und sich mit einem Zepter und einer Krone ausgestattet. Doch wie vergänglich und trügerisch ist seine Herrlichkeit: ein schwacher Hauch meiner Gerechtigkeit genügt, und seine Grundfesten erbeben und sein ganzes Reich zerfällt. Das Reich des Friedens, der Gerechtigkeit und Liebe jedoch, das es nicht zu gewinnen vermochte, ist dem Menschenherzen ferne.

44 Das Vergnügen und die Befriedigungen, die das Werk der Menschen ihnen beschert, sind nur eingebildet. An ihren Herzen nagt der Schmerz, Ruhelosigkeit und Enttäuschung, die sich hinter der Maske des Lächelns verbergen.

45 Das hat man aus dem menschlichen Leben gemacht, und was das Leben des Geistes betrifft und die Gesetze, die ihn regieren, so sind diese verdreht worden, weil man vergaß, dass es auch Kräfte und Elemente gibt, die den Geist beleben und mit denen der Mensch in Kontakt bleiben muss, um den Prüfungen und Versuchungen standzuhalten und auf seinem Aufstiegswege zur Vollkommenheit alle Hindernisse und Widrigkeiten zu überwinden.

46 Das Licht, das aus der Unendlichkeit zu jedem Geist gelangt, stammt nicht vom Königsgestirn; die Kraft, die der Geist aus dem Jenseits empfängt, ist nicht Ausfluss der Erde; die Quelle der Liebe, Wahrheit und Gesundheit, welche den Wissensdurst des Geistes löscht, ist nicht das Wasser eurer Meere oder eurer Quellen; die Atmosphäre, die euch umgibt, ist nicht nur materiell, sie ist Ausfluss, Atem und Inspiration, die den menschlichen Geist direkt vom Schöpfer aller Dinge empfängt, von Jenem, der das Leben geschaffen hat und es mit seinen vollkommenen und unwandelbaren Gesetzen regiert.

47 Wenn der Mensch ein wenig guten Willen daransetzte, auf den Weg der Wahrheit zurückzukehren, würde er augenblicklich die Liebkosung des Friedens als einen Ansporn verspüren. Aber wann immer der Geist sich unter dem Einfluss der Materie vermaterialisiert, erliegt er deren Krallen, und anstatt der Herr dieses Lebens zu sein, der Steuermann, der sein Schiff lenkt, wird er zum Sklaven der menschlichen Schwächen und Neigungen und erleidet Schiffbruch in den Stürmen.

48 Ich habe euch schon gesagt, dass der Geist vor dem Körper kommt, so wie der Körper vor der Kleidung. Der Körper, den ihr besitzt, ist nur eine vorübergehende Bekleidung des Geistes. (80, 49 - 53)

49 Ach, wenn doch alle Menschen das aufgehende Licht dieser Epoche erblicken wollten - wie viel Hoffnung wäre in ihren Herzen! Aber sie schlafen. Sie verstehen nicht einmal das Licht zu empfangen, das ihnen täglich das königliche Gestirn sendet- jenes Licht, das wie ein Abbild des Lichtes ist, das vom Schöpfer ausstrahlt.

50 Es liebkost euch und erweckt euch zum täglichen Daseinskampf, ohne dass die für die Schönheiten der Schöpfung unempfänglichen Menschen einige Augenblicke innehalten, um Mir zu danken. Die Herrlichkeit könnte an ihnen vorüberziehen, ohne dass sie sie wahrnähmen, denn immer erwachen sie voller Sorgen und vergessen zu beten, um in Mir geistige Kraft zu suchen.

51 Ebenso wenig suchen sie Kraft für den Körper in den Quellen der Natur.

Alle laufen sie eilig umher und mühen sich ab, ohne zu wissen wozu, gehen darauflos, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Gerade in diesem gefühllosen und sinnlosen Daseinskampf haben sie ihre Geister vermaterialisiert und sie egoistisch werden lassen.

52 Wenn dann die Gesetze des Geistes, die das Licht des Lebens sind, vergessen sind, vernichten sich die Menschen, töten sie sich und entreißen sich das Brot, ohne die Stimme des Gewissens zu vernehmen, ohne Rücksicht zu nehmen, ohne innezuhalten, um nachzudenken.

53 Doch wenn sie jemand fragen würde, wie sie ihr derzeitiges Leben beurteilen, würden sie sofort antworten, dass niemals in den vergangenen Zeiten soviel Licht im menschlichen Leben erstrahlte wie jetzt, und dass ihnen die Wissenschaft niemals so viele Geheimnisse offenbarte. Aber sie müssten dies mit einer Maske des Glücklichseins vor ihrem Angesicht sagen, denn in ihren Herzen würden sie all ihr geistiges Leid und Elend verbergen. (104, 33 - 34)

54 Ich sandte den Geist aus, um auf der Erde zu inkarnieren und zu einem Menschen zu werden, damit er Fürst und Herr über alles wäre, was auf ihr existiert, und nicht, damit er Sklave und Opfer wäre, noch Notleidender, wie Ich ihn tatsächlich sehe. Der Mensch ist Sklave seiner Bedürfnisse, seiner Leidenschaften, seiner Laster und seiner Unwissenheit.

55 Er ist Opfer von Leiden, Fehltritten und Schicksalsschlägen, die sein Mangel an geistiger Erhebung ihm auf seinem Gang über die Erde beschert. Er ist bedürftig, weil er in Unkenntnis des Erbteils, das ihm im Leben zusteht, nicht weiß, was er besitzt, und sich verhält, als ob er nichts hätte.

56 Diese Menschheit muss erst erwachen, damit sie im Buche des Geistigen Lebens zu studieren beginnt und dann bald durch Weitergabe dieser Ideenwelt von Generation zu Generation jene gesegnete Saat erscheint, in der sich mein Wort erfüllt.

57 Ich habe euch gesagt, dass diese Menschheit eines Tages die Vergeistigung erreichen und in Harmonie mit allem Geschaffenen zu leben verstehen wird, und Geist, Verstand und Herz im Gleichschritt gehen werden. (305, 9 - 11)

Falsche irdische Verhaltensweisen und deren Folgen

58 Wenn Ich die Menschen in Kriege verstrickt sich töten sehe wegen des Besitzes der Schätze der Welt, kann Ich nicht umhin, die Menschen immer wieder mit kleinen Kindern zu vergleichen, die um Dinge streiten, die keinen Wert haben. Kinder sind noch immer die Menschen, die sich wegen einem bisschen Macht oder ein wenig Gold herumbalgen. Was bedeuten diese Besitztümer schon neben den Tugenden, die andere Menschen in sich vereinen?

59 Der Mensch, der Völker entzweit, indem er Hass in die Herzen sät, ist nicht mit jenem zu vergleichen, der sein Leben der Aufgabe weiht, den Samen der allumfassenden Brüderlichkeit zu säen. Wer Leiden bei seinen Mitmenschen verursacht, ist nicht mit dem zu vergleichen, der sein Leben der Aufgabe widmet, das Leid seiner Nächsten zu lindern.

60 Jeder Mensch träumt von einem Thron auf Erden, obwohl die Menschheit von Anfang an erlebt hat, wie wenig ein Thron in der Welt wert ist.

61 Ich habe euch einen Platz in meinem Reich versprochen, aber es sind sehr wenige, die ihn in Anspruch genommen haben, und zwar deshalb, weil die Menschen nicht verstehen wollen, dass der geringste Untertan des Königs der himmlischen Reiche größer ist als der mächtigste Monarch der Erde.

62 Noch sind die Menschen kleine Kinder; doch die große Heimsuchung, die auf sie zukommt, wird sie so vieles in so kurzer Zeit erleben lassen, dass sie von dieser Kindheit bald zur Reife gelangen werden, und dann – mit der Frucht der Erfahrung versehen – ausrufen werden: "Jesus, unser Vater, hatte recht, gehen wir zu Ihm." (111, 3 - 7)

63 Die Menschen streben nach Unsterblichkeit in der Welt und versuchen sie durch materielle Werke zu erreichen, weil der irdische Ruhm – auch wenn er vorübergehend ist – in die Augen sticht, und sie den Ruhm des Geistes vergessen, weil sie an der Existenz jenes Lebens zweifeln. Es ist der Mangel an Glauben und das Fehlen von Vergeistigung, die einen Schleier der Skepsis vor die Augen der Menschen gelegt haben. (128, 45)

64 Die Entwicklung des Menschen, seine Fortschritte, seine Wissenschaft und seine Zivilisation hatten niemals den Aufstieg des Geistes zum Ziel, welcher das Höchste und Edelste ist, was es im Menschen gibt. Sein Streben, sein Ehrgeiz, seine Wünsche und Besorgnisse hatten ihr Ziel immer in dieser Welt. Hier hat er das Wissen gesucht, hier hat er Schätze angehäuft, hier hat er sich Vergnügungen, Ehrungen, Belohnungen, Machtstellungen und Auszeichnungen verschafft, hier hat er seine Herrlichkeit finden wollen.

65 Darum sage Ich euch: Während die Natur Schritt für Schritt vorangeht, ohne in ihrem Gesetze unaufhörlicher Entwicklung hin zur Verfeinerung, zur Vollkommenheit stehen zu bleiben, ist der Mensch zurückgeblieben, nicht weitergekommen; und daher seine Schicksalsschläge auf Erden, daher die Prüfungen, Hemmnisse und Schläge, denen er auf seinem Lebensweg begegnet. (277, 42)

66 Ich will zwar, dass ihr Sehnsüchte habt, dass ihr strebsam seid, dass ihr davon träumt, groß, stark und weise zu sein, aber an ewigen Gütern des Geistes.

67 Denn, um jene Güter zu erlangen, sind alle Tugenden erforderlich, wie die Barmherzigkeit, die Demut, die Vergebung, die Geduld, die Hochherzigkeit, mit einem Wort: die Liebe. Und alle Tugenden erheben, läutern und vervollkommnen den Geist.

68 In dieser armseligen Welt, in dieser vorübergehenden Heimstatt musste der Mensch - um groß, mächtig, reich oder gelehrt zu sein – egoistisch, falsch, rachsüchtig, grausam, gleichgültig, unmenschlich und hochmütig sein, und all dies musste ihn in einen äußersten Gegensatz zu dem bringen, was Wahrheit, Liebe, Friede, wahre Weisheit und Gerechtigkeit ist. (288,32)

69 Wenn der Mensch sich geistig selbst entdeckt, dann fühlt er in sich die Gegenwart seines Vaters. Doch wenn er weder weiß, wer er ist, noch woher er stammt, fühlt er Mich ferne, fremd, unerreichbar, oder er bleibt gefühllos.

70 Nur der erwachte Geist kann in das Reich der Wahrheit eindringen. Mit seiner Wissenschaft allein wird der Mensch sie nicht erkennen können.

71 Ich sehe, dass die Menschen Wissen, Ruhm, Kraft, Reichtum und Macht erstreben, und Ich biete ihnen die Mittel an, das alles zu erreichen – aber in seinen wahren, wesentlichen Eigenschaften, in seiner geistigen Wahrheit, nicht im Äußerlichen und Arglistigen der Welt, nicht im Vergänglichen und Trügerischen.

72 Wenn der Mensch sich dem Materiellen verschreibt und sich in dem kleinen Raum einer Welt wie der euren einschließt, wird er arm, er begrenzt und unterdrückt seinen Geist, es besteht für ihn nichts mehr außer dem, was er besitzt, oder dem, was er kennt. Dann wird es nötig, dass er alles verliert, damit er seine Augen für die Wahrheit öffnet, und, nachdem er seinen Irrtum eingesehen hat, seinen Blick wieder dem Ewigen zukehrt. (139, 40 - 43)

Das DritteTestament

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