Das Geheimnis des Friedens

Die Vergeistigung in der Praxis

DE_BW    -    28.10.2026    -    Anna Maria Hosta

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Buch des Wahren Lebens – Band 10 – Unterweisung 307:6

     2. Wenn ihr Mich fragt, was das Geheimnis ist, um den Frieden zu erlangen und zu bewahren, dann sage Ich euch, dass das Geheimnis darin besteht, den Willen eures Vaters zu tun. Und wenn ihr Mich fragen würdet, wie man den göttlichen Willen erfüllt, würde Ich euch antworten, indem ihr mein Gesetz und meine Lehre auf euer Leben anwendet.

     3. Manche erleben eine Enttäuschung, wenn sie Mich sagen hören, dass das Größte, was Ich euch gebe, der Friede ist. Denn ihnen würde es gefallen, Mich sagen zu hören, dass Ich gekommen bin, um Schätze und Güter dieser Welt zu verteilen. Der Grund dafür ist, dass sie nicht wissen, was Frieden ist — doch nicht nur sie.

     Wer kennt den Frieden? Welches Menschenwesen kann behaupten, dass es ihn besitzt? Niemand, Volk. Daher sehe Ich viele, denen es wenig erscheint, was Ich als größtes Geschenk für euch mitbringe: den Frieden.

     Wenn ihr einmal das kennenlernt, was dieser Zustand der Seele ist, werdet ihr eurerseits alles daransetzen, um diese Gnade nicht zu verlieren, da ihr durch sie eine Vorstellung von dem haben werdet, was das geistige Leben im Reiche des Lichtes sein wird.

     4. Da ihr nicht wisst, was der wahre Friede ist, begnügt ihr euch damit, euch nach ihm zu sehnen, und versucht mit allen möglichen Mitteln und auf alle nur erdenkliche Art ein wenig Seelenfrieden, Annehmlichkeiten und Befriedigungen zu erlangen, aber niemals das, was wirklich Friede der Seele ist. Ich sage euch, dass ihn nur der Gehorsam des Kindes gegenüber dem Willen des Herrn erringt.

     5. Auf der Welt fehlen gute Erklärer meines Wortes, gute Ausleger meiner Unterweisungen. Daher lebt die Menschheit, auch soweit sie sich christlich nennt, geistig rückständig, weil niemand da ist, der sie mit meiner wahren Lehre erschüttert, es niemanden gibt, der die Herzen mit der Liebe pflegt, mit der Ich die Menschen lehrte.

     6. Tag für Tag — in Gemeindesälen, Kirchen und Kathedralen — spricht man meinen Namen aus und wiederholt man meine Worte, doch niemand ist innerlich bewegt, niemand erbebt durch ihr Licht, und zwar deshalb, weil die Menschen den Sinn derselben falsch verstanden haben. Die meisten glauben, dass die Wirkungskraft des Wortes Christi darauf beruht, es wieder und wieder mechanisch zu wiederholen, ohne zu begreifen, dass es nicht nötig ist, es aufzusagen, sondern es zu studieren, darüber nachzudenken, es auszuüben und zu leben.

     7. Wenn die Menschen den Sinngehalt im Worte Christi suchen würden, so wäre es für sie immer wieder neu, frisch, lebendig und lebensnah. Aber sie kennen es nur oberflächlich, und so können sie sich nicht von ihm nähren, noch werden sie es auf diese Weise jemals können.

     8. Arme Menschheit — im Dunkeln umherirrend, obwohl das Licht ihr so nahe ist, ängstlich klagend, obwohl der Friede in Reichweite ist! Doch die Menschen können jenes göttliche Licht nicht erblicken, weil es welche gegeben hat, die ihnen mitleidslos die Augen verbunden haben. Ich, der Ich euch wahrhaft liebe, komme euch zu Hilfe, indem Ich euch aus der Finsternis befreie und euch beweise, dass all das, was Ich euch seinerzeit sagte, für alle Zeiten bestimmt war, und dass ihr jenes göttliche Wort nicht als eine alte Lehre einer vergangenen Epoche betrachten dürft. Denn die Liebe, die die Essenz meiner ganzen Unterweisung war, ist ewig, und in ihr liegt das Geheimnis eurer Rettung in dieser Zeit der Verirrungen, unermesslichen Leides und zügelloser Leidenschaften.

     9. Es ist auch keine neue Lehre, die Ich euch in dieser Zeit bringe, sondern ein Licht, damit ihr alles verstehen könnt, was euch seit den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart offenbart worden ist.

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