BWL - Band X - Unterweisung 296


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 296

1         Ich bin das Licht, das euren Weg erhellt — die Weisheit, die zu eurem Verstandesvermögen gelangt — der Balsam, der eure Leiden lindert.

2         Ich bin der Meister und komme zu euch mit der Absicht, euch in meine Jünger zu verwandeln. Denn wenn ihr meine Jünger seid, werdet ihr gerechte Menschen auf der Erde sein.

3         Wenn ihr wirklich die Finsternis eurer Unwissenheit durchbrechen wollt, so wendet euch an Mich, und Ich werde euch das notwendige Licht geben, damit ihr nicht strauchelt. Wenn ihr wollt, dass euer Glaube groß ist, so kommt herbei, vernehmt Mich und folgt Mir unermüdlich nach.

4         Im Anfang der Zeiten fehlte es der Welt an Liebe. Die ersten Menschen waren weit davon entfernt, jene göttliche Kraft zu fühlen und zu verstehen — jene Essenz des Geistes, Ursprung alles Geschaffenen. Sie glaubten an Gott, aber sie sprachen Ihm nur Macht und Gerechtigkeit zu. Die Menschen glaubten die göttliche Sprache durch die Elemente der Natur zu begreifen; daher dachten sie, wenn sie diese milde und friedvoll sahen, dass der Herr mit den Werken der Menschen einverstanden war; doch wenn die Naturkräfte entfesselt waren, meinten sie, darin den Zorn Gottes zu erkennen, der sich in dieser Form kundgab.

5         Im Herzen der Menschen hatte sich die Vorstellung eines furchtbaren Gottes gebildet, welcher Zorn und das Gefühl der Rache in sich trug. Wenn sie daher glaubten, Gott beleidigt zu haben, boten sie Ihm Brandopfer und Opfergaben an in der Hoffnung, Ihn zu versöhnen. Ich sage euch, dass jene Opfergaben nicht von der Liebe zu Gott inspiriert waren: es war die Furcht vor der Göttlichen Gerechtigkeit, die Angst vor Strafe, die die ersten Völker dazu trieb, ihrem Herrn Tribute zu entrichten.

6         Den Göttlichen Geist nannten sie einfach Gott, aber niemals Vater oder Meister.

7         Es waren die Patriarchen und ersten Propheten, die dem Menschen begreiflich zu machen begannen, dass Gott zwar Gerechtigkeit war — ja, aber vollkommene Gerechtigkeit; dass er vor allem Vater war und als Vater alle seine Geschöpfe liebte.

8         Schritt für Schritt wanderte die Menschheit langsam auf dem Weg zu ihrer geistigen Entwicklung und setzte ihre Pilgerreise fort, wechselte von einem Zeitalter in ein anderes und lernte durch die Offenbarungen, die Gott seinen Kindern zu allen Zeiten gab, etwas mehr vom göttlichen Geheimnis kennen.

9         Dennoch erlangte der Mensch keine volle Erkenntnis der göttlichen Liebe; denn er liebte Gott nicht wirklich wie einen Vater, noch vermochte er in seinem Herzen die Liebe zu fühlen, die sein Herr ihm allezeit entgegenbrachte.

10     Es war notwendig, dass die vollkommene Liebe Mensch wurde, dass das "Wort" inkarnierte und einen für die Menschen berührbaren und sichtbaren Körper annahm, damit diese endlich erführen, wie sehr und auf welche Weise Gott sie liebte.

11     Nicht alle erkannten in Jesus die Gegenwart des Vaters. Wie sollten sie ihn auch erkennen, da Jesus demütig, mitfühlend und liebevoll selbst zu denen war, die ihn beleidigten? Sie hielten Gott für stark und stolz gegenüber seinen Feinden, richtend und furchtbar für jene, die Ihn beleidigten.

12     Doch ebenso, wie viele jenes Wort ablehnten, glaubten ihm auch viele — jenem Wort, das bis ins Innerste des Herzens drang. Jene Art, Leiden und unheilbare Krankheiten nur mit einer Liebkosung, einem Blick unendlichen Mitleids, mit einem Wort der Hoffnung zu heilen, jene Unterweisung, die die Verheißung einer neuen Welt, eines Lebens voller Licht und Gerechtigkeit war, konnte aus vielen Herzen nicht mehr ausgelöscht werden, welche verstanden, dass jener göttliche Mensch die Wahrheit des Vaters war, die Göttliche Liebe Dessen, den die Menschen nicht kannten und daher nicht lieben konnten.

13     Der Same jener höchsten Wahrheit war für immer in das Herz der Menschheit gesät. Christus war der Sämann, und Er pflegt noch immer seine Saat. Hernach wird Er seine Frucht einbringen und sich immerdar an ihr erfreuen. Dann wird Er in seinem Worte nicht mehr sagen: "Ich habe Hunger" oder "Ich habe Durst", denn endlich werden Ihn seine Kinder lieben, wie Er sie seit Anbeginn geliebt hat.

14     Wer spricht zu euch über Christus, Jünger? Er selbst.

15     Ich bin es, das "Wort", das aufs neue zu dir spricht, Menschheit. Erkennt Mich, zweifelt nicht an meiner Gegenwart wegen der Unscheinbarkeit, in der Ich Mich zeige. Bei Mir kann es keinen Hochmut geben.

16     Erkennt Mich an meinem damaligen Lebensweg auf der Welt, erinnert euch, dass Ich ebenso demütig starb, wie Ich geboren worden war und gelebt hatte.

17     Ich bin in der Menschheit gegenwärtig zu einer Zeit, in der neue Entdeckungen das Leben der Menschen verwandelt haben, und mache meine Gegenwart unter euch mit der gleichen Demut fühlbar, die ihr einstens an Mir kanntet.

18     Das "Wort" Gottes ist nicht nochmals Mensch geworden, Christus ist nicht erneut in der Armseligkeit eines Stalles geboren — nein; denn es ist nicht mehr nötig, dass ein Körper die Macht Gottes bezeugt. Wenn Menschen meinen, dass dieser Körper hier der auf die Welt gekommene Gott ist, so irren sie. Die Gegenwart Gottes ist geistig, universell, unendlich.

19     Wenn alles, was die Menschen in dieser Zeit errungen haben, in den Grenzen des Gerechten, des Erlaubten und Guten wäre, wäre es nicht nötig gewesen, dass Ich hernieder komme, um erneut zu euch zu sprechen. Aber nicht alle Werke, die Mir diese Menschheit darbietet, sind gut: es gibt viele Verfehlungen, viele Ungerechtigkeiten, viele Abwege und Übeltaten. Daher war es notwendig, dass meine fürsorgliche Liebe den Menschen erweckte, als er am stärksten in sein Werk vertieft war, um ihn daran zu erinnern, welche Pflichten er vergessen hat und Wem er alles verdankt, was ist und was noch sein wird.

20     Um Mich einer vermaterialisierten Menschheit hörbar zu machen, die Mich nicht von Geist zu Geist vernehmen konnte, musste Ich Mich ihrer Geistesgaben und Fähigkeiten bedienen, um Mich durch das Verstandesvermögen des Menschen kundzutun.

21     Die Erklärung dafür, weshalb Ich "herab komme", um Mich euch mitzuteilen, ist diese: Da ihr euch nicht zu erheben vermochtet, um mit eurem Herrn von Geist zu Geist Zwiesprache zu halten, musste Ich eine Stufe tiefer herabsteigen, das heißt vom Geistigen, vom Göttlichen, wohin ihr noch nicht gelangen könnt. Ich musste dann von eurem Verstandesorgan Gebrauch machen, das seinen Platz im Gehirn des Menschen hat, und meine göttliche Inspiration in Menschenworte und materielle Laute übertragen.

22     Der Mensch bedarf einer erweiterten Kenntnis, und Gott ist es, der zum Menschen kommt, um ihm Weisheit anzuvertrauen. Wenn euch das erwählte Mittel für meine kurze Kundgabe durch das Verstandesorgan dieser Sprachrohre nicht würdig erscheint, so sage Ich euch in Wahrheit, dass die Botschaft, die durch sie gegeben wird, sehr groß ist. Ihr hättet es lieber gehabt, dass meine Kundgebung bei den Menschen mit Pomp und Zeremonien geschehen wäre, die Eindruck gemacht hätten, die jedoch in Wirklichkeit, vom Geiste aus betrachtet, eitel gewesen wären, weil sie kein wahres Licht enthalten.

23     Ich hätte unter Blitzen und Stürmen kommen können, um meine Macht fühlbar zu machen; doch wie leicht wäre es dann für den Menschen gewesen, zu bekennen, dass die Gegenwart des Herrn gekommen war! Doch meint ihr nicht, dass dann die Furcht in euer Herz zurückgekehrt wäre und auch die Vorstellung von etwas Unbegreiflichem? Glaubt ihr nicht, dass jedes Gefühl der Liebe zum Vater sich nur in Angst vor seiner Gerechtigkeit umgewandelt hätte? Doch ihr sollt wissen, dass Gott, obwohl Er allmächtige Kraft ist, euch nicht durch diese Macht besiegen wird, sich nicht durch sie durchsetzen wird, sondern durch eine andere Macht, und das ist die der Liebe.

24     Es ist der Göttliche Geist, der heute zum Universum spricht. Er ist es, der Licht bringt in all das, was ihr in anderen Zeiten nicht klar erkannt habt. Er ist die Morgenröte eines neuen Tages für alle

Menschen, denn Er wird euch von falschen Ängsten befreien, eure Zweifel beseitigen, um eure Seele und euren Verstand frei zu machen.

25     Ich sage euch: Nachdem ihr den Wesenskern meiner Unterweisungen und die Gerechtigkeit meiner Gesetze kennengelernt habt, werdet ihr auch die Grenzen erkennen, die eure Vorstellungen euch auferlegt und euch daran gehindert haben, über eine geringe Erkenntnis der Wahrheit hinauszugelangen.

26     Nicht mehr die Angst oder Furcht vor Strafe wird es sein, die euch davon abhält zu forschen, zu entdecken. Nur wenn ihr wirklich das für euch Unbegreifliche kennenlernen wollt, wird euer Gewissen euch den Weg verbieten; denn ihr sollt wissen, dass dem Menschen nicht die ganze Wahrheit zukommt und dass er von ihr nur den Teil erfassen soll, der ihm entspricht.

27     Volk: Wenn mein Kommen so angekündigt wurde, dass es inmitten von Kriegen, entfesselten Naturgewalten, Seuchen und Chaos sein werde, dann geschah dies nicht, weil Ich euch all dies gebracht hätte; es geschah, weil meine Gegenwart gerade in jener Stunde der Krise für die Menschheit hilfreich sein würde. Hier nun ist die Erfüllung all dessen, was über meine Wiederkunft gesagt wurde. Ich komme zu den Menschen, während eine Welt mit dem Tode ringt und die Erde in ihrem Todesröcheln bebt und sich schüttelt, um einer neuen Menschheit den Weg zu bahnen. Daher ist der Ruf Gottes in der "Dritten Zeit" ein Ruf der Liebe — einer Liebe, die Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Frieden in sich trägt und dazu inspiriert.

28     Euch, die ihr die Gnade gehabt habt, Mich in dieser Zeit zu vernehmen, muss Ich sagen, dass ihr, um wirklich ein spiritualistischer Jünger zu sein, meine Lehre auf euer Leben anwenden müsst, dass es nicht die Befolgung bestimmter Gebote ist, was euch in Spiritualisten verwandeln wird, und es auch nicht gewisse Riten und Manifestation sein werden, die euch zur Erfüllung eurer Mission auf Erden bringen.

29     Indem Ich so zu euch spreche, wie nur Ich es tun kann, offenbare Ich euch die beste Art und Weise, Gott gerecht zu werden, und entferne Ich aus eurem Herzen die eingeflößten Ängste vor eurem Vater.

30     Aber Ich befreie euch nicht nur von Irrtümern und Vorurteilen, die euer Leben auf der Welt betreffen, sondern Ich sage euch auch, dass die ewige Verdammnis, wie man sie euch beschrieben hat, nicht existiert, weil die Seele nicht die physische Qual leiden kann, die der Schmerz im Körper erzeugt. Der Schmerz der Seele rührt daher, dass sie ihre Handlungen im Lichte des Gewissens erblickt, das sie alle begangenen Fehler und Unvollkommenheiten in völliger Klarheit erkennen und begreifen lässt.

31     Kommt zu Mir in der vollen Überzeugung, dass ihr auf dem Weg der Wahrheit wandelt, und es soll nicht die Furcht sein, die aus der Unwissenheit stammt, die euch nötigt, auf diesem Wege zu bleiben.

32     Wenn ihr meine Offenbarungen und Kundgebungen dieser und der vergangenen Zeiten untersucht, werdet ihr schließlich begreifen, dass Ich immer in Demut gehüllt gekommen bin. Lasst euch daher nicht vom äußerlich Prächtigen betören, und wenn eure Mitmenschen, die andere Wege gehen, kommen und euch sagen, dass der Herr nicht inmitten dieser Armut, dieser Niedrigkeit, die ihr zeigt, sein kann, so erinnert sie daran, dass Gott, im "Wort" manifestiert, in Jesus demütig zur Welt kam, und dass der Mensch dennoch an Ihn glaubte, und dass man trotz der seit seiner Geburt verstrichenen Jahrhunderte aus dem Herzen der Menschen nicht die Demut auszulöschen vermochte, mit der der Erlöser sich der Welt offenbarte.

33     Es gibt bei euch Versammlungsstätten, in denen ihre Gemeinden das Äußerliche, das Prächtige und Augenscheinliche lieben und suchen, um ihre Sinne zu beeindrucken, ohne zu begreifen, dass sie, indem sie nach dem Äußerlichen verlangen, die Wunder vergessen, die die Geistlehre enthält.

34     Unterweisen, korrigieren, offenbaren — dies ist mein Werk unter euch, um euch zur Heimstätte des Lichtes zu bringen. Doch bevor ihr zu den Schwellen des Gelobten Landes gelangt, werdet ihr Verdienste an Glauben und an Liebe erbringen müssen.

35     Das Wort Christi keimte einst in seinen Jüngern, und in dem Volk, das ihnen nachfolgte, wuchs seine Saat heran. Seine Lehre verbreitete sich, und deren Sinngehalt ging über die ganze Welt. So wird sich auch diese heutige Lehre ausbreiten, die von all jenen angenommen werden wird, die fähig sind, sie zu erfühlen und zu verstehen.

36     Empfanget, geliebte Jünger, meinen Balsam — nehmet, ihr Zuhörerscharen, meine väterliche Liebkosung und meine Botschaft als Meister entgegen — für euch und für eure Angehörigen.

37     Meine Gegenwart erscheint euch wie ein sanftes Lüftchen, das liebkost. So komme Ich zu eurem Herzen, um ihm Leben zu spenden.

38     Einige ahnen die Nähe meines Kommens, andere sehen Mich mit dem geistigen Blicke, und wieder andere wissen durch ihre Feinfühligkeit die Stunde, in der Ich Mich nahe. Alle sagen in dieser gesegneten Stunde in ihrem Herzen: "Der Meister ist hier", weil sie gefühlt haben, dass mein Friede sie umgibt.

39     Für die Seele, die durch die unendliche Wüste des Lebens geirrt ist, gibt es keinen wertvolleren Schatz noch eine ersehntere Oase als die des Friedens. Dies ist der Schatz, den Ich euch anbiete, und an dem ihr später eure Mitmenschen teilhaben lassen müsst.

40     Auch zeige Ich euch die Mittel, über die Menschen den gesegneten Mantel des Friedens zu breiten, und diese Mittel sind der Gedanke, das Gebet, das Wort, die Werke.

41     So, wie Ich euch in diesem Augenblicke sehe — vereinigt durch den Frieden, den euch mein Wort gibt, so will Ich euch nach meinem Abschied sehen, in den Tagen des Kampfes, die auf euch zukommen, in denen Ich euch meine Gegenwart in subtiler Weise fühlen lassen werde, in denen ihr Mich in eurem Herzen hören werdet. Denn Ich verspreche euch, dass euch meine Liebkosung, meine Essenz, mein Balsam nicht fehlen wird.

42     Geht mit Standhaftigkeit und Verständnis von einer Lektion zur nächsten, von einem Zeitabschnitt zum nächsten, dann wird euer Übereinklang mit meinem Werke nicht zerbrechen. Eure Folgsamkeit und Willigkeit gegenüber meinen Gesetzen und Aufträgen wird euch einen unaussprechlichen Frieden geben, und ihr werdet niemals Klagen haben, noch wird es Dornen geben, die euch zum Weinen bringen.

43     Wenn ihr meine Jünger sein wollt, so begreift, dass ihr Bringer des Friedens und all der Tugenden sein müsst, die Ich euch auszuüben gelehrt habe.

44     Ich habe euch bisher nicht in die Provinzen gehen lassen, weil Ich sehe, dass ihr Früchte seid, die noch nicht reif sind. Noch immer werde Ich euch den Regen der Liebe, das Licht meiner Weisheit und die Strahlen der Göttlichen Sonne senden müssen, um euch Leben und Mut zu geben. Doch wenn ihr einmal wie Früchte am Baume meiner Unterweisung ausgereift seid, werdet ihr bei dem Winde herabfallen, der die Äste bewegen wird, die euch trugen.

45     Je mehr sich der Tag nähert, an dem Ich nicht mehr in dieser Form zu euch spreche, desto mehr Größe werdet ihr in meiner Geistlehre entdecken, und unmerklich werdet ihr euch von all jenem entfernen, mit dem ihr sie in vergangenen Zeiten begrenzt habt — ja, denn ihr habt dieses Göttliche Werk auf Personen, Orte und Objekte beschränkt, während es, da es universell und unbegrenzt ist, jenseits des Materiellen und des Menschlichen ist.

46     Jetzt seht ihr mein Werk nicht mehr auf Personen, Orte oder Objekte beschränkt, jetzt seht ihr alles im Göttlichen, im unendlich Hohen, und ihr entdeckt es auch im Hohen eures Wesens.

47     Wie wird mein Werk für euch erstrahlen, wenn eure Seele ihren Weg zu Gott zurückgelegt hat, und ihr von dort aus in der Betrachtung dieses Werkes in Verzückung geratet, und ihr euch an dem Licht und dem Verständnis eures Auffassungsvermögens erfreut?

48 Ihr ahnt etwas von jener großen Wahrheit und jener Seligkeit, die euch erwartet, aber euer Ahnungsvermögen und eure Vorstellungskraft sind zu gering, um die Wirklichkeit zu entdecken.

49     Jede Leitersprosse, jede Stufe, jede Heimstatt bietet der Seele ein größeres Licht und eine vollkommenere Seligkeit. Aber der höchste Friede, die vollkommenste Glückseligkeit der Seele ist jenseits aller vorübergehenden Lebenswelten der Seelen.

50     Wie oft werdet ihr meinen, das vollkommene Glück im Schoße Gottes vorauszufühlen, ohne euch bewusst zu sein, dass dieses Glücksgefühl kaum ein Vorgeschmack der nachfolgenden Welt ist, in die ihr nach diesem Leben überwechseln werdet.

51     Mein Same in dieser Zeit ist am schnellsten bei denen aufgegangen, die mit einem von Theorien und Auslegungen unbelastetem Verstand und Herzen herbeikamen. Sie waren hinsichtlich meines Wortes wie jungfräuliches Land, und ihrer bediente Ich Mich, um der Welt meine Botschaft zu übermitteln.

52     Andere brachten eine mit Falschem vermischte Wahrheit mit, und mein Licht machte sie nach und nach frei von Irrtümern und bestätigte sie gleichzeitig in dem, was sie an Gutem in sich trugen. Nicht alles ist Giftpflanze oder Unkraut im Menschenherzen — manchmal wächst dort eine Weizenpflanze, und sie pflege Ich, damit sie ausreift und ihr Korn sich später vervielfacht.

53     Die einen wie die anderen — sie alle habe Ich in meine Jünger umgewandelt, sie zu einem einzigen Volke vereinigt, das in dem Augenblick, in dem es meine Unterweisung durch seine Werke bezeugt, bewirkt, dass das Herz der Menschen höher schlägt, wenn sie die Macht dieser Lehre feststellen. Es wird sich in meinem Namen gegen die Ungläubigen, die Verfolger erheben, der Kampf wird groß sein, und euer Name wird oft auf den Lippen derer sein, die euch in Schriften als Verursacher von Skandalen und Verleumdungen verurteilen.

54     Ich kündige euch diese Prüfungen an, damit ihr nicht überrascht seid, wenn sie eintreten. Aber Ich sage euch auch, dass dies gerade dann sein wird, wenn Ich unter diesem Volke meine Macht, meine Barmherzigkeit und meine Gerechtigkeit offenbare.

55     Alle meine Heerscharen werden sich zum Kampfe bereitmachen, alle meine Diener werden meiner Stimme gehorchen und Zeugnis von Mir ablegen.

56     Nicht nur dieses Volk hier wird in der entscheidenden Stunde Zeuge sein: Die Naturgewalten werden wie immer

"sprechen" und die göttliche Gerechtigkeit repräsentieren, die Geistige Welt gegenwärtig sein und die Augenbinde der Unwissenheit von dieser materialistischen Menschheit reißen — von jenen Menschen, die behaupten, im Verlangen nach der Ewigkeit auf dem Wege Christi zu wandeln, und die dennoch darauf beharren, ihre Augen, ihre Ohren und ihren Verstand gegenüber jedem Ruf und jeder Manifestation des Geistigen Lebens verschlossen zu halten.

57     Gerade jener Christus, dem sie nachzufolgen und den sie zu verstehen glauben, war es, der die Tür öffnete, die zu anderen Welten und Lebensebenen Zugang gewährt — Jener, der die Verwirrung der Seelen beseitigte, die zu leben versuchen, indem sie fremde Körper in Besitz nehmen — Derselbe wie Der, der in der letzten Stunde seiner Mission durch Jesus sich in jenen Seelen fühlbar machte, die in den Gräbern den Todesschlaf schliefen, indem Er sie zum Lichte des Lebens empordringen ließ. Doch damit die Menschen diesen Manifestationen Glauben schenken würden, erlaubte Ich, dass jene Wesen sich bei ihren Angehörigen sichtbar machten.

58     Ich öffnete jene Tür, Ich allein konnte es tun, weil Christus mit seiner Liebe das Band ist, das alle Welten vereint.

59     Ihr sollt zu meinen Legionen des Lichtes gehören, zu meinen Heerscharen des Friedens, zu denen, die für die Welt beten, und wahrlich, Ich sage euch, die Tränen eurer Augen, die um des Schmerzes der anderen willen vergossen werden, werden sich mit dem Balsam eures Vaters vereinigen, um als Tautropfen auf die betrübten Herzen niederzugehen.

60     Der wahre Heilbalsam, Volk — jener, der alle Krankheiten heilt — entspringt der Liebe.

61     Liebt mit dem Geiste, liebt mit dem Herzen und mit dem Verstande, dann werdet ihr genügend Macht haben, um nicht nur die Krankheiten des Körpers zu heilen oder in den kleinen menschlichen Nöten zu trösten, sondern um die geistigen Geheimnisse zu klären, die großen Ängste der Seele, ihre Verstörungen und Gewissensbisse.

62     Jener Balsam löst die großen Prüfungen, entzündet das Licht, lindert die Qual, zerschmilzt die Ketten, die einschnüren.

63     Der von der Wissenschaft aufgegebene Mensch wird beim Kontakt mit diesem Balsam zur Gesundheit und zum Leben zurückkehren; die Seele, die sich abgelöst hat, wird beim Liebeswort des Bruders, der sie ruft, zurückkehren.

64 Wenn diese Zeit ihren Höhepunkt erreicht hat, werden die Menschen ringsum von geistigen Kräften umgeben sein, es wird nie zuvor gesehene Manifestationen, Ereignisse und Zeichen geben. Die stolzen Wissenschaftler werden sprachlos sein, und es wird Gelegenheiten geben, bei denen sie, von ihrer Armseligkeit überzeugt, aus Unfähigkeit weinen.

65     Die Menschen werden ihre Augen Christus zuwenden, und wenn sie dann über ihre Werke nachdenken, werden sie schließlich begreifen, dass Jener, der so viele und so außergewöhnliche Werke in der Zweiten Zeit vollbrachte, derselbe ist wie Der, der jetzt zurückgekehrt ist und gegenwärtig ist und Zeugnis von seiner Macht gibt.

66     Ich will, dass ihr in ein Leben der Vergeistigung eintretet, dass es Selbstdisziplin und Genügsamkeit gibt, dass es Gebet und Liebestätigkeit gibt. So werdet ihr gegenüber jedem geistigen Geschehen feinfühlig werden. Dann wird das, was für viele unsichtbar ist, für euch sichtbar sein können. Nur so werdet ihr fähig sein, den Grund für all das, was geschieht, zu erklären, und wofür die Menschen keine Lösung finden.

67     Ich will, dass die Zubereitung meiner Jünger und ihre Erkenntnis der Mission, die ihnen anvertraut worden ist, so groß ist, dass sie auf ihrem Wege und allein durch ihren Einfluss die Wesen befreien, die unsichtbar, verborgen und unbekannt unter den Menschen sind, und ein der Menschheit unbekanntes Dasein der Verwirrtheit und des Schmerzes führen.

68     Strebe nach deiner Vereinigung, Volk. Wenn du dies nicht erreichst — wie könnten dann die Lichtwesen jener höheren Welt durch euch widergespiegelt werden, wenn dies nötig ist, um der Menschheit ihre Botschaft zu geben?

69     Ich habe euch gelehrt, für die anderen zu beten und zu bitten, aber Ich vernehme euch auch, wenn ihr für das Eure bittet, Ich nehme dieses Gebet an. Doch Ich sage euch, dass die Zeit, in der Ich euch — weil ihr noch unreif wart — eurer Bitte gemäß gab, vorüber ist. Jetzt will Ich, dass ihr als Jünger wirkt, Mir eure Geistseele und euer Herz beim Beten darbietet, aber zulasst, dass Ich in ihnen lese und meinen Willen vollziehe.

70     Mein weises Wort, in die Liebe eines höchst geduldigen Meisters gehüllt, hat euch Schritt für Schritt zum Verständnis der Größe gebracht, die der Spiritualismus enthält, und hat euch den weiten geistigen Horizont erblicken lassen, der im Menschlichen beginnt und mit dem Himmlischen verschmilzt.

Mein Friede ist mit euch!

 

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BWL - Band X - Unterweisung 295


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309
 
Unterweisung 295

1         Menschheit, du hast den Sinn des Lebens falsch gedeutet, weil du dem Materiellen größere Bedeutung gegeben hast als dem Geistigen. Wenn es nicht so wäre, wäre mein erneutes Kommen unter euch nicht notwendig gewesen. Aber hört, wie mein Wort euch zur Erhebung und zur Vergeistigung einlädt, weil Ich sehe, dass die Menschen gleichgültig gegenüber der Wirklichkeit leben.

2         Meine Lehre hat die Aufgabe, dass ihr euch für das Leben, das euch erwartet und das ewig sein wird, interessiert. Sie soll aus eurem Herzen die Furcht vertreiben, die menschliche Hülle zu verlassen — die Furcht vor dem Tode. Mein Wort will euch von all euren Irrtümern frei machen.

3         Wahrlich, Ich sage euch, es gibt keinen Tod, weil der Schöpfer das Leben ist und seine Werke nicht sterben können.

4         Der Mensch ist es, der mit seiner Vorstellungskraft den Tod geschaffen hat, und der darüber hinaus Höllen und Himmel gemäß seines armseligen Auffassungsvermögen geschaffen hat. Welche richtigen Vorstellungen könnte er da von meiner Existenz, von meiner Gerechtigkeit und von der Wahrheit über das ewige Leben haben? Nur Verwirrung gibt es in den Herzen der Menschen, und diese Verwirrung bildet einen Teil der Fundamente, auf denen die Glaubensüberzeugungen der Mehrheit ruhen. Welche Zukunft erwartet die Menschheit, wenn sie sich weiterhin vom wahren Weg entfernt? Nur Elend, Verstörtheit und Schmerz, wovon sie einen Vorgeschmack in dem Leben voller Missgeschicke hat, das sie auf der Erde führt.

5         Die Lehre des Geistes, meine Lehre, Volk, ist der Lichtstrahl, der die Finsternis durchbricht, in die ihr geraten seid. Nur durch sie werden die Menschen dahin gelangen, eine vollkommene und umfassende Unterweisung über ihre geistige Bestimmung und eine wahre Kenntnis von der Existenz meiner Gerechtigkeit zu haben.

6         Die Menschen von heute können nicht an Gott denken, ohne Ihm in irgendeiner Weise eine sichtbare Gestalt zu geben. Sie können nicht von Versuchungen sprechen, ohne den Einfluss des Bösen in einem Wesen zu personifizieren, dessen Aufgabe es ist, die Seelen zu verderben, und ebenso wenig können sie an die Sühne dessen, der gesündigt hat, denken, ohne sich die Strafe des Höllenfeuers vorzustellen, das niemals existiert hat.

7         Zu diesen drei Irrtümern, die den Verstand der Menschen beherrschen, sage Ich euch: Wenn ihr glaubt, dass Gott der Heilige Geist ist, gibt es keinen Grund dafür, Ihn in materiellen Gestalten zu suchen, da Er Geist ist. Und jenes imaginäre Wesen, das ihr Luzifer oder Satan nennt, existiert nur im Verstande derer, die meine Worte, Offenbarungen und Botschaften vergangener Zeiten nicht geistig auszulegen vermochten.

Wahrlich, Ich sage euch, im "Geistigen Tale" gibt es große Geister der Finsternis, die Zwietracht, Hass und Verderbnis säen. Es gibt zahllose Geister, deren Einfluss die Menschen erreicht, wenn sie ihnen schlechte Gedanken eingeben und sie zu schlechten Werken anstiften. Aber diese Wesen sind keine Dämonen; es sind unvollkommene, verstörte, verwirrte Wesen, die durch Schmerz, Missgunst oder Rachsucht verdunkelt sind. Wundert auch nicht, wenn Ich euch sage, dass ihre Natur dieselbe ist, die auch eure Seele hat, und dieselbe, wie sie jene Wesen haben, die von euch Engel genannt werden.

8         Warum nennt ihr nicht die schlechten Menschen, die die Erde bewohnen, Dämonen, da sie euch gleichfalls verführen, da sie euch auch zum Bösen anstiften und euch vom wahren Wege abbringen? Sie sind wie die verwirrten Wesen des Jenseits gleichfalls unvollkommene Seelen, die aber Macht und Gewalt erlangt haben, weil sich ihrer ein Ideal von Größe bemächtigt hat.

9         Wahrlich, Ich sage euch, weder unter denen, die auf Erden wohnen, noch bei denen, die sich im Geistigen befinden, habe Ich Feinde. Es gibt nicht einen, der Mich hasst, gegen Mich lästert oder seine Nächsten vom guten Wege abbringt aus purer Freude daran, Mich zu beleidigen. Lüge! Jene, die die Menschen vom Glauben abbringen, die aus dem Herzen ihrer Mitmenschen meinen Namen tilgen und die gegen das Geistige kämpfen, tun dies nicht, um Mich zu beleidigen. Sie tun es, weil dies für ihr irdisches Machtstreben, ihre Träume von Größe und menschlicher Herrlichkeit nötig ist.

10     Dasselbe gilt für jene Wesen des Jenseits, die nicht zu dem Lichte erwacht sind, das auf den Weg der Liebe erhebt. Sie haben versucht, durch bloßes Wissen groß zu sein, und wenn sie ihre Geschwister beeinflussen und sie vom guten Pfade abbringen, geschieht es nicht in der Absicht, Mir Schmerz zu bereiten, mit meiner Macht zu rivalisieren, sich am Sieg des Bösen über das Gute zu ergötzen — nein. Der Beweggrund, obschon schlecht, ist nicht der, Mich zu beleidigen. Wie könnt ihr während eures ganzen Lebens daran denken, dass Mir ein mächtiger Feind entgegensteht, der Mir andauernd das entreißt, was mein ist?

11     Wie könnt ihr meinen, dass Ich auf den Weg der Menschen ein unendlich mächtigeres Wesen als sie gestellt habe, damit es sie unablässig verführe, und das sie schließlich ins ewige Verderben stoßen würde?

12     Wie schlecht denkt ihr von Mir und meiner Gerechtigkeit — ihr, die ihr behauptet, Mich zu kennen und zu lieben!

13     Zwar versuchen die Schlechten die Guten, die Starken missbrauchen die Schwachen, die Ungerechten verspotten die Unschuldigen, und die Unreinen verletzen den, der rein ist. Aber es sind Versuchungen, die jener, der ihnen begegnet, zurückweisen kann, weil er Waffen und einen Schild besitzt, um zu kämpfen und sich zu verteidigen. Sein Schwert ist das Gewissen, und hinter diesem stehen die Moral, der Glaube und die Vernunft, um sich nicht von den schlechten Einflüssen verführen zu lassen.

Doch er muss nicht nur dies tun, sondern auch mit seinen Werken die Tugend säen und so viel wie möglich dem Bösen Widerstand leisten. Wenn er sieht, dass manche Verderben, Laster und Zerstörung säen, wird er sich aufmachen, um Licht zu säen, den Verirrten zu retten und den aufrichten, der gestürzt ist.

14     Es ist der ewige Kampf des Guten gegen das Böse und des Lichtes gegen die Finsternis — ein unerlässlicher Kampf, um emporzusteigen und die Höhen der Vollkommenheit zu erreichen.

15     Für Mich ist es ebenso verdienstvoll, wenn ein mit der Spur schwerster Verfehlungen beflecktes Wesen, von einem hohen Ideal inspiriert sich läutert, wie wenn ein Wesen, das standhaft rein geblieben ist, bis zuletzt darum ringt, sich nicht zu beflecken, weil es von Anbeginn das Licht liebte.

16     Wie ferne der Wahrheit wandeln jene, die meinen, dass die verwirrten Geister eine andere Beschaffenheit haben als die Geister des Lichtes!

17     Ungerecht wäre der Vater, wenn dies wahr wäre, wie Er auch nicht mehr der Allmächtige wäre, wenn es Ihm an der Weisheit und Liebe mangelte, um die Befleckten, die Unreinen, die Unvollkommenen zu retten, und Er sie nicht mit allen Gerechten in einund derselben Heimstatt vereinen könnte.

18     Jünger: Wenn der Mensch eine wahre Kenntnis der Werke besitzt, die er getan hat, lässt er sich nicht durch Eitelkeit blenden. Er weiß, dass — falls dies unedle Gefühl in sein Wesen eindringt — sich seine Intelligenz trüben würde und er auf dem Entwicklungswege nicht mehr vorankommen könnte, er stehenbleiben und in Lethargie versinken würde.

19     Die Eitelkeit hat viele Menschen zugrunde gerichtet, hat viele blühende Völker zerstört und eure Kulturen zu Fall gebracht.

20     Solange die Völker Tatkraft, Tüchtigkeit und Fortschritt als Ideale hatten, erlebten sie Überfluss, Glanz und Wohlstand. Doch als der Hochmut sie sich überlegen fühlen ließ, als ihr Ideal der Aufwärtsentwicklung durch den unstillbaren Ehrgeiz ersetzt wurde, alles für sich haben zu wollen, begannen sie Schritt für Schritt, ohne dass sie es merkten und ohne es zu wollen, alles zu zerstören, was sie aufgebaut hatten, und stürzten schließlich in den Abgrund.

21     Die Geschichte der Menschheit ist voll von solchen Erfahrungen. Daher sage Ich euch, dass es recht ist, wenn auf der Welt ein Volk mit großen Idealen entsteht, das — obschon sich immer seiner guten Werke bewusst — sich nichts darauf einbildet. Auf diese Weise wird sein Lauf nicht aufgehalten werden, und der bisher erreichte Glanz wird morgen noch übertroffen und später erneut vermehrt werden.

22     Wenn Ich so zu euch spreche, versuche Ich, euch nicht nur materielle Ziele zu inspirieren: Ich will, dass meine Worte richtig gedeutet werden, damit ihr sie auf das Geistige ebenso wie auf das Materielle anzuwenden versteht.

23     Die Eitelkeit kann den Menschen nicht nur in seinem materiellen Leben befallen, und als Beweis für das, was Ich euch sage, betrachtet die Stürze und Fehlschläge der großen Konfessionen, die in ihren Fundamenten von der Eitelkeit, dem Hochmut, ihrer falschen Pracht angenagt sind. Wann immer sie geglaubt haben, auf dem Höhepunkt ihrer Macht zu sein, ist jemand gekommen und hat sie aus ihren Träumen wachgerüttelt, hat ihnen ihre Irrtümer, ihre Abwege, ihr Abweichen vom Gesetz und von der Wahrheit vor Augen geführt.

24     Nur durch die wirkliche Erkenntnis und Erfüllung meines Gesetzes im Angesichte des Gewissens wird diese Menschheit zu einem hochstehenden Leben aufsteigen können; denn das Gewissen, welches mein Licht ist, ist vollkommen, ist ungetrübt, ist gerecht, niemals wird es eitel oder geht krumme Wege.

25     Sagt Mir, ob es nicht eine geistige Lehre ist, die die Menschen benötigen, um sich der Wahrheit zu nähern. Denn diese Lehre, die die Menschheit so sehr benötigt, ist gerade die, die Ich euch gebracht habe.

26     Wenn dies Wort sich über die Welt verbreitet, und die Menschen fragen, wer es inspirierte und wer es diktierte, damit es niedergeschrieben würde, sollen die Boten und Sämänner derselben bezeugen, dass es der Heilige Geist gewesen ist, der es durch das vorbereitete Verstandesvermögen seiner Stimmträger offenbarte.

27     Wenn diese Menschheit meine Botschaft empfängt, wird sie sich an Jesus erinnern, jenen demütigen Nazarener, der auf den Bergen, in der Wüste, an den Ufern der Flüsse und in den Tälern predigte. Denn sein Wort benötigte keine materiellen Tempel, da dort, wo es sich äußern wollte, der innere Tempel der Zuhörerscharen erstand, deren Herzen sich wie Blütenkelche im Sonnenschein öffneten.

28     Nun stehe Ich vor der Tür jedes Herzens, aber es ist nötig, dass die Menschheit, wenn sie sich an meine Verheißung, wiederzukommen, erinnert, auch daran erinnert, dass Ich niemals ankündigte, dass meine Gegenwart erneut als Mensch sein würde, sondern dass Ich euch begreiflich machte, dass diese Wiederkunft im Geist sein würde.

29     Jetzt ist die Zeit des Verstehens, der Erleuchtung der Seele und des Verstandes, in welcher der Mensch Mich endlich geistig suchen wird, weil er erkennen wird, dass Gott weder eine Person noch eine Phantasievorstellung ist, sondern unbegrenzter und absoluter universeller Geist.

30     Diese Lehre, die nur einigen wenigen bekannt ist und von der Menschheit nicht zur Kenntnis genommen wird, wird bald als Heilbalsam zu allen Leidenden gelangen, um Trost zu spenden, den Glauben zu entzünden, um Finsternis zu vertreiben und Hoffnung einzuflößen. Sie erhebt euch über die Sünde, das Elend, den Schmerz und den Tod.

31     Es könnte gar nicht anders sein, denn Ich bin es, der Göttliche Arzt, der verheißene Tröster, der es euch offenbart hat.

32     Zu allen Zeiten hat euch meine Lehre deutlich gemacht, dass ihr innerstes Wesen die Liebe ist. Die Liebe ist die Essenz Gottes. Aus dieser Kraft schöpfen alle Wesen, um zu leben; aus ihr entsprang das Leben und die ganze Schöpfung. Die Liebe ist der Ursprung und das Ziel in der Bestimmung all dessen, was vom Vater geschaffen wurde. Angesichts jener Kraft, die alles bewegt, erhellt und belebt, verschwindet der Tod, verflüchtigt sich die Sünde, vergehen die Leidenschaften, werden die Unreinheiten abgewaschen und vervollkommnet sich alles, was unvollkommen ist.

33     Ich kam in der Zweiten Zeit zur Welt, um mit meiner Lehre und meinen Beispielen, die unauslöschlich in eurem Geist eingeprägt blieben, die Macht der Liebe zu beweisen. Dennoch frage Ich, der den Schmerz der Welt und des Todes durch Liebe überwand, euch Menschen, die ihr euch noch entwickelt: Habt ihr bereits gelernt, den Schmerz der Welt und des Todes zu überwinden?

34     Ich habe gesehen, dass ihr noch immer den Tag der Toten feiert. Doch weshalb? Ist es etwa eure Art und Weise, in der ihr den Sieg über den Tod feiert? Nein, Menschheit, irre dich nicht, erkenne, dass du damit die Verehrung der Körpermaterie und die Liebe zur Welt feierst. In diesem Kult für die, die ins Innere der Erde gesenkt worden sind, entfernt ihr euch von den Seelen und vergesst sie, die das wahre und ewige Leben repräsentieren. Wenn Ich euch ein Grab mit Tränen begießen oder mit Blumen bedecken sehe, kann Ich nicht anders, als jene meine Worte auf euch anzuwenden, die euch sagen: "Ihr seid Tote, die über ihren Toten wachen."

35     Denen, die mein Wort verstanden haben und es auf ihr Leben anwenden, trage Ich auf, für alle die zu beten, die in ihrem Materialismus den Sinn der Wahrheit verfälschen, und die hochmütig und eitel in ihrer Wissenschaft sich schließlich für weise, schöpferisch und stark halten und sich über diejenigen lustig machen, die sich Gott nähern und ihre Bitten zu Ihm emporsenden. Sie glauben, das Schicksal der Menschheit in ihren Händen zu halten, ohne zu wissen, dass auch sie meiner Göttlichen Gerechtigkeit unterstehen. Sie benötigen mehr als irgendein Anderer eure Gebete und euren geistigen Beistand.

36     Diese Menschen haben sich in ihren abgöttischen Kult für den Körper verirrt — ein Kult, der mittels der Wissenschaft ausgeübt wird. Doch auch sie werden in den großen Prüfungen, die für sie bestimmt sind, erwachen, und durch sie werden sie schließlich begreifen, dass es etwas im Menschen gibt, das jenseits der Intelligenz ist, welches die Geistseele ist, und dass es noch etwas Höheres als die irdische Wissenschaft gibt, welches die Kenntnis des Geistigen Lebens ist.

37     Erst wenn nicht mehr der Verstand den Geist zur Beobachtung und Vertiefung in die Wissenschaft veranlasst, sondern der Geist den Verstand erhebt und anleitet, wird der Mensch das entdecken, was ihm derzeit unerforschlich erscheint, und das dennoch dazu bestimmt ist, ihm offenbart zu werden, sobald er seine Intelligenz vergeistigt hat.

38     Wenn ihr irgendeine meiner Lehrreden vernehmt, könnt ihr wohl das Chaos der Weltanschauungen, das auf euch zukommt, begreifen und sogar erahnen.

39     Die Zeit der Abgötterei geht nun ihrem Ende zu, und der Zeitabschnitt der Vergeistigung wird bald seinen Einzug in das Herz des Menschen haben. Alle Abgötter werden zu Boden stürzen und werden der Wahrheit Platz machen, und dort wird man den wahren Altar Gottes errichten.

40     Ich bin das Licht, die Wahrheit und das Leben. Ich bin das offene Buch.

41     Vom Beginn der Menschheit an haben die Menschen den Ursprung des Lebens und den Grund für alles, was sie umgibt, gesucht. Dafür haben sie die Kraft ihres Verstandes, das Licht der Intelligenz angewendet. Daraus sind ihre Wissenschaften und ihre Philosophien hervorgegangen. Aber da der menschliche Verstand zu begrenzt ist, um die Wahrheit zu erfassen, die nur der Geist verstehen und durchdringen kann, ist es nur wenig gewesen, was seine Wissenschaft von dieser Wahrheit zu entdecken vermochte.

42     Die Menschen haben dieses Licht nicht im Geistigen gesucht — doch Ich bin Geist. Wer daher die Quelle des Lebens, das Licht der Wahrheit und den Ursprung alles Geschaffenen finden will, muss zuerst Mich suchen — Mich durch das Gebet, das Verlangen nach Wissen mit der Seele suchen, um seine Nächsten zu lieben und ihnen besser zu dienen, um sich über die Nöte des menschlichen Lebens zu erheben. Ihm werden die Lehren offenbart werden, die andere, sich mit dem Verstande abquälend, erst nach Jahrhunderten entdeckt haben.

43     Ich bin die Liebe, und wer Mich sucht, muss es von der Liebe inspiriert tun.

44     Der Mensch ist ein Abglanz des Schöpfers, ein Ebenbild Gottes. Die Kinder müssen zwangsläufig dem Vater ähnlich werden, aus dem sie hervorgingen. Diese Ähnlichkeit ist in der Geistseele begründet, da sie mit Eigenschaften Gottes versehen ist und darüber hinaus ewiges Leben hat. Die Materie, das heißt: der menschliche Körper ist nur ein vorübergehendes Gewand der Seele.

45     Der Vater sandte die Seelen aus, um diese Erde zu bewohnen, damit sie auf ihr Mittel für ihre Entfaltung finden würden, Prüfungen, um stark zu werden, Lektionen, um von Licht erfüllt zu werden, Gelegenheiten ohne Ende, um Verdienste zu erwerben, die sie über dieses Leben erheben, sie von der Materie frei machen und sie zum Geistigen Reiche führen.

Aber der Mensch hat die Schlacht noch nicht gewonnen, hat die Materie nicht beherrscht, hat die Welt nicht zu seinem Diener gemacht. Im Gegenteil — er hat sich von Kräften und Elementen beherrschen lassen, die unter ihm stehen. Der Mensch glaubt, Herr der Welt zu sein, während er in Wirklichkeit nichts als ein Sklave der Materie ist.

46     Solange er diese Schlacht nicht gewinnt, wird er das Geistige Leben nicht für sich erobert haben.

47     Glaubt jedoch nicht, dass Ich will, dass die Menschen sich von den irdischen Gesetzen lossagen, um sich ausschließlich dem Geistigen zu widmen. Nein, Volk, Ich will, dass ihr das, was der Vater geschaffen und der Menschheit angeboten hat, zu eurem Wohle gebraucht, für eure Entwicklung und für euren Aufstieg — dass ihr über das materielle Leben mit seinen Naturreichen, Kräften und Wesen zu herrschen lernt. Doch um dies zu erreichen, ist es nötig, über das hinauszugelangen, was eure Intelligenz erreicht, das heißt, mittels der Geistseele zu wirken, damit der Vater, wenn er eure edlen Ziele sieht — die Liebe, die ihr in eure Werke legt, und den Platz, den ihr eurer Geistseele zu geben verstandet, den Vorhang von seiner geheimen Schatzkammer wegzieht und euch einen Funken seiner Weisheit gewährt, der eure Seele erleuchten soll.

48     Das Richtige ist, wenn der Geist dem menschlichen Verstande Weisheit offenbart, und nicht der Verstand dem Geiste "Licht" gibt. Viele werden das, was ich euch hier sage, nicht begreifen, und zwar, weil ihr schon seit langem die Ordnung eures Lebens verkehrt habt.

49     Seht, wie der Mensch vor und über allem steht, was ihn umgibt; dass er das einzige Wesen ist, das mit Willensfreiheit und Gewissen ausgestattet ist. Von dieser Willensfreiheit haben alle Verirrungen, Stürze und Sünden der Menschen ihren Ausgang genommen. Aber es sind vergängliche Verfehlungen vor der Gerechtigkeit und der Ewigkeit des Schöpfers. Denn hernach wird sich das Gewissen gegenüber den Schwächen des Körpers und der Verführbarkeit der Seele durchsetzen. Damit wird der Sieg des Lichtes kommen, welcher Wissen über die Finsternis ist, die Unwissenheit bedeutet. Es wird der Sieg des Guten, welches Liebe, Gerechtigkeit und Harmonie ist, über das Böse sein, welches Selbstsucht, Zügellosigkeit, Ungerechtigkeit ist.

50     Wenn ihr euer Leben und die Geschichte der Menschheit betrachtet, werdet ihr entdecken, dass dieser Kampf von Anbeginn der Schöpfung bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt immer bestanden hat — ein für die Vervollkommnung eurer Seele notwendiger Kampf, ebenso notwendig wie das Feuer, um das Gold zu läutern.

51     Wer, der diese Unterweisung vernimmt, kann denken, dass einer Seele ein einziges menschliches Dasein für ihre volle Entfaltung und ihre Vervollkommnung genügen kann?

52     Ach ihr Menschen, die ihr euch allzu sehr mit dem menschlichen Leben beschäftigt und euch glauben macht, dass ihr ewig auf der Erde seid, und nicht wisst, dass ihr aufgrund euer Vermaterialisierung in neuen Körpern auf die Welt kommen müsst, um den Schritt zu tun, den ihr bei der früheren Gelegenheit nicht zu tun vermochtet!

53     Aber die vielen Reinkarnationen geben einer Seele auch nicht die absolute Vollkommenheit. So hochstehend sie auch nach ihrem letzten Dasein auf der Erde sein mag — noch erwartet sie das "Geistige Tal" mit seinen zahllosen Lebenswelten, seinen neuen Unterweisungen, Offenbarungen und Wundern.

54     Wenn ihr einmal den Weg zurückgelegt habt und zu den Schwellen des Reinen und Vollkommenen gelangt, werdet ihr den Grund für euer Dasein verstehen, werdet ihr wirklich im Lichte wohnen.

55     Hier auf der Erde habe Ich das geistige Leben der Menschheit in drei Etappen, Zeiten oder Zeitalter eingeteilt, in denen Ich euch nach und nach, Lektion für Lektion die Weisheit offenbarte, die ihr alle besitzen müsst.

56     Die Erste Zeit ist gleichsam die geistige Kindheit des Menschen, in der dieser die Augen öffnet und das Gesicht seines Vaters sieht, Ihn vernimmt, aber noch weit davon entfernt ist, Ihn zu verstehen. Der Beweis dafür ist, dass er Ihm zu gehorchen versuchte, indem er sich an den Buchstaben der Texte klammerte, ohne mit der Seele in den Sinngehalt derselben einzudringen.

57     In der Zweiten Zeit kam Ich, "das Wort", um in Jesus bei euch zu wohnen und euch mit meinem Leben den Weg der Seele aufzuzeigen. Diese Zweite Zeit ist die des Heranwachsens oder der ersten geistigen Jugend. Sie ist das Lebensalter, in der Christus die Menschen die Liebe lehrte, um ihre schlafenden Herzenssaiten zu erwecken, damit ihre Herzen unter einem neuen Gefühl vibrieren würden, unter dem machtvollen Impuls der Liebe zu ihrem Vater und zu ihren Nächsten.

58     In diesen zwei Arten von Liebe fasste Ich das ganze Gesetz, meine ganze Unterweisung zusammen: die Liebe zu Gott, dem Autor des Lebens, dem Vater, dem Schöpfer, und die Liebe untereinander.

59     Das Gesetz ist immer in den Gewissen gegenwärtig gewesen. Generationen gehen, und Generationen kommen, Seelen wandern weiter, und Seelen kommen, doch mein Wort bleibt fest und unveränderlich. Dennoch ist der Mensch schwer von Begriff und hartherzig gewesen, und es sind nur wenige gewesen, die den Liebesgeist meiner Lehre verstanden haben.

60     Die Menschen vermehren sich und wachsen. Doch sobald ihre Intelligenz erwacht, wenden sie sich vom Geistigen ab, um nach der Herrlichkeit der Welt, dem Reichtum oder der Wissenschaft zu streben. Daraufhin konnten ihre Früchte nicht ganz so süß sein, wie euer Herz es möchte. Immer ist euch ein bitterer Geschmack im Munde zurückgeblieben.

61     Aber denkt nicht, dass mein Wort eure Werke grundsätzlich verurteilt oder das verdammt, was eure Wissenschaft erreicht hat. Nein, Volk, nicht Ich bin es, der euch mit Worten sagt, dass ihr nur einen Schritt vom Abgrund entfernt seid — es sind die Tatsachen, die Resultate eures Mangels an Vergeistigung.

62     Aber gerade in den Augenblicken, in denen ihr euch dem Abgrund nähert, ertönt die laute Glocke in der Uhr der Ewigkeit und zeigt den Beginn einer neuen Zeit an: das Dritte Zeitalter — die Zeit, in der der Heilige Geist in den Gewissen aufleuchtet und sich als Weisheit, als Licht ergießt, das Geheimnisse aufklärt — als Kraft, die erhebt, zu neuem Leben erweckt, tröstet und rettet.

63     Es ist die subtilste und höchste Form, die der Vater angewendet hat, um zu den Menschen zu sprechen. Für die Menschen sind bereits zwei Lebensalter vergangen, und sie haben die Reife der Seele erreicht. Sie können nun tiefergehende Lektionen begreifen und verstehen.

64     Dies ist die "Dritte Zeit", in der die Seele des Menschen sich von den Ketten des Materialismus befreien muss. Dies wird der Kampf der Weltanschauungen mit sich bringen, der heftiger sein wird, als ihn die Geschichte der Menschheit kennt.

65     Die Verderbtheit, der Egoismus, der Hochmut, das Laster, die Lüge und alles, was euer Leben überschattet hat, werden wie zerbrochene Götzenbilder zu Füßen derer fallen, die sie verehrten, um der Demut Platz zu machen.

66     Wie werdet ihr in diesem Kampfe Hilfe leisten können? Mit der machtvollen Waffe des Gebetes — nicht mit Wortgebeten, sondern durch die Erhebung des Denkens.

67     Mein Geist — unendlich subtiler als die Luft, die euch umgibt — wird gegenwärtig sein, euer Gebet aufnehmen und es zugleich in Frieden und in Balsam für eure Mitmenschen umwandeln.

68     Eure Gedanken werden zu Lichtfunken im Raume werden und werden als Botschaft zu jenem Verstande gelangen, der Klarheit für sein Denken benötigt.

69     Eure Fürbitte wird sich vollziehen, denn der Friede meines Reiches kommt zur Erde, und eure Werke werden gleichsam die erste Saat der Vergeistigung, die in der Dritten Zeit in den Schoß der Erde fällt.

Mein Friede sei mit euch!


 

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