BWL - Band X - Unterweisung 294


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 294

1         In diesen für die Menschen schwierigen und leidvollen Zeiten wird mein Werk wie ein Leuchtturm für die Schiffbrüchigen sein, wie ein Schild für die Schwachen, wie ein Reisebündel voller Lebensmittel für die Bedürftigen. — Ich spreche zu euch in bildlichem Sinne über das Geistige. Denn Ich habe euch bereits gesagt, dass der Mensch nicht nur vom Brote lebt, sondern auch von meinem Worte.

2         Es ist notwendig, dass ihr den Sinngehalt dieser Wahrheit versteht. Denn viele Bedürftige, Kranke an Körper und Seele werden euren Weg kreuzen. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihre körperliche Not wird nicht größer sein als die ihrer Seele. Denn diese wird aus Elend, Hunger, Nacktheit, Kälte, Angst und Finsternis bestehen.

3         Wie sehr müsst ihr zubereitet sein, um in die Herzen zu schauen und das zu erfahren, was sie in sich bergen, was sie verbergen und was sie benötigen! Ich habe euch gelehrt, Seelen zu nähren, sie zu heilen, ihnen Licht zu geben und den Weg zu ihrer Aufwärtsentwicklung zu zeigen.

4         Wer dieses Wort vernimmt und es in seinem Herzen bewahrt, wird fähig sein, zu einem Seelenführer, Arzt und Ratgeber zu werden. In seinem Wort wird er ein Geschenk des Friedens und des Trostes für seine Mitmenschen haben, die des Lichtes bedürfen.

5         Während ihr Kranke heilt und sie das göttliche Wort vernehmen lasst, werdet ihr die Auferstehung vieler Seelen miterleben, wenn sie, aus ihrem tiefen Schlafe erwachend und durch eure Stimme erschüttert, die Schätze und Gaben entdecken, die sie mit sich trugen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Es wird dann eine große Wonne in ihrem Herzen sein, weil sie fühlen werden, Erben ihres Vaters zu sein.

6         Lange Zeit hindurch fühlten sie sich ferne vom Herrn. Aber es genügte ein einziges Wort eines Bruders, eines Sendboten jenes liebevollsten Vaters, und schon erstrahlte ihr ganzes Wesen vor Liebe und Leben.

7         Mein Ruf wird zu allen gelangen, indem er von einem Herzen zum nächsten gelangt. Ebenso hat sich im Stillen die Kunde von meiner geistigen Gegenwart unter euch verbreitet und ist die Kenntnis darüber weitergegeben worden, dass jetzt die Dritte Zeit da ist.

8         Ich will nicht, dass ihr mit meinem Kommen prahlt, noch dass ihr euch solcher Mittel bedient, die der Vergeistigung fremd sind, um meine Botschaft zu verbreiten.

9         Nehmt euch ein Beispiel an meinen Aposteln, die mit Werken der Liebe, mit Worten voller Licht und durch Schriften, die die Wahrheit widerspiegelten, zu allen Völkern der Erde das Zeugnis gelangen ließen, dass Christus, der Göttliche Meister, bei ihnen gewesen ist.

10     Schwaches Volk, du willst dich nicht anstrengen, um dein eigenes Heil zu erlangen. Sind es etwa Opfer, die Ich von euch verlange? Recht einfach ist die Aufgabe, die Ich jedem von euch anvertraut habe. Doch euch erscheint sie als ein Kreuz, dessen Gewicht über eure Kräfte geht.

11     Wenn Ich euch irgendeiner Prüfung unterwerfe, verzweifelt ihr und rebelliert ihr gegen meinen Willen, auch wenn diese mild ist.

12     Wo ist Abraham, von dem Ich das Leben seines geliebten Sohnes forderte und der bereit war, Mir zu gehorchen? Wo könnte Ich die Kraft und den Glauben Moses'' finden, der die Wüste durchquerte, gefolgt von seinem Volke? Und die Treue meiner Apostel, um bis zum Tode den Spuren zu folgen, die ihr Meister hinterließ — wo könnte Ich sie erneut finden?

13     Seht, Ich verlange von euch nicht das Leben eurer Kinder, auch nicht, dass ihr euer Blut in meinem Namen opfert, und dennoch erscheint euch die Mission, die Ich euch anvertraut habe, schwer, und es gibt viele, die sie verweigern.

14     Ich habe euch nur die Mittel aufgezeigt, um Gutes zu tun, euren Nächsten nützlich zu sein, um euch so den immerwährenden Frieden für eure Seele zu erarbeiten und euren Mitmenschen zu helfen, den Berg der Vergeistigung zu ersteigen.

15     Lasst die Stimme eures Gewissens sprechen, hört auf sie und sagt Mir dann, ob diese Mission, die Ich euch anvertraut habe, ein Joch für euch ist. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr jene innere Stimme immer zu vernehmen vermögt, werdet ihr Reuetränen vergießen müssen und Mir sagen: Wie undankbar sind wir Dir gegenüber gewesen, und wie ungerecht zu uns selbst!

16     Wenn ihr diese Betrachtungen angestellt habt, und sich in eurem Herzen feste Vorsätze bilden, eure Mission mit Sanftmut und Liebe zu erfüllen, werdet ihr in eurer Seele das Licht eures Vaters fühlen, wie Er euch segnet.

17     Fürchte dich nicht, Volk, denn Ich gehe euch voran, lenke eure Schritte und erhelle euren Pfad wie ein unermesslich großer Leuchtturm.

18     Wenn ihr diese heutige Lektion als einen Vorwurf des Meisters auffasst, so fasst sie so auf. Aber geht ihr auf den Grund, dann werdet ihr dort meine Gerechtigkeit, meine Liebe und meinen Eifer für den Teil finden, den Ich euch in meinem Werke anvertraut habe.

19     Erkennt, dass jetzt die Dritte Zeit ist, das Zeitalter des geistigen Lichtes.

20     Seid wohlgemut, denn ihr werdet Zeugen vieler Ereignisse sein und werdet die Gnade haben, viele Offenbarungen zu empfangen.

21     Euer Herz ist nicht verhärtet, euer Gehirn ist für meine Liebe nicht verschlossen, eure Seele ist nicht eingeschlafen. Öffnet die Augen dem Lichte und schärft eure Sinne, damit ihr die Zeichen, die Rufe und Bekundungen meines Geistes und der Geistigen Welt wahrnehmt, die sich über euch bemerkbar machen werden.

22     Für jedes Geschöpf ist der Tag seiner geistigen Befreiung in dieser Zeit festgesetzt — der Zeitpunkt, an dem es für immer aufhört, Sklave der Welt zu sein, Sklave der Versuchungen, Anbeter des Körpers und seiner Vergnügungen.

23     Die falschen Schmuckstücke werden von euch fallen, weil die Seele die Eitelkeiten der Welt verschmäht, um sich mit dem würdigen Mantel der Vergeistigung zu bekleiden.

24     Für wie viele von euch, die ihr mein Wort in dieser Zeit vernommen habt, war der Tag eurer Befreiung gerade jener, an dem ihr zum ersten Mal diese Stimme gehört habt! Mit wie viel Liebe habt ihr in euer Gedächtnis das gesegnete Datum geprägt, an dem ihr euch an das Wunder eurer Auferstehung zum Glauben erinnert!

25     Wohl denen, die viel geweint haben, aber zu warten verstanden. Wohl denen, die zwar sündigten, sich danach jedoch willig der Läuterung unterwarfen, weil sie das Kommen meines Wortes zu ihrem Herzen vorausfühlten. Sie vermochten Mich von dem Tag an, an dem sie zum ersten Mal meiner Kundgebung beiwohnten, von meinem ersten Worte an zu fühlen und zu erkennen. Als Ich die Saiten ihres durch den Schmerz und die Missgeschicke des Lebens empfindsam gewordenen Herzens mit meiner Essenz berührte, fühlten sie durch ihr ganzes Wesen den Göttlichen Lebenssaft des Meisters fließen, und in derselben Zeit, in der sie erstarkten, fielen von ihrer Seele Elend, Makel, Laster, Leiden, Finsternis und Schandflecken ab und bekleidete sie sich danach mit dem der Lichtseele eigenen Gewand, welches die Wahrheit ist.

26     In meine Gegenwart waren Menschen gekommen, die für das geistige Leben tot waren. Doch als sie weggingen, gingen sie als zum Glauben bekehrte Menschen, die endlich wussten, welcher der wahre Weg war. Denn der Glaube ist der Kompass der Seele.

27     Es ist ein unsagbares Glücksgefühl für die Seele, wenn sie zum Glauben aufersteht! Doch dies war nicht alles, noch mehr erwartete jene, die so zum Leben zurückkehrten. Es war die Beglückung, zu wissen, dass sie auf ihren Wege "Tote" würden auferwecken können, wie sie es von ihrem Meister gelernt hatten, und dass sie jedem Erdenwanderer, dem sie begegnen würden, der ohne festes Ziel im Leben wandern würde, die Richtung würden zeigen können.

28     Wer nicht einen Nächsten gerettet hat, wer nicht einem Mitmenschen den verlorenen Glauben oder die Gesundheit wiedergegeben hat, wird sich jene Wonne der Seele nicht vorstellen können. Wer kann sich dann wohl die Freude vorstellen, der Retter, der Trost, der Meister und die ewige Auferstehung jeder Seele zu sein? Aber Ich habe diese Freude nicht nur Mir vorbehalten, denn Ich habe etwas von jeder meiner Eigenschaften mit euch geteilt und euch gelehrt, zu retten, zu heilen, zu trösten und zu neuem Leben zu erwecken. Denn Ich will, dass meine Freude die von allen ist, so wie mein Himmelreich alle erwartet.

29     Volk, wenn du fühlst, dass eine höhere Macht euer Wesen umfängt, dann deshalb, weil ihr gerade meine Gegenwart fühlt. Ihr habt eure Seele zubereitet und euren Körper aufnahmebereit gemacht. Daher erfreut ihr euch in diesem Augenblick, von meinem Worte bewegt, der Kraft, die von meinem Geiste ausstrahlt. Bedenkt: Wenn ihr in allen Augenblicken eures Lebens diese Vergeistigung hättet, so würdet ihr überall das Gefühl meiner Gegenwart wahrnehmen. Dann würdet ihr feststellen, dass sich meine Gerechtigkeit in eurem Leben voll offenbart.

30     Ich richte derzeit die Völker der Erde und berühre alle Seelen mit meinem Lichte. Aber nur wenige sind sich bewusst, dass ihr Gericht gekommen ist, und noch weniger sind es, die die Gegenwärtigkeit der schon in den vergangenen Zeitaltern angekündigten Zeit ahnen.

31     Allen habe Ich die notwendige Zeit für die Prüfung ihres Lebens im Lichte ihres Gewissens gegeben, ebenso wie für ihre Reue und Erneuerung, falls sie etwas zu bessern oder wiedergutzumachen haben würden. Sowohl den Menschen, die regieren und Gesetze erlassen, als auch denen, die die Menschheit geistig führen, ebenso wie den Wissenschaftlern und allen, die Wissen vermitteln, habe Ich Zeit gewährt, um sich zuzubereiten. Denn alle werden auf die Fragen antworten müssen, die meine Gerechtigkeit ihnen stellen wird.

32     Wenn die Menschen von heute nicht so hart und gefühllos wären, würden sie zweifellos andauernd Botschaften der Geistigen Welt empfangen, und gelegentlich würden sie sich von Scharen von Wesen umgeben sehen, die unablässig auf das Erwachen der Menschen hinwirken, und sie würden feststellen, dass sie niemals allein sind.

33     Die einen nennen jene Welt "unsichtbar", andere "jenseitig". Doch weshalb? Einfach deshalb, weil ihnen der Glaube fehlt, um das Geistige zu "schauen", und weil ihre menschliche Armseligkeit ihnen das Gefühl gibt, einer Welt, die sie in ihren Herzen fühlen müssten, fern und fremd zu sein.

34     Ich musste dies Volk hier, das in der Bescheidenheit dieser Versammlungsräume zusammenkommt, um Mich zu vernehmen, von irdischen Gütern und von Eitelkeiten frei machen, damit es sich von etwas angezogen fühlen würde, das gerade nicht von dieser Welt ist, und das meine Lehre ist.

35     Ich habe euch arm angetroffen, wie ihr wegen der verlorenen Güter geweint habt und deshalb ein wenig vom falschen Glanze der weltlichen Herrlichkeiten enttäuscht und etwas weniger vermaterialisiert wart. Dies hilft euch, die Gegenwart des Geistigen zu fühlen, ebenso wie die Entfaltung und die Besserung eurer Seele zu ersehnen. Wenn ihr reich, gesund wäret, und wenn ihr unter Annehmlichkeiten, Festen und Vergnügungen gelebt hättet — wärt ihr dann auf meinen Ruf hin herbeigeeilt?

36     Erkennt, wie sehr Ich Mich noch immer unter den Menschen fühlbar machen muss, damit die Monarchen meiner Unterweisung folgen.

37     Es ist nicht so, dass Ich euch arm sehen will, und noch viel weniger Not leidend an dem zum Leben und zum Überleben Notwendigen. Aber der entwickelte Mensch muss wissen, dass vor dem Menschlichen die Seele kommt, weil die Seele ohne Erdenkörper leben kann, der Körper dagegen kann nicht ohne die Seele existieren.

38     Ich will, dass alles euer ist, aber dass ihr von dem, was ihr benötigt, bewusst Gebrauch macht; dass ihr seelisch reich zu sein versteht und im Materiellen vieles besitzen könnt, wenn ihr guten Gebrauch davon macht und dem einen wie dem anderen seinen wahren Wert und Rang gebt. Wie kann die Seele eines unermesslich reichen Menschen sich selbst schaden, wenn das, was er besitzt, zum Wohle seiner Nächsten ist? Und wie kann ein mächtiger Mensch Schaden nehmen, wenn sein Geist sich bei Gelegenheit zurückzuziehen versteht, um zu beten, und er durch sein Gebet in Gemeinschaft mit Mir ist?

39     Ihr, die ihr diese Offenbarungen hört, begreift die Wahrheit. Aber es gibt viele, die in eben diesen Augenblicken im Finstern Schiffbruch erleiden, und sie muss Ich retten. In dem Unwetter, das näherrückt, werden viele Schiffe untergehen, und es wird Furcht und Klagen und Flüche, Verzweiflung und Tränen geben. Dennoch versichere Ich euch, dass geistig niemand zugrunde gehen wird, denn selbst in der tiefsten Finsternis wird immer ein Licht strahlen, ein Stern, ein Strahl, welcher der Geist ist, von dem ein Funken von Glauben und von Hoffnung zum Herzen herabfallen wird.

40     Wenn aus dem Innersten der Menschen der Hilfeschrei zu Mir empordringt, der Mir sagt: "Mein Vater, unser Heiland, komm zu uns, wir verderben", dann werde Ich sie meine Gegenwart fühlen lassen, werde ihnen mein unendliches Erbarmen offenbaren und es ihnen ein weiteres Mal beweisen.

41     Ich habe Durst nach eurem Glauben, nach eurer Reue und eurer Liebe — ein Durst, den ihr bis heute nicht zu löschen vermochtet. Denn immer, wenn Ich euch um das Wasser eurer Liebe gebeten habe, habt ihr Mir den Kelch mit Galle und Essig angeboten.

42     Mein Durst ist der, dass ihr euch untereinander liebt. Denn es würde für euch genügen, dieses Gebot zu erfüllen, und schon würden sofort alle eure Schmerzen, Bitternisse und Leiden aufhören. Mein Durst stellt keine Notwendigkeit für Mich dar, sondern für euch.

43     Jünger, fühlet, wie Ich euch in diesem Worte liebe. Liebt Mich gleichfalls in ihm, weil mein Geist in seinem Sinngehalt ist.

44     Wenn diese Lehre sich verbreitet, wird man euch nach dem Zweck dieser Botschaft fragen, da bereits so viele Religionsgemeinschaften existieren. Dann sollt ihr ihnen offenbaren, dass dieses Wort zur Menschheit gekommen ist, um die Menschen die Zwiesprache von Geist zu Geist zu lehren, die ihre Religionen sie nicht lehren, und dass diese Botschaft das göttliche Licht ist, das euch alle geistigen Eigenschaften offenbart, die ihr besitzt.

45     Dies Volk wird die Frohe Botschaft meines Wortes zur ganzen Menschheit bringen, und durch sie werden die Menschen erkennen, dass es zwischen ihnen und dem Geistigen Reiche nur ein Schritt ist, und dass die unendliche Entfernung, die ihrer Meinung nach zwischen der einen und der anderen Welt existiert, nur das Ergebnis ihrer Vorstellung, ihrer Unwissenheit und ihrer veräußerlichten Religionsausübung gewesen ist.

46     In den vergangenen Zeiten wurde die Menschheit nur auf die Zeit vorbereitet, in der der Zeitpunkt für die geistige Kommunikation geeignet sein würde. Jetzt ist die passende Zeit, in der eure Seele ermächtigt und zugleich fähig ist, sich zu erheben und mit dem höheren Leben in Verbindung zu treten.

47     Meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen hat euch die Wahrheit all dessen bewiesen, was Ich euch soeben gesagt habe, und hat auch als Anreiz gedient für dieses Volk, das Mich vernommen hat und ihm auf diese Weise geholfen, den ersten Schritt hin zur geistigen Zwiesprache zu tun.

48     So, wie Ich euch zuerst gelehrt habe, damit ihr später Schritte von größerer Vollkommenheit auf meinem Pfade tun könntet, so sollt ihr zuerst mit meinem Worte sprechen und es erklären, damit wenn mein Werk einmal von euren Mitmenschen verstanden worden ist, sie zubereitet und fähig sind, mit ihrem Vater und ihren geistigen Geschwistern in Verbindung zu treten.

49     Nicht alle meine Stimmträger waren fähig und willens, sich vorzubereiten, um Mir zu dienen, und oftmals musste Ich mein Licht auf unreine Verstandesorgane herabsenden, die mit Unnützem, wenn nicht sogar mit Sündhaftem beschäftigt waren. Sie haben durch ihre Verfehlung meine Gerechtigkeit auf den Plan gerufen, denn ihr Verstand war jeder Inspiration beraubt und ihre Lippen jeder Beredsamkeit, um die göttliche Botschaft auszudrücken.

In diesen Fällen hat die Hörerschar ihre Ohren gegenüber jenen armseligen Kundgaben verschlossen, hat dafür jedoch ihre Seele geöffnet, um in ihr meine Gegenwart zu fühlen und meine Essenz zu empfangen. Das Volk nährte sich von der Essenz, die ihr meine Barmherzigkeit in jenem Augenblicke sandte; aber der Stimmträger verhinderte eine Botschaft, die nicht von seinen Lippen kam, und zwang so die Anwesenden, von Geist zu Geist mit ihrem Meister Zwiesprache zu halten, obwohl sie noch nicht vorbereitet waren, meine Inspiration in dieser Form zu empfangen.

50     Noch ist genügend Zeit übrig, dass die Stimmträger und die Gemeinden sich zubereiten, damit sie im letzten Jahr meiner Kundgabe durch das Verstandesvermögen des Menschen mein Wort durch die höchsten und lichtvollsten Lehransprachen, die ihr bis dahin vernommen habt, seinen Gipfel erreichen sehen. Ich bin bereit, euch zu belohnen, indem Ich euch jene Zubereitung und jenes Verlangen gewähre, wenn ihr euch wirklich bereit macht. Mein Licht wird in Strömen kommen, eure Seele umfluten und sie mit Kraft, Weisheit und Vergeistigung sättigen.

51     So muss der Abschied von meinem Worte am Ende dieser Zeit meiner Kundgabe sein — in der größtmöglichen Zubereitung von Seele und Verstand, damit, wenn ihr Mich nicht mehr in dieser Form vernehmt, ihr das unermessliche Verlangen fühlt, meine Stimme zu hören, und dieses Verlangen euch dazu drängt, Mich im Unendlichen, im Göttlichen zu suchen. Denn damit werdet ihr einen festen Schritt auf die geistige Gottesverehrung zu, auf die wahre Zwiesprache zwischen den Kindern und dem Vater zu getan haben.

52     Wenn ihr einmal vor euren Augen nicht mehr die Personen, Objekte oder Gestalten habt, die ihr als Mittel gebraucht, um Mich fühlen zu können, und ihr nur durch das Gebet meine Gegenwart wahrnehmt und meine Inspiration in jedem Augenblicke eures Lebens empfangt, in dem ihr nach Mir verlangt, werdet ihr mit Jubel in euren Herzen ausrufen: "Meister, wie bist Du uns so nahe!"

53     Ich werde weiterhin euer Meister sein, euer Arzt sein, und durch euch werde Ich Mich in den Kranken, die ihr vor Mich bringt, bekunden. Ich werde Inspiration in eurem Verstande und Wort auf euren Lippen sein. Ich werde euch die geistigen Beschützer senden, damit sie euch weiterhin führen und beschützen.

54     Begnügt euch nicht mit dem Ersten, was ihr erreicht, sondern richtet euer Augenmerk und eure Anstrengung darauf, euch zu vervollkommnen. Denn auch diese neue Art, Mich zu suchen, wird einer Entfaltung unterworfen sein.

55     Jetzt ist die Dritte Zeit, in der eure Seele bereits von der Erde aus von sehr hohen Welten und sehr großen Erkenntnissen zu träumen beginnen kann. Denn wer von dieser Welt scheidet und in seiner Seele die Kenntnis dessen trägt, was er vorfinden wird, und die Entfaltung seiner geistigen Gaben, der wird viele Welten durchqueren, ohne in ihnen zu verweilen, bis er zu jener gelangt, die zu bewohnen ihm aufgrund seiner Verdienste zukommt.

Er wird sich seines geistigen Zustandes voll bewusst sein, wird seine Mission überall, wo er sich befindet, durchzuführen verstehen, wird die Sprache der Liebe, der Harmonie und der Gerechtigkeit kennen und sich mit der Reinheit der geistigen Sprache, welche der Gedanke ist, mitzuteilen vermögen. Bei ihm wird es keine Hindernisse, Verwirrtheit noch Tränen geben, und er wird die höchste Wonne zu erleben beginnen, sich den Heimstätten zu nähern, die ihm gehören, weil sie ihm als ewiges Erbe zustehen.

56     Damit mein Werk im Herzen der Menschen als ein Heiligtum des Glaubens und der Vergeistigung Fuß fassen kann, werden meine Diener viel zu kämpfen haben, wird mein Volk zahllose Prüfungen durchleben müssen.

57     Zunächst wird die Welt diese Lehre ablehnen. Aber ihr werdet den Mut nicht sinken lassen, weil ich euch schon jetzt darauf hinweise, dass der, der sie ablehnt, es mit dem Herzen tun wird, es jedoch nicht durch die Geistseele des Menschen geschehen wird, da die Seele diese meine Verheißung in sich bewahrt.

58     Ich habe euch nachdrücklich und mit der Reise beschäftigt gesehen, die euch erwartet, und bin zu eurem Herzen gekommen, um euch Frieden zu geben und euch durch mein Wort Wege zu bahnen und Hindernisse niederzureißen, die ihr bereits durch eure Vorstellungskraft zu schaffen beginnt.

59     Wohl denen, die nachdenken, leiden und um mein Werk besorgt sind, denn es ist ein Beweis dafür, dass sie es in ihr Herz geschlossen haben. Ich ermutige dann ihre Seele und liebkose sie, damit sie sich wieder voll Glauben, Frieden und Zuversicht fühlt.

60     An meinem Liebestisch habt ihr das göttliche Brot gegessen, das ihr durch eure Zubereitung verdient habt. Wenn ihr nicht mehr erlangt habt, dann deshalb, weil eure Zurüstung nicht für mehr ausreichte. Wenn ihr an diesem Tage viel erlangt habt, ist es der Beweis dafür gewesen, dass ihr euch dieser Belohnung würdig zu machen verstandet. Auch sage Ich euch, dass, wenn Ich an diesem Tage mein Licht in anderen Versammlungsstätten in Strömen ausgoss, dies geschah, weil die Zuhörerscharen sich vorzubereiten verstanden, und dass dagegen dort, wo diese Vergeistigung nicht existierte, mein Wort in den Gewissen meiner Kinder voller Gerechtigkeit ertönte.

Mein Friede sei mit euch!

 

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BWL - Band X - Unterweisung 293


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 293

1         Meine Liebe beleuchtet euch wie eine unendlich große Sonne und hüllt euch alle ein.

2         Hier bin Ich und lasse in euren Verstand meine zum Wort gewordenen Gedanken einströmen, das für das Herz wohlgefällig, für die Geistseele höchst liebenswert ist, und das in eurem Munde keinerlei Bitterkeit hinterlässt.

3         Wie die Bienen, die eine Wabe herstellen und sie Tropfen für Tropfen mit Honig füllen, so füllen jene Kindlein, durch die Ich Mich kundtue und mein Wort gebe, mit der Essenz, die von ihren Lippen kommt, Tropfen für Tropfen die Herzen eines nach geistiger Liebe begierigen Volkes.

4         Noch ist die Zahl meines Volkes klein, doch Ich gebe euch meine Unterweisung, als ob es sich um große Menschenmassen handeln würde. Meine Liebe könnte sich von dieser kleinen Zahl nicht aufhalten lassen, weil im Meister keine Vorurteile existieren noch existieren können, wie sie selbstsüchtigen Menschen eigen sind.

5         Sei willkommen vor dem Lichte des Erlösers, du Volk, das von Prüfungen und Kämpfen, von Zweifeln und Ungewissheiten, Trübsal und Schmerz gepeinigt wird.

6         Ihr benötigt die Arznei für die Seele, und Ich komme zu euch, wie Ich in jener Zweiten Zeit kam — als Arzt für Krankheiten des Körpers und der Seele.

7         Wenn ihr von schweren Problemen gequält, durch Armut niedergedrückt, oder durch die Leiden der Prüfungen verängstigt herbeikommt, sucht ihr in meinem Worte irgendeinen Satz für euren Schmerz — irgendein Wort, das anzeigt, dass euch mein Blick entdeckt hat, und dass Ich eure Stimmen vernehme. Dann rühre Ich euer Herz an und beweise euch, dass Mir nichts verborgen ist. Ich gieße meinen Frieden auf euch aus, gebe euch das erlesene Mahl meiner Unterweisungen und sende euch gestärkt erneut auf den Weg des Lebens, des Kampfes, der Wiedergutmachung.

8         In meinem Lehrworte lernt ihr, dass ihr in euren Prüfungen euren kleinen Teil an Glauben, an Hoffnung, an Geduld und an Standhaftigkeit beitragt, und dass das Übrige die Liebe eures Vaters tut.

9         Wer auf mich vertraut, wird nicht verzweifeln können, und wie lieblich ist die Belohnung für den, der auf die Liebe und auf die Barmherzigkeit seines Herrn zu vertrauen wusste.

10     Ich bin Der, der sich eurem Herzen naht, wenn ihr weint. Ich bin Christus, und Christus bedeutet Liebe.

11     Daher heile und ermutige Ich dich, geliebtes Volk. Denn es werden Zeiten kommen, in denen Ich unter den am meisten Zubereiteten und unter den Inbrünstigsten, unter denen, die in der Ergründung meines Wortes am meisten fortgeschritten sind, die Meinen erwählen werde, und sie werden meine ersten Sendboten, meine ersten Zeugen und auch die ersten sein, die von Geist zu Geist mit ihrem Vater Zwiesprache halten werden.

12     Denkt jedoch nicht, dass es Mir gefällt, einige zu erwählen und andere abzulehnen — dies ist niemals der Fall, Jünger. Aber Ich werde Mich eurer je nach dem Grad an Zurüstung bedienen, den ihr nach und nach erreicht und den ihr benötigt, um Mir dienen zu können.

13     Ebenso wie heute die, die sich zuzubereiten vermochten, die geistige Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen erlangt haben, so werden Zeiten kommen, in denen meine Stimme wie himmlische Harmonie zu eurer Seele gelangt und euren Verstand durch die Weisheit meiner Offenbarungen und die lichtvollen Eingebungen, die mein Geist euch sendet, in Erstaunen und Bewunderung versetzen.

14     Diese Zeit wird kommen, zweifelt nicht daran; aber Ich lege sie nicht fest. Vieles hängt von euch ab, von eurem Eifer und eurer Liebe, damit diese Zeit nicht mehr eine Sache der Zukunft ist, sondern gegenwärtig wird.

15     Aber denkt nicht gering von dem, was Ich euch derzeit durch das bescheidene Verstandesvermögen eurer geschwisterlichen Stimmträger gebe. Denn meine Unterweisungen schulen euch, damit eure Seele sich entwickelt und die Zwiesprache von Geist zu Geist zu erwarten vermag. Ach, wenn ihr doch den geheimen Sinn eines jeden Wortes des Meisters zu suchen verstündet — wie viele erstaunliche Offenbarungen würdet ihr finden! Wie viel Licht würde euch zuteil, um es in eurem Leben anzuwenden!

16     Euch, den Jüngern dieses Werkes und Zeugen dieses Wortes, euch sagt euer Meister, dass, wenn ihr diese Lektion, die Ich euch durch das menschliche Verstandesvermögen offenbart habe, nicht versteht noch befolgt, ihr nicht zu der neuen Unterweisung werdet fortschreiten können, die eurem Geiste verheißen ist, und die direkt zwischen dem Meister und dem Jünger geschehen wird — innerlich, ohne die Notwendigkeit von äußerlichen Mitteln oder Formen.

17     Noch seid ihr nicht auf der Höhe der Unterweisung, die Ich euch derzeit kundtue — und doch wollt ihr bereits jene Gnadengabe besitzen?

18     Wenn ihr den Grad an Fortschritt erreicht hättet, den mein Wort verlangt, würdet ihr im Lichte eurer Geistseele wirken, und würdet ihr euren heilsamen Einfluss bei den anderen fühlbar machen. Aber es ist nicht so, und daher wiederholen sich zu eurem großen Bedauern die Lektionen.

19     Drei verschiedene Kundgebungen eines einzigen Göttlichen Geistes sind die Offenbarungen gewesen, die der Mensch im Laufe der Zeit von Gott erhalten hat, unterteilt in drei Zeitalter. Viele Male und auf vielerlei Weise habe Ich euch das erklärt, was ihr irrtümlich "Heiligste Dreieinigkeit" nennt, und was ihr nicht erklären könntet, weil ihr es nicht begriffen habt.

20     Ich habe euch erklärt, dass das, was ihr Vater nennt, die absolute Macht Gottes, des Universellen Schöpfers, ist, der einzige Ungeschaffene; dass Der, den ihr "Sohn" nennt, Christus ist, das heißt die Offenbarung der vollkommenen Liebe des Vaters zu seinen Geschöpfen, und dass das, was ihr "Heiliger Geist" nennt, die Weisheit ist, die euch Gott in dieser Zeit als Licht sendet, in der euer Geist fähig ist, meine Offenbarungen besser zu verstehen.

21     Jenes Licht des Heiligen Geistes, jene Weisheit Gottes, wird bald in diesem dritten Zeitalter, das ihr entstehen seht, regieren und das Denken einer Menschheit erleuchten, die Spiritualität benötigt, die nach Wahrheit dürstet und nach Liebe hungert.

22     Drei "Reiche" habe Ich unter den Menschen eingesetzt, die sich bald zu einem einzigen vereinen werden.

23     Das erste war das der Macht und der Gesetzeskraft, das zweite das der Liebe, das dritte ist das der Weisheit.

24     Wenn der Mensch einmal in Einklang mit dem Gesetz, den Unterweisungen und Offenbarungen lebt, die Ich ihm in jedem "Reich" gebracht habe, wird er wahrheitsgemäß sagen können, dass das Himmelreich in das Herz der Menschen gedrungen ist.

25     Ebenso wahr ist, Volk, dass sich ein einziger Gott den Menschen offenbart hat, wenn auch unter drei verschiedenen Aspekten: Wenn ihr in den Werken des Vaters in jenem ersten Zeitalter nach Liebe sucht, werdet ihr sie finden; und wenn ihr das Licht der Weisheit sucht, werdet ihr es gleichfalls entdecken, so wie ihr in den Werken und Worten Christi nicht nur der Liebe begegnen werdet, sondern auch der Macht und der Weisheit. Was wäre also seltsam daran, wenn ihr in den Werken des Heiligen Geistes in dieser Zeit sowohl die Kraft, das Gesetz und die Macht, als auch die Liebe, die Zärtlichkeit und den Heilbalsam entdecken würdet

26     Dieses ist das hochstehendste Reich — nicht aufgrund des Lichtes, denn dieses ist immer dasselbe, sondern weil die Menschen für ein höheres Leben befähigter sind.

27     Es wird das Reich des Lichtes sein, das die Verstandesorgane und die Seelen erleuchtet — eines Lichtes, das die Menschheit verwandeln wird. Die Helligkeit wird so groß sein, dass alle, die Mich verneint haben, dies nicht mehr tun werden, und die, die töricht gewesen sind, werden ihre Torheit aufgeben, weil sie die Wahrheit in hellem Tageslichte und klar wie das Firmament schauen werden.

28     Einstweilen muss Ich vom Rest der Menschen ein Volk entfernen, das aus Herzen guten Willens besteht, die Mir, wenn die Stunde gekommen ist, als Arbeiter der Vergeistigung dienen. Hier, in der Stille und in der Bescheidenheit bereite Ich sie vor und unterrichte sie.

29     So, wie der Landmann sein Land kultiviert, wie der Handwerker sich seiner Arbeit widmet, wie der Gelehrte sich seinen Betrachtungen überlässt und der Philosoph seinen Träumen — so, wie alle Menschen sich in einem sorgenvollen und verzweifelten Lebenskampfe abplagen, so will Ich ein Volk schaffen, das von Vergeistigung, Frieden, Gutem, von einer höheren Erkenntnis des Lebens inspiriert ist, das als guter Sämann arbeitet und wacht, das sich wie der Gelehrte abmüht, wie der Philosoph Träume hat, das um die wahre Nahrung der Seele ringt, wie die Menschheit um das tägliche Brot kämpft.

30     Der wahre Spiritualist wird jener sein, der die Gesetze des Geistes und die der Materie vereint und aus ihnen eine tugendreiche, gewissenhafte und hochstehende Lebensnorm macht.

31     Heute seid ihr meine kleinen Jünger, die in ihren einsamen Meditationen nach und nach ihre Seele formen, um danach ihren Mitmenschen helfen zu können, ihr Wohlergehen zu erwirken.

32     Ein Jünger Jesu ist jener, der durch das Wort bezwingt, der überzeugt und tröstet, der erhebt und erweckt, der aus dem Bezwungenen einen Überwinder seiner selbst und der Widerwärtigkeiten macht.

33     Ein Apostel Christi kann keinen Egoismus in seinem Herzen tragen, indem er nur an seine eigenen Leiden oder Sorgen denkt. Er sorgt sich nicht um das Seine, sondern denkt an die anderen, mit dem absoluten Vertrauen,dass er nichts vernachlässigt hat, weil der Vater unverzüglich jenem beisteht, der das Seine zurückgelassen hat, um sich einem Kinde des Herrn zu widmen, das geistigen Beistand benötigt. Und jener, der sich selbst vergaß, um einem Nächsten ein Lächeln der Hoffnung, einen Trost für seine Traurigkeit, einen Tropfen Balsam für seinen Schmerz zu bringen, findet sein Heim bei seiner Rückkehr von einem Licht erhellt, welches Segen, Freude und Frieden ist.

34     Wenn die Menschen sich einmal ein wenig als Geschwister ihrer Nächsten und ein wenig als Eltern der Kinder der ganzen Erde fühlen, dann werden sie einen festen Schritt in meiner Lehre getan haben.

35     Wie wenige wissen um die große Wissenschaft des Lebens, dessen Kraft und Ursprung die Liebe zur Grundlage hat.

36     Wer lernt, gut zu sein aufgrund der göttlichen Unterweisung, die meine Lehre enthält, wird gleich dem Brot sein müssen, das auf dem Tische geteilt wird, um es an alle zu verteilen, die an ihm Platz nehmen, um zu essen.

37     Ihr könnt nicht behaupten, dass ihr auf meinem Weg der Liebe wandelt, solange ihr noch nicht ganz von Güte erfüllt seid, und ihr euren geistigen Fortschritt vernachlässigt — solange ihr euch mit dem Verhalten der anderen beschäftigt, um es zu zensieren und zu verurteilen.

38     Seid euch dessen gewiss, dass, solange ihr euer Herz und euer Denken nicht reinigt, ihr ein Hemmnis dafür sein werdet, dass mein Licht zu eurem Wesen gelangen und in dasselbe eindringen kann. Denn die schlechten Gedanken, Worte und Gefühle sind Hindernisse dafür, dass dieses Licht, das ganz Reinheit ist, in eurer Seele wohnen kann.

39     Ihr müsst die Wohnung reinigen, damit Ich in euer Herz einziehen kann — aber nicht nur für einen Augenblick, sondern für immer. Ich will in der geheimen Kammer eures Herzens wohnen. Aber hört auf, Mich nur zu rufen, um dort einige kurze Augenblicke zu sein, nur solange eure Zubereitung anhält, um danach hinausgeworfen zu werden, sobald eure Leidenschaften erwachen.

40     Die Welt und ihre Versuchungen sind stark, daher müssen eure guten Vorsätze noch stärker sein, damit euer Wille inmitten des Kampfes und der Prüfungen nicht schwach wird.

41     Manchmal wiederhole Ich meine Lektionen, weil Ich eure Seele empfindsam machen und euer Herz erbeben lassen will. Wenn Ich nicht so handeln würde, würdet ihr in falsche Vorstellungen über die Wahrheit meines Wortes geraten. Erinnert ihr euch daran, wie jenes alte Volk Israel in seinem Gotte nur unerbittliche Gerechtigkeit, Strenge und Härte sah, und dass es daher — weil es von seinem Herrn diese Vorstellung hatte — die Angst vor Strafe war, die sie das Gesetz Gottes befolgen ließ?

42     Ihr kennt bereits den Irrtum, in dem sich jene befanden, da ihr die unendliche Liebe des Vaters zu den Menschen entdeckt habt.

43     Ihr seht bereits in Gott weniger einen Richter als den Vater von vollkommener und unerschöpflicher Liebe, und Ich sage euch, dass es gut ist, dass ihr in Gott euren Vater seht. Dennoch muss Ich euch sagen, um euch wachzuhalten, dass auch ihr, wie jenes alte Volk, einem neuen Fehler anheimfallen könnt, und dieser Fehler kann darin bestehen, dass ihr euch nicht darum bemüht, euch moralisch und seelisch zu bessern, oder dass ihr euch keine Sorgen darüber macht, fortwährend und schwer zu sündigen, in dem Vertrauen, dass der Vater vor allem Liebe ist und euch vergeben wird.

44     Gewiss, Gott ist Liebe, und es gibt kein Vergehen, so schwer es auch sei, das Er nicht vergibt. Aber ihr sollt genau wissen, dass dieser göttlichen Liebe eine Gerechtigkeit entspringt, die unerbittlich ist. Seid euch all dessen bewusst, damit das, was ihr als Erkenntnis meiner Lehre in euch aufgenommen habt, der Wahrheit entspricht und ihr alle irrigen Vorstellungen zunichte macht, die in euch vorhanden sein könnten. Vergesst nicht, dass die Liebe des Vaters euch zwar vergibt, aber dass der Schandfleck — trotz Vergebung — eurer Seele aufgeprägt bleibt, und dass ihr ihn durch Verdienste abwaschen müsst und so der Liebe gerecht werdet, die euch vergab.

45     Ihr habt dazu geneigt, die Augen gegenüber euren schlechten Werken, euren Sünden zu verschließen und die unerwünschte Last zu nehmen und sie in einem fremden Heim zurückzulassen. Aber ihr werdet schließlich begreifen, dass niemand die Schandflecken besser abwaschen kann als jener, der sie seinem Herzen aufgeprägt hat.

46     Warum ist euer Gang so langsam, obwohl es das Tor zum Heile und der Quell der Gnade ist, die euch erwarten? Der Grund dafür ist, dass euch das Gefühl der Kälte im Glauben an Gott, der weltliche Skeptizismus anstecken und ihr zeitweilig wie die Menschen fühlt, die von meiner Barmherzigkeit nichts mehr erwarten.

47     Volk, das Mich an diesem Tage vernimmt — ihr Menschen, die das Glück im vergänglichen Leben voller Vergnügungen suchen — wahrlich Ich sage euch, am Ende wird in eurem Munde nur Bitterkeit und der Vorwurf des Gewissens zurückbleiben, wenn ihr erlebt, wie anders und im Gegensatz zu euren Illusionen das Resultat eures Trachtens ist.

48     Wahrlich, Ich sage euch, um zu leben, zu kämpfen, zu genießen, beim Leiden und beim Sterben werdet ihr nur bestehen können, indem ihr euch auf die Seele stützt, als ob sie ein Stab wäre, und die Seele muss immer die Stimme ihres Gewissens vernehmen.

49     Die nötige Kraft werdet ihr nur im Glauben finden können.

50     O betrübte Menschheit, verdüstert durch den Schmerz und die Bitternis! Öffne deine Augen, damit du das Kommen des Reiches des Lichtes, des Geistes der Wahrheit erblickst, der zu den bis heute noch schlafenden Seelen und Verstandesorganen herniederkommt, um sie aufzuwecken.

51     Es spricht zu euch Christus im Geiste, euer Mittler zwischen Gott und dem Menschen. Denn Christus ist "Das Wort", ist das Wort Gottes, das Wort der Liebe und der Wahrheit. Heute spreche Ich zu euch in einer der zahllosen Formen, in denen Ich euch mein Wort offenbaren kann. Morgen, wenn diese Offenbarungsform vorüber ist, wird mein Wort niedergeschrieben sein, und so, in Schriften, wird es von Provinz zu Provinz, von Heim zu Heim, von Herz zu Herz gehen und die einen erwecken, andere bekehren, wieder andere trösten, wenngleich Ich euch auch dies sagen muss: Manche werden gegenüber der Botschaft unempfänglich bleiben, und manche werden sogar gegen sie lästern.

Doch das ist nicht von Bedeutung, Volk. Er werden Zeiten kommen, in denen die Menschenmassen mein Wort mittels der Schriften begierig suchen. Selbst dies Volk hier wird, wenn es sich an den Sinngehalt und den Klang jenes Wortes erinnern will, das in der Wüste seines Lebens Manna gewesen ist, mit Liebe und Hochachtung die Seiten sammeln, auf denen ihr mein Wort niedergeschrieben habt.

52     Der Mensch benötigt geistige Weisheit, und Ich gebe sie ihm, so wie in der Vergangenheit, in der Ich, da Ich die Menschheit nach Liebe hungernd sah, sie diese lehrte.

53     Für Gott gibt es kein "Unmöglich": Der Mensch hat Gott benötigt, und Er ist zum Menschen gekommen. Er hat ein höheres Wissen benötigt, und der Herr hat ihm tiefgründige Lektionen offenbart. Er hat eine Stärkung seines Glaubens benötigt, und der Vater hat den Glauben des sehr geliebten Kindes gestärkt.

54     Es soll euch nicht verwundern, dass Ich Mich in dieser Dritten Zeit in der Form kundgebe, die eure Ohren bezeugen, und die euer Herz gefühlt hat.

55     Heute habt ihr Mich nicht in einem Menschen inkarnieren sehen, die Gegenwart Christi offenbart sich in der Dritten Zeit durch die Inspiration und die Fähigkeit, sich mit meinem Geiste zu verbinden, die einigen meiner Kinder als Aufgabe gegeben worden ist.

56     Die Menschen sind wegen ihrer verkehrten Auslegungen des von Gott in früheren Zeiten Offenbarten in einen Zustand großer Verwirrung geraten — wegen ihrer Unfähigkeit, in das für sie

Unbegreifliche einzudringen, wegen ihres Mangels an geistiger Kraft, um das Licht des Ewigen jenseits der Mauer ihres Materialismus' erblicken zu können.

57     Angesichts eures unermesslichen Mangels an Licht — Licht, das Weisheit, Liebe, Erhebung bedeutet — musste Ich kommen.

58     Um euch dieses Licht zu geben, war es nicht angebracht, dass Ich Mich als Mensch bei euch einstellen würde. Denn um euch zur Vergeistigung anzuregen, war es nötig, dass Ich meine Gegenwart in geistiger, unsichtbarer und dennoch für euren Glauben und eure Liebe fühlbarer Form offenbaren würde.

59     Das Kommen des Heiligen Geistes in dieser Dritten Zeit ist die geistige Manifestation Gottes, jenes machtvollen und gerechtigkeitsliebenden Jehova, der sich in der Ersten Zeit durch die Naturkräfte kundtat, und des liebevollen Jesus, Welcher wahrer Mensch war, aus dem der Vater zu Beginn des Zweiten Zeitalters sprach. Heute komme Ich erneut zu den Menschen, aber Ich komme als Geist, weil Ich weiß, dass ihr nun in der Lage seid, Ihn zu begreifen und Ihm zu glauben, wenn Er mit euch direkt in

Verbindung tritt.

60     Dies ist das Zeitalter des Lichtes, dessen Klarheit euch das verstehen lassen wird, was ihr für unerforschlich hieltet. Ich werde in eurem Herzen die Essenz der Lektionen der vergangenen Zeiten hinterlassen. Aber der Fanatismus, den ihr um sie herum großgezogen habt, wird durch die Menschheit selbst in dem Augenblick zerstört werden, in dem sie ihren Entwicklungsweg fortsetzt.

61     Ich spreche hier zu allen, ohne Mich damit aufzuhalten, euch nach Religionsgemeinschaften oder Glaubensbekenntnissen zu unterscheiden. Die geistige Teilung und die Spaltungen haben die Menschen geschaffen, sie sind es, die sich gegenseitig verurteilen, einander bekämpfen und einander Wahrheit absprechen.

62     Ich liebe alle und suche alle, denn Ich sehe, dass ihr alle abseits des Weges wandelt. Was habt ihr aus der Wahrheit und dem Gesetze gemacht? Vielerlei Religionen. ich werfe euch das nicht vor — im Gegenteil, es wurde euch erlaubt, weil ihr unterschiedliche Grade an Verständnis, Fortschritt und Vergeistigung hattet. Aber dass eine Religionsgemeinschaft die übrigen als Feinde betrachtet und sie einander bedrohen, verletzen und töten — dies hat meine Unterweisung niemals vorgeschrieben. Ich sage euch, dass die, die so handeln, keine Verteidiger der Wahrheit sind, sondern Feinde derselben.

63     Warum seid ihr Feinde untereinander, obwohl niemand frei von Schuld ist? Warum die Art und Weise bekämpfen, in der andere die Vollkommenheit erlangen wollen und ihrem Vater näherkommen wollen? Wer ist jener, der sagen kann, dass er die Wahrheit bringt und mit Gott ist, dass er sich für gerettet hält, und wer ist jener, der dazu bestimmt ist, zugrunde zu gehen?

64     Wie töricht seid ihr noch, euch gegenseitig zu verurteilen!

65     Schämt ihr euch nicht, dass ihr in der Zeitenfülle des Lichtes Verfehlungen begeht, und obwohl eure Seele sich bereits über das menschliche Elend erhoben haben müsste.

66     Volk, hier ist die Stimme des Heiligen Geistes, die geistige Kundgebung Gottes mittels eures Verstandesvermögens, die euch kein neues Gesetz noch eine neue Lehre offenbart, sondern eine neue, fortschrittlichere, spirituellere und vollkommenere Art und Weise, mit dem Vater in Verbindung zu treten, Ihn zu empfangen und Ihn zu verehren.

67     Wenn euch der Herr sagte: "Du sollst Gott von ganzem Herzen und ganzer Seele lieben und deinen Nächsten wie dich selbst", und wenn der Meister euch die Lehre der Liebe predigte, so sagt euch diese geistige Stimme, die aus derselben Quelle stammt, dass ihr euch an das Liebesgesetz klammern sollt, weil es eine Macht hat, die nicht einmal die größten Heere der Welt besitzen, und dass ihre Eroberungen sicher und von Dauer sein werden, weil alles, was ihr auf Fundamenten der Liebe errichtet, ewiges Leben haben wird.

68     Die Menschheit ist im Unglück, der menschliche Verstand ist verstört, das Herz ist wegen der Fähigkeiten, die der Mensch auf der Erde erreicht hat, hochmütig geworden. Das Heilmittel dafür ist jederzeit in seiner Reichweite gewesen, aber er hat es verschmäht. Dieses Heilmittel ist geistiges Wissen.

69     Ich sage euch, dass die, die erwacht sind und sich bewusst sind, was geschieht, die Geeigneten sind, um die Leuchte des Glaubens der Menschen gegenüber dem Geiste Gottes zu entzünden.

70     Begreift, dass eure Seele sich ihren Fähigkeiten, Gaben und Möglichkeiten entsprechend entfalten muss, die euch bis heute nahezu völlig unbekannt sind.

71     Mein Wort offenbart euch keine Einzelheiten über eure Vergangenheit oder eure geistige Zukunft, die euch zu keinem guten Ziele bringen würden. Ich lehre euch jedoch, eure Aufgabe innerhalb der Welt zu erfüllen, zu der ihr gesandt worden seid.

72     Verschmäht daher all jene Ideen, mit denen einige euch beeindrucken möchten, indem sie von eurer Vergangenheit oder eurer Zukunft im Leben der Seele sprechen.

73     Wisset, Jünger, dass die Vergeistigung dem Gewissen ermöglicht, sich mit größerer Klarheit kundzutun, und wer diese weise Stimme vernimmt, wird sich nicht täuschen lassen.

74     Macht euch mit dem Gewissen vertraut, es ist eine freundschaftliche Stimme, es ist das Licht, durch das der Herr sein Licht hindurchschimmern lässt — ob als Vater, als Meister oder als Richter.

75     Lasst zu, dass euer Gewissen euch in den Prüfungen sagt, dass Ich euch nicht strafe, sondern dass ihr euch gerade läutert, und dass ihr, wenn ihr entfesselte Naturgewalten seht, die Schrecken auslösen, nicht lästern sollt, indem ihr sagt, dass es eine Strafe Gottes ist, sondern dass es eine Prüfung ist, um euch zu läutern.

76     Nur die Reinheit der Seele wird bewirken können, dass diese den Glanz ihres Lichtgewandes ausstrahlt.

77     Strebt nach der Läuterung, die ihr durch die Ausübung der Liebe unter euren Nächsten erhalten könnt.

Mein Friede sei mit euch!

 

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