BWL - Band X - Unterweisung 290


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 290

1         Gott ist Licht, Liebe, Gerechtigkeit. Jeder, der in seinem Leben diese Eigenschaften offenbart, wird seinen Herrn repräsentieren und ehren.

2         Ihr alle, vom Kleinsten und Geringsten bis zum Hochstehendsten, müsstet wissen, was Gerechtigkeit, Liebe und Weisheit ist. Ihr alle müsst verstehen, dass das Göttliche Gesetz unwandelbar ist, damit ihr es liebt und nicht bittet, dass Ich euer  Schicksal ändere.

3         Wisset: Wenn euer Vater, der Schöpfer, niemals eine seiner Gesetze ändert, so habt ihr nicht das geringste Recht, es zu tun.

4         Eure Seele ist glücklich, weil sie sich jetzt zu entwickeln vermochte. Denn jedes Mal, da sie zur Erde kommt, um zu inkarnieren, bringt sie ein Wissen aus früheren Leben mit, und das Licht, das sie im Geistigen Tale empfängt, ist Erfahrung, ist ein Leuchtfeuer, das ihren Entwicklungsweg erhellt.

5         Die Kenntnis des Lebens ist die wahre Wissenschaft, ist das ewige Licht der Seele, und diese ganze Erfahrung zusammen ist Wissen, das ihr nach und nach erwerbt.

6         Am Ende wird der einzige Schatz, den die Seele bewahrt, das im Lebenskampfe errungene Wissen sein. Deshalb sage Ich euch, dass ihr dieses Licht, das euer Erbe ist, nicht in nutzlosen Werken vergeuden sollt, sondern nur für gute, hochstehende und edle Werke verwenden sollt. Ein Gleichnis dafür, das Ich euch sage, könnt ihr im Geld der Welt finden, das — gut angewendet — Segen ist, wenn jedoch verschwendet nur Übel verursacht.

7         Auch müsst ihr lernen, nicht zu verzweifeln, wenn die Läuterungszeit nur langsam vorübergeht. Denn gerade dann werden viele Tugenden der Seele im Herzen auf die Probe gestellt, dann kann der Mensch in sich das wahre Gebet entdecken — jenes, das sich von Geist zu Geist vollzieht, schweigend, im Stillen. Dann könnt ihr die Stimme eures inneren Wesens vernehmen — jener Geistseele, die ihr, obwohl sie die eure ist, nicht kennt.

Ich muss aus diesem Volke ein Heer bilden und muss aus vielen von euch Führer machen — aber nicht Führer im Sinne von irdischer Macht, nicht für den brudermörderischen Krieg, sondern als Soldaten, um dem Lichte eine Bresche zu schlagen, um mit Frieden und Überzeugungskraft zu siegen, um zu zerstören, ja, aber um das Schädliche zu zerstören und das Gute aufzurichten.

8         Ihr sagt in euren Herzen: "Gott ist Gerechtigkeit." Dann frage Ich euch: Wenn ihr versteht, dass Gott vollkommene Gerechtigkeit und Weisheit ist — warum verlangt ihr dann manchmal, dass die Göttlichen Gesetze abgeändert werden?

9         Ihr urteilt oberflächlich, als ob ihr Kinder wärt, und bedenkt dabei nicht, dass die Prüfungen, die euch geißeln, euer Werk sind. Wenn sie sich daher über euch entladen, wünscht ihr, dass sie von euch weichen, dass das Schicksal abgeändert wird, um nicht zu leiden, um den Leidenskelch nicht länger zu trinken.

Der Grund dafür ist, dass ihr mit eurem geistigen Blick nicht in die Wirklichkeit eindringen könnt, um zu begreifen, dass alles, was ihr erntet, ihr selbst gesät habt und dass ihr euch jedes Leid selbst zugezogen habt.

10     Nein, ihr habt nie verstanden, in die Wahrheit einzudringen, und wenn daher der Schmerz in euer Herz dringt, haltet ihr euch für Opfer einer göttlichen Ungerechtigkeit. Doch Ich sage euch, dass in Gott nicht die kleinste Ungerechtigkeit existieren kann.

11     Die Liebe Gottes ist unveränderlich, unwandelbar und ewig. Wer daher glaubt, dass der Göttliche Geist von Zorn, Grimm und Wut ergriffen werden kann, erliegt einem großen Irrtum. Solche Schwächen sind nur in menschlichen Wesen vorstellbar, wenn ihnen Seelenreife und die Herrschaft über die Leidenschaften fehlen.

12     Zuweilen sagt ihr Mir: "Herr, weshalb müssen wir die Folgen von Werken 'bezahlen', die nicht unsere sind, und weshalb müssen wir die bittere Frucht ernten, die andere erzeugt haben?" — Darauf antworte Ich euch, dass ihr davon nichts versteht, weil ihr nicht wisst, wer ihr früher gewesen seid und welches eure Werke waren.

13     Wie sehr haben all jene die Wahrheit meiner Gerechtigkeit verfälscht, die eine Lehre voller Ängste, Strafen und Unwissenheit predigen! Doch kennt ihr den Grund für diese Handlungsweise? Weil sie Herrschaft über die anderen benötigen, weil sie keine Demut kennen und stattdessen genug Eitelkeit haben, um sich Besitzer der Wahrheit und Erwählte zu nennen, die über den anderen stehen.

14     Sie predigen die Unwissenheit und schüchtern ein, um ihre Stellung als Privilegierte nicht zu verlieren.

15     Nur mein Licht und mein Erbarmen werden die großen Menschenmassen vor dem Verderben und der Finsternis retten können, in die sie geführt werden.

16     Ich tadle jene, die einen blinden Glauben predigen, einen Glauben ohne Erkenntnis, einen durch Ängste und Aberglauben erworbenen Glauben.

17     Hört nicht auf die Worte derer, die alle Übel, die die Menschheit quälen, alle Plagen, Hungersnöte und Seuchen Gott zuschreiben, indem sie diese als Strafen oder Zorn Gottes bezeichnen. Das sind die falschen Propheten.

18     Wendet euch von ihnen ab, denn sie kennen Mich nicht und wollen doch die Menschen lehren, wie Gott ist.

19     Dies ist die Frucht der schlechten Auslegung, die man den Schriften vergangener Zeiten gegeben hat, deren göttliche Sprache noch nicht im Kern der menschlichen Sprache entdeckt wurde, mit der die Offenbarungen und Prophetien niedergeschrieben wurden. Viele sprechen vom Ende der Welt, vom Jüngsten Gericht, vom Tod und von der Hölle ohne die geringste Kenntnis der Wahrheit.

20     Ich kannte das Verlangen nach Licht, das die Menschen schließlich haben würden, und so verhieß Ich ihnen seinerzeit, zurückzukehren, indem Ich ihnen sagte, dass Ich ihnen den Geist der Wahrheit senden würde — ein Versprechen, das Ich gehalten habe und das unaufhörlich, täglich und bei jedem von euch in Erfüllung geht. Doch wenn ihr jenen, die behaupten, alles richtig auszulegen, sagen würdet: "Wisset, dass der Meister im Geiste gekommen ist, um zu euch über seine Lehre zu sprechen" — meint ihr, Jünger, dass sie euch glauben würden? Erkennt, weshalb Ich euch sage, dass eure Zurüstung sehr groß sein muss, damit, wenn ihr auf Verblendete, Törichte, Fanatiker trefft, ihr nicht wankt, sondern mit der echten Gabe des Inneren Wortes und genügend zubereitet, um die geistige Inspiration zu empfangen, die Verstandesorgane zu erleuchten, die Seelen zu erschüttern und die Herzen zu bewegen versteht.

21     Meine Lehre ist anders. Ich habe euch gesagt: Es gibt keinen "Tod", die Ewigkeit ist es, die euch erwartet. Es gibt kein ewiges Feuer noch eine Strafe für den Sünder. Es gibt Läuterung, Prüfungen, Erleuchtung.

22     Alles wandelt sich unaufhörlich und geht auf die Vollkommenheit zu. Ein Beispiel dafür habt ihr an euch, da ihr euch mit den Lebensaltern, die ihr in eurem Leben durchlebt, verwandelt und danach nicht mehr da seid, um dann wiederzukommen und einen Schritt nach vorne zu machen.

23     Der Vater wird sein Werk nicht unvollendet lassen. Wie könnt ihr meinen, dass Er eines Tages das zerstören würde, was er geschaffen hat, um es zur Vollkommenheit zu bringen?

24     Betet und lasst den Vater euch seine Lektionen so zukommen, wie es sein Wille ist. Denn ihr wisst nicht, was ihr verdient, was euch nottut, was euch zuträglich ist. Lasst eure Sache in seinen Händen und empfangt mit Sanftmut und mit Wohlgefallen das, was Er euch auch geben mag.

25     Ihr seht, wie anders die Wahrheit ist. Wenn ihr schon in eurem Herzen Furcht haben müsst, soll dies keine Furcht vor Mir sein, sondern vor euch, vor euren Werken, denn deren Folgen werdet ihr nicht entrinnen können.

Ich gewähre euch, dass eure Seele, von der Betrachtung des Unendlichen hingerissen, für kurze Zeit so verharrt, um jenen Frieden zu genießen, den sie auf Erden noch nicht finden kann.

26     Jünger: Obwohl ihr auf der Welt lebt, könnt ihr ein geistiges Leben führen. Denn ihr sollt nicht meinen, dass die Vergeistigung darin besteht, sich von dem abzukehren, was dem Körper gemäß ist, sondern darin, die menschlichen Gesetze mit den göttlichen Gesetzen in Übereinstimmung zu bringen.

27     Gesegnet sei, wer meine Gesetze studiert und sie mit den menschlichen Gesetzen zu einem einzigen zu vereinen versteht, denn er wird gesund, stark, hochherzig und glücklich sein.

28     In dieser Zeit durchlebt die Menschheit eine Epoche des Scheiterns und der Verirrungen, der Krankheiten aller Art aufgrund ihres Abweichens von den Gesetzen. Aber wenn sie am meisten verwirrt ist, kommt mein Gesetz als Licht zu den Seelen und ruft die Menschen auf den Weg des Friedens.

29     Meine Offenbarung dieser Zeit ist ein neues Kapitel des Buches meiner Weisheit, es ist ein neues Siegel, das von jenem Buche abgelöst ist, dessen Inhalt sich nun ergießt, die Seelen läutert und befreit und die Menschen erneuert.

30     Seht ihr diese Welt, die keine Anzeichen dafür zeigt, dass sie durch ein göttliches Licht erhellt wird? Wahrlich, Ich sage euch: Obwohl die Menschen noch keine großen Beweise dafür geben, dass sie das, was mein Licht ihnen inspiriert, verstehen, wird es keine einzige Seele geben, die nicht erwacht ist.

31     Volk, die Kundgebung meines Wortes unter euch ist sehr unscheinbar. Doch wenn die Menschheit diese Botschaft kennen würde und sich vornähme, sie zu befolgen, so wäre sie auf dem Weg zum Heil.

32     Ich musst Mich unter den Armen kundgeben, im Schoße eines Volkes, das nicht mit Überlegenheit prahlte, das aber geistig Sensibilität für meine Gegenwart und meine Inspirationen hatte — eine Sensibilität, die Ich in den Völkern und Nationen, die sich groß, stark und Herren der Erde nennen, nicht gefunden habe.

Das, was Ich über dich, Volk, sage, darfst du nie als Argument verwenden, um mit spiritueller Überlegenheit über die anderen zu prahlen. Denn du musst wissen, dass der, der in Eitelkeit verfällt, stehenbleibt und nicht vorankommt. Wer dagegen demütig ist, schreitet unablässig voran, da er immer glaubt, nur wenig getan zu haben.

33     Begnügt euch nicht damit, dieses Wort zu hören, sondern beobachtet auch alles, was auf eurer Welt und in eurer Umgebung geschieht, damit ihr fortwährend die Erfüllung all dessen erkennen könnt, was Ich euch in meinem Worte ankündige.

34     Wenn ihr schlaft — seht, wie dann die Prüfungen kommen, um euch wachzurütten und euch zu sagen, dass jetzt eine Zeit ist, in der ihr wachsam leben müsst.

35     Bald werdet ihr keine stammelnden Jünger mehr sein und zu mitreißenden Meistern werden, auf deren Weg es Kämpfe, Hinterhältigkeiten und Nachstellungen geben wird. Aber selbst in den dunkelsten Nächten dieser Menschheit werdet ihr das unauslöschliche Licht meiner Wahrheit strahlen sehen.

36     Meine Boten werden sich über die Erde verbreiten, und der Spiritualismus wird auf den Materialismus der Menschen als ein Regen des Friedens, als ein wohltuender Tau niedergehen.

37     Diese törichte und für jede geistige Stimme taube Welt wird noch an mein Kommen in der Dritten Zeit glauben und meine Botschaft lieben. Aber du, Volk, hast die Pflicht, deinen Mit menschen ein Beispiel von Glauben und von Gehorsam zu geben, das Ermutigung und Anreiz auf dem  Wege der Menschheit  sein soll.

38     Erfüllt eure Aufgaben als Seelen und als Menschen auf der Erde. Die Gesetze und den Weg kennt ihr bereits.

39     Gebt eurem Herzen Freiheit, damit es den Schmerz der anderen mitzufühlen beginnt. Lasst es nicht nur damit beschäftigt und bemüht sein, ausschließlich das zu fühlen, was eure Person betrifft. Seid nicht mehr gleichgültig gegenüber den Prüfungen, die die Menschheit durchlebt.

40     Wann wird eure Liebe so groß sein, dass sie viele Mitmenschen umfassen kann, um sie zu lieben, wie ihr jene liebt, die euer Blut in sich tragen und Fleisch von eurem Fleische sind?Wenn ihr wüsstet, dass ihr es mehr der Seele als dem Körper nach seid, würden es viele nicht glauben. Doch Ich sage euch: Gewiss seid ihr mehr der Seele als eurer Körperhülle nach Geschwister, denn die Seele gehört der Ewigkeit an, während der Körper vergänglich ist.

41     Bedenkt also die Tatsache, dass die Familien hier auf Erden heute entstehen und sich morgen wieder auflösen, während die geistige Familie für immer existiert.

42     Heute seid ihr noch nicht imstande, diese Unterweisungen zu fühlen oder zu leben. Aber ihr müsst euer Herz nach und nach bei der Erfüllung der ewigen Bestimmung, einander zu lieben, aufopfern.

43     Wenn eure Schritte auf dem Wege geistiger Brüderlichkeit sicherer zu werden beginnen, werden eure Lippen Unterweisungen auszusprechen beginnen, die euch selbst noch unbekannt sind, und tiefgehende Offenbarungen.

44     Denen, die Mir treu sind, den Starken, denen, die sich wirklich zubereiten — ihnen werde Ich diese Botschaft, dieses Wort anvertrauen, damit sie es rein erhalten, damit sie es verteidigen und vor fremden Beimischungen bewahren. Denn meine Lehre soll die Menschheit bekehren. Doch wenn ihr ihr andere Vorstellungen beimengt und die Wahrheit verbergt, wird die ganze Überzeugungskraft und alles Licht auf euren Lippen und in euren Werken verlorengehen. Seht, wie Ich um euch bemüht bin, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Doch euch kommt es zu, zu beten und euch anzustrengen, um nicht zu fallen.

45     Bald werdet ihr dies Wort nicht mehr vernehmen, und dem Anschein nach werdet ihr allein sein, ohne Hirte auf dem Weg des Lebens. Aber Ich bereite euch vor, damit ihr vom ersten Augenblick an nach dem Abschiedsgruß dieser Kundgebung wisst, dass mein Geist euer Führer sein wird, dass mein Licht in eurem Geiste strahlen wird, um euch zu ermutigen.

46     Im Laufe der Zeit werden viele von denen, die dieses Werk bisher herabgewürdigt haben, mit großer Reue darüber klagen, dass sie ihren Auftrag nicht erfüllt und die kostbare Zeit vergeudet haben. Doch Ich werde denen, die von Herzen bereuen, sagen: "Hier ist mein Werk, hier ist eure Aufgabe, erhebt euch, um sie zu erfüllen, denn noch ist Zeit dazu."

47     Weh denen, die in ihrer Dummheit oder in ihrem Stolz den Tag ihrer Reue hinauszögern! Denn wenn sie statt Weizen Disteln säen — was wird dann ihre Ernte sein?

48     Ich lese für euch gerade im Buch der Zukunft, damit ihr erfahrt, wie ihr wandeln und wirken sollt.

49     Mein Reich naht sich euch. Daher habe Ich euch mein Wort gesandt, um euch vorzubereiten, und habe Ich euch den Geist Elias' gesandt, um euch zu vereinigen und zu reinigen.

50     Ich bin der Weg, und auf ihm werdet ihr alle zu Mir kommen.

51     Die "Dritte Zeit", in der ihr jetzt lebt, ist die Zeit der Aufdeckung großer Geheimnisse.

52     Gelehrte und Theologen werden ihre Kenntnisse berichtigen müssen angesichts der Wahrheit, die Ich euch derzeit offenbare: Dies ist die Zeit, in der die Menschen ihre Augen dem Lichte meiner Weisheit öffnen sollen — einem Lichte, das Ich in eine Lehre umgewandelt habe, damit ihr durch sie geistig zum wahren Leben aufersteht.

53     Nun soll die Welt die Wahrheit über die "Auferstehung des Fleisches" erfahren, welches die Reinkarnation der Seele ist.

54     Reinkarnieren bedeutet: zur materiellen Welt zurückkehren, um von neuem als Mensch geboren zu werden; das Auferstehen der Seele in einem menschlichen Körper, um ihre Mission fortzusetzen. Dies ist die Wahrheit über die "Auferstehung des Fleisches", von der eure Vorfahren gesprochen haben, wobei sie ebenso verdrehte wie absurde Auslegungen gegeben haben.

55     Die Reinkarnation ist ein Geschenk, das Gott eurer Seele gewährt hat, damit sie sich niemals auf die Armseligkeit der Materie beschränkt, auf ihre flüchtige Existenz auf der Erde, auf ihre natürlichen Unzulänglichkeiten, sondern die Seele kann — da sie einer höheren Natur entstammt — so viele Materiekörper gebrauchen, wie sie für die Durchführung ihrer großen Aufgaben in der Welt benötigt.

56     Durch diese Gabe beweist die Seele ihre unermessliche Überlegenheit über das "Fleisch", über den Tod und über alles Irdische, indem sie den Tod überwindet, einen Körper nach dem andern und alle überlebt, so viele ihr auch anvertraut wurden. Sie ist Überwinder der Zeit, der Widerstände und der Versuchungen.

57     Das Licht des Spiritualismus offenbart nun der Welt die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Vernunft und die Liebe, welche der seelischen Befähigung zur Reinkarnation innewohnen. Dennoch wird die Welt diese Offenbarung zunächst hartnäckig bekämpfen und ihr den Anschein einer fremdartigen und falschen Lehre geben, um den Menschen guten Glaubens Misstrauen einzuflößen.

58     Unnütz und vergeblich werden die Anstrengungen sein, die die Konfessionen machen, um ihre Gläubigen in den eingefahrenen Geleisen alter Glaubensvorstellungen und unzeitgemäßer Glaubenssysteme zu erhalten. Denn niemand wird das Göttliche Licht aufhalten können, das bis zum Grunde menschlichen Denkvermögens vordringt und die Seele für ein Zeitalter der Offenbarungen, göttlicher Eingebungen, der Erhellung von Zweifeln und Geheimnissen, der geistigen Befreiung erweckt.

59     Auch wird niemand die Flut aufhalten können, welche die Menschheit bilden wird, wenn sie im Verlangen nach ihrer Freiheit des Denkens, des Geistes und des Glaubens aufbricht.

60     Niemand soll glauben, dass Ich den verschiedenen Religionsgemeinschaften ihre Zöglinge, Gläubigen oder Anhänger entreiße — nein. Aber die Stunde ist gekommen, in der eine neue Zeit ihren Anfang nimmt, vergessene Lektionen ans Tageslicht bringt, unnütze Bräuche, Glaubenslehren und Traditionen beseitigt, die Seelen von allem Falschen säubert und entäußert, um ihnen das wahre Brot des Geistes zu geben, das immer durch den Ritus ersetzt worden ist.

61     Durch dieses Licht werden die Menschen sich vereinigen, die Völker sich versöhnen, die Feinde einander vergeben, und durch dasselbe wird man die Essenz der Lehre verstehen, die euch seit fast 2000 Jahren mit Worten und Werken unterwies.

62     Erscheint es euch unwahrscheinlich, dass die Menschheit dieser Epoche das Geistige versteht? Dann lasst die Menschheitsgeschichte an euch vorüberziehen, unterstützt durch die Intuition und durch das, was euer Geist euch offenbart, damit ihr wisst, dass es eine Epoche gab, in der — nachdem die Völker der Erde in einen Abgrund von Hass, Lastern, Unwissenheit, Aberglauben und Fanatismus gestürzt waren — sich daraus Menschen emporschwangen, die von Christus inspiriert und von Glauben und Liebe erfüllt waren und sich wie ein unaufhaltsamer Strom aus Licht und Hoffnung über die Nationen und Länder verbreiteten.

63     Christus war auf den Lippen von Jüngern und Märtyrern, die lebten, um den göttlichen Samen der Liebe zu säen und zu verbreiten. Christus offenbarte sich der Welt durch seine Diener und lebte in jedem Herzen derer, die Ihn in seiner göttlichen Passion liebten.

64     Kurz war die Zeit, in der jener Friede und jene Harmonie in den Völkern und Nationen der Erde Frucht trugen, weil das Unkraut der Undankbarkeit und der Gottlosigkeit wieder die Felder bedeckte. Aber in den Tage der Vergeistigung, der Harmonie, des Verständnisses und der Brüderlichkeit — wie viel Frieden, Inspiration und Licht gab es unter den Menschen! Wenn jene Harmonie und jene Vergeistigung einmal zur Essenz eures Lebens werden — könnt ihr euch das Ausmaß vorstellen, in dem sich meine unoffenbarte Weisheit auf den Geist der Menschen ergießen würde?

65     Zweifelt nicht an dem, was die Neue Zeit verheißt. Denn wenn euer Glaube nicht wahrhaftig wäre, wärt ihr nicht würdig, die Erfüllung meines Wortes zu erleben.

66     Lasst eure Seele Mir näherkommen, denn Ich werde ihr das geben, was sie benötigt.

67     Empfanget die göttliche Unterweisung und hört Mir unermüdlich zu, dann werdet ihr in kurzer Zeit erleben, wie ihr euch in geistigen Kenntnissen beträchtlich entwickeln werdet.

68     Lasst diese Gnadenzeit nicht ungenutzt, bedenkt, dass ihr viel leiden musstet, um zu diesem Wege gelangen zu können und meine Offenbarung kennenzulernen.

69     Ihr erntet nun nach so vielen Bitternissen eine süße Frucht. Verschwendet sie nicht, denn morgen werdet ihr sie zu den nach Frieden und Wahrheit Hungernden bringen müssen.

70     Wenn der Schmerz euch reinwusch, so bewahrt die Reinheit in der Seele und im Herzen. Ich will, dass ihr euch vor der Menschheit als ein erneuertes Volk zeigt. Dann werdet ihr anderen Völkern, die sich derzeit durch ihren Schmerz läutern, um würdig zu werden, meine Botschaft zu empfangen, als ein offenes Buch dienen.

71     All diese Völker und Nationen, die den Leidenskelch bis auf den Grund geleert haben, sind dazu berufen, meine neue Kundgebung bald kennenzulernen, welche Honig und Balsam auf so viel Schmerz legen wird.

72     Schon ist mein in der Zweiten Zeit gegebenes Wort bis zu den Grenzen der Erde gelangt. Doch wisset oder erinnert euch daran, dass dies das Zeichen war, das Ich euch gab, dass meine Wiederkunft von allen Menschen empfunden würde.

73     Lasset ihr, denen mein Wort zur Verfügung steht, den Ruf an eure Mitmenschen ergehen. Sagt ihnen, dass Ich nicht gekommen bin, um ihre Verfehlungen zu richten, noch auf ihre Schandflecken achte, sondern dass es ihre Not war, die Mich sie aufsuchen ließ, und dass Ich für jeden von ihnen ein Liebesgeschenk bei Mir habe.

74     Bringt die Liebesgabe zu den Herzen. Dies wird euch dienlich sein, wenn ihr einmal meine Unterweisung zu unbekannten Ländern tragt.

75     Entdeckt ihr nicht im Kern meiner Worte das göttliche Verlangen, dass ihr zu einem hinsichtlich des Denkens, der Gottesverehrung, der Werke und Arbeiten reines Volk werdet?

76     Ich inspiriere euch dazu, Verdienste zu erwerben; aber es soll euch dabei nicht der egoistische Wunsch nach dem eigenen Seelenheil bewegen, sondern ihr sollt eure Werke im Gedanken an eure Mitmenschen tun, im Gedanken an die kommenden Generationen, deren Jubel sehr groß sein wird, wenn sie den Weg durch die "Ersten" geebnet antreffen. Dann wird euer Glück grenzenlos sein, weil die Freude und der Friede eurer Geschwister auch eure Seele erreicht.

Wie anders ist es bei jenen, die nur nach ihrer eigenen Rettung und ihrer Seligkeit trachten; denn wenn sie zu dem Ort gelangen, den sie sich durch ihre Werke erwirkten, können sie keinen Augenblick Friede oder Freude haben, wenn sie jene betrachten, die sie zurückgelassen haben, und die die schwere Last ihrer Leiden ertragen.

77     Wahrlich, Ich sage euch, die wahren Jünger dieser Lehre werden gerecht und rein sein in ihren Werken, wie ihr Geist, der mein eigenes Licht ist.

Mein Friede sei mit euch!

 

Holen Sie sich unsere APP "Spiritualismus" kostenlos im Google Playstore unter diesem Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.app.spiritualismus

BWL - Band X - Unterweisung 289


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309
Audio-Hörbuchreihe-Band 10 SoundCloud

Unterweisung 289

1         Menschheit: Wie wenig tust du deinerseits, um in Frieden zu leben!

2         Ich kann euch sagen, dass die Mehrheit der Menschen eine Religion haben, und dass, obwohl sie alle die Brüderlichkeit lehren, niemand gemäß der Unterweisung lebt, die er erhalten hat, niemand befolgt die Gesetze, Gebote und Grundsätze, die in sein Gewissen geschrieben worden sind.

Manche haben, um sich nicht irgendeinem religiösen Glaubensbekenntnis zu unterwerfen, ihren Gedanken Freiheit gelassen und haben geglaubt, außerhalb von Geboten und Gesetzen zu stehen. Aber dies kann nicht sein; denn durch ihre Beobachtungen, ihre Wissenschaften und Definitionen haben sie erfahren, dass sich in allem und überall eine Macht, eine Harmonie, ein Gesetz und eine weise, gerechte und liebevolle Lehre offenbart, der sich niemand entziehen kann.

3         Nachdem diese Menschheit so viele Jahrhunderte lang in Zwietracht gelebt hat, nach all den leidvollen und bitteren Erfahrungen, die sie gemacht hat, ist sie fähig, zu begreifen, dass die Einigkeit unter den Völkern, die Harmonie zwischen allen Menschen, sich nicht auf materielle Interessen gründen kann, noch auf irdischen Werten beruhen kann. Schließlich wird sie begreifen, dass nur die hochstehende Seele die feste Grundlage, der unerschütterliche Fels sein kann, auf dem der Friede der Menschen beruht.

4         Wenn alle Völker sich in der einen oder anderen Weise zerstreiten, sich bekriegen und sich verurteilen, so bedeutet dies, dass keines das befolgt, was Gott und sein Gesetz sie gelehrt haben, und sie daher ferne der Wahrheit sind.

5         Die Wahrheit ist Achtung gegenüber allem, denn alles ist heilig, ist Liebe, ist Harmonie, ist Barmherzigkeit, ist das Gesetz, das das Gewissen regiert.

6         Um die Seele zu vervollkommnen, ist es nötig, über die einfachen menschlichen Pflichten und selbst über die religiösen hinauszugehen, zu der Quelle zu gelangen, aus der alle trinken, und der Wahrheit ins Angesicht zu sehen.

7         Wer zum Gipfel des Berges zu gelangen vermag und jene Pracht schaut, wird, wenn er herabsteigt, um weiter bei seinen Mitmenschen zu wohnen, zwangsläufig duldsamer, verständnisvoller und barmherziger in seinen Urteilen sein. Dies ist ein Element, das bereit ist, alle in Einklang zu bringen und zu vereinigen.

8         Denkt nach, und ihr werdet einsehen, dass die Eintracht, die ihr benötigt, geistig ist und ihr sie erreichen werdet, wenn ihr euch über eure Leidenschaften und Rechthabereien erhebt.

9         Wie könnt ihr Frieden schaffen, wenn jeder das Seine als einzig Wahres verkündet und gleichzeitig das der anderen als falsch bekämpft?

10     Der Fanatismus ist Finsternis, ist Blindheit, ist Unwissenheit, und seine Früchte können niemals lichtvoll sein.

11     Ihr nähert euch der großen Prüfung, durch die ihr alle zur Wirklichkeit erwachen werdet.

12     Euer Herz fragt Mich, weshalb Ich oft von großen Prüfungen und Ereignissen spreche, und Ich sage euch, dass euch eine Leidenszeit bevorsteht und es besser ist, vorgewarnt zu sein, zu wachen und zu beten, als in eurer Lethargie zu schlafen.

13     Manche zeigen sich niemals zufrieden mit dem, was Ich spreche. Wenn Ich euch in meinem Worte die Zeiten des Friedens und des Wohlergehens vor Augen führe, die zur Zukunft gehören, haltet ihr das Eintreffen meiner Prophetie für unmöglich, und wenn Ich euch von Zeiten der Prüfungen und Leiden spreche, glaubt ihr, dass es einfach nur Drohungen sind, um euch durch Furcht zur Auftragserfüllung zu veranlassen.

14     Jene, die mein Wort so auffassen, gehören zu denen, die im Meer des Zweifels dahintreiben. Denn wer Glauben an diese Botschaft hat, studiert sie immer mit der edlen Absicht, ihr etwas Nützliches zu entnehmen.

15     Jünger: In der Zweiten Zeit genügten drei Jahre, um der Menschheit meine Botschaft zu übergeben, und — wie ihr alle wisst — besiegelte Ich die Botschaft am Ende mit meinem Opfertod. Wahrlich, Ich sage euch, jener Opfertod war keine Opfergabe für den Vater — da Er kein Blutopfer benötigt —, sondern für die Menschheit, da sie sehr wohl einen Liebesbeweis von solcher Größe benötigte.

16     Ich lehrte euch, einander zu lieben, aber nicht nur als Menschen, sondern auch mit ewiger Liebe als Geistseelen. Ich kam, um euch den Weg zu bahnen, der von dieser Welt zum Geistigen Reiche führt, das für euch hinter einem dichten Schleier des Geheimnisses zu liegen schien. Meine Lehre war vom ersten bis zum letzten Wort die Vorbereitung, die Ich euch für die Zeit gab, da Ich im Geiste kommen würde, so wie Ich es euch ankün digte, um erneut die geheime Schatzkammer zu öffnen, das versiegelte Buch aufzuschlagen und euch in das Licht geistigen Wissens eintreten zu lassen.

17     Das Leben der Seele, das jenseits eurer materiellen Welt existiert, konnte und sollte kein Geheimnis für den Menschen sein. Da der Vater euer Verlangen nach Wissen sah, begann Er seinen Unterricht mittels der Gabe der Offenbarung und der Inspiration und bekundete Er sich in unendlich vielen Formen. Doch dieser Unterricht begann schon, seit der erste Mensch existierte, und hat bis zum heutigen Tage nicht aufgehört.

18     Wenn ihr meint, dass Ich euch erst jetzt etwas vom Geistigen Leben offenbart habe, befindet ihr euch in einem großen Irrtum; denn Ich sage euch noch einmal: Die göttliche Unterweisung begann, als der erste Mensch geboren wurde, und Ich übertreibe nicht, wenn Ich euch sage, dass meine Unterweisung mit der Schaffung der Geister begann, noch bevor die Welt war.

19     Meint ihr etwa, dass die früheren Unterweisungen den Zweck hatten, euch menschliche Kenntnisse zu offenbaren? Dafür wurde euch die Gabe der Wissenschaft gegeben. Oder denkt ihr etwa, dass die Gebote der ersten Zeiten und die Lehre, die Ich euch in der Zweiten Zeit brachte, nur dazu dienten, euch zu lehren, auf der Welt zu leben? Sucht den Kern jener Offenbarungen und ihr werdet entdecken, dass die Absicht die war, euch den Weg zu zeigen, der zum ewigen Leben, zur Unsterblichkeit der Seele führt.

20     Spiritualismus habe Ich die Offenbarung genannt, die zu euch vom Leben des Geistes spricht, die euch lehrt, mit eurem Vater direkt in Verbindung zu treten, und die euch über das materielle Leben erhebt.

21     Wahrlich, Ich sage euch, der Spiritualismus ist nichts Neues, noch gehört er nur dieser Zeit an, sondern er ist eine Offenbarung gewesen, die im Einklang mit der spirituellen Entwicklung der Menschheit immer mehr enthüllt wurde.

22     Da die Lehre, die ich euch gebe, Spiritualismus ist, welcher euch die vollkommene Liebe zu Gott und zu euren Nächsten lehrt und euch auf den Weg einlädt, der zur Vollkommenheit führt, war Spiritualismus auch das, was euch das Gesetz Gottes in der "Ersten Zeit" lehrte, und das Wort Christi in der Zweiten Zeit.

23     Diese Offenbarung ist euch neu erschienen, weil Ich euch Lektionen gebracht habe, die ihr nicht kanntet. Ihr habt euch von so viel Weisheit geblendet gefühlt. Doch dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr euch der Vollendung der Zeiten nähert, in der die Seele des Menschen ihre Befreiung, ihre Erhebung und ihre Vorherrschaft über die Materie erlangen wird.

24     Niemand sage also, dass das Geistige Leben ein Geheimnis gewesen sei, bevor Ich in dieser Dritten Zeit gekommen sei, um es mit meinen neuen Offenbarungen zu erklären. Ich sage euch nochmals, dass euch im Laufe der Zeit viele Unterweisungen gegeben worden sind, auch wenn ihr sie nicht zu begreifen vermochtet.

25     Erst jetzt beginnen die Menschen sich dafür zu interessieren, alles zu entdecken und zu enträtseln, was die Offenbarungen der vergangenen Zeiten enthalten, um sie mit den Ereignissen der Gegenwart zu vergleichen.

26     Jünger, ihr wisst nun also, dass, wenn ihr "Spiritualismus" sagt, ihr von der geistigen Offenbarung sprecht, die euch euer Gott im Laufe der Zeit gemacht hat.

27     Ganz leise wie ein Einbrecher bin Ich bei euch eingedrungen und habe euch im Schlafe überrascht.

28     Zu allen Zeiten habe Ich die Menschheit bei meiner Ankunft schlafend angetroffen. Nur einige wenige Herzen wie schwache Leuchten sind es gewesen, die wachend gewesen sind und Mich erwartet haben.

29     Volk, es genügt, wenn ihr ein wenig über eure Vergangenheit nachdenkt, um die Früchte der Erfahrung zu empfangen. Danach sollt ihr darauf bedacht sein, nicht erneut in Irrtümer und Fehler zu verfallen.

30     Wenn Ich euch fragen würde, was mit jenem Blatt geschehen ist, das Ich in der Zweiten Zeit mit meinem Blute beschrieb, müsstet ihr schweigen, weil euer Gewissen euch sagen würde, dass ihr niemals die Lehre gelebt habt, die Jesus lehrte — dass ihr seine Worte wie vom Baume des Lebens abgefallene Blätter von den Winden habt verwehen lassen, statt dass euer Herz sie eingesammelt hätte.

31     Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid bereits in jene Ära eingetreten, die Ich euch als die "Endzeit" ankündigte. Sie war von Gericht, Wiedergutmachung und Wiederherstellung gekennzeichnet.

32     Durch den Mund der Propheten früherer Zeiten habe Ich euch diese Ära angekündigt, und durch die Lippen dieser Stimmträger, neuer Propheten meines Wortes, habe Ich zu euch gesprochen und viele jener Voraussagen erfüllt.

33     Mein Wort ist so klar, dass ihr im Begriff seid, Mich zu verstehen. Euer Gewissen, das früher nicht vernommen worden ist, erfasst heute euer ganzes Wesen und ist in der Lage, die Impulse des Fleisches zu beherrschen.

34     Meine neue Apostelschar wird in das Rettungsboot einsteigen, von wo aus sie ihre Hände ausstrecken wird, um die im Meer der menschlichen Leidenschaften Schiffbrüchigen zu retten.

35     Ich habe euch erwählt, um nach und nach mein Volk zu bilden, aber es gibt Vorhaben, die ihr jetzt noch nicht erkennen könnt. Ich sage euch nur, dass in eurer Seele ein Licht existiert, das euch ermöglicht, unter so vielen  Wegen den wahren zu entdecken. Daher die Verantwortung der Kinder des Lichtes gegenüber der Menschheit. Begreift, weshalb Ich euch in jeder Unterweisung dazu auffordere, euch aufwärtszuentwickeln, den Gipfel des Berges zu ersteigen. Denn nur wenn ihr jene Höhe erreicht, werdet ihr das zu schauen vermögen, was auf der Welt geschieht, werdet ihr das unablässige Klagen der Menschheit vernehmen und ihr unermessliches Leid fühlen können.

36     Wer den Schmerz seines Nächsten nicht fühlt, kann ihn nicht lindern, Jünger. Daher will Ich, dass ihr in euren Gebeten an eure Nächsten denkt. Denn dies sind die Augenblicke, in denen eure Seele viele Tränen trocknen kann und bewirkt, dass das Herz zum Mitgefühlt, zum Verständnis, zur Barmherzigkeit und zur Zärtlichkeit erwacht.

37     Mein Volk benötigt Erhebung, denn noch immer macht es den Schmerz der Menschheit nicht zu ihrem eigenen. Es weint zwar, aber es weint um seiner selbst willen, wegen seiner Nöte, wegen seiner Trübsale.

38     Warum bleibt ihr gefühllos bei meinem Worte? Biete Ich euch etwa ein unbekanntes Reich an? Erkennt, dass das Reich, von dem Ich heute zu euch spreche, das gleiche ist wie das, das Ich euch in der Zweiten Zeit versprach.

39     Bedenkt, dass dies letzte Unterweisungen sind, die ihr vernehmt, und die ihr im Innersten eures Herzens bewahren müsst, damit ihr den wohltönenden Klang meines Wortes auch nach der Zeit dieser Kundgabe weiterhin vernehmt und ihren Sinngehalt bewahrt.

40     Wenn Ich für einen Augenblick den Schleier wegziehen würde, der euren Verstand daran hindert, eure Vergangenheit zu erkennen — wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet vor meiner Gegenwart niederfallen, erdrückt von Reue über eure Undankbarkeiten, Unfolgsamkeiten, eure Treulosigkeiten und euren mangelnden Glauben an mein Werk. Aber das Verdienst besteht im

Entwickeln der Intuition, im Vernehmen des Gewissens, im Entfalten des Wesens, das in euch lebt und das ihr "Seele" nennt.

41     Wenn ihr einmal frei vom Körper seid, werdet ihr im "Geistigen Tale" wohnen. Jener Schleier, der euch daran hinderte, in die Vergangenheit zu blicken, wird von euren Augen fallen, und ihr werdet alles mit ungetrübter Klarheit sehen, werdet euch an alles erinnern und alles verstehen. Doch Ich sage euch noch einmal, dass das Verdienst für eure Seele darin besteht, Glauben zu haben, ohne zu erwarten, zu sehen oder zu betasten, um glauben zu können.

42     Denkt nach, erfasst diese Worte geistig, denn in ihnen werdet ihr meine unerbittliche, aber immer liebevolle Gerechtigkeit offenbart finden.

43     Ich bin der Hirte, der seiner Herde Freiheit lässt, aber nur bis zu einer bestimmten Grenze, und der nicht zulässt, dass seine Schafe den Sperrkreis überspringen, hinter dem der Schmerz ist.

44     Ich erhalte euch, behüte euch und lasse euch zur Schafhürde zurückkehren.

45     Ihr habt eine Gelegenheit nach der anderen gehabt, und darin könnt ihr meine unendliche Liebe zu euch erkennen; denn Ich habe euch beschenkt und eurer Wesenheit die Gelegenheit gewährt, Fehler wiedergutzumachen, eure Seele zu läutern und zu vervollkommnen, anstatt euch zu strafen oder auf ewig zu verdammen, wie ihr früher zu denken gewohnt wart.

46     Wer, der diese Lehren kennt und daran glaubt, dass sie wahr sind, würde es wagen, seiner Aufgabe auf Erden den Rücken zu kehren, obwohl er weiß, dass er damit eine noch härtere Sühne für seine Seele bewirkt? Denn obschon es zutrifft, dass meine Gerechtigkeit euch neue Gelegenheiten bietet, um Flecken zu beseitigen und Fehler wiedergutzumachen, trifft es auch zu, dass mit jeder Gelegenheit die Zahl der Prüfungen größer wird und dass die Mühen und Leiden jedes Mal intensiver werden, so wie auch die begangenen Fehler schwerwiegender wurden.

47     Eure Pflicht — man sollte nicht von Strafe sprechen — wird darin bestehen, wiederherzustellen, zu erneuern, wiedergutzumachen und bis zur letzten Schuld zu begleichen. Niemand — weder euer Himmlischer Vater noch eure Geschwister auf der Erde oder im "Geistigen Tale" — werden das tun, was nur ihr selbst tun müsst, obschon Ich euch sage, dass Ich immer eurem Rufe folgen werde. Wenn ihr euch einsam und verlassen glaubt, werdet ihr meine Gegenwart fühlen, und die Geistige Welt wird immer kommen, um euch bei der Last eures Kreuzes zu stützen.

48     Mein Göttlicher Strahl wird unter euch zum Worte, doch sein Licht verteilt sich im Universum.

49     Ruhe dich aus, Menschheit, Ich habe dir alle sieben Tage einen Ruhetag gewährt, damit du betest und Kraft gewinnst beim Nachdenken über mein Gesetz.

50     Hier bin Ich und besuche euch alle, ohne euch nach Religionen zu unterscheiden. Ich bin der Göttliche Arzt von Körpern und Seelen. Ich suche die Kranken auf, um meinen Trost in sie zu verströmen.

51     Meine Stimme kommt auf die ganze Menschheit herab, obschon Ich euch wahrheitsgemäß sage, dass es nur wenige sind, die sie zu vernehmen vermögen.

52     Es ist meine Lehre, die euch anweist, euch vorzubereiten, um mittels der Zwiesprache von Geist zu Geist im Unendlichen die Stimme des Herrn zu vernehmen.

53     Volk, das du mein Wort vermenschlicht hörst: Wisse, dass du es bist, der diese Botschaft zur ganzen Welt bringen und dafür sorgen muss, dass die Menschen die Ketten des Fanatismus und der Vermaterialisierung zerbrechen, die sie daran gehindert haben, sich zu erheben und mein Licht zu schauen. Es ist nicht von Bedeutung, dass, wenn ihr zu euren Mitmenschen gelangt, meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen bereits aufgehört hat. Meine Essenz wird — in Worte der Weisheit und in Heilbalsam verwandelt — als das beste Zeugnis meiner Wahrheit aus euren Herzen strömen.

54     Eure Aufgabe wird es sein, zu unterweisen, Wege zur Vergeistigung zu ebnen, indem ihr eure Mitmenschen in Kontakt mit dem Ewigen Leben bringt und sie so der Wahrheit näherbringt.

55     Jünger, lernt euch zu erheben, damit ihr später das lehrt, was es bedeutet, sich von der Vermaterialisierung, dem Überflüssigen und Unnützen freizumachen — damit ihr zeigt, wie man die dichten Nebel der Finsternis durchquert und das Göttliche Licht findet, welches Nahrung und Leben der Seele ist.

56     In dieser Erhebung ist der Kampf begründet, der euch als "die große Schlacht" angekündigt worden ist, an der ihr alle teilnehmen werdet — auch die Schwachen, die Unwissenden und die "Toten". Denn aus dieser Prüfung werdet ihr alle erleuchtet und rein hervorgehen.

57     Mein Reich kommt näher, aber Ich will über Lebende und nicht über Tote regieren. Ich will geliebt werden, verstanden werden und Gehorsam finden, wie es einem wahren König gebührt.

58     Jetzt ist der Kampf voll entbrannt. Die Menschen haben meiner Macht und meiner Gerechtigkeit misstraut, unablässig haben sie ihre Waffen mit den meinen messen wollen, und Ich habe ihr Misstrauen akzeptiert, weil Ich sie liebe. Ich muss gegen ihre Sünde kämpfen, um sie zu besiegen. Denn indem Ich sie besiege, werde Ich sie aus ihrer Verirrung errettet haben.

59     In diesem Kampfe werden Götzen stürzen, die Gedanken werden in Verwirrung geraten, die Körper werden niedergedrückt werden, wie die Palmen beim Toben eines Orkans niedergedrückt werden. Aber am Ende wird die Seele geläutert und voller Licht daraus hervorgehen. Sie wird nicht sterben. Es ist unmöglich, dass sie in der Schlacht stirbt. Denn Ich habe euch gesagt, dass Ich das Leben bin, dass Ich der Vater und Gott von Lebenden und nicht von Toten bin.

60     Eine einzige Tür wird für die Rettung des Menschen offen bleiben: die der Vergeistigung. Wer sich retten will, wird seinen Hochmut, seine falsche Größe, seine niederen Leidenschaften, seine Selbstsucht aufgeben müssen.

61     Sehr bitter wird der Kelch sein, den die Menschen in der großen Schlacht werden trinken müssen. Dennoch sage Ich euch: Wohl denen, die von jenem Kelche trinken und dann als Geläuterte die Erde verlassen. Denn wenn sie in anderen Körpern auf diese Welt zurückkehren, wird ihre Botschaft von Licht, von Frieden und Weisheit durchdrungen sein.

62     Sehr groß ist das Klagegeschrei, das man von den Bewohnern dieses Planeten vernimmt. Die Unterdrückten und die, die vom Frieden träumen, erwarten, dass von den mächtig genannten Menschen diese Lichter von Harmonie und Freiheit ausgehen. Dazu sage Ich euch, dass sich jene in Erwartung lebenden Herzen lieber im Gebet zu Mir erheben sollen, weil Ich allein Freiheit und Frieden geben kann. Ich sage euch noch einmal, dass, solange die Menschen nicht den Ursprung, den Sinn und Zweck ihres Schicksals kennen, oder wenn sie dies kennen, nicht an jene Wahrheit glauben, die sie in sich tragen, sie keinen Frieden werden haben können, weil sie sich nicht als wirkliche Geschwister in Gott werden lieben können.

63     Hart, sehr hart ist die Menschheit dieser Zeit, immer unempfänglicher für das Geistige. Hört mein Wort, es ist wie ein Meißel, der euer Herz geduldig bearbeitet. Doch obwohl ihr es so oft vernehmt — seht, wie unempfänglich ihr seid! Ich werde damit bei euch fortfahren, bis Ich das letzte Wort ausgesprochen habe, das diese Botschaft enthält, damit ihr, wenn Ich nicht mehr zu euch spreche, in all dem, was euch mein Wort offenbarte, eine wahre und vollkommene Lehre finden könnt.

64     Trinke aus dieser Quelle, o Volk, denn Ich habe euch als Saat verwendet, um aus euch Generationen hervorgehen zu lassen, die Mich lieben.

65     Wahrlich, Ich sage euch, auch die Vergeistigung wird sich vererben, weshalb ihr euch darum bemühen sollt, euren Kindern Herzensreinheit und Empfänglichkeit für das Geistige zu vermitteln. Sie werden es euch danken, weil ihr euch barmherzig erwiesen habt, indem ihr ihnen einen Körper schenktet, der frei ist von Leidenschaften, mit einem klaren Verstand, einem empfindsamen Herzen und einer für den Ruf ihres Gewissens wachen Seele.

66     Ihr alle seid eingeladen, einen Teil des Volkes Gottes zu bilden. Es ist eine Lüge, dass die einen Kinder dieses Volkes sind und andere nicht. Ihr alle habt einen einzigen Ursprung: Gott. Euch alle lade Ich ein, einen Teil seiner Heerscharen zu bilden, euch alle will Ich in ihren Reihen sehen. Mein Volk ist das Kind des Lichtes, der Apostel des Friedens, der Erbe meiner Weisheit. In seiner Mitte finden alle meine Kinder Platz.

67     Jünger, hört Mir unermüdlich zu, damit es euch im Augenblick meines Abschieds nicht leid tut, meinen Ruf nicht beachtet zu haben.

68     Ich will, dass euch jene Stunde betend, voller Inbrunst, Liebe und Dankbarkeit antrifft. So, in jener Atmosphäre von Vergeistigung, Andacht und Verständnis werdet ihr nicht verhindern wollen, dass meine Kundgabe unter euch endet, und eurem Vater für die Unterweisungen danken, die Er euch gab.

69     Meine Stimme wird in eurem Geiste ertönen und euch tiefe Wehmut fühlen lassen. Aber es wird nicht die Stimme eines Todgeweihten sein, die zu euch spricht, sondern die eines Vaters, der euch aussendet, um einen schwierigen Auftrag zu erfüllen, und der in Erwartung eurer Rückkehr ist, um euch liebevoll zu umarmen. Ich sage euch all dies, damit in euren Herzen keine Trauer ist, wenn mein Wort endet.

Erinnert euch, dass all jene, die in der Zweiten Zeit wegen des Todes des Meisters trauerten, bald überrascht wurden, als sie Ihn glorreich, voller Leben und Licht gen Himmel auffahren sahen, weil seine Heimat nicht unter den Toten war.

70     Ich werde euch am letzten Tage meiner Kundgabe nur weinen lassen, wenn eure Tränen solche der Reue wegen der vergeudeten Zeit und der ungenutzten Lektionen sind.

71     Wer von denen, die mein Wort in der Dritten Zeit vernommen haben, weiß nicht, dass der letzte Tag von 1950 der durch den Willen des Vaters festgesetzte Zeitpunkt für das Ende dieser Kundgabe ist? Niemand. Denn in all diesen Versammlungsstätten und in unzähligen Formen habe Ich es euch wissen lassen.

72     Nicht, weil das Göttliche und das Geistige der irdischen Zeit unterworfen sind, noch, weil die Entwicklung eurer Seele mit der Uhr oder dem Kalender messbar ist. Es geschieht, weil Ich, solange ihr im Körper und zu klein seid, um das Ende eines geistigen Zeitabschnitts oder das Kommen eines neuen Zeitalters zu erfahren, das Geistige bis zu einer gewissen Grenze menschlich und irdisch verständlich machen muss, um es für euch fassbar zu machen.

73     Jetzt frage Ich euch, Jünger: Wollt ihr meine Gegenwart nach meinem Abschied geistig und in intensiver Weise fühlen? Die Bedingung dafür wird sein, dass ihr brüderlich vereint seid. Wenn es nicht so sein sollte, werdet ihr meine Gegenwart nicht wahrnehmen können, noch euch der Kraft erfreuen können, die von diesem geistigen Gefühl ausgeht.

74     Wollt ihr geistig die Antwort auf alles erhalten, was ihr in dieser Zeit nicht verstehen konntet? Habt Vergeistigung, und ihr werdet meine Antwort vernehmen können.

75     Es werden Augenblicke der Verlassenheit und des Schweigens kommen. Dies wird geschehen, damit ihr euch im Gebet zu Mir erhebt. Aber es wird Augenblicke geben, in denen ihr das Gefühl haben werdet, Mich nicht gefunden zu haben. Dennoch — wenn ihr noch nicht die Gegenwart meines Geistes wahrnehmt, so harret trotzdem aus, seid unbesorgt, denn es ist die Prüfung für euren Glauben und für eure Vergeistigung. Bleibt beharrlich, denn in dem am wenigsten erwarteten Augenblick werde Ich kommen, strahlend wie ein Lichtstrahl, um Mich in eurem Verstande und eurem Herzen niederzulassen und euch zu sagen: "Seid gesegnet, denn ihr habt darauf vertraut, dass der Meister keinen Ruf unerhört lassen kann."

76     Mut, Glaube und Geduld werden Tugenden sein, die immer in euch sein müssen. Denn es naht die Zeit des Kampfes der Weltanschauungen, des Krieges der Glaubensüberzeugungen und der geistigen Schlacht, und es ist besser, wenn ihr durch Betätigung und Erfahrung stark geworden seid und nicht nur durch Kenntnis meiner Lehre.

77     Volk: Meine Lehrstunde ist nun zu Ende. Bleibt noch für einige Augenblicke im "Geistigen Tale" und sendet von dort aus eure Gedanken zu allen Völkern der Erde, wo eure Mitmenschen kämpfen, leiden und gleichfalls Rettung erwarten.

Mein Friede sei mit euch!

 

Holen Sie sich unsere APP "Spiritualismus" kostenlos im Google Playstore unter diesem Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.app.spiritualismus




Empfohlene Posts

Der Vorläufer

Der Beginn eines neuen Zeitalters DE_BW    -   2.8.2026   -  Anna Maria Hosta  BWL Bd. VIII _ U 234: 26. Jetzt ist ein Augenblick der Gnad...