BWL - Band IX - Unterweisung 274



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276
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Unterweisung 274

1         Seid willkommen, Pilger aus allen Zeitaltern, die ihr an diesem Gnadentag auf eurem Wege halt macht, um mein Wort zu vernehmen und euch geistig an meinen Tisch zu setzen.

2         Ich gebe eurem Herzen Ruhe und Frieden, damit ihr Mich vernehmt. Denn wahrlich, Ich sage euch, mein Wort ist der Weg, der zum Frieden und zum Wohlergehen führt.

3         Aber sucht Mich nicht nur, um Mich um das zu bitten, was die Materie betrifft. Zwar habe Ich den Heilbalsam für alle Übel, die euch quälen, und besitze die Schlüssel, die die Tore zur Arbeit öffnen. Aber darüber hinaus bringe Ich einen unendlichen Reichtum an Gütern für den Geist, einen Strom von Weisheit, eine unerschöpfliche Quelle geistiger Freuden.

4         Ich weiß, dass der Sinngehalt dieser Unterweisung viele überrascht; wenn sie sie zum ersten Mal vernehmen, und zwar deshalb, weil meine Lehre zu ihrer Geistseele spricht. Sie suche Ich und an sie wende Ich Mich, um ihr ein Reich jenseits dieser Welt anzubieten, indem Ich ihr sage, welches der Weg ist, der zu jener verheißenen Heimstatt führt.

Doch der Mensch, der für sich lebt, der nur das Seine liebt, nur an sich selbst denkt und alles von der Welt erwartet — wenn er von Entsagung, von Langmut, von Opfer, von Selbstlosigkeit und Barmherzigkeit sprechen hört, fragt er sich: "Wenn ich alles hingebe, wer gibt dann mir? Da ich in diesem Leben so wenig besitze — warum sollte ich darauf verzichten?"

5         Ich vergebe ihnen, denn sie könnten nicht anders denken, ihr Egoismus kommt von ihrer Unwissenheit. Aber wenn sie Mich mehr als einmal vernehmen, und ein Funken von dem Lichte, das in meinem Worte vorhanden ist, ihre Seele erleuchtet, erwacht diese wie aus einem langen Schlafe, und fragt sie sich verwundert und verwirrt: "Wo bin ich, wer hat zu Mir gesprochen?"

6         Mein Wort berührt währenddessen weiterhin jene Seele und bringt die Saiten jenes Herzens liebevoll zum Schwingen, bis schließlich der Seelenschmerz, der sich lange Zeit in jenem Menschen angesammelt hat, seinen Damm zerbricht und in Tränen überbordet, was Beichte, Erwachen zum Glauben, geistige Auferstehung und Beginn der Aufstiegs zum Lichte, zur Wahrheit und zum Ewigen bedeutet.

7         Dies ist nicht bei allen der Fall. Aber jene, die einst zur Kundgebung meines Wortes kamen und in ihrem Herzen Selbstsucht, Liebe zum Materiellen, Hochmut und Argumente hatten, um meine Geistlehre zu verneinen, erinnerten sich, als sie meine Lektion dieses Tages vernahmen, sogleich an den Tag, an dem sie voller Finsternis herbeikamen und dann ein Licht erblickten, von dem sie niemals gedacht hätten, dass es existieren würde.

8         Viele von ihnen sind jetzt meine treuesten und selbstlosesten Arbeiter.

9         Volk: Mein Wort ist ein Strom von Liebe, der die Menschen läutern und sie für ein besseres Leben vorbereiten wird.

10     Staunet: Ich gebe euch derzeit meine Unterweisung, die die Sünder durch die Lippen ebensolcher Sünder retten wird.

11     Ihr könnt meinen universellen Erlösungsplan nicht erfassen; doch Ich lasse euch einen Teil davon wissen, damit ihr an meinem Werke teilhabt.

12     Ich allein kenne die Bedeutung des Zeitpunkts, in dem die Welt lebt. Kein Menschenwesen vermag die Wirklichkeit dieser Stunde zu begreifen. Die Menschen haben sich von ihren ersten Zeiten an unablässig befleckt, bis sie ihre Empfindungen und ihre Seele verdunkelt hatten und ein krankes, ruheloses und trauriges Leben für sich schufen. Doch nun hat die Stunde der Läuterung geschlagen.

13     Ihr, die ihr dieses göttliche Wort vernommen habt, habt eine Vorstellung von dem, was in dieser Zeit geschieht und werdet darauf bedacht sein, zu beten, euch davor zu hüten, Böses zu tun, und stattdessen etwas Gutes tun. Aber nicht die ganze Menschheit kennt die Bedeutung der Ereignisse dieser Zeit, und deshalb herrscht Verwirrung unter den Menschen, Verzweiflung, Leid, Hass, entfesseltes Machtstreben, Laster, Verbrechen und alle niederen Leidenschaften.

14     Die Welt bedarf meines Wortes, die Völker und Nationen benötigen meine Liebeslehren. Der Regierende, der Wissenschaftler, der Richter, der Seelsorger, der Lehrer — sie alle benötigen das Licht meiner Wahrheit, und eben darum bin Ich in dieser Zeit gekommen, den Menschen in seiner Seele, seinem Herzen und seinem Verstande zu erleuchten.

15     Würdet ihr euch nicht befriedigt fühlen, wenn ihr meinem Geiste als Wegbereiter dienen würdet, um mein Kommen zu den Herzen, den Völkern und Nationen der Erde vorzubereiten. Doch wenn ihr den Wunsch habt, Breschen zu schlagen und Wege zu bereiten — welche Beispiele und Beweise wollt ihr geben?

16     Vergesst nicht, dass mein Werk vollkommen, ewig, machtvoll, klar und lichtvoll ist.

17     Ihr noch unreifen Jünger: Ihr wisst nicht, wie Mich die Geister in den höheren Welten lieben — Wesen, die eure Geschwister sind. Wenn ihr wüsstet, wie sie Mich lieben, wie sie Mir dienen und Mir gehorchen, würdet ihr ein tiefes Bedauern über euer Verhalten gegenüber eurem Vater fühlen, und ihr würdet euch beeilen, in eurem Herzen ein Heiligtum zu schaffen, um es Dem anzubieten, der euch mit vollkommener Liebe liebt.

18     Lasst meine Liebe in eurem Herzen sein, um es für den Schmerz der Menschen empfindsam zu machen. Ihr müsst das Mitgefühl kennenlernen, damit ihr Vergebung üben und den Leidenden Trost spenden könnt.

19     Lasst mein Wort euer Herz erschüttern, damit es in Liebe zu euren Nächsten schlagen kann.

20     Behaltet meine Lehrworte im Gedächtnis, denn eben diese werden euch als Waffen im Kampfe dienen, wenn ihr zu wahrhaftigen Sämännern meiner Wahrheit werden müsst.

21     Kommt herbei, denn Ich spende denen Trost, die weinen, und ihr weint — die einen Tränen vergießend, andere innerlich, ohne Schluchzer.

22     Ich ernte eure Schmerzen und verwandle sie in Frieden — Ich, der der einzige ist, der auf den Grund der Seele dringt. Ich komme um eurer Seelenlast willen — jener Last, die ihr noch nicht tragen könnt.

23     O ihr in den Menschen inkarnierte Seelen! Ihr seid nicht auf die Erde gekommen, damit euch die Schmerzen, die Probleme, die Prüfungen besiegen. Ihr seid gekommen, um in den Missgeschicken und Widrigkeiten zu siegen.

24     Weint nicht mehr, und schlaft auch nicht mehr. Die Geistseele des Menschen liegt im Kampf mit allem — mit Prüfungen, mit Schmerzen, mit Leidenschaften.

25     Ihr habt alle Kümmernisse des Lebens kennengelernt, so habt ihr es gewollt. Aber euer Glaube, euer Wille und eure Anstrengung können euch über die Materie und den Schmerz erheben.

26     Versteht ihr mein Wort nicht? Es ist so einfach! Aber ihr seid mit Materie bekleidet und gelangt oft nicht zum Kern seines Sinnes, weil ihr es nicht ergründet. Ein Tag wird kommen, an dem eure Seele — bereits ohne Körperhülle — meine Sätze mit Wonne wiederholt und meine Unterweisungen versteht, und aus dieser Erinnerung ein Strom von Licht für euren Weg entspringt. Aber ihr werdet beklagen, dass ihr meine Unterweisungen nicht zu erfassen vermochtet, als ihr über die Erde gingt, wo euch ein geistiger Stab oder Beistand fehlte.

27     Prägt euch meine Unterweisungen ein, wann immer ihr könnt. Denn wenn sie eurem Gedächtnis entfallen, wenn sie aus eurem Herzen weichen, wenn ihr sie vergesst und auf sie verzichtet, werdet ihr sie später suchen und sie nicht mehr finden. Es ist, als ob ihr eine Quelle besäßet und sie verlassen würdet, und wenn euch dann der Durst quält und ihr sie sucht, es für euch so ist, als ob das Wasser verdunstet wäre.

28     Wenn ihr wissen wollt, wie man ohne Durst und ohne Erschöpfung durch dieses Leben geht, und wenn ihr erleuchtet sein wollt, wenn ihr im Geistigen seid — wenn ihr Schmerz und Verwirrung vermeidet wollt, so macht Gebrauch von meiner Unterweisung, lasst sie sich unauslöschlich in euer Wesen einprägen und macht aus ihr das Gesetz und die Norm eures Lebens.

29     Wenn der Vater heute von euch Rechenschaft fordern würde — was würdet ihr dann tun? Was würdet ihr vorweisen können zugunsten eurer Seele?

30     Wenn euer Gewissen euch sagt, dass ihr nicht geliebt habt, obwohl dies das Gesetz ist — meint ihr dann, bereit zu sein, um vom menschlichen Zustand in den geistigen überzuwechseln? Wie viele Seelen, die im Raume umherirren, möchten sich den Menschen vernehmlich machen, um ihnen zu sagen: "Vergeudet nicht eure Zeit, wie ich sie vergeudete."

31     Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr jeden meiner Sätze studieren würdet, würdet ihr euren Lebensweg erhellen. Denn jeder von ihnen enthält Essenz, Weisheit, Ewigkeit.

32     Wer mein Wort begreift, weiß schließlich, was zur Welt gekommen ist — weiß, woher es stammt und wohin es zurückkehren muss.

33     Wer sich von dieser Essenz sättigt, wird nie mehr sagen, dass diese Welt nur aus Schmerz, Tränen und Bitternissen besteht, weil er seinen Glauben und seine Liebe über den Schmerz zu erheben versteht.

34     Diese Welt, auf der der Mensch so viel gelitten und geweint hat, ist ein Ort, dem viele gerne entfliehen würden. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich habe sie dazu bestimmt, dass ihr sie mit Liebe erfüllt. Wenn Ich euch alle jedoch in dieser Stunde fragen würde, wie viel Liebe ihr auf ihr gesät habt — was würdet ihr antworten?

35     Ich will, dass ihr Mir sagt, dass ihr Christus verstanden habt — Jenen, der euch eines Tages sagte: "Liebet einander". Erkennt, dass Ich euch diese Frage nach vielen Jahrhunderten unermüdlicher Unterweisung stelle.

36     Deshalb sage Ich euch immer wieder, dass ihr lernen sollt, Mich zu vernehmen, dass ihr lernen sollt, stille zu werden, wenn "das Wort" spricht, damit der göttliche Same in euren Herzen keimt und erblüht.

37     Ich habe unendliche Geduld gehabt, um darauf zu warten, dass ihr meine Stimme vernehmt. Warum habt ihr nicht ein wenig Geduld, wenn ihr einer Prüfung unterworfen seid? Ich sage euch, dass jener der keine Geduld hat, sie in dieser Zeit der Wiedergutmachung lernen wird. Auch sie ist ein Lehrmeister, auch wenn sie für kurze Zeit mit Härte lehrt. Warum nicht lieber vom Göttlichen Meister lernen, der nur mit Liebe lehrt?

38     Für den Materialisten ist die Zeit nicht die gleiche wie für den Vergeistigten. Für den einen erweist sie sich als Gerechtigkeit, für den anderen als Segen. Doch das Licht der Jahrhunderte ist immer über die Menschen hinweggegangen und hat dabei die einen liebkost und alle aufgeweckt.

39     Wann werdet ihr zulassen, dass sich dieses Licht durch eure Geistseele offenbart? Wann werde Ich den Menschen frei von Ketten antreffen und bereit, zu Mir emporzufliegen?

40     Es gibt noch immer viele vom Wege abgekommene Wanderer, viele in der Finsternis der Unwissenheit verirrte Menschenwesen, weil sie mehr "Fleisch" als Geist sind, mehr Lüge als Wahrheit.

41     Bei ihnen ist die Materie der Sieger und der Besiegte der Geist. Diese Verirrten sind es, die Ich zum Fest des Geistes einlade, zum Festmahl der Liebe, wo mein himmlischer Tisch alle erwartet, um sie aus so viel Bitternis und so viel Einsamkeit zu befreien.

42     Ich werde ihnen meine Speisen — Brot, Früchte, Wein und Honig geben, welche, im wirklichen Sinne verstanden, Herzlichkeit, Trost, Frieden, Gesundheit und Wissen sind.

43     Das Gebet, das ihr im Stillen emporsendet, ist ein wahrer geistiger Lobgesang, seine Töne vermischen sich mit denen der Gerechten und der Engel.

44     Ihr bringt die Last eurer Verschuldungen in meine Gegenwart, zeigt Mir euer ganzes Leben. Doch Ich sage euch: Im Verborgenen eures Wesens gibt es Leiden und Sühnepflichten, die ihr nicht kennt und die nur Ich kenne. Aber es ist nicht von Bedeutung, dass ihr nicht von all dem zu Mir sprecht, noch Mich wegen all dem bittet, was ihr von eurer Vergangenheit nicht kennt. Ich bin in allem, und nichts entgeht meiner Barmherzigkeit, so wie auch nichts meiner Gerechtigkeit entkommt.

45     Fühlt meine väterliche Liebe, lasst die Finsternis, die Leiden, die Tränen in ihr verschwinden. Stärkt euch in Mir, gewinnt die Gesundheit und den Frieden zurück, kehr stark auf den Weg des Kampfes zurück.

46     Dies ist das Wort, das ihr sucht, das Trost spendet, das euch neuen Mut einflößt und mit Hoffnung erfüllt. Warum folgt ihr Mir trotz der Prüfung nach? Warum werft ihr das Kreuz nicht von euren Schultern? Weil ihr im Sinngehalt meines Wortes ein absolutes Verständnis für alle eure Leiden findet.

47     "Israel" nannte Ich das Volk, das Ich derzeit um meine neue Offenbarung schare, denn niemand weiß besser als Ich, welcher Geist in jedem der Berufenen dieser "Dritten Zeit" wohnt.

48     "Israel" hat eine geistige Bedeutung, und euch gebe Ich diesen Namen, damit ihr euch bewusst seid, dass ihr ein Teil des Volkes Gottes seid. Denn "Israel" stellt kein Volk der Erde dar, sondern eine Welt von Geistern.

49     Dieser Name wird auf Erden erneut bekannt werden, aber frei von Irrtümern, in seinem wahren Sinngehalt, welcher geistig ist.

50     Ihr müsst den Ursprung und die Bedeutung dieses Namens kennen; euer Glaube daran, dass ihr Kinder jenes Volkes seid, muss absolut sein, und ihr müsst völlige Erkenntnis darüber haben, von wem und weshalb ihr diese Bezeichnung erhalten habt, damit ihr den Angriffen standhalten könnt, die euch morgen von denen zuteil werden, die dem Namen "Israel" einen anderen Sinn geben.

51     Ihr seid das geistige Volk, das das Geheimnis der Leiter, die Jakob mit den Augen des Geistes in einem Traume sah, wirklich verstehen wird. Ich sehe euch bereits fähig, meine Lektionen zu verstehen, und habe euch vereinigt, um sie euch zu offenbaren.

52     Die Fähigkeit, zu verstehen, kommt von der Entwicklung, der Entfaltung und angesammelten Erfahrung.

53     Wahrlich, Ich sage euch, bevor die Welten geschaffen wurden, und bevor der Mensch auf der Erde erschien, existierte bereits eure Seele. Es waren für sie Epochen der Unwissenheit, ein Leben in jenen Heimstätten der Vorbereitung — Zeiten, in denen die Seele unterrichtet wurde, um die Erde zu bewohnen, indem sie sich im Menschen inkarnierte.

54     Euer Verstand empfängt nicht die Eindrücke oder Erinnerungsbilder der Vergangenheit eurer Seele, weil der Körper wie ein dichter Schleier ist, der nicht zulässt, in das Leben der Seele einzudringen. Welches Gehirn könnte die Bilder und Eindrücke aufnehmen, die die Seele im Verlauf ihrer Vergangenheit empfangen hat? Welche Intelligenz könnte mit menschlichen Vorstellungen zusammenhängend erfassen, was ihr unbegreiflich ist?

55     Wegen all dem habe Ich euch bisher nicht erlaubt, zu wissen, wer ihr geistig seid, noch, wie eure Vergangenheit beschaffen war.

56     Könntet ihr also wissen, auf welche Weise Ich das Volk Israel bilde? Nein, Ich habe euch nur das offenbart, was ihr jetzt wissen müsst und soweit ihr es verstehen könnt. So habe Ich euch gesagt, dass ihr Kinder des Volkes Gottes seid, dass ihr dem Geiste nach und nicht dem Fleische nach zu ihm gehört, dass eure Aufgabe ist, euch bis ins Unendliche zu vermehren und alle einzuladen, in den Kreis dieses Volkes einzutreten, und dass es eure Bestimmung ist, das Licht überallhin in die Welten zu tragen.

57     In der Ersten Zeit gab Ich einem Menschen den Namen Israel. Es war Jakob, damit er der Stamm eines Volkes sein würde, das ebenso genannt würde. Dieser Name war geistig, damit jenes Volk in der Geschichte der Menschheit wie ein vor dem Geiste aufgeschlagenes Buch sein würde.

58     Jenes Volk vernahm meine Stimme, offenbarte dem Geiste innewohnende Gaben. Es empfing mein Gesetz durch Moses, wurde sehr großen Prüfungen unterworfen. Es hatte keine andere Mission auf der Erde als die, vor den heidnischen Völkern das Dasein und das Gesetz des lebendigen und wahren Gottes zu offenbaren.

59     Die Patriarchen, die Propheten, die Seher, die Regierenden, die Gesetzgeber, die Richter und Könige waren meine Boten, waren meine Sprachrohre, meine Diener und Werkzeuge, um Mich mal in Liebe, mal in Unterweisung, mal in Gerechtigkeit zu offenbaren. Durch sie gab Ich anderen Völkern Beweise meiner Macht.

60     Heute, da viele Jahrhunderte vergangen sind, und der Glanz jenes Volkes ebenso wie sein Gericht weit zurückliegen, sollt ihr seine Geschichte nicht geringschätzen. Denn wenn ihr sie vom irdischen Sinn in den geistigen Sinn übertragt, werdet ihr unendlich viele Lehren und Lehrbeispiele erhalten, wodurch ihr schließlich begreifen werdet, dass jenes Israel ein Symbol, ein Sinnbild, ein Gleichnis ist, und dass das Neue Israel, das Ich derzeit bilde, dessen Verwirklichung in ihrem geistigen Sinne bedeutet.

61     Seht: Als Israel damals, nachdem es in Ägypten seine Befreiung erreicht und mit seinem Glauben und seiner Beharrlichkeit das Gelobte Land erobert hatte, durch seine Kinder die Hauptstadt gründete und ihr "Jerusalem" als Name gab, errichtete es dort einen Tempel zu Ehren Jehovas, der wie eine Fackel des Glaubens für die Herzen war.

62     Wer hätte jenem Volke, das dem Vater dankte, weil Er ihm gewährt hatte, im Lande der Verheißung auszuruhen, gesagt, dass sie in jener Stadt, die sie heilig nannten, den Messias ans Blutgerüst schlagen würden?

63     Ihr, die ihr das neue Volk seid, das darum ringt, sich aus der Macht des "Pharao" zu befreien, welcher die Vermaterialisierung, die Unwissenheit, Fanatismus, Abgötterei ist, beginnt die große Wüstenwanderung. Doch als ihr dann Furcht vor der Einsamkeit, dem Hunger und den Gefahren fühltet, saht ihr plötzlich, dass sich eine "Wolke" auf den Berg herabsenkte, und dass sich aus der "Wolke" ein Strahl göttlichen Lichtes löste, der, als er zu eurem Verstandesvermögen gelangte, zum Worte wurde, das Weisheit ist.

64     Dieses Wort ist das Gesetz Gottes, das vollkommene Gesetz der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens. Es ist ebenso das neue Manna, das euch nährt und euch ermöglichen wird, zum neuen Jerusalem zu gelangen.

65     Jene Stadt ist nicht mehr auf dieser Erde, sie ist nicht mehr von dieser Welt: diese Stadt existiert im Geistigen. Doch wenn ihr sie einst für immer bewohnt und Ich als Messias zu euch komme, werdet ihr Mich nicht mehr mit Dornen krönen, noch Mir Essig zu trinken geben, noch Mich an ein Kreuz nageln. Ich werde zu euch kommen wie an jenem Tage, an dem die Menschenscharen den Boden mit ihren Mänteln bedeckten, Loblieder sangen und Palmwedel schwangen. Ihr werdet Mich in euren Herzen empfangen, wenn ihr den triumphalen Einzug des Meisters in Jerusalem feiert.

66     Wenn dies einmal geschieht, werde Ich nicht mehr aus eurer Mitte scheiden.

67     Versteht ihr den göttlichen Sinn dieser Offenbarungen und den irdischen Sinn, den ihr ihnen gegeben hattet?

68     Jetzt bin Ich nur vorübergehend bei euch, wie Ich es auch einstens war. Schon nähert sich der Zeitpunkt, an dem Ich nicht mehr zu euch spreche, doch die Menschheit hat meine Gegenwart nicht empfunden.

69     Von dem "Berge" aus, von dem Ich euch mein Wort sende und euch betrachte, werde Ich am Vorabend meines Abschieds ausrufen müssen: "Menschheit, Menschheit, die du nicht gewusst hast, Wer bei dir gewesen ist!" So wie Ich in der "Zweiten Zeit", kurz vor meinem Tode, von einem Berge aus die Stadt betrachtete und unter Tränen ausrief: "Jerusalem, Jerusalem, die du das Gute, das bei dir gewesen ist, nicht erkannt hast." Es war nicht die Welt, um derentwillen Er weinte, es war um der Seele der Menschen willen, die noch immer ohne Licht waren, und die noch viele Tränen vergießen mussten, um die Wahrheit zu erlangen.

70     Wenn all das, was das Volk in der Ersten Zeit besaß, nicht nur ein Sinnbild gewesen wäre, hätte meine allmächtige Gerechtigkeit jene Stadt mit ihrem Tempel und ihren Traditionen unversehrt erhalten. Doch alles wurde zerstört, damit nur das Gesetz in den Gewissen weiterhin strahlen würde und alle verstünden, dass das Reich des Geistes wirklich nicht von dieser Welt ist.

Mein Friede sei mit euch!


BWL - Band IX - Unterweisung 273



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276
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Unterweisung 273

1         Ihr seid so tief gesunken und habt euch so sehr vom Geistigen entfernt, dass ihr all das für übernatürlich haltet, was — da es dem Geiste angehört — völlig natürlich ist. So nennt ihr das Göttliche übernatürlich, und ebenso seht ihr alles, was zu eurem Geiste gehört, und das ist ein Irrtum. Der Grund dafür ist, dass ihr nur das seht und wahrnehmt, was im Bereich eurer Sinne oder im Fassungsbereich eurer menschlichen Intelligenz liegt, und ihr das, was jenseits der Sinne und des Verstandes ist, für übernatürlich gehalten habt.

2         Es ist nun an der Zeit, dass ihr in den Kern meiner Unterweisungen eindringt, die euch die Wahrheit offenbaren, die das Leben enthält, damit ihr euch als meine Jünger betrachtet und bald Meister zu sein beginnt.

3         Der Jünger ist der, der lernt, der Meister der, der meine Unterweisungen zur Anwendung bringt. So sollt ihr sein. Denn wenn ihr nur lernen und meine Weisheit in eurem Herzen verbergen solltet, oder wenn ihr meine Unterweisungen verändern solltet, wärt ihr wie jene heuchlerischen Pharisäer, die Ich damals so sehr verurteilte, um ihnen ihre Falschheit zu beweisen.

4         Der Pfad ist lang, und ihr müsst aufmerksam gehen, damit ihr in kein Extrem verfallt, das heißt, dass das Geistige für euch nicht zu etwas Alltäglichem wird, ihr aber auch nicht in Fanatismus geratet.

5         Wenn ihr einmal das Gleichgewicht erreicht, das zwischen der Geistseele und dem "Fleische" bestehen soll, werdet ihr sehen, wie leicht das Dasein ist und wie eben der Weg. Schritt für Schritt werdet ihr euren Weg gehen und alle Gelegenheiten nutzen, die das Leben euch für das Vorwärtskommen eurer Seele bietet.

Wenn ihr dann zu den Schwellen des Geistigen Lebens gelangt, wenn die Stunde naht, der Welt Lebewohl zu sagen, die euch beherbergte, und dem Körper, der euch als Stütze diente, soll nicht der geringste Widerstand vorhanden sein, soll weder die Seele das Leben ihres Körpers zu verlängern wünschen, noch die Leibeshülle die Seele noch länger zurückhalten.

6         Wie viel Wonne und wie viel Licht wird die Seele erleben, wenn sie in ihre neue Heimstatt eingeht, und wie viel Frieden und Einverständnis wird sie im Herzen derer zurücklassen, die ihr auf Erden angehörten!

7         Ich sehe, dass die Atmosphäre, die auf der Welt herrscht, im Widerspruch zur Vergeistigung steht. Daher wird es sehr verdienstvoll sein, wenn ihr euch von den Hindernissen zu befreien vermögt, die euch daran hindern, auf dem Wege voranzukommen.

8         Ich habe euch eine Botschaft gesandt, mittels derer ihr auf der Welt leben könnt, ohne euch anzustecken.

9         Lernt mit meiner Kraft, euch darüber hinwegzusetzen. Ringt darum, euch über die menschlichen Nöte zu erheben. Wenn ihr einmal euer Leben erhöht und eure Seele befreit habt, so versinkt nicht aufs neue.

10     Auf meinem Wege gibt es keine Fallgruben. Aber es ist notwendig, zu wachen und zu beten, weil neben dem Pfade Gestrüpp wächst, und sich in ihm manchmal der tückische Wolf verbirgt. Wachet und betet, damit ihr nicht überrascht werdet und stattdessen ihr es seid, die jene überraschen, die sich verbergen, um den zu Fall zu bringen, der auf dem guten Wege gehen möchte, oder um ihm den Glauben zu rauben.

11     Ich kündigte an, dass mein Volk erneut auf der Welt in Erscheinung treten würde, wenn die Menschheit ihren größten Leidenskelch trinken würde. Deshalb sende Ich derzeit meine Boten, meine Arbeiter, meine Soldaten und Propheten auf die Erde, weil die Zeit des Kampfes naht.

12     Mein Volk ist nicht nur dieses hier, das Mich durch die Stimmträger vernommen hat. Mein Volk wird sich auf der ganzen Erde verbreiten, und ihre Kinder werden alle sein, die von meiner Wahrheit Zeugnis ablegen — alle, die der Seele Lichtbreschen schlagen, alle, die das Unkraut bekämpfen und die Dritte Zeit verkünden.

13     Vergeistigt euch, und ihr werdet eure Mission begreifen und erfüllen können. Wenn sich dann in anderen Ländern andere Abgesandte von Mir erheben, sollen die einen von den anderen Notiz nehmen, sich vereinigen und geistig unterstützen, indem sie mit der Macht der Gedanken die Zwietracht, die Uneinigkeit und den Krieg bekämpfen, der die Welt erfasst hat.

14     Sei unbesorgt, Volk, Ich habe deine bis heute erworbenen Verdienste empfangen. Doch bleibt nicht nach den ersten Schritten stehen, begnügt euch nicht mit den ersten Werken, die ihr vollbracht habt. Geht ruhig und mit festen Schritten, dann werdet ihr den Sieg erlangen.

15     Eure Verdienste werden nicht immer warten müssen, bis ihr ins Geistige Reich gelangt, um ihren Lohn zu ernten, sondern auch hier auf eurer Welt werdet ihr sie belohnt sehen.

16     Hier wird euer Körper Gesundheit und Kraft haben, und im Geistigen Leben werdet ihr Licht und wahre Wonne haben.

17     Wer im Verlangen nach Weisheit zu Mir gekommen ist, hat sich niemals betrogen gefühlt. Ich habe gesehen, dass es kein Hindernis gegeben hat, das euch in eurem Verlangen, mein Wort zu vernehmen, aufhält. Wie sollte Ich eure Anstrengungen und eure Opfer nicht belohnen? Ich allein weiß, wie sehr ihr euch entwickeln musstet, um zu diesen Orten kommen und bei Mir bleiben zu können, um Mich zu vernehmen.

18     Die Stunde ist gekommen, in der die Menschen von sich aus ihre Ketten zerbrechen, die Binde von ihren Augen reißen und den wahren Weg suchen.

19     Der Mensch trachtet danach, ein Licht zu besitzen, das ihm zu wissen ermöglicht, was ihm erlaubterweise zusteht, ebenso wie auch alles zu kennen, was ihm wirklich verboten ist.

20     Geistig ist der Mensch ein unwissendes Geschöpf. Die Unzahl an Vorurteilen, die ihn umgeben, und die Drohungen und Bannflüche, die auf ihm lasten, sind der Grund der Gleichgültigkeit für das Geistige gewesen.

21     Mein Licht allein ist es, das die Seelen nun erweckt, es ist meine Stimme, die sie zum Nachdenken auffordert, und es ist meine Kraft, die sie standhaft macht und sie kämpfen lässt, um das Ziel zu erreichen.

22     Die Menschheit wird sich bald von ihren Vorurteilen frei machen, so wie sich jemand von einem abgetragenen und alten Gewand trennt, und wird ihren Blick und ihren Verstand sehnsüchtig über die Barrieren hinweg erheben, die sie lange Zeit hinderten, sich zu entwickeln.

23     Die eingeflößten Ängste, die die Menschen jahrhundertelang in ihren Herzen genährt haben, werden gleichfalls verschwinden, wenn sie sich daran erinnern, dass es Christus war, der die Tore des Geistigen Reiches öffnete, und der — da Er nicht alles offenbart hatte, was Er die Menschheit zu lehren hatte, weil die Zeit dafür noch nicht gekommen war — seine Wiederkunft in einer Ära versprach, die voll Licht, Inspiration und geistigen Offenbarungen sein würde.

24     In Mir werden die Menschen den Mut finden, um sich vom Joch ihrer Unwissenheit zu befreien.

25     Wie könnt ihr erwarten, dass auf Erden Frieden wird und die Kriege aufhören, dass die Menschen sich erneuern und die Sünde geringer wird, wenn sie kein geistiges Wissen haben, welches Voraussetzung, Ursprung und Grundlage des Lebens ist?

26     Wahrlich, Ich sage euch, solange man meine Wahrheit nicht begreift noch befolgt, wird euer Dasein auf Erden wie ein Gebäude sein, das auf Treibsand gebaut ist.

27     Die, die erwacht sind, sind in geringerer Zahl als die, die gegenüber dem Geistigen kalt und gleichgültig bleiben. Diese beunruhigen sich nicht noch ängstigen sie sich angesichts des herrschenden Chaos und schreiben alles oberflächlichen Ursachen zu. Sie begnügen sich mit ihrem geringen Verständnis und sagen: "Wozu Geheimnisse aufklären oder in das Unergründliche einzudringen versuchen, da ich alle Pflichten erfülle, die von denen auferlegt wurden, die im Materiellen herrschen, sowie von denen, die mich durch die Religionen geistig führen? Existiert in dieser Pflichterfüllung etwa nicht das Prinzip des Guten, das Christus lehrte?" Mit diesen Gedanken beruhigen sie sich und überzeugen sie sich selbst, dass sie ihre geistige Aufgabe erfüllen.

28     Doch Ich sage euch, dass diese Erfüllung eurer Pflichten nur scheinbar und nicht real ist, dass es vor eurem Gewissen und vor Gott sehr wenig ist, was ihr an Gutem tut, weil euer Leben oberflächlich ist, eure geistige Erkenntnis unbedeutend, eure Werke voller Egoismus und Eitelkeit sind.

29     In den Augen eurer Mitmenschen, die ihr leicht täuschen könnt, mögt ihr eure geistigen und menschlichen Pflichten getreulich erfüllen. Aber vor eurem Gewissen und eurem Vater werdet ihr nicht mit Vorspiegelungen bestehen können — weil dort die Wahrheit ans Licht kommt — und das ist es, was die Menschen geistig im Stillstand verharren lässt.

30     Dies hat bewirkt, dass zwischen den einen und den anderen Streit entsteht. Während die Erwachten von Vergeistigung, Geistesgaben, Fähigkeiten und Offenbarungen sprechen, erheben sich die Geistesträgen und sagen, dass jene die Menschheit spalten und verwirren, Zweifel und Unsicherheiten in den Glaubensüberzeugungen verursachen.

31     Dieser Kampf wird unvermeidlich sein, damit das Licht erscheint und die Wahrheit erstrahlt. Erst dann werdet ihr euch bewusst werden, dass die Wahrheit keine Spaltung bewirkt, und dass meine Lehre, da sie die Wahrheit zur Grundlage hat, keine Werke der Spaltung und der Zwietracht unter den Menschen bewirken konnte, auch wenn sie diese anfänglich untereinander zu kämpfen nötigt, um das Licht zu erlangen.

32     Jeder wird zu seinen Waffen greifen — die einen zu den geistigen, andere zu denen des Verstandes, wieder andere zu den materiellen.

33     Die nur auf die Gewalt ihrer physischen Waffen vertrauen, werden unterliegen müssen, denn der Sieg wird sich auf die Seite derer neigen, die die geistigen Waffen gebrauchen, deren Beschaffenheit und Kraft größer ist.

34     Obwohl die Lehre Jesu in der Zweiten Zeit alles offenbarte, erläutert und erklärt der Spiritualismus alles, was unter den Menschen ein Geheimnis war. Ohne dessen Hilfe würden sie niemals in den Kern der Offenbarungen eindringen.

35     Wahrlich, Ich sage euch, nur das Lamm konnte das Buch der Sieben Siegel lösen, um euch seinen ganzen Inhalt zu zeigen.

36     Übe diese Lehre aus, Volk. Der Zeitpunkt ist gekommen, der Welt die Wahrheit meines Wortes aufzuzeigen. Ich habe euch gerufen, um euch zu Sendboten zu machen, die der Menschheit die Botschaft bringen, die zu kennen sie so sehr benötigt.

37     Ich sage euch nicht, dass, wenn mein Wort zu den Völkern der Erde gelangt, alle Menschen sich sofort in Spiritualisten verwandeln. Nein — zunächst wird es genügen, dass die Vergeistigung auf jede Religionsgemeinschaft angewendet wird. Dann werdet ihr erleben, wie alle Menschen, wenn sie am wenigsten erwarten, sich auf einen einzigen Punkt zubewegt haben werden, das heißt hin zur Harmonie, zur Einheit und zum Verständnis, was unter ihnen niemals existiert hat.

38     Das Unkraut wird mit der Wurzel ausgerissen werden, und an seiner Stelle wird der Weizen wachsen, das Symbol des Überflusses, der Arbeit, des Fortschritts und des Friedens.

39     Willkommen all jene, die im Verlangen nach dem Lichte kommen, das ihren Weg erhellt.

40     Seid bei Mir, Ich bin der Leuchtturm, der auf allen Pfaden scheint. Dieses Licht ist nicht neu, seit Beginn des Lebens der Menschen erstrahlt es in seinem Gewissen. Aber da der Mensch geschaffen worden ist, um von sich aus in die Geheimnisse des Geistigen Lebens einzudringen, war es notwendig, dass "das Wort" Mensch wurde in Jesus und mit seinem Worte den Schleier der Geheimnisse zerriss.

41     Ist etwa die ganze Menschheit in ihren verschiedenen Generationen bis zum Gipfel des Kalvarienberges gelangt, um über die unendliche Liebe nachzudenken, die Christus durch Menschenhand sterben ließ? Nein, die Menschheit wollte nicht alles erkennen, was das Licht des Göttlichen Meisters ihr offenbarte. Sie zog das Licht der Wissenschaft vor, das die Geheimnisse der Natur erforscht, sie zog die Erdenmacht der Seelengröße vor.

42     Mein Licht hat keinen Augenblick lang aufgehört, in den Gewissen zu erstrahlen. Aber da der Mensch noch unreif ist und nötig hat, dass der Vater sich ihm in irgendeiner Weise nähert, sandte Ich den Geist Elias' mit der verheißungsvollen Botschaft eines neuen Zeitalters.

Elias brachte der Welt die Offenbarung über die Art und Weise, in der Ich kommen würde, um Mich den Menschen mitzuteilen, und als mein Wegbereiter erschloss er das Verstandesvermögen eines Menschen, um durch seine Lippen zu sprechen. Aber er bekundete sich auch durch Gesichte und Inspirationen, um euch anzukündigen, dass nach der Kundgabe durch das menschliche Verstandesorgan die Zwiesprache von Geist zu Geist kommen würde.

43     Manche werden sagen, dass meine Wiederkunft nicht nötig war. Doch die so denken, tun dies nur, weil sie nicht wissen, dass Jesus die Heuchelei der Pharisäer entlarvt, die Händler aus dem Tempel verjagt und sich nicht vor denen verneigt, die groß zu sein behaupten.

44     Mich benötigen die, die leiden, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, die sich nach Licht und Erhebung sehnen, die begreifen, dass die Seele vorankommen muss, ohne innezuhalten. Sie alle rufen Mich in ihrem Gebet, flehen Mich in ihrem Schmerze an und fragen Mich, wann Ich kommen werde. Sie wissen, dass die Menschheit Mich, mein Wort, meinen Balsam und meine Wundertaten dringend braucht.

45     Seht ihr die Völker in ewigen Kriegen? Seht ihr jene Kriege, die die entschiedenste Verneinung der Liebe sind, die Ich lehrte? Seht ihr die einander feindlichen Religionsgemeinschaften, obwohl sie sich christlich nennen und mein Höchstgebot des "Liebet einander" predigen?

46     Wie viel Elend und wie viel Leid ist von diesen durch menschliches Machtstreben angezettelten Kriegen und von diesen Unterschieden der Glaubensüberzeugungen auf die Menschheit herabgestürzt.

47     Ich habe euch in dieser Zeit einen Samen übergeben, der im Herzen dieses Volkes kaum zu keimen beginnt. Doch wahrlich, Ich sage euch, diese Lehre wird die Menschheit erschüttern und wird als echte Offenbarung Gottes geglaubt werden. Ihr alle — so viele von euch eine Aufgabe oder einen Auftrag in meinem Werke empfangen haben — habt die Pflicht, meine Lehre in ihrer ganzen Reinheit darzustellen.

48     Der Spiritualismus hat nichts mit Riten, Traditionen oder religiösen Zeremonien zu tun, er steht über jeder äußerlichen Gottesverehrung. Deshalb sage Ich euch, dass, wer meiner Lehre die Kulthandlungen beimischt, die er von Sekten oder Kirchen gelernt hat, zu einem Entweiher wird.

49     Wie könnten eure Mitmenschen das Licht dieser Offenbarung bewundern, wenn ihr es hinter dem Schleier eurer Vermaterialisierungen und Geheimniskrämereien verbergt?

50     Der Spiritualismus ist keine Vermischung von Religionen, er ist in seiner Schlichtheit die reinste und vollkommenste Lehre, ist das Licht Gottes, das in dieser Dritten Zeit zum menschlichen Geiste herabkommt.

51     Ich sage dir all das, Volk, weil du meine erste Aussaat in dieser Zeit bist, damit du die Wahrheit umarmst, und euch die Menschheit nicht als falsch oder entweihend anklagt.

52     Wenn ihr in Fanatismus versinkt, werdet ihr daran schuld sein. Denn das Buch des Wissens lag vor euren Augen und hat die Seele erleuchtet.

53     Ihr, die ihr von verschiedenen Wegen herbeikommt — empfanget mein Wort, tragt meinen Samen weiter und sät ihn auf eure Felder. Erkennt, wie die Wahrheit beschaffen ist, die euch der Meister überlässt.

54     Haltet euch nicht für vollkommen, weil ihr die Kenntnis einer vollkommenen Lehre habt. Aber wenn ihr versucht, euren Auftrag mit der größten Reinheit zu erfüllen, deren ein Mensch fähig sein kann, werde Ich alle die auf euren Weg stellen, die sich nach einem Worte wahren Trostes sehnen.

55     Seid euch bewusst, dass, so rein und liebevoll eure Werke auch sein mögen, ihr weiterhin angegriffen werdet. Dann habt ihr Gelegenheit, mit Beispielen von Vergebung, Edelmut und Barmherzigkeit zu lehren, wie man die Wahrheit verteidigt, von der ihr fühlt, dass ihr sie in eurem Herzen tragt. Ihr sollt nicht eure materiellen Tempel verteidigen, noch sollt ihr eure Namen oder eure Persönlichkeit verteidigen, sondern die Wahrheit, die in euch gelegt worden ist.

56     Ihr Menschenscharen, die ihr mit Traurigkeit und Müdigkeit in euren Herzen zu Mir kommt — hört Mir zu, denn Ich weiß, dass ihr durch die Essenz meines Wortes zum Frieden, zum Glauben, zur Freude zurückfinden werdet.

57     Ihr kommt barfüßig herbei, mit wunden Füßen, weil ihr in der weiten Wüste die Sandalen verschlissen habt, die euch vor den Kieselsteinen und dem brennendheißen Sand schützten. Aber hier werdet ihr alles wiederbekommen, was ihr verloren habt, weil Ich euch liebe und euch erneut Beweise dafür gebe.

58     Wie konntet ihr das Licht eures Glaubens matt werden lassen? Wie konntet ihr euch so weit vom wahren Wege entfernen, dass sogar das innere Wissen, dass ihr Geist besitzt, in euch verloren gegangen ist?

59     Nur meine göttliche Kundgebung kann euch das Wissen vermitteln, dass ihr euch in einer neuen Zeit befindet. Denn ihr wart in Schlaf gesunken.

60     Auf dem Grunde eures Wesens machte sich eine unbekannte Sehnsucht bemerkbar, und ein seltsamer Durst wurde immer stärker, ohne dass ihr seinen Grund feststellen konntet. Als jenes Bedürfnis beängstigend wurde, geschah dies, weil die Zeit gekommen war, in der ihr meine neue Botschaft empfangen würdet.

61     Hunger und Durst der Seele war es, was euch quälte — Hunger nach Wahrheit und Frieden, Durst nach Liebe und Licht.

62     Ich wollte, dass mein Wort wie kristallklares und frisches Wasser sein würde, dessen Essenz die wahre und ewige Nahrung der Seele enthalten würde — in einer solchen Weise, dass, wenn ihr kommen würdet, um Mich zu vernehmen, ihr euch Mir hingeben würdet wie jener müde Wanderer, der, wenn er eine Quelle entdeckt, sich der Last, die er trägt, entledigt und sich gierig nach Erfrischung zu der ersehnten Flüssigkeit niederwirft.

63     Nicht ihr alle habt geistigen Durst mitgebracht. Wer ihn wirklich gefühlt hat, hat ihn einfach mit meinem Worte gelöscht. Es gibt jedoch viele, die, obwohl sie Mich wiederholte Male gehört haben, sich beklagen, dass ihr Schmerz und ihre Probleme weiterhin die gleichen sind. Der Grund dafür ist, dass sie nicht meine Essenz suchen, sondern die Güter der Welt.

64     Begreift dies gut, damit ihr euch niemals selbst betrügt.

65     Richtet euren Blick auch darauf, dass manche nichts Notwendiges entbehren, von Annehmlichkeiten umgeben leben, und dennoch etwas ihr Leben verdüstert, sie etwas ängstigt, ihnen etwas fehlt. Es ist die Gegenwart des Geistigen in ihrem Leben, wonach sie sich sehnen. Es ist das Fehlen jenes Lichtes, das ihr Leben verdunkelt. Als diese Mich dann vernommen haben, haben sie innerlich ausgerufen: "Das war es, was ich suchte, was ich erhoffte, was mir fehlte!"

Andere dagegen sind hierhergekommen und haben sich beklagt, dass sie Güter, Gesundheit, Zuneigungen verloren haben, und die Leere in ihren Herzen wurde durch mein Wort nicht gefüllt. Als sie jedoch das, was sie verloren hatten, wiedererlangt haben, haben sie sich entfernt, ohne sich wenigstens an dieses himmlische Wort zu erinnern, das sie eines Tages vernommen haben.

66     Nicht alle sind so weit, diese Offenbarung zu fühlen und zu verstehen. Während die einen bleiben, gehen die anderen, weil nicht alle nach Mir dürsten, weil das Verlangen nach dem Geistigen nicht bei allen gleich ist.

67     Ich will euch sagen, dass ihr die Menschheit, die Völker und Nationen genau beobachten sollt, damit ihr euch bewusst werdet, wie sie aus ihrem Leben eine qualvolle Wüste gemacht haben, deren brennende Sonne sie niederdrückt, und deren Trockenheit sie beherrscht und erschöpft. Ahnt ihr nicht den unermesslichen Durst, der sich im Herzen der Menschen ansammelt? Denn nun entsteht auch die Oase mit angenehmem Schatten und köstlicher Frische, mit ständigem kristallklaren Wasser, damit sie in ihr ihr Verlangen nach Wahrheit, ihren Durst nach Liebe und Frieden löscht.

68     Viele werden zu der Quelle kommen, und wenn sie ihr Wasser trinken, werden sie wie ihr sagen: "Dies ist es, was ich suchte." Aber es werden auch viele andere zu ihr kommen, in der Meinung, das, was sie auf der Welt verloren haben, wiederzufinden. Doch enttäuscht werden sie Mir den Rücken kehren und werden leugnen, dass in dieser Offenbarung auch nur die geringste Wahrheit enthalten ist.

Sie werden weggehen, doch alles ist vorhergesehen und vorbereitet, damit sie zurückkehren, wenn schließlich der wahre Durst der Seele einsetzt, und sie Mich in ihrer Wüste anrufen und Mir sagen: "Vater, vergib uns und gewähre uns eine neue Gelegenheit, zur Erkenntnis Deiner Wahrheit zu gelangen."

Dann werde Ich, der Ich ihnen bereits vergeben hatte, als sie hochmütig das Wasser meiner Quelle und das Brot meines Tisches verschmäht haben, ihnen meinen Weg anbieten, damit sie auf ihm ihre Müdigkeit vergessen, damit sie genesen, von Frieden erfüllt werden und durch mein Licht erhoben werden.

Mein Friede sei mit euch!


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