BWL - Band IX - Unterweisung 271



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276
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Unterweisung 271

1         Ich segne dich, Volk, und in dir segne Ich die zukünftigen Generationen.

2         Ich sehe, dass ihr euch mit den Krankheiten der Welt angesteckt habt, dass ihr wie alle schwachen Wesen krank geworden seid. Aber Ich werde euch reinigen, weil euch eine große, edle und schwierige geistige Mission erwartet, um sie zu erfüllen.

3         In meinem Worte habe Ich euch "Israel" genannt, und als ihr diesen Namen vernommen habt, seid ihr unter der Last einer Verantwortung erbebt, die zu tragen ihr euch niemals vorgestellt hattet.

4         Dieser Name ließ euch erwachen, und seit damals hörtet ihr damit auf, euch von unsittlichen, schädlichen oder schlechten Befriedigungen zu nähren, um das Herz und die Seele mit gehaltvollen, gesunden, reinen Speisen zu erhalten.

5         Die niederen Leidenschaften ersetzt ihr nach und nach durch wahre Liebe, die sinnlosen Vergnügungen gebt ihr für seelische Befriedigungen auf, und all dies, was Erneuerung und Läuterung ist, hat eurem Herzen Empfindsamkeit verliehen und hat ermöglicht, dass sich die schlafenden Fähigkeiten der Geistseele in eurem Leben zu offenbaren beginnen.

6         Als mein Wort zu eurem Verstande gelangt ist, wie ein Sonnenstrahl, wenn er ein Landgut beleuchtet, habt ihr schließlich bekannt, dass sich eure Seele nur von der Liebe zum Vater und zu euren Mitmenschen nähren kann.

7         So dringt allmählich das Licht in diesem Volke durch, das dazu bestimmt ist, die Ära der Vergeistigung einzuleiten. Daher sage Ich euch, dass, wenn ihr einmal diese Schlacht gegen euch selbst gewonnen habt, ihr keinen einzigen Schritt mehr herabsteigen, zurückweichen sollt.

8         Wenn ihr eure eigenen Schmerzen nicht mehr zu fühlen beginnt, und stattdessen fremde Leiden fühlt, werdet ihr einen weiteren Schritt auf dem Wege meiner Lehre tun.

9         Jetzt sind die der Menschheit durch die Propheten angekündigten Zeiten, in denen der Schmerz sehr herb werden wird, um danach zu vergehen und sich langsam in Frieden zu verwandeln.

10     Die Menschen in ihrer Mehrheit wissen nichts von meinem Kommen und meiner Gegenwart als Tröstergeist, aber in ihrem Innern ahnen sie etwas und erwarten sie Mich.

11     Dies Volk hier macht sich daran, den Menschen die Gewissheit von meiner neuen Offenbarung zu geben. Das ist der Grund, weshalb Ich mein Licht auf eure Seelen ergieße.

12     Keine weitere Wankelmütigkeit, Volk, keine weiteren Zweifel noch Unfolgsamkeiten! Lasst den Glauben und das Vertrauen sich eures ganzen Wesens bemächtigen.

13     Flieht nicht vor den Prüfungen des Lebens, denn sie sind Lektionen, die ihr lernen müsst. Wisset, dass ihr in dieser Zeit gesandt worden seid, um eure Seele bei der Durchführung einer hohen, edlen und wertvollen Mission zu läutern.

14     Verschiebt eure Auftragserfüllung nicht auf später, indem ihr einwendet, dass es heute zu viele Hindernisse gibt, um Mir nachzufolgen — dass ihr lieber wartet, bis die Sonne von morgen euren Pfad ganz erhellt, um dann zum Kampfe aufzubrechen.

15     Seht, wie das Licht des Göttlichen Geistes unablässig auf eure Seele herabstrahlt, um euch nicht fallen oder schlafen zu lassen.

16     Manchmal überrasche Ich euch in der Stille eurer Meditationen bei der Frage, weshalb so große Pflichten gegenüber der Menschheit bestehen. Doch Ich sage euch, dass eure Frage daher kommt, dass ihr eure geistige Vergangenheit nicht kennt und deswegen auch nicht die Schulden, die ihr gegenüber euren Mitmenschen habt.

17     Wenn die Gewissheit eurer Verantwortung gegenüber den Völkern der Erde vollkommen ist, werdet ihr euer Kreuz mit großer Liebe auf euch nehmen und frohgemut den Berg eures geistigen Aufstiegs emporsteigen.

18     Aus eurem Gedächtnis mag die Vergangenheit eurer Seele ausgelöscht sein, ihm mögen die früheren Existenzen entfallen sein, aber das Buch des Lebens, in dem alles von Gott niedergeschrieben wird, lässt nichts in der Vergangenheit versinken, nichts wird ausgelöscht noch vergessen. Dort ist alles gegenwärtig und ewig lebendig.

19     So ist die Gerechtigkeit des Vaters: vollkommen, liebevoll.

20     Wenn der Mensch sich verirrt und in den Schmutz der Welt stürzt, lässt der Herr seine Barmherzigkeit walten und rettet die Seele. Wenn ihr meint, dass eure Werke auf Erden euch unwiederbringlich für das ewige Leben verdorben haben, gibt euch der Ewige Richter eine neue Gelegenheit, um eure Fehler wiedergutzumachen und so durch Anstrengung, Willenskraft und Beharrlichkeit im Gute die Rettung zu erlangen.

21     Jetzt habt ihr diese gesegnete Gelegenheit, könnt über all dies nachdenken und euch anstrengen, um eure Mission zu erfüllen, damit — wenn ihr zu jenem "Tale" zurückkehrt, von dem die Seelen scheiden, um die materielle Welt zu bewohnen — ihr ohne unerfüllte Aufträge und Missionen ankommt und stattdessen die wahre Wonne erleben könnt, über die Armseligkeit und Unbeholfenheit der Körperhülle, in der ihr gelebt habt, gesiegt zu haben.

22     Eure Seele ist wach wie niemals zuvor. Daher sage Ich euch, dass ihr für die Schritte, die ihr in dieser Zeit tut, verantwortlich seid, da der Zeitraum, in dem Ich euch meine Unterweisungen gegeben habe, sehr lange war, und das Wort, mit dem Ich euch meine Lektionen gab, sehr ausführlich war.

23     Vergesst nicht, dass die Versuchung euch am meisten in den feierlichsten Augenblicken und in den Stunden von größter Tragweite umgarnt, das Herz schwach wird und der Mut sinkt, die Zweifel, Unsicherheiten und Unentschiedenheiten aufkommen.

24     Inspiriert euch an der Reinheit meines Werkes, fragt euch, was eurem Vater am wohlgefälligsten ist, was ihr gerade gut macht, und was ihr schlecht macht.

25     Erforscht eure eigenen Werke, bevor ihr die fremden beurteilt, und ihr werdet zahllose Unvollkommenheiten auftauchen sehen, die eure Augen aus Mangel an Studium und Liebe übersehen haben.

26     Vertreibt aus eurer Mitte alles, was es da an Fanatismus, Abgötterei, Aberglauben, Vermaterialisierung und überflüssigen, nutzlosen Kulthandlungen gibt. Es wird sein, als ob ihr das Erdreich von Unkraut säubert, um es danach mit schönem Weizen zu besäen.

27     Nutzt die Zeit, die ihr noch habt, um meine Unterweisung zu hören, damit sie euch mit Licht und mit Gnade erfüllt, damit ihr den festen Schritt auf die Spiritualität zu tut — einen Schritt, den ihr nicht getan habt, weil ihr in einem Kultus voller Materialismus und Irrtümer weitergemacht habt.

28     Bis heute hat euch der Glaube gefehlt, um eure Figuren, Riten und Sinnbilder abzuschaffen und Mich spirituell im Unendlichen zu suchen. Euch hat der Mut dazu gefehlt, Spiritualisten zu sein, und ihr habt euch eine Art von Schein-Spiritualität ausgedacht, hinter der ihr eure materialistische Gesinnung und eure Fehler verbergt.

29     Ich will euch nicht heuchlerisch, sondern aufrichtig und wahrheitsliebend haben. Deshalb spreche Ich mit größter Klarheit zu euch, damit ihr euer Leben gründlich säubert und der Welt die Wahrheit dieses Werkes zeigt. Ihr nennt euch Spiritualisten? Dann seid es wirklich. Sprecht nicht von meiner Lehre, solange ihr ganz und gar das Gegenteil davon tut, denn ihr werdet die Menschen mit euren Werken dann nur verwirren.

30     Habt vor allem die Erkenntnis dessen, was mein Werk ist — dessen, was mein Gesetz bedeutet, was eure Aufgabe ist und wie ihr sie durchführen müsst, damit — wenn ihr auf eurem Wege keinen Führer habt, der würdig ist, eure Schritte zu lenken — ihr euch durch das Gewissen und durch die Erkenntnis leitet, die ihr in meiner Lehre gewonnen habt. So werdet ihr niemanden für irgendeinen Fehltritt oder Irrtum verantwortlich machen können.

31     Auch sage Ich euch: Wenn jener, der eure geistigen Schritte mit seinen Ratschlägen lenkt, im Einklang mit meinem Gesetze wandelt, sollt ihr ihm treulich nachfolgen, weil er sich eures Vertrauens würdig gemacht hat.

32     Wenn die Stunde kommt, von diesem Volke Rechenschaft zu fordern, wird meine Stimme jede Seele mit derselben Gerechtigkeit erreichen, da mein Wort von allen in derselben Weise vernommen worden ist. Dann soll niemand sagen: "Herr, ziehe die zur Rechenschaft, die mehr wissen, und vergibt uns, die wir nur taten, was sie uns auftrugen."

33     Meint ihr, dass ein Kind angesichts des schlechten Beispiels eines irdischen Vaters, der lasterhaft oder bösartig ist, einen Fehler begeht, wenn es nicht seiner Lebensweise folgt? Oder meint ihr, dass das Kind dazu verpflichtet ist, den Schritten seiner Eltern zu folgen?

34     Wahrlich, Ich sage euch, das Gewissen und die Vernunft sollen es sein, die euch auf den rechten Pfad leiten.

35     Aber weil ihr euch von dem schlechten Weg entfernt, den euch die vorgezeichnet haben, die die Pflicht haben, euch durch das Leben zu führen, sollt ihr sie nicht missachten oder nicht mehr lieben — im Gegenteil. Von dem Orte aus, wo ihr Rettung findet, sollt ihr von eurer Seite aus alles tun, um denen zu helfen, die von der rechten Bahn abgekommen sind. Das heißt, dass eure Barmherzigkeit und eure Liebe niemals eine Änderung erfahren sollen.

36     Versucht, mein Wort ganz zu erfassen, geliebte Jünger, damit ihr nicht von Zweifeln geplagt werdet, wenn euch die Prüfungen überraschen.

37     Der Materialismus stellt sich der Entwicklung der Seele als ein ungeheures Hindernis in den Weg. Vor dieser Mauer ist die Menschheit stehengeblieben.

38     Ihr befindet euch in einer Welt, in der der Mensch seine Verstandeskräfte in Anwendung auf die materiebezogene Wissenschaft zu entfalten vermochte. Aber sein Urteilsvermögen über die Existenz des Geistigen ist noch beschränkt, seine Erkenntnis hinsichtlich all dessen, was nicht ganz und gar zur Materie gehört, ist zurückgeblieben.

39     Dies Jahrhundert, in dem ihr lebt, zeigt zwei Aspekte: der eine ist die Entwicklung des Verstandes, und der andere der geistige Stillstand.

40     Tatsächlich strahlt das göttliche Licht auf die Verstandesvermögen herab, und daher entspringt ihnen meine große Inspiration, deren Früchte die Menschheit in Erstaunen setzt; denn der Verstand verlangt nun nach Freiheit und Wissenserweiterung. Der Mensch vertieft sich in das Studium der Natur, er forscht, entdeckt, freut sich, wundert sich, ist aber niemals unschlüssig. Doch wann immer in ihm der Gedanke aufsteigt, die Beziehung zum Geistigen zu klären, zu der Wahrheit, die jenseits der ihm bekannten Materie liegt, ist er furchtsam, hat er Angst davor, in das Unbekannte vorzustoßen, in das, was er für verboten hält, in das, was (seiner Meinung nach) nur hohen und der Erforschung der Geheimnisse Gottes würdigen Wesen zukommt.

41     Da hat er sich schwach und töricht erwiesen, unfähig, durch Willenskraft die Vorurteile zu überwinden, die ihn niederhalten. Da hat sich gezeigt, dass er Sklave verdrehter Auslegungen ist.

42     Niemals wird die Entfaltung der menschlichen Intelligenz vollständig sein, solange diese sich nicht auch auf der seelischen Ebene entwickelt. Erkennt, wie groß die Rückständigkeit eurer Seele ist, weil ihr euch nur der Erkenntnis des irdischen Lebens gewidmet habt.

43     Der Mensch ist Sklave des Willens anderer, Opfer von Bannsprüchen, Verdammungen und Drohungen. Doch was hat man damit erreicht? dass er all seine Wünsche aufgibt, das höchste Wissen zu begreifen und zu erlangen, was der Mensch besitzen soll; dass er sich selbst daran hindert, das klären zu können, was er absurderweise immer für ein Geheimnis gehalten hat: das Geistige Leben.

44     Meint ihr, dass das Leben der Seele für den Menschen auf Erden ewig ein Rätsel sein wird? Wenn ihr so denkt, befindet ihr euch in einem großen Irrtum. Wahrlich, Ich sage euch, solange ihr nicht euren Ursprung kennt und nichts von dem wisst, was sich auf den Geist bezieht, werdet ihr bei allem Fortschritt eurer Wissenschaften doch bloß Geschöpfe sein, die in einer armseligen Welt unter Pflanzen und Tieren hausen. Ihr werdet euch weiterhin in euren Kriegen bekämpfen, und über euer Leben wird weiterhin der Schmerz regieren.

45     Wenn ihr nicht entdeckt, was ihr in eurem Wesen tragt, noch in eurem Nächsten den geistigen Bruder entdeckt, der in jedem wohnt — könnt ihr euch da wirklich lieben? Nein, Menschenkinder, auch wenn ihr sagt, dass ihr Mich kennt und Mir nachfolgt. Wenn ihr meine Lehre oberflächlich auffasst, werden euer Glaube, eure Erkenntnis und eure Liebe falsch sein.

46     Heute kommt mein Licht in strahlender und inspirierender Weise auf jedes Verstandesorgan herab. Wenn es sich durch diese Stimmträger im menschlichen Worte kundgibt, ist es für den, der es vernommen hat, zu meiner Lehre geworden. Doch da all dies auf die Erhebung eurer Seele abzielt, habe Ich es "Spiritualismus" genannt. Aber haltet euch nie mit Namen oder Definitionen auf. Was an meiner Lehre von Bedeutung ist, ist der Sinngehalt und die Wahrheit, die sie enthält.

47     Jetzt ist eine günstige Zeit, in der das Licht meines Wortes, die höhere Moral und die Weisheit der Vergeistigung sich auf die Herzen ergießen — wie ein erfrischender und wohltätiger Regen nach der langen Trockenheit der Wüste, die ihr durchquert habt.

48     Diese Lehre ist vollkommen, so wie mein in der Zweiten Zeit ausgedrücktes Wort vollkommen gewesen ist und wie es jede meiner Inspirationen ist. Die Vollkommenheit wäre nicht möglich, wenn es den Verstandesorganen entspringen würde, durch die es gegeben wird. Doch es stammt vom Göttlichen Geiste, der es inspirierte.

49     Diese Unterweisung ist schlicht wie alles Reine, Göttliche und daher leicht zu verstehen. Aber es wird euch manchmal schwierig erscheinen, sie zur Anwendung zu bringen. Die Bemühungen eurer Seele verlangen Anstrengung, Entsagung oder Opfer von Seiten eures Körpers, und wenn es euch an geistiger Erziehung oder Disziplin mangelt, müsst ihr leiden.

50     Seit Anbeginn der Zeiten hat es den Kampf zwischen der Seele und dem "Fleisch" gegeben bei dem Versuch, zu verstehen, was das Richtige, das Erlaubte und Gute ist, um ein Leben zu führen, das dem von Gott gegebenen Gesetze angepasst ist. In diesem schweren Ringen kommt es euch so vor, als ob eine fremde und übelwollende Macht euch fortwährend dazu verleite, der Schlacht den Rücken zu kehren, und euch einlade, von eurer Willensfreiheit Gebrauch zu machen und den Weg des Materialismus fortzusetzen. Ich sage euch, dass es keine größere Versuchung gibt als die Schwachheit eures Körpers: sensibel für alles, was ihn umgibt; schwach genug, um nachzugeben; leicht zu Fall zu bringen und zu verführen. Doch wer die Antriebe, Leidenschaften und Schwächen des Körpers zu beherrschen gelernt hat, hat die Versuchung besiegt, die er in sich selbst trägt.

51     Was lehrt euch der Spiritualismus an Neuem, da doch die durch Jesus in der Zweiten Zeit gebrachte Liebeslehre euch den Weg zeigte, dem ihr folgen sollt? Er hat euch jenes Wort verstehen lassen, es mit größter Ausführlichkeit erklärt und euch unterwiesen, es geistig auszuüben.

52     Die Lehre Jesu war vollkommen, da sie euch durch das menschgewordene "Wort" offenbart wurde, in dem sich Gott verbarg. Jenes "Wort", das in Jesus zur Welt sprach, ist dasselbe, das jetzt im Geiste zu euch spricht und euch gesagt hat, dass ihr jene Unterweisung, jene Werke und Beispiele, die Ich hinterließ, als Ich unter euch lebte, auf euer Leben anwenden sollt, dass ihr — weil ihr euch für sehr entwickelt haltet und in einer Epoche lebt, die sehr fern von jener ist — nicht glauben sollt, dass mein Wort nicht zeitgemäß ist. Im Spiritualismus könnt ihr die Art und Weise finden, meine Lehre und meine Beispiele auf die Ära anzuwenden, in der ihr lebt, und auf die Entwicklung, die ihr habt.

53     Das Wort von heute unterscheidet sich von dem von Jesus in der Zweiten Zeit, weil es durch menschliche Stimmträger gegeben wird und diese Verstandesorgane in ihrem Empfangsvermögen begrenzt sind. Aber der Sinngehalt des Wortes, das von ihren Lippen kommt, ist vollkommen.

54     Niemand soll in den menschlichen Körpern, derer Ich Mich bediene, die Gegenwart des Göttlichen sehen, noch in ihrer menschlichen Stimme die Stimme Gottes. Gott hat keine Gestalt und auch keinen Ausdruck einer menschlichen Stimme wie ihr. Also wird der, der mein Wort vernimmt, Gott nicht im äußeren Ausdruck des menschlichen Wortes finden, sondern in seinem Sinngehalt. Dieser ist es, den Ich in allen Gemeinden offenbart habe.

55     Der Meister ist aufs neue bei seinen Jüngern, um sie an jene göttlichen Unterweisungen zu erinnern, die Er der Menschheit in der Zweiten Zeit als Botschaft der Liebe und des Friedens brachte.

56     Ich bin zurückgekommen, weil die gegenwärtigen Generationen mein Wort nicht als Norm und Gesetz ihres Lebens verwendet haben und es notwendig ist, sie den Weg durch neue Lektionen zu lehren, die ihnen das erklären, was sie nicht verstanden hatten.

57     Eigensinnig geht der Mensch seinen Weg, den Impulsen seines freien Willens folgend, fern von vielen Realitäten des Lebens.

58     Es wäre an der Zeit, dass auf der Erde keine Reiche oder starken Völker mehr existierten, die die schwachen unterdrücken, und dennoch gibt es sie als einen Beweis dafür, dass im Menschen immer noch die primitiven Tendenzen überwiegen, den Schwachen durch Machtmissbrauch zu berauben und mit Gewalt zu erobern.

59     Zwar stellte Ich den Menschen auf die Erde, damit er auf ihr zum Herrn würde und regiere, damit er über eine Welt des Friedens, des Verständnisses und der Harmonie regieren würde, auf der er ein dem König gehorsamer und treuer Fürst sein würde, welcher sein Schöpfer ist.

60     Doch die Herrschaft, die die Menschen auf der Erde errichtet haben, ist anders — eine Herrschaft falscher Größe, der Eitelkeiten, falscher Herrlichkeiten. Daher zählt die Welt zu ihren größten Reichtümern nicht die geistigen Schätze, wie es der Friede, die Weisheit und die geistige Erhebung sind.

61     Die Menschheit sehnt sich nach ein bisschen Frieden, aber sie sucht ihn nie durch die Mittel, die vorhanden sind, um ihn zu erreichen, wie es die Besonnenheit, die Vergebung, die Barmherzigkeit, die Versöhnung und die Liebe sind.

62     Jetzt kündige Ich euch einen großen, heftigen Kampf an zwischen denen, die die Errichtung des Friedensreiches anstreben, und jenen, die kämpfen, um die Macht ihrer irdischen Herrschaft zu verteidigen oder zu mehren.

63     Es ist der Kampf zwischen dem Geist und der Materie, die alte Schlacht zwischen dem Ewigen und dem Zeitlichen, der Geist in Gegnerschaft zum Materiellen. Wer wird wen besiegen? Die einen sagen: der Geist, die anderen sagen: das Materielle. Ich sage euch: Keiner wird siegen.

64     In dieser Schlacht geht es nicht darum, dass der Geist siegt und das "Fleisch" erniedrigt. Denn wenn es so wäre, wäre sein Sieg falsch. Der endgültige Sieg wird für beide sein, wenn Körper und Seele gemeinsam, in Einklang und beide ihre Bestimmung erfüllend unter einem einzigen Ideal auf dem Pfade der Gerechtigkeit und Liebe wandeln, welcher der von meinem Gesetze vorgezeichnete Weg ist. Wie viel Schaden tun sich die Menschen mit ihren mörderischen Kriegen an! Die Tage, Monate und Jahre verstreichen, ohne ein wenig Frieden im Herzen zu haben, in ständiger Angst lebend, unter Bedrohung durch ihre eigenen Brüder, die zu Feinden geworden sind. Ist dies, für ein hohes Ideal zu leben, oder wenigstens dafür zu kämpfen? Nein, Volk: Die Menschen töten einander wegen ihrer menschlichen Machtziele, die viel weniger wert sind als ihr Leben. Aber sie wollen den Wert eines Lebens nicht erkennen, wollen nicht wissen, dass das Dasein eines Menschen heilig ist, und dass nur Jener darüber verfügen darf, der es geschaffen hat.

65     Dieselbe Welt, die ihr derzeit bewohnt, ist lange Zeit hindurch ein Schlachtfeld gewesen. Doch dem Menschen hat die enorme Erfahrung, die ihm von seinen Vorfahren vermacht wurde, nicht genügt — eine bittere und schmerzvolle Erfahrung, die wie ein durch das Gewissen aufgeschlagenes Buch vor den Menschen dieser Zeit liegt. Aber das Herz der Menschen ist zu hart, um jene Frucht der Erfahrung anzunehmen, die wie ein Lichtvermächtnis ist. Das einzige, was sie von ihren Vorfahren als Erbe übernommen haben, ist der Hass, der Stolz, der Groll, die Habgier, der Hochmut und die Rache gewesen, die ihnen im Blute weitergegeben wurden.

66     Es wird nötig sein, dass die Erde vom Blute vieler Unschuldiger rot gefärbt wird und danach schwarz wird durch die Trauer derer, die überleben.

67     Alle Reiche, die von den Menschen auf Fundamenten des Stolzes und des Hochmuts errichtet worden sind, sind zerfallen, weil ihre dem Anschein nach festen Grundmauern falsch waren und meiner Gerechtigkeit nicht standhalten konnten.

68     Jene Mächte, die die Menschen heute in Staunen versetzen, werdet ihr bald krachend zusammenbrechen sehen, und wenn sich nach ihnen andere erheben, werden sie gleichfalls fallen.

69     Wenn die Menschen ihre Völker vereinen und sich geistig und menschlich durch die Gesetze der Liebe und Gerechtigkeit regieren, die der Vater seit Anbeginn der Zeiten ihnen offenbart hat, dann werden sie die festen Fundamente für ein Reich des Friedens gelegt haben, in dem zum ersten Mal auf der Welt Harmonie, Brüderlichkeit, wirklicher Fortschritt, ein Aufblühen in der Seele und im Menschen, Weisheit, Wissen und Wohlergehen bestehen wird.

70     Geliebtes Volk, konzentriere deine Gedanken an diesem Morgen der Gnade und horche auf deine Gefühle, damit du erfährst, wie viel Kraft dein Glaube im Hinblick auf die Lehre hat, die du derzeit empfängst.

71     Wenn ihr euch vorbereitet fühlt, genügend stark, um für mein Werk zu arbeiten, so brecht auf und macht mein Wort bekannt, das das feste Fundament einer neuen Welt sein wird, jenes Reiches des Friedens und der Wahrheit, das Ich euch angekündigt habe.

Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band IX - Unterweisung 270



Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276
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Unterweisung 270 

1         Wohl denen, die am letzten Tage meiner Kundgabe vorbereitet sind. Denn wahrlich, Ich sage euch, ihre Seele wird an meinem neuen Abendmahl teilnehmen. Dort wird eure Seele, während sie zum letzten Male dieses unsichtbare, wahre Brot ohne Sauerteig empfängt, sich stärken, sich mit Geistigkeit und mit Licht sättigen, wodurch sie bald den Sinngehalt dieser Lehre verstehen wird.

2         Welche Feierlichkeit herrscht in dieser letzten Stunde! Wie viel Licht strahlt auf dieses Volk hernieder!

3         Das Himmelreich wird sich eurer Seele nahen mit seiner immerwährenden Einladung, in ihm zu wohnen. Die großen, die starken Geister, die Geister des Lichtes, wahre Weise im Geistigen Reiche, werden in jenen Augenblicken gegenwärtig sein.

4         Die Wegbereiter, die Propheten, die in anderen Zeiten göttliche Botschaften zur Erde brachten, werden auch anwesend sein. Denn mein Wort ist für alle Seelen gewesen, ob sie inkarniert sind oder frei von Materie.

5         Jene Wesenheiten werden Repräsentanten der unendlichen Lebenswelten sein, die es im Universum gibt, und werden der letzten meiner Kundgebungen beiwohnen, die es in dieser Zeit in dieser Form gibt.

6         Was werden sie unter diesem Volke sehen? Was werden sie entdecken? Ich allein weiß es. Doch Ich trage euch auf, zu "wachen" und zu beten, damit ihr zu denen gehört, die sich an den Tisch setzen — zu denen, die mit dem Meister essen und weinen, zu denen, die das Brot und den Wein des Himmels essen und trinken.

Kommt nicht zu dem Tische, solange ihr Verrätereien begeht, weil ihr dann nur dem Anschein nach bei Mir gewesen seid. Denn in Wirklichkeit wird euer Gewissen euch nicht erlauben, die Gegenwart eures Vaters zu genießen.

7         Wisst ihr, warum Ich in dieser Weise zu euch spreche? Weil Ich weiß, was geschehen wird, weil Ich euch vollkommen kenne und weiß, welche Mich verleugnen werden, und welche Mir treu sein werden, weil sie mein Wort studiert haben, und welche in die Irre gehen werden, weil sie niemals den Kern meines Werkes ergründet haben.

8         Während die einen nur der Sinngehalt meines Wortes interessierte und sie immer nach dem Fortschritt und der Entwicklung ihrer Seele verlangten, hatten die anderen mehr am äußerlichen Kult Gefallen. Desgleichen — während die ersteren sich freuten, wenn sie Unterweisungen über Spiritualität erhielten — störte es die andern, dass ihre Fehler erwähnt wurden.

9         Ich allein weiß, welche sich vor Mir werden verantworten müssen wegen all dem, was durch meine Stimmträger hätte bekannt sein müssen und was zurückbehalten wurde.

10     Begreife, Volk: In dieser "Dritten Zeit" habt ihr als Zeugen, die diese göttliche Kundgebung miterlebt haben, die Aufgabe, diese Botschaft ganz getreu und wahrhaftig zu verbreiten. Ihr seid dazu berufen und erwählt worden, der Menschheit die Frohe Botschaft zu bringen, eure Mitmenschen den geistigen Weg zu lehren — den einzigen, der euch zum Frieden, zum wahren Licht und zur allumfassenden Brüderlichkeit führt.

11     Es ist eine lange Zeit gewesen, die Ich euch widmete, um euch zu unterweisen. Doch da die Zuletztgekommenen Mich nur wenig vernahmen, lasse Ich mein Wort für sie geschrieben zurück, damit sie in ihm den göttlichen Sinngehalt suchen und alle das gleiche Verständnis und dieselbe Vergeistigung erlangen.

12     Wenn ihr diesem Pfade folgt, so habt kein anderes Ideal als das der Vervollkommnung eurer Seele — einer Vervollkommnung, die ihr erreichen könnt, indem ihr meine Lehre zur Anwendung bringt, meine Unterweisungen lebt, euer Dasein in unablässiger Pflichterfüllung dem Dienst an euren Nächsten, den göttlichen Gesetzen und den menschlichen Gesetzen widmet.

13     Ihr habt schon viel für euer materielles Leben gekämpft. Jetzt ist es Zeit, zugunsten der Seele zu wirken.

14     Beide Bemühungen sind ihrem Wesen nach verschieden. Denn während das menschliche Ringen selbstsüchtig ist, weil es für sich selbst arbeitet, muss der geistige Kampf absolut selbstlos sein, müsst ihr euren Weg mit Liebe und Barmherzigkeit besäen, ohne Belohnungen zu erwarten.

15     Bemüht euch, in solcher Weise in meine Unterweisungen einzudringen und sie so zu verstehen, dass ihr begreift, dass in der Ausübung eines hochstehenden, reinen und geistigen Lebens größere Befriedigungen, die größten Freuden, die wahren und ewigen Triumphe existieren.

16     Wenn die Seele sich über die Vermaterialisierung der Welt und über die Widerspenstigkeit des Körpers erhebt, wird sie das Leben durch das Licht der Wahrheit schauen. Dann erst entdeckt sie das, was wirklich ist, und das, was falsch ist.

17     Es ist Mir wohlgefällig, wenn in der Seele meiner Kinder Frieden existiert, und es erfüllt Mich mit Freude, wenn das Herz des Menschen Freude erlebt. Ich will nur, dass ihr euch um das bemüht, was wahrhaftig ist, wofür Ich euch in meinem Worte die Mittel gebe.

18     Wahrlich, Ich sage euch: Wohl denen, die sich nicht an mein Wort gewöhnt haben. Gesegnet seien, die meine Anordnungen befolgen und sie respektieren. Denn sie werden es sein, die mein Werk bezeugen. Sie werden es sein, die die Liebe, die Ich ihnen in meinem Worte bezeige, mit Liebe beantworten. Sie sind es, die Mitgefühl und Dankbarkeit gegenüber diesen Stimmträgern haben, die ihr Leben immer mehr diesem Volke überlassen.

19     Aber wie viele haben sich an meine Kundgebung gewöhnt! Sie sind bei meinen Unterweisungen zugegen wie jemand, der einem Ritus beiwohnt oder eine Tradition erfüllt, und dies ist nicht die Verhaltensweise, die Ich von meinem Volk erwarte.

20     Der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen, an dem ihr alle mein Werk im geistiger Weise auffasst. Achtet darauf, dass — während einige meiner "Arbeiter" in dem Maße demütig und wohltätig werden, wie Ich ihnen Wohltaten zuteil werden lasse — andere stolz und selbstsüchtig werden, in der Meinung, ihren Geschwistern immer überlegener zu werden.

21     Die Ersteren wirken im Stillen, in der Demut, in der seelischen Innerlichkeit. Die Letzteren können nicht zufrieden sein, wenn sie nicht von Schmeichelei, von Lobpreisungen und Huldigungen umgeben leben und sich an der Erniedrigung ihrer kleinen und schwachen Geschwister erfreuen. Diese sind nicht Jünger von Mir, denn niemals haben meine Lehrbeispiele, meine Lehre oder meine Offenbarungen sie solche Verhaltensweisen gelehrt.

22     Denen unter euch, die sich ein solches Podest geschaffen haben, sage Ich in Liebe, dass ihr von ihm herabsteigen sollt — aus Überzeugung, aus Reue — wenn ihr nicht wollt, dass euch morgen die Gleichen herabstoßen, die euch heute emporgehoben haben, wie es immer den Menschen widerfahren ist, die sich auf einen Thron falscher Macht gesetzt haben, um von ihm aus ihre Nächsten zu demütigen.

23     Denen unter euch, die demütig gearbeitet haben, indem sie den gesegneten Samen geistiger Wohltätigkeit mit Liebe gesät haben — euch sage Ich, dass ihr weiterhin aussäen sollt, dass ihr auch fernerhin die Tränen derer einsammelt, die leiden, dass ihr auch in Zukunft Licht auf die Wege der Finsternis, der Unwissenheit, des Lasters und der Verwirrung bringt. Dies ist der Weg, dies ist die Mission des "Arbeiters" Jesu.

24     Ich will, dass die einen wie die anderen in meinem Werke vereint sind — verbunden durch den Glauben, übereinstimmend in der Vergeistigung, wandelnd auf demselben Pfade unter der Last des gleichen Kreuzes.

25     Posaunt nicht auf der Welt aus, dass ihr Meister in der Vergeistigung seid, sagt nicht einmal, dass ihr Jünger seid. Doch sorgt dafür, dass eure Werke möglichst getreu meiner Wahrheit entsprechen, dann werden diese für euch zeugen.

26     Ruft Mich in den schweren Stunden eures Lebens in den großen Prüfungen mit dem Geiste, ohne äußerlich die Aufmerksamkeit von jemandem zu erregen, und Ich werde meine Gegenwart und meine Macht fühlbar machen.

27     Meine Ländereien sind unendlich. Wie kann jemand glauben, dass diese auf jene Versammlungsorte beschränkt sind, in denen ihr mein Wort vernehmt?

28     Meine Arbeitsfelder sind auf der ganzen Erde, wo nach meinem Willen ein Mensch wohnt oder eine Seele existiert. Mein Ackerland erstreckt sich über diese Welt hinaus und erreicht alle Lebenswelten, wo das Verlangen nach Licht, nach Frieden, nach geistiger Kultur, nach Läuterung und Vervollkommnung besteht.

29     Lasst eure Vorstellungen sich erweitern, lasst euren Verstand den Kreis durchbrechen, in den er sich eingeschlossen hat, und eure Seele sich von jenen Ketten befreien, mit denen der Körper sie unterjocht hat, damit sie das Unendliche schaut und sich vom Ewigen sättigt.

30     Die Zeit rückt näher, in der die Menschen zu euch kommen, um diese Lehre zu erforschen. Es wird dann kein Verdienst darin liegen, dass ihr ihnen mein Wort zeigt, um euch zu verteidigen, da es, weil es von Mir stammt, in seinem Sinngehalt rein und vollkommen ist. Verdienstvoll wird sein, wenn sie beim Ausforschen von euch in meinem Volke ein schlichtes und reines Leben entdecken — Männer und Frauen, die einen Teil ihrer Zeit der Ausübung der Barmherzigkeit zu widmen verstehen, die auf ihrem Lebensweg eine Spur von Trost und Licht hinterlassen. Dies wird das lebendige Zeugnis sein, das ihr der Welt geben sollt — ein Zeugnis, das durch Werke, nicht durch Worte abgelegt wird.

31     Zwar soll die Gabe des Wortes auf euren Lippen erblühen, um das Herz eurer Mitmenschen zu bewegen. Aber es sollen die Werke sein, die jedes eurer Worte bestätigen sollen.

32     Meint ihr, dass meine Jünger der Zweiten Zeit sich damit begnügten, das zu wiederholen, was sie von ihrem Meister vernommen hatten? Nein, Volk. Es stimmt zwar, dass sich das Licht in Fülle in das Wort ergoss, das von ihren Lippen kam. Aber ihre Werke, ihre Taten waren so zahlreich wie ihre Worte. Daher war ihre Saat fruchtbar und ertragreich.

33     Darum sage Ich euch: Erquickt eure Seelen an meinem Worte, o Volk. Noch könnt ihr diese Gnade für kurze Zeit genießen. Macht aus euren Herzen eine Truhe, in der ihr die ganze Essenz meiner Unterweisungen behütet, und eure Seele soll die Lade sein, in der meine Weisheit aufbewahrt bleibt.

34     Schon nährt sich der Tag, an dem diese Nachtigallen nicht mehr in den Zweigen dieses Baumes tirilieren, und Ich will nicht, dass ihr später wegen der ungenutzten Zeiten Tränen vergießt.

35     Wenn die Stunde kommt, diesen Zeitabschnitt der Kundgaben zu beenden, werde Ich euch alles gegeben haben, was ihr für eure geistige Reise benötigt. Nichts wird euch fehlen.

36     Ich habe euch mit Waffen des Lichtes versehen, damit ihr dieser von Mir angekündigten Zeit die Stirn bieten könnt, in der — wie Ich euch schon gesagt habe — die Menschen versuchen werden, den Glauben bei sich selbst zu zerstören, in der die Liebe zu Gott bekämpft wird, wie es nie zuvor geschah. Aber Ich lasse bei euch dieses Brot des Lebens zurück, damit ihr den nach Licht Hungernden Balsam bringt, um den körperlichen Schmerz und den der Seele zu heilen — die Macht, diejenigen aufzuhalten, die vom wahren Wege abirren.

37     Bereitet euch vor, damit diese Zeiten für euch nicht überraschend kommen. Denn falls ihr schlafen solltet, werdet ihr durch schmerzliche Ereignisse aus eurem Schlummer gerissen werden. Dann werdet ihr nicht an die anderen denken können, ihr werdet an euch selbst denken, höchstens an eure Kinder, Eltern, Gatten oder Geschwister. Doch Ich will, dass ihr euch selbst vergesst, was ihr seid und was ihr besitzt, damit eure Seele sich ihrer höchsten Aufgabe widmen kann, die darin besteht, Gott in seinen eigenen Nächsten zu lieben.

38     Ich will, dass ihr eure Mitmenschen liebt, als ob ihr sie kennen würdet, und es dafür genügt zu wissen, dass sie existieren.

39     Vereinigt euch, damit ihr ein starkes Volk bildet, das Neue Israel, das sich durch Verfolgungen, Heimsuchungen und Widerstände hindurch einen Weg zu bahnen versteht, indem es Schritt für Schrift dem lichtvollen Wege meines Gesetzes folgt, angespornt von der göttlichen Verheißung meines Friedens.

40     Ihr seid sowohl im Geistigen, als auch dem Blute nach ein Volk, das um den Frieden und um seine Freiheit ringt, das viel Unterdrückung, Versuchung und Demütigung erfahren hat. Wahrlich, Ich sage euch, gerade durch diesen so bitteren Leidenskelch wurde eure Seele geläutert und gestählt.

41     Lasst das Ideal des Lichtes, der Freiheit und des Friedens nicht sterben. Ihr müsst begreifen, dass dieser geistige Pfad, den Ich euch aufzeige, die Menschen des Glaubens und des guten Willens sicher ans Ziel bringen wird.

42     Wenn sich meine Gerechtigkeit auf der Welt voll offenbart, wird sie euch helfen, zu bezeugen, zu bekehren und die Pfade zu ebenen.

43     Der Durst nach Wahrheit wird sehr groß in der Menschheit werden, und es muss ihr das kristallklare Wasser meiner Unterweisung gegeben werden, damit sie nicht zugrunde geht. Seid euch immer bewusst, dass die Menschen dieser Zeit aufgrund ihrer geistigen Entwicklung nicht mehr getäuscht werden können, dass die Welt dabei ist, ihre Augen voll dem Lichte zu öffnen, um zu sagen: "Dies ist das Gute, und dies ist das Böse, dies ist das Licht, und dies ist die Finsternis", und sie möchte nicht länger auf krummen Wegen gehen, noch sich in Riten und Traditionen verirren.

44     Der weite Weg der Erfahrung, der Willensfreiheit, des Ungehorsams und des Bösen ist von der Menschheit bereits zurückgelegt worden, und sie nähert sich ihrem Ziele, wohin sie verwirrt gelangen wird, aber wo sie auch erleben wird, wie das Licht in ihr anbricht.

45     Der Geist wird als ein scharfes Schwert des Lichtes gegen die Finsternis kämpfen und verhindern, dass die Seele in Verwirrung gerät, und wenn sie sich beruhigt und ihre Vergangenheit schauen und beurteilen kann, werden eine Reihe von Gesichten an ihrem Verstand vorüberziehen und sie ermutigen, um niemals mehr umzukehren.

46     Mein Wort wird in diesen Augenblicken wie ein Leuchtfeuer in Sturmnächten erstrahlen und den Weg des Verirrten erhellen.

47     Wäre es recht, wenn ihr bis zu dieser Zeit nicht die nötige Zurüstung erreicht hättet?

48     Ihr wisst zwar, dass ihr nicht unbedingt nötig seid für die geistige Erlösung der Menschheit. Aber was würde dann aus eurer Mission?

49     Ich vermag alles auch ohne euch. Doch was könntet ihr Mir antworten, wenn Ich euch riefe?

50     Jünger: Nachdem ihr gebetet habt, denkt an eure Verantwortung und ermesst die Tragweite eurer Mission. Ihr kennt sie sehr wohl, weil Ich zu euch ausführlich darüber gesprochen habe.

51     Ich komme zu euch, um euch mit Worten der Liebe und Weisheit zu ermutigen. Ihr befindet euch am Vorabend großer Ereignisse. Ich habe euch angekündigt, dass die Welt im Jahre 1950 erschüttert werden wird. Diese Geschehnisse werden das letzte Jahr meiner Kundgabe und meinen Abschied kennzeichnen, damit die Menschen, wenn sie sich dafür interessieren, die Wahrhaftigkeit meiner Kundgebung und die Begleitumstände derselben herauszufinden, entdecken, dass sowohl beim Beginn meiner Kundgabe im Jahre 1866, als auch gegen Ende derselben im Jahre 1950 der Himmel, die Natur und das menschliche Leben erschüttert wurden.

52     Denke an die Welt von morgen, geliebtes Volk, an die Menschen, die ängstlich nach Anzeichen für meine Gegenwart suchen werden. Denke daran, dass du als treuer Zeuge all dessen zurückbleibst, was du gesehen und von Mir gehört hast.

53     So wie meine Unterweisung ausführlich gewesen ist, so wird auch euer Zeugnis sein müssen, damit ihr nicht den kleinsten Zweifel oder Irrtum in irgendeinem eurer Mitmenschen zurücklasst.

54     Prägt euch tief in euer Herz ein, dass es nicht durch äußere und beeindruckende Taten geschehen soll, mit denen ihr eure Mitmenschen zu überzeugen suchen sollt — es soll durch die geistige Essenz meiner Lehre geschehen.

Ihr könntet zwar jene beeindrucken, die im Verlangen nach Trost mit ihrer Leidenslast herbeikommen und die in ihrem Sehnen, Linderung für ihren Schmerz zu finden, nicht einmal auf die Art und Weise achten werden, durch die sie den Balsam empfangen. Aber denkt daran, dass sie ihre Augen öffnen und begreifen werden, dass ihnen der Balsam, den die "Arbeiter" von Mir empfangen haben, nicht in seiner ganzen Reinheit übergeben wurde. Wahrlich, Ich sage euch, die in dieser Weise ausgebrachte Saat wird viele taube Früchte tragen.

55     Der "Arbeiter", der seine Arbeit auf die Ausübung einer wahren, richtig verstandenen Wohltätigkeit gründet — der, außer den Krankheiten des Körpers Linderung zu bringen, das Licht des Glaubens an Gott entzündet und geistiges Wissen übermittelt — jener, der sich selbst vergisst und einige Augenblicke dem Dienst an seinen Nächsten widmet, den Spiritualismus bei seinen Mitmenschen spürbar machen wird, meine Gegenwart durch seine Werke fühlbar machen wird, und infolgedessen wird sein Acker fruchtbar und seine Ernte gut und reichlich sein.

56     Ich muss eurer Seele die ihr aufgetragene Mission in Erinnerung rufen, damit ihr euch nicht selbst betrügt, damit ihr im Voraus eure Absichten erforscht, den Zweck eurer Werke, und damit ihr begreift, wie das Ergebnis, das ihr erhaltet, beschaffen sein kann.

57     Ihr seid meine Jünger und müsst wach leben, damit ihr die Stimme des Gewissens vernehmt, bevor ihr ein Werk vollbringt. Dann werdet ihr das Ziel festlegen, das ihr jenseits dieses Lebens erreichen wollt, in der Erkenntnis, dass ihr hier nur Verdienste ansammeln sollt, um würdig zu werden, in Welten des Lichtes zu wohnen.

Was bedeutet es schon, dass andere mit eurer Hilfe vor euch ankommen. Umso größer wird euer Verdienst sein, denn dies bedeutet, dass ihr mehr an sie als an euch selbst gedacht habt.

58     Schwierig ist der Lebensweg des Spiritualisten. Denn wer, nachdem er die Unterweisung empfangen hat, Hassgefühle, Selbstsucht, Heuchelei oder Übelwollen in sich birgt, wird sich nicht zu Recht Schüler dieser Lehre nennen können.

59     Im Spiritualisten muss Frieden, Glauben, Nächstenliebe, Vergebung, Lächeln, Verständnis, Nachsicht und Zärtlichkeit vorhanden sein, um sie als Balsam denen zuteilwerden zu lassen, die leiden. Andererseits soll in seinem Herzen Inbrunst, Kraft und Strenge gegenüber denen vorhanden sein, die die Wahrheit verändern, sie verbergen oder verraten.

60     Ich gebe euch reinen Samen und biete euch vorbereitete Äcker an, um ihn zu säen. Deshalb gibt es keinen Grund dafür, dass ihr Mir bei eurer Rückkehr eine schlechte Frucht überreicht.

61     Verwendet mein Wort und denkt ernstlich darüber nach, dann werdet ihr fühlen, wie es zu einem feinen Meißel wird, der in das Verborgene eures Wesens eindringt und in eurem Herzen ein Werk der Glättung beginnen wird.

62     Begreife, Volk, dass mein Ruf erfolgte, um auch die Aufgabe bekannt zu machen, die ihr auf Erden erfüllen sollt. Euer Geist wusste bereits, wofür er ausgesandt worden ist, aber es fehlte noch, dass auch eure materielle Natur diese Offenbarung empfing, damit sie bereit wäre, mit dem Geiste zusammenzuarbeiten und beide ein einziges Wesen und einen einzigen Willen bilden würden.

63     Nachdem er diese Offenbarungen vernommen hat — könnte irgendeiner von euch seine Mission ablehnen? Könnte euer Geist entfliehen und den Kampf verweigern? Es wäre kindisch, vor seiner eigenen Bestimmung zu fliehen und vor sich selbst davonzulaufen. Welchen Ort könntet ihr auf dieser Welt oder in anderen Welten entdecken, zu dem meine Stimme nicht gelangen würde? Keinen. Denn meine Stimme ist euer Licht. Außerdem — wer könnte dieser Zeit der Prüfungen entfliehen? An jeden Ort, an den ihr euch zurückziehen würdet, würde euch die Läuterung folgen.

64     Wahrlich, Ich sage euch, Sicherheit und Frieden werdet ihr nur in der Ausübung und Befolgung des Gesetzes finden können, das Ich euch anvertraut habe. Die Verdienste, die eure Seele auf dem Weg der Liebe erwirbt, welche Barmherzigkeit und Brüderlichkeit sind, werden sich in eurem menschlichen Leben als Frieden, Ruhe, Zuversicht und Gesundheit widerspiegeln.

65     In der Ersten Zeit schloss das Volk mit seinem Herrn einen Bund und schwor, das Gesetz zu erfüllen. Heute will Ich nicht, dass ihr schwört — Ich will, dass euer Antrieb, Mir nachzufolgen, spontan ist, dass eure Erfüllung aus Liebe geschieht.

66     Ich habe in dieser Zeit alle Gemeinden sich versammeln und eine einzige Menschenmenge bilden sehen, um des Datums zu gedenken, an dem dies Volk Mir Gehorsam und Vereinigung schwor. Doch Ich frage euch: Habt ihr euren Schwur gehalten? Seid ihr meinen Weisungen gehorsam gewesen und habt euch vereinigt? Nein, Volk, ihr habt euren Schwur nicht befolgt, euer Eid war nichtig. Wozu gedenkt ihr dann jenes Datums? Es wäre Mir viel lieber, euch körperlich getrennt zu sehen, auch wenn ihr euch dann niemals vereinigen würdet, um jener Traditionen zu gedenken, aber euch stattdessen geistig vereint zu sehen, in derselben Weise meine Lehre ausüben und mein Wort befolgen zu sehen. Dann wäret ihr in meinem Werke vereint, und eure Vereinigung wäre stark aus Liebe und Wahrhaftigkeit, ohne die Notwendigkeit, nur deshalb zu erfüllen, weil ihr in eurer Seele die Last eines Schwures tragt.

67     Ich will, dass, wenn das Neue Volk Israel sich erhebt, um Mir nachzufolgen, ihr Bund aus Liebe und Glauben besteht.

68     Begreift ihr, warum Ich alle eure Traditionen abschaffe? Weil ihr im Bestreben, sie zu befolgen, den wahren Sinn eures Lebens vergesst, der darin besteht, das (Liebes)Gesetz zu befolgen.

69     Ich sage euch, dass, wenn ihr euch nicht vereint, noch euch vergebt, bevor meine Kundgabe in dieser Zeit endet, ihr die Prüfungen nicht kennt, die euch erschüttern werden und euch an eure Verkehrtheit und eure Uneinigkeit erinnern werden.

70     Ich sehe, dass ihr euch an mein Wort gewöhnt habt, und dass ihr eure Ohren verschließt, wenn Ich zu euch in vorwurfsvollem oder zurechtweisendem Tone spreche, und darauf vertraut, dass Ich euch wenig später vergeben und mit unendlicher Liebe zu euch sprechen werde.

71     Ach, Volk, du hast den Samen nicht bewahren wollen und verlangst nur nach der Wonne, die Frucht zu essen! Was wird aus dir, wenn dir mein Wort fehlt? Werdet ihr dann irgendeine Form, eure Leere auszufüllen, erdenken?

Nein, Volk, versuche dich nicht selbst zu betrügen, bewahre lieber schon jetzt mein Wort in deinem Herzen, sammle es an, und wenn du meine Kundgabe einmal nicht mehr hast, wirst du Besitzer eines unerschöpflichen Schatzes an Weisheit sein, einer Quelle von Gesundheit und Frieden, eines unerschöpflichen Bornes an Segnungen.

72     Mein Wort wird, je mehr der angekündigte Tag näherrückt, an dem ihr es nicht mehr vernehmen werdet, immer klarer. Einige meiner Stimmträger haben ihre Reife erreicht, und als Belohnung für deren Zurüstung und der des Volkes verströme Ich mein Wort voll Klarheit und Schlichtheit.

73     Vorher war es nötig, in bildlichem Sinne zu euch zu sprechen, weil die Stimmträger nur fähig waren, in dieser Form von den tiefen Lehren meiner Wahrheit zu sprechen. Hinter jedem Gleichnis oder Bild gab es etwas Göttliches oder Geheimnisvolles, das der Stimmträger nicht auszudrücken vermochte.

Später, wenn seine Vergeistigung und seine Erhebung ihm seine Aufgabe begreiflich machten, verschwand der bildliche Sinn von seinen Lippen, weil sein Verstandesvermögen nun fähig war, das Hohe in einer schlichten Sprache auszudrücken, im Fassungsbereich aller Verstandesorgane und aller Seelen.

Mein Friede sei mit euch!

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