BWL - Band IX - Unterweisung 257


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276

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Unterweisung 257

1         Ihr seid still geblieben, eure Gedanken erheben sich zu eurem Vater.

2         Seid willkommen, sagt euch der Meister. Ihr sucht Ruhe, Frieden oder Trost und habt es erreicht, Mich zu vernehmen, weil Ich es bin, der all das besitzt, was ihr benötigt.

3         Wenn ihr den Sinngehalt des Wortes Jesu sucht — wahrlich, Ich sage euch, auch ihn werdet ihr finden.

4         Das Wort Jesu war die Stimme des Göttlichen "Wortes". Jesus war der Name des Körpers Christi — ein Körper, der wie ein Tempel war, um meinen Geist zu beherbergen und mit meinen Worten die Wahrheit zu offenbaren.

5         Doch wenn ihr an Mich glaubt, wenn ihr Mich liebt und Mir nachfolgt, ist der Name nicht wichtig, den ihr Mir von den vielen gebt, die ihr habt, um Mich zu bezeichnen. Das Wesentliche ist, dass ihr Mich fühlt, obschon Ich nicht von euch verlange, dass ihr es in ganz vollkommener Weise tut.

6         Glücklich sei, wer Mich in seinem eigenen Wesen in dem Maße fühlt, das seine seelische Aufnahmefähigkeit ihm erlaubt.

7         Bei einigen klopft ihr Herz mit Macht, andere wollen Mir etwas sagen und vermögen keinen Gedanken zu fassen. Wieder andere haben das Bedürfnis zu weinen und lassen ihre Augen überfließen, und manche fühlen sich von Furcht übermannt, weil sie wissen, dass sie ein durchdringender Blick betrachtet.

8         Die, die sich zubereiten und meine Gegenwart zu fühlen vermögen, sind diejenigen, die sich dem geistigen Tische wirklich nahen, um das Brot der Gnade zu essen. Sie sind die Seelen, die von Lehrstunde zu Lehrstunde eines Tages über den Verstand und das Menschliche hinausgelangen werden, um in den Sinngehalt meines Wortes einzudringen und dort seinen geistigen Gehalt zu finden.

9         Diese werden es sein, die sich der Ausübung der Barmherzigkeit widmen — die Friedensstifter, weil sie die Quelle des Friedens gefunden haben und leiden werden, wenn sie die betrachten, die inmitten von Zwietracht und Streit leben, was wahre Finsternis für die Seele ist. Sie werden diejenigen sein, die leben, um zu trösten, um zu ermutigen, um in die verfinsterten Verstandesorgane Licht zu bringen, um die körperlich oder seelisch Kranken zu heilen.

10     Nur der, der meine Gegenwart fühlt, der den Sinngehalt und die Liebe meines Wortes in seiner Seele erfasst, wird später gegenüber denen, die leiden, Mitgefühl empfinden können und den Schmerz, die Blöße, die Armut und die Tragödien der Menschen gleichfalls fühlen können.

11     Wenn Ich euch alle an meinen Tisch geladen und euch aufgefordert habe, euch vorzubereiten, um meine Gegenwart geistig zu genießen, so will Ich damit sagen, dass ihr alle dazu bestimmt seid, euch an den Speisen des Himmelreiches zu erfreuen, aber gleichzeitig, dass ihr alle die Aufgabe habt, die Felder, auf denen die Zwietracht wuchs, mit Liebe zu besäen, und jeden Ort, an dem sich das Laster, das Elend und die Unwissenheit verbirgt, mit Licht zu erfüllen.

12     Diese Lehrstunde gibt euch Jener, der, weil Er eine unendliche Liebe zu euch fühlte, alles zurückließ, um euch aus eurer Finsternis zu erretten, obwohl Er dafür Mensch werden, verfolgt leben und sich verspotten lassen musste, bis Er an einem Kreuze starb.

13     Jünger: Bevor ihr den ersten Schritt auf der Welt macht, kenne Ich im Voraus euer Leben, eure Werke und Gedanken. Daher gebe Ich euch alles mit, was ihr auf der Lebensreise, die ihr dann beginnt, nötig habt.

14     Die Seele beginnt mittels ihres Körpers eine Zeit der Prüfungen. Aber sie hat sich vorher bereits erleuchtet und stark gemacht, um sich nicht durch die Versuchungen verführen zu lassen, die ihr die Welt präsentiert.

15     Manchmal entspricht es ihr, in einem Menschen zu wohnen, dessen Herz große Widerspenstigkeit enthält, und dann erscheint es ihr schwierig, ihr Licht zu offenbaren. Jenes Herz wird ihr Prüfstein und ihre Erprobung im Leben sein, und wenn sie erreicht, es zu bändigen und davon zu überzeugen, dass nur, wenn Körper und Seele in Einklang sind, der Mensch Frieden finden kann, wird sie ihre Prüfung bestanden haben und eine höhere Welt erhoffen können.

16     Wenn das Herz schwach ist gegenüber den Leiden und Missgeschicken des Lebens und gotteslästerlich wird, so geschieht dies, weil die Seele sich von den Leiden bezwingen ließ, weil sie bis auf die Stufe der Materie herabsank und alle Nöte und Nichtigkeiten zu den ihren machte, die ihr nicht zugedacht waren.

Wer rechtzeitig zur Besinnung kommt, betet und sich im Glauben stärkt, wird siegen können, und von jener Prüfung wird ihm die Frucht der Erfahrung bleiben, um nicht zu versagen noch schwach zu werden. Wer dagegen für kurze Zeit seinen Wesenskern vergisst und sich damit begnügt, für die Welt zu leben und zu leiden, wird gefallen sein, besiegt von der Macht der Materie, von den Nöten, den Versuchungen und den Erbärmlichkeiten des menschlichen Lebens.

17     Ach, wenn ihr doch von euren ersten Schritten auf Erden an aus dem Munde eurer Eltern eine weise, stärkende und tröstende Lehre vernehmen würdet — wie sehr würde dies der Seele helfen, den Verstand und das Herz in ihrer Erhebung zu eurem Gott zu führen.

18     Eine große geistige Unterweisung ist nötig, damit der Mensch in Einklang mit der Stimme seines Gewissens lebt. Denn obwohl alles von göttlicher Liebe durchdrungen ist, weise geschaffen zum Wohle und zur Beglückung des Menschen, bedeutet die Materie, die ihn auf der Welt umgibt, eine Prüfung für die Seele von dem Augenblick an, da sie eine Welt bewohnt, der sie nicht angehört, und mit einem Körper vereinigt, dessen Natur anders ist als die ihre.

19     Darin könnt ihr den Grund dafür sehen, weshalb die Seele ihre Vergangenheit vergisst. Von dem Augenblick an, in dem sie in ein unbewusstes Geschöpf, das eben geboren wurde, inkarniert und mit ihm verschmilzt, beginnt sie ein Leben, das mit jenem Körper eng verbunden ist. Vom Geiste bleiben nur zwei Eigenschaften gegenwärtig: das Gewissen und die Intuition; aber die Persönlichkeit, die vollbrachten Werke und die Vergangenheit bleiben eine Zeitlang verborgen. So ist es vom Vater vorgesehen. Was würde aus der Seele, die aus dem Lichte einer hohen Heimat gekommen ist, um unter den elenden Umständen dieser Welt zu leben, wenn sie sich an ihre Vergangenheit erinnern würde? Und welche Eitelkeiten würde es unter den Menschen geben, wenn ihnen die Größe offenbart würde, die in einem anderen Leben in ihrer Seele existierte?

20     Ihr müsst wissen, dass die Seele vor ihrer Erdeninkarnation eine gründliche Vorbereitung erhält, da sie im Begriffe ist, einer langen und zuweilen harten Prüfung unterworfen zu werden. Aber dank jener Vorbereitung ist sie nicht verstört, wenn sie in dieses Leben eintritt. Sie schließt ihre Augen für die Vergangenheit, um sie für ein neues Dasein zu öffnen, und so passt sie sich vom ersten Augenblicke der Welt an, auf die sie gekommen ist. Wie anders ist die Art und Weise, in der sich eure Seele vor den Schwellen des Geistigen Lebens einstellt, sobald sie ihren Körper und die Welt verlassen hat. Da ihr wirkliche Vorbereitung für die Rückkehr in ihre Heimat nicht zuteil wurde, ist sie verwirrt, beherrschen sie noch die Gefühle des Materiekörpers, und sie weiß nicht, was sie tun, noch wohin sie sich wenden soll. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie nicht lernte, dass man im letzten Augenblick auch für diese Welt die Augen verschließen muss; denn nur so wird sie diese für die Geistige Welt, die sie verlassen hatte, wieder öffnen können, wo sie ihre ganze Vergangenheit erwartet, um mit ihrer neuen Erfahrung vereint zu werden, und alle ihre früheren Verdienste den neuen hinzugefügt werden.

21     Ein dichter Schleier hüllt ihr Denkvermögen ein, während sie das Licht zurückgewinnt; ein hartnäckiger Einfluss von allem, was sie zurückließ, hindert sie daran, die Schwingung ihres Geistes zu fühlen; doch während ihre Schatten sich auflösen, um sich mit ihrem wahren Wesenskern zu vereinen — wie viel Verstörtheit, wie viel Schmerz.

22     Gibt es jemanden, der, nachdem er diese Botschaft gehört oder gelesen hat, sie als eine nutzlose oder falsche Belehrung ablehnt? Ich sage euch, dass nur der, der sich auf einer Stufe äußersten Materialismus oder blinder Unbelehrbarkeit befindet, dies Licht zurückweisen könnte, ohne dass seine Seele davon zutiefst bewegt wird.

23     In dieser Zeit offenbare Ich dem Menschen nicht die Vergangenheit seiner Seele, aber Ich versichere ihm dennoch, dass seine Seele schon früher gelebt hat, dass sie gekommen ist, um eine hohe Aufgabe auf der Erde zu vollbringen, und dass sie zu ihrer Heimat zurückkehren muss — nicht nur ohne Makel, nicht einmal mit dem gleichen Licht, das sie mitbrachte, sondern mit einem noch größeren Licht.

24     Seelen, die ihr auf Erden wohnt: Fühlt meine Gegenwart, erblickt das göttliche Licht, das sich auf euch ergießt. Viele Mittel hat euer Vater, um seine Strahlen und Inspirationen zu euch gelangen zu lassen. Aber darüber hinaus sende Ich euch dieses Wort, das Ich durch menschliche Verstandesorgane kundgetan habe, damit es zu euch gelangt und ihr über dasselbe nachdenkt. Es ist Manna des Lebens in eurer Wüste, ist Tau der Gnade auf die Unfruchtbarkeit eures Daseins, ist Balsam in eurem Schmerz und unendliches Licht in eurer Finsternis.

25     Es bewegt euch, ihr Zuhörerscharen und Zeugen meiner Kundgebung. Bereitet euch vor, um meine göttlichen Botschaften zur ganzen Menschheit gelangen zu lassen.

26     Meine unendliche Barmherzigkeit ist bereit, euch alle zu empfangen — sowohl den, der müde und weinend kommt, als auch den, der ohne wahren Glauben herbeikommt, um Mich zu vernehmen, wie auch den, der als guter Jünger sehnsuchtsvoll herbeikommt, um Mir die Frucht seiner Auftragserfüllung darzubringen.

27     Ich bin der Vater, der eure Seele sucht, um sie mit Licht zu erfüllen, weil ihr in einer Zeit der Unsicherheit und Verwirrung lebt.

28     Ich bringe der Menschheit eine Unterweisung, die sie zur Verwirklichung von Werken wahrer Barmherzigkeit, geistiger Nützlichkeit und Erhebung veranlasst, durch die die Menschen den zukünftigen Generationen in Erinnerung bleiben werden, von ihnen gesegnet und zum Vorbild genommen werden. Nur die Spur der Werke, die Wahrheit enthalten, wird auf der Welt unvergänglich sein. Denn es naht die Stunde des Gerichts, in der jedes Werk, das nicht auf Wahrheitsfundamenten gegründet ist, zerstört wird, und in der von ihm kein Stein auf dem anderen bleibt.

29     Euch sage Ich, Jünger, dass wenn ihr im Herzen eurer Mitmenschen eine Saat hinterlassen wollt, diese aus euren Werken und Beispielen bestehen soll — Werken ohne Eitelkeit. Seid euch immer bewusst, dass ihr, um den Weg nicht krumm zu machen oder ihn zu verfehlen, demütige Diener und gehorsame Jünger Christi sein müsst, dessen Werke in eurem Geiste geschrieben stehen.

30     Dort sind meine beispielhaften Werke gegenwärtig, ewig und unauslöschlich, trotz so vieler Unwetter und Wirbelstürme.

31     Volk, erkennst du, dass mein Wort dich vor den menschlichen Nöten in dieser Zeit bewahrt hat? Dann wisset, dass ihr dasselbe bei euren Mitmenschen tun müsst. Euer Herz sagt Mir: "Herr, Du hast uns Gaben und Gnaden gewährt — wie könnten wir das Gleiche bei unseren Nächsten tun?" Darauf antworte Ich euch: Auch wenn ihr keine Geistesgaben austeilen, noch Gnaden gewähren könnt, so könnt ihr doch bewirken, dass eure Mitmenschen, wenn sie meine Lehre auf euren Lippen vernehmen, das Erwachen ihrer Gaben und Fähigkeiten fühlen, und dass sie indem sie lernen, mit ihrem Vater in Verbindung zu treten, durch Inspiration die Aufgabe empfangen, die sie durchzuführen haben. Erscheint euch eure Aufgabe nun nicht groß und verdienstvoll genug?

32     Ich muss euch sagen, Jünger: Wenn euch daran gelegen ist, dass eure Werke vor Mir Wert haben, dürft ihr von euren Mitmenschen für sie nichts verlangen.

33     Das göttliche Manna der Dritten Zeit ist auf dieses Volk herabgekommen — wie könntet ihr da von Kindern des Lichtes zu Kindern der Finsternis, der Entweihung und des Ungehorsams werden? Wie könntet ihr, nachdem ihr zu Treuhändern meiner Offenbarungen ernannt worden seid, auf der Erde zu elenden Wesen werden?

34     Wachet und betet, sage Ich euch immerzu, damit ihr nicht in Versuchung fallt, damit ihr, vor niemandem eure Gaben verheimlicht, sei es aus Furcht oder aus Egoismus, weil ihr begreift, dass ihr in eurem Reisebündel viele Geschenke mit euch tragt, die euch nicht gehören. Denn Ich habe sie euch gegeben, damit ihr sie in eure Mitmenschen legt.

Wisset, dass — so viel ihr auch besitzen mögt — wenn hr nichts weitergeben solltet, es so ist, als ob ihr nichts hättet. Deshalb habe Ich euch oft zur Rechenschaft gezogen, weil ihr, obwohl ihr so vieles von Mir empfangen habt, herkommt und Mir eure Hände leer vorzeigt, weil sie nichts gegeben haben, weil sie nicht mein Liebeswort ausgesät haben.

35     Wahrlich, Ich sage euch: Falls ihr einen Ansporn benötigt, um eure Mission zu erfüllen, so vollbringt Werke wahrer Nächstenliebe. Denn in der Ausübung meiner Unterweisung werdet ihr den Ansporn und die Belohnung finden.

36     Diejenigen, die von Mir Barmherzigkeit erwarten und diese, obwohl sie es auf ihrem Wege tun könnten, nicht ausüben, haben weder mit ihren Mitmenschen noch mit sich selbst Barmherzigkeit gehabt. Es sind die, die ihr Herz erkalten ließen, die ihre Lampe ausgelöscht haben — jene, die schwachen Vögelchen gleichen, die aus dem Nest gefallen sind, oder welken Blättern, die im Herbst von den Bäumen fallen, um dann ziellos von den Winden umhergeweht zu werden.

37     Vielleicht bemängelt ihr meine Kundgabe aufgrund der Tatsache, dass Ich sie euch durch sündige Geschöpfe gebe? Sie sind gewiss keine reinen Wesen. Aber sagt Mir, ob meine Worte durch diese menschlichen Lippen in eurem Herzen nicht irgendeinen Anklang gefunden haben, oder ob ihre Süße nicht bei irgendeiner Gelegenheit die Bitterkeit beseitigte, die ihr in eurem Herzen trugt.

38     Ihr Männer, erinnert euch daran, dass ihr mit verwundetem Herzen, mit verstörtem Verstande und zerrissener Seele herbeigekommen seid, und dass ihr, nachdem ihr Mich vernommen habt, euch gestärkt erhoben habt. Wer hatte dies jemals an euch getan?

39     Ihr Frauen, ihr kamt mit Augen und einem Herzen herbei, die des Weinens überdrüssig waren. Doch als ihr glaubtet, keine Tränen mehr zu haben, hörtet ihr mein Wort, und eure Wangen wurden wieder von Tränen überströmt. Aber nun waren es Tränen der Hoffnung und der Rührung. Wer war vor dem Tage, an dem ihr meine Stimme hörtet, bis zum Grunde eurer Herzen gelangt?

40     Diese Lehre hat euch bewiesen, dass es kein leeres Wort ist, sondern dass sie von göttlicher Essenz durchdrungen ist. Daher ist sie schlicht in ihrer Form, weil ihre Tiefgründigkeit und ihr Sinngehalt in ihrer Aussage begründet sind.

41     So wie Ich gekommen bin, um euch in euren Trübsalen zu trösten, so bin Ich auch gekommen, um eurer Seele Licht zu geben. Denn alle finsteren Mächte sind in ihren Abgründen entfesselt und aufgewühlt, und es ist nötig, dass ihr euch zu verteidigen versteht.

42     Entzündet eure Lampe aufs neue, erweckt die Liebe in eurem Herzen, beschäftigt euch mit dem ewigen Leben und habt Erbarmen mit eurer Seele. Nur so werdet ihr für eure Nächsten Mitgefühl fühlen können und einen Teil eures Lebens der Liebestätigkeit widmen können.

43     Hütet euren "Schatz", teilt ihn mit anderen, und macht immer guten Gebrauch von allem, was er enthält. Dann wird in euch eine Kraft, eine Gesundheit und ein Licht entstehen, wie ihr es noch nie erlebt habt. Diese Kraft, dieses Licht und diese Gesundheit werden aus der Seele stammen und sich im Körper widerspiegeln.

44     Volk, du bist nicht mehr der Wanderer, der aufs Geratewohl ein Licht sucht. Ihr habt es schon gefunden.

45     Dies Wort hat das Wunder vollbracht, euch zum Leben aufzuerwecken, es ist die Kraft gewesen, die euch aufgerichtet und geheilt hat. Wer könnte euch davon überzeugen, dass es nicht von Gott stammt, obwohl ihr in eurem Wesen eine Umwandlung erfahren habt, die nur meiner Macht zuschreibbar ist?

46     Ihr habt nun eine schöne Gelegenheit, euer Leben zu verbessern, nützlich sein zu können und für eure Seele eine würdige Heimstatt in der Geistigen Welt zu erarbeiten. Wer könnte euch diese Gelegenheit entreißen? — Niemand, außer wenn ihr zu wachen und zu beten vergesst und eure Nachlässigkeit euch in der Versuchung zu Fall bringen würde.

47     Wenn ihr im Frieden verbleiben wollt, wenn die von meinen Unterweisungen angekündigten großen Ereignisse eintreten, so bleibt euren Vorsätzen treu.

48     Ihr werdet noch erleben, wie der Zeitpunkt kommen wird, an dem die Vertreter der großen Kirchen die Gegenwart des Göttlichen fühlen und das Kommen des Neuen Zeitalters erkennen.

49     Ihr werdet sie miteinander beratschlagen, sich befragen und Vorschläge machen sehen, obwohl ihre Eitelkeit sie für kurze Zeit glauben macht, einander überlegen zu sein.

50     Diese Zeit des Kampfes wird für eure Seele unvergesslich sein, weil sie in ihr erreichte, den Materialismus zu überwinden und ihren Glauben, die Liebe, die Sehnsucht, auf dem Pfade der Vergeistigung zu Gott aufzusteigen, zu verstärken.

51     Der Verstand und das Herz des Spiritualisten werden an der Freude ihres höheren Wesensteils teilhaben, und solange Leben in ihnen ist, werden sie mit der Seele bei der Durchführung ihrer hohen Mission zusammenarbeiten. Doch wenn die Stunde gekommen ist, im Schoße der Erde zu ruhen, werden sie dies im Frieden und mit der Genugtuung tun, sich mit dem Werk des Herrn beschäftigt zu haben, und die letzten Gedanken sowie die letzten Herzschläge jenes Menschen werden sich unauslöschlich in die Seele dessen einprägen, der eine demütige, edle und den göttlichen Geboten gehorsame Körperhülle bewohnte.

52     Erkennt, weshalb Ich euch sage, dass ihr euren Körper zu einem Stab, zu einer Stütze der Seele hier auf Erden machen sollt, wobei Ich euch begreiflich machte, dass ihr eurem Fleische jenes Zepter und jene Macht entreißen sollt, mit der es die Seele zu unterjochen versucht hat, die — vom Gewissen geleitet — das einzige Steuer und das einzige Licht im Leben des Menschen ist.

53     Ich habe eurer Auffassungsfähigkeit entsprechend zu euch gesprochen, weil Ich nicht will, dass ihr den Sinn irgendeines meiner Worte nicht versteht, und Ich sage euch auch dies, dass je nach der Vorbereitung jeder Gruppe, Menschenschar oder Versammlung auch die Form ist, in der Ich Mich kundgebe.

54     Jede Seele hat eine große Verpflichtung gegenüber ihrem Vater. Aufgrund meiner Liebe zu euch habe Ich euch auf der Erde diese neue Gelegenheit geboten, euch vor Mir zu rechtfertigen, geistig wiedergutzumachen und euch zu läutern, damit ihr zur nächsten Heimstatt weiterziehen könnt.

55     O gesegnete Dritte Zeit! Du bringst in deiner "Bundeslade" alles, was die Welt benötigt, um sich aus ihrer Knechtschaft zu retten. Wohl denen, die dein Licht nutzen, denn sie werden gerettet sein.

56     Ich habe euch während eures ganzen seelischen Entwicklungsweges geführt, euch geprüft und euch auf die Offenbarung dieser Zeit vorbereitet. Es werden nicht die Menschen sein, die das neue Volk Israel gestalten, Ich werde es sein, der es formt, es säubert, es erhebt und unter die Menschheit sendet, um seine Mission zu erfüllen, während dieses Volk wächst und die Hindernisse niederreißt, damit es vorankommt. Ebenso tat Ich es mit Israel, als Ich es aus Ägypten holte und es durch das Meer und durch die Wüste führte.

57     Dies Volk hier hat die Mission, die Menschheit geistig zu erwecken. Doch wenn sie diese erfüllt hat, und die Menschen sich der Zeit, in der sie leben, bewusst sind, werdet ihr ihrem Herzen ein Verlangen nach Licht und ihrer Seele ein Ideal der Erhebung entspringen sehen, das das menschliche Leben bis in ihre Wurzeln erschüttern und die Welt verwandeln wird.

58     Das Gewissen wird dann vernommen und befolgt werden, die vom Geiste Gerufenen werden verstanden werden, die geistigen Sehnsüchte und Rechte werden berücksichtigt und respektiert werden, und überall wird das Verlangen erstrahlen, Gott zu kennen, Ihn zu fühlen, sich Ihm zu nähern und seine Wahrheit zu schauen.

59     All dies wird in den Menschen hochkommen, wenn sie der Hunger und der Durst bis an die Grenzen ihrer Widerstandskraft gebracht haben, wenn ihr Stolz gebrochen ist und sie sich reuevoll vor ihrem Herrn schuldig bekennen, wenn sie von ihren Thronen und Prachtsitzen herabsteigen, von wo aus sie Mich zu leugnen versucht haben, von wo aus sie Mich gerichtet und verneint haben. Dies wird geschehen, damit sie ihre Irrtümer bereuen, ihre Augen Mir zukehren und zu Mir sprechen wie Kinder zu einem Vater, der sie viele Jahrhunderte lang erwartet hat, um sie mit seiner Liebe zu überschütten.

60     Wie tief ist der Mensch in seinem Materialismus gesunken, bis er schließlich Den leugnete, der alles geschaffen hat! Wie konnte sich der menschliche Verstand bis zu einem solchen Grade verfinstern? Wie konnte eure Wissenschaft Mich leugnen und das Leben und die Natur herabwürdigen, wie sie es getan hat?

61     In jedem Werk, das eure Wissenschaft entdeckt, ist meine Gegenwart, in jedem Werk offenbart sich mein Gesetz und lässt sich meine Stimme vernehmen. Wie kommt es, dass diese Menschen weder fühlen, noch sehen, noch hören? Ist es etwa ein Beweis von Fortschritt und von Zivilisation, mein Dasein, meine Liebe und meine Gerechtigkeit zu leugnen?

62     Ihr seid dann nicht fortschrittlicher als die primitiven Menschen, die in jeder Naturkraft und in jedem Naturwunder das Werk eines göttlichen, höheren, weisen, gerechten und mächtigen Wesens zu entdecken verstanden, dem sie alles Gute, alles Existierende zuschreiben und es daher anbeteten.

63     Mittels einer zunehmenden Intelligenz versuchten sie das zu verstehen, was ihre körperlichen Sinne wahrnahmen. Welche vollkommene Verehrung konnten sie Mir schon darbringen? Welches völlige Verständnis konnten sie von der Wahrheit haben? Dennoch — ihr Staunen, ihr Glaube und ihre Anbetung wurden von Mir als die Erstlingsfrüchte eines weiten Feldes angenommen, das mein Geist über die Zeiten hin zu pflegen hatte.

64     Wie viele Unterweisungen habe Ich der Menschheit seit damals bis heute gegeben! Und wie viele Offenbarungen hat ihr meine Liebe anvertraut! Dennoch — obwohl diese Menschen den Gipfel des Verständnisses erreicht haben müssten, und ihre Gottesverehrung vollkommen sein müsste, hat sich ihre egoistische, stolze und unmenschliche Wissenschaft erhoben, um Mich zu leugnen, und die Religionsgemeinschaften, die existieren, leben in der Lethargie der Routine und der Traditionen.

65     Ich gab euch die Gabe der Willensfreiheit und habe jene meinen Kindern gewährte, gesegnete Freiheit respektiert. Aber Ich legte in euer Wesen auch das Göttliche Licht des Geistes, damit ihr, von ihm geführt, eure Fähigkeiten in rechte Bahnen lenken würdet. Doch Ich sage euch: Im Kampf zwischen der Seele und dem Körper hat die Seele eine Niederlage erlitten, einen schmerzhaften Fall, der sie allmählich immer mehr von der Quelle der Wahrheit entfernt hat, welche Ich bin.

66     Ihre Niederlage ist nicht endgültig, ist vorübergehend; denn sie wird sich aus der Tiefe ihres Abgrunds erheben, wenn sie ihren Hunger, ihren Durst, ihre Blöße und ihre Finsternis nicht länger ertragen kann. Der Schmerz wird ihre Rettung sein, und wenn sie dann die Stimme ihres Geistes hört, wird sie sich stark und strahlend, inbrünstig und inspiriert erheben und aufs neue ihre Fähigkeiten gebrauchen. Jedoch nicht mehr mit jener Freiheit, sie für das Gute oder das Böse zu verwenden, sondern indem sie sie allein der Erfüllung der göttlichen Gesetze widmet, welches der beste Gottesdienst ist, den ihr meinem Geiste darbringen könnt.

Mein Friede sei mit euch!

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vgl. dazu:

Magenta - das neue digitale Zuhause

https://annamariahosta.blogspot.com/2020/07/magenta-das-neue-digitale-zuhause.html

 

BWL - Band IX - Unterweisung 254


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276

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Unterweisung 254

1         Ich komme, um zu empfangen und zu geben, Ich komme, um euch zu vernehmen und damit ihr Mich vernehmt.

2         Unzählige Male habe Ich Mich als Vater und als Meister kundgetan. Heute ist es mein Wille, Mich als Richter zu zeigen, weil Ich euch ein Jahr anvertraute, von dem Ich die Frucht von euch fordere. In der Ewigkeit ist dieser Zeitraum nur ein Augenblick. Aber die Werke, die in ihm von euch vollbracht werden, bleiben in einem Buche festgehalten, in dem ihr die Geschichte eures Lebens niederschreibt. Dieses in eurem Geiste geschriebene Buch wird die Spur eurer Kämpfe bewahren, um das Ziel zu erreichen, und es wird dasjenige sein, das ihr dem höchsten Richter vorlegt.

3         Heute zeigt ihr Mir nur eine Seite, die einen winzigen Zeitraum darstellt, in dem ihr einen Schritt nach vorne auf dem Entwicklungswege gemacht habt.

4         In dem Maße, in dem ihr aufwärts steigt, werden eure Werke größere Vollkommenheit erlangen, und werdet ihr mein Werk größer und tiefer erfassen. Dafür inspiriere Ich euch Vertrauen in meine Verheißungen, richte Ich euch auf, erwecke Ich euch und heile euch.

5         Ich will eure Frucht empfangen, weil ihr sie durch ein Liebesideal, durch Anstrengung und in der Absicht erlangt habt, eurem Vater wohlgefällig zu sein. Ihr habt in schweren Prüfungen gekämpft, seid über Geröll hinweggeschritten. Die Augen eures Körpers haben geweint, und auch eure Seele hat geschluchzt.

6         Eure Lippen schweigen, und die Seele beklagt sich in diesem Augenblick nicht, und ihr verwandelt alle empfangene Bitternis in Hoffnung auf Mich und in Vergebung für eure Mitmenschen. Ich segne euch für euren Gehorsam.

7         Ihr fühlt, dass ihr zu einem neuen Tage erwacht, dass ihr einen Schritt vorwärts macht, und seither erleuchtet euch euer Geist noch mehr und versteht ihr Mich besser. Auch ermesst ihr eure Verantwortung, die ihr gegenüber dem Vater und gegenüber der Welt übernommen habt, in zutreffender Weise.

8         Heute wisst ihr, dass die Zeit ein kostbarer Schatz ist, den ihr nicht verschwenden dürft, und dass eure Gaben wie Juwelen sind, die nicht verborgen bleiben sollen.

9         Die Zeit der Finsternis und der Unwissenheit ist für euch vorbei. Heute wisst ihr als Apostel, was ihr sagt, was ihr tut und was ihr denkt, und ihr seid darauf bedacht, Verdienste zu erbringen, um euch ein Anrecht auf meine Wohltaten zu erwerben. Ihr lebt inmitten des Lichtes, und wenn jemand von ihm geblendet wird, geschieht dies aus Mangel an Klarheit in seinem Blicke.

10     Ich verströme meine Gnade auf alle in derselben Weise, aber jeder empfängt sie je nach seiner seelischen Zubereitung und Erhebung.

11     Ich empfange nun das Ergebnis der Arbeit von inkarnierten Wesen, weil das irdische Leben nach der Zeit gemessen wird. Wenn ihr in das Geistige Leben eingeht, werdet ihr erkennen, dass die Ewigkeit nicht nach Stunden, Tagen oder Jahren gemessen werden kann, weil die Zeit keinen Einfluss auf das Geistige hat.

12     Ich bin gegenwärtig, unsichtbar für die ganze Menschheit, deren Leben in Mir pulsiert, weil Ich ihr Vater bin — der einzige, der ihr Leben und ihre Taten in vollkommener Weise beurteilen kann. Ich sehe die Menschen im Chaos umherirren, den Krieg im Herzen und selbst in der Seele tragen, die mörderische und zerstörerische Waffe nicht nur in den Händen, sondern auch im Herzen tragen, und die Sprache als wahrlich zweischneidiges Schwert benutzen. Die einen greifen an, die anderen verteidigen sich. Die einen säen den Tod, während die anderen sich an das Leben klammern. Und wie ein Schatten breitet sich der Mantel der neuen Lehren aus, die von Herz zu Herz und von Seele zu Seele fortschreiten.

Angesichts dieser Bedrohung erbeben Menschen und Völker und fragen sich, warum der Allmächtige nicht die Ausbreitung dieser heillosen Lehren verhindert. Darauf antwortet der Vater: Ich lasse zu, dass sie aufkeimen, wachsen, erblühen, sich ausbreiten und Früchte tragen, damit diese Bäume von der Menschheit an ihren eigenen Früchten erkannt werden.

13     Diese Lehren, Theorien und Weltanschauungen werden sich auf der Welt verbreiten, damit die Menschen, nachdem sie von allen Früchten gegessen haben, ihre Augen dem Baume des Lebens zuwenden und begreifen, dass die wahre Frucht — jene, die Süße in ihrem Geschmack und Leben in ihrer Substanz enthält — diejenige ist, die Ich euch in meinem Gesetze der Liebe seit Anbeginn der Zeiten angeboten habe.

14     Der Friede der Menschen ist vergänglich. Nur der Friede, den Ich euch anbiete, ist ewig.

15     Ich spreche zu euch durch das menschliche Verstandesvermögen, und mein Wort ist der gleiche Liebessamen wie der, den Ich schon immer in euch gesät habe.

16     Ich habe euch Kraft gegeben — aber nicht, damit ihr euren Mitmenschen durch sie meinen Willen aufzwingt. Ich habe eure Seele befreit — doch nicht, damit sie von dieser Freiheit schlechten Gebrauch macht. Meine Waffen sind die Wahrheit, die Liebe, die Barmherzigkeit, der Friede, die Vergebung.

17     Damit ihr Mich würdig vertreten und meine treuen Zeugen sein könnt, müsst ihr meine Unterweisungen nutzen und euch in mein Wort vertiefen, um nicht in Irrtümer zu verfallen, die euch entzweien und bewirken, dass — während die einen die äußeren Kultformen und die Traditionen verteidigen und zu bewahren versuchen, die anderen für das Wesentliche und die Spiritualität meiner Lehre kämpfen. Erinnert euch, dass Ich im ersten Gebot des Gesetzes, das Ich der Menschheit durch Moses gab, sagte: "Ihr sollt euch kein Bildnis noch Gleichnis von himmlischen Dingen machen, um euch davor niederzuknien und es anzubeten." Seit damals ist der Weg für den Menschen und der Weg für die Seele deutlich vorgezeichnet.

18     Moses beschränkte sich nicht darauf, den Menschen die Zehn Gebote zu übermitteln, er setzte auch zweitrangige Gesetze für das menschliche Leben in Kraft und führte Traditionen, Riten und Symbole innerhalb der geistigen Gottesverehrung ein, alles den Entwicklungsschritten entsprechend, die damals der menschliche Geist tat. Aber der verheißene Messias kam und beseitigte Traditionen, Riten, Symbole und Opfer und ließ nur das Gesetz unangetastet. Als daher die Pharisäer dem Volke sagten, dass Jesus gegen die Gesetze Moses eingestellt sei, antwortete Ich ihnen, dass Ich nicht gegen das Gesetz sei, vielmehr gekommen sei, um es zu erfüllen. Wenn meine Unterweisungen die Traditionen beseitigen würden, so geschähe dies, weil das Volk, um sie zu erfüllen, vergessen habe, das Gesetz zu befolgen.

19     Jener Fall hat sich in dieser Zeit wiederholt, Volk. Im Jahre 1866 wurde meine Gegenwart durch das menschliche Verstandesvermögen von Roque Rojas offenbart, der sie euch bekanntgab. Doch auch er schuf Traditionen, Kultformen und Symbole, um euch zu helfen, den Sinngehalt der Offenbarungen zu verstehen.

20     Jetzt, da der Zeitpunkt nahe ist, in der Ich nicht mehr in dieser Form zu euch sprechen werde, will Ich aus eurem Herzen jeden Materialismus und Fanatismus löschen, der im Innern eures Kultus und eurer Handlungsweisen existieren könnte, damit ihr den Namen: "Jünger des Heiligen Geistes" zu Recht tragen könnt. Aber begreift: Wenn Ich überflüssige Traditionen und Bräuche beseitige, bin Ich deshalb nicht gegen mein Gesetz. Denn wie in der Zweiten Zeit könnt ihr, um die Traditionen zu befolgen, gegen die wahre geistige Gottesverehrung und eure Pflichten gegenüber der Menschheit verstoßen.

21     Wenn ihr in eurer Verehrung für den Vater bereits frei von jedem Materialismus seid, so seid nicht stolz, weil ihr meint, den Gipfel der Vergeistigung erreicht zu haben, von dem aus ihr alle, die sich zu Sekten oder Kirchen bekennen, für unreif haltet. Denn während ihr den Splitter im Auge eurer Mitmenschen seht, kann Ich euch den Balken aufzeigen, den ihr mit euch schleppt.

22     Die Menschen sind der Traditionen, Förmlichkeiten und Riten müde. Ich will ihnen das Licht meiner Lehre als Ruheplatz für die von Suche nach Licht ermattete Seele zeigen.

23     Volk, lasse Mich dein Richter sein, vernimm meine Stimme, die zu euch in eurem Gewissen spricht. Sucht nicht auch bei Mir nach Vergütung oder Lobpreisung, seid nicht auf Belohnung aus. Wenn Ich euch diese Befriedigungen gewähren würde, würdet ihr schlechten Gebrauch davon machen und euch zu Herren aufschwingen. Sucht Mich demütig wie das Geringste meiner Kinder. Wenn ihr etwas bereut, so neigt euch vor Mir, denn Ich werde euer Richter sein und mit größter Wahrhaftigkeit zu euch sprechen, euch mit Barmherzigkeit korrigieren. Dann werdet ihr hinter meinen Worten die göttliche Verheißung von etwas niemals Erahntem, von etwas über jeder Sehnsucht Stehendem erkennen.

24     Ich gebe euch die Gabe des Wortes, damit es wie der Klang von Glocken die erweckt, die schlafen, damit es Kraft, Balsam und Leben schenkt.

25     Wartet nicht, bis die unheilvollen Ereignisse die Menschheit dazu bringen, zu Mir zurückzukehren. Wachet, betet und säet, dann wird sich das Licht und der Friede meines Geistes von Herz zu Herz fortpflanzen.

26     Obwohl mein Wort das Gehirn und die Lippen eines Menschen passiert, besteht es aus Licht und Liebe. Bereitet euch, ihr Scharen, und lasst zu, dass Ich Mich durch meine Stimmträger kundgebe. Und ihr, die ihr für diese hohe und heikle Aufgabe erwählt worden seid — bereitet euch noch mehr vor. Wer sich nicht fähig fühlt, mein Wort in Reinheit zu übermitteln, soll sich vorbereiten. Wenn er es nicht vermag, schweige er lieber und versiegle seine Lippen. Aber seid euch bewusst, dass eure Armseligkeit, eure Unbeholfenheit oder eure Bescheidenheit kein Hindernis für meine Kundgabe sind. Ich habe Mich des Unbeholfenen und Ungebildeten bedient, um die Welt in Erstaunen zu setzen. Was Ich beanstande ist die Unlauterkeit, die Sünde.

27     Ich will, dass ihr würdig werdet, dass in den letzten Jahren meines Wortes eine meiner Offenbarungen nach der anderen erfolgt und in den Versammlungsräumen keine Beanstandungen zu vernehmen sind.

28     Ich habe den Tribut der ganzen Schöpfung erhalten — von den größten Sternen bis zu den für euren Blick kaum wahrnehmbaren Wesen. Alles ist der Entwicklung unterworfen, alles geht seinen Gang, alles schreitet voran, alles wandelt sich, entwickelt sich höher und vervollkommnet sich. Wenn es dann den Gipfel der Vollkommenheit erreicht hat, wird mein geistiges Lächeln wie eine unendliche Morgenröte im ganzen Universum sein, aus dem jeder Makel, alles Elend, Leid und jede Unvollkommenheit verschwunden sein wird.

29     Erkennt meine Gerechtigkeit im Kern meines Wortes.

30     Ihr Scharen, mein Wort ist der Schlüssel, mit dem Ich euer Herz öffne — jenes Herz, das so wenig für Mich geschlagen hat.

31     Heute beginnt ihr das zweite Jahr von den drei letzten, die euch für eure Zubereitung anvertraut wurden.

32     Was habt ihr bis zum heutigen Tage erreicht? Nichts Entscheidendes. Nach eurer Selbstprüfung im Lichte eures Gewissens habt ihr begriffen, dass ihr nicht einen Schritt vorwärts hin zur Vereinigung und zur Vergeistigung gemacht habt.

33     Ihr habt euch an meine Vorwürfe gewöhnt und bleibt daher träge zurückgelehnt. Doch seid nicht allzu selbstsicher, verwerft die Meinung, dass Ich die Zeit meiner Kundgebung unter euch verlängern werde. Denn wenn ihr diesem Irrtum anheimfallt, werdet ihr betrogen und betrügend leben.

34     Wer wagt wohl, eine weitere Gelegenheit zu verlangen — nach denen, die Ich ihm gewährt habe? Nur der Törichte oder der Unwissende. Ihr jedoch seid nicht unwissend, da Ich Jahr für Jahr unablässig zu euch gesprochen habe.

35     Warum sage Ich euch das? Weil Ich diesen Wunsch und diese geheime Absicht auf dem Grunde einiger Herzen sehe — ein Wunsch und eine Absicht, die, auch ohne sie ausgeführt zu haben, bereits die Wahrhaftigkeit und Lauterkeit meines Werkes entweiht.

36     Dieser Wunsch, dass mein Wort endlos weitergeht, dass alles so weitergeht wie bisher, ist ein Beweis dafür, dass sie die kostbare Zeit, die ihnen anvertraut wurde, nicht genutzt haben und nun eine weitere Zeit möchten, um etwas tun zu können. Doch wenn die angezeigte Zeit ihr Ende erreicht, wird niemand eine göttliche Entscheidung ändern können. Denn dies zu beabsichtigen würde bedeuten, dem von Gott Vorgesehenen Vollkommenheit abzusprechen.

37     Setze dich nicht über meine Anordnungen hinweg, o Volk! Denn wenn dies jemand tun sollte, wird er Zeuge meiner Gerechtigkeit werden und über diese Nation die entfesselten Naturgewalten kommen sehen, die ihn seinen Ungehorsam einsehen lassen, da er Mir trotz meiner Worte der Liebe nicht gehorchte.

38     Welches Leid und welche Reue wird es bei jenen Seele geben, wenn sie aus ihrer Verirrung erwachen und sich ihres geistigen Rückschritts bewusst werden, wenn sie erleben, dass der Vater sie noch immer durch die Naturgewalten aufrütteln und heimsuchen muss, so wie es mit den Menschen des Altertums geschah!

39     Ich werde unter diesem Volke jeden unreinen Samen beseitigen und nur den guten Samen übrig lassen, durch den Mich die Menschheit morgen erkennen kann. Wie könnten die Menschen den Glanz meiner Wahrheit durch ein verwirrtes, ungehorsames oder fanatisches Volk erblicken?

40     Diese Tage der Vorbereitung sind für dich, Volk, von tiefem Nachdenken geprägt, damit ihr nach dieser Selbstbetrachtung und dieser Gewissensprüfung den Weg wählt, dem ihr folgen wollt — mit dem Hinweis darauf, dass, wer meinen Willen tut, seinen Weg in Frieden wird gehen können, und der, der den seinen tut, sich dafür entscheiden muss, die Prüfungen anzunehmen, die ihn, wenn die Zeit gekommen ist, unerbittlich treffen werden.

41     In dem, der meine Anordnungen befolgt, wird wahrer Friede sein, weil er ein Mensch guten Willens sein wird, der seinem Vater gehorcht. In dem, der meine Weisungen missachtet, wird kein Augenblick lang Friede sein. Er wird unaufhörlich den Vorwurf seines Gewissens vernehmen und in ständigem Schrecken leben.

42     Ich verurteile niemanden und beschränke Mich darauf, euch rechtzeitig zu offenbaren, was euch als natürliche Folge eurer Werke treffen kann. Ich sage es euch rechtzeitig, weil Ich euch liebe, und damit ihr es vermeidet, damit ihr der Wahrheit ins Auge schaut und nicht vom Wege abirrt.

43     Der Ungehorsame ist immer stolz. Doch wer ist der, der das Recht zu haben glaubt, seinen Willen zu tun oder den Willen seines Vaters zur Änderung zu veranlassen? Wer glaubt, die Gaben, die in ihm sind, aufgrund wahrer Verdienste empfangen zu haben? Wer glaubt, dass dieses Volk für Mich unerlässlich ist für die Durchführung meiner göttlichen Pläne?

44     Lasst nicht zu, dass euer Verstand sich verfinstert, bringt die Stimme des Gewissens nicht zum Schweigen, lasst nicht zu, dass die Versuchungen des Fleisches eure Seele zum Straucheln bringen, denn es wäre sehr leidvoll.

45     Wachet und betet, damit es euch nie an Kraft mangelt. Denkt nach, beurteilt euch selbst streng, dann wird euer Geist sein Licht in euer Verstandesvermögen und in euer Herz ergieße, damit unter euch Frieden herrscht.

46     Meine Unterweisung zeigt eurer Seele weiterhin Blatt für Blatt das Buch des Lebens, weil sie stark und zubereitet bleiben muss, bis diese Zeit der Unterweisungen endet.

47     Wenn ihr wirklich den Wunsch habt, wie die Propheten der Ersten Zeit zu wirken und wie sie Leuchttürme auf dem Pfade der Menschheit zu sein, so bewegt euch auf die Vergeistigung zu, die nicht schwer zu finden sein wird, da jede dieser Unterweisungen eine Lektion der Vergeistigung für die Menschen ist.

48     Ich will, dass ihr wisst, dass — noch bevor jene Generationen vergeistigter Seelen zur Welt kommen, die Ich euch angekündigt habe — diese Botschaft in den Nationen und Völkern verbreitet sein soll, damit sie die Wege durch das Volk geebnet antreffen, das die Stimme des Herrn hörte, und durch die, die sich diesem Volke anschlossen, weil sie an sein Zeugnis glaubten.

49     Ich fordere euch unablässig dazu auf, neue Schritte auf diesem Wege zu tun, der einen ewigen Aufstieg bedeutet. Bleibt nicht stehen, und wenn ihr es tut, soll es von Nutzen sein, weil ihr ein Vorhaben reifen, den Glauben erstarken lassen oder nachdenken musstet. Doch geht danach weiter voran.

50     Wie viele sagen Mir in ihrem Herzen: "Meister, warum bist Du in dieser Zeit nicht als Mensch zu uns gekommen, um Deine Gegenwart sehen zu können?" Doch Ich antworte euch mit einer anderen Frage: Seid ihr euch nicht bewusst, dass, wenn ihr meine Gegenwart auf der Welt in dieser Form erwünscht, ihr aufs neue mein Blut fordert? Nehmt Mich so an: im Geiste, nur euren körperlichen Augen unsichtbar, aber für alle Sinne eurer Seele wahrnehmbar.

Damals vergoss Ich mein Blut, um mit ihm die Liebe zu besiegeln, die Ich in meiner Lehre predigte. Heute verströme Ich auf alle göttliche Essenz, als einen Beweis dafür, dass meine Liebe zu den Menschen trotz ihrer Undankbarkeiten die gleiche ist, und dass Ich Mich ihnen deshalb nähere, um ihnen den leuchtenden Pfad aufzuzeigen, der sie dahin führt, für ewig mit Mir in meinem Reiche zu wohnen.

51     Andere sagen Mir geistig: "Wenn Du uns dieses Wort, das Du uns mit so viel Liebe zu Gehör gebracht hast, wenigstens niemals entziehen würdest." Diesen sage Ich, dass, wenn sie meine Unterweisungen wirklich nutzen und meine Absichten zu verstehen versuchen, es für sie nicht schmerzlich wäre, auf diese Kundgabe zu verzichten, wenn die Stunde kommt, sie für beendet zu erklären. Und es wird nicht schmerzlich für sie sein, weil eure Seele von meiner Essenz durchdrungen und von meinem Lichte erfüllt bleiben wird. Doch wenn ihr einige oder viele meiner Unterweisungen nicht in eurem Gedächtnis zu behalten vermochtet, habe Ich für diesen Fall die Schaffung des Buches angeordnet, das mein Wort dieser Zeit enthält. In diesem Buche, das aus meinen göttlichen Unterweisungen geschaffen wird, werdet ihr die wahre Bundeslade vorfinden, die die ersten Spiritualisten nicht zu begreifen vermochten, und die sie daher durch Objekte oder Symbole darstellen mussten.

52     Die wahre Bundeslade ist mein Wort. Denn wer sie öffnet und mit Respekt, Vergeistigung und Liebe in sie eindringt, wird auf ihrem Grunde Weisheit, tiefe Offenbarung, Prophetie und alle Geistesgaben entdecken. Dieser Bundeslade werdet ihr euch zuwenden, wenn mein Wort nicht mehr durch die unvollkommenen menschlichen Stimmträger vernommen wird, und ihr werdet Zeugen sein, wie in euren Meditationen, in den Augenblicken, in denen ihr studiert, oder in den Augenblicken eures Gebetes zum Zartesten eures Wesens ein höheres Licht gelangt, das alles erklärt — ein väterlicher Einfluss, der euch umfängt, und eine Stimme, die nicht menschlich ist, und in seiner und vollkommener Weise zu euch spricht. Es wird das Licht meiner Inspiration sein, das in einer wirklichen Zwiesprache von Geist zu Geist zu euch gelangt.

53     Seid gesegnet — ihr, die ihr imstande gewesen seid, viele der überflüssigen und unnötigen Zeremonien aus euren Gottesdiensten zu entfernen, die euch die "Ersten" vermacht haben, und nur das Wesentliche beizubehalten. Aber erkennt, dass euch noch etwas zu säubern und vieles zu vergeistigen bleibt.

54     Wie glücklich wird eure Seele sein, wenn sie Mir auf dieser Erde die Verehrung darzubringen vermag, die Ich von ihr erwarte! Wenn sie jedoch von hier zum Geistigen Tale scheidet, wenn sie jedoch etwas hinterlässt, das meines Werkes nicht würdig sein sollte, werden die neuen Generationen, die das Erbe, das ihr ihnen hinterlassen habt, überprüfen, alles zu entfernen verstehen, was ihr an Unlauterem hinterlassen habt, und so den Schritt tun, den ihr nicht zu tun vermochtet.

55     Ich sage euch: Je mehr ihr eure Kulthandlungen säubert und eure Gottesverehrung vervollkommnet, desto weniger werden jene leiden müssen, die nach euch kommen, und dass eure Verdienste vor Mir größer sein werden, weil ihr nicht für euch gearbeitet habt, sondern es im Gedanken an eure Mitmenschen getan habt, weil ihr in euren Herzen Nächstenliebe für sie fühltet.

56     Habt ihr nicht selbst erlebt, wie sehr ihr kämpfen musstet, um das zu säubern, was ihr von euren Brüdern, die euch vorangingen, empfangen habt? Überlasst also diese schmerzliche Arbeit nicht denen, die euren Spuren nachfolgen.

57     In der Zweiten Zeit erreichte meine Unterweisung ihren Höhepunkt, als mein Scheiden bereits sehr nahe war.

58     Die Jünger — wohl wissend, dass es die letzten Augenblicke waren, die sie mit dem Meister verbringen würden — brachten ihre ganze Aufmerksamkeit auf, um selbst das letzte jener Worte zu vernehmen und in ihrem Herzen zu bewahren.

59     Die göttliche Sehnsucht Jesu war, dass seine Jünger zu Sämännern seiner erlösenden Lehre werden würden. Auf dem Höhepunkt seiner letzten Ansprache an die Jünger, welche zugleich das letzte Gespräch zwischen dem Vater und den Kindern war, sagte er ihnen daher in liebevollem Ton: "Ich gebe euch nun ein neues Gebot: Liebet einander." Mit dem Lichte jenes Höchsten Gebotes entzündete er dabei die größte Hoffnung für die Menschheit.

60     Auch in dieser Zeit, in der Ich meine Kundgabe unter euch bald beenden werden, sehe Ich die Andacht und die Aufmerksamkeit, mit der ihr meine Unterweisungen vernehmt. Sie werden sich unauslöschlich in den Geist meiner neuen Jünger einprägen.

61     So wie Ich damals meinen Aposteln sagte, dass sie auf der Welt wie Schafe unter Wölfen sein würde, damit sie immer wachsam leben würden, so sage Ich jetzt euch, dass ihr euch vorbereiten sollt, dass ihr wachen und beten sollt. Denn viele werden sich gegen euch erheben, dabei verleumderische Waffen gebrauchen und alle Mittel verwenden, um euch zu verwirren.

62     Jetzt ist eine Zeit des Kampfes, ihr wisst es alle, damit niemand überrascht wird.

63     Ich habe meine Unterweisungen bis zum Äußersten für euch vereinfacht, damit ihr sie versteht und sie im Verlangen nach ihrem Sinngehalt ergründet. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werdet ihr auf jede Frage, die man euch stellt, eine leichte Antwort haben. Ihr werdet nicht viel sprechen müssen, um zu überzeugen. Wenn ihr wirklich vorbereitet seid, wird euer Wort nicht nur schlicht, sondern auch kurz sein. Ihr werdet es nicht nötig haben, die Wissenschaft zu kennen, um dem Wissenschaftler zu antworten, noch die Theologie zu kennen, um dem Theologen zu antworten. Ein Wort des Lichtes erhellt alles, und Ich will, dass von euren Lippen Worte des Lichtes kommen.

64     Nicht alle, die Mich in dieser Zeit gehört haben, erheben sich, um mein Wort zu bezeugen. Es werden jene aufbrechen, die Mich wirklich lieben — jene, die Mich in ihren eigenen Nächsten lieben und sich den Bedürftigen zuwenden, denen sie ihre Barmherzigkeit und ihren Trost spenden.

65     Diejenigen, die meine Unterweisung verstehen und sie tief fühlen, werden sie gläubig umarmen. Sie werden es sein, die sich jeder Gegnerschaft entgegenstellen müssen, die die Waffen der Wahrheit, der Liebe und der Gerechtigkeit ergreifen müssen. Durch Mühsale hindurch und in einer Welt, die sich von dieser Gerechtigkeit und dieser Wahrheit schon seit langem entfernt hat, werden diese Sämänner voll Frieden und Vertrauen in ihren Gott die geistige Botschaft der Dritten Zeit auf der Welt verbreiten.

Mein Friede sei mit euch!

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