BWL - Band IX - Unterweisung 255


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276

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Unterweisung 255

1         Ihr seid in eine Zeit des Kampfes, des Gebetes und der Verdienste eingetreten. Ihr fühlt, dass die Zeit der Vergnügungen nun vorbei ist, und dass ihr eure Schritte beschleunigen müsst, weil die Menschheit verzweifelt, und ihr die Verantwortung dafür habt, ihr die Frohe Botschaft und das Zeugnis von meinem Kommen mit Worten und Taten zu bringen.

2         Seht, wie die Menschen in allen Konfessionen und Sekten die Zeit, das Leben und die Geschehnisse durchforschen in der Hoffnung, die Zeichen zu entdecken, die mein Kommen ankündigen. Es sind Unwissende, die nicht wissen, dass Ich Mich schon seit langer Zeit kundtue und dass in Kürze diese Art der Kundgabe enden wird. Aber Ich sage euch auch dies, dass viele von denen, die Mich mit so viel Sehnsucht erwarten, Mich nicht erkennen würden, wenn sie die Art und Weise, in der Ich Mich kundtue, miterleben würden, vielmehr würden sie Mich rundweg ablehnen.

3         Zu ihnen werden nur die Zeugnisse gelangen, und durch diese werden sie doch noch glauben, dass Ich unter meinen Kindern gewesen bin.

4         Auch ihr habt Mich innerlich mit Ungeduld erwartet; doch Ich wusste, dass ihr Mich erkennen und zu meinen Arbeitern in dieser Zeit gehören würdet.

5         Mag die Welt sich über die Art und Weise, in der Ich Mich kundgetan habe, lustig machen. Doch sie werden nicht Mich auslachen, sondern sich selbst. Denn sie ahnen nicht einmal noch begreifen sie, was jedes Geschöpf für die Göttlichkeit bedeutet.

6         Für Mich ist es das Richtigste, was Ich mit meinen Kindern tun kann, Mich ihnen durch die Fähigkeiten kundzugeben, mit denen Ich sie beschenkt habe, ohne den Vorwand zu gebrauchen, dass sie Sünder sind, und dass sie unrein sind. Welchen besseren Anreiz gibt es für das Kind als den, dass es seinen Vater kennenlernen, Ihn schauen und Ihn fühlen kann, um Ihn lieben zu können?

7         In einer alten Prophetie ist gesagt worden, dass jedes Auge — ob sündig oder nicht — Mich schauen würde. Jetzt, in dieser Zeit, habe Ich euch gesagt: Ich bin nicht im Verlangen nach dem Gerechten gekommen, um Mich durch seine Vermittlung kundzutun, sondern gerade im Verlangen nach dem Sünder, der sich in den Prüfungen des Lebens und in einem Augenblick der Reue läuterte. Denn er ist das Kind, das, wenn es sich vom Vater geliebt und gewürdigt weiß, ganz den Weg der Erneuerung und Tugend geht.

8         Wer von den Stimmträgern, durch die Ich zu euch gesprochen habe, ahnte die Gabe, die er bereits besaß, und den Dienst, für den er bestimmt war, bevor er mein Wort vernahm? Keiner. Sie wurden während ihres ganzen Lebens wie in einem Schmelztiegel geläutert. Aber ihre Gabe blieb ein Geheimnis, bis der Zeitpunkt, sie zu offenbaren, gekommen war.

9         Dies ist der Beginn oder die Vorbereitung darauf, dass die Seele des Menschen eine höhere Kommunikation mit dem Vater kennenlernt, und ihr wart überrascht. Wenn ihr alles wüsstet, was Ich bereithalten, um es euch zur rechten Zeit zu offenbaren, vermöchtet ihr nicht zu begreifen, weshalb Ich euch so sehr liebe, noch die Verdienste, die ihr erbringen müsst, um eine so große Gnade zu erlangen.

10     Im Jahre 1866 entstand die erste Gemeinde von Spiritualisten, Jüngern dieses Werkes. Unter dem Licht meines Geistes und von Elias belehrt, begannen jene ersten Schüler die Strahlen der Botschaft zu empfangen, die ihr nun, vor ihrem Abschluss, in Fülle empfangt.

11     Seit damals bis in die Gegenwart haben sich viele Gemeinden als Äste gebildet, die aus jenem von Roque Rojas gegründeten "Baumstamm" hervorgingen.

12     Ein einziges Licht hat die Menschenscharen beschienen, die dies Volk bilden, und dennoch — wie viele Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Gemeinden! Viele Jahre lang habt ihr euch der Kundgebung meines Wortes durch eine schlichte, klare und verständliche Unterweisung erfreut. Doch sind es nur wenige, die den Sinngehalt der Geistlehre zu erklären vermochten.

13     Es fehlt nur noch ein Jahr, bis meine Kundgabe in dieser Form endet. Doch der größte Teil des Volkes ist noch sehr ferne der Wahrheit. Von den "Ersten" bis zu den "Letzten" habe Ich die Tatsache vergeben, eine göttliche Offenbarung vermaterialisiert zu haben, die zu verstehen sie im ersten Augenblick überhaupt nicht fähig waren. Aber nachdem die Geistlehre sich während vieler Jahre ausgebreitet und mein Wort dieses Werk Stück für Stück immer mehr erklärt hat, sehe Ich die Zeit gekommen, euch aufzufordern, eure gewohnten Bahnen zu verlassen, etwas mehr zum Kern meiner Unterweisungen vorzudringen und einen entschiedenen und festen Schritt auf dem Wege zur Vergeistigung zu tun.

14     Wie wollt ihr Mir nachfolgen, solange ihr Mich mittels Symbolen und Gestaltungen, äußerlichen Kultformen und Vermaterialisierungen sucht und anbetet? Ihr sagt Mir: "Es ist das Erbe der 'Ersten', und wir respektieren es."

Nun, Volk, jetzt sage Ich euch, dass jene "Ersten" nur eure Wegbereiter waren, damit ihr jene Form der Gottesverehrung und jene Form der geistigen Kommunikation, die sie begannen, zur Vollkommenheit bringen würdet.

15     Verwechselt das Göttliche Gesetz nicht mit den Religionen oder Methoden, die ihr habt, um jenes Gesetz auszulegen.

16     Das Gesetz ist ewig und unwandelbar, die Religionen, die Kultformen und Handlungen entwickeln sich und wandeln sich gemäß der moralischen und seelischen Entfaltung derer, die sich zu ihnen bekennen. Wenn es diese seelische Entwicklung nicht gäbe, würdet ihr Gott noch immer in den Sternen und den Naturkräften anbeten wie die primitiven Völker.

17     Bleibt nicht stehen in eurer Art, Mich zu lieben, Mir zu dienen und Mich zu verehren. Geht immer vorwärts, bessert euch immer mehr, strebt nach eurer Vervollkommnung. Tastet jedoch das Gesetz nicht an, verändert es nicht, vertauscht es nicht. Es wird euch immer das Höchste lehren, wird euch immer auftragen, es vollkommen zu erfüllen. Es wird als Universelles Gesetz gegenwärtig und ewig sein und euch die wahre Liebe zu Gott und die wahre Nächstenliebe lehren.

18     Seid keine Bewahrer von Gewohnheiten, Kultformen oder Traditionen, denn dann werdet ihr jahrhundertelang in der Lethargie der Dogmengläubigkeit und der Unwissenheit verharren. Seid stattdessen Hüter des Gesetzes und der Wahrheit.

19     Seid in dieser Zeit nicht wie das jüdische Volk der "Zweiten Zeit", das — weil es traditionsgebunden, konservativ und fanatisch war — das Brot des Himmels nicht essen konnte, das der Messias ihm brachte, den es viele Jahrhunderte lang erwartet hatte. Als die Stunde gekommen war, konnte es Ihn nicht erkennen, weil seine Vermaterialisierung es daran hinderte, das Licht der Wahrheit zu schauen.

20     An diesem Tage hinterlasse Ich euch nur zwei Worte, damit ihr sie tief ergründet und ihnen den ganzen Sinngehalt entnehmt, soweit ihr dazu durch eine gute Vorbereitung fähig seid: "Spiritualismus" und "Vergeistigung". Nur so — meditierend, betend und wachend — werdet ihr begreifen können, wie die wahre und richtige Gottesverehrung beschaffen sein soll, die ihr aufgrund dieser Lehre eurem Herrn entgegenbringen müsst.

21     Ja, Volk, um Mich mittels äußerer Kultformen zu lieben, Mich in Bildnissen und Symbolen zu suchen und Mich mittels Liturgien, Zeremonien und Feiern anzubeten, gibt es viele Kirchen und viele Sekten, in denen ihr euer Herz befriedigen könnt, wenn es noch Hunger oder das Bedürfnis nach solchen Gottesdiensten hat. Aber wenn ihr Mir durch dieses Geistwerk dienen und Mich lieben und daher eine andere Form, Mich zu verehren, zurückweisen wollt, so begreift, was "Spiritualismus" und was "Vergeistigung" bedeutet, damit, wenn ihr wirklich Jünger dieser Lehre sein wollt, nicht zu denen gehört, die Bräuche, Regeln, Traditionen und äußere Kultformen auferlegen, denn dann werdet ihr wieder in Materialismus, in Abgötterei und in Fanatismus verfallen, und vom Spiritualismus werdet ihr nur den Namen kennen.

22     Erhebt euch, so weit ihr könnt, im Bestreben, euch meiner Unterweisung anzupassen und anzugleichen. Doch tut nicht das Gegenteil, das heißt, meine Lehre euren Begrenztheiten und Bequemlichkeiten anzupassen, wobei ihr sie vermaterialisiert, verunstaltet oder verfälscht.

23     Diese heutige Unterweisung soll denen, die sie vernommen haben, als Weckruf dienen, damit sie sich von ihr inspirieren lassen und mit Energie, Inbrunst, Liebe und Glauben erfüllt werden, um die Netze zu zerreißen, die sie lange Zeit hindurch gefangengehalten haben. In ihrem Verstande soll sich die wahre Vorstellung von dem bilden, was "Spiritualismus" bedeutet, und in ihrem Herzen soll das edle Ideal geboren werden, zu einem wahren Jünger dieser Lehre des Lichtes und der Vollkommenheit zu werden.

24     Geliebtes Volk: Wenn eure Unterschiede einmal verschwunden sind, wenn die Uneinigkeit, die derzeit unter euch herrscht, der Brüderlichkeit gewichen ist, und wenn ihr eure Mission verstanden habt, wird eurer Seele das Verlangen und eurem Herzen der Impuls entspringen, aufzubrechen, um den Samen der Vergeistigung auszusäen, den ihr in meinem Worte empfangen habt.

25     Der Augenblick der Erleuchtung wird für euch kommen, in dem ihr die Größe dieses Werkes mit größter Klarheit begreifen werdet, wobei ihr erstaunt sein werdet, auf seinem Grunde wunderbare Offenbarungen zu entdecken, wie ihr sie euch niemals vorgestellt habt. Dann werdet ihr euch spontan aufmachen, euch über die Erde verbreiten und auf eurem Wege Barmherzigkeit, Licht und Trost spenden. Die Urteile eurer Nächsten werden euch nicht mehr schaden, noch wird euch die Missachtung eurer Familienangehörigen leiden lassen, weil euch alle Leiden der Erde klein erscheinen werden angesichts der Größe eurer Mission.

26     Wohl denen, die jenen Grad der Vergeistigung erreichen, der sie gegenüber dem Schmerz unempfindlich macht, denn sie werden durch den Mantel meiner Barmherzigkeit beschützt werden.

27     Glaube, Liebe und Vergeistigung sind die drei Tugenden, die die Soldaten und Apostel der Dritten Zeit unbesiegbar machen werden. Diese Tugenden waren in all jenen Dienern gegenwärtig, die von den frühesten Zeiten an mein Dasein, meine Gegenwart, mein Gesetz und meine Wahrheit bezeugten.

28     Unter diesen Dienern könnt ihr die Patriarchen, die Propheten, die Apostel und die Märtyrer entdecken. Aber sie waren nicht die einzigen in der Geschichte der Menschheit, es gab noch viele mehr, die verschiedene Wege eingeschlagen habe, um ihre Mission durchzuführen und meine Wahrheit zu bezeugen, wobei sie jeder Art von Angriffen, Verhöhnungen, Verfolgungen und Verleumdungen standhielten. Ihr Glaube, ihre Nachsicht gegenüber denen, die sie verletzt haben, ihre beständige und treue Liebe gegenüber ihren Mitmenschen — eine, die sich an ihrem Herrn inspirierte — hat sie den Schmerz, die Ungerechtigkeit und den Tod überwinden lassen. Wie könntet ihr euch sonst die Ergebung der Märtyrer gegenüber ihren Henkern erklären? Wie könntet ihr die Geduld und die Gleichmut angesichts der Verfolgungen bei all denen begreifen, die Mich geliebt haben und Mir nachgefolgt sind?

29     Wenn ihr Mich so liebt, werdet ihr nichts mehr auf der Welt fürchten können. Solange euer Glaube nicht vollständig ist und eure Liebe nicht unerschütterlich, wird euch der Kampf Furcht einflößen.

30     Wovor fürchtet ihr euch? Wozu euch ins Gefängnis werfen, weshalb euch das Leben nehmen? Ihr wisst doch, dass diese Zeiten vorbei sind und dass es viele Märtyrer gab, die ihr Leben angeboten haben, um den Feinden der Wahrheit zu beweisen, dass das Martyrium, das Gefängnis und das Blutgerüst — anstatt den Glauben meiner Diener auszulöschen — das Feuer ihrer Liebe anfachen und bewirken würde, dass sie meine Unterweisungen mit noch größerer Kraft verbreiten würden.

31     Ihr fürchtet das Urteil eurer Nächsten und fürchtet, euren Frieden auf der Welt zu verlieren. Warum fürchtet ihr nicht lieber das Urteil eures Gottes, oder den Frieden der Seele zu verlieren, weil ihr eure Mission nicht erfüllt habt?

32     Heute erscheint es euch als viel, was Ich von euch für das "Gelobte Land" verlange. Doch wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr einst in ihm seid, werdet ihr euch darüber wundern, dort zu sein, euch sogar dessen unwürdig fühlen und sagen: "Wie wenig war das, was wir taten, um eine so große Gnade zu verdienen!"

33     Ihr fragt Mich in eurem Herzen: "Meister, gibst Du uns vielleicht mehr, als wir verdienen?" Darauf antworte Ich euch: Wenn Ich euch nach euren Werken geben würde, würdet ihr recht wenig oder nichts besitzen. Glaubt ihr, dass jenes Leben, das ihr habt, jener Körper, den ihr besitzt, jene Gaben, die sich in eurem Wesen regen, und alles, was euch in eurem Dasein umgibt, eine gerechte Belohnung für eure Verdienste sind.

34     Wahrlich, Ich sage euch, Ich habe euch immer mehr gegeben und werde euch immer mehr geben als das, was ihr gerechterweise verdient, weil Ich euch liebe, weil Ich euer Vater bin.

35     Du weinst, Volk, weil du deinen Mangel an Glauben und Liebe erkennst. Dann fragt ihr Mich, was ihr tun müsst, um Mir wohlgefällig zu sein und vor Mir Verdienste zu erlangen. Darauf antworte Ich, dass ihr euren Nächsten mit bestem Willen dienen sollt, dass ihr den Schmerz derer, die leiden, zu dem euren machen sollt, dass ihr eure Gaben entfalten und sie zum Wohle der Notleidenden vervollkommnen sollt. Denn von dem, was ihr an euren Mitmenschen tut, hängt das ab, was ihr bei euer Ankunft im Geistigen empfangt.

36     Was Mich betrifft: Was könnt ihr Mir geben, was Ich nicht habe? Ich habe Macht, Ich habe Frieden, Ich habe Licht, Ich bin Eigentümer des Universums, man liebt Mich und dient Mir. Es gibt nicht den kleinsten Schatten von Selbstsucht in meinem Geiste, weil Ich die Vollkommenheit bin.

Unter euren Mitmenschen dagegen, die Kinder meines Geistes sind — wie viel Elend gibt es da! Wie viel Schmerz und Finsternis! Wie viel Not! Warum liebt ihr Mich nicht in ihnen? Warum gebt ihr Mir nicht alles, was an Liebe in euch ist, indem ihr einander liebt?

37     Volk, dies ist meine Antwort auf deine Frage und mein himmlischer Ratschlag für eure Entschlüsse.

38     Geliebte Kinder, die Ich stellvertretend für die Menschheit empfange: Es naht das Ende meiner Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen. Danach muss euer Geist sich darum bemühen, Zwiesprache von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit zu haben.

39     Heute ist mein Wort eure Schutzwehr, euer Ansporn. Aber auch nach dieser Zeit meiner Kundgabe werdet ihr meine Gegenwart fühlen können.

40     Die Zeiten, in denen ihr auf der Welt einen geistigen Führer nötig hattet, sind vorüber. Von nun an wird jeder, der diesem Pfade folgt, keinen anderen Weg als den meines Gesetzes haben, noch einen anderen Führer als den seines eigenen Gewissens. Dennoch wird es immer Männer und Frauen von großem Lichte und großer geistiger Kraft geben, die durch ihr Vorbild und ihre Inspiration den Menschenscharen beistehen.

41     Wenn es anders wäre, hätte Ich euch bereits Geister wie Moses oder wie Elias zur Erde gesandt, damit sie euch den Weg vorzeichnen und euch immerzu an das Gesetz erinnern würde. Sie stehen euch auch bei, behüten und begleiten euch, aber nicht mehr in menschlicher Gestalt, sondern vom Geistigen aus. Wer sieht sie? Niemand. Aber wenn ihr euch zurüstet, werdet ihr über euch die Gegenwart großer Geister fühlen, die immer mit der Menschheit in Verbindung standen und große Mission in ihr zu erfüllen hatten.

42     Wendet euch an sie in eurem Gebete, und wenn ihr wirklich auf sie vertraut — sage Ich euch — werdet ihr niemals zugrunde gehen, weil sie euch mit jener Liebe und Hingabe führen werden, von denen sie euch so viele Beweise auf der Welt gaben.

43     Ich sage euch noch einmal, dass es euch auf der Welt nicht an Menschen mangeln wird, die mit großem Lichte ausgestattet sind, die euren Weg erhellen und euer Leben mit Liebe besäen. Immer hat die Menschheit die Gegenwart jener Menschen auf Erden gehabt, doch es kommen Zeiten, in denen große Legionen hoher Lichtgeister zur Welt kommen, die die falsche Welt beseitigen werden, die ihr geschaffen habt, um eine neue aufzurichten, in der man Frieden atmet und die Wahrheit regiert.

44     Sie werden unter der Bosheit der Menschen viel zu leiden haben. Doch dies ist nichts Neues, da keiner der Boten Gottes der Verfolgung, dem Spott und Anfeindungen entgangen ist. Sie müssen zur Welt kommen und auf ihr wohnen, weil ihre Gegenwart auf Erden notwendig ist.

45     Sie werden kommen und die Herzen der Menschen liebevoll ansprechen. Ihr Wort, von der Gerechtigkeit des Vaters durchdrungen, wird den Hochmut und den Stolz all derer treffen, die das Kleid der Demut ihrer Seele durch das Prachtgewand der Eitelkeit, des Hochmutes, der falschen Macht und falscher Herrlichkeit ersetzt haben.

46     Diese werden die ersten sein, die sich erheben und mit vor Zorn zitterndem Finger auf meine Boten zeigen werden. Aber dies wird dazu dienen, dass meine Diener in jeder Prüfung, der sie unterworfen werden, große Zeugnisse der Wahrheit geben können, die sie zur Welt mitgebracht haben.

47     Ihr wisst derzeit nicht, auf welchen Wegen des menschlichen Lebens sie in Erscheinung treten werden. Doch Ich sage euch, dass die einen im Schoße der großen Religionsgemeinschaften erscheinen werden. Diese werden für die Einigung und geistige Harmonie aller Menschen kämpfen. Andere werden sich unter den Wissenschaftlern erheben und mit der Frucht ihrer Inspirationen zeigen, dass der wahre Endzweck der Wissenschaft die seelische Vervollkommnung des Menschen ist — und nicht seine Verelendung und Vernichtung. So werden in allen Lebensbereichen meine Diener zutage treten, die mein Gesetz im Herzen tragen und mit Worten und Werken all das bestätigen werden, was Ich in dieser Zeit zu euch gesprochen habe.

48     Auch sage Ich euch, dass mein Same, welcher diese Lehre ist, die ihr empfangen habt, bei euch seine Früchte tragen wird, und dass diese Früchte die großen Seelen sein werden, die in euren Kindern oder in den Kindern eurer Kinder inkarnieren werden.

49     Dies sind bereits meine letzten Lehrstunden, und noch immer spreche Ich zu euch über neue Unterweisungen, und zwar deshalb, weil Ich meine Mission als Meister bis zum letzten Augenblick erfülle, indem Ich in jedes meiner Worte Licht einströme, damit ihr in den Zeiten der Bitternis und des Schmerzes nicht im Dunklen bleibt, wenn sich die Göttliche Gerechtigkeit wie nie zuvor fühlbar macht.

50     Wache und bete für die Welt, geliebtes Volk.

51     Komm zu Mir, Ich bin der Trost und der Friede.

52     Ihr habt auf der Erde Leiden und Missgeschicke erfahren, weil die Seele nicht ihre Fähigkeiten und Gaben entfaltet hat, um sich über die menschlichen Nöte hinwegsetzen zu können.

53     Diese Welt könnte statt eines Tränentals ein Paradies sein, wenn die Menschen guten Willen hätten. Ich besäte diese Heimstatt mit Segnungen, Ich streute keine Dornen auf die Wege. Der Schmerz der Menschen kommt von ihren Verfehlungen. Doch ebenso, wie sie den Schmerz schufen, werden sie sich darum bemühen müssen, ihn zu beseitigen.

54     Ihr, die ihr Mich hört, seid kein verlorenes oder umherirrendes Volk. Ihr seid wie eine Familie, die ihr Heim im Schatten eines mächtigen Baumes errichtet hat, dessen Äste euch ständig ihre Früchte anbieten.

55     In diesem Schatten gewinnt ihr neue Kräfte und pflegt ihr eure Wunden, denn ihr werdet die Wanderschaft wiederaufnehmen müssen, um den Berg bis zum Gipfel zu ersteigen.

56     Schon erreicht es euer Geist, sich bis zur sechsten Sprosse der Himmelsleiter zu erheben, wo ihr das Licht findet, das jeden Irrtum beseitigt, und das euch seinen Beistand anbietet, um die siebte Stufe zu erreichen.

57     Ich werde die Verwirrung und die schlechten Auslegungen beseitigen, die unter euch über die Sieben Siegel existieren. Wahrlich, Ich sage euch: Ihr gehört nicht einem bestimmten Siegel an, sondern — da eure Seele diese ersten bis zum letzten durchlaufen muss — lebt sie heute in der Zeit des Sechsten Siegels oder des sechsten Zeitabschnitts ihrer seelischen Entwicklung.

58     Wie groß sind die Lektionen und die Prüfungen gewesen, die die Seele bestehen musste, um von einem Siegel zum nächsten fortzuschreiten! Wie viele Verdienste musste sie erwerben! Doch es fehlt noch jener des Höhepunktes, des Siebten.

59     Die Macht des Bösen mit ihren Versuchungen wird sich euch beharrlich in den Weg stellen. Aber ihr werdet euch an euren Meister erinnern, der die Welt, den Schmerz und das Fleisch überwand, damit ihr mit seinem Vorbild siegreich aus der Prüfung hervorgeht. Sucht in eurem Geiste das Schwert zum Kämpfen, hier werdet ihr die unfehlbare Waffe immer in Bereitschaft finden.

60     Wie könnte für Mich eine Seele unwiederbringlich verlorengehen, wo sie doch einen Funken meines Lichtes in sich trägt, welcher niemals erlischt, und Ich auf allen Wegen bei ihr bin? Solange auch ihre Widersetzlichkeit andauern oder ihre Verwirrung anhalten mag — niemals werden diese dunklen Kräfte meiner Ewigkeit standhalten.

61     Ich habe euch aufs neue befreit. Oder fühlt ihr eure Seele nicht freier, nachdem ihr ihre fanatische Vergangenheit und ihre Vorurteile beseitigt habt?

62     Ich bin das Leben und habe es gleichermaßen in alle verströmt, wenngleich Ich immer ein Volk oder eine Anzahl Menschen gesucht habe, um Mich bei ihnen zu offenbaren. Dies ist geschehen, um sie zu Boten, Propheten oder Zeugen meiner Göttlichkeit im Dienste der Menschheit zu machen, doch nicht, weil Ich sie durch eine größere Liebe oder Wohlgefälligkeit auszeichne als die anderen.

63     Stärkt euch an meinem Worte, meine Kinder, damit ihr eure Mitmenschen mit wahrer Nächstenliebe betrachten könnt und nicht Richter des Sünders, des Lasterhaften, des Fanatikers, des Selbstherrlichen seid. Denn dann werdet ihr in eurem Gewissen meine Stimme hören, die euch sagt: "Wer rein ist, werfe den ersten Stein."

Mein Friede sei mit euch!

BWL - Band IX - Unterweisung 251


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -

Band IX - Unterweisung 242 - 276
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Unterweisung 251

1         In dieser Zeit seid ihr erstaunt, wenn ihr die Wunder seht, die ihr durch eure Gaben vollbringen könnt. Dann fühlt ihr euch nicht mehr arm oder enterbt, denn auf Schritt und Tritt habt ihr Beweise dafür, dass Ich euch liebe und meinen Blick auf euch gerichtet habe.

2         Die Gaben wurden schon im Augenblick eurer Erschaffung in eure Seele gelegt. Aber es war notwendig, dass Ich kommen würde, um euch zu lehren, und dass ihr lange Wege zurücklegen und euch dabei immer weiter entwickeln würdet, damit diese Gaben sich zu offenbaren beginnen würden.

3         Gerade in der heutigen Zeit hat die Seele des Menschen gefühlt, dass sie in einem neuen Zeitalter lebt, dass sie das Licht eines neuen Tages erhellt. Sie hat ein Erbeben, eine Unruhe erlebt, die sie aus der tiefen Lethargie gerissen hat, in der ihre Gaben und Fähigkeiten eingeschlafen waren.

4         Derzeit stellt sich der Mensch noch Fragen, er ahnt nur. Doch bald kommt die Stunde, in der er mit Gewissheit ausruft: "Dort ist der Weg", und ihm gläubig folgt.

5         Wer könnte das Vorankommen der Seelen dieser Menschheit aufhalten, wenn sie sich einmal auf den Weg gemacht haben, und wer wäre imstande, die von meinem Lichte vorgezeichnete Route zu ändern? Nichts und niemand wird das geistige Erwachen der Menschen aufhalten können, wenn diese sich im Verlangen nach dem Erbe und der Botschaft erheben, das ihnen die Dritte Zeit gebracht hat.

6         Ich hätte euch schon vor langer Zeit erwecken können. Aber Ich wollte zum richtigen Zeitpunkt zu euch kommen, wenn ihr des tiefen Schlafes überdrüssig sein würdet, in den ihr gesunken seid, und wenn das Erschrecken vor euren Sünden und euren fortwährenden kriegen euch von den Leidenschaften eurer materiellen Natur frei machen würde.

7         Heute ein Volk, morgen ein anderes, und danach weitere werden von einem inneren Licht erleuchtet erwachen, das zu ihnen allen von Vergeistigung sprechen wird.

8         Zum Zeitpunkt des Erwachens jener Völker werde Ich bereit sein, Mich bei ihnen zu offenbaren. Es wird die Stimme des Vaters sein, die dem Ruf der Kinder antwortet. Aber wahrlich, Ich sage euch, Ich werde Mich nicht allen in der gleichen Weise kundtun. Zum Beispiel wurde diese Kundgabe, die Ich bei euch mittels des menschlichen Verstandesvermögens gehabt habe, nur euch gewährt, und ihr könnt euch als das Volk betrachten, das beim Anbruch dieses Zeitalters als erstes erwachte.

9         Die Zeit, in der Ich Mich in dieser Form bei euch kundgebe, ist bereits angezeigt, und es gibt keinen Spiritualisten, der nicht das Jahr und den Tag für die Beendigung dieses Zeitabschnitts kennt.

10     Wenn Ich meine Unterweisung unter euch zum Abschluss bringe, werdet ihr euch vorbereiten müssen, um diesen Samen in den Völkern der Welt auszustreuen, womit ihr euren Mitmenschen in den kritischen Augenblicken ihres Erwachens sehr helfen werdet. Diese werden sich angesichts der Gewissheit ihrer Vorahnungen und der Realität meiner Botschaft vorbereiten, um Mich in geistiger Form zu empfangen. So wie Ich Mich bei euch je nach der Zubereitung jeder Versammlung und jedes Stimmträgers offenbarte, ebenso werde Ich Mich bei jenen je nach der Vergeistigung jeder Gemeinschaft und der Andächtigkeit, die in ihren Versammlungen herrscht, kundgeben.

11     Schreibt mein Wort nieder und hütet es, damit ihr es, wenn die Zeit gekommen ist, bekannt macht. Denn es wird die Grundlage und der Ausgangspunkt für die neuen Gemeinden sein, die auf der Welt zum geistigen Leben erstehen.

12     Lasst nicht zu, dass meine Botschaft mit den vermaterialisierten Vorstellungen und Irrtümern derer vermischt wird, die Mir als Werkzeuge gedient haben, denn dann werdet ihr die Frucht, die Ich euch anvertraut habe, nicht unverfälscht weitergegeben haben. Ich habe euch während eines langen Zeitraums hindurch unterwiesen, um meine göttliche Essenz kennenzulernen, damit ihr euch von jeder menschlichen Vorliebe frei macht.

13     Das Licht meines Geistes wird den Schritten derer folgen, die Mich verstehen und morgen aufbrechen, um meine Gebote mit der größten Gewissenhaftigkeit, derer sie fähig sind, auszulegen. Denn sie werden auf ihrem Wege erleben, dass ihr Kampf, ihre Opfer und Anstrengungen nicht umsonst gewesen sind. Ich werde sie bei ihrer Arbeit überraschen und ihnen ankündigen, dass sie bald andere Gemeinden erwarten, dass sie bald an die Aussaat gehen können, weil das Saatkorn ausgereift ist.

14     Es wird seelische Gefühlsaufwallung und Freudentränen bei meinen Jüngern geben, wenn sie Zeugen der Erfüllung meines Wortes werden.

15     Ihr werdet nicht umherziehen und an die Türen klopfen müssen, um den zu suchen, der euch zuhört. Denn ihr werdet feststellen, dass es eure Mitmenschen sein werden, die euch suchen und rufen. Mir genügt es, wenn ihr euch vorbereitet. Dann werde Ich euch die Wege weisen, euch eingeben, was ihr tun müsst und euch jene zuführen, die im Verlangen nach einem Zeugnis der Liebe, der Vergeistigung und Barmherzigkeit sich an mein Volk wenden werden.

16     Wenn ihr durch eure Harmonie die Gemeinschaft bildet, die Ich von euch erwarte, werdet ihr euch nicht darum bemühen müssen, euch bekannt zu machen, denn dann werden es andere sein, die diese Aufgabe erfüllen, indem sie von Herz zu Herz die Nachricht verbreiten, dass es eine Gemeinschaft gibt, in deren Schoße das Licht einer göttlichen Botschaft erstrahlt, die für alle Menschen Brot des geistigen Lebens ist.

17     Ich sage euch: Vertraue auf Mich, Volk. Denn wenn ihr aus dem Schoße eurer Gesellschaft verjagt werdet, wenn man euch aus den Städten, in denen ihr wohnt, vertreibt, werde Ich euch weit weg von euren Verfolgern bringen, werde euch in die Wüste, ins Bergland, in ferne Täler oder an die Ufer des Meeres bringen, und dort werde Ich euch ernähren, wie Ich das Volk Israel in der Wüste nährte, indem Ich ihm das Manna sandte.

18     Jetzt bringe Ich ein neues Manna für mein Volk, das bald herabkommen wird, sobald die Prüfungen meine Auserwählten überwältigen.

19     Die Prüfungen werden kommen, weil mein Wort immer in Erfüllung geht. Sie werden dazu dienen, mein Volk zu vereinen, so wie sich Israel in Ägypten unter der Knechtschaft Pharaos vereinigte.

20     Wenn die Prüfungen kommen, werden nur die auf diesem Wege bleiben, die Mich lieben — die Mutigen und die Treuen. Die Falschen, die Heuchler, diejenigen, die die Welt fürchten, die Mir nicht aus Liebe nachfolgen, werden sich entfernen. Mir wird es genügen, diejenigen vereinigt zu sehen, die Mich in Wahrheit lieben, um dann der Welt zu sagen: dies ist mein Volk, dies ist mein Same.

21     Ich versichere euch, dass denen von euch, die Mir mit dem ganzen Glauben ihrer Seele nachfolgen, weder Wasser noch Brot fehlen wird, denn noch niemals ist jemand in seinem Glauben betrogen worden.

22     Ich vernehme schon, dass einige Mich in ihrem Herzen fragen: "Meister, wann wird all dies sein?" Und zwar deshalb, weil ihr Furcht fühlt, weil ihr erbebt, wenn Ich euch diese Prüfungen ankündige. Doch Ich sage euch: Wer Angst hat, geht nicht in die Wüste, er bleibt in der Stadt, wo er die Unterdrückung leichter erträgt, weil er sich an die Knechtschaft und die Erniedrigung gewöhnt hat. Doch wenn er seine Augen für die Wahrheit öffnet, werde sein Herz von Mut und Glauben erfüllt, gehe er in die Wüste, mache er sich auf im Verlangen nach der Freiheit seiner Seele und dem Frieden seines Herzens.

23     Ihr fragt Mich, wann diese Prüfung kommen wird? Ich sage euch, dass sie für einige schon gekommen ist, und dass sie sich später anderen präsentieren wird, bis ihr alle zubereitet und stark geworden seid.

24     Die Prüfungen kommen auf eine so subtile Weise, dass euch oftmals nicht einmal bewusst wird, wann sie kamen und wann sie endeten. Was geschähe mit euch, wenn Ich euch das Datum, den Tag und die Stunde ankündigen würde, damit ihr sie erwartet?

25     Wie viele von euch leben bereits in der Wüste, von der Ich an diesem Tage zu euch gesprochen habe, und nähren sich von dem neuen Manna. Es sind die, die — aus dem Schoße der Gesellschaft ausgestoßen — von ihren Angehörigen und Freunden verkannt worden sind. Es sind jene, denen man den Gruß verweigert und die Türen zur Arbeit verschlossen hat. Es sind auch jene, die man als Ketzer, Verräter und Abtrünnige verurteilt hat und die aus dem Schoße ihrer Kirchen hinausgeworfen wurden.

26     Sie haben Verleumdung, böse Blicke, Demütigungen, Spott und Verachtung ertragen. Doch all dies ertrugen sie mit Geduld, im Wissen, dass sie nichts verloren und die Gnade erlangt haben, Mich zu vernehmen.

27     Sie mussten sich in die "Wüste" zurückziehen, aber nicht in eine materielle Wüste, sondern an einen geistigen Zufluchtsort, auch wenn sie körperlich weiterhin dort gelebt haben, wo sie immer gelebt haben.

28     Dort, an jenem geistigen Zufluchtsort, haben sie einen Frieden gefunden, den sie zuvor nicht kannten, haben sie Befriedigungen gehabt, die ihnen vorher niemand gab, und wenn sie anfangs Einsamkeit fühlten, weil sie meine Gegenwart nicht wahrzunehmen vermochten, danken sie Mir heute, weil ihnen nichts gefehlt hat, und weil sie niemand besiegt hat.

29     Das Leben der Vergnügungen, das sie zuvor führten, blieb hinter ihnen, alles Falsche, alles Oberflächliche verschwand. Denn für sie kam die Zeit, die Wahrheit zu finden und sich mit der ganzen Kraft ihres Wesens an sie zu klammern.

30     Wohl den Menschen guten Willens und Glaubens, denn sie werden nicht zum Opfer ihrer Feinde werden. Meine Macht hält die Hand zurück, die sie meuchlings ermorden will, mein Licht überrascht den, der ihrem Gange auflauert, damit sie voran schreiten, ohne aufgehalten zu werden, weil sie das Gelobte Land erwartet. In ihm ist ein Fest vorbereitet für den Zeitpunkt, da ihr alle in dasselbe eingeht.

31     Mein Wort hat die Saiten vieler Herzen berührt, die Mir gesagt haben: "Herr, niemand sagt wie Du die Wahrheit, denn seit wir Dir in dieser Zeit nachfolgten, mussten wir die Urteile unserer Mitmenschen ertragen, die wie die bitteren Kräuter waren, die Dein Volk in der Nacht der Befreiung in Ägypten aß."

32     Denke an deinen Glauben, o geliebtes Volk, und du wirst erleben, wie selbst jene, die dich abgelehnt haben, herbeikommen werden, um deine Reihen zu vergrößern. Denn auch an sie wird der Ruf ergehen, auch ihnen wird die Gelegenheit geboten werden, sich von ihrem vermaterialisierten und falschen Leben frei zu machen, um die Leere ihrer Seelen mit der göttlichen Essenz auszufüllen, die dieses Werk im Überfluss schenkt.

33     Der Ruf kann bei allen zur gleichen Zeit erfolgen, aber nicht alle können zum gleichen Zeitpunkt darauf reagieren. Die einen werden bereit sein, herbeizueilen, andere werden das nicht tun können, weil ihre Seele noch nicht genügend entwickelt ist, um sich an die Erfüllung ihrer Mission zu machen.

34     Ich sage euch dies, damit — wenn Ich zu euch von den Berufenen und den Erwählten spreche — ihr wisst, dass es in jeder Zeit viele Berufene und wenige Erwählte gibt, weil Ich nur die Vorbereiteten auswähle, und alle, die gerufen wurden und nicht zu den Erwählten gehörten, eine Zeitlang werden warten müssen, um erneut gerufen zu werden.

35     Erinnert ihr euch nicht daran, dass Ich euch schon oft gesagt habe, dass Ich zum ersten, zweiten und dritten Mal an die Türen eurer Herzen geklopft habe, und dass ihr erst dann, wenn ihr wach und vorbereitet gewesen seid, auf meinen Ruf hin herbeigeeilt seid? Verzweifelt daher nicht angesichts jener, zu denen meine Botschaft gelangt und die kein Interesse zeigen.

36     Erfüllt eure Mission, mein Wort bekannt zu machen, und seid mit dem unmittelbaren oder späteren Ergebnis eurer Arbeit zufrieden.

37     Ihr sucht in meinem Worte die Kraft, von der ihr fühltet, dass sie euch fehlte, um euch von dem Schlechten zu trennen, das es in eurem Leben gibt, weil ihr in euren Herzen die Sitten, Gewohnheiten, Traditionen und Laster eurer Vorfahren habt Wurzel fassen lassen.

38     Jetzt ist in eurem Inneren ein Kampf entbrannt, weil sich die Stimme des Gewissens immer klarer vernehmbar macht. Aber euer Herz setzt ihm noch Widerstand entgegen, weil es in seiner Sinnenverhaftung mehr dem Körper als der Seele zugeneigt ist.

39     Ich segne euren inneren Kampf, weil er ein Zeichen dafür ist, dass ihr Liebe zu Mir fühlt, dass ihr meinem Worte Wahrheit und Gerechtigkeit zugesteht.

40     Es gibt Augenblicke, in denen ihr befürchtet, dass in euch das "Fleisch" siegt, weil euer Glaube und eure Liebe noch schwach sind gegenüber den Versuchungen. Dann kommt ihr eilig herbei, Mich zu vernehmen, in der Hoffnung, in meinem Worte die notwendigen Waffen zu finden, um die Sünde und Finsternis zu bekämpfen. Ihr kommt zerknirscht, bekümmert, mit dem Wunsch, dass es möglich wäre, dass mein Blick euch nicht entdeckt, obwohl ihr wisst, dass ihr meinem Blicke nicht einen Augenblick lang entgeht.

Später, wenn ihr in eurem Herzen die Zärtlichkeit meines Wortes empfangen habt, lasst ihr die Tränen fließen, in einer Ungehemmtheit, die die Seelenlast immer mehr erleichtert. Dann denkt ihr schließlich, dass, da Ich euch mit so großer Liebe empfangen habe, dies geschehen ist, weil Ich nicht in euer Herz gedrungen bin, noch in ihm all das entdeckt habe, was euch vor Mir beschämt.

41     Ach ihr kleinen und schwachen Kindlein, die ihr euren Meister noch nicht kennt! Was geschähe mit euch, die ihr bei Mir Kraft sucht, um nicht mehr zu sündigen, wenn Ich euch statt mit Worten der Vergebung, des Ansporns, der Liebe und Weisheit mit Verurteilungen und Richtersprüchen, mit Vorwürfen, Drohungen und Strafen empfinge? Es würde eines Tages damit enden, dass ihr an diesem Worte zweifelt, um euch dann in hemmungsloser Weise in die Arme des Materialismus zu werfen. Sagt also nicht, dass mein Blick euch in den Augenblicken, in denen Ich euch durch den Stimmträger mein Wort gebe, nicht entdeckt.

42     Seht diese Schar von "Arbeitern", Diener in diesem Werke: Auch sie kamen wie ihr mit einem Herzen voller Leiden und entfesselter Leidenschaften, auch sie wurden von meinem Worte erschüttert und lernten den innerlichen Kampf der Seele mit dem Fleische kennen, und auch sie meinten, dass mein Blick sie unter den Menschenscharen nicht entdeckt, weil Ich ihnen in meinem Worte ihre Sünden nicht zum Vorwurf machte.

Jetzt sind sie hier, auf meinem Ackerland, und führen in Frieden eine Aufgabe aus, die Ich ihnen anvertraut habe. Denn schließlich gelangte der Glaube in ihr Herz, weil nach dem Kampfe Ruhe in ihrer Seele war und weil sie verstanden haben, dass sie meinem göttlichen Blicke niemals entkommen können, der euch folgt, wohin ihr auch geht.

43     Noch immer versucht sie die Welt und das Fleisch, und dies dient dazu, ihre Liebe, ihren Glauben und ihre Treue auf die Probe zu stellen, und damit sie nicht einschlafen. Manche pflegen die Welt herauszufordern, während ihre geistige Kraft noch nicht groß genug ist, um sie vor allen Stürzen zu bewahren. Dies sind jene, die stürzen und sich wieder aufrichten — jene, die sich heute entfernen und morgen wieder zurückkehren, bis der Tag kommt, an dem sie nicht mehr schwach sind und sie bis ans Ende in der Wahrheit zu bleiben vermögen.

44     Aus euch, die ihr heute betrübt herbeikommt, weil ihr eure Schwächen nicht beherrschen könnt, werde Ich neue "Arbeiter" machen, auch wenn es euch derzeit unmöglich erscheint, dass ihr jemandem nützlich sein könnt. Dann werdet ihr in eurem Wesen ein Wunder Wirklichkeit werden sehen, weil ihr eure seelische Umwandlung miterleben werdet. Dann wird sich der Schwache stark fühlen, und der Ungläubige inbrünstig.

45     Gesegnet seien, die, wenn sie gesündigt haben, bereuen und weinen, weil sie Mich beleidigt haben. Wohl den geistig Armen, denn Ich bin gekommen, um sie zu ermutigen und sie über die Welt, die Sünde, den Materialismus und das Laster siegen zu lassen.

46     Morgen werdet ihr das Wunder eurer Bekehrung und eurer Erneuerung bezeugen müssen. Morgen werdet ihr für eure Mitmenschen ein offenes Buch sein, und aus seinen Seiten, das heißt eurer Vergangenheit, werdet ihr alles Licht der Erfahrung und Weisheit entnehmen, die ihr in meinem Werke erworben habt, damit ihr es euren Mitmenschen als reife Frucht eures Kampfes, eurer Zubereitung und eures Sieges darbietet.

47     In die Nationen, in die Provinzen und Dörfer, in denen die Menschen mein Kommen ersehnen, wo man die Gegenwart meines Wortes ahnt, wird das Zeugnis meiner "Arbeiter" wie ein wahrer Himmelstau auf die dürstenden Seelen der Menschen niedergehen.

48     Ich habe euch bereits gesagt, dass meine Zeugen und Nachfolger abgelehnt, verspottet und verfolgt werden; aber andere werden ihnen auch glauben und sie segnen. Es wird ein anderer Kampf sein, den Ich auch segnen werde. Denn wo gekämpft wird, dort wird es auch Siege geben.

49     Damit alle Menschen der Erde der Wahrheit dieser Botschaft Glauben schenken können, habe Ich bewirkt, dass jene in alten Zeiten prophezeiten Zeichen auf dem ganzen Erdkreis spürbar waren Prophetien, die von meiner Wiederkunft sprachen.

Daher werden die Menschen, wenn diese Gute Botschaft zu den Nationen gelangt, alles erforschen und untersuchen, was in diesen Zeiten zu ihnen gesprochen wurde, und überrascht und freudig werden sie entdecken, dass alles, was bezüglich meiner Wiederkunft angekündigt und verheißen wurde, getreulich in Erfüllung gegangen ist, wie es Jenem entspricht, der nur einen Willen, ein Wort und ein Gesetz hat.

50     Ich habe euch in meinen Unterweisungen gesagt, dass das Leben die Via Dolorosa der Seele ist, und dass diese das Ende ihres Daseins auf Erden ist. Es ist ihr Kalvarienberg, auf dem ihr bemüht sein sollt, Mich zum Vorbild zu nehmen, indem ihr meine Beispiele in die Praxis umsetzt.

51     Glücklich die Seelen, die mit Glauben und Tugend bis zum Gipfel gelangen. Denn in dem Augenblick, da sie sich von ihrer Leibeshülle lösen, werden sie als Belohnung für ihren Mut und ihre Liebe die Liebkosung des Vaters erfahren. Dies sind jene, die ohne Straucheln in die Ewigkeit eingehen werden.

52     Mein Wort in dieser Zeit wird den Menschen helfen, den ganzen Sinngehalt meines Gesetzes und meiner Lehre zu verstehen, und die Erfüllung, die ihnen der Mensch gibt, wird ihm die Glückseligkeit bescheren — eine Seligkeit des Herzens und Frieden der Seele. Denn die vollkommene Glückseligkeit wird die Seele nur in der Heimstatt finden, der sie angehört.

53     Wie viele Gelegenheiten habt ihr fortwährend, gut und euren Nächsten nützlich zu sein. Jedes Heim ist ein geeignetes Feld, um meinen Samen auszusäen. Jede Stadt und jedes Volk ist wie Land, das nach Barmherzigkeit und Liebe dürstet, und Ich mache euch zu Sämännern, damit ihr den Menschen euren Trost spendet und Frieden sät.

54     Werke, Worte und Gebete sind die Mittel, die ihr gebrauchen sollt und könnt, um auf der Welt die Aufgabe zu erfüllen, euren Mitmenschen zu dienen und sie zu lieben.

55     Ich habe euch das vollkommene Gebet gelehrt, das die wahre Sprache der Seele ist, das den Menschen in direkte Verbindung mit Mir bringt.

56     Ich habe euch die Gabe des Wortes gegeben, welche Ausdruck des Lichtes ist, das in der Seele ist, und der Liebe, die das Herz birgt.

57     Volk, das mein Wort vernimmt: Sage nicht, dass Ich zu viel von euch verlange, da Ich besser als ihr selbst weiß, wozu ihr fähig seid.

58     Heute fühlt ihr euch schwach, unbeholfen, unfähig und unwürdig, weil ihr euer Inneres prüft und viele Schwächen, viele Unzulänglichkeiten entdeckt, die euch den Schmerz der anderen nicht fühlen lassen. Aber Ich werde euch zunächst heilen, euch meinen Frieden fühlen lassen, euer Herz ermutigen und euren Weg säubern. Dann werdet ihr keine Befürchtungen mehr haben, noch werdet ihr Zweifel haben, noch werdet ihr euch unfähig fühlen.

59     Daher habe Ich euch eine Zeitlang Mir zuhören lassen, um euch nach und nach an meinem Worte zu ermutigen, ohne euch schon in die Provinzen zu senden. Doch wenn eure Seelen von meiner Essenz durchdrungen sind, werden sie nicht mehr auf Prüfungen oder Zeichen warten, um aufzubrechen, denn sie werden durch Inspiration empfangen, was sie tun sollen.

60     Bete, Volk, und während ihr betet, werde Ich meinen Frieden auf alle Völker der Erde ausgießen, werde Ich eure Heime segnen und eure Wege erhellen.

61     Ich werde euch einen Beweis dafür geben, dass alles wahr ist, was Ich euch versprochen habe. Welcher Beweis wird dies sein?: Der, dass ihr in eurem Leben etwas Wirklichkeit werden seht, was ihr schon seit langem erhofft — etwas, das für einige unmöglich zu erlangen ist. Zu einigen wird das von Mir Angebotene bald gelangen, andere werde Ich warten lassen. Aber wahrlich, Ich sage euch, es wird nicht einen geben, der meinen Liebesbeweis nicht erhält. Wenn diese Gnade zu jedem von euch kommt, werdet ihr euch an mein Wort erinnern, und euer Glaube wird dann größer werden.

62     Verzweifelt nicht, vergießt keine Tränen, versteht diese Stunde zu erwarten, indem ihr meine Unterweisung befolgt, betet und wacht.

63     Seht ihr, wie ihr in diesen Augenblicken, in denen ihr eure Seele emporrichtet, eure Leiden vergesst und von meinem Frieden erfüllt werdet? Bemüht euch, durch eine vollständige Ausübung meiner Lehre immer bei Mir zu sein, und ihr werdet meinen Frieden und mein Licht über eure Missgeschicke und Plagen obsiegen sehen.

64     Begreift, dass eure Leiden nicht nutzlos sind, sondern dass ihr die Aufgabe habt, seelisch und körperlich widerstandsfähig zu werden, damit ihr einen Teil der Zahl meiner Sämänner bilden könnt.

65     Die, die den Menschen Trost bringen wollen, die jene aufrichten wollen, die gestürzt sind, die den Schwachen Kraft geben wollen, müssen durch das Licht der Erfahrung erleuchtet sein, müssen im Kampfe und in den Prüfungen gestählt sein. Kein Schmerzensbild darf sie verzagt machen, vor keinem Unwillen eines Nächsten dürfen sie sich fürchten, vor keinem Schmerz dürfen sie davonlaufen, wenn sich ihnen Hände entgegenstrecken im Verlangen nach Barmherzigkeit.

66     Dort, unter denen, die im Laster und im Schmerz verhärtet sind, werdet ihr viele zum Lichte empordringen sehen, indem sie Erneuerung und Vergeistigung suchen. Damit diese Inspiration jedoch zu ihnen gelangt, müsst ihr in ihr Herz einen wahren Beweis von Brüderlichkeit legen, eine Handlung, die der Lichtstrahl ist, der die Finsternis von dem beseitigt, der leidet.

67     Begreift also, dass der Schmerz, der euch auf vielerlei Weise begleitet hat, der Meißel gewesen ist, der eure Seele innerlich für die Durchführung einer schwierigen Mission geformt hat.

Mein Friede sei mit euch!


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