BWL - Band IX - Unterweisung 248


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IX - Unterweisung 242 - 276

Unterweisung 248

1         Mein Friede sei in jeder Seele. Fühlt diesen Frieden tief, damit das Licht hervorbrechen kann, das euch die wahren Wege sichtbar macht, und ihr euch von den dunklen Pfaden abkehren könnt, die ihr jahrhundertelang zurückgelegt habt und dabei zwischen Dornengestrüpp gestrauchelt seid. Mit wie viel Trübsal habt ihr den schönen Planeten bedeckt, den Ich euch anvertraute, damit ihr einen Augenblick eures ewigen Lebens lang auf ihm wohnen würdet.

2         Nur mit Frieden in eurer Seele werdet ihr Mir nachfolgen und Mich verstehen können. Die Lehransprache, die Ich an euch richte, ist für starke Seelen, für Menschen, die im Schmerz und in der Liebe stark geworden sind, damit sie später vor der Menschheit als Vorbilder erstrahlen.

3         Wenn ihr an das Vorbild Jesu denkt, werdet ihr meine Unterweisungen am besten nutzen. Doch wenn ihr darauf beharrt, die bitteren Früchte zu essen, die die Menschheit kultiviert, werdet ihr wenig oder nichts von der Lehre des Meisters verstehen. Es gibt viele gefährliche und gleisnerische Früchte, weil sie äußerlich Süße verheißen und in ihrem Innern Gift verbergen.

4         Ich sage euch aufs neue: Bringt eure Seele zur Ruhe und vergesst für einen Augenblick eure Probleme bei dem Gedanken, dass sie die der ganzen Menschheit sind, da die Welt eine Zeit der Wiedergutmachung durchlebt.

5         Ihr seid wie Sträucher, die manchmal so dürre und kranke Zweige haben, dass sie eine schmerzhafte Beschneidung benötigen, um ihre kranken Teile zu entfernen, damit sie wieder gesunden können. Wenn meine Liebesgerechtigkeit vom menschlichen Baume die kranken Äste entfernt, die sein Herz schädigen, richtet sie ihn auf. Wenn einem Menschen ein Glied seines Körpers abgeschnitten werden soll, seufzt er, zittert er und wird feige, auch wenn er weiß, dass es geschieht, um das zu entfernen, was krank ist, was tot ist und bedroht, was noch leben kann. Auch die Rosen, wenn sie beschnitten werden, vergießen ihren Lebenssaft wie Schmerzenstränen; aber danach bedecken sie sich mit den schönsten Blüten. Meine Liebe beschneidet auf eine unendlich höhere Weise das Böse im Herzen meiner Kinder, wobei Ich Mich manchmal selbst opfere. Als die Menschen Mich kreuzigten, bedeckte Ich meine Henker mit meiner Güte und meiner Vergebung und gab ihnen Leben. Mit meinen Worten und in meinem Schweigen erfüllte Ich sie mit Licht, verteidigte und rettete Ich sie. So beschneide Ich das Böse, wehre Ich ihm durch meine Liebe und verteidige und rette ich den Übeltäter. Jene Vergebungen waren, sind noch immer und werden ewiglich Quellen der Erlösung sein.

6         Heute wie früher richte Ich euch bei euren Stürzen auf, greife Ich bei eurem Irregehen ein. Erkennt, dass ihr von Mir nichts zu fürchten habt. Fürchtet euch vor euch selbst!

7         Ich zeige meinen Kindern immer den leichten, schönen und sicheren Weg. Ich erspare euch die langen, schweren und leidvollen Fußreisen, die ihr euch durch eure Werke schafft. Wenn ihr euch verirrt oder träge seid und eure Ankunft auf dem Wege des Lichtes verzögert, dann nur, weil ihr euch darauf versteift.

8         Ich gebe euch neue Offenbarungen, damit ihr gleichfalls neue Umwandlungen erreicht. Nichts und niemand wird verhindern können, dass meine Lehrworte in Form von Schriften zu den Seelen gelangen. Mein Wort wird alles Falsche zerstören, das sich im menschlichen Leben angesammelt hat.

9         Ich löse damit keinen kleinen Streit aus, sondern einen großen Krieg der Weltanschauungen, in dem die Inspirierten erstrahlen werden. Ich werde euch das rechte Wort eingeben, damit ihr meine Unterweisung richtig auslegt.

10     Kommt zum Meister und lernt von Ihm, damit ihr die schlechten Auslegungen beseitigt, die man euch über die Schriften früherer Zeiten gelehrt hat. Jene irrigen Auslegungen, die wie blinde Spiegel waren, haben euch die Wahrheit nicht schauen lassen.

11     Man hat zu euch vom Antichrist gesprochen, was sich auf eine Offenbarung meines Jüngers Johannes bezieht. Irrigerweise habt ihr diese Persönlichkeit auf viele eurer Mitmenschen bezogen, sowohl der Vergangenheit, als auch der Gegenwart. Heute sage Ich euch, dass jener Antichrist, so wie ihn die Menschheit aufgefasst hat, nicht existiert noch existieren wird. Antichrist ist jeder, der nicht liebt, weil Christus die Liebe des Schöpfers ist. Erkennt daher, dass eure Welt voll von Antichristen ist, die durch den Materialismus verblendet sind.

12     Ich sage euch, dass es besser für euch ist, voller Ungewissheiten und Verneinungen zu sein, als voll falscher Überzeugungen oder Lügen, die ihr für Wahrheiten haltet. Eine ehrliche Verneinung, die dem Zweifel oder der Unwissenheit entspringt, schadet euch weniger als die falsche Gewissheit einer Unwahrheit. Ehrlicher Zweifel, der nach Verständnis hungert, ist besser als der feste Glaube an irgendeinen Mythos. Die verzweifelte Ungewissheit, die laut nach Licht verlangt, ist besser als die fanatische oder abgöttische Gewissheit. Heute überwiegen überall die Ungläubigen, die Enttäuschten und die Verbitterten. Es sind Rebellen, die oftmals klarer sehen als die anderen, die das rituelle Gehabe nicht als solches empfinden, noch überzeugen sie die Versicherungen, die sie von denen vernommen haben, die die Menschen geistig führen. Denn all jene komplizierten Theorien erfüllen ihr nach reinem Wasser dürstendes Herz nicht, das ihre Angst beschwichtigt. Jene, die ihr für Rebellen haltet, zeigen in ihren Fragen oft mehr Licht als die, die sie beantworten, weil sie sich für gelehrt oder bedeutend halten. Sie fühlen, sehen, spüren, hören und begreifen mit größerer Klarheit als viele, die sich Meister in den göttlichen Unterweisungen nennen.

13     Auch diskutiert ihr über das gefürchtete und schreckliche Ende der Welt, das ihr bei jedem Kriegsausbruch für unmittelbar bevorstehend haltet. Auch dazu sage Ich euch heute, dass jenes Ende, das ihr erwartet, nicht kommen wird. Meine Worte der Zweiten Zeit beziehen sich auf die vermaterialisierte und wissenschaftliche Welt, die Mich nicht ehrt, noch Mich liebt, noch Mich anerkennt.

14     Ihr habt wörtlich an das Kommen von Menschen geglaubt, die sich selbst "Christus" nennen werden, und habt schließlich geglaubt und verstanden, dass dies falsche Christusse sein werden.

15     Ihr wollt die Sinnbilder unbedingt verkehrt auffassen und beschäftigt euch mit ihnen auf eine solche Weise, dass ihr in Irrtümer geratet und am Ende nicht wisst, was ihr denken sollt. Denkt nicht so viel, läutert eure Seele und euer Herz und kommt zu Mir. Ich werde euch das Licht geben und euch das offenbaren, was ihr wissen müsst, sowohl für eure materielle Verbesserung, als auch für euren geistigen Aufstieg.

16     Wer sind die falschen Christusse? All jene, die Überlegenheit und Tugend ausposaunen und behaupten, Verbreiter des Guten zu sein, obwohl sie gerade das Gegenteil tun.

17     Noch immer sprecht ihr von der furchtbaren Gerechtigkeit Gottes, vom Zorn Jehovas, vom "Auge um Auge und Zahn um Zahn" des Tages des Gerichts, an dem Ich der rächende Richter sein werde. Doch wie viele Tage des Gerichts habt ihr während eures Daseins erlebt? In jenen für eure Seele traurigen Augenblicken bin Ich nicht euer Richter gewesen, sondern euer Verteidiger. In meinem Geiste kann kein Zorn existieren. Wie könnte Ich ihn dann offenbaren? In Mir gibt es nur Harmonie. Die, die sich Auge um Auge und Zahn um Zahn nehmen, seid ihr. Meine Gerechtigkeit ist liebevoll, und ihr selbst seid es, die um die Gelegenheit bitten, sich zu läutern. Denn Ich strafe euch nicht.

18     Euch, die ihr auf Irrwegen wandelt, werde Ich bald empfangen und euch meine Kraft und mein Licht geben, wenn ihr Mich ruft. Es ist nicht von Bedeutung, dass ihr in eurem Körper und in eurer Seele die Spur großer Sünder habt. Ich werde bewirken, dass ihr die segnet, die euch beleidigt haben, und dass ihr Gott segnet, weil Er dies Wunder in euch für möglich gehalten hat. Dann werdet ihr die Liebe Christi in eurem Herzen zu fühlen beginnen.

Manche denken, wenn sie diese Worte hören: Wie ist es möglich, dass die großen Sünder diese Gnade ebenso wie die Gerechten empfangen können, die sie durch Verdienst besitzen? O Menschen,

Menschen, die ihr nicht weiter als eure Augen seht! Ich habe euch meine Wohltaten immer aus Gnade gegeben, noch bevor ihr sie verdient habt!

19     Ich antworte sowohl auf einen reinen Gedanken, als auch auf die traurige Klage dessen, der sich Mir befleckt naht, wann immer sich ihm wegen seines Mangels an Liebe zu seinen Mitmenschen auch nur ein Funken von Demut oder Einsicht entringt.

20     Ich bin der Verteidiger der Schwachen, die in ihrer großen Unfähigkeit und Unwissenheit Tränen vergießen. Ich bin die göttliche Hoffnung, die den Weinenden ruft und tröstet, bin der liebevolle Jesus, der den sanft liebkost, der in seinem Schmerz und seiner Wiedergutmachung stöhnt.

21     Ich bin euer Retter, euer Erlöser. Ich bin die dem Menschen zugängliche Wahrheit.

22     Nun folgt eine weitere meiner Unterweisungen, Jünger: Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr euch stark, groß oder überlegen fühlt, entfernt ihr euch von Mir, weil euer Hochmut das Gefühl der Demut erwürgt. Doch wenn ihr euch klein fühlt, wenn ihr erkennt, dass ihr wie Atome inmitten meiner Schöpfung seid, dann nähert ihr euch Mir; denn aufgrund eurer Demut bewundert ihr Mich, liebt ihr Mich und fühlt Mich euch nahe. Dann denkt ihr an all das Große und Unerforschliche, das Gott in sich birgt und das ihr gerne wissen und erfahren würdet. Es kommt euch so vor, als ob ihr das Echo göttlichen Flüsterns in eurer Seele vernehmen würdet.

23     Ich bin der Meister eurer Seele und ihr Heiland. Euer Körper ist eines der so vielen Werkzeuge, die euch gegeben wurden. Aber die meisten pflegen Mich zu vergessen, wenn sie inkarnieren, und in die Irre zu gehen, beeinflusst durch das Leben, das sie auf der Erde umgibt. Dies geschieht, wenn der Seele noch wahre Größe und Erhebung fehlt.

Andere, die nicht vergessen, dass Ich ihr Herr und ihr Vater bin, zeigen sich unersättlich im Bitten, aber geizig, wenn es darum geht, zu geben. Ihnen mangelt es an Hochherzigkeit der Seele, um lieben zu können. Sie meinen zu verstehen, wie man bittet, aber sie verstehen nicht zu geben. Sie bemühen sich nicht, bitten zu lernen, und noch weniger, geben zu lernen. Das Einzige, um das sie Mich bitten sollen, ist, dass Ich meinen Willen an ihnen vollziehe. Denn ihr habt bereits erkannt, dass mein Wille gerecht, vollkommen und liebevoll ist.

24     Ich sage euch: "Bittet, so wird euch gegeben."

25     Haltet ihr diesen Satz oder diese Bitte etwa für bedeutungslos? Wahrlich, Ich sage euch, wer sie an Mich richtet und sie fühlt, hat eine Quelle von Wundertaten gefunden. — Was das Geben anbelangt: Gebt alles, was euch die Liebe rät.

26     Ihr versucht auf der Welt die reinsten Empfindungen der Seele durch richtige Lustgefühle zum Schweigen zu bringen. Da jedoch der Göttliche Geist verborgen in eurem Wesen ist, werdet ihr euch alle Ihm unterwerfen müssen, die einen früher, die anderen später.

27     Die Menschen werden nicht ewig gegen Gott kämpfen können, gegen den einzigen, der euch von eurem Zustand unvollkommener Wesen zu den Höhen der Vollkommenheit erheben kann.

28     Ich werde euch mit meiner Lehre den wahren Sinn des Lebens aufzeigen und euch lehren, nicht nur mein Wort dieser Zeit, sondern auch das der vergangenen Zeit richtig auszulegen. Denn durch eure falschen Auslegungen habt ihr mit Bezugnahme auf meine Worte fanatische Kulthandlungen geschaffen. Daher lässt euch euer Materialismus nicht verstehen, wenn Ich euch sage: "Himmel und Erde werden vergehen, aber mein Wort wird nicht vergehen."

Ihr denkt: Ist es möglich, dass der Himmel ebenso wie die Erde vergeht? Dies zeigt euren Mangel an tieferem Verständnis. Ich wollte euch damit sagen, dass der Himmel, den ihr seht, und die Erde, auf der ihr wohnt, vergehen würden, da die Zeit Sekunde für

Sekunde auf ihnen ihre Spur hinterlässt, aber dass die Essenz und Substanz meines Wortes nicht vergehen würden, weil es — weil göttlich — ewig ist, und das Göttlich unwandelbar ist.

Eure Erde und euer Himmel jedoch verändern sich und vergehen unmerklich für die Menschen, während meine Liebe unwandelbar bleibt. Meine Liebe vergeht nicht, denn von ihr ist das ganze Weltall erfüllt.

29     Jesus kam, um euch die Liebe zu lehren, und nicht, um eure eitle Neugier zu befriedigen. doch wie wenige verstehen in seinem Namen zu lieben. Immer wenn ihr etwas Gutes tut, sagt ihr: "Ich bin edelmütig, ich bin großzügig, ich bin wohltätig; deshalb tue ich dies." Ich sage euch: Wenn ihr jene Werke im Namen eures Herrn tun würdet, wäret ihr demütig, weil die Güte von Gott stammt und Ich sie eurer Seele verliehen habe. Wer also seinem menschlichen Herzen seine guten Werke zuschreibt, verleugnet seine Seele und Den, der sie mit diesen Tugenden versah. Wenn ihr dagegen etwas Böses tut, wascht ihr euch die Hände wie Pilatus, und jene Tat schiebt ihr auf den Vater, indem ihr sagt: "Es war der Wille Gottes, es stand geschrieben; Gott wollte es, es ist Schicksal."

30     Ihr sagt, dass nichts ohne den Willen Gottes geschieht, um euch von euren Fehlern freizusprechen. Doch wahrlich, Ich sage euch, ihr irrt euch, denn eure Fehler, eure Erbärmlichkeiten geschehen ohne Gottes Willen. Erkennt, dass der Allmächtige euch niemals mit Gewalt, durch seine Macht nötigt. Dies tut ihr mit euren schwächeren Geschwistern. Wahrlich, Ich sage euch, das Böse, die Unlauterkeit, der Mangel an Harmonie sind euch eigen; die Liebe, die Geduld, der Seelenfrieden kommen von Gott. Wann immer ihr liebt, ist es der Schöpfer eurer Seele, der euch inspiriert. Wenn ihr dagegen hasst, seid ihr es, ist es eure Schwachheit, die euch antreibt und euch zugrunde richtet.

31     Immer wenn etwas Böses in eurem Leben geschieht, könnt ihr sicher sein, dass es euer Werk ist. Doch dann fragt ihr euch: Warum lässt Gott dies zu? Leidet Er etwa nicht durch unsere Sünden? Weint Er nicht auch, wenn Er uns weinen sieht? Was würde es Ihn schon kosten, uns diese Stürze zu ersparen? Ich sage euch: Solange ihr nicht liebt, wird Gott für euch etwas sein, das ihr nicht begreifen könnt, weil die Großmütigkeit eures Schöpfers jenseits eures Verständnisses liegt.

32     Werdet stark, groß, weise, lernt zu lieben. Wenn ihr liebt, werdet ihr nicht mehr den kindlichen Wunsch haben, Gott ergründen zu wollen, denn dann werdet ihr Ihn schauen und Ihn fühlen, und dies wird euch genügen.

33     Meine Liebe beantwortet euch jene Fragen, die ihr euch manchmal in euren Leiden stellt. Ich lasse nur zu, dass ihr den Geschmack der Frucht kennenlernt, die ihr angebaut habt, damit ihr etwas von dem fühlt, was ihr andere habt fühlen lassen. Doch Ich sage euch auch dies, dass, wenn ihr euren Leidenskelch übervoll macht, und Ich euch den Schmerz ersparen könnte, Ich dennoch zulasse, dass diese und selbst der Tod in euch sind. Denn die Seele steht über all diesen unbedeutenden Sinneswahrnehmungen, die sie mittels des Körpers prüfen.

34     Jesus kam zu den Menschen, um euch zu lehren, wie eine hochstehende Seele Geißelschläge, Beleidigungen und Dornen erträgt, damit, wenn man euch "kreuzigt", ihr den Mut habt, dem Henker oder dem Verleumder die Stirn zu bieten, ihn zu lieben und zu segnen.

35     So sollt ihr die Welt und den Körper hinter euch lassen.

36     Doch heute, an diesem Morgen der Gnade, an dem mein Wort mittels des menschlichen Verstandesvermögens zu euch zurückkehrt, heiße Ich euch willkommen.

37     Menschheit, du bereitest dich vor, um der Geburt Jesu zu gedenken.

38     Fest der Weihnacht, der Freude und Erinnerung.

39     Für die Reichen und die Mächtigen bedeutet es weltliche Befriedigungen und Vergnügungen. Für die, die in der Nachfolge Christi stehen, der weder Bett noch Heim hatte in der Nacht, da er geboren wurde, ist es ein Fest mit Entbehrungen, aber mit geistiger Freude.

40     Christliche Menschheit, die du deine Vorbereitungen triffst, deine Altäre zu schmücken und deine Feste auszurichten, wahrlich, Ich sage dir, dein Herz ist leer. Hast du nicht bedacht, dass jene Altäre, die du errichtest, und jene Bildnisse, mit denen du Mich darstellst, nur eine Freude für eure Augen und eine Nachbildung des Göttlichen sind, die sehr weit von der Wirklichkeit entfernt ist? Ich habe immer im Tempel der wahren Demut gewohnt. Ebenso habe Ich euch gelehrt, eure Aufgabe mit aller Liebe und Selbstverleugnung zu erfüllen.

41     Heute sehe Ich, dass jene Unterweisung seiner Kraft beraubt worden ist, dass ihr Sinngehalt von dieser Christenheit vergessen worden ist. Denn auch die, die ihre Familien in Not bringen, nennen sich Christen. Die, die Pracht und Macht zur Schau stellen, und die, die Kriege schüren, nennen sich ebenfalls Christen. Doch nicht alle werden jenem Beispiel und jenem Wege folgen, denn viele werden erwachen in der Erkenntnis, dass die Größe der Seele auf der Beschaffenheit des Herzens beruht, in dem die reinen Gefühle zu Hause sind, die Gott dem Menschen inspiriert.

42     Es sind etwa 2000 Jahre vergangen seit meinem Kommen zur Welt als Mensch. Ich erinnere euch nur daran, damit ihr erkennt, wie weit ihr davon entfernt seid, meine Unterweisung zu erfüllen. Mein Beispiel als vollkommener Mensch begann vom Augenblick meiner Geburt an, setzte sich während meiner Kindheit und Jugend fort, bis es beim letzten Atemzug am Marterkreuze endete. Diese Geschichte, geschrieben mit meinem Blute, ist das Buch des Lebens und der Beginn der menschlichen Erlösung.

43     Ich lebte unter den Menschen, um ihnen begreiflich zu machen, dass die Liebe des Vaters für sie so groß ist, dass Ich Mich schließlich begrenzte, um als Mensch mit ihnen zu leben, weit entfernt von all den Vorstellungen, die die Volksführer von der Göttlichkeit hatten, die das Gesetz befolgten, das Moses ihnen hinterlassen hatte. Wie hätten sie den Sohn Gottes in seiner Armut begreifen können, während sie im Reichtum lebten? Wie hätten sie sich vor Jesus, dem Sohn des Zimmermanns, verneigen können, während sie sich privilegiert fühlten?

Meine Lehre der Liebe und Demut wurde von ihnen nicht verstanden. Meine Wiege war so armselig, dass von jenen niemand herbeikam, nicht einmal um Mich zu liebkosen oder liebevoll anzublicken. Aber die Natur wurde durchaus von meiner Gegenwart als Mensch erregt und streckte Mir in ihren verschiedenen Reichen ihre Arme entgegen, um Mich willkommen zu heißen, während das Licht des Ewigen, versinnbildlicht in einem Stern, der Welt die Ankunft des Messias verkündete.

44     Jetzt, in dieser Zeit, in der Ich nicht als menschliches Geschöpf geboren, noch Mensch werden musste, um dann verfolgt zu werden, wird das Licht meines Geistes, das auf euch herabstrahlt, von der Menschheit erblickt werden, die erkennen können wird, wo mein Wort derzeit herabströmt.

45     Heute komme Ich als Licht, als Essenz, um die Menschen guten Willens mit Frieden zu erfüllen, die dieses Tages mit Geistigkeit und Freude zu gedenken verstanden und die Mir ihr Herz als Geschenk angeboten haben.

46     Leiden und Armseligkeit ist es, was ihr eurem Herrn darbringt, im Gedenken daran, dass euer Meister ebenso auf die Welt kam, um zu leiden.

47     Ich empfange diese Opfergabe und entzünde in euren Herzen eine unauslöschliche Flamme. Da Ich Mich als Opfer anbot, um euch den Weg zu eurer Erlösung zu zeigen — vergesst nicht, dass Ich immer bereit bin, meine barmherzige Hand auszustrecken, um euch zu retten.

48     Eure geistige Kindheit ist vorbei, und ihr müsst nun eure Entwicklung verstehen.

49     Ich habe euch meine Stellvertretung übergeben, weil Ich euch gesagt habe: "Wer als Jünger seine Aufgabe erfüllt, wird wie sein Meister sein." Sät Liebe, legt Frieden in die Herzen, tut Wunder. Auferstehet zum Leben der Gnade, erweckt die "Toten" zur Wahrheit.

50     Spiritualisten, seid die Ausleger und Boten meines Wortes. An diesem Tage liebkose Ich alle Menschen, die gemäß der Unterweisung, die sie erhalten haben, meiner Ankunft gedenken.

51     Bei der Verzückung des Stimmträgers wird mein göttlicher Strahl, meine Inspiration auf euch herabkommen, damit ihr mein Wort versteht. Ich will euch in einem einzigen Wunsch vereint sehen: dem Frieden unter der Menschheit.

52     Wohl dem, der im Verlangen nach Mir herbeikommt, denn er wird das Licht meines Göttlichen Geistes haben. Wer Mich sucht, tut dies, weil er in sich gefühlt hat, dass der Zeitpunkt seiner Aufwärtsentwicklung gekommen ist.

53     Der menschliche Verstand versucht die Ketten der Knechtschaft zu zerreißen, die ihn gebunden gehalten haben. Ich habe euch gesagt, dass jetzt die Zeit ist, in der der Verstand und die Seele ihre Freiheit suchen müssen. Denn vor ihnen breitet sich ein unendlich weites Feld aus, auf dem sie mehr kennenlernen und erreichen können als das, was ihnen ihr Herz aufgezeigt hat. Auf diese Weise wird sich der Mensch vervollkommnen und mehr Weisheit erlangen. Dann wird in jedem menschlichen Gedanken Wahrheit enthalten sein.

54     Heute spreche Ich zu euch durch viele Stimmträger und hinterlasse durch sie ein Lehrbuch für eure Seele, so wie Ich in der Zweiten Zeit dieser Menschheit ein Vermächtnis an Weisheit und Liebe hinterließ. Denn die Fundamente meiner Lehre bestehen aus Liebe, jener universellen und höchsten Kraft, die darauf abzielt, alle Wesen in einer einzigen Familie zu vereinen.

55     Diese göttliche Eigenschaft müsst ihr besitzen, denn wo keine Liebe ist, kann es keine Barmherzigkeit geben. Doch Ich habe euch mit Liebe erfüllt, damit ihr immer, wenn sich eine Gelegenheit zeigt, Barmherzigkeit auszuüben, dies tut, wohl wissend, dass sie nicht einer bestimmten Form unterworfen und auf sie festgelegt ist.

Damit ihr die dafür nötigen Fähigkeiten entfaltet, habe Ich euch einen Teil von Mir Selbst gegeben, der in euch lebt. Es ist eure durch den Geist erleuchtete Seele, die euch verstehen lässt, dass ihr aus Mir hervorgegangen seid.

56     Daher könnt ihr verstehen, dass die göttliche Kraft sich in allem offenbaren kann, was Leben ist, denn Leben ist alles, was euch umgibt. Ich habe euch unterwiesen, euren Gott nicht auf eine einzige Gestalt zu begrenzen. Ich kann alle Gestalten annehmen oder keine einzige haben, weil Ich der Schöpfer bin.

57     Wenn eure Intelligenz euch zum Prinzip des Lebens führt und ihr darin entdeckt, wie die Geschöpfe entstehen und sich verwandeln, werdet ihr staunen, wenn ihr dabei die Erklärung vieler meiner Unterweisungen versteht. Da werdet ihr entdecken, dass Gott in allem offenbart ist, von den für euren Blick nicht wahrnehmbaren Wesen bis zu den größten Welten und Sternen.

58     Auf diese Weise werdet ihr begreifen, dass der Mensch kein Erschaffer von Leben und Naturkräften ist, dass er nur das bereits Erschaffene nutzt und umwandelt. Dazu habe Ich den Menschen in die Schöpfung gestellt, und damit er alle Gaben und Fähigkeiten entfaltet, mit denen Ich ihn ausgestattet habe.

59     Die Schöpfung ist Gott Selbst, und der Zeitpunkt wird kommen, an dem die Menschen, die die Beziehung, die zwischen dem Schöpfer und dem Menschen besteht, nicht erkennen, begreifen werden, dass der Mensch alles, was er tut, der göttlichen Macht entnimmt.

60     Der Mensch hat eine Entwicklung, wie alles sie hat, was die Schöpfung bildet. Er war zu Beginn unreif. Seine Intelligenz entsprach dem primitiven Leben, das er führte. Aber Gott sorgte dafür, dass er sich aus sich selbst heraus entfalten würde, dass er erkennen würde, was gut und was böse ist, damit er in sich seine seelische Seite und seine körperliche Seite entdecken würde, denn zu Beginn konnte es seine Seele nicht.

So entwickelte sich der Mensch allmählich, im Wissen, woher er kommt und wohin er geht, in der Erkenntnis seiner Fähigkeiten, die ihn zur Vollkommenheit leiten mussten. So ist er bis in diese Zeit gelangt, in der Ich ihm offenbart habe, dass für die Vervollkommnung der Seele ein einziges Erdenleben nicht genügt.

61     Dafür könnt ihr einen klaren Beweis haben, wenn ihr feststellt, dass die Erfahrung des Menschen von heute größer ist als die der Menschen vergangener Zeiten. Denn die Seele bringt das auf den früheren Lebenswegen gewonnene Licht mit sich.

Doch ihr habt diese Zeit wegen der Fortschritte der menschlichen Wissenschaft das Jahrhundert des Lichtes genannt, weil das göttliche Licht in jedem Verstande erstrahlt ist.

62     Ich, der Vater, bin es, der zu euch spricht. Für den, der zweifelt, mache Ich mein Wort klar und präzise. Es offenbart sich gemäß der Befähigung des Stimmträgers. Sein Gehirn empfängt die Übermittlung meiner Weisheit und drückt sie seiner Fähigkeit entsprechend aus. Doch der Sinngehalt ist bei allen Übermittlern derselbe.

63     Ich empfange alle und segne euch.

64     Hier ist der vollkommene Richter unter euch, der an die Türen eurer Empfindsamkeit klopft, um euch die geringe Bedeutung begreiflich zu machen, die eure Gedanken, Worte und Werke gegenüber seiner Allmacht, Gerechtigkeit und Wahrheit haben können. Eure Seele hat sich in einer solchen Weise zu entwickeln vermocht, dass euer Geist nicht nur die Verfehlungen eurer gegenwärtigen Existenz richtet, sondern euch auch alte Verschuldungen gegenüber meiner göttlichen Gerechtigkeit offenbart.

65     Wenn eure Gefühle einmal eine größere Vergeistigung erlangt haben, werden die Erinnerung an eure Vergangenheit und die Intuition klarer in euch sein. Jetzt ist es nur eine unbestimmte Ahnung, die ihr von all dem habt. Aber dennoch hilft es euch, euer Kreuz mit Ergebung und Zuversicht zu tragen — in der Gewissheit, dass sich auf diese Weise eure Seele reinigt und rettet.

66     Diejenigen, die Jesus früher verspotteten, als sie Ihn mit dem Kreuz auf den Schultern keuchen sahen, sind jene, die heute willig ihr Kreuz auf sich genommen haben, um die Anhöhe zu ersteigen. Jene, die damals schrien: "Kreuzigt Ihn" haben sich jetzt der Aufgabe gewidmet, Mir zu dienen und Mich zu lieben.

67     Jene Schreie durchdrangen mein Herz, jene Hassgefühle und Lästerungen verletzten Mich. Doch Ich gab ihnen nicht den Tod, Ich vergab ihnen und gab ihnen neues Leben, weil sie nicht wussten, was sie taten.

68     Geistig bin Ich noch immer ans Kreuz geschlagen, obwohl ihr meinen Körper vom Kreuzesholz abgelöst habt. Noch immer fließt aus meiner Seite Blut und Wasser und sind alle Wunden frisch, weil ihr einander immer noch nicht liebt, weil es noch immer Feindschaften und Kriege gibt.

69     Wahrlich, Ich segne euch: Bereitet euch, damit ihr die Stimme des Gewissens klar vernehmt, und damit die Augen eures Geistes die Wahrheit all dessen erkennen können, was Ich euch gesagt habe.

Mein Friede sei mit euch!


BWL - Band IX - Unterweisung 247


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band IX - Unterweisung 242 - 276

Unterweisung 247

1         Sei willkommen, o Volk, das sich Mir in täglich wachsender Zahl naht. Hier ist der Meister aller Zeiten, der denen, die Ihn guten Willens erwarten, seine Liebesunterweisung erteilt.

2         Ich empfange euch alle, wie Ich es in der Zweiten Zeit tat, und spreche zu euch im gleichen Sinne, weil Ich derselbe Meister bin. Unter euch sind viele von jenen, die mein Wort hörten — von denen, die Zeugen meiner Schritte auf Erden waren und meine Werke mit Gleichgültigkeit betrachteten. Doch unter ihnen hörten Mir viele respektvoll zu, saugten meine Worte begierig in sich auf und gerieten durch das Licht meiner Unterweisungen in Begeisterung, das ihnen ein Paradies und eine unbekannte Welt ewiger Seligkeiten für die Seele anbot.

So empfingen Mich die nach Liebe Hungernden und Dürstenden, die Kranken, die Betrübten und Unterdrückten. Wie viele suchten Mich und gelangten nach langen Reisen zu Mir, weil sie wussten, dass sie bald Heilung finden würde, dass Ich sie heilen konnte, weil Ich das Leben und die Auferstehung für die Seele bin.

3         Auch in dieser Zeit habe Ich Herzen voller Glauben gefunden, die sogleich herbeigeeilt sind und mein göttliches Wort in ihre Seele aufzunehmen verstanden und geheilt wurden.

4         Ich muss euch noch vieles lehren, damit ihr zu meinen Jüngern werdet. Wenn ihr dann vorbereitet seid, werde Ich euch zu den Menschen senden. Ich werde die Wege erschließen, damit ihr meinen Samen sät und mit allen in Einklang seid, die Mich lieben und geistig suchen. Doch führt jene an der Hand, die noch nicht den Weg zur Vergeistigung eingeschlagen haben, bis ihr alle auf dem gleichen Wege gehend vereint seid.

5         Geht immer vorwärts, meine Kinder, strebt nach Weisheit, damit ihr die Essenz des Lebens findet. Liebt, und ihr werdet in meine geheime Schatzkammer eindringen können, es wird keine Geheimnisse mehr geben, alles wird euch offenbart werden, wenn ihr einmal den Gipfel der wahren Liebe ersteigt.

6         Die Kinder von heute werden die Apostel von morgen sein, und ihr könnt es schon jetzt werden. Strebt nicht aus Eitelkeit danach, in der Bruderschaft die Erinnerung an euren Namen zu hinterlassen. Nehmt euch die guten Apostel zum Vorbild, übertrefft sie sogar, wenn ihr wollt, aber tut dies nur aus Liebe zu den Menschen. Strebt nach dem Guten, setzt euch für den Frieden ein, weist immer den Weg zur Vollkommenheit.

7         Ich inspiriere euch in euren Meditationen, damit ihr in meinem Namen die Kranken tröstet und eure Mitmenschen lehrt, zu Mir zurückzukehren, indem sie nach Harmonie, Gesundheit und Frieden streben. Bringt dieser so geliebten Menschheit das Geheimnis der Gesundheit, sagt ihr, dass sie zur Schlichtheit, zur Lauterkeit, zum Gebet und zu den barmherzigen Werken zurückkehren muss. Darin wird sie alles finden, was sie nur wünschen kann.

Ich werde euch in der Stunde eurer Auftragserfüllung beistehen. Ich ermutige euch, damit ihr jenem Pfade folgt, auf dem ihr euch alle anerkennen, umarmen und eine einzige Familie bilden sollt. Wann immer ihr eure Hand ausstreckt, um etwas Gutes zu tun, wird meine Ausstrahlung herabfluten, und ihr werdet wahrnehmen, dass die Umgebung mit köstlichem Dufte erfüllt wird, die euren guten Werken entströmen werden.

8         Gesegnet seien all jene, die der Menschheit den Weg bahnen, die ihr ihre Zukunft vorbereiten. Kennzeichnet diese Gnadenzeit, in der ihr lebt, mit Werken, die im Bewusstsein eurer Mitmenschen eingeprägt bleiben werden. Diese Werke werden eure wegbereitenden Schritte sein, der wirksamste Aufruf, den ihr an sie ergehen lassen könnt, und das Erbe, das gewiss überdauern wird.

9         Erspart ihnen Schmerzen, warnt und unterweist durch gute Beispiele, damit die Menschheit bald auf die rechte Bahn kommt. Ich will sie nicht weinen noch weiterhin straucheln sehen. Sie ist meine vielgeliebte Tochter, die Ich retten will.

10     Erdenpilger: Ihr seid im Schatten des mächtigen Baumes und erfreut euch an seiner Frucht. Gerade hier gibt es eine Quelle mit reinem und kristallklarem Wasser, wo ihr euren Durst löschen könnt. Denn alles, was ihr benötigt, werdet ihr hier finden können.

11     Ihr habt die Scharen von Männern und Frauen hinter euch gelassen, die den Baum und die Quelle noch suchen.

12     Ich habe euch stark gesehen. Als der Hunger, die Müdigkeit und der Durst von euch gewichen war, habe Ich euch gesagt: Wendet eure Augen jenen zu, die aus Mangel zugrunde gehen.

13     Der Stern, der euch leitet und der euer Führer ist, ist über allen erstrahlt. Aber nicht alle waren imstande, ihn zu sehen, und diese sind in die Irre gegangen.

14     So sehe Ich die Seele der Menschen in dieser Zeit: Hungrig, weil ihnen das Brot verborgen war — schiffbrüchig, weil sie gegenüber den Leidenschaften der Welt schwach geworden sind und keine rettende Hand gefunden haben, die sich ihnen entgegenstreckt.

15     Ich bereite euch schon jetzt als Seelenfischer vor, damit ihr eure Mitmenschen liebevoll rettet.

16     Seid Stütze für den Kranken und den Erschöpften, denn nun seid ihr stark. Heilt die Wunden, seien es die der Seele oder die des Körpers, indem ihr meinen Heilbalsam auf sie ergießt. Wenn der Dürstende keine Kraft mehr hat, um zu Mir zu kommen, so bringt ihr ihm das Wasser an seine Lippen.

17     Dies ist mein ewiges Liebesgesetz, das Ich euch vorschreibe. Euer Herz soll die neue Bundeslade sein, in der es aufbewahrt werden soll. Dann wird dies innere Licht es sein, das eure Schritte lenkt und für die, die euch nachfolgen, den Weg vorzeichnet.

18     Mein Wort ist in dieser Zeit das Manna, das eure Seele auf ihrem Lebensweg voller Misshelligkeiten, Leiden und Kämpfe nährt, so wie bei der Durchquerung der Wüste. Aber dieses Manna ist eines von ewigem Leben — nicht wie jenes, das das Volk Israel nur so lange nährte, wie die Wüstenwanderung dauerte, und an das die Kinder jenes Volkes die Erinnerung bewahren, indem sie eine Handvoll davon als Reliquie mitnahmen.

19     Männer und Frauen, bleibt meinen Unterweisungen treu, damit ihr unter euren Mitmenschen wie Sonnen seid, die die Finsternis vertreiben, Gebt den Kindern ein gutes Beispiel, damit sie im Schoße der Familie wie ein Leuchter mit unauslöschlichem Lichte sind.

20     Gesegnet seien meine geliebten Geschöpfe, in denen Ich eifriges Bemühen und zugleich Schmerz, einen tiefen Schmerz erblicke, weil ihr wisst, dass diese Zeit bald zu Ende geht und es sehr wenig ist, was ihr von meiner Unterweisung genutzt habt. Doch wahrlich, Ich sage euch, die Gnadenzeit geht nicht zu Ende. Ich werde um euch sein und eure Schritte behüten. Die Augen der Propheten werden Mich schauen, wie Ich vor dem auserwählten Volke hergehe.

21     Ich bin unendliche Liebe, erhabene Barmherzigkeit, und lasse meine Kinder niemals schutzlos. Mein Geist ist immer bei euch und erwartet die Anrufung, um euch meine Liebkosung zuteilwerden zu lassen. Niemals seid ihr Waisen gewesen, und wenn ihr euch für kurze Zeit alleingelassen fühlt, dann nur, weil ihr Mich verlassen habt. Doch jetzt sehe Ich, dass ihr die Wirkung meiner Gnade fühlen möchtet.

22     Wohl dem, der Mich ruft, denn Ich komme herab in sein Herz und bleibe in ihm. Wer nach dem Lichte meines Geistes verlangt, wird erleuchtet werden. Wer Mich als Vater ruft, wird Mir als Vater begegnen. Wenn ihr Mich als Arzt benötigt, werde Ich bei euch sein, und ihr werdet meinen Heilbalsam fühlen. Jenem, der Mich als Bruder rufen sollte, werde Ich meine barmherzige Hand entgegenstrecken, um ihn zu führen und zu trösten, und wer Mich als Meister bittet, wird in seinem Herzen die Belehrung empfangen.

23     Nichts ist für Mich unmöglich. Ich bin der Allmächtige, und die unendliche Liebe, die Ich für meine Geschöpfe fühle, bewirkt, dass Ich den Menschen meine Barmherzigkeit und meine Vergebung zuteilwerden lasse. Diese sollen nicht auf eure Schwachheiten sehen, sondern nur ihre Seele erheben; denn sie ist ein Teil meines Geistes und gehört Mir. Über ihr steht der Geist, welcher der göttliche Funke ist, den Ich in jedes menschliche Geschöpf gelegt habe.

Ich will euch zu einer Säule machen, denn Ich errichte nun eine neue Welt, eine Welt des Friedens und des Lichtes.

24     Und ihr, die ihr wie die Jünger der Zweiten Zeit mein Wort vernehmt, bittet Mich, ein brauchbares Werkzeug für mein Werk zu sein, und Ich gebe euch dazu die Kraft und das Licht. Auf allen euren Wegen werdet ihr Mich fühlen.

25     Ich will, dass ihr mein Wort dieser Zeit versteht, das in euer Herz geprägt sein soll, und ebenso, dass ihr den Sinn meines Kommens in der Zweiten Zeit versteht. Denn das, was in jener Zeit geschah, war das Werk der Erlösung der Seele.

26     Ich kam als Retter aus der Vollkommenheit herab, indem Ich auf der Erde Mensch wurde. Ich erfüllte die Mission, alle Geschöpfe zu retten, die durch ihren Ungehorsam seit Adam in Sünde gefallen waren. Ihre Schwachheit bewirkte, dass ihre Seele immer tiefer fiel. Doch in der passenden Zeit wurde Ich in Erfüllung der Ankündigungen vom Kommen des Messias Mensch, um meine Unterweisung zu geben und die Ketten der Seele zu beseitigen und ihr die Auferstehung zu geben.

27     Ihr alle wisst, was beim Abendmahl geschah. Das Brot und der Wein, die Ich meinen Jüngern reichte, waren Nahrung für das ganze Universum. Sie symbolisierten meine Essenz und meine Liebe, die über allen meinen Kindern waltet, Gläubigen und Ungläubigen. Allen wurde das Licht meines Geistes zuteil.

28     Ich wusch meinen Aposteln die Füße, um meine Demut zu zeigen und sie aufzufordern, zu den Wegen der Erde aufzubrechen, um jedes Herz mit meiner Liebe zu bereiten — mit jener unermesslichen Liebe, die Ich für alle fühle, damit niemand verlorenginge und alle zu Mir kommen würden. Doch dieser Akt lehrt euch, euch von jeder Sünde zu reinigen, wenn ihr die Erfüllung eurer Mission in Angriff nehmen wollt.

29     Nichts hatte Ich für Mich zurückbehalten. Was konnten die Menschen gegen Mich unternehmen, das Ich nicht im Voraus gewusst hätte? Alles war so vorbereitet, wie es mein Wille war, und so, wie es sich abspielte, war es der von Mir vorherbestimmte Verlauf, um die Herzen zu überzeugen. Man schleppte Mich zum Kreuz, entblößte meinen Körper und heftete meine Hände und meine Füße an das Holz. — Folgendes ist die Symbolik des Kreuzes:

30     Der waagerechte Balken ist die Sünde der Welt, die sich dem senkrechten Balken entgegenstellt. Dieser richtet sich zu den Höhen empor und kennzeichnet sie. Doch die Sünde ist immer die Barriere für die Erhebung zum Göttlichen.

31     Ich wurde an jenes Holz genagelt, und als mein Geist die Kälte der Herzen, die Bösartigkeit sah, und danach die Freude, als sie jenen Körper gemartert sahen, verzerrte sich das Gesicht vor Schmerz. Meine Lippen sprachen dann folgende Worte: "Vergib ihnen, Herr, denn sie wissen nicht, was sie tun."

Jetzt in der heutigen Zeit vergebe Ich euch erneut, weil ihr Mich noch immer nicht verstanden habt. Wie viele meiner Geschöpfe behaupten, Mich zu lieben, und lieben Mich nicht — wie viele, die Mir zu dienen glauben, dienen der Versuchung!

32     Erneut ruhen meine Augen auf den Menschenscharen und erkennen den einen und anderen von denen, die Mich damals umgaben — von jenen, die kurz zuvor Wundertaten empfangen hatten und Mich doch nicht zu erkennen vermochten.

33     Ich sah in jenen Gesichtern weder Erbarmen noch Liebe. Daher sagte Ich den Menschen: "Mich dürstet." Es war nicht der Durst des Körpers, es war der Durst der Seele, der bewirkte, dass jene Worte ausgesprochen wurden. Ich hatte Durst nach der Liebe der Menschen. Doch weit davon entfernt, zu lieben, sah Ich bei jenen die Genugtuung, das Wohlgefallen daran, dass sie Mich bis zum Tode hatten leiden lassen. Da erbebte die Erde, die Sonne verdunkelte sich, und es geschah, dass mein Geist sich vom Körper Jesu löste.

34     Meine Kinder sahen den Körper, auf den die ganze Last der Sünde und die Schmach der Welt fiel, und der gemarterte Körper rief aus: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"

35     Danach richtete Ich meinen Blick auf das schmerzerfüllte Gesicht Marias, auf meinen Apostel Johannes und auf jene Frauen, die Maria begleiteten, und da Ich einen weiteren Beweis meiner Liebe hinterlassen wollte, vertraute Ich Maria die Obhut und den Schutz aller meines Kinder an und sagte ihr: "Frau, dort ist dein Kind", und zu Johannes: "Kind, dort ist deine Mutter". Es war das Erbe, das Ich in diesem Augenblick der Menschheit vermachte. Johannes verkörperte das Kind, die Menschheit. Ihr wurdet Maria anvertraut, damit sie ewig für alle Geschöpfe Fürbitte einlegt, tröstet und beschützt.

36     Danach wandte Ich Mich jenem zu, der angstvoll schrie und gleichfalls an ein Kreuz genagelt war: Dimas. Ich drang in sein Herz ein und sah seine große Reue. Er sagte zu Mir: "Dich, der Du vollkommen bist, kreuzigen sie. Habe Erbarmen mit mir armem Sünder." Ich tröstete ihn, indem Ich sprach: "Wahrlich, wahrlich, in wenigen Augenblicken wirst du mit Mir im Paradiese sein."

37     Der körperliche Tod nahte sich Jesus, und da sprach Ich folgende Worte: "Vater, in deine Hände empfehle Ich meinen Geist."

Ich lehrte euch, nach der Erfüllung seiner Gebote zum Vater zurückzukehren. Mein Geist kehrte in die Gegenwart von Ihm zurück, um sich mit seinem Geiste zu vereinen.

38     Meine letzten Worte waren: "Alles ist vollbracht." Wohl dem Herzen, das zum Endziel seines Entwicklungsweges gelangen kann, denn Ich werde ihn empfangen, und er wird voller Gnade und Vollkommenheit sein.

39     Dies sind die sieben Worte, die die Welt Jahr für Jahr vernimmt, ohne ihren geistigen Sinn zu verstehen.

40     Meine Jünger und Freunde, nach dem Hinscheiden Jesu bargen sie den Körper, balsamierten sie ihn, wie es Brauch war, und brachten ihn in ein Grabgewölbe. Während der drei folgenden Tage ging mein Geist zu den Welten hinab, wo Mich die Seelen erwarteten, um ihnen Freiheit zu geben und ihnen den Weg zu weisen. Die Erlösung erreichte auch jene Geschöpfe, die sich in den dunklen Sphären aufhielten und ihren Retter erwarteten.

41     Danach erschien Ich, indem Ich Mich sichtbar machte, und besuchte meine Mutter, Maria Magdalena und auch meine Jünger. Vor meiner Himmelfahrt gab Ich ihnen meine letzte Unterweisung, im ihnen aufzuzeigen, wie sie sich unter den Menschen verhalten musste, wenn sie meine unendliche Weisheit, die vollkommene Unterweisung bringen würden, um alle Seelen zu neuem Leben zu erwecken.

42     Und heute, da die Zeit naht, Mich von euch zu verabschieden, sage Ich euch: Seid unbesorgt nach dieser begrenzten Zeit der Unterweisung. Die Seelen haben sich entwickelt, und ihr habt es nicht nötig, Mich mit den materiellen Augen zu sehen. Es ist auch nicht mehr notwendig, dass ihr mein Wort aus materiellem Munde hört. Die Seele hat sich entwickelt, sie hat sich emporgerichtet, und sie wird geistig empfangen. Ich werde auch in Zukunft allen meinen Jüngern den Weg zeigen.

43     Ich gebe meine Anweisungen für alle meine Kinder. Der Meister sagt euch: Wenn ihr einmal die euch anvertrauten Seelen in fruchtbare Fluren verwandelt habt, auf denen die Liebe Früchte trägt, wird unter euch Einigkeit und Brüderlichkeit herrschen. Dann werdet ihr euch als meine Jünger betrachten können.

44     Manchmal spreche Ich in Bildern zu euch, damit ihr in die tiefgründigen Lehren eindringen könnt, indem sich mein Wort in euer Vorstellungsvermögen einprägt, und Ich spreche ausführlich zu euch, damit es nichts gibt, an dem ihr Anstoß nehmt oder in Verwirrung geratet. Wenn es nicht so wäre, hättet ihr bereits Rangabzeichen, Grade und Klassifizierungen unter den Jüngern und den Schülern, unter den "Ersten" und den "Letzten" in euren Versammlungen geschaffen, und inmitten von Feierlichkeiten würdet ihr euch fiktiven Lorbeerkränzen krönen. Denn die Menschen haben eine Neigung zur Eitelkeit und zu Schaugepränge.

45     Sät unter euch den Samen der Brüderlichkeit, den damals meine Apostel pflegten. Jener Same war das Vorbild, mit dem sie Gemeinden, Dörfer und Städte gründeten.

46     Was müsst ihr wissen, um meine Lehre zu lehren?: Lieben. Es ist unmöglich, dass ihr Missionare Christi seid, wenn ihr keine Liebe in euren Herzen habt. Ihr alle werdet zu Mir gelangen, und es wird durch Liebe geschehen. Die einen werden früher, und die anderen später ankommen. Die, die sich selbstverschuldet am meisten verspäten, werden die meisten Tränen vergießen müssen.

Ihr alle seid wie Blumen, die sich nicht zur gleichen Zeit öffnen, um das Licht des neuen Tages zu empfangen. Wenn euer Herz für die göttliche Liebe verschlossen geblieben ist, sage Ich euch jetzt: Eure Vergangenheit ist vergangen, jetzt fordert euch die Ewigkeit zurück. Ich halte in meinen Händen das Buch eures vergangenen Lebens, in dem es gewiss viele Makel gibt. Doch sind darin auch die leeren Seiten eures zukünftigen Lebens und eurer Umwandlung. Ich sehe und weiß alles.

47     Ich sage euch noch einmal, dass ihr alle euch mit Mir vereinigen werdet. Aber jeder wird den Himmel selbst "erobern" müssen. Diese "Eroberung" könnt ihr leicht machen durch die Liebe oder leidvoll durch den Schmerz. Ich helfe euch, tröste und führe euch, doch das Übrige müsst ihr selbst tun. Ich stärke euch, und diese Kraft ist die der Liebe, der wahren Energie, die das Weltall, alles Geschaffene bewegt, und ohne die ihr nicht existieren würdet.

Ich verberge euch das Buch eurer Vergangenheit, denn wenn ihr seine Seiten sehen würdet, würdet ihr vor Kummer weinen und vor Traurigkeit krank werden. Bei vielen wäre ihr Entsetzen und ihr Leid so groß, dass sie sich der Vergebung und Erlösung für unwürdig hielten. Auch in diesen dunklen Angelegenheiten erstrahlt meine Liebe, erspart euch eine schreckliche und endlose Agonie und schafft neue Wege, auf denen ihr eure Seele durch reine Werke nach und nach erneuern könnt. Wenn ihr jedoch die zukünftigen Seiten eures Lebensbuches kennenlernen würdet — wie würdet ihr lächeln vor Glück!

48     Wenn ihr euch einst erhöht habt, werdet ihr euch mit Freuden an eure vergangenen Leiden erinnern und werdet dem Vater danken. Denn diese Leiden waren geringer als das, was ihr verdient hattet.

49     Hier ist mein durch das Verstandesvermögen des Menschen gegebenes Wort. Damit es so vollkommen ist, wie ihr es wünscht, müsst ihr euch vergeistigen und eure Geschwister, durch die Ich zu euch sprechen, daran teilhaben lassen. Gebt ihnen Idealismus, Seelenfrieden und Anreiz dafür. Ihre Arbeit ist schwer erfüllbar für die Seele und sehr belastend für den Körper. Mein Werk braucht starke Stimmträger, nur so wird es die Wunder vollbringen können, die die ungläubige Welt verlangt, das heißt jene, die in ihrem Zweifel wie Thomas sind — die sehen und betasten müssen, um überzeugt zu werden, wobei sie nicht wissen, dass auch sie Wunder tun könnten, wenn sie weniger Thomas und mehr den Meister, der zu euch spricht, zum Vorbild nehmen würden.

50     Ihr Stimmträger meines Wortes: Solange eure Arbeit nicht verstanden wird und ihr seht, dass ihr nicht die Aufmerksamkeit und Hochschätzung empfangt, die ihr aufgrund der Arbeit, die ihr tut, verdient — findet euch damit ab, vergebt, verliert nicht eure Freundlichkeit. Doch wenn ihr die geistige Berührung meines Lichtes fühlt, das auf euer Verstandesvermögen gerichtet ist, um dann von euren Lippen zu kommen — denkt an Mich, überlasst euch freudig meiner Liebe, dient Mir mit unendlicher Wonne, weil ihr wisst, dass ihr damit euren Geschwistern dient. Ich werde eure Zubereitung belohnen, indem Ich euch in jenen Augenblicken mit Gnade erfülle. Um all dies zu verdienen, müsst ihr liebevoll werden und in eurem Herzen das Gefühl wahrer Nächstenliebe haben.

51     Denkt im Augenblick der Vorbereitung für meine Kundgabe nicht an irdische "Weisheiten" oder Philosophien, denn all dies wird angesichts meiner Weisheit nutzlos sein. Ich bin es, der euch in eurer Verzückung inspiriert und euch für die Erfüllung eurer schwierigen Aufgabe Kraft gibt. Wenn ihr euch Mir übergebt — was habt ihr dann zu befürchten?

52     Betet, aber euer Gebet soll von euren täglichen Vorhaben und Werken bestimmt sein, dies wird euer bestes Gebet sein. Doch wenn ihr einen Gedanken an Mich richten wollt, um mit ihm eine Bitte auszudrücken, so sagt Mir nur: "Vater, Dein Wille geschehe an mir." Damit werdet ihr sogar mehr erbitten, als ihr verstehen und erhoffen könntet, und dieser einfache Satz, dieser Gedanke, wird jenes "Vaterunser", um das ihr Mich in einer anderen Zeit batet, noch mehr vereinfachen.

53     Damit habt ihr das Gebet, das alles erbittet und das am besten für euch sprechen wird. Doch nicht eure Lippen sollen es sagen, sondern euer Herz soll es empfinden; denn sagen ist nicht fühlen, und wenn ihr es fühlt, braucht ihr es Mir nicht zu sagen. Ich weiß die Stimme des Geistes zu vernehmen und verstehe seine Sprache.

54     Gibt es eine größere Freude für euch, als dies zu wissen? Oder meint ihr etwa, dass Ich darauf angewiesen bin, dass ihr Mir sagt, was Ich tun muss? Bestärkt euch nicht in der Meinung, dass für meine Kundgaben angemessene Orte, besondere Gewänder und selbst bestimmte Verhaltensweisen nötig sind, damit Ich Mich kundgebe. Es werden Tage kommen, in denen meine Inspiration an jedem Ort und zu jeder beliebigen Stunde bei euch ist, vor unterschiedlichen Menschenscharen, bei denen ihr meine Gedanken mit Worte und in Sprachen ausdrücken werdet, die alle verstehen werden.

55     Die einzige Kirche, in der dies Wort ertönen soll, soll das Herz eures Bruders sein. Lernt ihr etwa Sprachen, um mein Wort in anderen Sprachen als der, die ihr sprecht, weitergeben zu können? Ich sage euch, dass ihr meine Gedanken, welche Licht sind, ausdrücken sollt, und jeder wird sie in seiner eigenen Sprache empfangen, so wie es geschah, als meine Apostel zu den Menschen verschiedener Zungen oder Sprachen von meinem Reiche sprachen. Die, die diese verwunderlichen Ereignisse für wahr halten, nennen sie Wunder, während andere sie leugnen, weil sie sie für unmöglich halten. Doch Ich sage euch, dass es Kleinigkeiten sind, die ihr ohne Anstrengung werdet tun können, wenn ihr wirklich Jünger meiner Liebe seid. Folgt den Impulsen eures Herzens, o meine Stimmträger, ohne jemanden nachzuahmen. Bedenkt, dass jeder eine Aufgabe zu erfüllen hat.

56     Volk, vermehre dich, stehe mit deinen Gedanken jenen bei, die meine Werkzeuge sind. Sie geben dir in ihrer Verzückung das geistige Licht, die Nahrung, die dich stärkt und erfreut. Sie dienen, damit du lernst. Morgen werden andere für dich das tun, was du heute für sie tust. Ihr könntet sagen, dass die äußere Form der Sprache, in der Ich in der "Zweiten Zeit" sprach, und diejenige, die Ich jetzt gebrauche, unterschiedlich ist, und zum Teil würdet ihr recht haben. Denn Jesus sprach damals zu euch mit den Ausdrucksweisen und den Redewendungen der Völkerschaften, in denen er lebte, so wie Ich es heute im Hinblick auf die Geistesart derer tue, die mein Wort vernehmen. Aber der geistige Gehalt, den jenes Wort vermittelt, das damals und heute gegeben wurde, ist derselbe, ist ein einziger, ist unwandelbar. Dennoch ist dies von vielen unbeachtet geblieben, deren Herzen verhärtet sind und deren Verstand verschlossen ist.

57     Es gibt immer welche, die sich von der Wurzel entfernen und sich an das Äußerliche halten, wo sie sich irren und verirren, ohne es zu merken. Die Sprache, die sich bei jedem meiner Kinder, durch die Ich zu euch spreche, offenbart, ist von großer Schlichtheit und Reinheit, offenbart Liebe und hat geistigen Gehalt. Doch lasst euch nicht von wohltönenden Ausdrucksweisen betören, die in euren Ohren sehr gut klingen und eurem Herzen nichts sagen.

58     Lasst euer Herz mehr bewegt werden als euer Gehirn, denn jenes ist Herr desselben. Je hochstehender ein Mensch ist, desto mehr liebt er, desto demütiger ist er, und desto gesünder ist er.

59     Sucht mein Werk im Reinsten und Höchsten eures Glaubens, eurer Liebe und eurer Vorstellungen. Macht es nicht durch überflüssige Kenntnisse kompliziert, und verdunkelt den Glanz dieser Lehre nicht durch äußerliche Kultformen. Vergesst nicht, dass ihr durch diese Dinge und andere, die Ich euch später sagen werde, vom wahren Wege abgekommen seid.

60     Was zieht ihr vor: Mich mittels der Objekte suchen, die ihr schafft, um Mich darzustellen, oder direkt in eurem Herzen die Berührung meiner Liebe oder den Ruf meiner Stimme empfangen? Vergeistigt euch. Wahrlich, Ich sage euch, wer dies erreicht, wird etwas besitzen, das mehr wert ist als alle irdischen Titel und Ernennungen.

61     Ihr werdet Wunder erleben, wenn dies geschieht, und schon vorher werden unglaubliche Ereignisse eintreten. Vorwärts, Jünger! Lasst euch nicht einschüchtern von Seelen ohne Licht, seien sie inkarniert oder nicht mehr inkarniert. Doch liebt sie und helft ihnen, denn auch sie sind meine vielgeliebten Kinder, die Mich noch suchen werden, so wie ihr Mich gesucht habt. Ich werde sie dann empfangen, und sie wie den "Verlorenen Sohn" in meine Arme schließen.

Mein Friede sei mit euch!

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