 |
| Ausgleichende Gerechtigkeit |
V. Offenbarungsformen und Wirken Gottes
Kapitel 21 - Allmacht, Allgegenwart Gottes und seine Gerechtigkeit
Die Macht Gottes
1 Wenn der
gegenwärtige Mensch mit all seiner Wissenschaft nicht imstande ist, die
Elemente der Natur seinem Willen zu unterwerfen – wie könnte er dann seine
Macht den geistigen Kräften aufzwingen?
2 Ebenso,
wie die Gestirne im Kosmos ihrer unwandelbaren Ordnung folgen, ohne dass der
Wille des Menschen sie ihre Bahn oder ihre Bestimmung verändern lassen kann, so
kann auch die Ordnung, die im Geistigen existiert, von niemandem verändert werden.
3 Ich schuf
den Tag und die Nacht, das heißt, Ich bin das Licht, und niemand anderer als
Ich kann es zurückhalten. Dasselbe gilt für das Geistige. (329, 31 - 33)
4 Wenn ihr
an Mich glaubt, dürft ihr darauf vertrauen, dass meine Macht unendlich größer
ist als die Sünde der Menschen, und dass daher der Mensch und sein Leben sich
wandeln müssen, sobald die Sünde vor dem Lichte der Wahrheit und der
Gerechtigkeit weicht.
5 Könnt ihr
euch das Leben auf dieser Welt vorstellen, wenn die Menschen einmal den Willen
Gottes tun? (88, 59 - 60)
6 Für Mich
kann die Reue eines Menschenwesens, seine Erneuerung und seine Rettung nicht
unmöglich sein. Ich wäre dann nicht allmächtig und der Mensch wäre stärker als
Ich. Haltet ihr meine Macht der Kraft unterlegen, die das Böse in den Menschen besitzt?
Betrachtet ihr das Dunkle im Menschen als dem göttlichen Lichte überlegen?
Niemals! sagt Mir euer Herz.
7 Bedenkt:
meine Aufgabe ist, nachdem Ich euch das Sein gegeben habe, euch zur
Vollkommenheit zu führen und euch alle in einer einzigen geistigen Familie zu
vereinen; und vergesst nicht, dass mein Wille über alles hinweg in Erfüllung
geht.
8 Ich, der
Göttliche Sämann, lege meinen Liebessamen unmerklich in jeden Geist. Ich allein
weiß, zu welcher Zeit dieser Same in der ganzen Menschheit aufkeimen wird, und
Ich allein vermag mit unendlicher Geduld auf die Früchte meiner Werke zu
warten. (272, 17 - 19)
9 Ich will
euch nicht durch meine Größe erniedrigen, noch mit derselben prahlen, aber Ich
zeige sie euch dennoch, soweit es mein Wille ist, damit ihr die höchste Wonne
darüber empfindet, einen Gott aller Macht, Weisheit und Vollkommenheit zum
Vater zu haben.
10 Freut
euch bei dem Gedanken, dass ihr niemals das Ende meiner Macht erleben werdet
und dass, je höher die Entwicklung eures Geistes ist, ihr Mich desto besser
erkennen werdet. Wer könnte sich nicht damit einverstanden zeigen, zu wissen,
dass er niemals die Größe seines Herrn erreichen wird? Wart ihr auf Erden etwa
nicht damit einverstanden, im Vergleich zu eurem irdischen Vater jünger an
Jahren zu sein? Habt ihr ihm etwa nicht bereitwillig Erfahrung und Autorität
zugebilligt? Habt ihr euch nicht gefreut, zu sehen, dass ihr einen stärkeren
Mann als ihr zum Vater habt – stolz, tapfer und voller Tugenden? (73, 41 - 42)
11 Was
bedeutet die Kraft der Menschen gegenüber meiner Macht? Was vermag schon die
Gegnerschaft der materialistischen Völker gegen die unendliche Kraft der
Vergeistigung? Nichts!
12 Ich habe
zugelassen, dass der Mensch bis an die Grenze seines Machtstrebens und bis zum Gipfel
seines Hochmuts geht, damit er selbst feststellt, dass die Gabe der
Willensfreiheit, mit der er vom Vater ausgestattet wurde, eine Wahrheit
darstellt.
13 Doch
wenn er dann bis an die Grenze gelangt ist, wird er seine Augen dem Lichte und
der Liebe öffnen und sich angesichts meiner Gegenwart beugen, bezwungen von der
einzigen absoluten Macht und der einzigen universellen Weisheit, welche die
eures Gottes ist. (192, 53)
Die Gegenwart Gottes in allem
Geschaffenen
14 Ich habe
keine bestimmte oder begrenzte Stätte, an der Ich im Unendlichen wohne, denn
meine Gegenwart ist in allem, was existiert, sowohl im Göttlichen, als auch im
Geistigen oder im Materiellen. Ihr könnt von Mir nicht sagen, in welcher
Richtung mein Reich liegt; und wenn ihr euren Blick zu den Höhen erhebt und er
gen Himmel gerichtet ist, so tut dies nur als etwas Symbolisches. Denn euer
Planet dreht sich unaufhörlich und bietet euch mit jeder Bewegung neue
Himmelsabschnitte und neue Höhen dar.
15 Mit all
dem will Ich euch sagen, dass es zwischen euch und Mir keine Entfernung gibt
und dass das einzige, was euch von Mir trennt, eure unerlaubten Werke sind, die
ihr zwischen mein vollkommenes Gesetz und euren Geist stellt.
16 Je
größer eure Reinheit, je hochstehender eure Werke und je beständiger euer
Glaube ist, desto näher, inniger, eurem Gebete zugänglicher werdet ihr Mich
fühlen.
17 Ebenso
auch: Je mehr ihr euch vom Guten, vom Gerechten, vom Erlaubten entfernt und
euch dem Materialismus eines dunklen und egoistischen Lebens hingebt, desto
mehr werdet ihr Mich immer ferner von euch fühlen müssen. Je mehr sich euer
Herz von der Erfüllung meines Gesetzes entfernt, desto unempfindlicher wird es
für meine göttliche Gegenwart werden.
18
Begreift, warum Ich in dieser Zeit mein Wort in dieser Form kundtue und euch
für die Zwiesprache von Geist zu Geist vorbereite.
19 Da ihr
Mich unendlich ferne glaubtet, verstandet ihr nicht, zu Mir zu kommen. Ich habe
euch aufgesucht, um euch meine göttliche Gegenwart fühlbar zu machen und euch
zu beweisen, dass es zwischen dem Vater und seinen Kindern keine Räume oder
Entfernungen gibt, die sie trennen. (37, 27 -32)
20 Falls
ihr denkt, dass Ich meinen Thron verlassen habe, um Mich euch kundzutun, so
befindet ihr euch in einem Irrtum; denn jener Thron, den ihr euch vorstellt,
existiert nicht. Die Throne sind etwas für die eitlen und hochmütigen Menschen.
21 Da mein
Geist unendlich und allmächtig ist, wohnt Er nicht an einem bestimmten Ort: Er
ist überall, an allen Orten, im Geistigen und im Materiellen. Wo soll dann
jener Thron sein, den ihr Mir zuschreibt?
22 Hört auf
damit, Mir eine materielle körperliche Gestalt auf einem Thron gleich denen der
Erde zu geben, befreit Mich von der menschlichen Gestalt, die ihr Mir immer
gebt, hört auf, von einem Himmel zu träumen, den euer menschlicher Verstand
nicht zu erfassen vermag. Wenn ihr euch von alledem befreit, wird es sein, als
ob ihr die Ketten zerbrächet, die euch banden, als ob eine hohe Mauer vor euren
Blicken einstürzte, als ob ein dichter Nebel sich lichtete und euch erlauben würde,
einen Horizont ohne Grenzen und ein unendliches, strahlendes Firmament zu
schauen, das jedoch zugänglich ist für euren Geist.
23 Die
einen sagen: Gott ist im Himmel, andere: Gott wohnt im Jenseits. Aber sie
wissen nicht, was sie sagen, noch verstehen sie, was sie glauben. Zwar
"wohne" Ich im Himmel; aber nicht an dem bestimmten Ort, den ihr euch
vorgestellt habt: Ich wohne im Himmel des Lichtes, der Macht, der Liebe, der
Weisheit, der Gerechtigkeit, der Seligkeit, der Vollkommenheit. (130, 30, 35 -
36)
24 Meine
universelle Gegenwart erfüllt alles, an keinem Ort oder Lebensraum des
Universums gibt es eine Leere, alles ist von Mir durchdrungen. (309, 3)
25 Ich habe
euch gesagt, dass Ich euch so nahe bin, dass Ich selbst das Geheimste eurer
Gedanken kenne, dass Ich überall bin, wo ihr seid, weil Ich allgegenwärtig bin.
Ich bin das Licht, das euren Verstand durch Inspirationen oder lichtvolle Ideen
erleuchtet.
26 Ich bin
in euch, denn Ich bin der Geist, der euch beseelt, das Gewissen, das euch
richtet. Ich bin in euren Sinnen und in eurem Körper, denn Ich bin in der
ganzen Schöpfung.
27 Fühlt
Mich immer mehr in euch und in allem, was euch umgibt, damit, wenn der
Augenblick kommt, diese Welt zu verlassen, ihr voll und ganz in das Geistige
Leben eingeht, und es keine Verstörtheit in eurem Geist gibt durch die
Eindrücke, die die Sinnenwelt hinterlassen könnte; und ihr euch Mir einen
weiteren Schritt nähert, der Ich die Quelle von unendlicher Reinheit bin, aus
der ihr ewig trinken werdet. (180, 50 -52)
28 Wisst
ihr, was der Ursprung jenes Lichtes ist, das in dem von den Lippen der
Stimmträger gesprochenen Worte enthalten ist? Sein Ursprung ist im Guten, in
der göttlichen Liebe, im universellen Lichte, das von Gott ausgeht. Es ist ein
Strahl oder ein Funke jenes leuchtenden All-Seins, das euch das Leben gibt; es
ist ein Teil der unendlichen Kraft, die alles bewegt und unter der alles
schwingt, sich regt und unaufhörlich seine Kreise zieht. Es ist das, was ihr
göttliche Ausstrahlung nennt, es ist das Licht des Göttlichen Geistes, das
Geistwesen erleuchtet und belebt.
29 Jene
Ausstrahlung hat sowohl auf den Geist, als auch auf den Körper Einfluss, sowohl
auf die Welten, als auch auf die Menschen, die Pflanzen und alle Wesen der
Schöpfung. Sie ist geistig für den Geist, ist materiell für die Materie, ist
Intelligenz für das Verstandesvermögen, ist Liebe in den Herzen. Sie ist
Wissen, ist Talent und ist Selbstbesinnung, ist Instinkt, ist Intuition und
steht über den Sinnen aller Wesen gemäß ihrer Ordnung, ihrer Beschaffenheit,
ihrer Art und ihrem Entwicklungsgrad. Aber der Ursprung ist ein einziger: Gott;
und ihre Essenz eine einzige: die Liebe. Was kann also unmöglich daran sein, dass
Ich den Verstand dieser Geschöpfe erleuchte, um euch eine Botschaft geistigen
Lichtes zu senden?
30 Die
Pflanzen empfangen die Lebensstrahlung, die ihnen mein Geist sendet, damit sie
Früchte tragen. Die Sterne empfangen die Kraft, die mein Geist auf sie
ausstrahlt, um auf ihren Umlaufbahnen kreisen zu können. Die Erde, die das
gegenwärtige, lebendige Zeugnis ist, all euren Sinnen zugänglich, empfängt
unaufhörlich die Ausstrahlung von Leben, die so viele Wunder aus ihrem Schoße
hervorgehen lässt. Weshalb sollte es dann unmöglich sein, dass der Mensch, in
dessen Wesen wie ein Juwel die Gegenwart eines Geistes strahlt, worin seine
Ähnlichkeit mit Mir begründet ist, direkt von meinem Geist zu seinem Geist die göttliche
Ausstrahlung empfängt, welche der geistige Same ist, der in ihm Frucht bringen
soll? (329, 42 - 44)
31 Kein einziger
eurer Seufzer wird im Himmel ungehört bleiben, jedes Gebet findet seinen
Widerhall in Mir, keine eurer Trübsale oder Lebenskrisen bleiben von meiner
Vaterliebe unbeachtet. Alles weiß Ich, höre Ich, sehe Ich, und in allem bin Ich
gegenwärtig.
32 Weil die
Menschen meinen, dass Ich Mich wegen ihrer Sünden von ihnen zurückgezogen habe,
fühlen sie sich schließlich fern von Mir. O menschliche Unwissenheit, die so
viel Bitternis auf ihre Lippen gebracht hat! Wisset, dass wenn Ich Mich von
irgendeinem meiner Geschöpfe entfernen würde, dieses augenblicklich zu existieren
aufhören würde. Doch dies ist nicht geschehen, noch wird es geschehen, denn als
Ich euch den Geist gab, versah Ich euch alle mit ewigem Leben. (108, 44 - 45)
Schicksalsschläge
33
Verflucht nicht die Prüfungen, die euch und das ganze Menschengeschlecht bedrücken,
sagt nicht, dass sie Strafe, Zorn oder Rache Gottes sind, denn dann lästert
ihr. Ich sage euch, dass es gerade diese Heimsuchungen sind, die die Menschheit
dem rettenden Hafen immer näher bringen.
34 Nennt
sie Gerechtigkeit, Sühne oder Lektionen, dann wird es zutreffend und richtig
sein. Der Zorn und die Rache sind menschliche Leidenschaften, die solchen Wesen
eigen sind, die noch dem Seelenfrieden, der Harmonie und der Vollkommenheit
ferne sind. Es ist nicht gerecht, dass ihr meiner Liebe zu euch, die alle meine
Werke bestimmt, den vulgären Namen "Strafe" gebt oder den unwürdigen
Namen "Rache".
35 Bedenkt,
dass ihr euch freiwillig auf dornige Wege oder in finstere Abgründe begeben
habt, und dass ihr nicht auf meinen liebevollen Ruf gehört, noch auf die Stimme
eures Gewissens gelauscht habt, weshalb es notwendig wurde, dass der Schmerz
euch zu Hilfe kam, um euch aufzuwecken, euch aufzuhalten, euch zur Besinnung zu
bringen und zum wahren Weg zurückkehren zu lassen. (181, 6 - 8)
36 Ich
bestrafe euch nicht; aber Ich bin Gerechtigkeit, und als solche lasse Ich sie
jeden fühlen, der gegen meine Gebote verstößt. Denn der Ewige hat euch sein
Gesetz bekannt gemacht, das niemand abändern kann.
37 Seht,
wie der Mensch in einer schweren Prüfung klagt, wenn er in einen unermesslich
tiefen Abgrund stürzt, wenn er sieht, wie seine Frau beim Verlust von geliebten
Wesen weint, die Kinder ihres Unterhaltes beraubt werden, und die Heime in Elend
und Trübsal versinken. Er ist bestürzt angesichts seines Unglücks, er verzweifelt;
doch anstatt zu beten und seine Sünden zu bereuen, begehrt er gegen Mich auf
und sagt: "Wie ist es möglich, dass Gott mich in dieser Weise
züchtigt?", während der Göttliche Geist in Wahrheit gleichfalls Tränen vergießt
wegen des Schmerzes seiner Kinder, und seine Tränen sind Blut der Liebe, der
Vergebung und des Lebens.
38
Wahrlich, Ich sage euch: Aufgrund der Entwicklung, die die Menschheit erreicht
hat, hängt die Verbesserung ihrer Situation in dieser Zeit nicht nur von meiner
Barmherzigkeit ab. Sie ist Opfer ihrer selbst, doch nicht meiner Strafe. Denn
mein Gesetz und mein Licht erstrahlen in jedem Gewissen.
39 Meine
Gerechtigkeit kommt herab, um jedes Unkraut mit der Wurzel auszureißen, und
selbst die Naturgewalten offenbaren sich als Vollstrecker dieser Gerechtigkeit.
Dann scheint es, als ob sich alles vereint, um den Menschen auszurotten, obwohl
es seiner Läuterung dienen soll. Aber manche werden daran irre und sagen: "Wenn
wir so großen Schmerz zu ertragen haben – wozu kommen wir dann überhaupt auf
diese Welt?", ohne zu bedenken, dass der Schmerz und die Sünde nicht von
Mir stammen.
40 Der
Mensch ist dafür verantwortlich, dass er in Unwissenheit darüber bleibt, was
Gerechtigkeit und was Sühne ist. Daher kommt zunächst sein Aufbegehren und
danach seine Blasphemie. Nur wer meine Unterweisung erforscht hat und mein
Gesetz beachtet, ist nicht mehr fähig, seinen Vater zu beschuldigen. (242, 19 -
21)
Aus einem anderen, ähnlichen Worte
Christi geht hervor, dass mit diesem "Unkraut" nicht Menschen gemeint
sind, sondern deren böse und lasterhafte Triebe und Neigungen.
Die Gerechtigkeit Gottes
41 Ihr seid
wie Sträucher, die manchmal so dürre und kranke Zweige haben, dass sie eine
schmerzhafte Beschneidung benötigen, um eure kranken Teile zu entfernen, damit
ihr wieder gesunden könnt.
42 Wenn
meine Liebesgerechtigkeit vom menschlichen Baume die kranken Äste entfernt, die
sein Herz schädigen, richtet sie ihn auf.
43 Wenn einem
Menschen ein Glied seines Körpers abgeschnitten werden soll, seufzt er, zittert
er und wird feige, auch wenn er weiß, dass es geschieht, um das zu entfernen,
was krank ist, was tot ist und bedroht, was noch leben kann.
44 Auch die
Rosen, wenn sie beschnitten werden, vergießen ihren Lebenssaft wie
Schmerzenstränen; aber danach bedecken sie sich mit den schönsten Blüten.
45 Meine
Liebe beschneidet auf eine unendlich höhere Weise das Böse im Herzen meiner
Kinder, wobei Ich Mich manchmal selbst opfere.
46 Als die
Menschen Mich kreuzigten, bedeckte Ich meine Henker mit meiner Güte und meiner
Vergebung und gab ihnen Leben. Mit meinen Worten und in meinem Schweigen erfüllte
Ich sie mit Licht, verteidigte und rettete Ich sie. So beschneide Ich das Böse,
wehre Ich ihm durch meine Liebe und verteidige und rette ich den Übeltäter.
Jene Vergebungen waren, sind noch immer und werden ewiglich Quellen der
Erlösung sein. (248, 5)
47 Ich kann
kein Urteil über euch fällen, das schwerer ist als das Gewicht eurer
Verfehlungen. Daher sage Ich euch, dass ihr von Mir nichts zu befürchten habt,
sondern von euch selbst.
48 Ich
allein kenne die Schwere, die Größe und die Bedeutung eurer Verfehlungen. Die
Menschen lassen sich ständig vom äußeren Anschein beeindrucken, denn sie
vermögen nicht in das Herz ihrer Nächsten einzudringen. Ich dagegen blicke in
die Herzen und kann euch sagen, dass Menschen zu Mir gekommen sind, die sich
schwerer Verfehlungen angeklagt haben und die voll Reue waren, weil sie Mich
beleidigt haben, doch Ich habe sie für rein befunden. Im Gegensatz dazu sind andere
gekommen und haben Mir gesagt, dass sie niemals jemandem etwas Böses getan
haben, doch Ich wusste, dass sie lügen. Denn obwohl ihre Hände sich nicht mit
dem Blut ihres Nächsten befleckt haben, ist das Blut ihrer Opfer, denen das
Leben zu nehmen sie befohlen hatten, auf ihren Geist herabgeströmt. Es sind
jene, die den Stein werfen und dabei die Hand verbergen. Wenn Ich in meiner
Kundgabe die Worte "feige", "falsch" oder "Verräter"
ausgesprochen habe, ist ihr ganzes Wesen erbebt, und oft haben sie sich aus
meiner Lehrstunde entfernt, weil sie einen Blick auf sich fühlten, der sie
gerichtet hat. (159, 42 - 43)
49 Wenn in
der Göttlichen Gerechtigkeit nicht die größte Liebe des Vaters vorhanden sein
würde, wenn seine Gerechtigkeit nicht diesen Ursprung hätte, würde diese
Menschheit nicht mehr existieren, ihre Sünde und ihre unaufhörlichen Vergehen
hätten die göttliche Geduld erschöpft; aber dies ist nicht geschehen. Die
Menschheit lebt weiterhin, die Geistwesen inkarnieren immer noch, und auf
Schritt und Tritt, in jedem menschlichen Werk bekundet sich meine
Gerechtigkeit, welche Liebe und unendliche Barmherzigkeit ist. (258, 3)
50
Ergründet Mein Wort, damit ihr nicht, wie viele, an den Taten meiner göttlichen
Gerechtigkeit irre werdet, wenn Ich jene, die nur eine leichte Verfehlung
begehen, mit Macht heimsuche, und dagegen anscheinend denen vergebe, die ein
schweres Vergehen begangen haben.
51 Der
Meister sagt euch: Wenn Ich den, der dem Anschein nach nur eine leichte
Verfehlung begangen hat, mit Macht heimsuche, so deshalb, weil Ich die Schwäche
der Geistwesen kenne, und wenn diese vom Wege der Gesetzeserfüllung abweichen,
kann es der erste Schritt sein, der sie ins Verderben führt. Doch wenn Ich
anderen ein schweres Vergehen nachsehe, geschieht es, weil Ich weiß, dass eine große
Verfehlung für den Geist Grund für eine gleichfalls große Reue ist.
52 Richtet
nicht, verurteilt nicht, wünscht nicht einmal in Gedanken, dass meine Gerechtigkeit
auf jene fällt, die unter den Völkern Blutvergießen verursachen. Denkt nur,
dass sie wie ihr gleichfalls meine Kinder sind, meine Geschöpfe, und sie ihre
großen Verbrechen mit großen Sühneleistungen werden büßen müssen. Wahrlich, Ich
sage euch: gerade die, auf die ihr mit Fingern zeigt als jene, die den Frieden
erbarmungslos zerstört haben und euch ins Chaos stürzen, werden in den
kommenden Zeiten zu den großen Friedensstiftern werden, den großen Wohltätern
der Menschheit.
53 Das Blut
von Millionen Opfern schreit von der Erde aus nach meiner göttlichen
Gerechtigkeit, doch über die menschliche Rechtsprechung hinweg wird es die
meine sein, die jeden Geist, jedes Herz erreicht.
54 Die
Rechtsprechung der Menschen vergibt nicht, erlöst nicht, liebt nicht. Die meine
liebt, vergibt, erlöst, erweckt zu neuem Leben, erhebt und erleuchtet; und
gerade jene, die für die Menschheit soviel Schmerz verursacht haben, werde Ich
erlösen und retten, indem Ich sie durch ihre große Sühne gehen lasse, welche
der Schmelztiegel sein wird, in dem sie geläutert und völlig wach werden für
die Stimme ihres Gewissens, um bis auf den tiefsten Grund ihrer Werke schauen
zu können. Ich werde sie den gleichen Weg zurücklegen lassen, den sie ihre Opfer,
ihre Völker gehen ließen. Aber schließlich werden sie die geistige Reinheit
erreichen, um zur Erde zurückkehren zu können, um alles Zerstörte wiederaufzubauen,
um alles Zugrundegerichtete wiederherzustellen. (309, 16 -18)
55 Ihr
sollt wissen, dass nicht erst, wenn der Tod zu euch kommt, euer Vater euch
richtet, sondern dass dieses Gericht beginnt, sobald ihr euch eurer Werke
bewusst werdet und ihr den Ruf eures Gewissens empfindet.
56 Mein
Gericht ist immer über euch. Auf Schritt und Tritt, sei es im menschlichen
Leben oder in eurem geistigen Leben, seid ihr meinem Gerichte unterworfen; aber
hier auf der Welt, in der Körperhülle, wird der Geist unempfindlich und taub
für die Rufe des Gewissens.
57 Ich
richte euch, um euch zu helfen, eure Augen dem Lichte zu öffnen, um euch von
Sünde zu befreien und vom Schmerz zu erlösen.
58 In
meinem Urteil rechne Ich niemals die Beleidigungen an, die ihr Mir angetan
haben könntet, denn bei meinem Gericht tritt niemals der Groll, die Rache,
nicht einmal die Strafe in Erscheinung.
59 Wenn der
Schmerz in euer Herz dringt und euch an der empfindlichsten Stelle trifft, so
geschieht es, um euch auf irgendeinen Fehler hinzuweisen, den ihr begeht, um
euch meine Unterweisung verstehen zu lassen und euch eine neue und weise Lehre
zu erteilen. Auf dem Grunde jeder dieser Prüfungen ist immer meine Liebe
gegenwärtig.
60 Bei
einigen Gelegenheiten habe Ich euch erlaubt, dass ihr die Ursache einer Prüfung
versteht, bei anderen könnt ihr den Sinn jener Warnung meiner Gerechtigkeit
nicht finden, und zwar deshalb, weil es im Werke des Vaters und im Leben eures
Geistes tiefe Geheimnisse gibt, die der menschliche Verstand nicht zu
enträtseln vermag. (23, 13 - 17)
61 Fern ist
die Zeit, in der euch gesagt wurde: "Mit der Elle, mit der ihr messt,
werdet ihr gemessen werden." Wie oft wurde jenes Gesetz benutzt, um hier
auf der Erde Rache zu nehmen und jedes Gefühl von Nächstenliebe beiseite zu schieben!
62 Jetzt
sage Ich euch, dass Ich diese Gerechtigkeitselle ergriffen habe und euch mit
ihr messen werde, je nachdem wie ihr gemessen habt, obschon Ich erklärend
hinzufügen muss, dass in jedem meiner Gerichte der Vater gegenwärtig sein wird,
der euch sehr liebt, und der Erlöser, der zu eurer Rettung gekommen ist.
63 Der
Mensch ist es, der mit seinen Werken sein Urteil fällt, furchtbare Urteile
bisweilen, und euer Herr ist es, der euch Hilfe verschafft, damit ihr die Art
und Weise findet, in der ihr eure Sühne ertragen könnt.
64
Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr eine allzu schmerzliche Sühne vermeiden wollt,
so bereut rechtzeitig und gebt eurem Leben durch eine aufrichtige Erneuerung
eine neue Richtung mit Werken der Liebe und Barmherzigkeit für eure Brüder.
65
Versteht, dass Ich das rettende Tor bin - das Tor, das für alle, die Mich mit
wahrem Glauben suchen, niemals verschlossen sein wird. (23, 19 - 23)
66 Nun seht
ihr, dass die göttliche Gerechtigkeit aus Liebe besteht, nicht aus Bestrafung
wie die eure. Was würde aus euch, wenn Ich eure eigenen Gesetze anwenden würde,
um euch zu richten – vor Mir, vor dem kein äußerer Anschein noch falsche
Argumente gelten?
67 Wenn Ich
euch gemäß eurer Schlechtigkeit richten und eure schrecklich harten Gesetze
anwenden würde – was würde aus euch? Dann würdet ihr Mich zu Recht bitten,
Gnade walten zu lassen.
68 Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten, denn
meine Liebe welkt niemals, noch ändert sie sich, noch vergeht sie. Ihr dagegen
vergeht bestimmt, ihr sterbt und werdet wiederum geboren, ihr geht und kommt
dann wieder, und so geht ihr euren Pilgerweg, bis der Tag kommt, an dem ihr
euren Vater erkennt und euch seinem göttlichen Gesetze unterstellt. (17, 53)