1 Freue
dich über meine Gegenwart, geliebtes Volk, richte ein Fest aus in deinem Herzen,
juble vor Freude, denn endlich habt ihr den "Tag des Herrn" erlebt.
2 Ihr
fürchtetet euch vor dem Kommen dieses Tages, denn noch immer dachtet ihr wie
die Alten und wart der Meinung, dass das Herz eures Vaters rachsüchtig sei,
dass Er Groll hege wegen der empfangenen Beleidigungen, und dass Er deswegen
die Sichel, die Geißel und den Leidenskelch bereithalte, um Rache an denen zu
üben, die Ihn so sehr und so viele Male beleidigt haben.
3 Aber groß
ist eure Überraschung gewesen, als ihr festgestellt habt, dass im Geiste Gottes
weder Zorn, Grimm noch Abscheu existieren kann. Wenn auch die Welt schluchzt
und klagt wie nie zuvor, der Grund nicht der ist, dass der Vater ihr diese
Frucht zu essen und diesen Kelch zu trinken gegeben hat, sondern dass dies die
Ernte ist, die die Menschheit nun aufgrund ihrer Werke einbringt.
4 Zwar
wurden euch alle unheilvollen Ereignisse, die in dieser Zeit entfesselt wurden,
vorher angekündigt. Doch denkt deshalb, weil sie euch angekündigt wurden,
nicht, dass euer Herr sie euch als Strafe schickt. Ganz im Gegenteil: zu allen
Zeiten habe Ich euch vor dem Bösen, vor den Versuchungen gewarnt und habe
geholfen, euch von euren Stürzen wiederaufzurichten. Außerdem habe Ich euch
alle Mittel zur Verfügung gestellt, die nötig sind, damit ihr euch retten
könnt. Aber ihr müsst auch erkennen, dass ihr gegenüber meinen Rufen immer taub
und ungläubig gewesen seid. (160, 40 - 41)
5 Wehe
denen, die sich in dieser Zeit nicht darum bemühen, ihre Lampe anzuzünden, denn
sie werden in die Irre gehen! Seht, wie überall noch die Schatten herrschen,
obwohl dies die Zeit des Lichtes ist!
6 Ihr wisst
durch mein Wort, dass Ich diese Nation [Mexiko] erwählte, um Mich in ihr bei
meinem "Dritten Kommen" zu offenbaren; doch den Grund dafür kennt ihr
nicht. Der Meister, welcher keine Geheimnisse vor seinen Jüngern haben will,
ist für euch ein Geheimnis gewesen. Er kommt euch alles zu offenbaren, was ihr
wissen sollt, damit ihr denen die euch befragen, zutreffend antworten könnt.
7 Ich habe
gesehen, dass die Bewohner dieses Erdenwinkels Mich immer gesucht und geliebt
haben, und obwohl ihre Verehrung nicht immer vollkommen gewesen ist, habe Ich
ihre Absicht und ihre Liebe als eine Blume der Unschuld, des Opfers und des Schmerzes
angenommen. Auf dem Altar meiner Göttlichkeit ist diese duftende Blume immer
gegenwärtig gewesen.
8 Ihr
wurdet vorbereitet, um diese große Mission in der "Dritten Zeit" zu erfüllen.
9 Heute
wisst ihr, dass Ich in eurer Mitte das Volk Israel reinkarnieren ließ, weil Ich
es euch offenbart habe. Ihr wisst, dass der Same, der in eurem Wesen lebt und
das innere Licht, das euch leitet das gleiche ist, das Ich schon in der
"Ersten Zeit" auf das Haus Jakob ergoss.
10 Ihr seid
Israeliten nach dem Geiste, ihr besitzt geistig den Samen Abrahams, Isaaks und
Jakobs. Ihr seid Zweige jenes gesegneten Baumes, welche der Menschheit Schatten
und Frucht spenden werden.
11 Das ist
der Grund, weshalb Ich euch Erstgeborene nenne, und weshalb Ich euch in dieser
Zeit aufgesucht habe, um der Welt durch euch meine Dritte Offenbarung
kundzutun.
12 Es ist
mein Wille, dass das "Volk Israel" geistig unter der Menschheit aufersteht,
damit diese die wahre "Auferstehung im Fleische" schaut. (183, 33 -
35)
13 Glaubtet
ihr etwa, dass Ich mein Wort allen Völkern der Erde geben würde? Nein! Auch
hierin ist meine neue Offenbarung jener der vergangenen Zeiten ähnlich, als Ich
Mich einem einzigen Volk offenbarte und dieses dann die Aufgabe hatte,
aufzubrechen und die Frohe Botschaft zu verbreiten und den Samen auszusäen, den
es in meiner Botschaft empfing. (185, 20)
14
Überlasst es andern Völkern, dass sie erst für die neue Zeit erwachen, wenn sie
sehen, dass Landstriche durch Wasserfluten verheert, die Nationen durch Krieg
zerstört sind, und Seuchen das Leben vernichten. Diese Völker – hochmütig
geworden in ihren Wissenschaften und eingeschläfert durch die Prachtentfaltung
ihrer Kirchen – werden mein Wort in dieser unscheinbaren Form nicht anerkennen,
noch werden sie meine Offenbarung im Geiste empfinden. Daher muss zuvor die
Erde erschüttert werden, und die Natur wird den Menschen sagen: Die Zeit ist
erfüllt, und der Herr ist zu euch gekommen.
15 Damit
die Menschheit erwacht, ihre Augen öffnet und bejaht, dass Ich es bin, der
gekommen ist, muss erst die Macht und der Hochmut des Menschen heimgesucht
werden. Doch eure Aufgabe ist es, zu wachen, zu beten und euch zuzurüsten. (62,
53)
16 Ich
versprach euch einstmals, zur Menschheit zurückzukommen, und hier bin Ich, um
jenes Versprechen zu erfüllen, auch wenn viele Jahrhunderte vergangen sind.
Euer Geist sehnte sich nach meiner Gegenwart in seinem Verlangen nach Frieden,
in seinem Hunger nach Wahrheit, in seinem Sehnen nach Wissen und mein Geist ist
herabgekommen, um euch eine Unterweisung hören zu lassen gemäß der Zeit, in der
ihr lebt. Wie können die Menschen weiterhin ein Leben führen wollen, wie sie es
bisher getan haben? Es entspricht nicht mehr der Zeit, weiterhin in geistigem
Stillstand zu verharren, oder in geistiger Trägheit in der Ausübung von Riten
und Traditionen. (77, 19)
17 Viele
Menschen von anerkannter Gelehrsamkeit in der Welt werden Mich in dieser Form
nicht erkennen können und Mich verneinen. Doch seid dadurch nicht überrascht,
da Ich es euch schon vor langer Zeit ankündigte, als Ich euch sagte: "Sei
gesegnet, Vater, dass Du Deine Wahrheit den Unmündigen offenbart und sie den
Gelehrten und Klugen verborgen hast."
18 Dies
geschieht jedoch nicht, weil Ich meine Wahrheit irgend jemandem verberge,
sondern vielmehr weil die, deren Verstand unbelastet ist, in ihrer [geistigen]
Armut oder Bedeutungslosigkeit Mich besser empfinden können, während die
Menschen mit Begabung, deren Verstand voller Theorien, Philosophien und
Glaubenslehren ist, Mich weder begreifen noch empfinden können. Doch die
Wahrheit, die für alle ist, wird zum vorbestimmten Zeitpunkt zu jedem kommen.
(50, 45)
19 Wer mein
Gesetz kennt und es verheimlicht, kann sich nicht mein Jünger nennen. Wer meine
Wahrheit nur mit seinen Lippen weitergibt und nicht mit dem Herzen, nimmt Mich nicht
zum Vorbild. Wer von Liebe spricht und mit seinen Werken das Gegenteil beweist,
der ist Verräter an meinen Lehren.
20 Wer die
Reinheit und Vollkommenheit Marias verleugnet, ist töricht, denn in seiner
Unwissenheit fordert er Gott heraus und leugnet seine Macht. Wer meine Wahrheit
in der "Dritten Zeit" nicht anerkennt und die Unsterblichkeit des
Geistes leugnet, schläft noch und beherzigt nicht die Prophetien der
vergangenen Zeiten, welche die Offenbarung ankündigten, die die Menschheit in
dieser Zeit erlebt. (73,28 - 29)
21 Sie
werden kommen und Mich auf die Probe stellen, weil sie euch beweisen wollen,
dass ihr euch in einem Irrtum befindet. Wenn Ich ihnen meinen Namen nicht
nenne, werden sie sagen, dass Ich nicht Ich bin, und wenn Ich ihre in
schlechter Absicht gestellten Fragen beantworte, werden sie Mich mit noch
größerem Eifer leugnen.
22 Dann
werde Ich ihnen sagen: Wer das Reich des Lichtes betreten will, muss es mit dem
Herzen suchen. Doch jener, der ohne Mich anzuerkennen leben möchte, wird seinem
eigenen Geiste das göttliche Wissen vorenthalten haben und so bewirken, dass
alles, was klare und lichtvolle Offenbarung ist, für ihn Geheimnis und
Mysterium ist. (90, 49 - 50)
23 Jetzt
bin Ich nur vorübergehend bei euch, wie Ich es auch einstens war. Schon nähert
sich der Zeitpunkt, an dem Ich nicht mehr zu euch spreche, doch die Menschheit
hat meine Gegenwart nicht empfunden.
24 Von dem
"Berge" aus, von dem Ich euch mein Wort sende und euch betrachte,
werde Ich am Vorabend meines Abschieds ausrufen müssen: "Menschheit,
Menschheit, die du nicht gewusst hast, Wer bei dir gewesen ist!" So wie
Ich in der "Zweiten Zeit", kurz vor meinem Tode, von einem Berge aus
die Stadt betrachtete und unter Tränen ausrief: "Jerusalem, Jerusalem, die
du das Gute, das bei dir gewesen ist, nicht erkannt hast".
25 Es war
nicht die Welt, um derentwillen Er weinte, es war um des Geistes der Menschen
willen, die noch immer ohne Licht waren und die noch viele Tränen vergießen
mussten, um die Wahrheit zu erreichen. (274, 68 – 69)
26 Viele
Jahrhunderte sind vergangen seit dem Tag, da Ich euch mein Wort und meine
letzten Ermahnungen durch Jesus gab; doch heute erscheine Ich bei euch als
Heiliger Geist, um mein Versprechen an euch zu erfüllen.
27 Ich bin
nicht Mensch geworden, Ich komme im Geiste, und nur diejenigen werden Mich
sehen, die zugerüstet sind.
28 Während
ihr an mein Wort glaubt und Mir nachfolgt, nehmen andere meine Kundgebung nicht
an und leugnen sie. Ich musste ihnen große Beweise geben, und dank dieser habe
Ich allmählich ihren Unglauben besiegt.
29 Die
Liebe und die Geduld, die Ich euch immer bekundet habe, lassen euch begreifen,
das nur euer Vater euch in dieser Weise lieben und unterweisen kann. Ich wache
über euch und mache euer Kreuz leicht, damit ihr nicht strauchelt. Ich lasse
euch meinen Frieden fühlen, damit ihr euren Weg voll Vertrauen in Mich geht.
(32, 4)
30 Mein
Wort, meine Lehransprache, ist heute dem Anschein nach allein für euch
bestimmt; in Wahrheit ist sie jedoch für alle bestimmt, denn ihre Weisheit und
Liebe umfasst das ganze Universum, vereint alle Welten, alle inkarnierten und
desinkarnierten Geistwesen. Kommt herbei, so ihr meiner bedürft; sucht Mich,
wenn ihr euch verloren fühlt.
31 Ich bin
euer Vater, der eure Leiden kennt und der euch tröstet. Ich flöße euch die
Liebe ein, die ihr so sehr benötigt - für euch selbst, und um sie in eurer
Umgebung zu verbreiten.
32 Wenn ihr
in Wahrheit meine Gegenwart an der Weisheit erkennt, welche Ich durch diese
Stimmträger offenbare, so erkennet auch, dass der Zeitpunkt da ist, das
aufbauende Werk auf dem geistigen Pfade zu beginnen.
33 Ach,
wenn doch alle, die gerufen worden sind, herbeieilen würden; wahrlich, Ich sage
euch, der Tisch des Herrn wäre überfüllt von Jüngern und sie alle würden die
gleiche Speise essen! Doch nicht alle Geladenen sind gekommen, sie haben
verschiedene Beschäftigungen vorgegeben und so den Göttlichen Ruf auf den
zweiten Platz verwiesen.
34 Selig,
die eilends herbeigekommen sind, denn sie haben ihre Belohnung erhalten. (12,
76 - 80)
35 Nicht
alle hören Mir hier zu, die in dieser Zeit Geistesgaben empfangen haben. Seht,
wie viele leere Plätze es am Tische gibt, weil viele meiner kleinen Kinder,
nachdem sie eine Wohltat empfangen haben, sich entfernten und die
Verantwortlichkeiten und Aufträge mieden. Ach, wenn sie hier auf Erden noch die
Gelübde wüssten, die jeder Geist Mir gab, bevor er zur Erde kam! (86, 43)
36 Ich
vermache euch derzeit das Dritte Testament, doch ihr habt nicht einmal die
beiden ersten verstanden. Wenn ihr in dieser Zeit vorbereitet gewesen wäret,
wäre es nicht notwendig gewesen, dass mein Wort materiell hörbar wird, denn Ich
würde dann geistig sprechen, und ihr würdet Mir mit eurer Liebe antworten. (86,
49)
37 Dies ist
das Licht der "Dritten Zeit". Doch stellt den auf die Probe, der
sagt, dass es nicht Gott ist, der zu euch spricht, sondern dieser Mensch hier.
Wahrlich, Ich sage euch, solange mein göttlicher Strahl seinen Verstand nicht
erleuchtet, werdet ihr ihm keine Worte von geistigem Wert und von Wahrheit
entlocken können, selbst wenn ihr ihn mit dem Tode bedrohen würdet.
38 Es ist
nichts Befremdliches, dass ebenso wie der Geist sich seines Körpers bedient, um
zu sprechen und sich kundzutun, er sich für eine kurze Zeitspanne von demselben
löst um zu ermöglichen, dass sich an seiner Stelle der Vater aller Geister
kundgibt: Gott.
39 Ich
komme zu euch, da ihr nicht zu Mir zu kommen versteht und Ich lehre, dass das
wohlgefälligste Gebet, das zum Vater gelangt jenes ist, das in der Stille aus
eurem Geist emporsteigt. Dies Gebet ist es, das meinen Strahl anzieht, durch
welchen ihr Mich vernehmt. Es sind nicht die Gesänge und Worte, die meine
Göttlichkeit erfreuen. (59, 57 - 59)
40 Ihr
könnt nicht behaupten, dass mein Wort nicht klar ist, oder dass es Unvollkommenheiten
enthält, denn von Mir kann keinerlei Unklarheit ausgehen. Wenn ihr in ihm
irgendeinen Irrtum findet, so schreibt ihn der schlechten Übermittlung durch
den Stimmträger zu, oder eurem schlechten Auffassungsvermögen, doch niemals meiner
Lehre. Weh dem Stimmträger, der mein Wort verdirbt! Weh jenem, der meine
Unterweisung schlecht übermittelt und sie entwertet, denn er wird den
unablässigen Vorwurf seines Gewissens erfahren und den Frieden seines Geistes
verlieren! (108, 51)
41 Um euch
entgegenzukommen, sage Ich euch: Wenn ihr nicht wollt, dass Ich Mich sündiger
Körper bediene um euch meine Liebe zu schenken, so zeigt Mir einen Gerechten,
einen Reinen, weist Mir einen unter euch vor, der zu lieben versteht, und Ich
versichere euch, dass Ich Mich seiner bedienen werde.
42
Begreift, dass Ich Mich der Sünder bediene um die Sünder herbeizuführen; denn
Ich komme nicht, um die Gerechten zu retten; diese sind bereits im Reich des
Lichtes. (16, 25)
43.
Beobachtet, wie dieser Same, obschon ihr ihn schlecht gepflegt habt, nicht
stirbt; seht, wie er Finsternis und Fallgruben, Hindernisse und Prüfungen besiegt
hat und Tag für Tag weiterhin keimt und sich entwickelt. Warum stirbt dieser
Same nicht: Weil die Wahrheit unsterblich, ewig ist.
44 Deshalb
werdet ihr erleben, dass wenn diese Lehre bisweilen zu verschwinden scheint,
dies gerade dann sein wird, wenn neue und üppige Triebe hervorsprießen um den
Menschen zu helfen, auf dem Wege zur Vergeistigung einen weiteren Schritt vorwärts
zu machen. (99, 20)
45
Untersucht meine Unterweisungen und sagt Mir, ob diese Lehre in eine eurer
Religionen eingeschlossen werden könnte.
46 Ich habe
euch ihre umfassenden Merkmale und ihren universellen Sinngehalt offenbart,
welcher sich nicht nur auf Teile der Menschheit oder auf [bestimmte] Völker
beschränkt, sondern die Planetenbahn eurer Welt überschreitet, um die
Unendlichkeit mit all ihren Lebenswelten einzubeziehen, wo – wie auf dieser
Welt – auch Kinder Gottes wohnen. (83, 6)
47 Erkennt,
dass mein Wort keine neue Religion ist noch sein kann. Dies Werk ist der
lichtvolle Weg, in welchem sich alle Ideologien, Glaubensbekenntnisse und
Religionen geistig vereinigen werden, um vor die Tore des Gelobten Landes zu
gelangen. (310, 39)
48 Meine
Unterweisung, von der sich euer Geist nährt, will euch in Meister verwandeln,
in die treuen Apostel des Heiligen Geistes. (311, 12)
49 Ich
werde euch den Menschen als meine Diener vorstellen, als die
Trinitarisch-Marianischen Spiritualisten der Dritten Zeit – Spiritualisten,
weil ihr mehr Geist als Materie sein sollt; Trinitarisch, weil ihr in drei Zeiten
meine Offenbarung empfangen habt; Marianisch, weil ihr Maria, eure universelle Mutter
liebt, welche über euch gewacht hat, damit ihr nicht auf dem Lebensweg verzagt.
(70, 36)
50 Nicht
nur die, welche mein Wort durch das menschliche Verstandesorgan vernahmen,
werden Kinder dieses Volkes genannt werden. Jeder, der sein Kreuz auf sich
nimmt - jeder, der dies Gesetz liebt und diesen Samen verbreitet, soll Arbeiter
in meinem Weinberg, Apostel Meines Werkes und Kind dieses Volkes genannt
werden, auch wenn er Mich nicht mittels dieser Kundgabe gehört hat. (94, 12)
51 Wie
kannst du meinen, Volk, dass – weil ihr an verschiedenen Versammlungsorten zusammen
kommt – dies ein Grund sei, voneinander Abstand zu halten? Nur die Unwissenheit
wird verhindern, dass ihr euch der geistigen Bande bewusst werdet, die alle
Kinder des Herrn vereinen. (191, 51)
52 Wenn ihr
die eine oder andere oder verschiedene Versammlungsstätten besucht und durch
deren Stimmträger dasselbe Wort vernehmt, so wird euer Herz von Wonne und Glauben
erfüllt, und ihr fasst jene Unterweisung als einen echten Beweis dafür auf,
dass diese Gemeinschaften aufgrund ihrer Vergeistigung vereint sind. Wenn ihr jedoch
einer mangelhaften Kundgebung beiwohnt, habt ihr das Gefühl, dass man euch in
euren Herzen verwundet hat, und ihr begreift, dass dort nicht die Einigkeit
besteht oder sich bekundet, die in diesem Volke vorhanden sein soll. (140, 71)
53 Ich
will, dass ihr meine guten und demütigen Jünger seid - solche, die keine
Ernennungen oder Ehrungen innerhalb der Gemeinschaft beanspruchen, sondern dass
euer Ideal nur darin besteht, durch Tugend die Vervollkommnung zu erreichen und
meine Anweisungen zu befolgen, damit euer Leben ein Vorbild wird. Was könnten euch
Ehrenplätze, Titel oder Namen nützen, wenn ihr keine Verdienste habt, um sie zu
Recht zu besitzen? (165, 17)
54 Mein
Werk ist nicht eine von so vielen Lehren, ist nicht eine weitere Sekte auf der
Welt. Diese Offenbarung, die Ich euch heute gebracht habe, ist das Ewige
Gesetz. Dennoch – wie viele Rituale habt ihr ihm aus Mangel an Geistigkeit und
Verständnis beigemengt, wie viele Unlauterkeiten, bis ihr es schließlich
entstellt habt. Wie viele Kulthandlungen habt ihr in meine Lehre eingeführt,
wobei ihr sagt und glaubt, dass alles, was ihr getan habt, von Mir inspiriert
und angeordnet worden sei. (197, 48)
55 Ihr
werdet euch bald mitten unter Menschen begeben, die äußerlicher Kulte müde und
ihres religiösen Fanatismus‟ überdrüssig sind. Deshalb sage Ich euch, dass die
Botschaft der Vergeistigung, die ihr ihnen bringen werdet, wie frischer und
erquickender Tau zu ihren Herzen gelangen wird.
56 Meint
ihr, wenn ihr mit fanatischen Kulten und Handlungsweisen, die im Widerspruch
zur Vergeistigung stehen zu ihnen kommt, dass dann die Welt euch als Überbringer
einer göttlichen Botschaft anerkennen könnte? Wahrlich, Ich sage euch, man
würde euch für Fanatiker einer neuen Sekte halten!
57
Angesichts der Klarheit, mit der Ich zu euch spreche, gibt es welche, die Mir
sagen: "Meister, wie ist es möglich, dass wir viele der Kulthandlungen, die
uns Roque Rojas als Vermächtnis hinterließ, verwerfen sollten?"
58 Dazu
sage Ich euch, dass Ich euch dafür jenes Beispiel aus der "Zweiten
Zeit" gab, als Ich dem Volke begreiflich machte, dass es um der Befolgung
von Riten, Förmlichkeiten, Traditionen und Feiertagen willen das Gesetz
vergessen hatte, was das Wesentliche ist.
59 Ich habe
euch an diese Tat eures Meisters erinnert, damit ihr verstündet, dass ihr auch
heute Traditionen und Zeremonien vergessen sollt, selbst wenn ihr sie von Roque
Rojas gelernt habt, so wie sie damals das Volk von Mose als Erbe übernommen
hatte.
60 Nun, Ich
will euch damit nicht sagen, dass diese euch etwas Schlechtes gelehrt hätten –
nein. Sie waren nur genötigt, auf Sinnbilder und Handlungsweisen zurückzugreifen,
die dem Volke helfen sollten, die göttlichen Offenbarungen zu verstehen. Aber sobald
dieses Ziel erreicht war, war es notwendig, jede nun unnütze Verehrungsform oder
Sinnbildlichkeit zu beseitigen, um das Licht der Wahrheit erstrahlen zu lassen.
(253, 29 - 32)
61 Wie viel
Schmerz haben meinem Herzen die Diener bereitet, die mein Gesetz nicht
verstanden haben; und wie viel Schmerz bereiten derzeit jene, die – obwohl Ich
sie geschult und eingesetzt habe – heute dem Zweifel, der Unsicherheit Obdach
gewährten und infolge ihres Unverständnisses und ihrer Selbstsucht gesagt
haben, dass Ich eine weitere Zeitspanne unter dem Volke verbleiben werde; dass
Ich ihrem menschlichen Willen gemäß meinen Universellen Strahl ein weiteres Mal
herabsenden und Mich für eine lange Zeit weiterhin kundgeben werde.
62 Deshalb
habe Ich euch gesagt: wann habe Ich in meinem Worte Unentschlossenheit,
Unsicherheit oder Zwiespalt des Willens gezeigt? Niemals, fürwahr, denn Ich
wäre dann nicht mehr vollkommen, wäre nicht mehr euer Gott und euer Schöpfer.
63 In Mir
ist Entschiedenheit, ein einziger Wille und deshalb spreche Ich so klar wie das
helle Tageslicht, damit alle Mich in meiner Gegenwärtigkeit, meiner Essenz und
meiner Macht fühlen können, damit der Geist die [zugrundeliegende] Vernunft und
das Wort erkennen kann, das Ich durch das menschliche Verstandesvermögen gegeben
habe.
64 Der
Meister sagt euch: Der Mensch hat Gebäude errichtet und sie Kirchen genannt,
und an diesen Orten macht das Volk, das eintritt, Ehrfurchtsbezeigungen, nährt
den Fanatismus und die Abgötterei und betet das an, was der Mensch selbst
geschaffen hat. Dies ist in meinen Augen verabscheuungswürdig, und daher habe
Ich von dir, Volk Israel, alles entfernt, was du anfänglich gekannt und
vernommen hast, damit du deinen Fanatismus aufgibst.
65 Die
Gebetshäuser des Volkes Israel sollen der Menschheit bekannt werden, sie sollen
nicht geschlossen werden, denn sie sollen dem Schwachen und dem Verirrten, dem
Ermatteten und Kranken Obdach geben. Durch eure Zurüstung, durch den Gehorsam gegenüber
meinem höchsten Willen und die Befolgung meines Gesetzes werde Ich Mich in den
Werken der wahren Jünger meiner Göttlichkeit bezeugen.
66 Es soll
euch nicht bekümmern, dass auch falsche Stimmträger, falsche Gemeindeleiter,
falsche "Arbeiter" in Erscheinung treten, dass ihre
gotteslästerlichen Lippen zum Volke sprechen und behaupten, dass mein Wort und
mein Universeller Strahl weiterhin als Unterweisung unter dem Volke verbleiben
werden.
67 Ich
werde bekannt machen, wer ein Betrüger ist, wer das Gesetz nicht nach meinem
Willen befolgt, wer jener ist, der nur seinen Eigenwillen zum Ausdruck bringt,
und Ich werde das Werk bekannt machen, das er verbrochen hat, und das Gesetz,
das er geschaffen hat, und sie werden verworfen und verbannt werden.
68 Denn Ich
werde die göttliche Gnade und Macht zurückhalten, und die Versuchung wird sie
in ihre Netze fangen; und darum wird jeder, der sie aufsucht, in seinem Geiste
nicht die Gnade meines Heiligen Geistes fühlen. (363, 52 - 56)
69 Ohne
auszuposaunen, dass ihr meine Apostel seid, sollt ihr es sein. Auch wenn ihr
Meister seid, sollt ihr sagen, dass ihr Jünger seid.
70 Ihr
sollt kein Gewand tragen, das euch von andern unterscheidet, sollt kein Buch in
euren Händen tragen, sollt keine Versammlungshäuser bauen.
71 Auch
sollt ihr auf Erden kein Zentrum oder Fundament meines Werkes haben, noch soll
irgend jemand über den Menschen stehen, der meine Stelle vertritt.
72 Die
Leiter, die ihr bisher gehabt habt, sind die letzten. Das Gebet, die Vergeistigung
und die Ausübung meiner Lehre sollen die Menschenscharen auf den Weg des
Lichtes führen. (246,30 - 31)
73 Ist es
etwa gerecht - frage Ich meine Jünger - , dass ihr ein vollkommenes Werk wie
das, das Ich euch offenbart habe, gegenüber der Menschheit so darstellt, dass
es als Verirrung beurteilt wird, oder dass es als eine weitere der Lehren und
Theorien betrachtet wird, die in diesen Zeiten als Früchte der herrschenden
geistigen Verwirrung entstanden sind?
74 Wäre es
recht, wenn ihr, die Ich so sehr geliebt und mit meinem Wort geschult habe,
damit euer Zeugnis rein sei, als Opfer eurer Irrtümer in die Hände der
irdischen Justiz geraten oder verfolgt und zerstreut würdet, weil eure Nächsten
euch für schädlich halten?
75 Meint ihr,
dass eine Lehre – richtig befolgt – solche Geschehnisse hervorrufen könnte?
Nein, Jünger.
76 Lasst
Mich in dieser Weise zu euch sprechen, denn Ich weiß, weshalb Ich es tue.
Morgen, wenn Ich nicht mehr in dieser Form zu euch spreche, werdet ihr wissen,
weshalb Ich so zu euch sprach, und ihr werdet sagen: "Der Meister wusste
genau, an wie vielen Schwachheiten wir kranken würden. Nichts entgeht seiner
Weisheit." (252,26 - 27)
77 Ich
bereite euch auf die Zeit vor, in der ihr Mein Wort nicht mehr vernehmt, denn
dann werden euch die Menschen das Volk ohne Gott nennen, das Volk ohne
Gotteshaus, weil ihr keine prächtigen Kirchengebäude haben werdet, um Mich zu
verehren, noch feierliche Kulthandlungen zelebrieren, noch Mich in Bildnissen
suchen werdet.
78 Aber Ich
werde euch ein Buch als Testament hinterlassen, das eure Schutzwehr in den
Prüfungen und der Weg sein wird, auf den ihr eure Schritte lenken sollt. Diese
Worte, die ihr heute durch den Stimmträger vernehmt, werden morgen den
Schriften entströmen, damit ihr euch erneut daran erquickt, und sie von den
Menschenscharen vernommen werden, die zu dieser Zeit hinzukommen werden. (129,
24)
79 Ich
vermache der Menschheit derzeit ein neues Buch, ein neues Testament; mein Wort
der "Dritten Zeit", die göttliche Stimme, die beim Lösen des Sechsten
Siegels zum Menschen gesprochen hat.
80 Es ist
nicht nötig, dass eure Namen oder eure Taten in die Geschichte eingehen. In
diesem Buche wird mein Wort wie eine klingende und klare Stimme sein, die ewig
zum menschlichen Herzen spricht, und mein Volk wird der Nachwelt die Spur ihrer
Schritte auf diesem Wege der Vergeistigung hinterlassen. (102, 28 - 29)
81 Die
Versammlungsstätten, in denen sich mein Wort kundgetan hat, haben sich
vervielfacht, wobei jede von ihnen wie eine Schule wahren Wissens ist, wo die
Menschen sich versammeln, die meine Jünger bilden und begierig herbeikommen, um
die neue Lektion zu lernen.
82 Wenn
jede dieser Gemeinden von all den Wohltaten Zeugnis ablegen würde, die sie aus
meiner Barmherzigkeit empfangen hat, so würde das Bezeugen jener Wunder kein
Ende haben. Und wenn ihr alles in einem Buche sammeln müsstet, was Ich vom
ersten meiner Worte bis zum letzten durch alle meine Stimmträger gesprochen habe,
so wäre dies ein Werk, das ihr nicht vollbringen könntet.
83 Doch Ich
werde der Menschheit durch Vermittlung meines Volkes "ein Buch"
zukommen lassen, in welchem die Essenz meines Wortes und das Zeugnis der Werke
enthalten ist, die Ich unter euch vollbrachte. Fürchtet euch nicht, diesen
Auftrag zu übernehmen, denn Ich werde euch inspirieren, damit in diesem Buch
jene Unterweisungen festgehalten werden, die unerlässlich sind. (152, 39 - 41)
84 Die
Essenz dieses Wortes hat sich seit dem Beginn seiner Kundgebung niemals
verändert, als Ich durch Damiana Oviedo zu euch sprach. Der Sinngehalt meiner
Lehre ist der gleiche gewesen.
85 Doch wo
ist die Essenz jener Worte? Was geschah damit? Verborgen sind die Schriften
jener göttlichen Botschaften, welche die ersten in dieser Zeit waren, in der
mein Wort so reichlich unter euch verbreitet wurde.
86 Es ist
notwendig, dass diese Unterweisungen ans Licht kommen, damit ihr morgen zu
bezeugen imstande seid, wie der Beginn dieser Kundgebung war. So werdet ihr das
Datum meiner ersten Unterweisung kennen lernen, ihren Inhalt und den der
letzten, welche euch das Jahr 1950 bringt – das festgesetzte Jahr, mit dem
diese Offenbarungszeit enden soll. (127, 14 - 15)
87 Es ist
notwendig, dass ihr mit jenen sprecht, die mein Wort verbergen und die meine
Unterweisungen verfälschen. Sprecht in aller Klarheit mit ihnen, Ich werde euch
beistehen, damit ihr euren Standpunkt ihnen gegenüber vertretet. Denn es sind
die Menschen, die Grund dafür sind, dass mein Werk morgen bemängelt und mein
Gesetz verfälscht wird, weil sie meinem Werke etwas hinzugefügt haben, das nicht
zu ihm gehört. (340, 39)
88 Ich
brachte euch dies Wort und ließ es euch in eurer Sprache hören, doch Ich gebe
euch den Auftrag, es später in andere Sprachen zu übersetzen, damit es allen
bekannt wird.
89 Auf
diese Weise werdet ihr den wahren "Turm Israels" zu bauen beginnen -
jenen, welcher alle Völker geistig zu einem einzigen vereint, welcher alle Menschen
in jenem göttlichen, unwandelbaren und ewigen Gesetze eint, das ihr in der Welt
aus dem Munde Jesu erfahren habt, als er euch sagte: "Liebet einander!"
(34, 59 - 60)
Das Geistige Israel und das jüdische
Volk
90
"Israel" nannte Ich das Volk, das Ich derzeit um meine neue
Offenbarung schare, denn niemand weiß besser als Ich, welcher Geist in jedem
der Berufenen dieser "Dritten Zeit" wohnt.
91
"Israel" hat eine geistige Bedeutung, und euch gebe Ich diesen Namen,
damit ihr euch bewusst seid, dass ihr ein Teil des Volkes Gottes seid. Denn "Israel"
stellt kein Volk der Erde dar, sondern eine Welt von Geistern.
92 Dieser
Name wird auf Erden erneut bekannt werden, aber frei von Irrtümern, in seinem
wahren Sinngehalt, welcher geistig ist.
93 Ihr
müsst den Ursprung und die Bedeutung dieses Namens kennen; euer Glaube daran,
dass ihr Kinder jenes Volkes seid, muss absolut sein, und ihr müsst völlige
Erkenntnis darüber haben, von wem und weshalb ihr diese Bezeichnung erhalten
habt, damit ihr den Angriffen standhalten könnt, die euch morgen von denen
zuteil werden, die dem Namen "Israel" einen anderen Sinn geben. (274,
47 - 50)
94 Ich will
von euch Gehorsam, Ich will, dass ihr ein durch seinen Glauben und seine
Vergeistigung starkes Volk bildet; denn ebenso, wie Ich die Generationen, die
von Jakob abstammten, sich vervielfachen ließ – trotz der großen Nöte, die
jenes Volk heimsuchten – so werde Ich auch bewirken, dass ihr, die ihr im
Geiste jenen Samen in euch tragt, in euren Kämpfen durchhaltet, damit euer Volk
sich noch einmal mehrt wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Meer.
95 Ich habe
euch wissen lassen, dass ihr geistig ein Teil jenes Volkes Israel seid, damit
ihr eine umfassendere Kenntnis von eurer Bestimmung habt. Aber Ich habe euch
zugleich empfohlen, dass ihr die diesbezüglichen Prophetien nicht öffentlich
verkündet, bis die Menschheit sie von sich aus entdeckt.
96 Denn da
auf Erden noch das israelitische Volk existiert, der Jude nach dem Fleische,
wird er euch diesen Namen abstreiten und ihn euch nicht zugestehen, obwohl dies
kein triftiger Grund für einen Streit ist.
97 Sie
wissen noch nichts von euch, ihr hingegen wisst vieles von ihnen. Ich habe euch
offenbart, dass dies Volk, das auf Erden umherirrt und ohne Frieden im Geiste
ist, Schritt für Schritt und ohne es zu wissen sich auf den Gekreuzigten zu
bewegt, den es als seinen Herrn erkennen und den es um Vergebung bitten wird
wegen seiner so großen Undankbarkeit und Hartherzigkeit angesichts seiner
Liebe.
98 Mein
Körper wurde vom Kreuze abgenommen, aber für jene, die Mich Jahrhunderte
hindurch verneint haben, bleibe Ich daran genagelt, und Ich warte weiterhin auf
den Augenblick ihres Erwachens und ihrer Reue, um ihnen all das zu geben, was
Ich ihnen entgegenbrachte und sie nicht empfangen wollten. (86, 11- 13)
99 Seid in
dieser Zeit nicht wie das jüdische Volk der "Zweiten Zeit", das – weil
es traditionsgebunden, konservativ und fanatisch war – das Brot des Himmels nicht
essen konnte, das der Messias ihm brachte, den es viele Jahrhunderte lang
erwartet hatte. Als die Stunde gekommen war, konnte es Ihn nicht erkennen, weil
seine Vermaterialisierung es daran hinderte, das Licht der Wahrheit zu schauen.
(255, 19)
100 Aus
fernen Landstrichen und Nationen werdet ihr eure Brüder im Verlangen nach
Befreiung ihres Geistes ankommen sehen. Aus jenem alten Palästina werden sie
ebenfalls in Scharen herbeikommen, wie damals, als die Stämme Israels die Wüste
durchquerten.
101 Lange
und leidvoll ist seine Pilgerschaft gewesen, seit es aus seinem Schoße Jenen
verstieß, der ihm sein Reich als ein neues Erbe anbot. Doch schon nähert es
sich der Oase, wo es ausruhen und über mein Wort nachsinnen wird, um danach, in
der Erkenntnis meines Gesetzes bestärkt, den Weg fortzusetzen, der ihm seine so
lange Zeit vergessene Entwicklung weist.
102 Dann
werdet ihr viele sagen hören, dass eure Nation das neue Land der Verheißung
ist, das Neue Jerusalem. Ihr werdet ihnen jedoch sagen, das jenes Gelobte Land
jenseits dieser Welt liegt, und dass man, um zu ihm zu gelangen, dies im Geiste
tun muss, nachdem man die große Wüste der Prüfungen dieser Zeit durchquert hat.
Auch werdet ihr ihnen sagen, dass diese Nation nur eine Oase inmitten der Wüste
ist.
103 Du
sollst jedoch begreifen, Volk, dass die Oase den erschöpften Wanderern Schatten
spenden muss und außerdem ihr kristallklares und frisches Wasser den vor Durst
ausgedörrten Lippen derer anbieten muss, die in ihr Zuflucht suchen.
104 Was ist
jener Schatten und jenes Wasser, von dem Ich zu euch spreche? meine Lehre,
Volk, meine göttliche Unterweisung in der Liebestätigkeit. Und in wen habe Ich
diesen Reichtum an Gnade und an Segnungen gelegt? In dich, Volk, damit du dein
Herz immer mehr von jeder Selbstsucht freimachst und es bei jedem deiner Werke
als einen reinen Spiegel vorweisen kannst.
105 Würde
euer Geist und Herz nicht von Wonne erfüllt werden, wenn es durch eure Liebe
gelänge, jenes Volk, das so an seinen Traditionen hängt und geistig stehen
geblieben ist, zur Trinitarisch-Marianischen Geistlehre zu bekehren? Wäre nicht
Freude unter euch, wenn sich das "Alte Israel" durch Vermittlung des
"Neuen Israel" bekehren würde, das heißt, dass das erstere Gnade
erlangen würde durch das letztere?
106 Bis
jetzt hat nichts das jüdische Volk davon überzeugt, dass es mit den alten
Überlieferungen brechen muss, um seine sittliche und geistige
Aufwärtsentwicklung zu erreichen. Es ist das Volk, das glaubt, die Gesetze
Jehovas und Moses zu erfüllen, das aber in Wirklichkeit noch immer sein
Goldenes Kalb anbetet.
107 Die
Zeit ist nahe, in der dies irrende und über die Welt verstreute Volk aufhört,
auf die Erde zu schauen, und es seine Augen zum Himmel erhebt, auf der Suche
nach jenem, der ihm von Anfang an als sein Erlöser verheißen war und den es
verkannte und tötete, weil es Ihn für arm hielt und nichts Gutes an Ihm fand.
(35, 55 - 58)
108 Fasst
die Tatsache, dass Ich ein Volk der Erde unter den anderen erwählt habe, nicht
als eine Bevorzugung auf: Ich liebe alle meine Kinder und die Völker, die sie
gebildet haben, gleichermaßen.
109 Jedes
Volk bringt eine Mission zur Erde mit, und die Bestimmung, die "Israel"
mitgebracht hat, ist jene, unter den Menschen der Prophet Gottes, der Leuchtturm
des Glaubens und der Weg zur Vollkommenheit zu sein.
110 Meine
Prophetien und Offenbarungen, die Ich euch seit den ersten Zeiten gegeben habe,
wurden nicht richtig ausgelegt, weil die Stunde noch nicht gekommen war, in der
die Menschheit sie verstanden hätte.
111 Früher
war "Israel" ein Volk der Erde; heute sind es über die Welt
verstreute Menschen; morgen wird das Volk Gottes aus allen Geistwesen bestehen,
welche zusammen mit ihrem Vater in vollkommener Harmonie die Göttliche Familie
bilden werden. (221,27 - 30)
Jüngerschaft und Spiritualität
112 Lernet,
einander zu lieben, zu segnen, zu vergeben, sanft und liebevoll, gut und edel
zu sein, und begreift, dass wenn ihr dies nicht tut, sich in eurem Leben die
Werke Christi, eures Meisters, nicht im Geringsten widerspiegeln werden.
113 Ich
spreche zu allen und fordere euch alle auf, die Fehler zu beseitigen, die euch
während so vieler Jahrhunderte in eurer Entwicklung aufgehalten haben. (21, 22
- 23)
114
Vergesst nicht, dass euer Ursprung in meiner Liebe ist. Heute ist euer Herz
durch Selbstsucht verhärtet, doch wenn es einmal wieder für jede geistige
Inspiration empfänglich wird, wird es Liebe für seine Nächsten empfinden und
fremden Schmerz mitfühlen, als ob es der eigene wäre. Dann werdet ihr fähig
sein, das Gebot zu erfüllen, das euch sagt: "Liebet einander." (80,
15)
115 Diese
Welt ist das geeignete Feld, um zu arbeiten. In ihr ist Schmerz, Krankheit,
Sünde in allen Formen, Laster, Zwietracht, verirrte Jugend, Alter ohne Würde,
zum Bösen missbrauchte Wissenschaft, Hass, Krieg und Lüge.
116 Dies
sind die Felder, auf denen ihr arbeiten und säen sollt. Doch wenn euch jener
Kampf der euch unter den Menschen erwartet, gigantisch erscheint – wahrlich,
Ich sage euch, obschon er groß ist, ist er nicht mit dem zu vergleichen, den
ihr mit euch selbst beginnen müsst: den Kampf des Geistes, der Vernunft und des
Gewissens gegen die Leidenschaften des Fleisches, ihre Eigenliebe, ihre
Selbstsucht, ihre Vermaterialisierung. Doch solange ihr nicht über euch selbst
gesiegt habt – wie könnt ihr da aufrichtig von Liebe, von Gehorsam, von Demut
und Vergeistigung zu euren Mitmenschen sprechen? (73, 18 - 19)
117 Die
Tugend ist verachtet und für etwas Schädliches oder Unnützes gehalten worden.
Jetzt ist die Zeit gekommen, in der ihr begreifen sollt, dass nur die Tugend
euch das Heil bringen wird, euch den Frieden fühlen lassen und euch mit
Befriedigung erfüllen wird. Aber noch immer muss die Tugend viele Behinderungen
und Bedrängnisse erleiden, bevor sie in alle Herzen einziehen kann.
118 Die
Soldaten, die sie verteidigen, müssen mit großer Anstrengung und großem Glauben
kämpfen. Wo sind diese Soldaten des Guten, der tätigen Nächstenliebe und des
Friedens? Glaubt ihr es zu sein?
119 Ihr
prüft euch innerlich und antwortet Mir, dass ihr es nicht seid. Dafür sage Ich
euch, dass ihr alle mit gutem Willen zu jenen Soldaten gehören könnt. Wozu,
glaubt ihr denn, bin Ich zu euch gekommen? (64, 16)
120 Liebt,
sprecht, wenn ihr es tun müsst – schweigt, wenn es angebracht ist, sagt
niemandem, dass ihr meine Erwählten seid. Meidet die Schmeichelei und macht die
Wohltaten, die ihr tut, nicht bekannt. Wirkt im Stillen und bezeugt dabei mit
euren Werken der Liebe die Wahrheit meiner Lehre.
121 Lieben
ist eure Bestimmung. Liebet, denn so werdet ihr eure Makel abwaschen, sowohl
von eurem gegenwärtigen Leben, als auch von früheren Leben. (113, 58 - 59)
122 Weist
die Schmeichelei von euch, denn sie ist eine Waffe, die eure edlen Gefühle
zerstören wird. Sie ist ein Schwert, das jenen Glauben töten kann, den Ich in
euren Herzen entzündet habe.
123 Wie
könnt ihr zulassen, dass die Menschen den Altar zerstören, den ihr im Innersten
eures Wesens besitzt? (106, 47 - 48)
124
Verwechselt nicht Demut mit Dürftigkeit der Kleidung. Glaubt auch nicht, dass
derjenige demütig ist, der ein Minderwertigkeitsgefühl in sich hat und aus
diesem Grunde gezwungen ist, den andern zu dienen und sich vor ihnen zu
verneigen. Ich sage euch, die wahre Demut ist in jenem, der zwar zu beurteilen
vermag, dass er jemand ist, und der weiß, dass er manche Erkenntnis besitzt,
der sich jedoch zu den andern herabzuneigen bereit ist und Freude daran hat,
das mit ihnen zu teilen, was er hat.
125 Welch
dankbares Gefühl habt ihr, wenn ihr erlebt, dass ein unter den Menschen
angesehener Mensch euch gegenüber Zuneigung, Verständnis, Bescheidenheit
bekundet. Das gleiche Gefühl könnt ihr denen vermitteln, die unter euch stehen
oder sich so fühlen.
126
Versteht, euch herabzubeugen, versteht, die Hand zu reichen, ohne Überlegenheit
zu fühlen, lernt, verständnisvoll zu sein. Ich sage euch, dass in diesen Fällen
nicht nur derjenige beglückt ist, der den Beweis von Zuneigung, den Beistand
oder den Trost empfängt, sondern auch der, welcher ihn gibt, denn er weiß, dass
es über ihm Einen gibt, der ihm selbst Beweise von Liebe und Demut gegeben hat,
und dieser ist sein Gott und Herr. (101, 60 + 62)
127 Lebt
rein, demütig, einfach. Erfüllt alles, was im menschlichen Bereich gerecht ist,
ebenso wie alles, was euren Geist anbelangt. Entfernt aus eurem Leben das
Überflüssige, das Künstliche, das Schädliche, und erquickt euch stattdessen an
allem, was sich an Gutem in eurem Dasein findet. (131, 51)
128 Seht in
niemandem einen Feind, seht in allen Menschen eure Geschwister, das ist euer
Auftrag. Wenn ihr bis zum Ende darin beharrlich bleibt, werden auf Erden die
Gerechtigkeit und die Liebe siegen, und dies wird euch den Frieden und die
Sicherheit geben, die ihr so sehr ersehnt. (123, 65)
129 Gebt
eurem Herzen Freiheit, damit es den Schmerz der anderen mitzufühlen beginnt.
Lasst es nicht nur damit beschäftigt und bemüht sein, ausschließlich das zu
fühlen, was eure Person betrifft. Seid nicht mehr gleichgültig gegenüber den
Prüfungen, die die Menschheit durchlebt.
130 Wann
wird eure Liebe so groß sein, dass sie viele Mitmenschen umfassen kann, um sie
zu lieben, wie ihr jene liebt, die euer Blut in sich tragen und Fleisch von
eurem Fleische sind?
131 Wenn
ihr wüsstet, dass ihr es mehr dem Geist als dem Körper nach seid, würden es
viele nicht glauben. Doch Ich sage euch: gewiss seid ihr mehr dem Geist als
eurer Körperhülle nach Geschwister, denn der Geist gehört der Ewigkeit an,
während der Körper vergänglich ist.
132 Bedenkt
also die Tatsache, dass die Familien hier auf Erden heute entstehen und sich
morgen wieder auflösen, während die geistige Familie für immer existiert. (290,
39 - 41)
133 Meint
ihr, die ihr diese Worte vernehmt, dass Ich in eure Herzen Abneigung oder
Übelwollen gegenüber denen eurer Mitmenschen säen könnte, die sich zu andern
Konfessionen bekennen? Niemals, Jünger, ihr seid es, die beginnen sollen, das
Beispiel von Brüderlichkeit und Harmonie zu geben, indem ihr alle mit der
gleichen Zuneigung betrachtet und liebt, mit der ihr die anblickt, die eure Art
zu denken teilen. (297, 49)
134 Ich
weiß, je größer eure Erkenntnis ist, desto größer wird eure Liebe zu Mir sein.
Wenn Ich euch sage: "liebt Mich" – wisst ihr dann, was Ich euch damit
sagen will? Liebt die Wahrheit, liebt das Gute, liebt das Licht, liebt euch
untereinander, liebt das wahre Leben. (297, 57 - 58)
135 Wisset,
Jünger, dass das Ziel eures Kampfes jene Geistesverfassung ist, welche kein
Schmerz mehr erreicht, und dies Ziel wird durch Verdienste, Kämpfe, Prüfungen,
Opfer und Entsagungen erreicht.
136
Beachtet jene Fälle von Geduld, Glauben, Demut und Ergebung, die ihr manchmal
bei einigen eurer Mitmenschen entdeckt. Es sind von Mir gesandte Geistwesen,
die ein Beispiel von Tugend unter der Menschheit geben sollen. Dem Anschein
nach ist das Schicksal dieser Geschöpfe traurig, dennoch wissen sie in ihrem
Glauben, dass sie gekommen sind, um eine Mission zu erfüllen.
137 Große
Beispiele meiner Boten und Jünger habt ihr in eurer Geschichte empfangen –
Namen, die euch bekannt sind; aber verkennt deswegen nicht die kleinen
Vorbilder, denen ihr auf eurem Lebensweg begegnet. (298, 30 - 32)
138 Glaubt
nicht, dass es nur im Schoße des Volkes Israel Propheten, Wegbereiter und
Lichtgeister gegeben hat. Auch in andere Völker habe Ich einige von ihnen
gesandt, doch die Menschen hielten sie für Götter und nicht für Abgesandte und
schufen aus ihren Lehren Religionen und Kulte. (135, 15)
139 Seht
immer zuerst den "Balken", den ihr im Auge habt, Jünger, um das Recht
zu haben, den "Splitter" zu betrachten, den euer Bruder hat.
140 Damit
will Ich euch sagen, dass ihr meine Lehre nicht dazu verwenden sollt, die
Handlungsweisen eurer Mitmenschen innerhalb ihrer verschiedenen Konfessionen zu
verurteilen.
141
Wahrlich, Ich sage euch, auf all jenen Pfaden gibt es Herzen, die Mich durch ein
edles und mit Opfern übersätes Leben suchen.
142 Dennoch
fragt der Jünger Mich immer wieder, warum Ich jene Unterschiedlichkeit der
Weltanschauungen zulasse, die sich zuweilen widersprechen, Differenzen schaffen
und Feindschaften zwischen den Menschen hervorrufen.
143 Dazu
sagt euch der Meister: Es ist deswegen zugelassen worden, weil es keine zwei
Geistwesen gibt, die genau dasselbe Verständnis, das gleiche Licht, denselben
Glauben haben, und weil euch außerdem Willensfreiheit gegeben wurde, um euren Weg
zu wählen. Ihr seid niemals gezwungen worden, den Pfad des Gesetzes zu gehen, sondern
seid dazu eingeladen worden, wodurch ihr die Freiheit behieltet, im Verlangen
nach der Wahrheit wirkliche Verdienste zu erwerben. (297, 23 - 24)
144 Ich
will, dass ihr lernt, bei euren Urteilen nicht leichtfertig zu sein, noch euch
vorschnell vom ersten Eindruck bestimmen zu lassen.
145 Ich
gebe euch diesen Hinweis, damit ihr, wenn ihr mein Wort auslegt, und auch wenn
ihr über Lehren, Religionen, Philosophien, Kulte, geistige Offenbarungen oder
Wissenschaften urteilen müsst, erkennt, dass das, was ihr wisst nicht alles
ist, was existiert und dass die Wahrheit, die ihr kennt nur ein minimaler Teil
der absoluten Wahrheit ist, die sich hier auf eine Art offenbart, die sich aber
auf viele andere, euch unbekannte Arten offenbaren kann. (266, 33)
146
Respektiert die religiösen Überzeugungen eurer Mitmenschen, und wenn ihr ihre
Kirchen betretet, so entblößt eure Häupter in aufrichtiger Andacht, da ihr
wisst, dass Ich bei jedem Gottesdienste gegenwärtig bin.
147
Verleugnet die Welt nicht, um Mir nachzufolgen, und trennt euch auch nicht von
Mir unter dem Vorwand, dass ihr Pflichten in der Welt habt. Lernt, beide
Gesetze in ein einziges zu verschmelzen. (51, 53)
148 Segne
Ich nicht die ganze Menschheit, ohne jemanden zu bevorzugen? Von jenem
"Mantel" des Segens sind sowohl die Guten und Sanftmütigen, als auch
die Hochmütigen und Kriminellen umgeben. Warum nehmt ihr Mich nicht zum
Vorbild? Fühlt ihr etwa Abscheu vor den Handlungen der anderen?
149
Vergesst nicht, dass ihr ein Teil der Menschheit seid, dass ihr sie lieben und
ihr vergeben, doch sie nicht ablehnen sollt, denn dies wäre so, wie wenn ihr
vor euch selbst Ekel fühlen würdet. Alles, was ihr an euren Nächsten seht, habt
ihr selbst in höherem oder geringerem Maße.
150 Deshalb
will Ich, dass ihr euer Inneres zu ergründen lernt, damit ihr euer geistiges
und moralisches Angesicht kennen lernt. So werdet ihr euch selbst zu beurteilen
verstehen und das Recht haben, auch auf andere zu blicken.
151 Sucht
nicht nach Fehlern bei euren Mitmenschen; mit denen, die ihr habt, ist es
genug. (286, 41 - 42)
152 Glaubt
ihr, dass ihr mein Gebot, einander zu lieben, erfüllt, wenn ihr eure Liebe
egoistisch auf eure Familie beschränkt? Glauben die Religionsgemeinschaften, jenes
höchste Gebot zu erfüllen, wenn sie nur ihre Gläubigen anerkennen und jene
ablehnen, die zu einer andern Konfession gehören?
153 Die
großen Völker der Welt, die mit Zivilisation und Fortschritt prahlen – können
sie etwa behaupten, dass sie geistig Fortschritt erreicht und jene Anweisung
Jesu befolgt haben, wenn ihr ganzes Streben darin besteht, sich auf einen
brudermörderischen Krieg vorzubereiten?
154 Ach ihr
Menschen, nie habt ihr den Wert meines Wortes zu schätzen gewusst, noch habt
ihr euch an den Tisch des Herrn setzen wollen, weil er euch allzu bescheiden
erschien! Dennoch erwartet euch mein Tisch weiterhin mit dem Brot und dem Wein
des Lebens für euren Geist. (98, 50 - 51)
155
Betrachtet mein Werk nicht als Bürde und sagt nicht, dass die Erfüllung der
schönen Aufgabe, den Vater und eure Mitmenschen zu lieben, für euren Geist
schwer sei. Was wirklich schwer ist, ist das Kreuz der eigenen und fremden
Schlechtigkeiten, um derentwillen ihr weinen, bluten und sogar sterben müsst.
Die Undankbarkeit, die Verständnislosigkeit, die Selbstsucht und die
Verleumdung werden wie eine Last auf euch liegen, wenn ihr ihnen Obdach
gewährt.
156 Dem
widerspenstigen Menschen mag die Erfüllung meines Gesetzes hart und schwer
erscheinen, weil es vollkommen ist und weder die Schlechtigkeit, noch die Lüge
begünstigt. Für den Gehorsamen jedoch ist das Gesetz seine Schutzwehr, seine
Stütze und sein Heil. (6, 16 - 17)
157 Auch
sage Ich euch: Die Menschen müssen an die Menschen glauben, müssen Glauben und
Vertrauen zueinander haben, denn ihr müsst zu der Überzeugung kommen, dass ihr alle
auf der Erde einander braucht.
158 Meint
nicht, dass es mir gefällt, wenn ihr sagt, dass ihr an Mich glaubt, und Ich
dabei weiß, dass ihr an der ganzen Welt zweifelt. Denn was Ich von euch
erwarte, ist dies, dass ihr Mich durch die Liebe, die ihr euren Nächsten
entgegenbringt, liebt und denen vergebt, die euch beleidigen ; dass ihr dem
Ärmsten, Geringsten oder Schwächsten liebevoll beisteht, eure Mitmenschen
unterschiedslos liebt und bei allen euren Werken größte Selbstlosigkeit und
Wahrhaftigkeit walten lasst.
159 Lernet
von Mir, denn Ich habe niemals an euch gezweifelt, glaube an eure Rettung und
vertraue darauf, dass ihr euch aufraffen werdet, um das wahre Leben zu erreichen.
(167, 5 - 7)
160 Liebt
euren Vater, habt Erbarmen mit euren Nächsten, trennt euch von allem, was für
euer menschliches Leben oder für euren Geist schädlich ist. Dies lehrt euch
meine Lehre. Wo seht ihr da die Schwierigkeiten und die Unmöglichkeiten?
161 Nein,
geliebtes Volk, es ist nicht unmöglich, mein Wort zu befolgen: nicht dieses ist
schwierig, sondern eure Besserung, Erneuerung und Vergeistigung, weil es euch
an hochherzigen Gefühlen und hohem Streben mangelt. Doch da Ich weiß, dass all
eure Zweifel, Unwissenheit und Unentschlossenheit verschwinden müssen, werde
Ich euch weiterhin lehren, denn für Mich gibt es nichts Unmögliches. Ich kann Steine
in Brot des ewigen Lebens verwandeln und kristallklares Wasser aus Felsen
sprudeln lassen. (149, 63 - 64)
162 Ich
erinnere euch an das Gesetz – jenes, das nicht aus eurem Gewissen gelöscht
werden kann, noch von eurem Herzen vergessen, noch in Frage gestellt werden
darf, weil es von der weisen Intelligenz, der Universellen Intelligenz diktiert
wurde, damit jeder Mensch innerlich das Licht besitzen würde, das ihn auf den
Weg zu Gott führt.
163 Es ist
notwendig, eine tiefe Erkenntnis des Gesetzes zu haben, damit sich alle
Handlungen des Lebens auf die Wahrheit und die Gerechtigkeit stützen. Ohne
Kenntnis des Gesetzes werdet ihr zwangsläufig viele Fehler begehen. Doch Ich
frage euch: Hat euch euer Gewissen etwa nie zum Lichte der Erkenntnis gebracht?
Wahrlich, Ich sage euch, das Gewissen ist niemals untätig oder gleichgültig
gewesen. Es ist euer Herz, es ist auch euer Verstand, die das innere Licht zurückweisen,
fasziniert vom Glanz des äußeren Lichtes, das heißt vom Wissen der Welt. (306,
13 - 14)
164 Heute,
da Ich eine ausführliche Erläuterung meiner Unterweisung gebe, muss Ich euch
begreiflich machen, dass alles, was ihr außerhalb der Gesetze tut, die den
Geist oder den Körper regieren, zum Schaden beider gereicht.
165 Das
Gewissen, die Intuition und die Erkenntnis sind die Führer, die euch den
sicheren Weg weisen und euch Stürze vermeiden lassen werden. Diese Lichter
gehören dem Geiste an, aber es ist notwendig, sie zum Erstrahlen zu bringen.
Wenn einmal jene Klarheit in jedem von euch da ist, werdet ihr ausrufen:
"Vater, Dein Erlösungssame keimte in meinem Wesen, und Dein Wort erblühte
endlich in meinem Leben." (256, 37 - 38)
166 Ich bin
gekommen, um eurem Geist Größe zu geben – eine Größe, die in der Erfüllung
meines Gesetzes begründet ist, welches meine Liebe ist. Doch dieser Größe müsst
ihr euch würdig erweisen, indem ihr eure Mission in der Nachfolge eures
Meisters erfüllt. (343, 29)
167 Immer
werde Ich euch sagen: Macht Gebrauch von den Befriedigungen, die eure Welt euch
gewähren kann, aber genießt sie im Rahmen meines Gesetzes, und ihr werdet
vollkommen sein.
168 Ihr
vernehmt immer wieder den Vorwurf des Gewissens, und zwar deshalb, weil ihr
Körper und Geist nicht durch das von Mir gegebene Gesetz in Einklang gebracht
habt.
169 Oftmals
sündigt ihr weiterhin, weil ihr glaubt, dass euch nicht vergeben wird. Dies ist
eine irrige Meinung, denn mein Herz ist eine Tür, die für den, der bereut,
immerdar offen steht.
170 Lebt
denn in euch keine Hoffnung mehr, die euch ermutigt, auf eine bessere Zukunft
zu hoffen? Lasst euch nicht von Schwermut und Verzweiflung erfassen. Denkt an
meine Liebe, die immer bei euch ist. Sucht bei Mir die Antwort auf eure
Zweifel, und ihr werdet euch bald von einer neuen Offenbarung erleuchtet
fühlen. Das Licht des Glaubens und der Hoffnung wird tief in eurem Geist
aufleuchten. Dann werdet ihr eine Schutzwehr der Schwachen sein. (155, 50 - 53)
171 Lebt
immer geistig wachsam, damit ihr denen von Herzen vergeben könnt, die euch
verletzt haben. Denkt im voraus darüber nach, dass, wer seinen Mitmenschen
verletzt, dies nur tut, weil es ihm an geistigem Lichte mangelt; doch Ich sage
euch, dass die Vergebung das einzige ist, was in jene Herzen Licht bringen
kann. Groll oder Rache vermehren die Finsternis und ziehen das Leid herbei.
(99, 53)
172 Euer
Gewissen, das von euch vollkommene Werke fordert und erwartet, wird euch nicht
in Ruhe lassen, bis ihr euren Mitmenschen wahre Vergebung gewährt.
173 Warum
solltet ihr jene hassen, die euch beleidigen, wenn sie nur Stufen sind, damit
ihr zu Mir gelangt? Wenn ihr vergebt, werdet ihr Verdienste erwerben, und wenn
ihr im Himmelreich seid, werdet ihr auf der Erde diejenigen erkennen, die euch
bei eurem geistigen Aufstieg behilflich waren. Dann werdet ihr den Vater
bitten, dass auch sie die Mittel finden, um sich zu retten und zu ihrem Herrn
zu kommen, und eure Fürsprache wird sie diese Gnade erlangen lassen. (44, 44 - 45)
174 Wendet
euch nicht von jenen ab, die in ihrer Verzweiflung gegen Mich oder gegen euch
lästern. Ich gebe euch für sie einen Tropfen meines Balsams.
175 Seid
bereit, jedem zu vergeben, der euch in dem für euch Liebsten verletzt. Wahrlich,
Ich sage euch, jedes Mal, wenn ihr bei einer dieser Prüfungen aufrichtige und
wahrhaftige Vergebung gewährt, wird es eine weitere Stufe sein, die ihr auf
eurem geistigen Entwicklungsweg erreicht.
176 Werdet
ihr also Groll empfinden und jenen die Vergebung verweigern, die euch helfen,
Mir näher zu kommen? Werdet ihr auf die geistige Wonne verzichten, Mich zum
Vorbild zu nehmen, und zulassen, dass Gewalttätigkeit euer Gehirn verfinstert, um
jeden Schlag zurückzugeben?
177
Wahrlich, Ich sage euch, diese Menschheit kennt noch nicht die Macht der
Vergebung und die Wunder, die sie bewirkt. Wenn sie einmal Glauben an mein Wort
hat, wird sie sich von dieser Wahrheit überzeugen. (111, 64 - 67)
178
Geliebtes Volk: Vereinigt euch mit euren Brüdern, damit, wenn ihr in Zwiesprache
mit Mir seid, ihr durch die Liebe, die Ich euch inspiriert habe, selbst die
schwersten Beleidigungen vergebt. Warum solltet ihr nicht dem vergeben, der
nicht weiß, was er tut? Er weiß es nicht, weil er nicht erkennt, dass er sich
dieses Böse selbst antut. (359, 25)
179 Vergebt
so oft, wie ihr beleidigt werden mögt. Beachtet nicht einmal die Zahl der
Fälle, in denen ihr vergeben müsst. Eure Bestimmung ist so hoch, dass ihr euch
nicht in diesen Fußangeln des Weges verfangen dürft; denn weiter vorne erwarten
euch sehr große Aufgaben.
180 Euer
Geist soll immer bereit sein zur Liebe, zum Verständnis und zum Guten, damit
ihr zu höheren Ebenen aufsteigt.
181 So, wie
in vergangenen Zeiten viele eurer Geschwister mit ihren Werken schöne Seiten in
das Ewige Buch des Geistes schrieben, sollt ihr in ihrer Nachfolge jene
Historie fortsetzen, als Vorbild und zur Freude der neuen Generationen, die auf
die Erde kommen werden. (322, 52)
182 Pflegt
den Frieden, liebt ihn und verbreitet ihn überall, denn wie sehr benötigt ihn
die Menschheit!
183 Lasst
euch nicht von den wechselvollen Geschicken des Lebens verstören, damit ihr
immer stark bleibt und bereit, das zu geben, was ihr besitzt.
184 Jener
Friede, welcher Erbgut jeden Geistes ist, ist in dieser Zeit entflohen und hat
dem Kriege Platz gemacht und Nationen gemartert, Institutionen zerstört und
Geistwesen zugrundegerichtet.
185 Der
Grund dafür ist, dass das Böse sich des menschlichen Herzens bemächtigt hat.
Der Hass, der maßlose Ehrgeiz, die hemmungslose Habgier breiten sich aus und
richten Schaden an. Aber wie kurz wird derer Herrschaft nur noch sein.
186 Zu
eurer Freude und Beruhigung kündige Ich euch an, dass eure Befreiung bereits
nahe ist, dass viele Menschen sich für dieses Ziel einsetzen, die danach verlangen,
in einer Atmosphäre von Brüderlichkeit, von Reinheit und Gesundheit zu atmen. (335,
18)
187 Ihr
sollt auf eurem ganzen Lebenswege tätige Nächstenliebe üben; dies ist eure
Aufgabe. Ihr besitzt viele Begabungen, um auf verschiedene Arten selbstlose
Hilfe zu leisten. Wenn ihr euch vorzubereiten versteht, werdet ihr das, was ihr
unmöglich nennt, vollbringen. 188 Die Liebestätigkeit, die ihr mit einem
Geldstück ausübt – obgleich auch sie Liebestätigkeit ist – wird doch die
weniger hochstehende sein.
189 Liebe,
Vergebung und Frieden müsst ihr den Herzen eurer Mitmenschen bringen.
190 Ich
will keine in meinem Gesetze geschützten Pharisäer und Heuchler mehr. Ich will
Jünger, die den Schmerz ihrer Mitmenschen fühlen. Allen, die sich reuevoll
erheben, werde Ich vergeben, ganz gleich, zu welcher Sekte oder Kirche sie sich
bekennen, und werde ihnen den wahren Weg ganz klar vor Augen führen. (10, 104 -
107)
191 Hört
Mich an: seid demütig auf der Welt und sät Gutes auf ihr, damit ihr die Früchte
davon im Himmel erntet. Wenn es euch nicht gefällt, Zeugen zu haben, wenn ihr
Böses tut – warum ist es euch angenehm, solche zu haben, wenn ihr gute Werke
tut? Wessen könnt ihr euch rühmen, da ihr nur eure Pflicht erfüllt habt?
192
Begreift, dass Lobreden eurem Geist schaden, da ihr noch so unerfahren und
menschlich seid.
193 Warum
erwartet ihr sofort, nachdem ihr ein gutes Werk getan habt, dass euer Vater
euch die Belohnung dafür gibt? Wer so denkt, handelt nicht uneigennützig, und
daher ist seine Wohltätigkeit falsch, und seine Liebe ist weit davon entfernt,
wahrhaftig zu sein.
194 Lasst
die Welt sehen, dass ihr gute Werke tut, doch nicht in der Absicht, Ehrungen zu
empfangen, sondern nur, um gute Beispiele und Lehren zu geben und Meine
Wahrheit zu bezeugen. (139, 56 - 58)
195 Wenn
euer Geist sich im "Geistigen Tale" einfindet, um von seinem Aufenthalt
und seinen Werken auf Erden Rechenschaft abzulegen, so wird das, wonach Ich
euch am meisten frage, all das sein, was ihr zugunsten eurer Mitmenschen
erbeten und getan habt. Dann werdet ihr euch meiner Worte an diesem Tage
erinnern. (36,17)
196 In der
"Zweiten Zeit" gab die Menschheit Mir ein Kreuz aus Holz, zu dessen
Martyrium Mich die Menschen verurteilten. Aber auf meinem Geiste trug Ich ein
anderes, schwereres und blutigeres: das eurer Unvollkommenheiten und das eurer
Undankbarkeit.
197 Wärt
ihr fähig, ein Kreuz der Liebe und des Opfers für eure Nächsten auf den
Schultern zu tragen und so in meine Gegenwart zu gelangen? Seht, dazu sandte
Ich euch zur Erde; deshalb wird eure Rückkehr dann geschehen, wenn ihr mit
erfüllter Mission vor Mich tretet. Dies Kreuz wird der Schlüssel sein, der euch
die Tore des verheißenen Königreiches öffnet. (67,17 - 18)
198 Ich
verlange nicht von euch, dass ihr alles hinter euch lasst, wie Ich es von denen
verlangte, die Mir in der "Zweiten Zeit" nachfolgten. Unter ihnen
verließ mancher seine Eltern, ein anderer seine Lebensgefährtin; sie verließen
ihr Haus, ihr Gestade, ihr Fischerboot und ihre Netze – all dies ließen sie
hinter sich, um Jesus nachzufolgen. Ebenso wenig sage Ich euch, dass es
notwendig ist, dass ihr in dieser Zeit euer Blut vergießt. (80, 13)
199
Begreift, dass ihr euch geistig und körperlich wandeln müsst, dass viele eurer
Bräuche und Überlieferungen – ein Erbe eurer Vorfahren – aus eurem Leben
verschwinden müssen, um der Vergeistigung Platz zu machen. (63, 15)
200 Ihr
versteht derzeit nicht alle, was "Vergeistigung" bedeutet, noch begreift
ihr, warum Ich euch auffordere, diese innere Erhebung zu erlangen. Könnt ihr
meinen Geboten gegenüber etwa willig und gehorsam sein, wenn euch nicht einmal
klar wird, wozu Ich euch auffordere?
201 Aber
manche verstehen das Ideal, das der Meister seinen Jüngern inspiriert, und
diese werden sich beeilen, seinen Hinweisen zu folgen. (261,38)
202 Wenn
ihr wirklich das Verlangen habt, Meister in der Vergeistigung zu werden, müsst
ihr beharrlich, geduldig, lernbegierig und aufmerksam sein, denn dann werdet
ihr Gelegenheit haben, auf eurem Wege nach und nach die Frucht eurer Werke zu
ernten, wodurch ihr Erfahrung ansammeln werdet, welche Licht, welche Erkenntnis
des wahren Lebens ist. (172, 9)
203 Ich
bringe eine neue Lektion, durch die ihr lernen werdet, auf Erden geistig zu
leben, was das wahre Leben ist, das den Menschen von Gott bestimmt ist.
204 Ich
habe euch bereits gesagt, dass "Vergeistigung" nicht Frömmelei, noch
religiöser Fanatismus oder übernatürliche Praktiken bedeutet. Vergeistigung bedeutet Harmonie des Geistes mit dem Körper,
Befolgung der göttlichen und menschlichen Gesetze, Schlichtheit und Reinheit im
Leben, absoluter und tiefer Glaube an den Vater, Vertrauen und Freude daran, Gott
im Nächsten zu dienen, Ideale der Vervollkommnung der Moral und des Geistes.
(279, 65 - 66)
205 Ihr
fragt euch, welche Bedeutung die "sieben Stufen der Himmelsleiter" haben,
und euer Meister sagt euch mit Bestimmtheit: Die Zahl Sieben bedeutet
Spiritualität, es ist die Spiritualität, die Ich in meinem auserwählten Volke
Israel sehen möchte.
206 Ihr
müsst mit all euren Tugenden und entfalteten Fähigkeiten zu Mir kommen. Auf der
siebten Stufe oder Etappe eurer Entwicklung werdet ihr bei Mir ankommen und
sehen, dass der Himmel seine Pforten öffnet, um euch zu empfangen. (340, 6)
207
Begreift zunächst, dass, solange die Menschen nicht völlige Vergeistigung erreichen,
sie materielle Kirchen nötig haben werden und vor ihre Augen Skulpturen oder
Bilder stellen werden, die ihnen meine Gegenwart fühlbar machen sollen.
208 Den
Grad der Vergeistigung oder des Materialismus‟ der Menschen könnt ihr an der
Art ihrer religiösen Verehrung ermessen. Der Materialist sucht Mich in den
Dingen der Erde, und wenn er Mich nicht seinen Wünschen gemäß zu Gesicht
bekommt, stellt er Mich auf irgendeine Weise dar, um das Gefühl zu haben, dass
er Mich vor sich hat.
209 Wer
Mich als Geist begreift, fühlt Mich in sich, außerhalb von sich und in allem,
was ihn umgibt, weil er zu meinem eigenen Tempel geworden ist. (125, 49 - 51)
210 Bringt
Mir geistige Verehrung dar und seid nicht wie jene, welche Kirchen und Altäre
errichten, die mit Gold und Edelsteinen bedeckt sind, wie jene welche lange
Wallfahrten unternehmen, sich mit rohen und grausamen Geißelungen züchtigen,
unter Lippengebeten und Gebetslitaneien sich auf die Knie werfen, und die doch
noch nicht fähig waren, Mir ihr Herz zu übergeben. Ich habe euch durch das Gewissen
ermahnt, und darum sage Ich euch: wer redet und davon spricht, was er tat, und
es ausposaunt, hat keinerlei Verdienst beim Himmlischen Vater. (115, 9)
211 Um mein
Gesetz zu erfüllen, müsst ihr beten, euren Geist immer zu eurem Vater erheben.
212 Ich
habe gesehen, dass ihr, um zu beten, vorzugsweise die Einsamkeit und die Stille
aufsucht, und ihr tut gut daran, wenn ihr durch das Gebet Inspiration zu
erlangen sucht oder wenn ihr Mir danken wollt. Doch ebenso sage Ich euch, dass
ihr beten sollt, in welcher Lage ihr euch immer befindet, damit ihr in den
schwersten Augenblicken eures Lebens meine Hilfe anzurufen versteht, ohne den
Gleichmut, die Selbstbeherrschung, den Glauben an meine Gegenwart und das
Vertrauen in euch zu verlieren. (40, 34 - 35)
213 Erzählt
Mir in der Stille eure Leiden, vertraut Mir eure Sehnsüchte an. Obwohl Ich
alles weiß, will Ich, das ihr nach und nach lernt, euer eigenes Gebet zu
formulieren, bis ihr soweit seid, die vollkommene Zwiesprache eures Geistes mit
dem Vater auszuüben. (110, 31)
214 Ihr
seid euch der Wirkung bewusst geworden, die das Gebet hat, und habt die
unermessliche Macht begriffen, die ihm innewohnt, wenn ihr es empor sendet -
sowohl, um eine geistige Not abzuwenden, als auch, um die Lösung einer
materiellen Notlage zu erbitten.
215
Erinnert euch, dass es oftmals genügt hat, das Wort "Vater"
auszusprechen, um euer ganzes Wesen erbeben zu lassen und um eurem Herzen das
Gefühl zu geben, von dem Trost, den seine Liebe schenkt, durchflutet zu werden.
216 Wisset,
dass immer dann, wenn euer Herz Mich mit Innigkeit nennt, auch mein Geist vor
Freude erbebt.
217 Wenn
ihr Mich "Vater" nennt, wenn dieser Name aus eurem Innern hervorbricht,
wird eure Stimme im Himmel vernommen und ihr entreißt der Göttlichen Weisheit
irgendein Geheimnis. (166, 49 - 51)
218 Es ist
nötig, dass ihr zu bitten, zu warten und zu empfangen lernt, und dass ihr
niemals vergesst, das weiterzugeben, was Ich euch gewähre, worin das größte
Verdienst besteht. Betet für die, welche Tag für Tag im Kriege sterben. Ich
werde denen, die mit reinem Herzen beten, gewähren, dass noch vor 1950 jeder,
der im Kriege gefallen ist, geistig zum Lichte aufersteht. (84, 53)
219 Heute
seid ihr noch Schüler und seid nicht immer fähig, meine Lektion zu verstehen.
Doch sprecht vorerst zu Gott mit eurem Herzen, mit euren Gedanken, und Er wird
euch im Innersten eures Wesens antworten. Seine Botschaft, die in eurem
Gewissen sprechen wird, wird eine klare, weise, liebevolle Stimme sein, die ihr
nach und nach entdecken werdet, und an die ihr euch später gewöhnen werdet.
(205, 47)
220 Wundert
euch nicht, noch entrüstet euch, wenn Ich euch sage, dass aller Glanz, die
Macht und der Prunk eurer Religionsgemeinschaften verschwinden müssen, und dass
– wenn dies geschieht – bereits der geistige Tisch gedeckt sein wird, an dem
die nach Liebe und Wahrheit hungernden Menschenscharen sich nähren werden.
221 Viele
Menschen werden – wenn sie diese Worte hören – bestreiten, dass es die meinen
sind. Doch dann werde Ich sie fragen, warum sie sich entrüsten, und was sie
eigentlich verteidigen? Ihr Leben? Das verteidige Ich. Mein Gesetz? Darüber
wache gleichfalls Ich.
222 Habt
keine Furcht, denn niemand wird durch Verteidigung meiner Sache sterben; nur
das Böse wird sterben, denn das Gute, die Wahrheit und die Gerechtigkeit werden
ewig währen. (125, 54 - 56)
223 Haltet
ihr es für unglaubhaft, dass diese wissenschaftliche und materialistische Welt
noch einmal Neigung zur Vergeistigung fühlt? Ich sage euch, dass nichts unglaubhaft
ist, weil meine Macht unbegrenzt ist. Innere Erhebung, Glaube, Licht und das
Gute sind für den Geist eine zwingendere Notwendigkeit, als es für euren Körper
das Essen, Trinken und Schlafen ist.
224 Auch
wenn die Gaben, Fähigkeiten und Eigenschaften des Geistes lange Zeit
geschlummert haben, werden sie bei meinem Rufe erwachen und bewirken, dass zu
den Menschen die Vergeistigung mit all ihren Wundern und Offenbarungen
zurückkehrt, welche größer sein werden als die der vergangenen Zeiten, denn
jetzt seid ihr besser in der Lage, sie zu verstehen. (159, 7 – 8)
Entwicklung
225 Ebenso,
wie ihr den Körper des Menschen sich entwickeln seht, so entfaltet sich in ihm
auch der Geist. Doch der Körper stößt auf eine Grenze bei seiner Entwicklung,
während der Geist vieler Körper und der Ewigkeit bedarf, um seine
Vollkommenheit zu erreichen. Das ist der Grund für eure Reinkarnation.
226 Ihr
seid gleich einem Samen aus dem väterlichen und mütterlichen Schöpfergeist
Gottes lauter, einfach und rein geboren worden. Doch irret euch nicht; denn es
ist nicht dasselbe, lauter und einfach zu sein, wie groß und vollkommen zu
sein.
227 Ihr
könnt es mit einem Kind vergleichen, das eben geboren worden ist, und einem
erfahrenen Menschen, der Kinder unterweist.
228 Dies
wird eure Bestimmung während aller Lebensabschnitte sein, sobald euer Geist
entwickelt ist. Aber wie langsam kommt euer Geist voran! (212, 57 – 60)
229
Studiert, denkt gründlich nach; denn manche sind verwirrt bei dem Gedanken, wie
es möglich ist – wenn euer Geist ein Teilchen meiner Göttlichkeit ist –, dass
er leidet? Und wenn das Licht des Geistes ein Funke des Lichtes des Heiligen
Geistes ist – wie kann er sich zeitweilig in Finsternis gehüllt sehen?
230
Erkennt, dass dieser Entwicklungsweg dazu dient, genügend Verdienste gegenüber
Gott zu erwerben, durch die ihr euren Geist von einem unwissenden und
unentwickelten Geist in einen großen Lichtgeist zur Rechten des Vaters
verwandeln könnt. (231, 12)
231 Ich
will, dass ihr gut seid, und außerdem ist es mein Verlangen, dass ihr
vollkommen werdet. Denn obwohl ihr dem Anschein nach unbedeutend seid, seid ihr
größer als die materiellen Dinge und die Welten, weil ihr ewiges Leben habt,
ein Funke meines Lichtes seid.
232 Ihr
seid Geistwesen. Ihr müsst erkennen, was Geist ist, damit ihr begreifen könnt,
warum Ich euch auf den Weg zur Vollkommenheit rufe. (174,60 u.)
233 Ihr
seid dem Gesetz der Entwicklung unterworfen, dies ist der Grund für eure
Reinkarnationen. Nur mein Geist braucht sich nicht zu entwickeln: Ich bin unwandelbar.
234 Von
Anbeginn habe Ich euch die Stufenleiter gezeigt, auf welcher die Geistwesen
emporsteigen müssen, um zu Mir zu gelangen. Heute wisst ihr nicht, auf welcher
Seinsebene ihr euch befindet; doch wenn ihr eure Hülle ablegt, werdet ihr euren
Entwicklungsgrad erkennen. Bleibt nicht stehen, denn ihr würdet für die nach
euch Kommenden ein Hindernis sein.
235 Seid
einig im Geiste, auch wenn ihr verschiedene Ebenen bewohnt, und eines Tages
werdet ihr auf der siebten Stufe, der höchsten, vereinigt sein und meine Liebe
genießen. (8, 25 - 27)
236 Ich
habe euch gesagt, dass ihr nicht nur einmal zur Erde gekommen seid, sondern
dass euer Geist so viele Male Körperhüllen angenommen hat, wie es für seine
Entwicklung und Vervollkommnung notwendig gewesen ist. Jetzt muss Ich
hinzufügen, dass es auch von euch abhängt, ob die Zeit kürzer oder länger ist,
um zum Ziele zu gelangen, je nach eurem Verlangen. (97, 61)
237 Wer von
euch kann etwa beweisen, dass er vor diesem Leben nicht existiert hat? Welche
von denen, die absolut sicher sind, dass sie eine erneute Inkarnation
durchleben, können wohl beweisen, dass ihre Rechnung mit dem Vater beglichen
ist und dass sie noch Verdienste auf ihrer "Haben"- Seite besitzen?
238 Niemand
kennt die Stufe der Vollkommenheit, auf der er sich befindet. Darum kämpft,
liebt und bleibt beharrlich bis ans Ende. (46, 58 - 59)
239 Damit
Ich euch diese neuen Offenbarungen geben konnte, war es notwendig, dass in der
Zeitspanne, die zwischen meiner Kundgebung an die Menschheit als Mensch und meinem
Kommen im Geiste in dieser Zeit lag, ihr durch viele Reinkarnationen auf der Erde
hindurchginget, damit euer Geist zu antworten wüsste, wenn Ich von euch die
vergangene Lektion verlangen würde, und wenn Ich ihm neue Offenbarungen zuteil
werden ließe, er diese zu verstehen vermöchte. (13, 52)
240 Wie
viele Male werdet ihr zur Erde zurückkommen müssen, um einen Körper zu haben,
durch den sich mit immer größerer Klarheit die Botschaft offenbart, die ihr der
Welt überbringt?
241 Lasst
euren Geist gleich einer Lerche in diesem Leben seinen Frühling erleben und
sich an ihm erfreuen, und lasst ihn auf seiner Pilgerschaft die notwendige
Erfahrung finden, um zu Mir zurück zu kehren.
242 Während
die Reichen Schätze ansammeln, die nur allzu vergänglich sind, sollt ihr
Erfahrung ansammeln, wahres Wissen. (142, 72)
243 In
dieser Zeit werdet ihr gegen die Unwissenheit einer Menschheit kämpfen, welche
– obwohl auf allen Gebieten vermaterialisiert – weniger grausam und höher
entwickelt ist durch die Erfahrungen, die sie in ihren vergangenen Inkarnationen
gewonnen hat.
244 Wenn
ihr heutzutage jemanden kennt, der seine Gottesverehrung nicht so versteht und
zum Ausdruck bringt, wie es die Mehrheiten tun – wenngleich euch dies befremdet
und ihr Anstoß daran nehmt – so schreit ihr nicht mehr, dass man ihn lebend verbrennen
soll. (14, 21 - 22)
245
Fürchtet ihr euch davor, mit euren Mitmenschen über die Reinkarnation des
Geistes zu sprechen? Seid ihr etwa nicht von der liebevollen Gerechtigkeit überzeugt,
die sie enthält?
246
Vergleicht diese Form der Sühne mit jener der ewigwährenden Strafe im
unaufhörlichen Feuer der Hölle – eine Vorstellung, derer sich die Menschheit
bedient, um den Geist der Menschen einzuschüchtern. Sagt Mir, welche dieser
beiden Arten euch die Vorstellung einer göttlichen, vollkommenen und
barmherzigen Gerechtigkeit vermittelt.
247 Die
eine offenbart Grausamkeit, grenzenlosen Groll, Rache; die andere enthält nur
Vergebung, väterliche Liebe, Hoffnung darauf, das ewige Leben zu erlangen. Wie
groß ist die Entstellung, die meine Unterweisungen infolge schlechter
Auslegungen erlitten haben!
248 Ich
bereite euch auf den Kampf vor, weil Ich weiß, dass man euch wegen dem, was ihr
lehren werdet, bekämpfen wird. Aber wenn eure Mitmenschen, die euch zu diesem
Zeitpunkt bekämpfen, der Tod überraschen würde und Ich sie – wenn sie in der Sünde
sterben – fragen würde, was sie vorziehen: das ewige Feuer, an das sie glauben,
oder die Gelegenheit, sich in einem neuen Leben zu läutern – wahrlich, Ich sage
euch, sie würden der zweiten Lösung den Vorzug geben, auch wenn sie diese, vom
Fanatismus verblendet, in ihrem Leben bekämpft haben sollten. (120, 15 - 17)
249 Es
genügt, zu wissen – wie Ich es euch in meinem Wort gesagt habe – dass die
Reinkarnation des Geistes Wahrheit ist, und schon entzündet sich in euren
Herzen ein Licht, und ihr bewundert meine liebevolle Gerechtigkeit noch mehr.
250
Vergleicht die Theorien und verschiedenen Deutungen, welche die Konfessionen
diesen Lehren gegeben haben und entscheidet euch für jene, die am meisten
Gerechtigkeit enthält und am meisten Vernunft besitzt.
251 Doch
wahrlich, Ich sage euch, dies ist eine der Offenbarungen, die den Geist in
dieser Zeit am meisten erregen wird, in welcher die innere Erkenntnis über
diese große Wahrheit erwacht. (63, 76)
252 Ihr
sollt bestätigen, dass die Reinkarnation des Geistes eine der großen Wahrheiten
ist, die die Menschheit kennen und glauben soll.
253 Manche
ahnen sie, akzeptieren sie und glauben an sie aus Intuition heraus, als etwas,
das in meiner liebevollen Gerechtigkeit gegenüber den Menschen nicht fehlen
konnte. Doch wird es auch viele geben, die euch Gotteslästerer und Lügner
nennen werden.
254. Seid
unbesorgt, das gleiche geschah meinen Aposteln, als sie die Auferstehung von
den Toten predigten, wie sie Jesus lehrte. Die Priester und Richter warfen sie
ins Gefängnis, weil sie solche Lehren predigten.
255 Später
nahm die Welt jene Offenbarung an, obschon Ich versichern kann, dass sie nicht
die ganze Bedeutung dieser Lehre zu erfassen vermochte, sodass es nötig ist,
dass Ich in dieser Zeit komme und euch davon unterrichte, dass die
"Auferstehung des Fleisches" sich nur auf die Reinkarnation des
Geistes beziehen kann, da diese das Wesentliche und der Grund für das Leben ist
– das, was in Wahrheit ewig ist. Zu welchem Zweck sollten die toten Körper
wiederauferstehen, da sie doch nur die vergänglichen Gewänder des Geistes
waren?
256 Das
Fleisch sinkt in die Erde und vermischt sich mit ihr. Dort wird es gereinigt,
verwandelt und ersteht unablässig zu neuem Leben, während der Geist sich weiter
aufwärtsentwickelt, weiterhin der Vollkommenheit entgegengeht, und wenn er zur
Erde zurückkehrt, ist es für ihn eine Auferstehung zum menschlichen Leben, und auch
für seine neue Körperhülle ist es eine Auferstehung in Verbindung mit dem
Geist.
257 Doch
das Materielle ist nicht von unvergänglicher Beschaffenheit, das Geistige
dagegen wohl, weshalb Ich euch nochmals sage, dass es euer Geist ist, den Ich
suche, den Ich lehre und den Ich bei Mir haben will. (151,56 - 58)
258 Euer
Geist schleift mühsam eine Kette hinter sich her, die durch die Leben
geschaffen wurde, die Ich euch als Gelegenheit zu eurer Vervollkommnung gegeben
habe, und die ihr nicht genutzt habt. Jedes Dasein bildet ein Kettenglied. Doch
wenn ihr euer Leben nach meinen Unterweisungen ausrichtet, wenn ihr euch an das
Gesetz haltet, werdet ihr nicht mehr zu dieser Welt kommen, um zu leiden.
259. Wenn
ihr die Zeit verstreichen lasst, ohne mein Wort zu studieren, werde Ich, der
Ich die Zeit bin, euch überraschen. Studiert, damit ihr in meinem Werke den
Platz einnehmen könnt, der euch zukommt.
260 Ich
will, dass das Unverständnis und die unterschiedlichen Meinungen über meine
Göttlichkeit ein Ende haben. Begreift, dass ihr alle aus einem einzigen Gott hervorgegangen
seid. (181, 63 - 65)
261
Betrachtet das Universum und schätzt es in all seiner Vollkommenheit und
Schönheit. Es wurde geschaffen, damit die Kinder des Herrn sich von ihm
inspirieren ließen und in ihm ein Abbild des Vaters sehen sollten. Wenn ihr die
Schöpfung so auffasst, werdet ihr euer Denken zu meiner Göttlichkeit erheben.
(169, 44)
262 Das
Licht dieses Zeitalters zerreißt den dunklen Schleier, der den Geist der
Menschen einhüllte; er zerbricht die Ketten, die ihn gefesselt hatten und ihn daran
hinderten, zum wahren Wege zu gelangen.
263
Wahrlich, Ich sage euch: Denkt nicht, dass meine Lehre die Erforschung aller
Wissensgebiete untersagt, da Ich es bin, der eurer Interesse, eure Bewunderung
und eure Neugier erweckt. Dafür habe Ich euch die Denkfähigkeit gegeben, damit
sie sich ungehindert in die Richtung bewegt, wohin sie möchte.
264 Ich
habe euch das Licht der Intelligenz gegeben, damit ihr das versteht, was ihr
auf eurem Wege seht. Daher sage Ich euch: entdeckt, forscht, doch achtet
darauf, dass eure Vorgehensweise, in meine Geheimnisse einzudringen,
respektvoll und demütig ist, denn dann wird es wirklich zulässig sein.
265 Ich
habe euch nicht verboten, die Bücher kennen zu lernen, die die Menschen
geschrieben haben; doch ihr müsst geschult sein, damit ihr nicht strauchelt und
Irrtümern anheimfallt. Dann werdet ihr erfahren, wie der Mensch sein Leben und
seinen Kampf begann und wieweit er gekommen ist.
266 Wenn
ihr dann soweit seid, müsst ihr euch meinem Brunnquell der Unterweisungen und
Offenbarungen zuwenden, damit Ich euch die Zukunft und das Ziel zeige, das euch
erwartet. (179, 22 - 23)
267 Ich
versichere euch: Wenn ihr euch vornehmt, mit Interesse und mit Liebe in den
Sinngehalt dieser Unterweisungen einzudringen, werdet ihr auf Schritt und Tritt
wahre Wunder geistiger Weisheit, vollkommener Liebe und göttlicher
Gerechtigkeit entdecken. Aber wenn ihr diese Offenbarungen gleichgültig
betrachtet, werdet ihr nicht erfahren, was sie alles in sich bergen.
268 Geht
nicht an meiner Kundgebung vorüber, wie viele von euch durchs Leben gehen:
sehend, ohne zu schauen; hörend, ohne zu vernehmen; und denkend, ohne zu
begreifen. (333,11 - 12)
269 Ich
will nicht, dass ihr meinen Geist oder etwas, das zum Geistigen gehört, so
untersucht, als ob es materielle Objekte wären. Ich will nicht, dass ihr Mich
nach Art der Wissenschaftler studiert, denn ihr würdet großen und
beklagenswerten Irrtümern anheimfallen. (276, 17)
270 Meine
ganze Lehre hat den Zweck, euch all das vor Augen zu führen, was euer Wesen enthält,
denn aus diesem Wissen wird das Licht geboren, um den Weg zu finden, der zum
Ewigen, zum Vollkommenen, zu Gott führt. (262, 43)
Läuterung und Vervollkommnung
271 Heute
stellt ihr Mir eure Leiden vor Augen, damit Ich sie lindere, und in Wahrheit sage
Ich euch, dass dies meine Aufgabe ist, dass Ich hierfür gekommen bin, weil Ich
der Göttliche Arzt bin.
272 Doch
bevor mein Heilbalsam in euren Wunden wirksam wird, bevor meine Liebkosung zu
euch gelangt, konzentriert euch auf euch selbst und prüft euren Schmerz,
erforscht ihn, denkt die ganze Zeit, die dazu nötig ist, gründlich darüber
nach, damit ihr aus dieser Betrachtung die Lehre entnehmt, welche diese Prüfung
enthält, ebenso wie die Erkenntnis, die sich darin verbirgt und die ihr kennen
müsst. Diese Erkenntnis wird Erfahrung, wird Glaube, wird ein Blick ins
Angesicht der Wahrheit sein, wird die Erklärung für viele von euch
unverstandene Prüfungen und Lektionen sein.
273
Erforscht den Schmerz, als ob er etwas Greifbares wäre, und ihr werdet in ihm den
schönen Samen der Erfahrung entdecken, die große Lehre eures Daseins, denn der
Schmerz ist zum Lehrmeister in eurem Leben geworden.
274 Wer den
Schmerz als einen Lehrmeister betrachtet und mit Sanftmut seine Mahnrufe
befolgt, die er zur Erneuerung, zur Reue und zur Besserung macht, der wird
später das Glücksgefühl, den Frieden und die Gesundheit kennen lernen.
275 Prüft
euch sorgfältig, und ihr werdet erleben, wie viel Nutzen ihr daraus zieht. Ihr
werdet eure Mängel und Unvollkommenheiten erkennen, sie berichtigen und deshalb
aufhören, Richter der andern zu sein. (8, 50 - 53)
276 Ich
bräuchte es nur zu wollen, und schon wäret ihr rein. Doch welches Verdienst
bestünde, wenn Ich es wäre, der euch reinigt? Jeder soll seine Verstöße gegen
mein Gesetz wiedergutmachen, dies ist Verdienst. Denn dann werdet ihr in
Zukunft die Stürze und Fehler zu vermeiden wissen, weil der Schmerz euch daran
erinnern wird.
277 Wenn
sich zwischen der begangenen Verfehlung und ihren natürlichen Folgen eine
aufrichtige Reue einstellt, wird euch der Schmerz nicht erreichen, denn dann
werdet ihr bereits stark genug sein, um die Prüfung mit Ergebung zu ertragen.
278 Die
Welt trinkt einen sehr bitteren Kelch; doch Ich habe sie nicht gestraft. Aber
nach ihrem Schmerz wird sie zu Mir kommen, der Ich sie rufe. Dann werden die,
welche undankbar waren, Dem zu danken wissen, welcher ihr Dasein nur mit
Wohltaten überschüttet hat. (33, 30 - 31)
279 Legt
die übermäßige Liebe zu eurem Körper ab und habt Erbarmen mit eurem Geist und
helft ihm, sich zu reinigen und zu erheben. Wenn ihr dies erreicht habt, werdet
ihr erleben, wie stark ihr an Geist und Körper sein werdet.
280 Denkt
daran: Wenn der Geist krank ist – wie könnte dann Frieden im Herzen sein? Und
wenn im Geist Gewissensbisse vorhanden sind – kann er da Frieden genießen? (91,
72 - 73)
281 Wenn
diese Erde euch alles bescheren würde, was ihr wünscht, wenn es auf ihr nicht
die großen geistigen Prüfungen gäbe – wer von euch hätte dann Verlangen, in
mein Reich zu kommen?
282 Lästert
oder verflucht auch nicht den Schmerz, da ihr ihn mit euren Verfehlungen
geschaffen habt. Tragt ihn mit Geduld, dann wird er euch läutern und euch
helfen, Mir näher zu kommen.
283 Erkennt
ihr, wie stark eure Verwurzelung in den Herrlichkeiten und Befriedigungen
dieser Welt ist? Nun, der Zeitpunkt wird kommen, an dem das Verlangen, euch von
ihr zu entfernen, sehr heftig sein wird.
284 Wer
seine Prüfungen durch geistige Erhebung zu bestehen vermag, erlebt in dieser
Überwindung Frieden. Wer auf Erden mit zum Himmel gerichtetem Blick wandelt,
strauchelt nicht, noch verletzen sich seine Füße an den Dornen auf seinem
Sühneweg. (48, 53 - 55 o)
285 Erfüllt
eure Bestimmung! Habt nicht den Wunsch, zu Mir zurückzukehren, ohne zuvor den
Weg zurückgelegt zu haben, den Ich euch wies, denn es würde euch der Schmerz
zuteil, Flecken in eurem Geist zu sehen, die er noch nicht abgewaschen hat,
weil er nicht bis ans Ende seines Sühneweges gelangte.
286 Die
Reinkarnationen sind über euch hinweggegangen, doch viele von euch haben die unendliche
Gnade und Liebe nicht gewürdigt, die euch der Vater damit zuteil werden ließ.
287
Bedenkt: je größer die Zahl der Gelegenheiten ist, desto größer ist eure Verantwortung,
und wenn diese Gelegenheiten nicht genutzt werden, so wird mit jeder derselben
die Sühnelast und die ausgleichende Gerechtigkeit größer werden. Dies ist die
Bürde, deren unerträgliche Last viele Wesen nicht begreifen und die euch nur
meine Lehre offenbaren kann. (67, 46)
288 Jene
Prüfungen, in denen die Menschen leben, sind die Früchte, die sie nun ernten,
sind das Ergebnis ihrer eigenen Saat – eine Ernte, die manchmal die Folge des
Samens ist, die sie im Jahr zuvor gesät haben, und in andern Fällen die Frucht
dessen, was sie Jahre davor oder in andern Inkarnationen gesät haben. (178, 2)
289 Meint
nicht, dass die Folgen eines Ungehorsams sich sofort bemerkbar machen – nein.
Was Ich euch jedoch sage, ist dies, dass ihr euch früher oder später für eure
Werke verantworten müsst; auch wenn es für euch manchmal den Anschein hatte,
dass eure Verfehlung keine Folgen nach sich zog, in Anbetracht dessen, dass die
Zeit verging und meine Gerechtigkeit keinerlei Zeichen gab.
290 Aber
ihr wisst bereits durch mein Wort, dass Ich als Richter unerbittlich bin, und
dass, wenn euer Gericht gekommen ist, ihr eure Augen für das Licht des
Gewissens öffnen werdet. (298, 48)
291 Oh
Geistwesen, die ihr Mich hört, erlaubt nicht, dass die Probleme des irdischen
Lebens ihre Spur in euch hinterlassen, und noch weniger, dass sie euch beugen.
Sucht das Licht, das jede Prüfung enthält, auf dass dieses euch hilft, stark
und maßvoll zu werden.
292 Wenn
der Geist es nicht schafft, sich den Körper [Seele] untertan zu machen, wird
dieser ihn beugen und ihn beherrschen; aus diesem Grunde werden die Geistwesen
schwach und glauben, dass sie mit dem Fleische sterben. (89, 11 - 12)
293 Habt
ihr in eurem Leben irgendeine körperliche Leidenschaft erlebt, die euer ganzes
Wesen erfasste und es euch unmöglich machte, die Stimme des Gewissens, der
Moral und der Vernunft zu vernehmen?
294 Dies
geschah, als der Geist tiefer gesunken war, weil dann die Versuchungen und die
Macht der Bestie des Bösen, welche im Fleische wohnt, ihn bezwungen hat.
295 Und
stimmt es etwa nicht, dass ihr ein tiefes Glücksgefühl und einen tiefen Frieden
erfahren habt, als es euch gelang, euch von jener Leidenschaft zu befreien, und
ihr ihren Einfluss überwunden hattet?
296 Dieser
Friede und diese Freude sind auf den Sieg des Geistes über den Körper
zurückzuführen – ein Sieg, der durch einen unermesslichen Kampf, eine
"blutige" innere Schlacht, errungen wurde. Doch es genügte, dass der Geist
neue Kraft schöpfte und sich aufrichtete, angeregt und beraten durch das
Gewissen, und schon bezwang er die Impulse des Fleisches [Seele] und machte
sich frei davon, sich noch weiter ins Verderben ziehen zu lassen.
297 Bei
diesem Ringen, bei dieser Verzichtleistung, bei dieser Schlacht gegen euch
selbst habt ihr etwas sterben sehen, das in eurem Innern wohnte, ohne dass es
euer Leben war. Es war nur eine unsinnige Leidenschaft. (186,18 - 19)
298
Erkennt, dass ihr den mächtigsten Feind in euch selbst habt. Wenn ihr ihn
besiegt habt, werdet ihr den "Drachen mit den sieben Häuptern", von dem
der Apostel Johannes zu euch sprach, unter euren Füßen sehen. Dann erst könnt ihr
in Wahrheit sagen: "Ich kann mein Angesicht zu meinem Herrn erheben, um
Ihm zu sagen: Herr, ich werde Dir nachfolgen." Denn dann werden es nicht
nur die Lippen sagen, sondern der Geist. (73, 20)
299 Bald
wird euch bewusst werden, dass nicht das Leben grausam zu euch Menschen ist,
sondern dass ihr es mit euch selbst seid. Ihr leidet und lasst die leiden, die
um euch sind, aus Mangel an Verständnis. Ihr fühlt euch einsam, seht, dass
niemand euch liebt, und werdet egoistisch und hartherzig. (272,34)
300 Begreift,
dass alle Leiden dieses Lebens, das ihr lebt, Folgen der menschlichen
Verfehlungen sind, denn Ich, der euch liebt, könnte euch keinen so bitteren
Kelch anbieten.
301 Ich
habe euch von den frühesten Zeiten an das Gesetz als einen Weg offenbart, auf dem
ihr euch vor den Stürzen, dem Verderben und dem "Tode" bewahren
könnt. (215, 65)
302 Heute
seid ihr noch nicht imstande, den Sinn eurer Prüfungen zu verstehen. Ihr haltet
sie für unnötig, ungerecht und unvernünftig. Doch Ich werde euch noch sagen,
wie viel Gerechtigkeit und Augenmaß in jeder von ihnen lag, wenn ihr alt
geworden seid, und bei anderen, wenn ihr die Schwellen dieser Welt
überschritten habt und die geistigen Regionen bewohnt. (301,44)
303 Ich
sage euch noch einmal, dass Ich jeden Gedanken und jede Bitte wahrnehme,
während "die Welt" meine Inspiration nicht zu empfangen vermag, noch
sich vorbereitet hat, um meine göttlichen Gedanken in ihrem Verstande
erstrahlen zu lassen, noch meine Stimme hört, wenn Ich auf ihren Ruf antworte.
304 Aber
Ich habe Vertrauen zu euch, glaube an euch, weil Ich euch geschaffen und euch
mit einem Geist begabt habe, welcher ein Funke von Mir ist, und mit einem
Gewissen, das mein Ebenbild ist.
305 Wenn
Ich euch sagen würde, dass Ich nicht erwarte, dass ihr euch vervollkommnet,
wäre dies so, wie wenn Ich erklären würde, dass Ich bei dem größten Werk, das
aus meinem göttlichen Willen hervorgegangen ist, gescheitert bin, und dies kann
nicht sein.
306 Ich
weiß, dass ihr in der Zeit lebt, in der euer Geist siegreich aus allen
Versuchungen hervorgehen wird, die ihm auf seinem Weg begegnen. Danach wird er
voll Licht zu einem neuen Dasein erstehen. (238, 52 - 54)
Diesseits und jenseits des Irdischen
307
Arbeitet an euch, wartet nicht, bis der Tod euch unvorbereitet überrascht. Was
habt ihr für den Zeitpunkt vorbereitet, da ihr zum Geistigen Leben zurückkehrt?
Wollt ihr überrascht werden, während ihr noch mit Ketten an die Materie, an die
Leidenschaften und die irdischen Besitztümer gebunden seid? Wollt ihr mit
geschlossenen Augen in das Jenseits eingehen, ohne den Weg zu finden, und dabei
die Müdigkeit dieses Lebens in den Geist geprägt mitnehmen? Bereitet euch zu, Jünger,
dann werdet ihr das Kommen des körperlichen Todes nicht fürchten.
308 Seufzt
nicht, weil ihr dies Erdental verlassen müsst, denn, auch wenn ihr erkennt,
dass in ihm Wunder und Herrlichkeiten existieren, sage Ich euch in Wahrheit,
dass diese nur ein Abglanz der Schönheiten des geistigen Lebens sind.
309 Wenn
ihr nicht erwacht – was werdet ihr tun, wenn ihr euch am Anfang eines neuen
Weges befindet, der von einem Lichte erhellt ist, das euch unbekannt erscheint?
310
Scheidet von dieser Welt ohne Tränen, ohne im Herzen eurer Angehörigen Schmerz
zurückzulassen. Löst euch, wenn der Augenblick gekommen ist und lasst auf dem
Antlitz eures Körpers ein Lächeln des Friedens zurück, das von der Befreiung
eures Geistes spricht.
311 Der Tod
eures Körpers trennt euch nicht von den Wesen, die euch anvertraut waren, noch
entbindet er euch von der geistigen Verantwortung, die ihr für jene habt, die
eure Eltern, Geschwister oder Kinder waren.
312
Begreift, dass für die Liebe, für die Pflicht, für die Gefühle, mit einem Wort:
für der Geist der Tod nicht existiert. (70, 14 - 19)
313
Arbeitet mit großem Eifer, damit – wenn der Tod kommt und ihr die Augen eures
Körpers für dieses Leben schließt – euer Geist sich von sich aus emporgehoben
fühlt, bis er zu der Heimstatt gelangt, die er durch seine Verdienste erreicht
hat.
314 Die
Jünger dieses Werkes werden beim Eintritt des körperlichen Todes erfahren, wie
leicht die Bande zerreißen, die den Geist mit dem Körper verbinden. Es wird
kein Schmerz in ihm sein, weil er die Annehmlichkeiten der Erde verlassen muss.
Der Geist wird nicht als Schatten unter den Menschen umherirren und von Tür zu
Tür, von Herz zu Herz anklopfen im Verlangen nach Licht, nach Liebe und Frieden.
(133, 61 - 62)
315 Erhebt
euren Geist, damit ihr nur am Ewigen, Schönen und Guten Gefallen findet. Wenn
es nicht so sein sollte, wird euer Geist– vermaterialisiert durch das Leben,
das ihr geführt habt – viel leiden, um sich von seinem Körper und allem, was er
zurücklässt, zu lösen; und er wird eine Zeitlang in Verwirrung und bitterem
Schmerz in den [geistigen] Räumen umherstreifen, bis er seine Läuterung
erreicht.
316 Lebt in
meinem Gesetze, dann braucht ihr den Tod nicht zu fürchten. Doch ruft oder
wünscht ihn nicht vor der Zeit. Lasst ihn kommen, denn er gehorcht immer meinen
Befehlen. Sorgt dafür, dass er euch zugerüstet findet, dann werdet ihr in die
Geistige Welt als Kinder des Lichtes eingehen. (56, 43 - 44)
317 Lebt in
Frieden in euren Heimen, macht aus ihnen ein Heiligtum, damit, wenn die
unsichtbaren Wesen eindringen, die verwirrt im "Geistigen Tale"
umherschweifen, sie in eurem Wesen das Licht und den Frieden finden, den sie
suchen, und sie im Jenseits aufwärts steigen. (41, 50)
318 Euch,
die ihr im Geiste lebt und noch immer den materiellen Zielen zugetan seid, sage
Ich: wendet euch ab von dem, was euch nicht mehr zugehörig ist. Denn wenn die
Erde nicht die ewige Heimat für den Menschen ist, ist sie es noch weniger für
den Geist. Jenseits, im "Geistigen Tale", erwartet euch ein Leben
voller Licht, zu dem ihr auf dem Pfade des Guten Schritt für Schritt
hingelangen werdet.
319 Denen,
die Mir als menschliche Wesen zuhören, sage Ich, dass sie – solange sie diesen
Körper besitzen, der sie auf ihrer irdischen Lebensfahrt begleitet – diesen
pflegen und bis zum allerletzten Augenblick erhalten müssen. Denn er ist der
Stab, auf den sich der Geist stützt, und das Werkzeug zum Kämpfen. Durch seine
materiellen Augen blickt der Geist auf dieses Leben, und durch seinen Mund
spricht er und kann er seinen Brüdern Trost spenden. (57, 3)
320 Jetzt
fragt euch der Meister: Wo sind eure Toten, und warum weint ihr über das
Verschwinden der Wesen, die ihr liebt? Wahrlich, Ich sage euch, in meinen Augen
ist niemand gestorben, denn allen habe Ich ewiges Leben gegeben. Sie alle
leben; jene, die ihr für verloren hieltet, sind bei Mir. Dort, wo ihr den Tod
zu erblicken vermeint, ist das Leben, wo ihr das Ende seht, ist der Anfang. Wo
ihr meint, dass alles Mysterium und unergründliches Geheimnis ist, ist das
Licht, strahlend wie eine immerwährende Morgenröte. Wo ihr glaubt, dass das
Nichts sei, ist Alles, und wo ihr das große Schweigen vermutet, ist ein
"Konzert". (164, 6)
321 Immer,
wenn der Tod das Dasein eurer Körperhülle beendet, ist dies wie eine
Erholungspause für den Geist, der, wenn er sich wieder inkarniert, mit neuen
Kräften und größerem Lichte zurückkehrt und das Studium jener göttlichen
Lektion fortsetzt, das er nicht abgeschlossen hatte. Auf diese Weise reift im
Verlauf von Zeitaltern der Weizen, welcher euer Geist ist.
322 Vieles
habe Ich euch in Bezug auf das Geistige Leben offenbart, doch Ich sage euch,
dass ihr jetzt noch nicht alles wissen müsst, sondern nur das, was für euer
Kommen zur ewigen Heimat wesentlich ist. Dort werde Ich euch all das sagen, was
euch zu wissen bestimmt ist. (99, 32)
323 Könnt
ihr euch die Seligkeit dessen vorstellen, der zum Geistigen Leben zurückkehrt
und auf Erden die Bestimmung erfüllt hat, die sein Vater ihm vorgezeichnet hat?
Seine Genugtuung und sein Friede sind unendlich größer als alle Befriedigungen,
die der Geist im menschlichen Leben ernten kann.
324 Und
diese Gelegenheit biete Ich euch an, damit ihr zu denen gehört, die Freude
haben, wenn sie in ihr Reich zurückkehren, und nicht zu jenen, die in ihrer
tiefen Bestürzung oder Reue leiden und weinen. (93, 31 - 32)
325 Schon
ist das Ende dieser Kundgebung nahe, um sie dann in einer höheren Form
wiederaufzunehmen durch den Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist mit eurem
Schöpfer, welche die höheren Geistwesen gebrauchen, die bei Mir wohnen. (157,33)
326 Wenn
Ich zu euch über meine Geistige Welt spreche, meine Ich jene Heerscharen gehorsamer
Geistwesen, die als wahre Diener nur das tun, was der Wille ihres Herrn ihnen
befiehlt.
327 Diese
habe Ich zu euch gesandt, damit sie für alle Menschen Berater, Beschützer,
Ärzte und wirkliche Geschwister sind. Sie klagen nicht, denn sie haben in sich
den Frieden. Sie stellen keine Fragen, denn das Licht ihrer Entwicklung und
ihrer Erfahrung auf den langen Wegen hat ihnen das Recht gegeben, den Verstand
der Menschen zu erleuchten. Sie sind bei jedem Hilferuf und in jeder Not
bereitwillig und demütig zur Stelle.
328 Ich bin
es, der ihnen aufgetragen hat, sich unter euch kundzugeben, damit sie euch ihre
Anweisungen, ihr Zeugnis und ihre Ermunterung geben. Sie ziehen vor euch her,
reinigen den Weg und gewähren euch ihren Beistand, damit ihr nicht den Mut
verliert.
329 Morgen
werdet auch ihr zu diesem Licht-Heer gehören, das in der unendlichen Welt der
Geistwesen nur aus Liebe zu seinen Menschengeschwistern wirkt, in dem
Bewusstsein, dass es damit seinen Vater verherrlicht und liebt.
330 Wenn
ihr ihnen ähnlich werden wollt, so weiht euer Dasein dem Guten. Teilt euren
Frieden und euer Brot, empfangt den Bedürftigen mit Liebe, besucht den Kranken
und den Gefangenen. Bringt Licht auf den Weg eurer Mitmenschen, die auf der
Suche nach dem wahren Weg umhertappen. Erfüllt die Unendlichkeit mit edlen
Gedanken betet für die Abwesenden, dann wird das Gebet sie euch nahe bringen.
331 Wenn
dann der Tod den Schlag eures Herzens anhält, und das Licht in euren Augen
erlischt, werdet ihr zu einer durch ihre Harmonie, ihre Ordnung und ihre
Gerechtigkeit wunderbaren Welt erwachen. Dort werdet ihr zu begreifen beginnen,
dass die Liebe Gottes euch für alle eure Werke, Prüfungen und Leiden
entschädigen kann.
332 Wenn
ein Geist zu jener Heimstatt gelangt, fühlt er sich immer stärker von einem
unendlichen Frieden durchdrungen. Sogleich erinnert er sich an die, die noch
fern jener Seligkeit leben, und in seinem Drang, seiner Sehnsucht, dass jene,
die er liebt, auch jenes göttliche Geschenk erlangen, schließt er sich den
geistigen Heerscharen an, die für die Rettung, das Wohlergehen und den Frieden
ihrer Erdengeschwister kämpfen und arbeiten. (170, 43 - 48)
333 Wer hat
sich schon ein Bild gemacht von den Schlachten, die diese Legionen des Lichtes
gegen die Invasionen verwirrter Wesen austragen, die euch fortwährend bedrohen?
Es gibt keinen menschlichen Blick, der diesen Kampf entdeckt hat, den beide
unablässig gegeneinander führen, ohne dass ihr ihn wahrgenommen habt. (334, 77)
334 Seht
hier die Fortsetzung meines Werkes, mein Kommen in der "Dritten Zeit"
als Tröstergeist, umgeben von meinen großen Engelsscharen, wie es geschrieben
steht.
335 Diese
Geistwesen in meinem Gefolge stellen einen Teil jenes Trostes dar, den Ich euch
verheißen habe, und in ihren heilsamen Ratschlägen und Beispielen von Tugend
habt ihr bereits Beweise ihrer Barmherzigkeit und ihres Friedens empfangen.
Durch sie habe Ich euch Wohltaten gewährt, und sie sind Vermittler zwischen
euch und meinem Geiste gewesen.
336 Als ihr
die ihnen eigenen Gnadengaben und ihre Demut wahrgenommen habt, habt ihr euch
dazu inspiriert gefühlt, ebenso lautere Werke zu tun wie jene, die sie in eurem
Leben vollbracht haben. Als sie euer Heim aufgesucht haben, habt ihr euch durch
ihre geistige Gegenwart geehrt gefühlt.
337 Seid
gesegnet, wenn ihr ihre Hochherzigkeit erkannt habt. Aber der Meister sagt
euch: Meint ihr, dass sie schon immer tugendsame Wesen waren? Wisst ihr nicht,
dass eine große Zahl von ihnen die Erde bewohnt hat und Schwachheit und schwere
Verfehlungen kennen lernte?
338 Doch
seht sie nun an: sie haben keinerlei Makel mehr an sich, und zwar deshalb, weil
sie auf die Stimme des Gewissens hörten, zur Liebe erwachten und ihre früheren
Verfehlungen bereuten. In jenem Schmelztiegel haben sie sich geläutert, um sich
würdig emporzuschwingen, und heute dienen sie Mir, indem sie der Menschheit dienen.
339 Ihr
Geist hat aus Liebe die Aufgabe übernommen, seinen Nächsten beizustehen, um all
das wiedergutzumachen, was sie versäumten, als sie die Erde bewohnten, und als
ein göttliches Geschenk haben sie die Gelegenheit wahrgenommen, den Samen zu säen,
den sie zuvor nicht gesät haben, und jedes unvollkommene Werk zu beseitigen,
das sie getan haben.
340 Daher
erlebt ihr jetzt mit Staunen ihre Demut, ihre Geduld und ihre Sanftmut, und gelegentlich
habt ihr sie um ihrer Wiedergutmachung willen leiden sehen. Aber ihre Liebe und
ihre Erkenntnis, die größer sind als die Hindernisse, auf die sie stoßen,
überwinden alles, und sie sind bereit, bis zur Aufopferung zu gehen. (354, 14 -15)
341 Ahnt
ihr etwa die geistige Heimstätte, die ihr verließet, um zur Erde zu kommen?
"Nein, Meister," sagt ihr Mir, "wir ahnen nichts, noch erinnern wir
uns an etwas".
342 Ja,
Volk, es ist so lange her, seit ihr euch von der Reinheit und der Unschuld entferntet,
dass ihr euch nicht einmal jenes Dasein in Frieden, jenen Zustand des
Wohlergehens vorstellen könnt.
343 Doch
nun, da ihr geschult seid, um die Stimme des Gewissens zu hören und seine
Offenbarungen von ihm zu empfangen, ist der Weg für euch erreichbar, der jene
zum Verheißenen Reiche führt, die sich Mir zuwenden.
344 Es ist
nicht jenes Paradies des Friedens, von dem die "Ersten" schieden, sondern
jene unendliche Welt des Geistes, die Welt der Weisheit, das Paradies der
wahren geistigen Glückseligkeit, der Himmel der Liebe und der Vollkommenheit.
(287, 14 - 15)
Offenbarungen des Göttlichen
345 Der
Vater aller Wesen spricht zu euch in diesem Augenblicke. Die Liebe, die euch
schuf, macht sich in einem jeden fühlbar, der dieses Wort vernimmt. (102, 17)
346 Es
spricht zu euch der einzige Gott, der existiert, den ihr Jehova nanntet, als Er
euch seine Macht zeigte und euch auf dem Berge Sinai das Gesetz offenbarte; den
ihr Jesus genannt habt, denn in ihm war mein Wort; und den ihr heute Heiliger
Geist nennt, weil Ich der Geist der Wahrheit bin. (51, 63)
347 Wenn
Ich zu euch als Vater spreche, öffnet sich vor euch das Buch des Gesetzes. Wenn
Ich zu euch als Meister spreche, ist es das Buch der Liebe, das Ich meinen
Jüngern zeige. Wenn Ich zu euch als Heiliger Geist spreche, ist es das Buch der
Weisheit, das euch durch meine Unterweisungen erleuchtet. Diese bilden eine
einzige Lehre, denn sie stammen von einem einzigen Gott. (141, 19)
348 Gott
ist Licht, Liebe, Gerechtigkeit. Jeder, der in seinem Leben diese Eigenschaften
offenbart, wird seinen Herrn repräsentieren und ehren. (290,1)
349 Sagt
nicht, dass Ich der Gott der Armut oder der Traurigkeit bin, weil ihr in
Betracht zieht, dass Jesus immer Scharen von Kranken und Betrübten nachfolgten.
Ich suche zwar die Kranken, die Trauernden und die Armen, aber es geschieht, um
sie mit Freude, Gesundheit und Hoffnung zu erfüllen, denn Ich bin der Gott der
Freude, des Lebens, des Friedens und des Lichtes. (113, 60)
350 Ja,
Volk, Ich bin der Anfang und das Ende von euch, Ich bin das Alpha und das
Omega, obschon Ich euch noch nicht alle Lehren mitteile oder offenbare, die Ich
für euren Geist in Bereitschaft halte, und die ihr erst erfahren werdet, wenn
ihr schon sehr fern von dieser Welt seid.
351 Viele
neue Lektionen werde Ich euch in der heutigen Zeit offenbaren, doch Ich werde
euch das geben, was ihr zu besitzen vermögt, ohne euch groß zu dünken oder euch
gegenüber den Menschen mit stolzer Überlegenheit aufzuspielen. Ihr wisst ja,
dass wer stolz auf seine Werke ist, sie durch eben diesen Stolz zerstört. Darum
habe Ich euch gelehrt, im Stillen zu wirken, damit eure Werke eine Frucht der Liebe
tragen. (106, 46)
352 Noch
vermögt ihr viele der Offenbarungen nicht zu begreifen, die dazu bestimmt sind,
Teil eures Wissensgutes zu sein, und von denen die Menschen angenommen haben, dass
ihre Kenntnis Gott allein gehört. Sobald jemand sein Verlangen zum Ausdruck
bringt, sie auszulegen, oder in sie einzudringen sucht, wird er sofort gotteslästerlich
genannt oder für vermessen gehalten. (165, 10)
353 Ihr
müsst noch viel lernen, um euch für meine Inspirationen und meine Rufe
empfänglich zu machen. Wie oft nahmt ihr die Schwingungen des Geistigen wahr,
ohne dass ihr zu begreifen vermögt, wer euch ruft! Jene "Sprache" ist
so verwirrend für euch, dass ihr sie nicht verstehen könnt, und ihr die
geistigen Manifestationen schließlich Halluzinationen oder materiellen Ursachen
zuschreibt. (249, 24)
354 Wundert
euch nicht, dass – obwohl Ich der Herr alles Geschaffenen bin – Ich unter euch
erscheine und um Liebe bitte. Ich bin der Gott der Sanftmut und der Demut. Ich
prahle nicht mit meiner Größe, vielmehr verberge Ich meine Vollkommenheit und
meine Pracht, um eurem Herzen näher zu kommen. Wenn ihr Mich in all meiner Herrlichkeit
schauen würdet – wie sehr würdet ihr über eure Verfehlungen weinen! (63, 48)
355 Fühlt
Mich euch sehr nahe; Beweise dafür gebe Ich euch in den schweren Augenblicken
eures Lebens. Es war mein Bestreben, dass ihr aus euren Herzen meine Wohnung bereitet,
um darin meine Gegenwart zu fühlen.
356 Wie
kommt es, dass ihr Mich nicht fühlen könnt, obwohl Ich in euch bin? Einige
sehen Mich in der Natur, andere fühlen Mich nur jenseits aller Materie, aber
wahrlich, Ich sage euch, Ich bin in allem und überall. Warum sucht ihr Mich
immer außerhalb von euch, wenn Ich Mich auch in euch befinde? (1, 47 - 48)
357 Auch
wenn es keine Religionen auf der Welt gäbe, würde es genügen, euch auf den
Grund eures Wesens zu konzentrieren, um meine Gegenwart in eurem inneren Tempel
zu finden.
358 Auch
sage Ich euch, dass es genügen würde, alles, was das Leben euch darbietet, zu
beobachten, um in ihm das Buch der Weisheit zu entdecken, das euch fortwährend
seine schönsten Seiten und seine tiefsten Lehren zeigt.
359 Ihr
werdet dann begreifen, dass es nicht recht ist, dass die Welt in die Irre geht,
während sie den richtigen Weg in ihrem Herzen trägt, noch dass sie in der
Finsternis der Unwissenheit umherirrt, obwohl sie inmitten soviel Lichtes lebt.
(131, 31 - 32)
360 Heute
verschafft sich meine universelle Sprache bei allen Gehör, um ihnen zu sagen:
obwohl Ich in jedem von euch bin, soll niemand sagen, dass Gott nur im Menschen
existiert, denn es sind die Wesen und alles Geschaffene, das sich innerhalb
Gottes befindet.
361 Ich bin
der Herr, ihr seine Geschöpfe. Ich will euch nicht Diener, sondern Kinder
nennen; doch erkennt, dass Ich über allem stehe. Liebt meinen Willen, und
beachtet mein Gesetz, seid euch bewusst, dass in meinen Anordnungen keine
Unvollkommenheit noch ein Irrtum möglich ist. (136, 71 - 72)
362 Ich
erschuf euch, um euch zu lieben und Mich geliebt zu fühlen. Ihr braucht Mich
ebenso wie Ich euch brauche. Wer behauptet, dass Ich euch nicht brauche, sagt
nicht die Wahrheit. Wenn es so wäre, hätte Ich euch nicht geschaffen, noch wäre
Ich Mensch geworden, um euch durch jenes Opfer zu retten, welches ein großer
Liebesbeweis war; Ich hätte euch zugrundegehen lassen.
363 Doch
ihr müsst erkennen, dass, wenn ihr euch von meiner Liebe nährt, es gerecht ist,
dass ihr dasselbe eurem Vater darbringt, denn Ich sage euch immer wieder:
"Mich dürstet, Mich dürstet nach eurer Liebe." (146, 3)
364 Wie
könnt ihr glauben, dass Ich den weniger liebe, der mehr leidet? Wie könnt ihr
euren Schmerz als ein Zeichen dafür ansehen, dass Ich euch nicht liebe? Wenn
ihr doch verstündet, dass Ich gerade aus Liebe zu euch gekommen bin! Habe Ich
euch nicht gesagt, dass der Gerechte bereits gerettet ist und dass nicht der
Gesunde des Arztes bedarf? Wenn ihr euch krank fühlt und euch bei eurer
Selbstprüfung im Lichte eures Gewissens als Sünder erkennt, so seid gewiss,
dass ihr es seid, die zu suchen Ich gekommen bin.
365 Wenn
ihr glaubt, dass Gott zuweilen Tränen vergossen hat, dann ist es doch gewiss
nicht um derer willen gewesen, die sich seines Himmlischen Reiches erfreuen,
sondern um jener willen, die verwirrt sind oder weinen. (100, 50 - 51)
366 Mein
Vaterhaus ist für euch zugerüstet. Wenn ihr zu ihm kommt, werdet ihr euch
seiner in Wahrheit erfreuen. Wie könnte ein Vater in einem königlichen Gemache
leben und köstliche Speisen genießen, wenn er weiß, dass seine eigenen Kinder
wie Bettler vor den Toren seines eigenen Hauses stehen? (73, 37)
367 Lernt
das Gesetz kennen, liebet das Gute, lasset die Liebe und Barmherzigkeit zur Tat
werden, gewährt eurem Geiste die heilige Freiheit, sich zu seiner Heimat zu
erheben, und ihr werdet Mich lieben.
368 Wollt
ihr ein vollkommenes Vorbild dafür, wie ihr handeln und wie ihr beschaffen sein
müsst, um zu Mir zu gelangen? nehmt euch Jesus zum Vorbild, liebt Mich in ihm,
sucht Mich durch ihn, kommt zu Mir auf seiner göttlichen Spur.
369 Doch
sollt ihr Mich nicht in seiner körperlichen Gestalt oder in seinem Bilde lieben
oder gar die Ausübung seiner Lehren durch Riten oder äußere Formen ersetzen,
weil ihr sonst ewig in euren Verschiedenheiten, in eurer Feindschaft und eurem
Fanatismus verharren werdet.
370 Liebt
Mich in Jesus, aber in seinem Geiste, in seiner Lehre, und ihr werdet das ewige
Gesetz erfüllen; denn in Christus ist die Gerechtigkeit, die Liebe und die
Weisheit zur Einheit zusammengefasst, womit Ich der Menschheit das Dasein und
die Allmacht seines Geistes zu erkennen gab. (1, 71 - 72)
Der Mensch und seine Bestimmung
371 Schon
seit langem haltet ihr euch nicht mehr an Mich, wisst ihr nicht mehr, was ihr
in Wirklichkeit seid, weil ihr zugelassen habt, dass in eurem Wesen viele
Eigenschaften, Fähigkeiten und Gaben, die euer Schöpfer in euch legte, untätig schlummern.
Ihr schlaft bezüglich des Geistes und des Gewissens, und gerade in deren
geistigen Eigenschaften liegt die wahre Größe des Menschen. Ihr lebt wie die
Wesen, die von dieser Welt sind, weil sie in ihr entstehen und vergehen. (85,
57)
372 Der
Meister fragt euch, o geliebte Jünger: Was ist euer auf dieser Welt? Alles, was
ihr besitzt, hat euch der Vater gegeben, damit ihr euch desselben auf eurem
Gang über die Erde bedient, solange euer Herz schlägt. Da euer Geist meiner
Göttlichkeit entstammt, da er ein Hauch des Himmlischen Vaters ist, da er die
Inkarnation eines Atoms meines Geistes ist, da auch euer Körper nach meinen
Gesetzen gestaltet wurde, und Ich ihn euch als Werkzeug eures Geistes anvertraute,
gehört euch nichts, vielgeliebte Kinder. Alles Geschaffene gehört dem Vater,
und Er hat euch vorübergehend zu Besitzern desselben gemacht. Erinnert euch,
dass euer materielles Leben nur ein Schritt in der Ewigkeit ist, es ist ein
Lichtstrahl in der Unendlichkeit, und daher müsst ihr auf das Acht geben, was
ewig ist, was niemals stirbt, und das ist der Geist. (147, 8)
373 Der
Geist soll den Verstand führen, und der Verstand, nur von einem nach
menschlicher Größe verlangenden Herzen [Seele] geführt, soll euer Leben nicht
regieren.
374
Bedenkt: Wenn ihr euch von dem bestimmen lassen wollt, was euer Gehirn
befiehlt, werdet ihr es überfordern und nicht über das hinausgelangen, was
seine geringen Kräfte ihm erlauben.
375 Ich
sage euch: wenn ihr wissen wollt, warum ihr euch dazu inspiriert gefühlt habt,
Gutes zu tun, und warum euer Herz von Nächstenliebe entflammt wird, so lasst
zu, dass euer Herz und eure Verstandeskräfte vom Geiste geführt werden. Dann
werdet ihr erstaunt sein angesichts der Macht eures Vaters. (286, 7)
376 Das
Richtige ist, wenn der Geist dem menschlichen Verstande [Seele] Weisheit
offenbart und nicht der Verstand dem Geiste "Licht" gibt.
377 Viele
werden das, was ich euch hier sage, nicht begreifen, und zwar, weil ihr schon
seit langem die Ordnung eures Lebens verkehrt habt. (295, 48)
378 Wisset
Jünger, dass die Vergeistigung dem Gewissen ermöglicht, sich mit größerer
Klarheit kundzutun, und wer diese weise Stimme vernimmt, wird sich nicht
täuschen lassen.
379 Macht
euch mit dem Gewissen vertraut, es ist eine freundschaftliche Stimme, es ist
das Licht, durch das der Herr sein Licht hindurchschimmern lässt – ob als Vater,
als Meister, oder als Richter. (293, 73 - 74)
380 Seid
unermüdlich beim wiederholten Lesen meines Wortes. Es wird wie ein unsichtbarer
Meißel die Aufgabe übernehmen, die scharfen Kanten eures Charakters zu glätten,
bis ihr vorbereitet seid, euch selbst mit den schwierigsten Problemen eurer
Mitmenschen zu befassen.
381 Ihr
werdet Leiden, Sühnezwänge und Wiedergutmachungspflichten bei ihnen entdecken,
deren Ursachen sehr verschieden sein können. Manche haben keinen besonders schwer
zu begreifenden Ursprung, dagegen wird es andere geben, die ihr nur mit
Intuition, durch Offenbarung und Hellsichtigkeit aufklären könnt, um eure
Mitmenschen von einer schweren Last zu befreien.
382 Diese
Geistesgaben werden jenes Wunder nur dann bewirken, wenn der, der sie betätigt,
von der Liebe zu seinem Nächsten inspiriert ist. (149,88)
383 Weshalb
sprechen die Menschen von "übernatürlich", obwohl alles in Mir und in
meinem Werke natürlich ist? Sind nicht vielmehr die bösen und unvollkommenen
Werke der Menschen "übernatürlich", da das Natürliche wäre, dass sie
immer gut handeln würden in Anbetracht Dessen, aus dem sie hervorgegangen sind,
und der Eigenschaften, die sie besitzen und in sich tragen? In Mir hat alles
eine einfache und tiefe Erklärung, nichts bleibt im Dunkeln.
384 Ihr
nennt all das "übernatürlich", was ihr nicht versteht oder in
Geheimnis gehüllt betrachtet. Aber sobald euer Geist durch Verdienste seine
Erhebung errungen hat und das schaut und entdeckt, was er zuvor nicht sehen
konnte, wird er feststellen, dass alles in der Schöpfung natürlich ist.
385 Wenn
man der Menschheit vor einigen Jahrhunderten die Fortschritte und Entdeckungen
angekündigt hätte, die der Mensch in der heutigen Zeit machen würde, so hätten
selbst die Wissenschaftler gezweifelt und solche Wunderwerke als übernatürlich
betrachtet. Doch heute, da ihr entwickelt seid und den Fortschritten der
menschlichen Wissenschaft Schritt für Schritt gefolgt seid, betrachtet ihr sie
als natürliche Werke, auch wenn ihr sie bewundert. (198, 11 - 12)
386 Ich muss
euch sagen: glaubt nicht, dass der Geist den menschlichen Körper und das Leben
in der Welt unbedingt braucht, um sich entwickeln zu können. Aber die
Lektionen, die er in dieser Welt erhält, sind doch von großem Nutzen für seine
Vervollkommnung.
387 Die
Materie hilft dem Geist in seiner Entwicklung, in seinen Erfahrungen, bei
seiner Sühne und in seinen Kämpfen. Dies ist die Aufgabe, die ihm zukommt, und
das könnt ihr bei dieser Kundgebung meiner Göttlichkeit durch den Menschen
bestätigt finden, bei der Ich Mich seines Gehirnes bediene und es als
Empfangsgerät benutze, um meine Botschaft zu übermitteln. Begreift, dass nicht
nur der Geist für das Geistige bestimmt ist, sondern dass selbst das Kleinste
innerhalb des Materiellen für geistige Ziele geschaffen worden ist.
388 Einen
Denkanstoß und einen Aufruf richte Ich an euren Geist, damit er sich über den
Einfluss des Materiellen, das ihn beherrscht, hinwegsetzt und sein Licht unter
Anwendung der Gabe der Intuition dem Herzen und dem Verstande zukommen lässt.
389 Dieses
mein Licht bedeutet für euren Geist den Weg zu seiner Befreiung, diese meine
Lehre bietet ihm die Mittel an, sich über das menschliche Leben zu erheben und
Lenker all seiner Werke zu sein, Herr über seine Gefühle und nicht Sklave
niederer Leidenschaften, noch Opfer von Schwächen und Nöten. (78, 12 - 15)
390 Wer
außer Mir ist etwa imstande, in den Geistwesen zu herrschen und ihr Schicksal
zu bestimmen? Niemand. Wer daher versucht hat, im Verlangen nach Herrschaft den
Platz seines Herrn einzunehmen, schafft für sich ein Reich, das seinen
Neigungen, Launen, Machtgelüsten und Eitelkeiten entspricht – ein Reich der
Materie, niederer Leidenschaften und unedler Gefühle.
391 Das
Gewissen könnt ihr nicht unterdrücken, denn in ihm ist die vollkommene Gerechtigkeit.
Im Geist hat nur die Reinheit Macht über die edlen Gefühle, nur das Gute bewegt
ihn – mit einem Wort: der Geist nährt sich nur vom Wahren und Guten. (184, 49 -
50)
392 Da Ich
alles Geschaffene auf Erden zur Erquickung des Menschen gestaltet habe, so
gebraucht es immer zu eurem Wohle. Vergesst jedoch nicht, dass es in euch eine
Stimme gibt, die euch auf die Grenzen hinweist, innerhalb derer ihr von all dem
Gebrauch machen dürft, was euch die Natur bietet, und dieser inneren Stimme
sollt ihr gehorchen.
393 So, wie
ihr für euren Körper um ein Heim, um Schutz, Unterhalt und Befriedigung
bestrebt seid, um euer Dasein angenehmer zu machen, so sollt ihr auch dem Geist
das gewähren, was er für sein Wohlbefinden und seine Aufwärtsentwicklung
benötigt.
394 Wenn er
sich von höheren Regionen angezogen fühlt, wo sich sein wahres Zuhause
befindet, so lasst ihn sich emporschwingen. Haltet ihn nicht gefangen, denn er
sucht Mich, um sich zu nähren und zu stärken. Ich sage euch: jedes Mal, wenn
ihr zulasst, dass er sich in dieser Weise befreit, wird er glücklich in seine
Körperhülle zurückkehren. (125, 30)
395 Der
Geist will leben, er trachtet nach seiner Unsterblichkeit, will sich reinwaschen
und sich läutern, hat Hunger nach Wissen und Durst nach Liebe. Lasst ihn denken,
fühlen und handeln, gewährt ihm, dass er einen Teil der Zeit, über die ihr
verfügt, für sich verwendet, damit er sich darin kundgibt und sich an seiner
Freiheit erquickt.
396 Von
allem, was ihr hier in der Welt seid, wird nach diesem Leben nur euer
Geistwesen übrigbleiben. Lasst es Tugenden und Verdienste ansammeln und in sich
verwahren, damit es, wenn die Stunde seiner Befreiung kommt, nicht eine
"arme Seele" vor den Toren des Gelobten Landes ist. (111, 74 - 75)
397 Ich
will keine weitere Sühne oder Schmerzen für euch; Ich will, dass die Geister
aller meiner Kinder so, wie die Sterne das Firmament verschönern, mit ihrem
Licht mein Reich erhellen und das Herz eures Vaters mit Freude erfüllen. (171,
67)
398 Mein
Wort wird den Geist mit dem Körper [Seele] versöhnen, da schon seit langem
Feindschaft zwischen beiden besteht, damit ihr erfahrt, dass euer Körper, den
ihr als ein Hemmnis und eine Versuchung für den Entwicklungsweg des Geistes
betrachtet habt, das beste Werkzeug für die Erfüllung eurer Aufgaben auf Erden
sein kann. (138, 51)
399 Sorgt
dafür, dass zwischen dem Geist und der Körperhülle Harmonie herrscht, damit ihr
meine Weisungen mit Leichtigkeit erfüllen könnt. Macht den Körper in
liebevoller Weise gefügig, wendet Strenge an, wenn es nötig ist. Achtet jedoch
darauf, dass euch nicht Fanatismus blind macht, damit ihr dabei nicht grausam
an ihm handelt. Bildet aus eurem Wesen einen einzigen Willen. (57, 65)
400 Ich
sage euch nicht nur, dass ihr euren Geist reinigen sollt, sondern auch, dass
ihr euren Körper kräftigen sollt, damit die neuen Generationen, die aus euch
hervorgehen, gesund sind, und ihre Geister ihren schwierigen Auftrag erfüllen
können. (51, 59)
401 Ich
will, dass ihr Heime schafft, die an den Alleinigen Gott glauben – Heime, welche
Tempel sind, in denen man Liebe, Geduld und Selbstverleugnung übt.
402 In
ihnen sollt ihr Lehrer der Kinder sein, die ihr mit Zärtlichkeit und
Verständnis umgeben sollt, über die ihr wachen sollt, indem ihr alle ihre Schritte
mit Anteilnahme verfolgt.
403 Schenkt
eure Liebe sowohl dem, der mit Schönheit bedacht ist, als auch denen, die dem
Anschein nach hässlich sind. Nicht immer ist ein schönes Gesicht die
Widerspiegelung eines ebenso schönen Geistes. Dagegen kann sich hinter jenen
Geschöpfen von scheinbarer Hässlichkeit ein Geist voller Tugend verbergen, den
ihr hochschätzen sollt. (142, 73)
404 Denkt
ernstlich an die Generationen, die nach euch kommen, denkt an eure Kinder. So,
wie ihr ihnen das körperliche Sein gegeben habt, so habt ihr auch die Pflicht,
ihnen geistiges Leben zu geben – jenes, welches Glauben, Tugend und
Vergeistigung ist. (138, 61)
405 Wachet
über der Tugend eurer Familien und dem Frieden eurer Heime. Seht, wie selbst
die Ärmsten Eigentümer dieses Schatzes sein können.
406
Erkennet, dass die menschliche Familie eine Verkörperung der Geistigen Familie
ist: in ihr wird der Mann zum Vater, wodurch er wirkliche Ähnlichkeit mit
seinem Himmlischen Vater hat. Die Frau mit ihrem mütterlichen Herzen voller
Zärtlichkeit ist Abbild der Liebe der Göttlichen Mutter, und die Familie, die
sie zusammen bilden, ist eine Verkörperung der Geistigen Familie des Schöpfers.
407 Das
Heim ist der Tempel, in dem ihr am besten lernen könnt, meine Gesetze zu
erfüllen, wenn die Eltern bereit waren, an sich zu arbeiten.
408 Das
Geschick der Eltern und der Kinder ist in Mir. Doch den einen wie den andern
kommt es zu, sich gegenseitig in ihren Aufgaben und ihren Sühnepflichten
beizustehen.
409 Wie
leicht wäre das Kreuz und erträglich das Dasein, wenn alle Eltern und Kinder
sich liebten! Die schwersten Prüfungen würden durch die Liebe und das
Verständnis erleichtert. Ihre Ergebung gegenüber dem göttlichen Willen würden
sie mit Frieden belohnt sehen. (199, 72 - 74)
410
Studiert die Geistwesen, die euch umgeben, und die, welche euren Lebensweg
kreuzen, damit ihr deren Tugenden schätzen lernt, die Botschaft aufnehmt, die
sie euch bringen, oder ihnen das gebt, was sie von euch erhalten sollen.
411 Warum
habt ihr eure Nächsten, welche das Schicksal euch in den Weg gestellt hat,
verachtet? Ihr habt ihnen die Tür eures Herzens verschlossen, ohne die Lehre zu
erfahren, die sie euch bringen sollten.
412 Oft
habt ihr gerade den von euch ferngehalten, welcher eine Botschaft des Friedens
und des Trostes für euren Geist brachte, und dann beklagt ihr euch, wenn ihr
euren Kelch mit Bitternis gefüllt habt.
413 Das
Leben bringt unerwartete Veränderungen und Überraschungen mit sich, und was
werdet ihr tun, wenn ihr morgen den sehnsuchtsvoll suchen müsst, den ihr heute hochmütig
von euch wieset?
414
Bedenkt, dass es möglich ist, das ihr den heute Abgewiesenen und Verachteten
morgen voll Verlangen suchen müsst, aber dass es oftmals schon zu spät sein
wird. (11, 26 - 30)
415 Welch
schönes Beispiel von Harmonie bietet euch der Kosmos dar! Strahlende Gestirne,
die voller Leben im Raume schwingen, um die herum andere Gestirne kreisen. Ich
bin das strahlende, göttliche Gestirn, das den Geistwesen Leben und Wärme gibt;
doch wie wenige bewegen sich auf ihrer vorgezeichneten Bahn, und wie zahlreich
sind die, die fern von ihrer Umlaufbahn kreisen!
416 Ihr
könntet Mir sagen, dass die materiellen Gestirne keine Willensfreiheit haben,
und dass andererseits gerade diese Freiheit die Menschen vom Wege abirren ließ.
Darum sage Ich euch: wie verdienstvoll wird der Kampf für jeden Geist sein, da
er sich trotz der Gabe der Willensfreiheit dem Gesetze der Harmonie mit seinem Schöpfer
unterzuordnen verstand. (84,58)
417
Niemand, der sich Jünger dieser geistigen Lehre nennt, beschwere sich beim Vater
darüber, in seinem materiellen Leben arm zu sein und viele der Bequemlichkeiten
zu ermangeln, die andere im Überfluss haben, oder unter Mangel und Entbehrungen
zu leiden. Diese Klagen werden aus der materiellen Natur geboren, die, wie ihr wisst,
nur eine einzige Existenz hat.
418 Euer
Geist hat weder ein Recht, so zu seinem Vater zu sprechen, noch sich
unzufrieden zu zeigen oder mit seinem eigenen Schicksal zu hadern, denn alle
Geistwesen haben auf ihrem langen Entwicklungsweg über die Erde die ganze Stufenleiter
der Erfahrungen, der Freuden und menschlichen Befriedigungen durchlaufen.
419 Schon
seit langem hat die Vergeistigung der Geistwesen begonnen; dazu verhilft euch
jener Schmerz und jene Armut, welche zu ertragen und zu erleiden euer Herz sich
sträubt. Jedes geistige und materielle Gut hat eine Bedeutung, die ihr erkennen
müsst, damit ihr weder dem einen noch dem anderen seinen Wert absprecht. (87,
26 – 27)
420 Jeder
Mensch, jedes Geschöpf hat einen zugewiesenen Platz, den er nicht aufgeben
soll; doch ebenso wenig soll er den Platz einnehmen, der ihm nicht zusteht.
(109, 22)
421 Warum
fürchtet ihr die Zukunft? Wollt ihr die ganze Erfahrung, die euer Geist in der
Vergangenheit angesammelt hat, ungenutzt lassen? Wollt ihr die Saat im Stich
lassen, ohne die Ernte einzubringen? Nein, Jünger. Denkt daran, dass niemand
seine Bestimmung abändern kann, wohl aber die Stunde seines Sieges verzögern
und die Leiden vermehren, die es ohnehin auf jedem Wege gibt. (267, 14)
422 Das
Reich des Vaters ist das Erbe aller Kinder, diese Gnade kann nur durch große
Verdienste des Geistes erreicht werden. Ich will, dass ihr es nicht für
unmöglich anseht, die Gnade zu erlangen, die euch Mir näher bringt.
423 Seid
nicht traurig, wenn ihr in meinem Worte hört, dass ihr nur mit großen
Anstrengungen und Mühen zum "Gelobten Lande" gelangt. Freut euch,
denn wer sein Leben auf dieses Ziel ausrichtet, erleidet keine Enttäuschungen, noch
sieht er sich betrogen. Es wird ihm nicht so gehen wie es vielen ergeht, die
nach dem Ruhm der Welt streben und ihn nach vielen Mühen doch nicht erreichen,
oder die ihn zwar erlangen, aber bald das Leid erfahren, ihn zerrinnen zu
sehen, bis davon nichts mehr übrigbleibt. (100, 42 - 43)
424 Ich
gebe euch den Schlüssel, um die Türen zu eurer ewigen Seligkeit zu öffnen.
Dieser Schlüssel ist die Liebe, welcher Barmherzigkeit, Vergebung, Verständnis,
Demut und Friede entspringt, mit denen ihr durch das Leben gehen sollt.
425 Wie
groß ist das Glück eures Geistes, wenn er Herrschaft über die Materie hat und
sich am Lichte des Heiligen Geistes erfreut! (340, 56 – 57)
426 Diese
Erde, die immer eine Ernte von kranken, müden, verstörten, verwirrten
Geistwesen ins Jenseits gesandt hat oder solche mit nur geringer Reife, wird
Mir bald meiner Liebe würdige Früchte darbringen.
427
Krankheit und Schmerz werden immer mehr aus eurem Leben weichen, wenn ihr ein
gesundes und erhebendes Dasein führt. Wenn dann der Tod kommt, wird er euch
vorbereitet finden für die Reise zur geistigen Heimat. (117, 24 - 25)
428 Verzagt
nicht, o Geistwesen, an die Ich mein Wort insbesondere richte. Bleibt
beharrlich auf meinem Wege, und ihr werdet den Frieden kennen lernen. Wahrlich,
Ich sage euch, ihr alle seid dazu bestimmt, die Glückseligkeit zu erleben. Ich
wäre nicht euer Vater, wenn ihr nicht dazu geschaffen worden wäret, das
Himmelreich mit Mir zu teilen.
429 Aber
vergesst nicht: damit eure Seligkeit vollkommen ist, ist es notwendig, dass ihr
Schritt für Schritt eure Verdienste einbringt, damit euer Geist sich jener
göttlichen Belohnung würdig fühlt.
430
Erkennt, dass ich euch beistehe, euch auf dem ganzen Weg begleite. Habt volles
Vertrauen zu Mir, im Bewusstsein, dass meine Aufgabe mit der euren vereint ist,
und mein Schicksal mit dem euren! (272, 61)
Untugenden, Verfehlungen, Verirrungen
431
Begreift meine Lehre, um nicht weitere Fehler in eurem Leben zu begehen; denn
jede Kränkung, die ihr euren Mitmenschen zufügt, sei es mit Worten oder Werken,
wird eine unauslöschliche Erinnerung in eurem Gewissen sein, das euch
unversöhnlich Vorhaltungen machen wird.
432 Ich
sage euch noch einmal, dass ihr alle benötigt werdet, damit sich der göttliche
Plan erfüllt und das so große geistige Elend unter den Menschen ein Ende hat.
433 Solange
die Selbstsucht existiert, wird auch der Schmerz existieren. Wandelt eure
Gleichgültigkeit, euren Egoismus und eure Verachtung um in Liebe, in Mitgefühl,
und ihr werdet erleben, wie bald der Friede zu euch kommen wird. (11, 38 - 40)
434 Sucht
euren Fortschritt innerhalb des menschlichen Lebens, doch lasst euch niemals
von übermäßigem Ehrgeiz beherrschen; denn dann werdet ihr eure Freiheit
verlieren, und der Materialismus wird euch versklaven. (51, 52)
435 Ich
vergebe eure Verfehlungen, aber gleichzeitig korrigiere Ich euch, damit ihr aus
euren Herzen die Selbstsucht vertreibt, weil sie eine der Schwächen ist, die
den Geist am tiefsten herabziehen.
436 Ich
rühre euch durch das Gewissen an, damit ihr euch eurer Pflichten unter
Geschwistern erinnert und auf eurem Wege Liebeswerke und Vergebung sät, wie Ich
es euch in der "Zweiten Zeit" lehrte. (300, 29)
437 Heute
hat euch die Kraft der Materie und der Einfluss der Welt zu Egoisten gemacht.
Aber die Materie ist nicht ewig, auch nicht die Welt und ihr Einfluss, und Ich
bin der geduldige Richter, dessen Gerechtigkeit Herr des Lebens und der Zeit
ist. Ihr dürft nicht jene richten, die Mich leugnen, denn dann werde Ich euch
für schuldiger befinden als sie.
438. Erhob
Ich etwa meine Stimme, um meine Henker zu verurteilen? Habe Ich sie nicht mit
Liebe und Sanftmut gesegnet? Wenn ihr doch verstündet, dass viele von jenen,
die wegen dieses Vergehens zeitweilig auf der Welt in die Irre gingen, sich
heute geläutert in der Geistigen Welt befinden! (54, 47 - 48)
439
Versucht auch nicht, die verborgenen Gefühle eurer Nächsten aufzudecken, denn
in jedem Wesen existiert ein Geheimnis, das nur Ich kennen darf. Doch wenn ihr
das entdecken solltet, was – da es nur eurem Bruder gehört – für euch heilig
sein soll, so macht es nicht bekannt, zerreißt nicht diesen Schleier, macht ihn
lieber dichter.
440 Wie oft
habe Ich die Menschen in das Herz ihres Bruders eindringen sehen, bis sie seine
moralische oder geistige Blöße entdeckt haben, um sich daran zu ergötzen und es
sogleich bekannt zu machen.
441 Keiner
von denen, die so das Privatleben eines Mitmenschen entweiht haben, soll sich
wundern, wenn ihn jemand auf seinem Lebenswege bloßstellt und verspottet. Er
soll dann nicht sagen, dass es die Elle der Gerechtigkeit ist, die ihn misst;
denn es wird die Elle der Ungerechtigkeit sein, mit der er seine Mitmenschen
gemessen hat.
442 Achtet
die andern, bedeckt mit eurem Mantel der Barmherzigkeit die Bloßgestellten und
verteidigt den Schwachen gegenüber der Klatschsucht der Menschen. (44, 46 - 48)
443 Nicht
alle, die "auf Straßen und Gassen umherziehen" und von den
Ereignissen vergangener Zeiten sprechen und Prophetien auslegen oder
Offenbarungen erläutern, sind meine Boten; denn viele haben jene Botschaften
aus Eitelkeit, aus Verbitterung oder aus menschlichem Eigennutz missbraucht, um
zu beleidigen und zu richten, um zu demütigen oder zu verletzen, und sogar um
zu "töten". (116, 21)
444 Mache
dich auf, Menschheit, entdecke den Weg, entdecke den Grund für das Leben!
Vereinigt euch, Volk mit Volk, liebt euch alle! Wie dünn ist die Scheidewand,
die ein Heim vom anderen trennt, und dennoch – wie ferne sind ihre Bewohner
einander! Und an den Grenzen eurer Länder – wie viele Bedingungen werden da
verlangt, damit ihr den Ausländer durchlasst! Wenn ihr dies selbst unter
Menschenbrüdern tut - was habt ihr dann erst bei denen gemacht, die sich in
einem anderen Leben befinden? Ihr habt zwischen ihnen und euch einen Vorhang
herabgelassen - wenn nicht den eures Vergessens, so doch den eurer
Unwissenheit, welcher wie dichter Nebel ist. (167, 31)
445 Seht
ihr jene Menschen, die nur leben, um maßlosen Machthunger zu befriedigen und
sich dabei über das Leben ihrer Nächsten hinwegzusetzen, ohne die Rechte zu
achten, die Ich, ihr Schöpfer, ihnen gewährt habe? Erkennt ihr, wie ihre Werke
nur von Neid, Hass und Habgier sprechen? Also müsst ihr gerade für sie mehr
beten als für andere, die des Lichtes nicht so bedürftig sind.
446 Vergebt
diesen Menschen all den Schmerz, den sie euch bereiten, und helft ihnen mit
euren reinen Gedanken, zur Vernunft zu kommen. Macht den Nebel, der sie umgibt,
nicht noch dichter um sie her; denn wenn sie sich einst für ihre Taten
verantworten müssen, werde Ich auch die zur Verantwortung ziehen, die, statt
für sie zu beten, ihnen mit ihren bösen Gedanken nur Finsternis zusandten.
(113, 30)
447
Erinnert euch, dass euch im Gesetz gesagt wurde: "Du sollst keine anderen
Götter neben Mir haben." Trotzdem sind es viele Götter, die der menschliche
Ehrgeiz geschaffen hat, um sie anzubeten, ihnen Tribut zu zollen und ihnen
sogar das Leben zu opfern.
448.
Begreift, dass mein Gesetz nicht überholt ist, und dass es, ohne euch bewusst
zu sein, unablässig durch das Gewissen zu euch spricht; doch die Menschen sind
weiterhin Heiden und Götzendiener.
449 Sie
lieben ihren Körper, schmeicheln ihren Eitelkeiten und geben ihren Schwächen
nach; sie lieben die Schätze der Erde, denen sie ihren Frieden und ihre
geistige Zukunft opfern. Sie huldigen dem Fleisch und gelangen dabei manchmal
bis zur Degeneration und finden sogar den Tod im Verlangen nach Vergnügungen.
450
Überzeugt euch selbst, dass ihr die Dinge der Welt mehr geliebt habt als euren
Vater. Wann habt ihr euch für Mich geopfert, indem ihr Mich in eurem Nächsten
liebtet und Mir dientet? Wann opfert ihr euren Schlaf oder gefährdet ihr eure
Gesundheit, um Hilfe zu leisten und die Leiden zu lindern, die eure Mitmenschen
heimsuchen? Und wann seid ihr bis nahe dem Tode gegangen für eines der
hochherzigen Ideale, die meine Lehre inspiriert?
451
Erkennet, dass der Kult, den ihr mit dem materiellen Leben treibt, für euch vor
der Verehrung des geistigen Lebens kommt. Das ist der Grund, weshalb Ich euch
gesagt habe, dass ihr andere Götter habt, die ihr anbetet und denen ihr mehr
dient als dem wahren Gott. (118, 24 - 26)
452 Ihr
seid so an die Sünde gewöhnt, dass euch euer Leben als das natürlichste,
normalste und zulässigste erscheint, und dennoch hat es den Anschein, als ob
Sodom und Gomorrha, Babylon und Rom ihre ganze Lasterhaftigkeit und Sünde auf
diese Menschheit abgewälzt hätten. (275, 49)
453 Ihr
lebt heute in einer Zeit der Geistesverwirrung, in der ihr das Böse gut nennt,
in der ihr dort Licht zu erblicken glaubt, wo Finsternis ist, in der ihr das
Überflüssige dem Wesentlichen vorzieht. Aber meine immer bereite und hilfreiche
Barmherzigkeit wird rechtzeitig eingreifen, um euch zu retten, und euch den
lichtvollen Weg der Wahrheit zeigen – den Weg, von dem ihr euch entfernt habt.
(358, 30)
454 Um in
allen Prüfungen siegen zu können, tut das, was der Meister euch gelehrt hat:
wachet und betet, damit eure Augen immer wachsam sind, und ihr nicht von der
Versuchung überwältigt werdet. Bedenkt, dass das Böse großen Spürsinn hat, um
euch zu versuchen, um euch zu Fall zu bringen, euch zu besiegen und sich eure Schwachheit
zunutze zu machen. Seid scharfsichtig, damit ihr es zu entdecken versteht, wenn
es euch auflauert. (327,10 o.)
455
Wahrlich, Ich sage euch, die Menschheit wird aus diesen Finsternissen den Weg
zum Lichte finden. Doch dieser Schritt wird langsam geschehen. Was würde aus
den Menschen, wenn sie in einem Augenblick alles Böse begriffen, das sie
verursacht haben? Die einen würden den Verstand verlieren, die andern würden
sich das Leben nehmen. (61, 52)
Läuterung und Vergeistigung der
Menschheit
456 Ihr
habt das Gesetz vergessen und habt gewartet, bis euch die Naturgewalten an
meine Gerechtigkeit erinnerten: Orkane, Wasserläufe, die über die Ufer treten,
Erdbeben, Dürren, Überschwemmungen sind Rufe, die euch wachrütteln und zu euch
von meiner Gerechtigkeit sprechen.
457 Welche
andere Frucht kann Mir die Menschheit in dieser Zeit anbieten als die der
Zwietracht und des Materialismus? Dieses Volk, das jahrelang meine Unterweisung
gehört hat, kann Mir ebenfalls keine wohlgefällige Ernte darbringen. (69, 54 -
55)
458 Hört
ihr nicht die Rufe der Gerechtigkeit? Seht ihr nicht die Naturgewalten, wie sie
einen Landstrich nach dem anderen heimsuchen? Glaubt ihr, dass – wenn ihr ein
tugendhaftes Leben führtet – die Notwendigkeit bestünde, dass sich meine
Gerechtigkeit in dieser Weise fühlbar macht? Wahrlich, Ich sage euch, es gäbe
keinen Grund, euch zu läutern, wenn Ich euch rein gefunden hätte. (69, 11)
459 Obwohl
es euch gegenwärtig unmöglich erscheint, in der Menschheit Frieden zu schaffen,
sage Ich euch, dass Frieden werden wird, und mehr noch: dass der Mensch in
Vergeistigung leben wird.
460 Viel
Unheil wird die Welt vor Eintritt dieser Zeit erleiden. Aber jene Leiden werden
zum Wohle der Menschheit sein, sowohl im Irdischen, als auch im Geistigen. Es
wird wie ein "Bis hierher und nicht weiter" für den zügellosen Lauf
der Übeltaten, der Selbstsucht und Genussucht der Menschen sein.
461 Auf
diese Weise wird ein Gleichgewicht eintreten; denn die Kräfte des Bösen werden
die Kräfte des Guten nicht mehr überwinden können.
462 Diese
Läuterung hat, weil sie immer das Empfindlichste und Geliebteste betrifft, den
Anschein von Strafe, ohne es zu sein. Denn in Wirklichkeit ist sie ein Mittel
zur Rettung der Geistwesen, die sich vom Weg entfernt oder ihn verloren haben.
463 Wer
irdisch urteilt, kann nichts Nützliches im Schmerz entdecken; wer jedoch
bedenkt, dass er einen Geist besitzt, der ewig leben wird, gewinnt aus dem
gleichen Schmerz Licht, Standhaftigkeit und Erneuerung.
464 Wenn
ihr geistig denkt – wie könnt ihr dann glauben, dass der Schmerz ein Übel für
die Menschheit ist, wenn er von einem Gott kommt, der ganz Liebe ist?
465. Die
Zeit vergeht, und ein Zeitpunkt wird kommen, an dem jene großen Prüfungen zu
erscheinen beginnen, und selbst der letzte Rest Frieden aus der Welt entweicht,
welcher nicht zurückkehren wird, bis die Menschheit den Weg meines Gesetzes
gefunden hat und sie auf jene innere Stimme hört, die ihr unablässig sagen
wird: Gott lebt! Gott ist in euch! Erkennt Ihn, fühlt Ihn, versöhnt euch mit
Ihm!
466 Dann
wird sich eure Lebensführung ändern. Die Selbstsucht wird verschwinden, und
jeder wird den andern nützlich sein. Die Menschen werden sich an meiner
Gerechtigkeit inspirieren, um neue Gesetze zu schaffen und die Völker mit Liebe
zu regieren. (232,43 - 47)
467 Im
Materiellen werdet ihr gleichfalls die Umwandlung erleben: die Flüsse werden
reich an Wasser sein, die unfruchtbaren Felder werden fruchtbar sein, die
Naturkräfte werden in ihre gewohnten Bahnen zurückkehren, weil zwischen dem
Menschen und Gott, zwischen dem Menschen und den göttlichen Werken, zwischen
dem Menschen und den vom Schöpfer des Lebens diktierten Gesetzen Harmonie herrschen
wird. (352, 65)
468 Seid
unbesorgt, geliebte Zeugen. Ich kündige euch an, dass diese materialistische Menschheit,
die so lange Zeit hindurch nur an das geglaubt hat, was sie berührt, sieht und
mit ihrer begrenzten Verstandesfähigkeit begreift, und an das, was sie mit
ihrer Wissenschaft beweist, spirituell werden wird und fähig, Mich mit ihrem
geistigen Blick zu schauen und die Wahrheit zu suchen. (307, 56)
469 Wenn
ihr geistig vorbereitet wäret, könntet ihr in der Unendlichkeit die Scharen
geistiger Wesen sehen, welche vor eurem Blicke einer unermesslich großen,
weißen Wolke gleichen würden, und wenn sich die Sendboten oder Abgesandten von
ihr lösen, würdet ihr sie wie Lichtfunken auf euch zukommen sehen.
470 Euer
geistiger Blick ist noch nicht durchdringend, und darum muss Ich zu euch über
das Jenseits sprechen, von all jenem, das ihr noch nicht zu schauen vermögt.
Aber Ich sage euch, die Zeit wird kommen, in der ihr alle Seher sein werdet und
euch an jenem wunderbaren Leben ergötzen werdet, das ihr derzeit von euch ferne
fühlt, das aber in Wirklichkeit nahe bei euch schwingt, euch umgibt und
erleuchtet, euch inspiriert und unaufhörlich an eure Türen klopft. (71, 37 -
38)
471
Feinfühligkeit, Ahnungsvermögen, Offenbarung, Prophetie, Inspiration, Sehertum,
Heilgabe, Inneres Wort – all dies und weitere Gaben werden aus dem Geiste
hervorgehen, und durch dieselben werden die Menschen bestätigen, dass eine neue
Zeit für die Menschen angebrochen ist.
472 Heute
zweifelt ihr daran, dass es diese Geistesgaben gibt, weil manche sie vor der
Welt verheimlichen, da sie deren Meinung fürchten; morgen wird es das
Natürlichste und Schönste sein, sie zu besitzen.
473 Ich
komme in dieser "Dritten Zeit" zu euch, weil ihr krank seid an Körper
und Geist. Der Gesunde bedarf des Arztes nicht, noch der Gerechte der Läuterung.
(80, 5 - 6)
474 Heute benötigt ihr noch Geistliche, Richter
und Lehrer. Doch wenn eure geistige und moralische Verfassung erst einmal
hochstehend ist, werdet ihr diese Stützen nicht mehr nötig haben, noch diese
Stimmen. In jedem Menschen wird ein Richter, ein Seelsorger, ein Lehrer und ein
Altar sein. (208,41)