BWL - Band X - Unterweisung 291


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 291

1         Volk: Am Tage meines Abschieds werdet ihr eine Leere in eurer Umgebung fühlen. Ihr werdet euch schwach fühlen, weil ihr euch an dieses Wort gewöhnt habt, in dem ihr lange Zeit Ermutigung, Trost, Balsam und Wissen gefunden habt. Diese Kundgebung wird euch fehlen, die euch so viel Mut im Lebenskampfe gegeben hat.

2         Doch wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr bereits ein besseres Verständnis hättet, würdet ihr diesen Tag frohgemut erwarten, im Wissen, dass mein Geist sich nicht von euch trennen wird, und dass meine Inspiration euch keinen Augenblick lang fehlen wird.

3         Erkennt, weshalb Ich euch so oft gesagt habe, dass ihr euch nicht an mein Wort gewöhnen sollt, dass ihr Mir nicht aus Gewohnheit zuhören sollt. Denn jene, die sich so verhalten haben, werden dieses Wort mit großem Schmerz in ihrem Herzen vermissen.

4         Noch bleibt euch eine kurze Zeit, in der ihr viele Unterweisungen verstehen, eure Zweifel beseitigen, euch in euren Vorsätzen bestärken könnt und eure Überlegungen anstellen und Erkenntnisse über die festen Grundlagen dessen gewinnen könnt, was euch mein Gesetz zubilligt.

5         Erinnert euch, dass Ich euch gelehrt habe, alles zurückzuweisen, was eine aufgenötigte Religionsausübung darstellt und was nur eine Gewohnheit ist. Vergesst nicht, dass Ich für euch Religionsausübungen, Verehrungsformen und Glaubensbekenntnisse vereinfacht habe und zugelassen habe, dass euer Gewissen das Steuerruder ist, das euer Lebensschifflein lenken soll.

6         Ich habe euch klar definierte Grundsätze gegeben, damit ihr keine Versuche mit ungewissen Lehren macht, auch wenn sie eurer Meinung nach als zulässig und gut erscheinen.

7         Wer sein ganzes Vertrauen in mein Wort setzt, wird nicht straucheln, noch scheitern, und bald erntet er gute Früchte.

8         Das Gesetz der Liebe, auf das die Nächstenliebe, das Verständnis und die Vergebung gegenüber euren Mitmenschen zurückzuführen ist, ist das Fundament, das Ich euch für eure geistige Mission inspiriert habe.

9         Um meine Wahrheit zu erkennen, bedarf es nicht der menschlichen Gelehrsamkeit, noch der Kenntnisse der Menschen, die in ihren Büchern enthalten sind. Der Geist hat die Gabe und die Fähigkeit, die Wahrheit zu erahnen.

10     Da mein Wort leicht verständlich ist, und die Prinzipien meiner Lehre vollkommen klar ausgedrückt sind, braucht ihr nicht zu fürchten, dass unvorhergesehene Schwierigkeiten euch daran hindern, festen Schrittes euren Weg zu gehen.

11     Ich habe in euren Herzen gelesen und habe festgestellt, dass ihr dieser Unterweisung, die Ich euch gebracht habe, treu bleiben wollt. Wachet und betet, vernehmt und denkt gründlich darüber nach, damit eure guten Vorsätze im Augenblick der Prüfung nicht durch irgendeine Schwachheit von euch zunichte werden. Erinnert euch daran, dass die Menschenscharen, die Jesus in der Zweiten Zeit nachfolgten und die den Anschein erweckten, dass sie Ihn verstanden hatten, ihren Meister in den Augenblicken der Opferung, in der entscheidenden Stunde allein ließen. Selbst die Apostel, die Ihm so nahe nachgefolgt waren, fühlten in jener Stunde ihre Kräfte und selbst ihren Glauben schwach werden.

12     Der Grund dafür ist, dass die menschliche Natur schwach ist und ihr Ermutigung durch einen starken Geist benötigt.

13     Trinkt daher vom Wein meines Wortes, damit ihr stark seid und dann, wenn die Prüfung da ist, beweist, dass ihr Jünger seid, die im Gebet und im Kampfe, in der Selbstbesinnung und in der Praxis gestählt worden seid.

14     Sucht nicht die Verherrlichung meines Werkes durch prunkhafte Mittel oder öffentliche Kundgebungen, denn euer Triumph würde leicht zusammenbrechen, weil ihr ihn nicht auf festen Fundamenten errichtet habt.

15     Beeindruckt eure Mitmenschen nicht durch Zeugnisse von wundersamen Heilungen oder offensichtlichen Wundertaten, denn ihr würdet nur erreichen, euch gegenseitig mit Fanatismus anzustecken. Diejenigen, die wirklich die Wahrheit verkörpern, die eine aufrichtige Gottesverehrung darzubringen verstehen, die wirklich den Samen der Liebe säen und verbreiten, sind so schlicht, so bescheiden und demütig, dass sie unerkannt unter den anderen leben. Sie beten, und niemand weiß es. Sie heilen einen Kranken, und wenige oder niemand sieht sie. Sie weinen um eines Nächsten willen, doch ihre Tränen sind unsichtbar, weil sie sich, statt nach außen zu fließen, zum Vater erheben.

16     Sei unbesorgt, Volk, Ich sage euch nicht, dass alles, was ihr tut, unvollkommen ist. Ich korrigiere nur alles Falsche, doch Ich nehme alles an, was ihr Mir an Gutem darbringt.

17     Vernehmet hier durch mein Wort mit Aufmerksamkeit die Unterweisungen, damit ihr lernt. Doch achtet bei den Handlungen eures Lebens auf die Stimme eures Gewissens, denn es wird euch sagen, ob ihr gut handelt, oder ob ihr schlecht handelt, ob ihr euren Auftrag erfüllt habt oder nicht. Wenn ihr dann euer Herz wegen des Leides eurer Mitmenschen weinen fühlt; wenn ihr die Wohltat, die ihr von Gott empfangt, mit den Notleidenden teilt; wenn ihr das menschliche Elend versteht und euch bemüht, es zu erleichtern, ohne eine Belohnung zu erwarten — dann werdet ihr Mir gerecht und werdet den Frieden fühlen können, den euch das Gewissen beschert.

18     Jünger: Was muss der Spiritualist tun, um der Lehre, die er ausübt, in dieser Zeit der Tragödien, Kriege und des Schmerzes zum Sieg zu verhelfen? Sich mit anderen vereinigen und ihr alle mit Mir, damit eure Macht und euer Licht sich auf der Welt spürbar machen kann.

19     Seht euch die Menschheit an: gleichgültig gegenüber geistigem Fortschritt — nicht nur auf materiellem Gebiet, sondern auch innerhalb der Religionsgemeinschaften, in denen aus der Tradition und der Gewohnheit ein Gesetz gemacht wurde.

20     Seht, wie selbst in diesen Zeiten der Wissenschaft und menschlicher Fortschritte der Mensch noch immer den Menschen tötet, die Völker ihre Bande der Brüderlichkeit oder Freundschaft mit anderen Völkern zerreißen, und die Weltanschauungen der einen mit denen der anderen in Konflikt geraten und zusammenstoßen.

21     Diese für das Göttliche scheinbar unfruchtbaren Felder sind dennoch für die geistige Saat geeignet. Macht euch auf und ihr werdet auf Schritt und Tritt das Verlangen nach Licht, das Elend, die Unwissenheit, den Schmerz in all seinen Formen erleben. Lasst eure Gedanken dorthin gelangen, sendet sie voll guter Wünsche, lichtvollen Ideen und geistiger Inspirationen. Lasst euer tiefempfundenes, aufrichtiges Wort hören, das von Licht, Trost, Balsam durchdrungen ist. Dann werdet ihr erleben, dass die Menschheit ein geeignetes Feld für die Arbeit eures Geistes ist.

22     Arbeitet unermüdlich auf eurem Lebensweg, und Ich versichere euch, dass der Friede, den ihr während desselben durch die erfüllte Mission erfahrt, noch größer sein wird, wenn eure Seele ins Jenseits geht. Doch denkt einstweilen nicht an Belohnungen.

23     Wie armselig ist der Mensch, der noch immer denkt, dass die Seele dazu bestimmt ist, wegen ihres kurzen Erdenlaufes im menschlichen Körper einen ewigen Lohn oder eine ewige Strafe zu erhalten!

24     Mein Wort wird in dieser Zeit das Leuchtfeuer sein, das in die Finsternis der Menschheit Licht bringt. Ihr werdet nun erleben, wie diese Welt von heute — materialistisch, feindselig und selbstsüchtig — sich verwandeln wird, weil meine Lehre, manchmal heftig wie ein Unwetter und gelegentlich lind wie ein Lüftchen, das Unlautere wegfegen und der guten Saat Leben geben wird, damit die Menschen ihre Zukunft auf Fundamenten der Liebe und der Harmonie errichten.

25     Wenn die Menschen dahin gelangen, in der Liebe universell zu denken, wird jeder danach trachten, sich zu vervollkommnen, den anderen besser gerecht zu werden und zu dienen. Jede Furcht vor Strafe wird überflüssig sein, der Mensch wird die Gesetze nicht aus Furcht, sondern aus Überzeugung befolgen. Dann erst wird sich die Menschheit seelisch und intelligenzmäßig entwickelt haben.

26     Bisher hat der Hochmut des Menschen ihn den geistigen Teil missachten lassen, und das Fehlen dieser Kenntnis hat ihn daran gehindert, vollkommen zu sein.

27     Solange der Mensch nicht lernt, seine körperlichen und seine seelischen Kräfte in Harmonie zu erhalten, wird er nicht das Gleichgewicht finden können, das in seinem Leben bestehen soll.

28     Mein Wort ist bei dir gewesen, Volk. Verstehe es; wenn du jedoch irgendeinen Zweifel haben solltest, so bete, meditiere, erbitte mein Licht, und du wirst die Aufklärung darüber erhalten, was du zu wissen begehrst.

29     Seid willkommen, Wanderer, die ihr im Glauben auszuharren verstandet, hier ist die Belohnung für euer unerschütterliches Vertrauen: es ist mein Wort, auf das ihr so lange gewartet habt. Trinkt nun von ihm, bis ihr genug habt.

30     Willkommen die, die an das Wort des Meisters glauben, denn sie werden die Verwirklichung meiner Verheißung erleben.

31     Jetzt habt ihr das empfangen, worum ihr so lange Zeit gebeten habt. Morgen, wenn ihr vor den großen Menschenscharen steht, werdet ihr wirklich den Grund für meinen Ruf erfahren.

Ich allein weiß, dass es viele Menschen gibt, die in Erwartung der Frohen Botschaft leben, und Ich will nicht, dass sie sterben, ohne zuvor mein Wort auf den Lippen meiner Zeugen vernommen zu haben. Es sind Hungernde und Dürstende, so wie ihr es gewesen seid. doch ebenso, wie Ich Mitleid mit euren Bedürfnissen hatte, so sollt ihr es mit ihnen haben.

32     Die Welt wartet darauf, dass meine Stimme sie ruft; das Herz der Menschen, obschon dem Glauben abgestorben, erwartet, dass sich ihm die Stimme Christi naht und ihm sagt: "Steh auf und wandle".

33     Die "Toten", die "Blinden", die Kranken und die Parias bilden ein sehr großes Volk. Ich werde zu ihnen kommen, denn jene, die seelisch oder körperlich leiden, sind am empfänglichsten für meine Gegenwart. Die Großen der Welt — jene, die Macht, Reichtümer und weltliche Herrlichkeiten haben, glauben Mich nicht zu benötigen und erwarten Mich nicht: Was könnte ihnen Christus denn geben, da sie doch sagen, schon alles zu haben? Etwa einige geistige Güter oder einen Platz in der Ewigkeit? Das interessiert sie nicht!

34     Das ist der Grund dafür, weshalb Ich diese Scharen von Armen und Kranken an Leib und Seele gesucht habe, um meine Lehre bei ihnen kundzutun; denn sie sehnten sich nach Mir, sie suchten Mich. So war es nur natürlich, dass sie meine Gegenwart empfanden, als die Zeit kam, Mich aufs neue der Menschheit zu zeigen.

35     Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird dieses unermesslich große Volk von Kranken, Armen, Unterdrückten und Parias sich bei meinem Ruf als das stärkste und unbesiegbarste Volk der Welt erheben. Keine menschliche Macht wird seine Stimme zum Schweigen bringen, wenn es sich erhebt und sagt: "Der Herr offenbart sich derzeit. Er sandte uns seine Botschaft, damit wir uns bereit machen würden, um Ihn von Geist zu Geist zu empfangen." So wird es in Wahrheit geschehen, denn die Botschaft zur Vorbereitung und meine Lehre ist es, die Ich durch dafür erwählte Stimmträger übermittle — eine Botschaft, die zu meinen Gesandten in den verschiedenen Teilen der Welt gelangen wird.

36     Mein Wort auf den Lippen meiner Zeugen wird in den Herzen die gleiche Wirkung haben, wie es sie bei diesem Volke hatte, als es dasselbe direkt aus dem Munde eines Stimmträgers vernahm. Aber ihr müsst euch vorbereiten, um mit Lauterkeit zu sprechen. Im Gebet und in der Nächstenliebe werdet ihr euch inspirieren können, und wahrlich, Ich sage euch, die "Toten" werden dann auferstehen, und die Ungläubigen werden bekennen, dass nur die Jünger des Heiligen Geistes so sprechen können.

37     Ich bereite euch vor, denn ihr werdet auf eine Menschheit ohne Frieden, ohne Liebe, ohne Brüderlichkeit noch Harmonie stoßen. Ihr werdet ihr die göttliche Botschaft überbringen, zu deren Verbreiter Ich euch gemacht habe. Dann werdet ihr das Wunder der Erneuerung, das ihr bei euch sich vollziehen saht, sich bei den Völkern und Nationen wiederholen sehen, in die mein Wort gleichfalls gelangen wird, und die Ketten des Materialismus, der Abgötterei, des Lasters und der Unwissenheit zerbrechen wird.

38     Eine große Mission werdet ihr in dieser Dritten Zeit durchführen müssen, wenn Ich euch einmal auf der Welt als Meister zurücklasse.

39     Heute seid ihr das kleine Kind, das mein Wort empfängt, morgen werdet ihr der Jünger sein, der die Unterweisung studiert, und später der Meister oder Apostel, der die Lehre befolgt und lebt, die er empfangen hat. Vergesst nicht, dass euch die Schlichtheit meines Wortes den Beginn eurer Vergeistigung gab, damit ihr ihm niemals Überflüssiges beimengen solltet.

40     Vergleicht eure Gegenwart immer mit eurer Vergangenheit, damit ihr feststellen könnt, ob ihr vorangekommen seid, oder ob ihr im Stillstand verharrt. Wie viele Seelen sind aufgrund dieser Prüfung erwacht und haben ausgerufen: "Herr, wie ist es möglich, dass Ich so lange Zeit hindurch geschlafen habe? Wie konnte ich lethargisch, gleichgültig bleiben, während Du unter uns sprichst? Wie konnte ich Dich verneinen, da ich Dich doch in mir trage?"

41     Der Kraft meines Wortes wird niemand widerstehen können, weil es die Macht hat, die Seelen zu erwecken, das härteste und gefühlloseste Herz fühlen und erbeben zu lassen. Ich musste euch nicht züchtigen, um euch zur Auftragserfüllung zu nötigen, auch wende Ich keine Gewalt an, um euch auf diesen Weg zu bringen, Ich habe euch nicht einmal durch Worte und Drohungen eingeschüchtert. Meine Stimme ist liebevoll und überzeugend gewesen, und sie hat Glauben, Vertrauen und Gehorsam in euch erweckt.

42     In derselben Weise sollt ihr morgen zu euren Mitmenschen sprechen, und dabei Liebe, nicht Ängste erwecken, denn dann wäre die Saat nicht wahrheitsgemäß.

43     Mein Werk muss rein zur Menschheit gelangen, damit diese sich aufmacht, mein Gesetz zu erfüllen und das Kreuz ihrer Erlösung umarmt.

44     Ich habe den Menschen, der ganzen Menschheit ein Versprechen gegeben, und Ich werde es halten, weil mein Wort das eines Königs ist. Ich werde ihr durch meine Jünger den goldenen Weizen meines Wortes senden, und dieses wird den Menschen zur Zurüstung dienen, damit sie sich bald der Zwiesprache von Geist zu Geist erfreuen können. Denn nach 1950 werde Ich Mich weder hier noch an irgendeinem anderen Ort noch einmal durch das Verstandesorgan eines Stimmträgers kundgeben.

45     Vereinige dich, Volk, denn die Prüfungen rücken näher. Die Feinde meines Wortes werden sich gleichfalls vereinigen, um euch zu bekämpfen und zu zerstreuen. Doch wenn ihr auf die Macht des Gebetes vertraut und euch an meinem Worte stärkt, werdet ihr nicht besiegt werden. Eure Macht wird geistig sein, niemals wird sie auf dem Geld oder auf irdischer Macht beruhen.

46     Nutze diese Gelegenheit, Volk, warte nicht auf andere Zeiten, denn sie werden niemals kommen, um euch das zu bringen, was ihr nicht zu nutzen verstandet.

47     Setzt euch an meinen Tisch mit dem geistigen Verlangen, immer von dem Vielen, das euer Meister euch offenbart, zu lernen.

48     Diese letzten Jahre meiner Kundgabe werden bei all denen, die das zu schätzen wissen, was durch meinen Geist in sie eingeströmt ist, unauslöschlich sein.

49     Meine Jünger werden unermüdlich von all dem sprechen, was der Meister ihnen offenbarte und bekanntmachte.

50     Für die, die in einem Alltagstrott leben und ein Tag wie der andere und eine Lektion wie die andere ist, werden die Herrlichkeiten, die Ich für die letzten Tage meiner Kundgabe aufgehoben habe, unbemerkt vorübergehen. Sie werden auch nicht die Veränderung wahrnehmen, die von dem Zeitpunkt an stattfinden muss, an dem mein Wort endet. Denn sie haben niemals das Verlangen gehabt, aufzusteigen, noch haben sie die Entwicklung geliebt, welche Fortschritt und Vervollkommnung für die Seele ist.

51     Ich muss so sprechen, damit jene erwachen, die noch schlafen. Denn Ich will nicht, dass ein Teil dieses Volkes das Heil erlangt, während der andere zugrunde geht. Mein Verlange ist, dass ihr alle zum Lichte empordringt.

52     Jeder soll ein offenes Buch für seine Mitmenschen sein, und auf dessen Seiten soll sich das widerspiegeln, was jeder in seiner Seele trägt. Die Seiten dieses Buches werden eure Werke sein, und wenn in eurem Wesen Vergeistigung, Liebe und Weisheit vorhanden sind, wird die Welt euch als die Initiatoren einer neuen Zeit erkennen, als die Herolde eines Zeitalters des Lichtes und der seelischen Entwicklung.

Wenn bei euch dagegen nur die Gottesverehrung aus Tradition und im Äußerlichen existiert, wird es in eurem Buche nur Fanatismus, Unwissenheit, Verwirrung und Finsternis geben. Für diese Letzteren wäre es viel besser, nicht von meinem Werke zu sprechen, solange in ihrem Verstande noch nicht das Licht aufgegangen ist. Denn ihr Same wird — statt wohltätig zu sein — für die Arbeit der anderen verderblich sein, auch wenn sie gute Absichten haben.

53     Was hast du mit meinem Worte gemacht, o Volk, dass Ich Mich genötigt sehe, zu diesem Zeitpunkt, da meine Kundgabe schon bald zu Ende geht, so zu euch zu sprechen?

54     Ihr habt geschlafen, Leute, weil ihr dachtet, dass diese Kundgabe ewig dauern würde, und dass sie keine andere Aufgabe hätte, als euch durch mein Wort zu erfreuen und irgendeinen Leidenden, der zu euch kommen würde, zu heilen. Heute hat euch die Realität aufgeweckt: 1950 — das tausende Male als das letzte meiner Kundgabe angekündigte Jahr — steht vor der Tür.

55     Wenige, sehr wenige sind es, die in Erwartung des Jahres 1950 "wachen" und sich auf die Prüfung vorbereiten, die für sie das Ende dieses Zeitabschnitts darstellen wird.

56     Dieses Jahr wird nicht nur für dieses Volk von Bedeutung sein — nein. Wenn es für euch der Abschluss eines Zeitabschnitts und die Geburt eines anderen ist, wird es für die Kirchen ein Jahr des Gerichtes und der Selbstbesinnung sein. Für die Wissenschaft und für die ganze Menschheit insgesamt wird es eine Zeit der Prüfung sein.

57     Wenn dieses Werk sich verbreitet und die Menschen erfahren, dass Ich 1950 mein Wort zum letzten Mal durch das menschliche Verstandesorgan ertönen ließ, werden sie verstehen, dass alles, was sich in diesen Tagen in eurem Leben manifestierte, Rufe des Heiligen Geistes und Funken seines Lichtes waren. Selbst die Theologen werden dann nachdenklich werden.

58     Wachet und betet, ihr Menschenscharen. Denn obwohl die Stunde, in der Ich zum letzten Mal zu euch spreche, schon sehr nahe ist, bleibt noch Zeit, dass ihr durch eine aufrichtige Selbstbetrachtung zu einem Verständnis dessen gelangt, was nun geschieht, und dessen, was ihr in der Zukunft tun müsst.

59     Dies ist eine Unterweisung zur Vorbereitung — eine weitere, die Ich euch gebe —, damit ihr bei dem Tagewerk, das ihr in Angriff nehmen müsst, nicht scheitert.

60     Sei gesegnet, mein Volk. Du kommst im Verlangen nach meinem Worte, welches Trost und Nahrung für eure Seele ist. Ihr habt gelernt, ihm die Essenz, den Sinngehalt zu entnehmen und meinen Willen zu erkennen.

61     Dies Wort, das eure Seelen erweckt hat, die so lange Zeit geschlafen haben, ist heute eure Freude, und hat eure Herzen mit Frieden und Liebe erfüllt. Es hat die, die vor Kälte zitterten, eingehüllt, und hat die nach Licht Verlangenden mit Hoffnung erfüllt. Es ist die Offenbarung, die Ich für das Volk Israel und für die ganze Menschheit in meiner Schatzkammer aufbewahrte.

62     In dieser Zeit habe Ich mit euch ebenso geredet, wie Ich im Jenseits mit den Egeln spreche. Ich habe bei eurer Seele keinen Unterschied gemacht, weil sie im irdischen Tale lebt, zu dem Ich euch gesandt habe. Ihr alle werdet von Mir gleichermaßen geliebt. Ihr seid dabei, euch zu entwickeln, auf Mich zuzugehen. Denn am Ende des Weges erwarte Ich euch, und mein göttlicher Schoß verlangt nach eurer Gegenwart. Lernt den Weg kennen, damit ihr zum Vaterhause, zum Herzen des Vaters, zum Geist eures Gottes gelangen könnt.

63     Ich habe Mich euch kundgetan, weil ihr immer an den lebendigen Gott, euren alleinigen Gott geglaubt habt, der niemals schweigt, der sich nicht verbirgt, sondern der immer führt, berät und inspiriert. Dieser Glaube nährt euch und rettet euch.

Wenn drei meiner Kinder Mich inmitten der Menschheit in dieser Weise suchen würden, so würde Ich durch ihre Vermittlung schon meine Wohltaten ausgießen. Doch Ich sehe, dass Mir große Menschenscharen zuhören und an Mich glauben.

Das Volk Israel wird bald vollzählig sein — die 144.000, die Ich gekennzeichnet habe, werden am Fuße des Berges sein, in dem leuchtenden "Tale", in der auserwählten Stadt. Dann wird meine Wonne groß sein.

64     Wenn ihr euch zubereitet, werde Ich das ganze Wissen, das die Menschheit benötigt, in euch verströmen. Ich gebe euch eine große Vollmacht, damit ihr von meinem Kommen in der Dritten Zeit sprecht.

65     Mein Wort hat euch viel nachdenken lassen. Ihr habt ein großes Studium begonnen und habt entdeckt, dass meine Unterweisung unendlich ist, dass der Horizont, den es darbietet, täglich weiter ist, und ihr es nicht in seiner ganzen Wahrheit zu begreifen vermögt.

Heute erhaltet ihr eine Unterweisung nach der anderen und könnt mein Wort vergessen. Doch der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr euch im richtigen Augenblick an jede dieser Unterweisungen erinnern werdet, und dann wird eure Überzeugungskraft groß sein.

66     In der Ersten Zeit erwählte Ich den, der Mich auf der Erde zu repräsentieren hatte: Moses, und durch ihn offenbarte Ich meine Weisheit, meine Macht und meine Strenge. Ihr habt Mich soweit verstanden, wie es die geringe Entwicklung eurer Seele zuließ. ich sprach durch den Mund der Patriarchen und der Propheten, und mein Wort drang in die Herzen. Das Volk erhielt meine Inspirationen und meine Gebote. Ich ließ euch die Wüste durchqueren, um euch eine große Lektion zu geben, und ihr habt eure Seelen entfaltet und den Glauben und das Vertrauen in Mich erfahren.

67     Nach langer Wanderschaft, nach Jahren der Geduld und der Erfahrung, habt ihr die Gefilde Kanaans betreten und habt die Verheißung verwirklicht gesehen, die mein Geist Tag für Tag wiederholte. Ihr habt das gesegnete und vorbereitete Land gefunden. Es war eine Oase des Friedens, die Ich euch übergab, damit ihr glauben und euch mehren würdet. Als ihr dann durch meine Abgesandten unterrichtet wart, seid ihr unter die Menschen gegangen und habt das Zeugnis von dem Bund, den Gott mit den Menschen schloss, weitergetragen.

68     So habe Ich euch zu allen Zeiten durch meine Verheißungen ermutigt. In dieser Dritten Zeit habe Ich euch gesagt: Ich vertraue euch das Friedenswerk unter der Menschheit an. Ich werde es durch euch vollbringen, sobald ihr zubereitet seid. Doch nicht nur die gegenwärtige Generation wird daran mitwirken, eure Kinder und deren Nachkommen werden das Friedenswerk fortsetzen. Ich zeige dem Volk einen weiten Weg für die Durchführung dieser Mission.

69     Denkt über die Aufträge nach, die Ich dem Volke insgesamt erteilt habe. Die Widrigkeiten, denen ihr auf eurem Wege begegnet, sind groß, und ihr müsst daher stark und kraftvoll sein, um zum Ziel eurer Bestimmung zu gelangen. Ihr müsst in Gemeinschaft mit dem Vater leben, im vollkommenen Gebete, und meine Gesetze beachten, ohne jemals in Fanatismus oder Mystizismus zu verfallen, weil ihr Mich nur im Tempel eures Herzens lieben werdet.

70     Die Gabe des inneren Wortes wird in allen sein, und so werdet ihr mein Werk leicht erklären. Ihr werdet die Herzen der Menschen trösten und ihnen das Brot geben, das sie benötigen. Ihr werdet die Krankheiten der Seele und des Körpers heilen.

Der Mensch leidet in dieser Zeit, weil er sich von der Erfüllung der göttlichen, moralischen und natürlichen Gesetze entfernt hat, und im Truge dieser Welt Hilfe sucht. Er weiß nicht, dass der Ursprung seiner Krankheit in seiner Seele ist. Er hat bis heute nicht zum Urprinzip der Gesetze, der Ordnung, der geistigen Pflichterfüllung zurückkehren wollen, und ist nicht zu der Quelle zurückgekehrt, aus der alles Gute stammt.

Solange er seinen Blick nicht demütig Mir zuwendet und die empfindsamen Saiten seines Herzens verhärtet bleiben, und nicht der Glaube sein Führer ist, werden die Menschen weiterhin dem Irrtum anheimfallen, werden sie weiterhin krank werden und zugrunde gehen. Dich jedoch, Volk Israel, lasse Ich voller Mut, Frieden und Heilkraft zurück, damit du diese in meinem Namen deinen Mitmenschen zuteilwerden lässt.

71     Haltet einen Augenblick inne, um den rasenden Lauf dieser Welt in den Abgrund zu betrachten. Was sucht die Menschheit? Was sehe Ich in ihren Bestrebungen? Nur Schmerz, Verzweiflung und Tod. Die Stimme des Gewissens hat geschwiegen, und ihre Lampe ist erloschen. Sie erlebt den großen Tag ihrer Sühne, und ihr Schmerz ist groß.

72     Halte sie auf, Volk, bevor sie noch tiefer fällt! Kämpft mit eurem Gebet und euren Gedanken. Lehrt durch das Vorbild, und wenn euch Prüfungen treffen, so gebt Zeichen eures Glaubens und eurer Hoffnung und entdeckt in ihnen nur einen Anlass, um eure Seele zu läutern.

Seid einfach bei all eurem Tun, damit eure Mitmenschen euch verstehen können, macht euer Leben nicht kompliziert. Seid sanftmütig wie Jesus und einfach wie Kinder und Greise, denn diese Tugenden sind ein Zeichen von Vergeistigung.

73     Seid auch wie der Landmann, der sich an seiner Saat erfreut, der in Verbindung mit seinem Gotte lebt. Der Landmann betet, wenn das Licht eines neuen Tages erstrahlt, an dem er ein neues Tagewerk vollbringen wird; und am Mittag und am Abend, wenn die Sonne untergeht, erhebt er erneut seine Seele, um für alles zu danken, was sein Herr ihm gewährt hat. Für ihn ist alles, was er empfängt, herrlich und vollkommen. Die Sonne, das Wasser, alle Elemente sprechen zu ihm von seinem Gott, und in ihnen liebt er Ihn, sucht er Ihn und erblickt er seine Gegenwart. Seid ihr ebenso, Arbeiter auf der geistigen Flur.

74     Ich habe euch in dieser Zeit kein materielles Ackerland zur Bebauung gegeben. Eure Hände sind nicht imstande, Furchen zu ziehen, um in ihnen materiellen Samen zu versenken. Aber Ich habe euch Sämänner meines Wortes in die Herzen genannt. Euer Tagewerk ist geistig, Ich habe euch alles Notwendige für eure Arbeit gegeben — das Licht, die Liebe, das Wort. So habe Ich einige meiner Kinder sich an ihrer eigenen Aussaat erfreuen sehen.

75     Meine Wohltaten sind nicht unbeachtet an ihnen vorübergegangen. Immer haben sie diese von Mir erhofft, und in den Augenblicken der Prüfung haben sie gesagt: "Der Herr prüft mich, um meinen Glauben zu sehen." Ihr habt den Schmerz nicht "Feind" genannt, und seid der zahllosen Prüfungen, die Ich euch gesandt habe, nicht überdrüssig geworden.

76     Geliebtes Volk, ihr wisst, dass ihr in Mir lebt, und Ich alle eure Handlungen lenke, dass meine Barmherzigkeit euch gerade in dem Augenblick erhebt, in dem die Prüfung in eurem Herzen Früchte der Selbstbetrachtung und der Erstarkung hinterlässt. Ihr habt mein Wort und meine Gesetze kennengelernt und wisst, dass es neben meiner Liebe und meiner Güte auch meine Gerechtigkeit und meine Strenge gibt. Wenn ihr sündigt, müsst ihr die Folgen eurer Verfehlung erleiden.

77     Ich spreche täglich zu den Menschenherzen, aber die Menschheit hat meine Sprache nicht verstehen wollen. Israel hat mit Mir gesprochen, aber ein großer Teil der Menschen lebt ferne von Mir. Ihr Religionsausübung ist unvollkommen, doch mein Licht und meine Gerechtigkeit bewegen heute die Herzen, und sie beginnen zu erwachen und sich daran zu erinnern, dass es über ihnen einen Gott gibt, der immer liebevoll auf sie blickt.

Die Menschheit ist ins Chaos gestürzt, und den Menschen gelingt es nicht, ihre Probleme zu lösen. Ihre Gesetze haben sich gegen sie gewandt, weil diese Gesetze auf die unvollkommenen Wissenschaften und den Materialismus gegründet waren, den Ich zerstören werde. In kurzer Zeit wird ein Zeitalter des Lichtes für den menschlichen Geist erstrahlen. Die Menschen werden Mir gehorchen und meinen Willen respektieren. Ich sende die Schutzengel, damit sie deren Schritte zu Mir lenken.

78     Ich habe zugelassen, dass die Geistige Welt für kurze Zeit mit den Menschen in Verbindung tritt. Ihr Geist, der ebenso begrenzt ist wie der eure, hat sich voll Reinheit und Erhebung kundgetan. Sie sind herabgekommen, um euch bei dem großen Kampf der Dritten Zeit beizustehen, und ihr habt sie deutlich wahrgenommen. Ihr segensreicher Einfluss hat viele Herzen bekehrt, und ihr Beispiel ist wahrhaftig.

79     Ich segne die geistigen Arbeiter — die Arbeiter, die ihre Gabe entfaltet haben und diese Geistwesen sich kundgeben ließen. Denn die einen wie die anderen haben in meinen Augen Verdienste.

Sie werden sich euch bis 1950 kundtun. Danach werden sie euch für immer beistehen, denn dies ist ihre schwierige Mission.

Der Mensch benötigt einen geistigen Führer. Der göttliche Führer steht über allen Geistern und bin Ich. Doch auf der Erde habe Ich allen Menschen einen Engel zugeteilt. Wie sehr haben sie um euretwillen gelitten! Wie oft haben sie auch geweint, wenn sie die Härte des Menschenherzens betrachtet haben! Aber sie lieben Mich und erfüllen geduldig ihre Aufgabe.

80     Jetzt ist der Beginn der Zeit des Heiligen Geistes, in der die Geistwesen, die andere "Täler" bewohnen, sich euch kundgeben — in der alle Grenzen niedergerissen sind, und in der ihr euch gleichfalls zu Mir erheben könnt, und Ich zu euch komme und Mich durch das menschliche Verstandesvermögen kundtue und in eurer eigenen Sprache zu euch spreche.

81     Nach 1950 werde Ich nicht mehr in dieser Sprache zu euch sprechen, Ich werde in einer höheren, hochstehenderen Ausdrucksweise zu euch sprechen, die ihr nach und nach kennenlernen werdet — in jener "Sprache", in der keine materiellen Worte mehr nötig sind. Ihr seid das spiritualistische Volk, das in dieser Zeit meine Unterweisung empfangen hat. Daher verlange Ich von euch Vergeistigung, damit eure Seele sich offenbaren kann und weder auf ihrem Entwicklungsweg, noch in ihrem Gebet, noch bei ihren geistigen Handlungen irgendeine Störung erlebt, sondern auf ihrem Wege frei ist und zu Mir kommen kann.

Ich habe zu euch viel von geistiger Zwiesprache gesprochen, habe euch gesagt, das ihr sie in einer hochstehenden Weise zu gebrauchen lernen werdet, und ihr diesem Verlangen nachgeben werdet.

82     Ich lasse euch als Licht der Nationen zubereitet zurück. Bereitet euch vor, denn mein Wort dieser Zeit soll das Testament sein, das beste Buch, das es gibt — mehr noch als in euren Händen in euren Herzen, weil Ich euch das vollkommene Wissen offenbart habe.

83     So, wie Ich für euch in der Zweiten Zeit mein Leben hingab und mein Körper wie ein Lamm geopfert wurde, so werde Ich Mich in der Dritten Zeit für jede Seele als Licht darbringen. Wohl dem Jünger, der sich zubereitet und Mich versteht, denn sein Herz wird eine ewige Heimstatt für Mich sein.

Mein Friede sei mit Euch!

 

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BWL - Band X - Unterweisung 290


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 290

1         Gott ist Licht, Liebe, Gerechtigkeit. Jeder, der in seinem Leben diese Eigenschaften offenbart, wird seinen Herrn repräsentieren und ehren.

2         Ihr alle, vom Kleinsten und Geringsten bis zum Hochstehendsten, müsstet wissen, was Gerechtigkeit, Liebe und Weisheit ist. Ihr alle müsst verstehen, dass das Göttliche Gesetz unwandelbar ist, damit ihr es liebt und nicht bittet, dass Ich euer  Schicksal ändere.

3         Wisset: Wenn euer Vater, der Schöpfer, niemals eine seiner Gesetze ändert, so habt ihr nicht das geringste Recht, es zu tun.

4         Eure Seele ist glücklich, weil sie sich jetzt zu entwickeln vermochte. Denn jedes Mal, da sie zur Erde kommt, um zu inkarnieren, bringt sie ein Wissen aus früheren Leben mit, und das Licht, das sie im Geistigen Tale empfängt, ist Erfahrung, ist ein Leuchtfeuer, das ihren Entwicklungsweg erhellt.

5         Die Kenntnis des Lebens ist die wahre Wissenschaft, ist das ewige Licht der Seele, und diese ganze Erfahrung zusammen ist Wissen, das ihr nach und nach erwerbt.

6         Am Ende wird der einzige Schatz, den die Seele bewahrt, das im Lebenskampfe errungene Wissen sein. Deshalb sage Ich euch, dass ihr dieses Licht, das euer Erbe ist, nicht in nutzlosen Werken vergeuden sollt, sondern nur für gute, hochstehende und edle Werke verwenden sollt. Ein Gleichnis dafür, das Ich euch sage, könnt ihr im Geld der Welt finden, das — gut angewendet — Segen ist, wenn jedoch verschwendet nur Übel verursacht.

7         Auch müsst ihr lernen, nicht zu verzweifeln, wenn die Läuterungszeit nur langsam vorübergeht. Denn gerade dann werden viele Tugenden der Seele im Herzen auf die Probe gestellt, dann kann der Mensch in sich das wahre Gebet entdecken — jenes, das sich von Geist zu Geist vollzieht, schweigend, im Stillen. Dann könnt ihr die Stimme eures inneren Wesens vernehmen — jener Geistseele, die ihr, obwohl sie die eure ist, nicht kennt.

Ich muss aus diesem Volke ein Heer bilden und muss aus vielen von euch Führer machen — aber nicht Führer im Sinne von irdischer Macht, nicht für den brudermörderischen Krieg, sondern als Soldaten, um dem Lichte eine Bresche zu schlagen, um mit Frieden und Überzeugungskraft zu siegen, um zu zerstören, ja, aber um das Schädliche zu zerstören und das Gute aufzurichten.

8         Ihr sagt in euren Herzen: "Gott ist Gerechtigkeit." Dann frage Ich euch: Wenn ihr versteht, dass Gott vollkommene Gerechtigkeit und Weisheit ist — warum verlangt ihr dann manchmal, dass die Göttlichen Gesetze abgeändert werden?

9         Ihr urteilt oberflächlich, als ob ihr Kinder wärt, und bedenkt dabei nicht, dass die Prüfungen, die euch geißeln, euer Werk sind. Wenn sie sich daher über euch entladen, wünscht ihr, dass sie von euch weichen, dass das Schicksal abgeändert wird, um nicht zu leiden, um den Leidenskelch nicht länger zu trinken.

Der Grund dafür ist, dass ihr mit eurem geistigen Blick nicht in die Wirklichkeit eindringen könnt, um zu begreifen, dass alles, was ihr erntet, ihr selbst gesät habt und dass ihr euch jedes Leid selbst zugezogen habt.

10     Nein, ihr habt nie verstanden, in die Wahrheit einzudringen, und wenn daher der Schmerz in euer Herz dringt, haltet ihr euch für Opfer einer göttlichen Ungerechtigkeit. Doch Ich sage euch, dass in Gott nicht die kleinste Ungerechtigkeit existieren kann.

11     Die Liebe Gottes ist unveränderlich, unwandelbar und ewig. Wer daher glaubt, dass der Göttliche Geist von Zorn, Grimm und Wut ergriffen werden kann, erliegt einem großen Irrtum. Solche Schwächen sind nur in menschlichen Wesen vorstellbar, wenn ihnen Seelenreife und die Herrschaft über die Leidenschaften fehlen.

12     Zuweilen sagt ihr Mir: "Herr, weshalb müssen wir die Folgen von Werken 'bezahlen', die nicht unsere sind, und weshalb müssen wir die bittere Frucht ernten, die andere erzeugt haben?" — Darauf antworte Ich euch, dass ihr davon nichts versteht, weil ihr nicht wisst, wer ihr früher gewesen seid und welches eure Werke waren.

13     Wie sehr haben all jene die Wahrheit meiner Gerechtigkeit verfälscht, die eine Lehre voller Ängste, Strafen und Unwissenheit predigen! Doch kennt ihr den Grund für diese Handlungsweise? Weil sie Herrschaft über die anderen benötigen, weil sie keine Demut kennen und stattdessen genug Eitelkeit haben, um sich Besitzer der Wahrheit und Erwählte zu nennen, die über den anderen stehen.

14     Sie predigen die Unwissenheit und schüchtern ein, um ihre Stellung als Privilegierte nicht zu verlieren.

15     Nur mein Licht und mein Erbarmen werden die großen Menschenmassen vor dem Verderben und der Finsternis retten können, in die sie geführt werden.

16     Ich tadle jene, die einen blinden Glauben predigen, einen Glauben ohne Erkenntnis, einen durch Ängste und Aberglauben erworbenen Glauben.

17     Hört nicht auf die Worte derer, die alle Übel, die die Menschheit quälen, alle Plagen, Hungersnöte und Seuchen Gott zuschreiben, indem sie diese als Strafen oder Zorn Gottes bezeichnen. Das sind die falschen Propheten.

18     Wendet euch von ihnen ab, denn sie kennen Mich nicht und wollen doch die Menschen lehren, wie Gott ist.

19     Dies ist die Frucht der schlechten Auslegung, die man den Schriften vergangener Zeiten gegeben hat, deren göttliche Sprache noch nicht im Kern der menschlichen Sprache entdeckt wurde, mit der die Offenbarungen und Prophetien niedergeschrieben wurden. Viele sprechen vom Ende der Welt, vom Jüngsten Gericht, vom Tod und von der Hölle ohne die geringste Kenntnis der Wahrheit.

20     Ich kannte das Verlangen nach Licht, das die Menschen schließlich haben würden, und so verhieß Ich ihnen seinerzeit, zurückzukehren, indem Ich ihnen sagte, dass Ich ihnen den Geist der Wahrheit senden würde — ein Versprechen, das Ich gehalten habe und das unaufhörlich, täglich und bei jedem von euch in Erfüllung geht. Doch wenn ihr jenen, die behaupten, alles richtig auszulegen, sagen würdet: "Wisset, dass der Meister im Geiste gekommen ist, um zu euch über seine Lehre zu sprechen" — meint ihr, Jünger, dass sie euch glauben würden? Erkennt, weshalb Ich euch sage, dass eure Zurüstung sehr groß sein muss, damit, wenn ihr auf Verblendete, Törichte, Fanatiker trefft, ihr nicht wankt, sondern mit der echten Gabe des Inneren Wortes und genügend zubereitet, um die geistige Inspiration zu empfangen, die Verstandesorgane zu erleuchten, die Seelen zu erschüttern und die Herzen zu bewegen versteht.

21     Meine Lehre ist anders. Ich habe euch gesagt: Es gibt keinen "Tod", die Ewigkeit ist es, die euch erwartet. Es gibt kein ewiges Feuer noch eine Strafe für den Sünder. Es gibt Läuterung, Prüfungen, Erleuchtung.

22     Alles wandelt sich unaufhörlich und geht auf die Vollkommenheit zu. Ein Beispiel dafür habt ihr an euch, da ihr euch mit den Lebensaltern, die ihr in eurem Leben durchlebt, verwandelt und danach nicht mehr da seid, um dann wiederzukommen und einen Schritt nach vorne zu machen.

23     Der Vater wird sein Werk nicht unvollendet lassen. Wie könnt ihr meinen, dass Er eines Tages das zerstören würde, was er geschaffen hat, um es zur Vollkommenheit zu bringen?

24     Betet und lasst den Vater euch seine Lektionen so zukommen, wie es sein Wille ist. Denn ihr wisst nicht, was ihr verdient, was euch nottut, was euch zuträglich ist. Lasst eure Sache in seinen Händen und empfangt mit Sanftmut und mit Wohlgefallen das, was Er euch auch geben mag.

25     Ihr seht, wie anders die Wahrheit ist. Wenn ihr schon in eurem Herzen Furcht haben müsst, soll dies keine Furcht vor Mir sein, sondern vor euch, vor euren Werken, denn deren Folgen werdet ihr nicht entrinnen können.

Ich gewähre euch, dass eure Seele, von der Betrachtung des Unendlichen hingerissen, für kurze Zeit so verharrt, um jenen Frieden zu genießen, den sie auf Erden noch nicht finden kann.

26     Jünger: Obwohl ihr auf der Welt lebt, könnt ihr ein geistiges Leben führen. Denn ihr sollt nicht meinen, dass die Vergeistigung darin besteht, sich von dem abzukehren, was dem Körper gemäß ist, sondern darin, die menschlichen Gesetze mit den göttlichen Gesetzen in Übereinstimmung zu bringen.

27     Gesegnet sei, wer meine Gesetze studiert und sie mit den menschlichen Gesetzen zu einem einzigen zu vereinen versteht, denn er wird gesund, stark, hochherzig und glücklich sein.

28     In dieser Zeit durchlebt die Menschheit eine Epoche des Scheiterns und der Verirrungen, der Krankheiten aller Art aufgrund ihres Abweichens von den Gesetzen. Aber wenn sie am meisten verwirrt ist, kommt mein Gesetz als Licht zu den Seelen und ruft die Menschen auf den Weg des Friedens.

29     Meine Offenbarung dieser Zeit ist ein neues Kapitel des Buches meiner Weisheit, es ist ein neues Siegel, das von jenem Buche abgelöst ist, dessen Inhalt sich nun ergießt, die Seelen läutert und befreit und die Menschen erneuert.

30     Seht ihr diese Welt, die keine Anzeichen dafür zeigt, dass sie durch ein göttliches Licht erhellt wird? Wahrlich, Ich sage euch: Obwohl die Menschen noch keine großen Beweise dafür geben, dass sie das, was mein Licht ihnen inspiriert, verstehen, wird es keine einzige Seele geben, die nicht erwacht ist.

31     Volk, die Kundgebung meines Wortes unter euch ist sehr unscheinbar. Doch wenn die Menschheit diese Botschaft kennen würde und sich vornähme, sie zu befolgen, so wäre sie auf dem Weg zum Heil.

32     Ich musst Mich unter den Armen kundgeben, im Schoße eines Volkes, das nicht mit Überlegenheit prahlte, das aber geistig Sensibilität für meine Gegenwart und meine Inspirationen hatte — eine Sensibilität, die Ich in den Völkern und Nationen, die sich groß, stark und Herren der Erde nennen, nicht gefunden habe.

Das, was Ich über dich, Volk, sage, darfst du nie als Argument verwenden, um mit spiritueller Überlegenheit über die anderen zu prahlen. Denn du musst wissen, dass der, der in Eitelkeit verfällt, stehenbleibt und nicht vorankommt. Wer dagegen demütig ist, schreitet unablässig voran, da er immer glaubt, nur wenig getan zu haben.

33     Begnügt euch nicht damit, dieses Wort zu hören, sondern beobachtet auch alles, was auf eurer Welt und in eurer Umgebung geschieht, damit ihr fortwährend die Erfüllung all dessen erkennen könnt, was Ich euch in meinem Worte ankündige.

34     Wenn ihr schlaft — seht, wie dann die Prüfungen kommen, um euch wachzurütten und euch zu sagen, dass jetzt eine Zeit ist, in der ihr wachsam leben müsst.

35     Bald werdet ihr keine stammelnden Jünger mehr sein und zu mitreißenden Meistern werden, auf deren Weg es Kämpfe, Hinterhältigkeiten und Nachstellungen geben wird. Aber selbst in den dunkelsten Nächten dieser Menschheit werdet ihr das unauslöschliche Licht meiner Wahrheit strahlen sehen.

36     Meine Boten werden sich über die Erde verbreiten, und der Spiritualismus wird auf den Materialismus der Menschen als ein Regen des Friedens, als ein wohltuender Tau niedergehen.

37     Diese törichte und für jede geistige Stimme taube Welt wird noch an mein Kommen in der Dritten Zeit glauben und meine Botschaft lieben. Aber du, Volk, hast die Pflicht, deinen Mit menschen ein Beispiel von Glauben und von Gehorsam zu geben, das Ermutigung und Anreiz auf dem  Wege der Menschheit  sein soll.

38     Erfüllt eure Aufgaben als Seelen und als Menschen auf der Erde. Die Gesetze und den Weg kennt ihr bereits.

39     Gebt eurem Herzen Freiheit, damit es den Schmerz der anderen mitzufühlen beginnt. Lasst es nicht nur damit beschäftigt und bemüht sein, ausschließlich das zu fühlen, was eure Person betrifft. Seid nicht mehr gleichgültig gegenüber den Prüfungen, die die Menschheit durchlebt.

40     Wann wird eure Liebe so groß sein, dass sie viele Mitmenschen umfassen kann, um sie zu lieben, wie ihr jene liebt, die euer Blut in sich tragen und Fleisch von eurem Fleische sind?Wenn ihr wüsstet, dass ihr es mehr der Seele als dem Körper nach seid, würden es viele nicht glauben. Doch Ich sage euch: Gewiss seid ihr mehr der Seele als eurer Körperhülle nach Geschwister, denn die Seele gehört der Ewigkeit an, während der Körper vergänglich ist.

41     Bedenkt also die Tatsache, dass die Familien hier auf Erden heute entstehen und sich morgen wieder auflösen, während die geistige Familie für immer existiert.

42     Heute seid ihr noch nicht imstande, diese Unterweisungen zu fühlen oder zu leben. Aber ihr müsst euer Herz nach und nach bei der Erfüllung der ewigen Bestimmung, einander zu lieben, aufopfern.

43     Wenn eure Schritte auf dem Wege geistiger Brüderlichkeit sicherer zu werden beginnen, werden eure Lippen Unterweisungen auszusprechen beginnen, die euch selbst noch unbekannt sind, und tiefgehende Offenbarungen.

44     Denen, die Mir treu sind, den Starken, denen, die sich wirklich zubereiten — ihnen werde Ich diese Botschaft, dieses Wort anvertrauen, damit sie es rein erhalten, damit sie es verteidigen und vor fremden Beimischungen bewahren. Denn meine Lehre soll die Menschheit bekehren. Doch wenn ihr ihr andere Vorstellungen beimengt und die Wahrheit verbergt, wird die ganze Überzeugungskraft und alles Licht auf euren Lippen und in euren Werken verlorengehen. Seht, wie Ich um euch bemüht bin, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Doch euch kommt es zu, zu beten und euch anzustrengen, um nicht zu fallen.

45     Bald werdet ihr dies Wort nicht mehr vernehmen, und dem Anschein nach werdet ihr allein sein, ohne Hirte auf dem Weg des Lebens. Aber Ich bereite euch vor, damit ihr vom ersten Augenblick an nach dem Abschiedsgruß dieser Kundgebung wisst, dass mein Geist euer Führer sein wird, dass mein Licht in eurem Geiste strahlen wird, um euch zu ermutigen.

46     Im Laufe der Zeit werden viele von denen, die dieses Werk bisher herabgewürdigt haben, mit großer Reue darüber klagen, dass sie ihren Auftrag nicht erfüllt und die kostbare Zeit vergeudet haben. Doch Ich werde denen, die von Herzen bereuen, sagen: "Hier ist mein Werk, hier ist eure Aufgabe, erhebt euch, um sie zu erfüllen, denn noch ist Zeit dazu."

47     Weh denen, die in ihrer Dummheit oder in ihrem Stolz den Tag ihrer Reue hinauszögern! Denn wenn sie statt Weizen Disteln säen — was wird dann ihre Ernte sein?

48     Ich lese für euch gerade im Buch der Zukunft, damit ihr erfahrt, wie ihr wandeln und wirken sollt.

49     Mein Reich naht sich euch. Daher habe Ich euch mein Wort gesandt, um euch vorzubereiten, und habe Ich euch den Geist Elias' gesandt, um euch zu vereinigen und zu reinigen.

50     Ich bin der Weg, und auf ihm werdet ihr alle zu Mir kommen.

51     Die "Dritte Zeit", in der ihr jetzt lebt, ist die Zeit der Aufdeckung großer Geheimnisse.

52     Gelehrte und Theologen werden ihre Kenntnisse berichtigen müssen angesichts der Wahrheit, die Ich euch derzeit offenbare: Dies ist die Zeit, in der die Menschen ihre Augen dem Lichte meiner Weisheit öffnen sollen — einem Lichte, das Ich in eine Lehre umgewandelt habe, damit ihr durch sie geistig zum wahren Leben aufersteht.

53     Nun soll die Welt die Wahrheit über die "Auferstehung des Fleisches" erfahren, welches die Reinkarnation der Seele ist.

54     Reinkarnieren bedeutet: zur materiellen Welt zurückkehren, um von neuem als Mensch geboren zu werden; das Auferstehen der Seele in einem menschlichen Körper, um ihre Mission fortzusetzen. Dies ist die Wahrheit über die "Auferstehung des Fleisches", von der eure Vorfahren gesprochen haben, wobei sie ebenso verdrehte wie absurde Auslegungen gegeben haben.

55     Die Reinkarnation ist ein Geschenk, das Gott eurer Seele gewährt hat, damit sie sich niemals auf die Armseligkeit der Materie beschränkt, auf ihre flüchtige Existenz auf der Erde, auf ihre natürlichen Unzulänglichkeiten, sondern die Seele kann — da sie einer höheren Natur entstammt — so viele Materiekörper gebrauchen, wie sie für die Durchführung ihrer großen Aufgaben in der Welt benötigt.

56     Durch diese Gabe beweist die Seele ihre unermessliche Überlegenheit über das "Fleisch", über den Tod und über alles Irdische, indem sie den Tod überwindet, einen Körper nach dem andern und alle überlebt, so viele ihr auch anvertraut wurden. Sie ist Überwinder der Zeit, der Widerstände und der Versuchungen.

57     Das Licht des Spiritualismus offenbart nun der Welt die Wahrheit, die Gerechtigkeit, die Vernunft und die Liebe, welche der seelischen Befähigung zur Reinkarnation innewohnen. Dennoch wird die Welt diese Offenbarung zunächst hartnäckig bekämpfen und ihr den Anschein einer fremdartigen und falschen Lehre geben, um den Menschen guten Glaubens Misstrauen einzuflößen.

58     Unnütz und vergeblich werden die Anstrengungen sein, die die Konfessionen machen, um ihre Gläubigen in den eingefahrenen Geleisen alter Glaubensvorstellungen und unzeitgemäßer Glaubenssysteme zu erhalten. Denn niemand wird das Göttliche Licht aufhalten können, das bis zum Grunde menschlichen Denkvermögens vordringt und die Seele für ein Zeitalter der Offenbarungen, göttlicher Eingebungen, der Erhellung von Zweifeln und Geheimnissen, der geistigen Befreiung erweckt.

59     Auch wird niemand die Flut aufhalten können, welche die Menschheit bilden wird, wenn sie im Verlangen nach ihrer Freiheit des Denkens, des Geistes und des Glaubens aufbricht.

60     Niemand soll glauben, dass Ich den verschiedenen Religionsgemeinschaften ihre Zöglinge, Gläubigen oder Anhänger entreiße — nein. Aber die Stunde ist gekommen, in der eine neue Zeit ihren Anfang nimmt, vergessene Lektionen ans Tageslicht bringt, unnütze Bräuche, Glaubenslehren und Traditionen beseitigt, die Seelen von allem Falschen säubert und entäußert, um ihnen das wahre Brot des Geistes zu geben, das immer durch den Ritus ersetzt worden ist.

61     Durch dieses Licht werden die Menschen sich vereinigen, die Völker sich versöhnen, die Feinde einander vergeben, und durch dasselbe wird man die Essenz der Lehre verstehen, die euch seit fast 2000 Jahren mit Worten und Werken unterwies.

62     Erscheint es euch unwahrscheinlich, dass die Menschheit dieser Epoche das Geistige versteht? Dann lasst die Menschheitsgeschichte an euch vorüberziehen, unterstützt durch die Intuition und durch das, was euer Geist euch offenbart, damit ihr wisst, dass es eine Epoche gab, in der — nachdem die Völker der Erde in einen Abgrund von Hass, Lastern, Unwissenheit, Aberglauben und Fanatismus gestürzt waren — sich daraus Menschen emporschwangen, die von Christus inspiriert und von Glauben und Liebe erfüllt waren und sich wie ein unaufhaltsamer Strom aus Licht und Hoffnung über die Nationen und Länder verbreiteten.

63     Christus war auf den Lippen von Jüngern und Märtyrern, die lebten, um den göttlichen Samen der Liebe zu säen und zu verbreiten. Christus offenbarte sich der Welt durch seine Diener und lebte in jedem Herzen derer, die Ihn in seiner göttlichen Passion liebten.

64     Kurz war die Zeit, in der jener Friede und jene Harmonie in den Völkern und Nationen der Erde Frucht trugen, weil das Unkraut der Undankbarkeit und der Gottlosigkeit wieder die Felder bedeckte. Aber in den Tage der Vergeistigung, der Harmonie, des Verständnisses und der Brüderlichkeit — wie viel Frieden, Inspiration und Licht gab es unter den Menschen! Wenn jene Harmonie und jene Vergeistigung einmal zur Essenz eures Lebens werden — könnt ihr euch das Ausmaß vorstellen, in dem sich meine unoffenbarte Weisheit auf den Geist der Menschen ergießen würde?

65     Zweifelt nicht an dem, was die Neue Zeit verheißt. Denn wenn euer Glaube nicht wahrhaftig wäre, wärt ihr nicht würdig, die Erfüllung meines Wortes zu erleben.

66     Lasst eure Seele Mir näherkommen, denn Ich werde ihr das geben, was sie benötigt.

67     Empfanget die göttliche Unterweisung und hört Mir unermüdlich zu, dann werdet ihr in kurzer Zeit erleben, wie ihr euch in geistigen Kenntnissen beträchtlich entwickeln werdet.

68     Lasst diese Gnadenzeit nicht ungenutzt, bedenkt, dass ihr viel leiden musstet, um zu diesem Wege gelangen zu können und meine Offenbarung kennenzulernen.

69     Ihr erntet nun nach so vielen Bitternissen eine süße Frucht. Verschwendet sie nicht, denn morgen werdet ihr sie zu den nach Frieden und Wahrheit Hungernden bringen müssen.

70     Wenn der Schmerz euch reinwusch, so bewahrt die Reinheit in der Seele und im Herzen. Ich will, dass ihr euch vor der Menschheit als ein erneuertes Volk zeigt. Dann werdet ihr anderen Völkern, die sich derzeit durch ihren Schmerz läutern, um würdig zu werden, meine Botschaft zu empfangen, als ein offenes Buch dienen.

71     All diese Völker und Nationen, die den Leidenskelch bis auf den Grund geleert haben, sind dazu berufen, meine neue Kundgebung bald kennenzulernen, welche Honig und Balsam auf so viel Schmerz legen wird.

72     Schon ist mein in der Zweiten Zeit gegebenes Wort bis zu den Grenzen der Erde gelangt. Doch wisset oder erinnert euch daran, dass dies das Zeichen war, das Ich euch gab, dass meine Wiederkunft von allen Menschen empfunden würde.

73     Lasset ihr, denen mein Wort zur Verfügung steht, den Ruf an eure Mitmenschen ergehen. Sagt ihnen, dass Ich nicht gekommen bin, um ihre Verfehlungen zu richten, noch auf ihre Schandflecken achte, sondern dass es ihre Not war, die Mich sie aufsuchen ließ, und dass Ich für jeden von ihnen ein Liebesgeschenk bei Mir habe.

74     Bringt die Liebesgabe zu den Herzen. Dies wird euch dienlich sein, wenn ihr einmal meine Unterweisung zu unbekannten Ländern tragt.

75     Entdeckt ihr nicht im Kern meiner Worte das göttliche Verlangen, dass ihr zu einem hinsichtlich des Denkens, der Gottesverehrung, der Werke und Arbeiten reines Volk werdet?

76     Ich inspiriere euch dazu, Verdienste zu erwerben; aber es soll euch dabei nicht der egoistische Wunsch nach dem eigenen Seelenheil bewegen, sondern ihr sollt eure Werke im Gedanken an eure Mitmenschen tun, im Gedanken an die kommenden Generationen, deren Jubel sehr groß sein wird, wenn sie den Weg durch die "Ersten" geebnet antreffen. Dann wird euer Glück grenzenlos sein, weil die Freude und der Friede eurer Geschwister auch eure Seele erreicht.

Wie anders ist es bei jenen, die nur nach ihrer eigenen Rettung und ihrer Seligkeit trachten; denn wenn sie zu dem Ort gelangen, den sie sich durch ihre Werke erwirkten, können sie keinen Augenblick Friede oder Freude haben, wenn sie jene betrachten, die sie zurückgelassen haben, und die die schwere Last ihrer Leiden ertragen.

77     Wahrlich, Ich sage euch, die wahren Jünger dieser Lehre werden gerecht und rein sein in ihren Werken, wie ihr Geist, der mein eigenes Licht ist.

Mein Friede sei mit euch!

 

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