BWL - Band X - Unterweisung 289


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309
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Unterweisung 289

1         Menschheit: Wie wenig tust du deinerseits, um in Frieden zu leben!

2         Ich kann euch sagen, dass die Mehrheit der Menschen eine Religion haben, und dass, obwohl sie alle die Brüderlichkeit lehren, niemand gemäß der Unterweisung lebt, die er erhalten hat, niemand befolgt die Gesetze, Gebote und Grundsätze, die in sein Gewissen geschrieben worden sind.

Manche haben, um sich nicht irgendeinem religiösen Glaubensbekenntnis zu unterwerfen, ihren Gedanken Freiheit gelassen und haben geglaubt, außerhalb von Geboten und Gesetzen zu stehen. Aber dies kann nicht sein; denn durch ihre Beobachtungen, ihre Wissenschaften und Definitionen haben sie erfahren, dass sich in allem und überall eine Macht, eine Harmonie, ein Gesetz und eine weise, gerechte und liebevolle Lehre offenbart, der sich niemand entziehen kann.

3         Nachdem diese Menschheit so viele Jahrhunderte lang in Zwietracht gelebt hat, nach all den leidvollen und bitteren Erfahrungen, die sie gemacht hat, ist sie fähig, zu begreifen, dass die Einigkeit unter den Völkern, die Harmonie zwischen allen Menschen, sich nicht auf materielle Interessen gründen kann, noch auf irdischen Werten beruhen kann. Schließlich wird sie begreifen, dass nur die hochstehende Seele die feste Grundlage, der unerschütterliche Fels sein kann, auf dem der Friede der Menschen beruht.

4         Wenn alle Völker sich in der einen oder anderen Weise zerstreiten, sich bekriegen und sich verurteilen, so bedeutet dies, dass keines das befolgt, was Gott und sein Gesetz sie gelehrt haben, und sie daher ferne der Wahrheit sind.

5         Die Wahrheit ist Achtung gegenüber allem, denn alles ist heilig, ist Liebe, ist Harmonie, ist Barmherzigkeit, ist das Gesetz, das das Gewissen regiert.

6         Um die Seele zu vervollkommnen, ist es nötig, über die einfachen menschlichen Pflichten und selbst über die religiösen hinauszugehen, zu der Quelle zu gelangen, aus der alle trinken, und der Wahrheit ins Angesicht zu sehen.

7         Wer zum Gipfel des Berges zu gelangen vermag und jene Pracht schaut, wird, wenn er herabsteigt, um weiter bei seinen Mitmenschen zu wohnen, zwangsläufig duldsamer, verständnisvoller und barmherziger in seinen Urteilen sein. Dies ist ein Element, das bereit ist, alle in Einklang zu bringen und zu vereinigen.

8         Denkt nach, und ihr werdet einsehen, dass die Eintracht, die ihr benötigt, geistig ist und ihr sie erreichen werdet, wenn ihr euch über eure Leidenschaften und Rechthabereien erhebt.

9         Wie könnt ihr Frieden schaffen, wenn jeder das Seine als einzig Wahres verkündet und gleichzeitig das der anderen als falsch bekämpft?

10     Der Fanatismus ist Finsternis, ist Blindheit, ist Unwissenheit, und seine Früchte können niemals lichtvoll sein.

11     Ihr nähert euch der großen Prüfung, durch die ihr alle zur Wirklichkeit erwachen werdet.

12     Euer Herz fragt Mich, weshalb Ich oft von großen Prüfungen und Ereignissen spreche, und Ich sage euch, dass euch eine Leidenszeit bevorsteht und es besser ist, vorgewarnt zu sein, zu wachen und zu beten, als in eurer Lethargie zu schlafen.

13     Manche zeigen sich niemals zufrieden mit dem, was Ich spreche. Wenn Ich euch in meinem Worte die Zeiten des Friedens und des Wohlergehens vor Augen führe, die zur Zukunft gehören, haltet ihr das Eintreffen meiner Prophetie für unmöglich, und wenn Ich euch von Zeiten der Prüfungen und Leiden spreche, glaubt ihr, dass es einfach nur Drohungen sind, um euch durch Furcht zur Auftragserfüllung zu veranlassen.

14     Jene, die mein Wort so auffassen, gehören zu denen, die im Meer des Zweifels dahintreiben. Denn wer Glauben an diese Botschaft hat, studiert sie immer mit der edlen Absicht, ihr etwas Nützliches zu entnehmen.

15     Jünger: In der Zweiten Zeit genügten drei Jahre, um der Menschheit meine Botschaft zu übergeben, und — wie ihr alle wisst — besiegelte Ich die Botschaft am Ende mit meinem Opfertod. Wahrlich, Ich sage euch, jener Opfertod war keine Opfergabe für den Vater — da Er kein Blutopfer benötigt —, sondern für die Menschheit, da sie sehr wohl einen Liebesbeweis von solcher Größe benötigte.

16     Ich lehrte euch, einander zu lieben, aber nicht nur als Menschen, sondern auch mit ewiger Liebe als Geistseelen. Ich kam, um euch den Weg zu bahnen, der von dieser Welt zum Geistigen Reiche führt, das für euch hinter einem dichten Schleier des Geheimnisses zu liegen schien. Meine Lehre war vom ersten bis zum letzten Wort die Vorbereitung, die Ich euch für die Zeit gab, da Ich im Geiste kommen würde, so wie Ich es euch ankün digte, um erneut die geheime Schatzkammer zu öffnen, das versiegelte Buch aufzuschlagen und euch in das Licht geistigen Wissens eintreten zu lassen.

17     Das Leben der Seele, das jenseits eurer materiellen Welt existiert, konnte und sollte kein Geheimnis für den Menschen sein. Da der Vater euer Verlangen nach Wissen sah, begann Er seinen Unterricht mittels der Gabe der Offenbarung und der Inspiration und bekundete Er sich in unendlich vielen Formen. Doch dieser Unterricht begann schon, seit der erste Mensch existierte, und hat bis zum heutigen Tage nicht aufgehört.

18     Wenn ihr meint, dass Ich euch erst jetzt etwas vom Geistigen Leben offenbart habe, befindet ihr euch in einem großen Irrtum; denn Ich sage euch noch einmal: Die göttliche Unterweisung begann, als der erste Mensch geboren wurde, und Ich übertreibe nicht, wenn Ich euch sage, dass meine Unterweisung mit der Schaffung der Geister begann, noch bevor die Welt war.

19     Meint ihr etwa, dass die früheren Unterweisungen den Zweck hatten, euch menschliche Kenntnisse zu offenbaren? Dafür wurde euch die Gabe der Wissenschaft gegeben. Oder denkt ihr etwa, dass die Gebote der ersten Zeiten und die Lehre, die Ich euch in der Zweiten Zeit brachte, nur dazu dienten, euch zu lehren, auf der Welt zu leben? Sucht den Kern jener Offenbarungen und ihr werdet entdecken, dass die Absicht die war, euch den Weg zu zeigen, der zum ewigen Leben, zur Unsterblichkeit der Seele führt.

20     Spiritualismus habe Ich die Offenbarung genannt, die zu euch vom Leben des Geistes spricht, die euch lehrt, mit eurem Vater direkt in Verbindung zu treten, und die euch über das materielle Leben erhebt.

21     Wahrlich, Ich sage euch, der Spiritualismus ist nichts Neues, noch gehört er nur dieser Zeit an, sondern er ist eine Offenbarung gewesen, die im Einklang mit der spirituellen Entwicklung der Menschheit immer mehr enthüllt wurde.

22     Da die Lehre, die ich euch gebe, Spiritualismus ist, welcher euch die vollkommene Liebe zu Gott und zu euren Nächsten lehrt und euch auf den Weg einlädt, der zur Vollkommenheit führt, war Spiritualismus auch das, was euch das Gesetz Gottes in der "Ersten Zeit" lehrte, und das Wort Christi in der Zweiten Zeit.

23     Diese Offenbarung ist euch neu erschienen, weil Ich euch Lektionen gebracht habe, die ihr nicht kanntet. Ihr habt euch von so viel Weisheit geblendet gefühlt. Doch dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr euch der Vollendung der Zeiten nähert, in der die Seele des Menschen ihre Befreiung, ihre Erhebung und ihre Vorherrschaft über die Materie erlangen wird.

24     Niemand sage also, dass das Geistige Leben ein Geheimnis gewesen sei, bevor Ich in dieser Dritten Zeit gekommen sei, um es mit meinen neuen Offenbarungen zu erklären. Ich sage euch nochmals, dass euch im Laufe der Zeit viele Unterweisungen gegeben worden sind, auch wenn ihr sie nicht zu begreifen vermochtet.

25     Erst jetzt beginnen die Menschen sich dafür zu interessieren, alles zu entdecken und zu enträtseln, was die Offenbarungen der vergangenen Zeiten enthalten, um sie mit den Ereignissen der Gegenwart zu vergleichen.

26     Jünger, ihr wisst nun also, dass, wenn ihr "Spiritualismus" sagt, ihr von der geistigen Offenbarung sprecht, die euch euer Gott im Laufe der Zeit gemacht hat.

27     Ganz leise wie ein Einbrecher bin Ich bei euch eingedrungen und habe euch im Schlafe überrascht.

28     Zu allen Zeiten habe Ich die Menschheit bei meiner Ankunft schlafend angetroffen. Nur einige wenige Herzen wie schwache Leuchten sind es gewesen, die wachend gewesen sind und Mich erwartet haben.

29     Volk, es genügt, wenn ihr ein wenig über eure Vergangenheit nachdenkt, um die Früchte der Erfahrung zu empfangen. Danach sollt ihr darauf bedacht sein, nicht erneut in Irrtümer und Fehler zu verfallen.

30     Wenn Ich euch fragen würde, was mit jenem Blatt geschehen ist, das Ich in der Zweiten Zeit mit meinem Blute beschrieb, müsstet ihr schweigen, weil euer Gewissen euch sagen würde, dass ihr niemals die Lehre gelebt habt, die Jesus lehrte — dass ihr seine Worte wie vom Baume des Lebens abgefallene Blätter von den Winden habt verwehen lassen, statt dass euer Herz sie eingesammelt hätte.

31     Wahrlich, Ich sage euch, ihr seid bereits in jene Ära eingetreten, die Ich euch als die "Endzeit" ankündigte. Sie war von Gericht, Wiedergutmachung und Wiederherstellung gekennzeichnet.

32     Durch den Mund der Propheten früherer Zeiten habe Ich euch diese Ära angekündigt, und durch die Lippen dieser Stimmträger, neuer Propheten meines Wortes, habe Ich zu euch gesprochen und viele jener Voraussagen erfüllt.

33     Mein Wort ist so klar, dass ihr im Begriff seid, Mich zu verstehen. Euer Gewissen, das früher nicht vernommen worden ist, erfasst heute euer ganzes Wesen und ist in der Lage, die Impulse des Fleisches zu beherrschen.

34     Meine neue Apostelschar wird in das Rettungsboot einsteigen, von wo aus sie ihre Hände ausstrecken wird, um die im Meer der menschlichen Leidenschaften Schiffbrüchigen zu retten.

35     Ich habe euch erwählt, um nach und nach mein Volk zu bilden, aber es gibt Vorhaben, die ihr jetzt noch nicht erkennen könnt. Ich sage euch nur, dass in eurer Seele ein Licht existiert, das euch ermöglicht, unter so vielen  Wegen den wahren zu entdecken. Daher die Verantwortung der Kinder des Lichtes gegenüber der Menschheit. Begreift, weshalb Ich euch in jeder Unterweisung dazu auffordere, euch aufwärtszuentwickeln, den Gipfel des Berges zu ersteigen. Denn nur wenn ihr jene Höhe erreicht, werdet ihr das zu schauen vermögen, was auf der Welt geschieht, werdet ihr das unablässige Klagen der Menschheit vernehmen und ihr unermessliches Leid fühlen können.

36     Wer den Schmerz seines Nächsten nicht fühlt, kann ihn nicht lindern, Jünger. Daher will Ich, dass ihr in euren Gebeten an eure Nächsten denkt. Denn dies sind die Augenblicke, in denen eure Seele viele Tränen trocknen kann und bewirkt, dass das Herz zum Mitgefühlt, zum Verständnis, zur Barmherzigkeit und zur Zärtlichkeit erwacht.

37     Mein Volk benötigt Erhebung, denn noch immer macht es den Schmerz der Menschheit nicht zu ihrem eigenen. Es weint zwar, aber es weint um seiner selbst willen, wegen seiner Nöte, wegen seiner Trübsale.

38     Warum bleibt ihr gefühllos bei meinem Worte? Biete Ich euch etwa ein unbekanntes Reich an? Erkennt, dass das Reich, von dem Ich heute zu euch spreche, das gleiche ist wie das, das Ich euch in der Zweiten Zeit versprach.

39     Bedenkt, dass dies letzte Unterweisungen sind, die ihr vernehmt, und die ihr im Innersten eures Herzens bewahren müsst, damit ihr den wohltönenden Klang meines Wortes auch nach der Zeit dieser Kundgabe weiterhin vernehmt und ihren Sinngehalt bewahrt.

40     Wenn Ich für einen Augenblick den Schleier wegziehen würde, der euren Verstand daran hindert, eure Vergangenheit zu erkennen — wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet vor meiner Gegenwart niederfallen, erdrückt von Reue über eure Undankbarkeiten, Unfolgsamkeiten, eure Treulosigkeiten und euren mangelnden Glauben an mein Werk. Aber das Verdienst besteht im

Entwickeln der Intuition, im Vernehmen des Gewissens, im Entfalten des Wesens, das in euch lebt und das ihr "Seele" nennt.

41     Wenn ihr einmal frei vom Körper seid, werdet ihr im "Geistigen Tale" wohnen. Jener Schleier, der euch daran hinderte, in die Vergangenheit zu blicken, wird von euren Augen fallen, und ihr werdet alles mit ungetrübter Klarheit sehen, werdet euch an alles erinnern und alles verstehen. Doch Ich sage euch noch einmal, dass das Verdienst für eure Seele darin besteht, Glauben zu haben, ohne zu erwarten, zu sehen oder zu betasten, um glauben zu können.

42     Denkt nach, erfasst diese Worte geistig, denn in ihnen werdet ihr meine unerbittliche, aber immer liebevolle Gerechtigkeit offenbart finden.

43     Ich bin der Hirte, der seiner Herde Freiheit lässt, aber nur bis zu einer bestimmten Grenze, und der nicht zulässt, dass seine Schafe den Sperrkreis überspringen, hinter dem der Schmerz ist.

44     Ich erhalte euch, behüte euch und lasse euch zur Schafhürde zurückkehren.

45     Ihr habt eine Gelegenheit nach der anderen gehabt, und darin könnt ihr meine unendliche Liebe zu euch erkennen; denn Ich habe euch beschenkt und eurer Wesenheit die Gelegenheit gewährt, Fehler wiedergutzumachen, eure Seele zu läutern und zu vervollkommnen, anstatt euch zu strafen oder auf ewig zu verdammen, wie ihr früher zu denken gewohnt wart.

46     Wer, der diese Lehren kennt und daran glaubt, dass sie wahr sind, würde es wagen, seiner Aufgabe auf Erden den Rücken zu kehren, obwohl er weiß, dass er damit eine noch härtere Sühne für seine Seele bewirkt? Denn obschon es zutrifft, dass meine Gerechtigkeit euch neue Gelegenheiten bietet, um Flecken zu beseitigen und Fehler wiedergutzumachen, trifft es auch zu, dass mit jeder Gelegenheit die Zahl der Prüfungen größer wird und dass die Mühen und Leiden jedes Mal intensiver werden, so wie auch die begangenen Fehler schwerwiegender wurden.

47     Eure Pflicht — man sollte nicht von Strafe sprechen — wird darin bestehen, wiederherzustellen, zu erneuern, wiedergutzumachen und bis zur letzten Schuld zu begleichen. Niemand — weder euer Himmlischer Vater noch eure Geschwister auf der Erde oder im "Geistigen Tale" — werden das tun, was nur ihr selbst tun müsst, obschon Ich euch sage, dass Ich immer eurem Rufe folgen werde. Wenn ihr euch einsam und verlassen glaubt, werdet ihr meine Gegenwart fühlen, und die Geistige Welt wird immer kommen, um euch bei der Last eures Kreuzes zu stützen.

48     Mein Göttlicher Strahl wird unter euch zum Worte, doch sein Licht verteilt sich im Universum.

49     Ruhe dich aus, Menschheit, Ich habe dir alle sieben Tage einen Ruhetag gewährt, damit du betest und Kraft gewinnst beim Nachdenken über mein Gesetz.

50     Hier bin Ich und besuche euch alle, ohne euch nach Religionen zu unterscheiden. Ich bin der Göttliche Arzt von Körpern und Seelen. Ich suche die Kranken auf, um meinen Trost in sie zu verströmen.

51     Meine Stimme kommt auf die ganze Menschheit herab, obschon Ich euch wahrheitsgemäß sage, dass es nur wenige sind, die sie zu vernehmen vermögen.

52     Es ist meine Lehre, die euch anweist, euch vorzubereiten, um mittels der Zwiesprache von Geist zu Geist im Unendlichen die Stimme des Herrn zu vernehmen.

53     Volk, das du mein Wort vermenschlicht hörst: Wisse, dass du es bist, der diese Botschaft zur ganzen Welt bringen und dafür sorgen muss, dass die Menschen die Ketten des Fanatismus und der Vermaterialisierung zerbrechen, die sie daran gehindert haben, sich zu erheben und mein Licht zu schauen. Es ist nicht von Bedeutung, dass, wenn ihr zu euren Mitmenschen gelangt, meine Kundgabe durch das menschliche Verstandesvermögen bereits aufgehört hat. Meine Essenz wird — in Worte der Weisheit und in Heilbalsam verwandelt — als das beste Zeugnis meiner Wahrheit aus euren Herzen strömen.

54     Eure Aufgabe wird es sein, zu unterweisen, Wege zur Vergeistigung zu ebnen, indem ihr eure Mitmenschen in Kontakt mit dem Ewigen Leben bringt und sie so der Wahrheit näherbringt.

55     Jünger, lernt euch zu erheben, damit ihr später das lehrt, was es bedeutet, sich von der Vermaterialisierung, dem Überflüssigen und Unnützen freizumachen — damit ihr zeigt, wie man die dichten Nebel der Finsternis durchquert und das Göttliche Licht findet, welches Nahrung und Leben der Seele ist.

56     In dieser Erhebung ist der Kampf begründet, der euch als "die große Schlacht" angekündigt worden ist, an der ihr alle teilnehmen werdet — auch die Schwachen, die Unwissenden und die "Toten". Denn aus dieser Prüfung werdet ihr alle erleuchtet und rein hervorgehen.

57     Mein Reich kommt näher, aber Ich will über Lebende und nicht über Tote regieren. Ich will geliebt werden, verstanden werden und Gehorsam finden, wie es einem wahren König gebührt.

58     Jetzt ist der Kampf voll entbrannt. Die Menschen haben meiner Macht und meiner Gerechtigkeit misstraut, unablässig haben sie ihre Waffen mit den meinen messen wollen, und Ich habe ihr Misstrauen akzeptiert, weil Ich sie liebe. Ich muss gegen ihre Sünde kämpfen, um sie zu besiegen. Denn indem Ich sie besiege, werde Ich sie aus ihrer Verirrung errettet haben.

59     In diesem Kampfe werden Götzen stürzen, die Gedanken werden in Verwirrung geraten, die Körper werden niedergedrückt werden, wie die Palmen beim Toben eines Orkans niedergedrückt werden. Aber am Ende wird die Seele geläutert und voller Licht daraus hervorgehen. Sie wird nicht sterben. Es ist unmöglich, dass sie in der Schlacht stirbt. Denn Ich habe euch gesagt, dass Ich das Leben bin, dass Ich der Vater und Gott von Lebenden und nicht von Toten bin.

60     Eine einzige Tür wird für die Rettung des Menschen offen bleiben: die der Vergeistigung. Wer sich retten will, wird seinen Hochmut, seine falsche Größe, seine niederen Leidenschaften, seine Selbstsucht aufgeben müssen.

61     Sehr bitter wird der Kelch sein, den die Menschen in der großen Schlacht werden trinken müssen. Dennoch sage Ich euch: Wohl denen, die von jenem Kelche trinken und dann als Geläuterte die Erde verlassen. Denn wenn sie in anderen Körpern auf diese Welt zurückkehren, wird ihre Botschaft von Licht, von Frieden und Weisheit durchdrungen sein.

62     Sehr groß ist das Klagegeschrei, das man von den Bewohnern dieses Planeten vernimmt. Die Unterdrückten und die, die vom Frieden träumen, erwarten, dass von den mächtig genannten Menschen diese Lichter von Harmonie und Freiheit ausgehen. Dazu sage Ich euch, dass sich jene in Erwartung lebenden Herzen lieber im Gebet zu Mir erheben sollen, weil Ich allein Freiheit und Frieden geben kann. Ich sage euch noch einmal, dass, solange die Menschen nicht den Ursprung, den Sinn und Zweck ihres Schicksals kennen, oder wenn sie dies kennen, nicht an jene Wahrheit glauben, die sie in sich tragen, sie keinen Frieden werden haben können, weil sie sich nicht als wirkliche Geschwister in Gott werden lieben können.

63     Hart, sehr hart ist die Menschheit dieser Zeit, immer unempfänglicher für das Geistige. Hört mein Wort, es ist wie ein Meißel, der euer Herz geduldig bearbeitet. Doch obwohl ihr es so oft vernehmt — seht, wie unempfänglich ihr seid! Ich werde damit bei euch fortfahren, bis Ich das letzte Wort ausgesprochen habe, das diese Botschaft enthält, damit ihr, wenn Ich nicht mehr zu euch spreche, in all dem, was euch mein Wort offenbarte, eine wahre und vollkommene Lehre finden könnt.

64     Trinke aus dieser Quelle, o Volk, denn Ich habe euch als Saat verwendet, um aus euch Generationen hervorgehen zu lassen, die Mich lieben.

65     Wahrlich, Ich sage euch, auch die Vergeistigung wird sich vererben, weshalb ihr euch darum bemühen sollt, euren Kindern Herzensreinheit und Empfänglichkeit für das Geistige zu vermitteln. Sie werden es euch danken, weil ihr euch barmherzig erwiesen habt, indem ihr ihnen einen Körper schenktet, der frei ist von Leidenschaften, mit einem klaren Verstand, einem empfindsamen Herzen und einer für den Ruf ihres Gewissens wachen Seele.

66     Ihr alle seid eingeladen, einen Teil des Volkes Gottes zu bilden. Es ist eine Lüge, dass die einen Kinder dieses Volkes sind und andere nicht. Ihr alle habt einen einzigen Ursprung: Gott. Euch alle lade Ich ein, einen Teil seiner Heerscharen zu bilden, euch alle will Ich in ihren Reihen sehen. Mein Volk ist das Kind des Lichtes, der Apostel des Friedens, der Erbe meiner Weisheit. In seiner Mitte finden alle meine Kinder Platz.

67     Jünger, hört Mir unermüdlich zu, damit es euch im Augenblick meines Abschieds nicht leid tut, meinen Ruf nicht beachtet zu haben.

68     Ich will, dass euch jene Stunde betend, voller Inbrunst, Liebe und Dankbarkeit antrifft. So, in jener Atmosphäre von Vergeistigung, Andacht und Verständnis werdet ihr nicht verhindern wollen, dass meine Kundgabe unter euch endet, und eurem Vater für die Unterweisungen danken, die Er euch gab.

69     Meine Stimme wird in eurem Geiste ertönen und euch tiefe Wehmut fühlen lassen. Aber es wird nicht die Stimme eines Todgeweihten sein, die zu euch spricht, sondern die eines Vaters, der euch aussendet, um einen schwierigen Auftrag zu erfüllen, und der in Erwartung eurer Rückkehr ist, um euch liebevoll zu umarmen. Ich sage euch all dies, damit in euren Herzen keine Trauer ist, wenn mein Wort endet.

Erinnert euch, dass all jene, die in der Zweiten Zeit wegen des Todes des Meisters trauerten, bald überrascht wurden, als sie Ihn glorreich, voller Leben und Licht gen Himmel auffahren sahen, weil seine Heimat nicht unter den Toten war.

70     Ich werde euch am letzten Tage meiner Kundgabe nur weinen lassen, wenn eure Tränen solche der Reue wegen der vergeudeten Zeit und der ungenutzten Lektionen sind.

71     Wer von denen, die mein Wort in der Dritten Zeit vernommen haben, weiß nicht, dass der letzte Tag von 1950 der durch den Willen des Vaters festgesetzte Zeitpunkt für das Ende dieser Kundgabe ist? Niemand. Denn in all diesen Versammlungsstätten und in unzähligen Formen habe Ich es euch wissen lassen.

72     Nicht, weil das Göttliche und das Geistige der irdischen Zeit unterworfen sind, noch, weil die Entwicklung eurer Seele mit der Uhr oder dem Kalender messbar ist. Es geschieht, weil Ich, solange ihr im Körper und zu klein seid, um das Ende eines geistigen Zeitabschnitts oder das Kommen eines neuen Zeitalters zu erfahren, das Geistige bis zu einer gewissen Grenze menschlich und irdisch verständlich machen muss, um es für euch fassbar zu machen.

73     Jetzt frage Ich euch, Jünger: Wollt ihr meine Gegenwart nach meinem Abschied geistig und in intensiver Weise fühlen? Die Bedingung dafür wird sein, dass ihr brüderlich vereint seid. Wenn es nicht so sein sollte, werdet ihr meine Gegenwart nicht wahrnehmen können, noch euch der Kraft erfreuen können, die von diesem geistigen Gefühl ausgeht.

74     Wollt ihr geistig die Antwort auf alles erhalten, was ihr in dieser Zeit nicht verstehen konntet? Habt Vergeistigung, und ihr werdet meine Antwort vernehmen können.

75     Es werden Augenblicke der Verlassenheit und des Schweigens kommen. Dies wird geschehen, damit ihr euch im Gebet zu Mir erhebt. Aber es wird Augenblicke geben, in denen ihr das Gefühl haben werdet, Mich nicht gefunden zu haben. Dennoch — wenn ihr noch nicht die Gegenwart meines Geistes wahrnehmt, so harret trotzdem aus, seid unbesorgt, denn es ist die Prüfung für euren Glauben und für eure Vergeistigung. Bleibt beharrlich, denn in dem am wenigsten erwarteten Augenblick werde Ich kommen, strahlend wie ein Lichtstrahl, um Mich in eurem Verstande und eurem Herzen niederzulassen und euch zu sagen: "Seid gesegnet, denn ihr habt darauf vertraut, dass der Meister keinen Ruf unerhört lassen kann."

76     Mut, Glaube und Geduld werden Tugenden sein, die immer in euch sein müssen. Denn es naht die Zeit des Kampfes der Weltanschauungen, des Krieges der Glaubensüberzeugungen und der geistigen Schlacht, und es ist besser, wenn ihr durch Betätigung und Erfahrung stark geworden seid und nicht nur durch Kenntnis meiner Lehre.

77     Volk: Meine Lehrstunde ist nun zu Ende. Bleibt noch für einige Augenblicke im "Geistigen Tale" und sendet von dort aus eure Gedanken zu allen Völkern der Erde, wo eure Mitmenschen kämpfen, leiden und gleichfalls Rettung erwarten.

Mein Friede sei mit euch!

 

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BWL - Band X - Unterweisung 288

Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters -
Band X - Unterweisung 277 - 309

Unterweisung 288

1         Ich komme zu eurem Herzen herab, weil es mein Heiligtum ist. Mein Wort bereitet euch für das Tagewerk vor, das ihr in Angriff nehmen müsst. Diese Vorbereitung ist geistig und ist im Einklang mit der Mission, die ihr durchführen werdet.

2         In der Ersten Zeit, als das Volk schon bereit war, das Ägypten seiner Gefangenschaft und seiner Prüfungen zu verlassen, um durch die Wüste zum Gelobten Lande zu gehen, sah es alles voraus und bereitete es alles vor. Es hatte den Wanderstab, die Sandalen und das Reisebündel bereitgelegt, damit ihm auf der Wanderschaft nichts fehlen würde.

3         In der gleichen Weise müsst ihr jetzt Vorsorge treffen und euch vorbereiten, damit euch bei der "Wüstendurchquerung" nichts fehlt.

4         Aber vergesst nicht, dass jenes Volk sich nicht nur mit Lebensmitteln für den weiten Weg versorgte, sondern dass es auch daran dachte, zu beten, Buße zu tun, um sich zu läutern und den Vorsatz zu fassen, immer vereint zu bleiben und eine einzige Familie zu bilden. Wenn ihr wissen wollt, warum jenes Volk trotz seiner vielen Prüfungen und Missgeschicke das Gelobte Land zu betreten vermochte, so sage Ich euch, dass es aufgrund seines Glaubens, seines Gebetes und seiner Einigkeit geschah.

5         Jene geistige Saat ist unter euch.  Warum solltet ihr nicht jenes Beispiel zum Vorbild nehmen, um zum neuen Ziele zu gelangen?

6         Ihr wisst sehr wohl, dass es nicht die Sandwüste ist, die euch erwartet, sondern die Menschheit. Es ist kein Land auf der Erdoberfläche, das ihr suchen werdet, sondern das Vaterland des Geistes, das jenseits des Menschlichen liegt.

7         Wahrlich, Ich sage euch, "Israel" wird neu erstehen, um wie eine Fackel inmitten der Menschheit zu sein.

8         Ich erwecke euch derzeit, damit ihr erfahrt, dass ihr meine Kinder seid, dass ihr Teil jenes Volkes des Friedens, des Lichtes und der Vergeistigung seid.

9         Lasst euer Herz alles fühlen, was die Menschheit bewegt oder peinigt. Betet für den Frieden aller, lasst eure Gedanken im Verstande der anderen aufleuchten. Ich segne im Voraus jene, die ihre Aufgabe erfüllen, ihre Mitmenschen zu lieben und ihnen zu dienen.

10     Ich will, dass eure Gegenwart dazu dient, Frieden zu stiften, zu trösten, euren Mitmenschen zu Segnungen zu verhelfen.

11     Heute seid ihr noch Schüler angesichts meiner Unterweisung und euch ängstigt der Kampf, wenn ihr seht, wie sich der Schmerz, das Laster, das Elend, der Egoismus ausgebreitet haben. In jenen Augenblicken, wenn euer Gewissen von euch geistige Erfüllung, Arbeit und Aktivität verlangt, und euer Herz furchtsam fragt: "Was soll ich angesichts eines so großen Chaos tun" — warum fürchtest du dich und warum zweifelst du, Volk? Erkenne, wie euch mein Wort vorbereitet, wie euch das Leben ständig praktische Lektionen erteilt, und auch das, wie euch der Kampf und die Prüfungen die unbedingt nötige Widerstandsfähigkeit für das Tagewerk geben, das euch erwartet.

12     Ich sende euch nicht aus, um eine Mission auszuführen, für die ihr nicht genügend befähigt seid. Ich werde euch weiterhin lehren, und wenn ihr stark seid, werde Ich euch sagen: "Nehmt das Kreuz auf euch und folgt meiner Spur."  Wenn ihr bis dahin nur beten könnt, so betet für eure Mitmenschen. Wenn ihr Kranke zu heilen versteht,  so bringt ihnen diesen Trost. Wenn ihr das Verlangen habt, eure Moral zu bessern,  so tut es. Aber tut etwas zum Wohle eurer Seele, das ihr als Vorbereitung für den Zeitpunkt dienen soll, da ihr euch auf den Weg macht und euer Kreuz auf euch nehmt.

13     Heute, da ihr euch noch nicht eurer geistigen Mission widmet, aber doch den Wunsch habt, etwas zum Wohle eurer Nächsten zu tun, rate Ich euch, zu beten, damit ihr die Kraft und die Macht kennenlernt, die das Gebet besitzt. Dieses Licht sollt ihr erlangen, noch bevor euer Kampf beginnt.

14     Wer sich im Gebet inspiriert, ist unbesiegbar in den Prüfungen und vollbringt Wunder an seinen Mitmenschen.

15     Ich will, dass dies Volk, das eingehend von Mir gelehrt worden ist, das vollkommene Gebet auszuüben vermag — jenes, das es in Verbindung mit dem Geistigen Reiche setzt, damit es später seine Mitmenschen beten lehrt, ihnen alles erklärt und aufzeigt, was es auf seinem Wege an Erfahrung gewonnen hat.

16     Warum eure Gedankenwelt auf den Erdkreis beschränken, da ihr doch eine Lichtwelt jenseits des Materiellen offensteht? Warum die Seele dem menschlichen Leben unterwerfen, da ihr doch ein unendlicher Raum jenseits eures Blickes und eures Verstandes zur Verfügung steht?

17     Diese Welten des Gedankens und der Seele sind ungenutzt, da ihr nicht zu ihnen gelangen wolltet, weil ihr nicht zu beten verstandet.

18     Denkvermögen und Geist, vereinigt im Gebet, schaffen im Menschen eine Kraft, die jeder menschlichen Kraft überlegen ist.

19     Im Gebet wird der Schwache gestärkt, der Feige wird von Mut erfüllt, der Unwissende wird erleuchtet, der Schüchterne wird unbefangen.

20     Wenn der Geist harmonisch mit dem Verstand zusammenzuwirken vermag, um das wahre Gebet zu erreichen, wird er zu einem unsichtbaren Soldaten, der vorübergehend von dem, was sein Wesen betrifft, Abstand nimmt, sich an andere Orte versetzt, sich vom Einfluss des Körpers befreit und sich seinem Kampfe widmet, Gutes zu tun, Übel und Gefahren zu bannen, den Bedürftigen einen Funken Lichtes, einen Tropfen Balsam oder einen Hauch von Frieden zu bringen.

21     Begreift aufgrund all dessen, was Ich euch sage, wie viel ihr inmitten des Chaos, das diese Menschheit ergriffen hat, mit dem Geist und mit dem Verstand zu tun vermögt. Ihr seid in einer Welt gegensätzlicher Gedanken und Ideen, in der die Leidenschaften toben und die Gefühle des Hasses aufeinanderprallen, in der das Denken durch den Materialismus verwirrt ist und die Seelen von Finsternis umfangen sind.

22     Nur wer mittels des Gebetes gelernt hat, sich gedanklich und geistig in die Regionen des Lichtes, die Sphären des Friedens zu erheben, wird die Welt der Kämpfe, in der sich alle menschlichen Leidenschaften widerspiegeln, betreten können, ohne besiegt zu werden, und im Gegenteil etwas Nutzbringendes für jene zurücklassen, die des Lichtes des Geistes bedürfen.

23     Bereitet euch vor, geliebte Jünger, und Ich werde euch erlauben, in jene Welt des Schmerzes und des Elends einzudringen. Dorthin soll eure Seele als ein Bote von Mir gelangen und Licht bringen.

24     Da ihr all dies schon auf dieser Welt erkennen und wissen könnt — wozu dann warten, bis man im Geistigen ist? Wartet nicht, bis die Tage und Zeiten vorüber sind, ohne eurer Seele Fortschritt und Befreiung zu ermöglichen. Tut ihr euren Teil, und Ich werde das Übrige tun.

25     Ich bin Macht, daher kann Ich einen eurer Gedanken, eines eurer Gebete in etwas für eure Mitmenschen Berührbares und Sichtbares verwandeln.

26     Um in dieser Weise zu wirken — werdet ihr da etwa nicht in Wirklichkeit einen Friedensengel in eurem Wesenskern haben? Und was wäre dies Volk, wenn es sich insgesamt mit wahrer Harmonie und Brüderlichkeit auf jenen geistigen Kampf vorbereiten und dafür vereinigen würde? Es wäre ein Heer, das kämpfen würde, um die Rettung der Menschheit zu erreichen.

27     Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr bereits im Geiste, im Denken und Wollen vereint wärt, würde euer Gebet allein genügen, um die Nationen aufzuhalten, die in der Vorbereitung auf die Stunde leben, in der sie sich aufeinander stürzen wollen. Ihr würdet die Feindschaften beseitigen, wäret ein Hindernis für all jene bösen Pläne eurer Mitmenschen, wäret wie ein unsichtbares Schwert, das die Mächtigen besiegt, und wie ein starker Schild, der die Schwachen schützt. Die Menschheit würde angesichts dieser offensichtlichen Beweise einer höheren Macht einen Augenblick innehalten, um sich zu besinnen, und diese Besinnung würde ihr viele schwere Stöße und Heimsuchungen ersparen, die sie andernfalls durch die Natur und deren Elemente erhalten wird.

28     Der Baum der Wissenschaft wird beim Wüten des Orkans durchgerüttelt werden und seine Früchte auf die Menschheit fallen lassen. Doch wer hat die Ketten jener Elemente gelöst, wenn nicht der Mensch? Zwar haben die ersten Menschenwesen auch den Schmerz kennengelernt, um zur Wirklichkeit zu erwachen, um zum Lichte des Gewissens erweckt zu werden und sich einem Gesetze anzupassen. Aber der entwickelte, bewusste und gebildete Mensch dieser Zeit — wie kann er es wagen, den Baum des Lebens zu schänden?

29     Das Leben der ersten Menschen war in jenes Gleichnis gehüllt, das euch offenbart, wie der Mensch das Paradies der Unschuld, in dem er lebte, verlor, und wie er eine Welt der Besinnlichkeit und des Friedens für eine Welt des Kampfes, der Arbeit, der Entwicklung und Verdienste verschmähte. All dies war im Rahmen dessen, was geschehen sollte, im Sinne der Ratschlüsse des Schöpfers. Jene Verschmähung war notwendig, damit die Seele bei der Stimme ihres Gewissens, welche göttliches Licht im Innern des Menschen ist, erwachen würde, und dieser seinen Weg begänne, indem er Verdienste erwirbt, von der tieferen Lebensebene zu der höheren aufsteigt, die der Seele vom Schöpfer bestimmt ist.

30     So ist es wahr, dass alles für die Zeit vorhergesehen war, in der der Mensch seinen ersten Schritt in den Kampf um das Leben, die Entwicklung und Erhebung seines Wesens tun würde, damit er vom ersten Moment an, da sich die ersten Bedürfnisse auf seinem Wege bemerkbar machten, eine Welt, eine Natur, ein Leben vor sich in seiner Reichweite haben würde wie eine schöne, belebende und süße Frucht, deren Gehalt ihm jedoch unendlich viele Lektionen an Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit geben würde.

31     Wie viel Schatten und wie viele Früchte hat der Baum des Lebens und der Wissenschaft dem Menschen gegeben! Warum erscheint dann die Menschheit heute, da sie auf der Welt als eine entwickelte Menschheit existiert, blind und fordert sie selbst die Elemente, die ihr das Leben gegeben haben, heraus und misshandelt sie den Baum, der ihr niemals die Frucht der Weisheit verweigert hat? Ich werde euch sagen, warum: Weil der Mensch aufgehört hat, zu beten, und weil er nicht mehr betet, hat er alles vergessen, was zum Leben der Geistseele gehört. Als er sich dann dem Leben auf der Erde verschrieben hatte, ist es sein höchstes Ziel, sein größter Ehrgeiz gewesen, mächtig, reich, gelehrt, absoluter Herr zu sein, und all dies hat ihn ins Verderben gerissen, weil er auf einen vergänglichen Ruhm aus war.

32     Ich will zwar, dass ihr Sehnsüchte habt, dass ihr strebsam seid, dass ihr davon träumt, groß, stark und weise zu sein, aber an ewigen Gütern des Geistes. Denn, um jene Güter zu erlangen, sind alle Tugenden erforderlich, wie die Barmherzigkeit, die Demut, die Vergebung, die Geduld, die Hochherzigkeit, mit einem Wort: die Liebe. Und alle Tugenden erheben, läutern und vervollkommnen die Seele. In dieser armseligen Welt, in dieser vorübergehenden Heimstatt musste der Mensch — um groß, mächtig, reich oder gelehrt zu sein — egoistisch, falsch, rachsüchtig, grausam, gleichgültig, unmenschlich und hochmütig sein, und all dies musste ihn in einen äußersten Gegensatz zu dem bringen, was Wahrheit, Liebe, Friede, wahre Weisheit und Gerechtigkeit ist.

33     Was wird geschehen, wenn die Menschen sich bewusst werden, dass ihre maßlose Liebe zur Welt und ihre Verehrung für das Irdische sie zu einem leiderfüllten Scheitern gebracht haben? Sie werden versuchen, den verlorenen Weg wiederzufinden, jene Prinzipien und Gesetze aufzuspüren, von denen man sich abgekehrt hatte, und in diesem Bestreben werden sie sich Doktrinen schaffen, werden sie sich Vorschriften machen, werden Philosophien, Weltanschauungen und Theorien hochkommen.

All dies wird der Beginn einer neuen und großen Schlacht sein — nun nicht mehr veranlasst durch unlauteres Streben nach irdischer Macht. Keine mörderischen Waffen werden mehr Leben vernichten, Heime zerstören oder menschliches Blut vergießen. Die Schlacht wird anders sein, denn dann werden die großen Religionsgemeinschaften gegen die neuen Lehren und die neuen Religionen ankämpfen.

34     Wer wird in dieser Schlacht siegen? Keine Religion wird aus diesem Streit als Sieger hervorgehen, ebenso wie in diesem mörderischen Krieg, den ihr heute erleidet, kein Volk siegreich bleiben wird.*

* In dem hier angesprochen Zweiten Weltkrieg gab es zwar sogenannte Siegermächte, aber der Kampf um die irdische Vorherrschaft ging nach Kriegsende weiter bis heute. In diesem Ringen wird jedoch am Ende keine Weltmacht siegreich bleiben.

35     Über dem Krieg zur Erlangung der irdischen Vorherrschaft wird meine Gerechtigkeit walten, und später, bei jener Schlacht zur Durchsetzung irgendeiner Doktrin oder Religion, wird meine Wahrheit obsiegen.

36     Die einzige und höchste Wahrheit wird wie das Licht eines Blitzes in einer Sturmnacht aufleuchten, und jedermann wird diesen göttlichen Lichtblitz an dem Ort, an dem er sich befindet, schauen.

37     Bis dahin wirst du, Volk, Zeit haben, auf den Pfaden voranzukommen und dich auf dem Wege deiner Mitmenschen als Bote, Wegbereiter und Prophet des himmlischen Lichtes zu offenbaren.

38     Während die einen die Wege von Hindernissen frei machen, werden andere den geistigen Samen säen, und wieder andere werden kämpfen, weil meine Botschaft bis zu den Grenzen der Erde gelangen soll.

39     Manchmal wird eure Gegenwart und euer Wort die Verwirrung der Menschen vermehren. Aber wenn dieser Same einmal ausgesät ist, wird er früher oder später aufgehen. Denn — da er göttlichen Ursprungs ist — kann er nicht zugrunde gehen wie der Same der Erde, wenn er nicht gepflegt wird.

40     Unter euch soll es keine "Erlöser" noch Richter geben. Aber dennoch werde Ich durch euch erlösen und richten können. Ihr sollt als Diener eures Vaters, als Jünger unterwegs sein und in die Provinzen gehen.

41     Wenn ihr wirklich demütig und barmherzig seid, werden eure Werke, eure Worte und eure Gedanken trotz ihrer Einfachheit die Seele derer berühren, die in irgendeiner Weise gegen die Wahrheit verstoßen haben.

42     Ihr werdet auf eurem Wege denen begegnen, die behaupten, Mich zu vertreten, und es nicht mit ihren Werken beweisen. Ihr werdet bei Wissenschaftlern Unfähigkeit entdecken, die für gelehrt gehalten werden. Ihr werdet euch vom Mangel an Gerechtigkeit bei den Richtern überzeugen und von der falschen Größe der Mächtigen. All dies und noch viel mehr werden eure Augen sehen. Aber dennoch sollt ihr niemanden verurteilen, weil dies nicht eure Aufgabe ist.

43     Meine Barmherzigkeit wird euch dort hinführen, damit euer Herz, von den menschlichen Nöten und Schwachheiten ehrlich bewegt, jene Liebe als Balsam verströmt, die Ich in eure Seele gelegt habe.

44     Wenn ihr seht, dass andere eurer Mitmenschen den Namen und das Wort Christi lehren, so seht nicht auf sie herab. Denn es steht geschrieben, dass meine Wiederkunft dann geschehen würde, wenn das Wort, das Ich euch in der "Zweiten Zeit" brachte, sich über die ganze Erde verbreitet haben würde. Doch Ich sage euch, dass es noch immer Orte auf der Welt gibt, die jene Botschaft noch nicht erhalten haben. Wie könnte die heutige, zutiefst geistige Lehre jene Völker erreichen, ohne dass sie zuvor den göttlichen Liebessamen empfangen haben, den der Erlöser euch in seinem Worte und seinem Blute gab?

45     Zu allen wird meine Botschaft gelangen, und ihr alle werdet zu Mir kommen. Alles habe Ich für die kommenden Zeiten vorbereitet, und an allen wird sich mein Wille vollziehen, weil Ich der Herr der Seelen, der Welten, der Rassen und der Völker bin.

46     Eine Welt von Geistwesen wartet nur auf die Stunde, um dieses Erdental zu bewohnen. Es sind Lichtwesen, die es nicht verschmähen, im Schoße der zurückgebliebenen Völker zu inkarnieren, weil ihre Mission gerade die sein wird, jene zu erwecken, die schlafen.

47     Wenn diese großen Legionen von Lichtgeistern die Erde bewohnen, ausgesät und verteilt durch die Weisheit des Vaters, wird man die Annäherung unter den Menschen, den Wunsch nach Verständigung, nach Harmonie und Frieden zu bemerken beginnen. Man wird sehen, wie ein Volk sich mit anderen Völkern vereinigt, als ein Anzeichen für die universelle Vereinigung, zu der alle meine Kinder gelangen müssen.

48     Wer wird meine Pläne ändern können oder Mich bei dem, was Ich vorgesehen habe, scheitern lassen können? Alles innerhalb des Menschlichen hat seine Grenze, weshalb Ich euch sage, dass ihr nun zur Grenze des schlechten Gebrauches gelangt, die ihr von der Gabe der Willensfreiheit gemacht habt.

49     Der rasende Lauf des Menschen hat ihn schnell an diese Ziel gebracht, und er selbst wird sich das Gericht schaffen durch die Frucht seiner eigenen Werke.

50     Wer von denen, die Mich vernommen haben, und der daher die Pläne des Herrn kennt, wird angesichts dessen, was täglich auf der Welt geschieht, in Aufregung oder Verwirrung geraten können? Und wer, der Mich gehört hat, wird gleichgültig, untätig oder stumm bleiben können inmitten einer Welt, die geistige Orientierung benötigt, was dasselbe ist, wie zu sagen: eine höhere Moral?

51     Meine Gerechtigkeit und meine Liebe sind stärker als die Schlechtigkeit der Menschen, weshalb Ich euch sage, dass mein Wille sich bei allen vollziehen wird.

52     Wenn einmal der Friede unter den Menschen eintritt, und die Menschheit wieder den Wert begreift, den das Gebet und das Fasten hat, werdet ihr wissen, dass Ich der Baum des Lebens bin, in dessen Ästen, die bis ins Unendliche ausgebreitet sind, ihr die Arme des Meisters erkennen könnt, die wie an jenem Kreuze ausgebreitet sind, wo Er sein Blut für euch vergoss und damit jene Worte in die Gewissen prägte, die sagen: "Ich bin das Leben, wer zu Mir kommt, wird niemals 'sterben'."

53     Ich bin das Saatkorn, aus dem Ich das Neue Volk Israel schaffen werde — das Volk, das der Welt Schatten spenden und ihr Früchte geistigen Lebens bescheren soll.

54     Noch immer seid ihr sehr unbeholfen und furchtsam, euer Glaube ist gering und euer Wissen beschränkt. Der Beweis dafür ist, dass bis heute keine Patriarchen unter euch erstanden sind, deren Tugend, Eifer in meinem Gesetze und Güte einem Volke Leben geben sollen — wie jene gerechten und rechtschaffenen Männer, die Israel in seinen frühen Tagen Gestalt und Namen gaben. Erinnert euch an Abraham, einem Führer, dem es gelang, aus allen Sippen eine einzige Familie zu machen — an Moses, der mit seinem Glauben, seiner Kraft und seiner Liebe die israelitischen Stämme zu einem einzigen Volke zu vereinen verstand.

55     Die Gabe des Geistigen Gesichtes ist unter euch ausgegossen, und dennoch vernehmt ihr die Stimme eurer Propheten kaum, weil sie noch sehr schwach und unsicher ist.

56     Damit Ich in dieser Form zu euch spreche, und um von euch Werke zu erwarten, die als Beispiel für die zukünftigen Generationen überdauern können, habe Ich euch zuvor den Entwicklungsweg durchlaufen lassen und euch dabei die Mittel zur Verfügung gestellt, um euch entfalten zu können, indem Ich euch ein-umsandere Mal zur Erde sandte, um Erfahrung zu sammeln, welche Erkenntnislicht ist, und um euch in den Prüfungen zu läutern, welche seelische Aufwärtsentwicklung bedeutet.

57     Glaubt irgendjemand von euch, dass sein gegenwärtiges Dasein das erste ist, das er auf der Erde lebt? Nein, Volk, wenn es so wäre, hätte Ich euch in dieser Dritten Zeit nicht aufgesucht.

58     Euer gegenwärtiges Leben ist ein weiteres der Reisewege zur seelischen Entfaltung, die ihr auf dieser Welt gemacht habt. Ich vergebe euren Zweifel, weil er nicht aus dem Geiste, sondern aus dem "Fleische" stammt.

59     Ihr mögt die Ärmsten unter der Menschheit sein, mögt als Ungebildete und Unwissende betrachtet werden können, eure Arbeit mag bis heute nicht von Bedeutung gewesen sein, eure Gottesverehrung mag etwas Unbestimmtes sein. Aber nun von Mir geistig beurteilt sage Ich euch erneut, dass Ich einen Grund hatte, euch für meine Kundgebung und meine Offenbarungen zu erwählen.

60     Mit dem Meißel meines Wortes forme Ich eure Seele, euer Herz und euren Verstand, wobei Ich euch genügend Wissen gebe, dass euer Vertrauen in euch selbst groß wird, weil ihr wisst, wer ihr seid, von wem ihr abstammt, wozu ihr zur Welt gesandt worden seid und was euer Ziel ist.

61     Ich habe zu euch von Wissen und von Vertrauen gesprochen, damit ihr euch auf das richtige Ziel einstellt, das jenes ist, das euch euer Gewissen aufzeigt. Denn so wenig wie ihr euch für minderwertig halten sollt, indem ihr Demut mit Mangel an Vertrauen in euch selbst verwechselt, ebenso wenig dürft ihr euch niemandem für überlegen halten. Denn Eitelkeit, Hochmut und Stolz sind nicht Lichtseelen eigen, sondern Seelen, die vom Lichte geblendet worden sind.

62     Ihr wisst nun also, dass ihr "Wanderer" seid, und dass euch bei der jetzigen Gelegenheit das Glück zuteil wurde, meine Botschaft zu empfangen, und die Überträger, die Übermittler und Stimmträger meiner Kundgabe zu sein.

63     Keinerlei Unsicherheit oder Zweifel hinsichtlich eurer geistigen Mission wird euch kommen können. Alles ist gesagt, alles ist wie ein Pfad voller Klarheit gebahnt. Ihr müsst nur noch im Gebet und in der Befolgung meiner Unterweisung stark werden, damit ihr ganz den Weg betretet, den die Patriarchen, die Volksführer, die Propheten, die Jünger, die Apostel, die wahren Zeugen Gottes zurückgelegt haben.

64     Von allen Punkten der Erde werde Ich die Kinder dieses spiritualistischen Volkes kommen lassen. Denn Ich wiederhole für euch, dass dieses Volk keine Rasse ist noch menschlichen Ursprung hat. Es ist eine geistige Legion, deren Zahl sich ständig erneuert, damit es auf der Welt immer solche gibt, die von Geist zu Geist meine Inspiration empfangen.

65     Physisch werdet ihr nicht entdecken können, welche diesem Volke angehören. Nur an ihrer Vergeistigung und der Entfaltung ihrer Gaben und Fähigkeiten werdet ihr sie erkennen können.

66     Was ist die wesentliche Mission dieses Volkes, dem Sendboten des Herrn? Die Menschheit von jeder Knechtschaft zu befreien, sei es die der Seele oder die des Denkens; sie an das Gesetz zu erinnern, an die göttlichen Verheißungen zu erinnern; sie in ihren Verirrungen zu verwarnen, sie zum Guten zu ermahnen, sie zum "Gelobten Lande" zu führen, welches das Reich der Liebe, der Weisheit und des Friedens ist, wohin alle Wesen, alle Völker und alle Welten kommen werden, um eine einzige Familie zu bilden: die Familie Gottes.

Mein Friede sei mit euch!

 

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