14. Christentum, Kirchen und Kulte

III Die Zeit des Kirchenchristentums
Kapitel 14 -Christentum, Kirchen und Kulte

Die Entwicklung des Christentums

1 Nach meinem Scheiden in der "Zweiten Zeit" setzten meine Apostel mein Werk fort, und die auf meine Apostel folgten, führten deren Arbeit fort. Es waren die neuen Arbeiter, die Bebauer jenes Ackerlandes, das vom Herrn vorbereitet war, fruchtbar gemacht durch sein Blut, seine Tränen und sein Wort, aufbereitet durch die Arbeit der zwölf Ersten und auch durch jene, die auf sie folgten. Doch im Laufe der Zeit und von Generation zu Generation mystifizierten oder verfälschten die Menschen mein Werk und meine Lehre immer mehr.

2 Wer sagte dem Menschen, dass er von Mir ein Abbild machen dürfe? Wer sagte ihm, dass er Mich am Kreuze hängend darstellen solle? Wer sagte ihm, dass er das Abbild Marias, die Gestalt der Engel oder das Antlitz des Vaters herstellen dürfe? Ach ihr kleingläubigen Menschen, die ihr das Geistige materiell sichtbar machen musstet, um meine Gegenwart zu spüren!

3 Das Ebenbild des Vaters war Jesus, das Ebenbild des Meisters, seine Jünger. Ich sagte in der "Zweiten Zeit": "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater". Damit sollte gesagt sein, dass Christus, welcher in Jesus sprach, der Vater Selbst ist. Der Vater allein konnte sein eigenes Ebenbild schaffen.

4 Nach meinem Tod als Mensch offenbarte Ich Mich meinen Aposteln als Lebender, damit sie erkennen sollten, dass Ich das Leben und die Ewigkeit bin und dass Ich – ob im Körper oder außerhalb desselben – unter euch gegenwärtig bin. Nicht alle Menschen verstanden dies, und darum gerieten sie in Abgötterei und in Fanatismus. (113, 13 - 17)

5 Ich habe der Frau aus Samaria gesagt: "Wer von diesem Wasser trinkt, das Ich gebe, wird nie mehr Durst haben." Und heute sage Ich euch: Wenn die Menschheit von jenem lebendigen Wasser getrunken hätte, gäbe es kein so großes Elend in ihr.

6 Die Menschen hielten sich nicht unbeirrbar an meine Unterweisung und zogen es vor, meinen Namen zu gebrauchen, um ihrer Auslegung und Bequemlichkeit entsprechend Kirchen zu gründen. Ich verwarf Traditionen und unterwies sie in der Lehre der Liebe, doch heute kommt ihr zu Mir, um Mir gehaltlose Riten und Zeremonien darzubringen, die eurem Geist nicht den geringsten Nutzen bringen. Wenn in euren Werken keine Spiritualität vorhanden ist, kann keine Wahrheit in ihnen sein, und was nicht Wahrheit in sich trägt, gelangt nicht zu eurem Vater.

7 Als jene samaritanische Frau fühlte, dass das Licht meiner Augen bis auf den Grund ihres Herzens drang, sagte sie zu Mir: "Herr, ihr Juden sagt, dass Jerusalem der Ort sei, an dem man unseren Gott anbeten muss." Da sagte Ich ihr: "Frau, wahrlich, Ich sage dir, der Zeitpunkt wird kommen, an dem ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet, wie ihr es derzeit tut. Die Zeit rückt näher, in der man den Vater "im Geist und in der Wahrheit" verehrt; denn Gott ist Geist."

8 Dies ist meine Lehre aller Zeiten. Seht, die Wahrheit lag vor euren Augen, und ihr wolltet sie nicht sehen. Wie wollt ihr sie leben, wenn ihr sie nicht kennt? (151, 2 - 5)

Kulthandlungen

9 Wenn ihr liebt, werdet ihr keine sinnfälligen Kulthandlungen oder Riten nötig haben, weil ihr das Licht haben werdet, das euren inneren Tempel erhellt, an dem sich die Wogen aller Stürme brechen werden, die euch peitschen könnten, und das die finsteren Nebel der Menschheit auflöst.

10 Entweiht nicht länger das Göttliche, denn wahrlich, Ich sage euch, groß ist die Undankbarkeit, mit der ihr euch vor Gott zeigt, wenn ihr diese äußerlichen Kulthandlungen vollzieht, die ihr von euren Vorfahren übernommen habt und in denen ihr fanatisch geworden seid. (21, 13 - 14)

11 Betrachtet die fehlgeleitete Menschheit - fehlgeleitet, weil die großen Kirchen, die sich christlich nennen, dem Rituellen und Äußerlichen mehr Bedeutung beimessen als meiner Lehre selbst. Jenes Wort des Lebens, das Ich mit Werken der Liebe und mit dem Blut am Kreuze besiegelte, lebt nicht mehr im Herzen der Menschen, es ist eingesperrt und stumm in den alten und verstaubten Büchern.  Und so gibt es eine "christliche" Menschheit, die weder begreift noch weiß, wie man Christus nachfolgt.

12 Darum habe Ich nur wenige Jünger in dieser Zeit - solche, die ihre leidenden Brüder lieben, die  den Schmerz lindern- solche, die in der Tugend leben und sie durch ihr Vorbild predigen: das sind die  Jünger Christi.

13 Wer meine Lehre kennt und verheimlicht oder sie nur mit den Lippen bekannt macht und nicht  mit dem Herzen, der ist nicht mein Jünger.

14 Ich bin in dieser Zeit nicht gekommen, um Tempel aus Stein aufzusuchen und Mich in ihnen kundzutun. Ich suche euren Geist, euer Herz, nicht materielles Gepränge. (72, 47 - 50)

15 Solange die Religionsgemeinschaften weiter in tiefen Schlaf versunken bleiben und ihre gewohnten Bahnen nicht verlassen, wird es kein geistiges Erwachen geben, noch Erkenntnis der geistigen Ideale; und daher wird kein Friede unter den Menschen sein können, noch Raum für tätige Nächstenliebe. Das Licht, das die schweren menschlichen Konflikte löst, wird nicht erstrahlen können.(100, 38)

Die Geistlichkeit

16 Da ihr nicht wisst, was der wahre Friede ist, begnügt ihr euch damit, euch nach ihm zu sehnen und versucht mit allen möglichen Mitteln und auf alle nur erdenkliche Art, ein wenig Ruhe, Annehmlichkeiten und Befriedigungen zu erlangen, aber niemals das, was wirklich Friede des Geistes ist. Ich sage euch, dass ihn nur der Gehorsam des Kindes gegenüber dem Willen des  Herrn erringt.

17 Auf der Welt fehlen gute Erklärer meines Wortes, gute Ausleger meiner Unterweisungen. Daher lebt die Menschheit, auch soweit sie sich christlich nennt, geistig rückständig, weil niemand da ist, der sie mit meiner wahren Lehre erschüttert, es niemanden gibt, der die Herzen mit der Liebe pflegt, mit der Ich die Menschen lehrte.

18 Tag für Tag – in Gemeindesälen, Kirchen und Kathedralen – spricht man meinen Namen aus und wiederholt man meine Worte, doch niemand ist innerlich bewegt, niemand erbebt durch ihr Licht, und zwar deshalb, weil die Menschen den Sinn derselben falsch verstanden haben. Die meisten glauben, dass die Wirkungskraft des Wortes Christi darauf beruht, es wieder und wieder mechanisch zu wiederholen, ohne zu begreifen, dass es nicht nötig ist, es aufzusagen, sondern es zu studieren, darüber nachzudenken, es auszuüben und zu leben.

19 Wenn die Menschen den Sinngehalt im Worte Christi suchen würden, so wäre es für sie immer wieder neu, frisch, lebendig und lebensnah. Aber sie kennen es nur oberflächlich, und so können sie sich nicht von ihm nähren, noch werden sie es auf diese Weise jemals können.

20 Arme Menschheit – im Dunkeln umherirrend, obwohl das Licht ihr so nahe ist, ängstlich klagend, obwohl der Friede in Reichweite ist! Doch die Menschen können jenes Göttliche Licht nicht erblicken, weil es welche gegeben hat, die ihnen mitleidslos die Augen verbunden haben. Ich, der Ich  euch wahrhaft liebe, komme euch zu Hilfe, indem Ich euch aus der Finsternis befreie und euch beweise, dass all das, was Ich euch seinerzeit sagte, für alle Zeiten bestimmt war, und dass ihr jenes Göttliche Wort nicht als eine alte Lehre einer vergangenen Epoche betrachten dürft. Denn die Liebe, die die Essenz meiner ganzen Unterweisung war, ist ewig, und in ihr liegt das Geheimnis  eurer Rettung in dieser Zeit der Verirrungen, unermesslichen Leides und zügelloser Leidenschaften. (307, 4 - 8)

21 Ich tadle jene, die einen blinden Glauben predigen, einen Glauben ohne Erkenntnis, einen durch Ängste und Aberglauben erworbenen Glauben.

22 Hört nicht auf die Worte derer, die alle Übel, die die Menschheit quälen, alle Plagen, Hungersnöte und Seuchen Gott zuschreiben, indem sie diese als Strafen oder Zorn Gottes bezeichnen. Das sind die falschen Propheten.

23 Wendet euch von ihnen ab, denn sie kennen Mich nicht und wollen doch die Menschen lehren, wie Gott ist.

24 Dies ist die Frucht der schlechten Auslegung, die man den Schriften vergangener Zeiten gegeben hat, deren göttliche Sprache noch nicht im Kern der menschlichen Sprache entdeckt wurde, mit der die Offenbarungen und Prophetien niedergeschrieben wurden. Viele sprechen vom Ende der Welt, vom Jüngsten Gericht, vom Tod und von der Hölle ohne die geringste Kenntnis der Wahrheit. (290, 16 - 19)

25 Ihr lebt bereits in der "Dritten Zeit", und noch immer ist die Menschheit spirituell  zurückgeblieben. Ihre Seelsorger, ihre Theologen und geistlichen Hirten offenbaren ihr recht wenig und manchmal gar nichts über das Ewige Leben. Auch ihnen offenbare Ich die Geheimnisse des Buches meiner Weisheit, und so frage Ich euch: Warum schweigen sie? Warum fürchten sie sich davor, den schläfrigen Geist des Menschen aufzuwecken? (245, 5)

26 Meine Lehre unterweist euch in einer vollkommenen, geistigen und reinen Verehrung des Vaters, denn der Geist der Menschheit ist – ohne es zu merken - bei den Schwellen des Tempels des Herrn angelangt, wo er eintreten wird, um meine Gegenwart zu fühlen, um meine Stimme über sein Gewissen zu hören und Mich in dem Lichte zu schauen, das auf seinen Verstand herabfällt.

27 Die Leere, welche die Menschen in dieser Zeit innerhalb ihrer verschiedenen Religionsgemeinschaften fühlen, ist darauf zurückzuführen, dass der Geist Hunger und Durst nach Vergeistigung hat. Die Riten und Traditionen genügen ihr nicht mehr, sie sehnt sich danach, meine Wahrheit kennen zu lernen. (138, 43 - 44)

Abendmahl und Messe

28 Niemals bin Ich zu den Menschen in Geheimnisse gehüllt gekommen. Wenn Ich zu euch in bildlichem Sinne gesprochen habe, um euch das Göttliche zu offenbaren oder das Ewige in irgendeiner materiellen Form darzustellen, so geschah es, damit ihr Mich versteht. Aber wenn die Menschen darin verharren, Formen, Gegenstände oder Symbole zu verehren, statt nach dem Sinngehalt jener Belehrungen zu suchen, so ist es nur natürlich, dass sie Jahrhunderte hindurch einen Stillstand erleiden und in allem Geheimnisse sehen.

29 Seit den Zeiten des Aufenthaltes Israels in Ägypten, in denen mein Blut durch das eines Lammes verkörpert wurde, hat es Menschen gegeben, die nur von Überlieferungen und Riten leben, ohne zu begreifen, dass jenes Opfer ein Abbild des Blutes war, das Christus vergießen sollte, um euch das Geistige Leben zu geben. Andere, die sich von meinem Körper zu nähren glauben, essen materielle Brote, ohne begreifen zu wollen, dass - als Ich meinen Jüngern das Brot bei dem Abendmahl gab - es geschah, um ihnen begreiflich zu machen, dass der, der den Sinngehalt meines Wortes wie Nahrung zu sich nimmt, sich von Mir nährt.

30 Wie wenige sind derer, die in Wahrheit meine Göttlichen Lehren zu begreifen vermögen, und diese wenigen sind jene, die sie mit dem Geiste auslegen. Bedenkt jedoch, dass Ich euch die Göttliche Offenbarung nicht auf einmal übergeben habe, sondern dass Ich sie euch nach und nach bei jeder meiner Unterweisungen erläutere. (36, 7 - 9)

31 Wonne ist in den Herzen dieser Zuhörerscharen, weil sie wissen, dass sich vor ihrem Geiste das himmlische Festmahl befindet, zu dem der Meister sie erwartet, um ihnen das Brot und den Wein des wahren Lebens zu essen und zu trinken zu geben.

32 Der Tisch, um den sich damals Jesus mit seinen Aposteln versammelte, war ein Symbol des Himmelreiches. Dort war der Vater von seinen Kindern umgeben, dort waren die Speisen, die das Leben und die Liebe darstellten; es erklang die Göttliche Stimme, und ihr Wesen war die weltumfassende Harmonie, und der Friede, der dort herrschte, war der Friede, der im Reiche Gottes besteht.

33 Ihr habt versucht, euch in diesen Morgenstunden zu reinigen, da ihr dachtet, dass der Meister euch in seinen Worten ein neues Testament bringen werde, und so ist es: Heute erlaube Ich  euch, dass ihr des Brotes und des Weines gedenkt, mit denen Ich meinen Körper und mein Blut darstellte. Doch ebenso sage Ich euch, dass ihr in dieser  neuen Zeit jene Nahrung nur im Göttlichen Sinn meines Wortes finden werdet. Wenn ihr meinen Körper und mein Blut sucht, müsst ihr sie im Göttlichen der Schöpfung suchen, denn Ich bin nur Geist. Esset von jenem Brot und trinket von jenem Wein, doch füllt auch meinen Becher, Ich möchte mit euch trinken: Ich habe Durst nach eurer Liebe.

34 Tragt diese Botschaft zu euren Brüdern und lernet, dass das Blut, da es Leben ist, nur ein Symbol des ewigen Lebens ist, welches die wahre Liebe ist. - Durch euch (gemeint sind die ersten Zuhörer in Mexiko) beginne Ich die Menschheit mit meinen neuen Offenbarungen zu erleuchten.(48, 22 - 25)

35 Ich bringe euch den Frieden und eine neue Unterweisung. Wenn mein Opfer der "Zweiten Zeit" die Opferung unschuldiger Tiere aufhob, die ihr auf dem Altar Jehovas opfertet, so hat heute die Nahrung meines Göttlichen Wortes bewirkt, dass ihr meinen Körper und mein Blut nicht mehr durch das Brot und den Wein dieser Welt versinnbildlicht.

36 Jeder Geist, der leben will, muss sich vom Göttlichen Geiste nähren. Wer mein Wort vernimmt und es in seinem Herzen empfindet, hat sich in Wahrheit genährt. Dieser hat nicht nur meinen Körper gegessen und mein Blut getrunken, sondern hat von meinem Geiste genommen, um sich zu nähren.

37 Wer - nachdem er diese Himmlische Nahrung gekostet hat – wird Mich nochmals in Gebilden und Formen suchen, die von Menschenhand gemacht sind?

38 Von Zeit zu Zeit komme Ich und beseitige Traditionen, Riten und Gebräuche und lasse in eurem Geiste nur das Gesetz und den geistigen Kern meiner Unterweisungen bestehen. (68,27)

Die Taufe

39 Volk, zu seiner Zeit taufte Johannes, der auch der Täufer genannt wird, diejenigen mit Wasser, die an seine Weissagung glaubten. Diese Handlung war ein Sinnbild für die Reinigung von der Urschuld. Er sagte den Menschenscharen, die zum Jordan kamen, um die Worte des Wegbereiters zu hören:

"Siehe, ich taufe euch mit Wasser, doch schon ist Jener auf dem Wege, der euch mit dem Feuer des Heiligen Geistes taufen wird."

40 Aus diesem Göttlichen Feuer wurden alle Geister geboren, sie gingen rein und lauter daraus hervor. Doch wenn sie sich auf ihrem Wege mit der Sünde befleckt haben, welche der Ungehorsam mit sich brachte, so ergießt sich aufs neue das Feuer meines Geistes auf sie, um ihre Sünde zu tilgen, ihre Flecken auszulöschen und ihnen ihre ursprüngliche Reinheit zurückzugeben.

41 Wenn ihr diese Geistige Taufe, statt sie als Läuterung zu verstehen, die der Mensch durch einen Akt aufrichtiger Reue gegenüber seinem Schöpfer erlangt, in einen Ritus verwandelt und euch mit dem Symbolgehalt einer Handlung begnügt - wahrlich, Ich sage euch, dann wird euer Geist nichts erlangen.

42 Wer so handelt, lebt noch in den Zeiten des Täufers, und es ist, als ob er nicht an dessen Prophetien und Worte geglaubt hätte, die von der Geistigen Taufe sprachen, vom Göttlichen Feuer, durch das Gott seine Kinder reinigt und im Lichte unsterblich macht.

43 Johannes rief die Menschen als Erwachsene zu sich, um jenes Wasser als Sinnbild der Reinigung auf sie zu gießen. Sie kamen zu ihm, als sie sich bereits ihrer Handlungen bewusst waren und schon den festen Willen haben konnten, auf dem Wege des Guten, der Rechtschaffenheit und der Gerechtigkeit zu bleiben. Seht, wie die Menschheit es vorgezogen hat, den symbolischen Akt der Läuterung mittels Wasser zu vollziehen, statt wahrhaftiger Erneuerung durch Reue und den festen Vorsatz zur Besserung, welche aus der Liebe zu Gott geboren werden. Die rituelle Handlung bedeutet keine Anstrengung; hingegen das Herz läutern und darum ringen, rein zu bleiben, bedeutet für den Menschen sehr wohl Anstrengung, Entsagung, und selbst Opfer. Darum haben die Menschen es vorgezogen, ihre Sünden äußerlich zuzudecken, indem sie sich mit der Einhaltung von Zeremonien, bestimmten Handlungen und Riten begnügten, die ihre moralische oder geistige Verfassung nicht im geringsten verbessern, wenn bei ihnen nicht das Gewissen mitspricht.

44 Jünger, das ist der Grund, weshalb Ich nicht will, dass unter euch rituelle Handlungen stattfinden, damit ihr durch deren Vollzug nicht das vergesst, was tatsächlich auf den Geist einwirkt. (99,56 - 61)

45 Ich bin es, der die Geistwesen im Einklang mit dem Gesetze der Entwicklung zur Inkarnation sendet, und wahrlich, Ich sage euch, die Einflüsse dieser Welt werden meine Göttlichen Pläne nicht ändern. Denn über alles ehrgeizige Machtstreben hinweg wird mein Wille geschehen.

46 Jedes menschliche Wesen bringt einen Auftrag zur Erde mit, seine Bestimmung ist vom Vater vorgezeichnet, und sein Geist ist durch meine Vaterliebe gesalbt. Umsonst veranstalten die Menschen Zeremonien und segnen die Kleinen. Wahrlich, Ich sage euch, in keinem materiellen Lebensalter wird  das Wasser den Geist von seinen Verstößen gegen mein Gesetz reinigen. Und wenn Ich einen von jeder Sünde reinen Geist sende - von welcher Befleckung reinigen diesen dann die Geistlichen der Konfessionen mit der Taufe?

47 Es ist Zeit, dass ihr begreift, dass der Ursprung des Menschen keine Sünde ist, sondern dass seine Geburt das Ergebnis der Erfüllung eines Naturgesetzes ist, eines Gesetzes, das nicht nur der Mensch erfüllt, sondern alle Geschöpfe, welche die Natur bilden. Beachtet, dass Ich "der Mensch" gesagt habe und nicht "seinen Geist". Der Mensch hat meine Vollmacht, ihm ähnliche Wesen zu schaffen; die Geistwesen jedoch gehen nur aus Mir hervor.

48 Wachsen und sich Mehren ist universelles Gesetz. Die Sterne gingen ebenso aus anderen, größeren Sternen hervor, wie der Same sich vervielfältigte, und niemals habe Ich gesagt, dass sie durch diese Tatsache gesündigt oder den Schöpfer verletzt haben. Warum solltet ihr in Erfüllung dieses Göttlichen Gebotes dann für Sünder gehalten werden? Begreift, dass die Erfüllung des Gesetzes den Menschen niemals beflecken kann.

49 Was den Menschen befleckt und den Geist vom Wege der Entwicklung entfernt, sind die niederen Leidenschaften: die Zügellosigkeit, das Laster, die Unzucht, denn all dies ist gegen das Gesetz.

50 Studieret und forschet, bis ihr die Wahrheit findet. Dann werdet ihr die Gebote des Schöpfers des Lebens nicht mehr Sünde nennen und werdet das Dasein eurer Kinder durch das Vorbild eurer guten Werke heiligen. (37, 18 -23)

Totengedenken

51 Die Menschen halten an ihren Traditionen und Bräuchen fest. Es ist verständlich, dass sie eine unauslöschliche Erinnerung an die Menschen haben, deren Körper sie ins Grab gesenkt haben, und sie der Ort anzieht, wo sie deren Überreste beerdigten. Doch wenn sie sich in den wirklichen Sinn des materiellen Lebens vertiefen würden, würden sie erkennen, dass jener Körper bei seiner Auflösung Atom für Atom zu jenen Naturreichen zurückkehrt, aus denen er gebildet wurde, und das Leben sich weiter entfaltet.

52 Aber der Mensch hat infolge des fehlenden Studiums des Geistigen zu allen Zeiten eine Kette von fanatischen Kulten für den Körper geschaffen. Er versucht das materielle Leben unvergänglich zu machen und vergisst den Geist, der das ist, was in Wahrheit ewiges Leben besitzt. Wie weit sind sie noch davon entfernt, das Geistige Leben zu verstehen!

53 Jetzt versteht ihr, dass es unnötig ist, an jene Orte Gaben zu bringen, wo ein Grabstein, welcher "Tod" ausdrückt, "Auflösung und Leben" zum Ausdruck bringen sollte; denn dort ist die Natur in voller Blüte, dort ist Erdreich, das fruchtbarer und unerschöpflicher Schoß von Geschöpfen und Lebensformen ist.

54 Wenn diese Lehren begriffen sind, wird die Menschheit dem Materiellen seinen Stellenwert und dem Göttlichen den seinen zu geben verstehen. Dann wird der abgöttische Kult für die Vorausgegangenen verschwinden.

55 Der Mensch soll seinen Schöpfer von Geist zu Geist erkennen und lieben.

56 Die Altäre sind Trauerflore und die Grabmäler sind ein Beweis für Unwissenheit und Abgötterei. Ich vergebe alle eure Verfehlungen, aber Ich muss euch wirklich wachrütteln. Meine Unterweisung wird verstanden werden und die Zeit wird kommen, in der die Menschen die materiellen Gaben durch  hohe Gedanken ersetzen. (245, 16 - 21)

Materielle Symbole, Kreuze und Reliquien.

57 In der "Ersten Zeit" kanntet ihr die Symbole: das Tabernakel oder Heiligtum, das die Bundeslade behütete, in der die Gesetzestafeln aufbewahrt waren. Als jene Sinnbilder ihre Aufgabe erfüllt hatten, beseitigte sie mein Wille von der Erde, entzog sie den Blicken der Menschen, damit die Welt nicht in Abgötterei geriete; aber den Sinngehalt oder die Essenz jener lehrreichen Symbole ließ Ich im Geiste  meiner Diener geschrieben bestehen.

58 In der "Zweiten Zeit", nachdem das Opfer Christi vollbracht war, ließ Ich das höchste Symbol des Christentums verschwinden, das Kreuz, zusammen mit der Dornenkrone, dem Kelch und allem, was von Seiten der Menschheit zum Objekt schwärmerischer Verehrung hätte werden können. (138, 36)

59 Die Menschheit sah Jesus leiden, und seine Lehre und sein Zeugnis wird von euch geglaubt. Wozu Ihn weiterhin in euren Skulpturen kreuzigen? Genügen euch die Jahrhunderte nicht, die ihr damit verbracht habt, ihn als Opfer eurer Schlechtigkeit zur Schau zu stellen?

60 Statt meiner in den Martern und im Todeskampfe Jesu zu gedenken - warum gedenkt ihr nicht meiner Auferstehung voll Licht und Herrlichkeit?

61 Es gibt manche, die beim Anblick eurer Bilder, die Mich in der Gestalt Jesu am Kreuze darstellen, zuweilen geglaubt haben, dass es sich um einen schwächlichen, feigen oder furchtsamen Menschen handelte, ohne daran zu denken, dass Ich Geist bin und zum Vorbild für die ganze Menschheit das erlitten habe, was ihr Opferung nennt und was Ich Liebespflicht nenne.

62 Wenn ihr darüber nachdenkt, dass Ich eins war mit dem Vater, so denkt daran, dass es keine Waffen, noch Gewalten, noch Foltern gab, die Mich hätten beugen können; doch wenn Ich als Mensch litt, blutete und starb, so geschah es, um euch mein erhabenes Vorbild der Demut zu geben.

63 Die Menschen haben die Größe jener Lektion nicht begriffen, und überall errichteten sie das Bild des Gekreuzigten, das eine Schande für diese Menschheit darstellt, welche ihn - ohne Liebe und Achtung für Jenen, den sie zu lieben behauptet - fort und fort kreuzigt und täglich verwundet, indem die Menschen das Herz ihrer Mitmenschen verletzen, für welche der Meister sein Leben gab. (21, l5 - 19)

64 Ich würde euch nicht verurteilen, wenn ihr von der Erde selbst das letzte Kreuz verschwinden ließet, mit dem ihr euren christlichen Glauben versinnbildlicht, und als Ausgleich jenes Symbol durch die wahrhaftige Liebe untereinander ersetzen würdet; denn dann würden euer Glaube und eure äußerliche Gottesverehrung zu einer Verehrung und einem Glauben des Geistes, was dem entspricht, was Ich von euch erwarte.

65 Wenn eure Gottesdienste und eure Symbole wenigstens die Kraft hätten, um eure Kriege zu verhindern, um euch nicht ins Laster versinken zu lassen, um euch im Frieden zu erhalten. Aber seht, wie ihr über alles hinweggeht, was nach euren Worten heilig ist; seht, wie ihr das mit Füßen tretet, was ihr für göttlich gehalten habt.

66 Ich sage euch noch einmal: es wäre besser für euch, wenn ihr keine einzige Kirche, nicht einen Altar, kein einziges Symbol oder Bildnis auf der ganzen Erde hättet, aber mit dem Geiste zu beten und euren Vater zu lieben verstündet und an Ihn zu glauben vermöchtet ohne das Bedürfnis nach Stellvertretern, und dass ihr euch lieben würdet, wie Ich euch in meiner Lehre unterwiesen habe. Dann wäret ihr gerettet, würdet auf dem Wege gehen, der durch meine Blutspuren gekennzeichnet ist – Spuren, mit denen Ich kam, die Wahrheit meiner Unterweisungen zu besiegeln. (280, 69 - 70)

Heiligenverehrung

67 Ich gebe euch diese Belehrungen, weil ihr die Geistwesen vieler Gerechter zu Heiligen erklärt habt, die ihr bittet und verehrt, als ob sie Götter wären. Wie viel Unwissenheit, Menschheit! Wie können die Menschen die Heiligkeit und Vollkommenheit eines Geistwesens beurteilen, nur aufgrund ihrer menschlichen Werke?

68 Ich bin der Erste, wenn es darum geht, euch zu sagen, dass ihr euch die guten Beispiele zum Vorbild nehmen sollt, die eure Brüder mit ihren Werken, mit ihrem Leben, mit ihrer Tugend geschrieben haben; und Ich sage euch auch, dass ihr, wenn ihr an sie denkt, ihren geistigen Beistand und ihren Einfluss erhoffen dürft. Doch weshalb errichtet ihr ihnen Altäre, die nur dazu dienen, die Demut jener Geistwesen zu beleidigen? Warum schafft man Kulte um ihr Andenken, als ob sie die Gottheit wären, und setzt sie an die Stelle des Vaters, den man über der Verehrung der eigenen Brüder vergisst? Wie leidvoll ist für diese der Ruhm gewesen, den ihr ihnen hier habt zuteil werden lassen!

69 Was wissen die Menschen von meinem Urteil über jene, die sie Heilige nennen? Was wissen sie über das Geistige Leben jener Wesenheiten oder über den Ort, den sich jeder beim Herrn errungen hat?

70 Niemand denke, dass Ich mit diesen Offenbarungen aus euren Herzen die Verdienste löschen will, die meine Diener unter den Menschen erbracht haben – im Gegenteil, Ich will, dass ihr wisst, dass die Gnade groß ist, die sie bei Mir gefunden haben, und dass Ich euch durch ihre Gebete vieles gewähre; aber es ist notwendig, dass ihr eure Unwissenheit beseitigt, aus der der religiöse Fanatismus, die Abgötterei und der Aberglauben entspringen.

71 Wenn ihr fühlt, dass der Geist jener Wesenheiten über eurer Lebenswelt waltet, so vertraut ihnen, die Teil der Geistigen Welt sind, damit ihr und sie im Wege des Herrn vereint das Werk der geistigen Brüderlichkeit vollbringt – jenes Werk, das Ich als Resultat all meiner Unterweisungen erwarte. (115, 52 - 56)

Kirchenfeste

72 An diesem Tag, an dem die Menschenscharen mit großem Geschrei zu ihren Kirchen eilen, um den Augenblick zu feiern, in dem der Himmel sich öffnete, um Mich zu empfangen, sage Ich euch, dass all dies nur eine Tradition ist, um die Herzen der Menschen zu beeindrucken. Es sind nur Rituale, die heute meine Göttliche Passion materialisieren.

73 Ihr sollt dieser Tendenz nicht folgen, indem ihr Altäre und Sinnbilder aufstellt. Macht keine Darstellungen heiliger Geschehnisse, und verwendet keine besonderen Gewänder, um aufzufallen, denn all dies ist abgöttischer Kult.

74 Ruft Mich mit dem Herzen, ruft euch meine Unterweisung ins Gedächtnis und folgt meinen Beispielen. Bietet Mir den Tribut eurer Besserung an, und ihr werdet fühlen, wie die Pforten des Himmels sich öffnen, um euch zu empfangen.

75 Meidet die falschen und profanen Darstellungen, die man von Mir und meiner Passion macht, denn niemand kann Mich verkörpern. Lebt mein Vorbild und meine Unterweisung. Wer also tut, wird seinen Meister auf Erden verkörpert haben. (131, 11 - 13, 16)

76 Menschheit: In diesen Tagen, in denen ihr der Geburt Jesu gedenkt, lasst ihr den Frieden in eure Herzen einziehen und erscheint ihr wie eine vereinigte und glückliche Familie.

77 Ich weiß, nicht alle Herzen fühlen eine aufrichtige Freude, wenn sie meines Kommens zur Welt in jener Zeit gedenken. Sehr wenige sind es, die sich Zeit für Besinnung und Sammlung nehmen und zulassen, dass die Freude eine innerliche ist und dass das Fest des Gedenkens sich im Geiste vollzieht.

78 Heute wie zu allen Zeiten haben die Menschen aus den Gedenktagen profane und sinnentleerte Feste gemacht, um Vergnügungen für die Sinne zu suchen, weit entfernt von dem, was die Freuden des Geistes sein sollen.

79 Wenn die Menschen diesen Tag dazu gebrauchen würden, ihn dem Geiste zu widmen, indem sie über die Göttliche Liebe nachdenken, deren unumstößlicher Beweis die Tatsache war, dass Ich Mensch wurde, um mit euch zu leben – wahrlich, Ich sage euch, euer Glaube würde im Höchsten eures Wesens erstrahlen, und er wäre der Stern, der euch den Weg weisen würde, der zu Mir führt. Eurer Geist wäre derart von Güte durchdrungen, dass ihr auf eurem Lebenswege die Bedürftigen mit Wohltaten, Trost und Zärtlichkeit überschütten würdet. Ihr würdet euch mehr als Geschwister fühlen, würdet euren Beleidigern von Herzen verzeihen. Ihr würdet euch von Zärtlichkeit erfüllt fühlen beim Anblick der Verstoßenen, jener Kinder ohne Eltern, ohne Obdach und ohne Liebe.

Ihr würdet an die Völker ohne Frieden denken, wo der Krieg alles Gute, Edle und Heilige des menschlichen Lebens zerstört hat. Dann würde euer Gebet rein zu Mir empor dringen und Mir sagen: " Herr, welches Recht auf Frieden haben wir, solange es so viele Geschwister von uns gibt, die furchtbar leiden?"

80 Meine Antwort darauf wäre dies: Da ihr den Schmerz eurer Mitmenschen empfandet und ihr gebetet und Mitgefühl gehabt habt, so versammelt euch in eurem Heim, setzt euch an den Tisch und freut euch in jener gesegneten Stunde, denn Ich werde dort gegenwärtig sein. Habt keine Bedenken, fröhlich zu sein, obwohl ihr wisst, dass es in jenem Augenblick viele gibt, die leiden; denn wahrlich, Ich sage euch, wenn eure Freude aufrichtig ist, wird von ihr ein Hauch von Frieden und von Hoffnung ausströmen, der die Notleidenden  wie ein Liebeswehen berühren wird.

81 Niemand meine, dass Ich aus euren Herzen das reinste Fest auslöschen will, das ihr im Jahresverlauf feiert, wenn ihr der Geburt Jesu gedenkt. Ich will euch nur lehren, der Welt das zu geben, was ihr zusteht, und dem Geist, was ihm zukommt; denn wenn ihr so viele Feste begeht, um menschliche Ereignisse zu feiern – warum überlasst ihr dieses Fest nicht dem Geist, damit er, zum Kind geworden, herbeikommt, um Mir sein Geschenk der Liebe darzubringen, damit er die Schlichtheit der Hirten erlangt, um Mich anzubeten, und die Demut der Weisen, um seinen Nacken zu beugen und sein Wissen vor dem Herrn der wahren Weisheit darzubringen?

82 Ich will nicht die Freude dämpfen, die in diesen Tagen das Leben der Menschen umgibt. Es ist nicht nur die Macht einer Tradition – es liegt daran, dass meine Barmherzigkeit euch berührt, mein Licht euch erhellt, meine Liebe euch wie ein Mantel umhüllt. Dann fühlt ihr das Herz voller Hoffnung, Freude und Zärtlichkeit, erfüllt von dem Bedürfnis, etwas zu schenken, zu erleben und zu lieben. Nur lasst ihr jene Gefühle und Eingebungen nicht immer in ihrer wahren Hochherzigkeit und Lauterkeit zum Ausdruck kommen; denn ihr vergeudet jene Freude in Vergnügungen der Welt, ohne zuzulassen, dass der Geist, um dessentwillen der Erlöser zur Welt kam, jenen Augenblick durchlebt, in jenes Licht eingeht, sich läutert und gerettet wird. Denn jene Göttliche Liebe, die Mensch wurde, ist ewig gegenwärtig auf dem Lebenswege eines jeden Menschen, damit er in ihr das Leben finde. (299,43 - 48)

Die Gegenwart Gottes trotz falscher Kultformen

83 Da der Mensch vermaterialisiert ist, muss er Mich über den sinnfälligen Kult suchen, und da die Augen seines Geistes nicht offen sind, muss er mein Abbild schaffen, um Mich zu sehen. Da er sich geistig nicht empfindsam gemacht hat, verlangt er immer materielle Wunder und Beweise, um an mein Dasein zu glauben, und stellt Mir Bedingungen, um Mir zu dienen, Mir nachzufolgen, Mich zu lieben, und Mir für das, was Ich ihm gebe, etwas zurückzugeben. So sehe Ich alle Kirchen, alle Religionsgemeinschaften, alle Sekten, die die Menschen auf der ganzen Erde geschaffen haben. Sie sind durchdrungen von Materialismus, von Fanatismus und Abgötterei, von Geheimniskrämerei, Betrug und Entweihungen.

84 Was nehme Ich davon an?: Nur die Absicht. Was gelangt zu Mir von alledem?: Die geistige oder körperliche Bedürftigkeit meiner Kinder, ihr bisschen Liebe, ihr Verlangen nach Licht. Dies ist es, was Mich erreicht, und Ich bin bei allen. Ich blicke nicht auf Kirchen, noch auf Formen, auf Riten. Ich komme zu allen meinen Kindern gleichermaßen. Ich empfange ihren Geist im Gebet. Ich ziehe ihn an meine Brust, um ihn zu umarmen, damit er meine Wärme fühlt und diese Wärme Anreiz und Ansporn ist auf seinem Wege der Heimsuchungen und Prüfungen. Aber deshalb, weil Ich die gute Absicht der Menschheit annehme, muss Ich nicht zulassen, dass sie ewig im Dunkeln bleibt, eingehüllt in ihre Abgötterei und ihren Fanatismus.

85 Ich will, dass der Mensch erwacht, dass der Geist sich zu Mir erhebt und in seiner Erhebung die wahre Herrlichkeit seines Vaters schauen kann und den falschen Glanz der Liturgien und Riten vergisst. Ich will, dass wenn er seinen wahren Aufstieg erreicht, er sich erneuert, sich von den menschlichen Nöten frei macht und die Sinnengebundenheit, die Leidenschaften, die Laster überwindet und sich selbst findet; damit er niemals zum Vater sagt, dass er ein Erdenwurm ist; damit er weiß, dass der Vater ihn zu seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat. (360, 14 - 16)

86 Viele Religionsgemeinschaften gibt es auf Erden, und in ihrer Mehrheit sind sie auf den Glauben an Christus gegründet. Dennoch lieben sie sich untereinander nicht, noch erkennen sie sich gegenseitig als Jünger des Göttlichen Meisters an.

87 Meint ihr nicht, dass wenn sie alle meine Lehre verstünden, sie dieselbe in Anwendung gebracht hätten, indem sie die Konfessionen zur Versöhnung und zum Frieden geleitet hätten? Doch dem war nicht so. Sie alle haben sich distanziert zueinander verhalten, wodurch sie die Menschen geistig trennten und entzweiten, die sich dann als Feinde oder Fremde betrachten. Jeder sucht Mittel und Argumente, um den andern zu beweisen, dass er der Besitzer der Wahrheit ist und dass die andern sich irren. Doch niemand hat die Kraft und den Mut, für die Vereinigung aller zu kämpfen, noch hat jemand den guten Willen, um zu entdecken, dass in jeder Glaubensüberzeugung und in jeder Gottesverehrung etwas Wahrheit enthalten ist. (326, 19 -20)

13. Mission und Bedeutung Jesu und seiner Apostel

II Rückschau auf die erste und zweite Offenbarungszeit
Kapitel 13 - Mission und Bedeutung Jesu und seiner Apostel  

Die Korrektur des alten Gottesbildes und seiner Traditionen

1 Jesus, der Christus, ist das klarste Lehrbeispiel gewesen, das Ich euch auf der Welt gab, um euch zu zeigen, wie groß die Liebe und die Weisheit des Vaters ist. Jesus war die lebende Botschaft, die der Schöpfer auf die Erde sandte, damit ihr die hohen Eigenschaften Dessen erkennen solltet, der euch erschuf. Die Menschen sahen in Jehova einen zürnenden und unversöhnlichen Gott, einen schrecklichen und rachsüchtigen Richter; doch durch Jesus befreite Er euch aus eurem Irrtum.

2 Seht im Meister die Mensch gewordene Göttliche Liebe. Er richtete alle eure Werke durch sein Leben der Demut, des Opfers und der Barmherzigkeit. Doch statt euch mit dem Tode zu bestrafen, bot er euch sein Blut an, um euch das wahre Leben zu zeigen, das der Liebe. Jene Göttliche Botschaft erleuchtete das Leben der Menschheit, und das Wort, das der Göttliche Meister den Menschen übergab, wurde zum Ursprung von Kirchen und Sekten, mittels derer sie Mich gesucht haben und noch immer suchen. Doch wahrlich, Ich sage euch, sie haben den Inhalt jener Botschaft noch nicht verstanden.

3 Die Menschheit glaubt zwar, dass die Liebe Gottes zu seinen Kindern unbegrenzt ist, da Er in Jesus aus Liebe zu den Menschen starb. Sie ist sogar innerlich bewegt von den Leiden Jesu vor seinen Richtern und Henkern, erkennt nach und nach auch in dem Sohn den Vater, aber die Bedeutung, die Tragweite all dessen, was der Herr den Menschen durch jene Offenbarung sagen wollte, die in einer Jungfrau begann und in der "Wolke" von Bethanien endete, ist bis heute nicht richtig gedeutet worden.

4 Ich musste auf derselben "Wolke" wiederkommen, in der sich das "Wort" zum Vater erhob, um euch die Erklärung dafür zu geben und die Bedeutung all dessen aufzuzeigen, was euch mit der Geburt, dem Leben, den Werken und dem Tode Jesu offenbart wurde.

5 Der Geist der Wahrheit, der damals von Christus Verheißene, ist diese (in Mexiko, 1866-1950) Göttliche Kundgebung, welche kam, um die Finsternisse zu erhellen und die Geheimnisse zu erklären, die der Verstand oder das Herz der Menschen nicht zu durchdringen vermochte. ( 81, 46 - 49)

6 Ich predigte meine Wahrheit in der "Zweiten Zeit" als Mensch durch mein Vorbild. Ich hob die unnütze Opferung unschuldiger und unbewusster Wesen auf, indem Ich Mich um einer vollkommenen Liebeslehre willen opferte. "Lamm Gottes" habt ihr Mich genannt, weil Mich jenes Volk an seinen traditionellen Feiertagen geopfert hatte.

7 Tatsächlich wurde mein Blut vergossen, um den Menschen den Weg zur (Teil muss nach links) Erlösung zu zeigen. Meine Göttliche Liebe wurde vom Kreuz herab auf die Menschheit jener und aller Zeiten ausgegossen, damit die Menschheit sich an jenem Beispiel, an jenen Worten, an jenem vollkommenen Leben inspirieren würde und die Rettung, die Reinigung von Sünden und die Erhebung des Geistes fände. (276, 15)

Das Vorbild Jesu

8 Es war notwendig, dass Jesus euch die Prinzipien aufzeigte, nach denen ihr euch richten solltet, und von denen ihr euch entfernt hattet.

9 Ich bezeugte euch meine ganze Sanftmut, meine Liebe, meine Weisheit und Barmherzigkeit, und trank bei euch den Leidenskelch, damit euer Herz bewegt und euer Verstand erwachen würde. Die Herzen mussten zum Guten geboren werden, und der Schmerz, Mich aus Liebe zu ihnen gekreuzigt zu sehen, war wie ein Stachel, der sie daran erinnern sollte, dass ihr alle um der Liebe willen leiden müsst, um zum Vater zu gelangen. Meine Verheißung für jeden, der sein Kreuz auf sich nehmen und Mir nachfolgen möchte, war der ewige Friede, die höchste Seligkeit, die kein Ende hat im Geiste. (240, 23 -24)

10 Christus ist und soll euer Vorbild sein; dafür bin Ich damals Mensch geworden. Was war die Offenbarung, die Jesus der Menschheit brachte? Seine unendliche Liebe, Seine Göttliche Weisheit, Seine Barmherzigkeit ohne Grenzen und Seine Macht.

11 Ich sagte euch: nehmt Mich zum Vorbild, und ihr werdet die gleichen Werke tun, die Ich tue. Da Ich als Meister kam, solltet ihr begreifen, dass das nicht geschah, um euch unerfüllbare Lehren zu geben, oder solche, die jenseits des Auffassungsbereichs des Menschen liegen.

12 Begreift also, dass wenn ihr Werke tut, die jenen gleichen, die Jesus euch lehrte, ihr die Fülle des Lebens, von der Ich zuvor zu euch sprach, erreicht haben werdet. (156, 25 - 27)

Die Bedeutung der Lehre Jesu

13 Die Lehre Jesu - gegeben als Richtschnur, als offenes Buch, damit die Menschheit sie studiere - ist mit nichts anderem in irgendeinem anderen Volk der Erde, in irgendeiner Generation, in irgendeiner Rasse zu vergleichen. Denn jene, die sich aufgemacht haben, um Gebote der Gerechtigkeit oder Lehren der Nächstenliebe zu überbringen, sind von Mir zur Erde gesandt worden als Wegbereiter, als Boten, doch nicht als Gottheit. Christus allein kam zu euch als Gottheit. Er brachte euch die klarste und größte Unterweisung, die das Herz des Menschen empfangen hat. (219, 33)

Berufung, Lehrzeit und Prüfungen der Jünger Jesu

14 Ihr habt in dieser Zeit der Jahre meiner Predigttätigkeit gedacht – jener drei Jahre, in denen Ich meine Jünger vorbereitete, in denen Ich mit ihnen zusammenlebte. Sie sahen alle meine Werke, und bei ihrer Vorbereitung vermochten sie in mein Herz zu dringen und die Reinheit, die ganze Majestät und die Weisheit zu schauen, die im Meister war.

15 Meine Taten damals geschahen nicht um des Aufsehens willen, mein Wandel auf Erden war bescheiden; wer jedoch vorbereitet war, ahnte die Größe meiner Gegenwart und der Zeit, in der er lebte.

16 Also erwählte Ich meine Jünger, von denen Ich einige am Ufer des Flusses antraf und die Ich berief, indem Ich sagte: "Folget Mir nach". Als diese ihren Blick auf Mich richteten, verstanden sie, wer Jener war, der zu ihnen sprach, und so erwählte Ich einen nach dem anderen. (342, 21)

17 Solange Ich auf der Welt predigte, habe Ich niemals gesagt, dass meine Jünger bereits Meister seien oder dass man auf sie hören solle. Sie waren noch Schüler, die - vom Lichte meines Wortes in Bann geschlagen - Mir willig nachfolgten, die aber noch Fehler begingen; denn es brauchte seine Zeit, bis sie sich wandelten und hernach als Vorbild für die Menschen wirkten. Sie waren Felsbrocken, die noch vom Meißel der Göttlichen Liebe geglättet wurden, damit auch sie später Steine in Diamanten verwandeln würden. (356,39)

18 Zu allen Zeiten habe Ich meine Jünger geprüft. Wie viele Male habe Ich Petrus der Prüfung unterworfen, und nur in einer derselben wankte er. Doch urteilt ob dieser Tat nicht schlecht über ihn, denn als sein Glaube entflammte, war er unter den Menschen wie eine Fackel, wenn er predigte und von der Wahrheit Zeugnis ablegte.

19 Verurteilt Thomas nicht; bedenkt, wie oft ihr meine Werke mit Händen greifen konntet und selbst dann noch gezweifelt habt. Blickt nicht mit Verachtung auf Judas Ischariot, jenen geliebten Jünger, der seinen Meister für dreißig Silberlinge verkaufte; denn niemals hat es eine größere Reue gegeben als die seine.

20 Ich bediente Mich jedes einzelnen von ihnen, um euch Lehren zu hinterlassen, die euch als Beispiel dienen und ewig im Gedächtnis der Menschheit haften würden. Nach ihrem Kleinmut bereuten sie, änderten sich und widmeten sich uneingeschränkt der Erfüllung ihrer Mission. Sie waren wirkliche Apostel und ließen für alle Generationen ein Vorbild zurück. (9,22 - 23)

Der Apostel Johannes

21 Erinnert euch: als mein Körper vom Kreuze genommen und danach begraben wurde, glaubten die Jünger, die bestürzt waren und nicht begreifen konnten, was geschehen war, dass mit dem Tode des Meisters alles aus sei. Es war notwendig, dass ihre Augen Mich nochmals sahen und ihre Ohren Mich erneut hörten, damit ihr Glaube entbrennen und ihre Erkenntnis an meinem Worte erstarken würde.

22 Nun kann Ich euch sagen, dass es unter jenen Jüngern einen gab, der niemals an Mir zweifelte, der angesichts der Prüfungen niemals wankte, und der Mich nicht einen Augenblick verließ. Es war Johannes, der treue, mutige, feurige und liebevollste Jünger.

23 Um dieser Liebe willen vertraute Ich ihm Maria an, als sie zu Füßen des Kreuzes standen, damit er auch fernerhin in jenem Herzen ohne Makel die Liebe finden würde, und er an ihrer Seite noch mehr für den Kampf gestärkt würde, der ihn erwartete.

24 Während seine Brüder, die anderen Jünger, einer nach dem anderen unter dem Todesstreich des Henkers fielen und so mit ihrem Blut und ihrem Leben die ganze Wahrheit, die sie gepredigt hatten und den Namen ihres Meisters besiegelten, besiegte Johannes den Tod und entkam dem Martyrium.

25 Da er in die Einöde verbannt war, dachten seine Verfolger nicht daran, dass dort, auf jener Insel, wohin sie ihn verjagt hatten, zu jenem Menschen die große Offenbarung der Zeitepochen aus den Himmeln hernieder kommen würde, die ihr durchlebt - die Prophetie, die zu den Menschen über alles spricht, was geschehen und in Erfüllung gehen wird.

26 Nachdem Johannes seinen Brüdern viel Liebe geschenkt und sein Leben der Aufgabe gewidmet hatte, ihnen im Namen seines Meisters zu dienen, musste er getrennt von ihnen leben, allein; aber immerzu betete er für die Menschheit, immer dachte er an jene, für die Jesus sein Blut vergossen hatte.

27 Das Gebet, die Stille, die In-Sich- Gekehrtheit, die Lauterkeit seiner Existenz und die Güte seiner Gedanken vollbrachten das Wunder, dass jener Mensch, jener Geist sich in kurzer Zeit entwickelte, wofür andere Geistwesen Jahrtausende benötigen, um es erreichen zu können. (309,41 - 44)

28 Wenn Ich die Bewohner dieser Welt betrachte, sehe Ich, dass alle Völker meinen Namen kennen, dass Millionen von Menschen meine Worte nachsprechen; doch wahrlich, Ich sage euch, dennoch sehe Ich keine Liebe der Menschen untereinander!

29 Alles, was Ich euch in dieser Zeit lehre und was auf der Welt geschieht, ist die Erklärung und die Erfüllung der Offenbarung, die Ich der Menschheit durch meinen Apostel Johannes gab, als Ich ihn zu der Zeit, da er auf der Insel Patmos lebte, im Geiste in die Himmelshöhen, zur Göttlichen Ebene, zur Unermesslichkeit trug, um ihm durch Sinnbilder den Ursprung und das Ziel, das Alpha und das Omega zu zeigen; und er sah die Ereignisse, die geschehen waren- jene, die sich gerade vollzogen, und jene, die noch kommen würden.

30 Er verstand zu diesem Zeitpunkt nichts davon, aber meine Stimme sagte ihm: "Schreibe auf, was du sehen und hören wirst", und so schrieb er.

31 Johannes hatte Jünger, die das Meer mit Schiffen überquerten, um ihn an seinem Zufluchtsort aufzusuchen. Begierig fragten jene Männer den, der ein Jünger Jesu gewesen war, wie der Meister gewesen sei, und wie sein Wort und seine Wundertaten; und Johannes, der seinem Meister in Liebe und Weisheit nacheiferte, setzte sie mit seinem Worte in Erstaunen. Auch als das Alter herannahte, als sein Körper bereits von der Zeit gebeugt war, hatte er noch genug Kräfte, um von seinem Meister zu zeugen und seinen Jüngern zu sagen: "Liebet einander".

32 Als jene, die ihn aufsuchten, sahen, dass der Tag von Johannes‟ Hinscheiden näher kam, baten sie ihn im Verlangen danach, alle Weisheit zu besitzen, die jener Apostel angesammelt hatte, ihnen alles zu offenbaren, was er von seinem Meister gelernt hatte; doch statt jeder Antwort vernahmen sie immer nur jenen Satz: "Liebet einander".

33 Jene, die mit soviel Eifer und Interesse fragten, fühlten sich betrogen und dachten, dass das Alter die Worte Christi aus seinem Gedächtnis gelöscht habe.

34 Ich sage euch, dass Johannes kein einziges meiner Worte vergessen hatte, sondern dass er aus all meinen Lehren als eine einzige Quintessenz jene Lehre aussprach, die das ganze Gesetz zusammenfasst: die Liebe untereinander.

35 Wie hätte jenem so geliebten Jünger die Lehre des Meisters, den er so sehr liebte, aus der Erinnerung schwinden können? (167, 32 - 37)

36 In der "Zweiten Zeit", nach meinem Scheiden, stärkte eure Himmlische Mutter weiterhin meine Jünger und stand ihnen bei. Nach dem Schmerz und der Prüfung fanden sie Schutz im liebevollen Herzen Marias, ihr Wort nährte sie Tag für Tag. Ermutigt durch Maria, die sie weiterhin in Vertretung des Göttlichen Meisters belehrte, setzten sie ihren Weg fort. Als sie hinschied, begann ihr Kampf, und ein jeder folgte dem Weg, der ihm gewiesen wurde. (183, 15)

Die Apostel Petrus und Paulus

37 Vergesst nicht die Sache mit Petrus, meinem Jünger, als er bis auf den Tod von Saulus verfolgt wurde. Ich bewies dem treuen Apostel, dass er nicht allein in seiner Prüfung war, und wenn er meiner Macht vertraute, Ich ihn vor seinen Verfolgern schützen würde.

38 Saulus wurde von meinem Göttlichen Licht überrascht, als er auf der Suche nach Petrus war, um ihn zu verhaften. Mein Licht gelangte bis auf den Herzensgrund des Saulus, welcher - angesichts meiner Gegenwart zu Boden geworfen, besiegt von meiner Liebe, unfähig, die Aufgabe zu Ende zu führen, die er gegen meinen Jünger vorhatte, in seinem tiefsten Innern die Umwandlung seines ganzen Wesens fühlte; und nun zum Glauben an Christus bekehrt - sich beeilte, nach Petrus zu suchen; aber nicht mehr, um ihn zu töten, sondern um ihn zu bitten, dass er ihn im Worte des Herrn unterweise und ihn an seinem Werke teilhaben lasse.

39 Von da an war Saulus Paulus, wobei jener Namenswechsel die vollständige geistige Umwandlung jenes Menschen anzeigte, seine völlige Bekehrung. (308, 46 - 47)

40 Paulus zählte nicht zu den zwölf Aposteln, er aß nicht an meinem Tisch, noch folgte er Mir auf den Wegen nach, um meine Unterweisungen zu hören. Vielmehr glaubte er nicht an Mich, noch blickte er mit freundlichen Augen auf die, die Mir nachfolgten. In seinem Herzen existierte die Idee, den Samen, den Ich meinen Jüngern anvertraut hatte, welcher sich gerade auszubreiten begann, zu vernichten. Aber Paulus wusste nicht, dass er einer der Meinen war. Er wusste, dass der Messias kommen musste, und er glaubte daran. Doch konnte er sich nicht vorstellen, dass der demütige Jesus der verheißene Heiland sein sollte. Sein Herz war voll des Hochmuts der Welt und deshalb hatte er die Gegenwart seines Herrn nicht empfunden.

41 Saulus hatte sich gegen seinen Erlöser erhoben. Er verfolgte meine Jünger sowie die Leute, die sich an sie wandten, um meine Botschaft von den Lippen jener Apostel zu vernehmen. Und so überraschte Ich ihn, als er dabei war, die Meinen zu verfolgen. Ich berührte ihn an der empfindsamsten Stelle seines Herzens und sogleich erkannte er Mich, weil sein Geist Mich erwartete. Deshalb hörte er meine Stimme.

42 Es war mein Wille, dass jener weithin bekannte Mann sich auf diese Weise bekehren sollte, damit die Welt auf allen seinen Wegen jene überraschenden Werke miterleben konnte, die ihr als Ansporn zum Glauben und zum Verstehen dienen sollten.

43 Wozu noch im einzelnen das Leben dieses Mannes durchgehen, der von da an sein Leben der Liebe zu seinen Nächsten widmete, inspiriert von der Liebe zu seinem Meister und seinen göttlichen Unterweisungen?

44 Paulus war einer der größten Apostel meines Wortes, sein Zeugnis war immer von Liebe, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Licht durchdrungen. Sein früherer Materialismus wurde zu einer sehr hohen Geistigkeit, seine Härte zu unendlicher Zärtlichkeit; und so wurde der Verfolger meiner Apostel zum eifrigsten Sämann meines Wortes, zum unermüdlichen Wanderprediger, welcher die Göttliche Botschaft seines Herrn, für den er lebte und dem er sein Leben weihte, in verschiedene Nationen, Provinzen und Dörfer brachte.

45 Hier hast du, geliebtes Volk, ein schönes Beispiel von Bekehrung und einen Beweis dafür, dass Menschen, auch wenn sie Mich noch nicht gehört haben, große Apostel von Mir werden können. (157, 42 - 47)

Die Vorbildlichkeit der Apostel

46 Wer außer Mir ermutigte die Jünger in jener "Zweiten Zeit", als sie dann ohne ihren Meister durch die Welt zogen? Erscheint euch nicht das Werk eines jeden von ihnen bewundernswert? Aber Ich sage euch, dass auch sie Schwächen hatten wie jeder andere Mensch. Später wurden sie von Liebe und Glauben erfüllt, es machte sie nicht mutlos, auf der Welt wie Schafe unter Wölfen zu sein und ihren Weg immer unter Verfolgung und Spott der Leute zu gehen.

47 Sie hatten die Macht, Wunder zu vollbringen, sie verstanden von jener Gnade Gebrauch zu machen, um Herzen zur Wahrheit zu bekehren.

48 Wohl all jenen, die das Wort Jesu aus dem Munde meiner Apostel vernahmen, denn bei ihnen erlitt meine Lehre keine Veränderung, sondern wurde in all ihrer Lauterkeit und Wahrheit gegeben. Daher fühlten die Menschen, wenn sie ihnen zuhörten, in ihrem Geist die Gegenwart des Herrn und spürten in ihrem Wesen ein unbekanntes Gefühl von Macht, von Weisheit und Majestät.

49 In jenen armen und demütigen Fischern aus Galiläa habt ihr ein würdiges Vorbild: durch die Liebe verwandelt in geistige Fischer, erschütterten sie Völker und Reiche durch das Wort, das sie von Jesus gelernt hatten, und bereiteten durch ihre Beharrlichkeit und ihre Aufopferung die Bekehrung der Völker und das Zustandekommen des geistigen Friedens vor. Von den Königen bis zu den Bettlern - sie alle erfuhren meinen Frieden in jenen Tagen wahren Christentums.

50 Jene Ära der Spiritualität unter den Menschen war nicht von Dauer; doch Ich, der alles weiß, hatte euch meine Rückkehr angekündigt und verheißen, weil Ich wusste, dass ihr Mich wiederum brauchen würdet. (279, 56 -60)

Die Ausbreitung des Christentums

51 Meine Lehre, auf den Lippen und in den Werken meiner Jünger, war ein Schwert der Liebe und des Lichtes, das gegen die Unwissenheit, das Götzentum und den Materialismus kämpfte. Ein Schrei der Empörung stieg bei denen auf, die den nahen Untergang ihrer Mythen und Traditionen sahen, während gleichzeitig aus andern Herzen ein Hymnus des Jubels drang angesichts des lichtvollen Weges, der sich für die Hoffnung und den Glauben der nach Wahrheit Dürstenden und von Sünde Belasteten auftat.

52 Jene, die das Geistige Leben leugneten, gerieten in Wut, als sie die Offenbarungen über das Himmelreich vernahmen, während die, die jenes Dasein erahnten und davon Gerechtigkeit und Heil erhofften, dem Vater dankten, dass Er der Welt seinen Eingeborenen Sohn gesandt hatte.

53 Die Menschen, die in ihren Herzen die gesegnete Sehnsucht bewahrt hatten, ihrem Gott mit Lauterkeit zu dienen und Ihn zu lieben, sahen ihren Weg licht werden und ihren Verstand sich klären, als sie sich in mein Wort vertieften, und sie fühlten eine Belebung in ihrem Geiste und in ihrem Herzen. Die Unterweisung Christi als wahres geistiges Brot füllte die unermessliche Leere aus, die in ihnen war, und erfüllte mit ihrer Vollkommenheit und ihrem Sinngehalt alle Sehnsüchte ihres Geistes überreichlich.

54 Ein neues Zeitalter hob an, ein lichtvollerer Weg tat sich auf, der in die Ewigkeit führte.

55 Welch schöne Gefühle geistiger Erhebung, von Liebe und von Zärtlichkeit erwachten da in jenen, die vom Glauben erleuchtet wurden, um mein Wort zu empfangen! Welcher Mut und welche Standhaftigkeit begleitete jene Herzen, die alles zu erleiden und zu überwinden verstanden, ohne einen Augenblick zu verzagen!

56 Etwa weil das Blut des Meisters noch frisch war? Nein, Volk: die geistige Essenz jenes Blutes, welches die materielle Verkörperung der Göttlichen Liebe war, wird nicht trocken, noch erlischt sie jemals; sie ist heute wie damals gegenwärtig, lebendig und lebenswarm.

57 Der Grund dafür ist, dass in jenen Herzen gleichfalls Liebe zur Wahrheit vorhanden war, der sie ihr Leben weihten und für die sie sogar ihr Blut hingaben, um damit zu beweisen, dass sie die Lektion ihres Meisters gelernt hatten.

58 Jenes hochherzig dahingegebene Blut überwand die Hindernisse und die Heimsuchungen.

59 Welch ein Gegensatz zeigte sich zwischen der Geistigkeit der Jünger meines Wortes und der Abgötterei, dem Materialismus, dem Egoismus und der Unwissenheit der Fanatiker in alten Traditionen oder der Heiden, die nur lebten, um dem Vergnügen des Körpers zu huldigen! (316, 34 - 42)

60 Besät den Lebensweg mit guten beispielhaften Werken, verfälscht nicht Meine Unterweisungen. Nehmt euch darin meine Apostel der "Zweiten Zeit" zum Vorbild, die niemals auf sinnfällige Kulte verfielen, um meine Lehre zu lehren und zu erläutern. Nicht ihnen kann man die Schuld an der Abgötterei zuschreiben, in die die Menschheit danach geriet. Ihre Hände errichteten niemals Altäre, noch bauten sie Paläste für die geistige Gottesverehrung. Aber sie brachten der Menschheit die Unterweisung Christi, brachten Gesundheit den Kranken, Hoffnung und Trost den Armen und Betrübten, und wie ihr Meister zeigten sie den Verirrten den Weg zum Heil.

61 Die christliche Religion, die ihr heutzutage kennt, ist nicht einmal ein Abglanz der Lehre, die meine Apostel ausübten und lehrten!

62 Ich sage euch noch einmal, dass ihr in jenen Jüngern vollkommene Vorbilder von Demut, Liebe, Barmherzigkeit und Erhebung finden könnt. Sie besiegelten die Wahrheit, die ihr Mund aussprach, mit ihrem Blut.

63 Von euch wird die Menschheit nicht mehr Blut fordern, um eurem Zeugnis Glauben zu schenken; aber sie wird Wahrhaftigkeit von euch verlangen. (256,30-33)

BWL - Band I - Unterweisung 13


Buch des Wahren Lebens - Lehren des Göttlichen Meisters - Band I - Unterweisungen 1 - 28 
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Unterweisung 13:
 1 Das Haus des Vaters ist in Feststimmung, das Gastmahl steht bereit, weil dies Volk wie der verlorene Sohn zum Vaterhaus zurückgekehrt ist. Setzt euch an den Tisch und eßt von der Speise, die Stunde ist günstig und gütig.
2 Auch in der Zweiten Zeit pflegte Ich Mich von Meinen Jüngern umgeben an den Tisch zu setzen. Sie wussten, dass Jesus der Messias war, dessen Kommen verheißen war, um Sein Volk zu retten. Ihr habt Mich nicht körperlich gesehen wie jene Mich sahen, doch durch das innerste Wesen dieses Wortes fühlt ihr die Gegenwart des Meisters, der euch versprochen hatte, wiederzukommen und euch den Geist der Wahrheit zu senden, damit er euch alle vergangenen Unterweisungen erkläre, und ihr das verstehen solltet, was ihr nicht verstanden hattet.
3 Doch wer ist der Geist der Wahrheit, wenn nicht die Weisheit Gottes selbst? Wo werdet ihr ihn finden können, wenn nicht in dieser geistigen Lehre, die euch alles erklärt und erhellt?
4 Ich prophezeite euch, dass Ich wiederkommen würde, wenn die Menschheit sich auf dem Höhepunkt ihrer Schlechtigkeit und Verwirrung befände; deshalb ahnen die Menschen beim Nachsinnen darüber, dass ihre Wissenschaft und ihre Verderbtheit eine Frucht hervorgebracht haben, die in voller Reife ist, dass sich noch etwas Göttliches offenbaren wird. Dieses Vorgefühl ist eine Folge davon, dass Meine geistige Gegenwart zu jedem Geiste spricht, und Meine Gerechtigkeit als Vater sich unter der Menschheit kundtut.
5 Ihr werdet Mich nicht wieder als Mensch sehen; jetzt müsst ihr euch zubereiten, um Mich im Geiste zu schauen; so wurde es euch seit der Zweiten Zeit zu verstehen gegeben. In einer "Wolke" stieg der Meister auf, da Er zum letzten Mal noch sichtbar war für Seine Jünger, und es war euch angekündigt worden, dass Er in eben dieser Form wiederkommen würde.
6 Jetzt spreche Ich zu euch durch diesen von Mir vorbereiteten Verstand; morgen wird Meine Stimme in eurem Herzen und in allen Geistern ertönen. Denn Mein Wort ist wie das Läuten einer klangvollen Glocke, welche sowohl die Inkarnierten als auch die Desinkarnierten aufweckt und zu neuem Leben auferstehen lässt. Es ist ein all-umfassender Ruf. Seit den vergangenen Zeiten habe Ich euch gesagt, dass keines Meiner Kinder verlorengehen würde, und dass, wenn ein Schaf in Gefahr sein sollte, Ich die neunundneunzig im Schafstall lassen würde, um dem Verlorenen nachzugehen.
7 Wahrlich, Ich sage euch, o Meine neuen Jünger, es wird euch gelingen, das zu begreifen, was keiner Meiner Jünger der Zweiten Zeit verstanden hat.
8 Wie oft, wenn Ich zu ihnen sprach, schauten sie einander an, um herauszufinden, wer von ihnen verstanden hatte, was Jesus gesagt hatte; und da sie sich die Worte des Meisters (gegenseitig) nicht erklären konnten, baten sie Ihn schließlich, er möchte klarer in seiner Unterweisung sein. — In Wahrheit sage Ich euch, dass Mein Wort nicht klarer sein konnte; aber zu jener Zeit hatte sich der Geist noch nicht genügend entwickelt, um die ganze Lehre zu verstehen, die er empfangen hatte; Zeit musste vergehen, die Menschheit musste geistig fortschreiten, damit sie, erleuchtet vom Lichte der Vergeistigung, den Sinn der göttlichen Offenbarungen begreifen konnte.
9 Dennoch — als die Stunde kam, in der jene Jünger zur Menschheit von Meiner Lehre reden sollten, wussten sie alles, was notwendig war, um ihre Brüder zu lehren; und was sie noch nicht wussten, das offenbarte der Heilige Geist durch ihren Mund, denn sie waren bereits zugerüstet für diese Aufgabe.
10 Wenn in der Zeit, in der sie mit dem Meister lebten, die einen Seine Lehre in der einen Form und die andern in anderer Form auslegten, so waren sie doch alle, als die Zeit ihrer Kämpfe und ihres Predigens kam, in einem einzigen Ideal vereint, es beseelte sie die gleiche Weisheit, die gleiche Liebe. Jeder nahm seinen Weg durch andere Provinzen; doch ihr Geist, ihre Gedanken waren einig in der Mission, die sie erfüllen mussten, und die Erinnerung an Jesus ermutigte sie.
11 Immer waren sie bestrebt, zusammenzukommen, um Eindrücke über ihre Kämpfe, ihre Widerwärtigkeiten auszutauschen, und auch, um sich an den errungenen Siegen zu erfreuen. Sie gaben sich gegenseitig Aufmunterung, Mut und Glauben.
12 Sie verstanden den Samen zu säen, den Ich ihnen anvertraute, denn der eine säte nicht Weizen und der andere Unkraut, nein, alle säten einen einzigen Samen, und dies war der der Liebe, die Ich sie lehrte. Deshalb war die Frucht, die den Herzen der Menschen entspross, die der Liebe. Begreift ihr, was Ich sagen will, wenn Ich euch von den Taten spreche, die eure Brüder zu jener Zeit vollbrachten?
13 Denkt nicht daran, ob ihr größer oder kleiner seid als sie; Ich sage euch nur, dass ihr sie lieben sollt, wie sie euch geliebt haben, als sie für euch den Weg säuberten, euch lehrten, eurem Herrn nachzufolgen, für euch ihr Leben gaben. Seid wie sie in ihrem Glauben, in ihrem Eifer, in ihrer Liebestätigkeit.
14 Fühlt euch wahrhaft als Meine Jünger! Ich habe euch in Meiner Lehre das Göttliche Gesetz gebracht, das in eurem Gewissen gegenwärtig ist. — Was ist es, was ihr von andern Lehren, Theorien, Wissenschaften oder Philosophien befürchtet? Oder fürchtet ihr vielleicht die, welche die alten Schriften, die Religionen studieren, die sich christliche nennen? Wahrlich, Ich sage euch, die Lehre, die Ich euch übergebe, ist nicht mehr als die Erläuterung, die Bestätigung der Offenbarungen, die euch in den vergangenen Zeiten zuteil wurden.
15 Ich bin nicht gekommen, um euch Verwirrung zu bringen, um sie den bereits in der Welt herrschenden Verwirrungen hinzuzufügen, sondern vielmehr, um euch von ihnen zu befreien, wie es einst Mose mit seinem Volke tat, das er aus Ägypten befreite, wo es Sklave war.
16 Ich will euch wie in jener Zeit in sicheres Land bringen, und dafür habe Ich ein neues Kapitel Meines Buches vor euch aufgeschlagen, damit ihr durch dasselbe den schmalen und geraden Pfad erkennt, den Ich über die Zeiten hin mit Meinem Gesetze für euch abgesteckt habe.
17 Erfüllet, damit ihr nicht in Zeiten des Schmerzes zur Erde zurückkehren müsst, um die Frucht eurer Fehler oder die eurer Selbstsucht zu ernten. Erfüllt eure Mission; dann werdet ihr zwar auch wiederkommen, doch wird es in einer Zeit des Friedens sein, um euch bei der Pflege der Saat zu erquicken, die ihr angefangen zurückließet. Nun wird euch nicht Mose anführen, um euch zu befreien, wie er es in der Ersten Zeit tat; euer Gewissen wird es sein, das euch führt.
18 Dem Anschein nach werden die Menschen von sich aus aufbrechen, um den Frieden und die Wahrheit zu suchen; doch wahrlich, Ich sage euch, der Geist Elias' wird sich vor den Völkern und Nationen kundgeben und sie zur Befreiung aufrufen.
19 Es spricht zu euch "Das Wort", das immer in Gott war, dasselbe, das in Christus war und das ihr heute durch den Heiligen Geist kennt; denn "Das Wort" ist Wort, ist Gesetz, ist Botschaft, ist Offenbarung, ist Weisheit. Wenn ihr "Das Wort" durch die Worte Christi vernommen habt und es nun durch die Inspiration des Heiligen Geistes empfangt — wahrlich, Ich sage euch, so ist dies die Stimme Gottes, die ihr gehört habt; denn es gibt nur einen Gott, nur ein Wort und nur einen Heiligen Geist.
20 Prüfet, verstehet und bereitet euch vor, damit euch die Zeiten der Heimsuchungen nicht überraschen, damit Mein Wort nicht unfruchtbar ist, von dem ihr morgen nach Meinem Willen der Menschheit Zeugnis geben sollt. Ihr müsst standhaft sein, damit euer Glaube nicht schwach wird, denn ein einziger Augenblick der Schwäche kann die Ursache eures Versagens werden.
21 Im Jahre 1950 müsst ihr schon zugerüstet sein. Dieses Datum wird unvergesslich sein für dies Volk.
22 Wer wird dieses Datum noch erleben? Wer wird Zeuge der Gebote und Anordnungen sein, sowie Meiner neuen Prophetien, die Ich euch an jenem Tage gebe? Ihr wisst es nicht, doch Ich füge noch hinzu: Wer werden diejenigen sein, die wahrhaft vorbereitet sind für diese Prüfung und dafür, dem wahren Pfad des Kampfes zu folgen?
23 Ihr wisst es nicht; Ich sage euch nur, wenn für euch Jahre fehlen, so sind es für Mich nur einige kurze Augenblicke, denn Ich lebe nicht der Zeit unterworfen, und ihr seid es. Doch wenn ihr glaubt, dass es viele Jahre sind, die euch noch verbleiben, und dass ihr genug Zeit haben werdet, euch vorzubereiten, auch wenn ihr sie vergeudet, so befindet ihr euch in einem schweren Irrtum. Seid nicht zu selbstsicher, denn die Zeit vergeht schnell, und nichts wird Meinen Willen ändern. Werdet ihr die Zeit aufhalten können? — "Nein", antwortet ihr Mir. Dann werdet ihr ebenso wenig verhindern können, dass Meine Anordnungen sich erfüllen.
24 Denkt tief nach, bereitet euch vor, damit ihr Freude empfindet an dieser Kundgabe, und nützt die Zeit in der Ausübung alles dessen, was euch Vergeistigung gibt. So werdet ihr die Stunde nicht fürchten, in der ihr Mein Wort nicht mehr hören werdet.
25 Ich habe euch von vielen Prüfungen gesprochen und habe euch gewarnt. Mein Wort voll guter Lehren und voll Liebe ist die Kraft und die Liebkosung, die euer Herr euch zuteil werden lässt.
26 Ich erwarte euch auf dem Gipfel des Berges, wo Ich euch den Frieden geben werde. Ich bin zu euch in drei Zeitaltern gekommen, um euch zu lehren, und dies ist das Dritte, in dem Ich euch vereinige, um euch Meine letzten Unterweisungen kundzutun. Meine Aufgabe als Meister war am Kreuze nicht abgeschlossen. Heute werdet ihr mit dem Lichte Meiner Unterweisungen viel mehr zu verstehen vermögen als ihr früher erkannt hattet.
27 Doch wie wenige sind derer, die sich zubereitet haben, um Mich zu empfangen. Viele sehe Ich unter euch, die ihre Lampe ausgelöscht haben und im Finstern geblieben sind, und andere, die Mich bereits vergessen haben. Trotz eures geistigen Fortschritts habt ihr nicht die Vollkommenheit erreicht, und während sich die einen entwickelt haben, sind die andern stehengeblieben.
28 Vom Anfang der Zeiten an habe Ich euch zu beten gelehrt, damit ihr immer in Verbindung mit Meiner Göttlichkeit seid. Ich sagte euch, dass ihr das göttliche Gesetz und auch das menschliche erfüllen müsst. Das, welches Ich den ersten Menschen übergab, ist das gleiche, das Ich euch heute zur Erfüllung übergebe.
29 Geliebte Kinder Israel, seid ihr nicht müde geworden von so vielem Wandern? Hat euch die Last eurer Sühne nicht niedergedrückt? Ist euch so viel Schmerz, den ihr ertragen habt, nicht zum Überdruss geworden? Ist eure Vertrautheit mit dem Schmerz so groß, dass ihr schon unempfindlich geworden seid? Fühlt ihr keine Liebe mehr für euren Vater oder für eure Brüder? — Ihr seid in eine tiefe geistige Lethargie verfallen und seid gleichgültig gegenüber jeder hohen Empfindung. Ihr lebt ein atemloses und unmenschliches Leben und habt eure geistigen Pflichten vergessen; doch Ich will, dass ihr euren Verstand für die Aufnahme Meines Wortes vorbereitet und Mich in euren Herzen wohnen lasst, damit ihr wieder in der Gnade lebt.
30 Ich will euch zu einem Leben auf anderen Ebenen führen, wo ihr in Harmonie mit den hohen Geistern sein werdet, damit ihr weiter aufwärts steigt, ohne euch aufzuhalten. Wenn ihr euch aufmacht, um Mir nachzufolgen, werdet ihr nicht mehr gleichgültig sein, werdet nicht mehr den Leidenskelch leeren; ihr werdet das Leben lieben und mit allen euren Brüdern vereint sein.
31 Rüstet euch zu, geht zu euren Brüdern in Meinem Namen, trocknet die Tränen derer, die leiden, gebt Mut dem Schwachen, richtet die Gefallenen auf und rettet den Verlorenen. Tragt das Licht überall hin. Viele werden Mich in ihrem menschlichen Leben erkennen,und andere, wenn sie sich im "Geistigen Tale" befinden. Es ist Mein Wille, dass alle erwachen, damit Ich Meinen Samen der Liebe in Ihren Geist lege.
32 Ihr werdet sehen, dass die einen an Meine Kundgebung in dieser Dritten Zeit glauben werden, wenn sie Meine Unterweisung durch Vermittlung des Stimmträgers hören; andere werden es durch euer Zeugnis tun, und viel mehr (Menschen) durch die Schriften, die von Meinem Worte erhalten bleiben.
33 Ich will, dass ihr alle stark seid, damit ihr nicht beim ersten Hindernis zurückweicht, noch irgendeinen Feind fürchtet. Ich rüste euch zu, damit ihr Wunder vollbringt und eure Brüder durch die Beweise, die Ich euch gewähren werde, umwandelt.
34 Versteht Mich, gründet euren Glauben auf die Festigkeit des Felsens, damit ihn nichts zerstören kann. Lasst eure Lippen nicht aus Furcht vor Tadel schweigen und verbergt euren Brüdern auch nicht, dass Ich in dieser Zeit gekommen bin. Entwickelt die Gabe des Wortes und lasst aus eurem Herzen die Liebe und die Weisheit fließen, die Ich euch anvertraut habe.
35 "Wachet" für eure Nation, lasst nicht zu, dass der Krieg in sie eindringt. Öffnet die Tore eurer Herzen und lasst den, welchen ihr Ausländer nennt, eintreten, sowohl den Menschen guten Willens, als
auch jenen, der Böses in seinem Herzen trägt; denn sein Geist wird in diesem Lande erleuchtet werden, und es wird für alle wie eine hilfsbereite Mutter sein. Ich bereite die Kornkammern vor, damit ihr den Hungernden Nahrung gebt, und Glück und Frieden unter allen Meinen Kindern ist.
36 Bereitet euch geistig vor, damit ihr eure Zukunft erahnt, und ins Auge faßt, dass ihr nach 1950 als Meine Apostel zurückbleiben werdet, um jenen nachzueifern, die Mir in einer andern Zeit folgten. Diese wussten, dass sie Meine geistige Gegenwart behalten würden, auch wenn sie Mich als Mensch entschwinden sehen würden, und dass sie weiterhin von Mir begleitet und erleuchtet würden. Ich erquickte Mich, wenn Ich ihren Glauben, ihre Einigkeit, ihre Inspiration betrachtete, und sehr bald bewegte ihr Wort die Menschen jener Zeit; denn sie verstanden alles in die Praxis umzusetzen, was ihr Meister sie gelehrt hatte.
37 Mache dich aufnahmebereit, Menschheit, und empfange das Licht Meines Geistes, das auf alles Geschaffene ausgegossen ist. Ich lehre ein Volk, das dir eine Botschaft des Friedens bringen wird. Ich werde durch seinen Mund sprechen; wenn du es ablehnst, hast du Mich abgelehnt.
38 Erinnert die Menschheit daran, dass Ich jedes Mal, wenn Ich zu ihr kam, sie durch weltliche Dinge abgelenkt überraschte, und eben darum hat sie Meine Gegenwart nicht gefühlt. Doch wie hätte sie es verstehen sollen, so lange Zeit zu warten, wo ihr doch beim Auszug aus Ägypten den Beweis eurer Ungeduld gegeben habt, da ihr ja nicht einmal einige wenige Tage die Rückkehr Moses erwarten konntet? Als dieser vom Sinai herabstieg und die Gesetzestafeln mitbrachte, fand er das Volk einem Götzendienst hingegeben. In nur wenigen Augenblicken der Schwäche hatten sie den Namen des wahren Gottes aus ihrem Herzen getilgt, um ihn durch ein Goldenes Kalb zu ersetzen.
39 Daraufhin nannte der Herr jenes Volk halsstarrig. Deshalb wundert es Mich nicht, dass Ich nach einem Zeitalter erlebe, dass die Menschen — obwohl sie Meine Verheißung besitzen — ihren Glauben vernachlässigt haben, sie zugelassen haben, dass ihre Lampe erloschen ist, und sie an Meine Stelle so viele Götzen gesetzt haben, wie sie heute anbeten. Wäre es möglich, dass sie Mich heute, da Ich zu ihnen gekommen bin, erkennen? — Es ist natürlich, dass all das Meine ihnen fremd erscheint.
40 Ich offenbarte euch, dass Meine Rückkehr in einer "Wolke" sein würde. Heute, da Ich Mich schon unter euch befinde und Ich daher jenes Wort erfüllt habe, sage Ich euch in Wahrheit, dass die "Wolke" die Entsprechung für "Meine Gegenwart im Geiste" ist. In der gleichen Form, in der Meine Jünger Mich auffahren sahen, nachdem Ich Mein Werk in der Zweiten Zeit beendet hatte, bin Ich in dieser Zeit zur Menschheit herabgekommen.
41 Ihr müsst euch in Erinnerung rufen, dass damals, als Mose durch den Herrn auf den Sinai gerufen wurde, eine Wolke den besagten Berg bedeckte, und am dritten Tag mitten aus der Wolke die Stimme Jehovas ertönte. Jene Manifestation wurde von allen gesehen, jene Wolke war sichtbar für die am Fuße jenes Berges versammelte Menge. Es war der Herr, der euch schon damals zu verstehen gab, dass Sein Reich und Sein Aufenthalt jenseits alles Materiellen ist.
42 Obwohl der Herr Seine Gegenwart in jener Wolke materialisierte,* und das Volk durch Seine Kundgebungen der Macht und Gerechtigkeit erzittern ließ, wurden jene Menschen mit verhärtetem Sinn und Herzen dem Bündnis untreu, das sie nur in Augenblicken der Furcht mit Gott geschlossen hatten.
* D.h. den körperlichen Augen sichtbar machte
43 Jetzt, da Ich "in der Wolke" komme, lasse Ich Mich in eurem Geiste nieder; daher sind Meine Manifestationen in dieser Dritten Zeit für die sterblichen Augen unsichtbar. Nur der Geist mit seinen hohen Empfindungen kann Meine Offenbarungen schauen, fühlen und verstehen.
44 Dieser geistige Sinn, den Ich in euch entwickle, damit ihr mit ihm alles erkennen und betrachten könnt, was euch vom Anfang eures Lebens bis heute offenbart worden ist, er wird es sein, der alle falschen Auslegungen zerstören wird, welche die Menschen über das Göttliche gemacht haben. Ganz allmählich wird das Licht in das Herz Meiner Kinder eindringen, weswegen Ich euch sage, dass die Stunde nicht mehr sehr ferne ist, in der sie von sich aus den Sinn dessen verstehen werden, was im Leben der Menschen geschehen kann.
45 Manche fragen sich beim Hören dieses Wortes: Ist der Herr in dieser Zeit etwa herabgekommen, um sich nur in uns fühlbar zu machen, die wir Seine Unterweisung durch menschliche Vermittlung gehört haben, oder hat Er es unter der ganzen Menschheit getan? — In Wahrheit sage Ich euch: Die geistige Wolke spendet ihren schützenden Schatten der ganzen Welt, ebenso wie in der Ersten Zeit, in der sie Sein ganzes Volk bedeckte, das sich am Fuß des Berges Sinai befand.
46 Jünger der neuen Zeit, studiert Mein Wort, denn ihr bedürft Meiner Weisheit in eurem Kampfe.
47 Sinnt über die Seiten des Buches nach, dessen Siegel vom Lamme gelöst wurden. Die Stimme des göttlichen Wortes dringt aus dem Buche des Lebens und gelangt zu denen, die tot sind für das Leben der Gnade, um sie zu neuem Leben zu erwecken.
48 Ein menschlicher Körper ist für Mich nicht unbedingt nötig, um Mich den Menschen hörbar zu machen. Hier habt ihr Mich im Geiste, durch den menschlichen Verstand zu euch sprechend, ohne dass Ich körperlich den Staub der Erde betreten muss. Diese Kundgebung ist die Vorbereitung gewesen für die direkte Verbindung von Geist zu Geist zwischen euch und eurem Schöpfer.
49 Selig, die in dieser Zeit Mein geistiges Kommen erwarten, denn sie werden Mich "in der Wolke" kommen sehen.
50 Die Menschen haben sich der Erforschung der alten Testamente gewidmet, wobei sie sich bei der Untersuchung und Auslegung der Prophetien und Verheißungen den Kopf zerbrechen. Diejenigen unter ihnen, welche der Wahrheit am nächsten gekommen sind, sind die, welche den geistigen Sinn Meiner Lehren gefunden haben; denn jene, welche sich hartnäckig an die materielle Auslegung halten und den geistigen Sinn Meiner Kundgebungen nicht verstehen oder nicht finden wollen, werden Verwirrungen und Enttäuschungen erleiden müssen, wie sie das jüdische Volk erlitt, als der Messias kam, den es sich in einer andern Art und Weise vorgestellt und anders erwartet hatte, als ihn die Wirklichkeit zeigte.
51 Ich gebe euch diese Erklärung beim Lösen des Sechsten Siegels des Buches des Lebens.
52 Damit Ich euch diese neuen Offenbarungen geben konnte, war es notwendig, dass in der Zeitspanne, die zwischen Meiner Kundgebung an die Menschheit als Mensch und Meiner Ankunft im Geiste in dieser Zeit lag, ihr durch viele Reinkarnationen auf der Erde hindurchginget, damit euer Geist zu antworten wüsste, wenn Ich von euch die vergangene Lektion verlangen würde, und wenn Ich ihm neue Offenbarungen zuteil werden ließe, er diese zu verstehen vermöchte.
53 Das Buch der Sieben Siegel ist die Geschichte eures Lebens, eurer Entwicklung auf der Erde, mit all ihren Kämpfen, Leidenschaften, Auseinandersetzungen und schließlich mit dem Sieg des Guten und der Gerechtigkeit, der Liebe und der Vergeistigung über die Leidenschaften des Materialismus.
54 Glaubt in Wahrheit, dass alles auf einen geistigen und ewigen Zweck abzielt, damit ihr jeder Lektion den rechten Platz einräumt, der ihr zukommt.
55 Solange euch das Licht des Sechsten Siegels erleuchtet, wird eine Zeit der Auseinandersetzung, der Entsagung und Läuterung sein; doch wenn diese Zeit vorüber ist, werdet ihr einen neuen Zeitabschnitt erreicht haben, in welchem euch das Siebte Siegel neue Offenbarungen bringen wird. Wie zufrieden und glücklich wird der Geist desjenigen die neue Zeit empfangen, welcher als rein und vorbereitet befunden wurde. Solange euch das Sechste Siegel erleuchtet, werden sich Materie und Geist läutern.
56 Es naht die Zeit, in der sich euer Geist auf der Erde voll offenbaren soll. Bisher war es ihm nicht möglich wegen der Verhärtung und dem Materialismus, die ihn noch gefangen halten; aber nach der Reinigung werden die Menschen ihren Geist sich in der Tugend offenbaren und entfalten lassen. Das Gefäß wird rein und durchsichtig sein und seinen Inhalt sehen und ihn auch überströmen lassen.
57 Vor ihrem Abscheiden ins Jenseits werden die Menschen aus dieser Erde eine Welt des Friedens machen, einen Ort, an dem das Licht des Geistes ewig strahlen wird.
58 Ihr aber, legt euch nicht schlafen, in dem Gedanken, dass andere es sein werden, welche die Erfüllung dieser Prophezeiung erleben und jenen Frieden genießen. Wisst ihr etwa, ob nicht ihr zu jenen Zeiten kommen werdet? — Wahrlich, Ich sage euch, es gibt keine Saat ohne Frucht, noch Werke ohne Lohn.
59 Viele werden der Leiden sein, welche die Menschen erdulden müssen, um diese Zeit kommen zu sehen; doch ihr, die ihr sie erwartet, dürft keine Angst haben, denn in euren Kämpfen, oder in eurer Einsamkeit, gibt es immer einen leuchtenden Stern, der euren Weg erhellt, und dieser Stern ist Elias.
60 Ihr Scharen, die ihr diese Stimme hört, Ich frage euch: Seid ihr bereit, Mir auf diesem Wege zu folgen im Gehorsam gegenüber Meinen Geboten? Werdet ihr den nötigen Mut haben, um von dieser Lehre zu euren Brüdern zu sprechen? Glaubt ihr, dass ihr schon fähig seid, Mich ohne das Bedürfnis nach Riten und Symbolen zu verehren? Werdet ihr euch gegenüber den verschiedenen Religionen nicht schämen, euch Spiritualisten zu nennen? Werdet ihr nicht schwankend werden noch bereuen, dieses Werk begonnen zu haben? Werdet ihr nicht zweifeln angesichts der Kritiken und Angriffe, welche eure Nächsten gegen euch führen, und auch nicht abtrünnig werden, wenn sie euch verkennen und aus ihren Heimen verjagen?
61 Glaubt nicht, dass Ich euch befrage, weil Ich eure Art, in der ihr morgen fühlt, und euer Verhalten gegenüber den Prüfungen nicht kenne. Ihr wisst gut, dass Mir nichts unbekannt ist; doch wenn Ich euch diese Fragen stelle, so deshalb, damit ihr selbst sie euch wiederholt und über sie nachdenkt; denn über dem Nachdenken könnt ihr zum Lichte gelangen, zur Entscheidung, zur Kraft und zum Vertrauen auf Mich.
62 Wenn Ich euch nicht warnen würde, damit ihr euch zubereitet, wie würdet ihr dann den Widrigkeiten und Prüfungen die Stirne bieten können?
63 Mein Volk, sei geduldig und klug gegenüber der Menschheit; verzweifle nicht, denke daran, dass du gerade in den Prüfungen deine schönsten Beispiele von Vergebung, von Nächstenliebe und Standhaftigkeit geben sollst.
64 Doch fürchtet euch nicht; denn obwohl Ich euch gesagt habe, dass Ich euch geistig reich machen werde, werden euch auch die Dinge, die für euer menschliches Leben unerlässlich sind, nicht fehlen. Wisset, dass der, welcher sich vergeistigt hat, es erreicht hat, dies alles zu besitzen, und wenn es ihm gelingt, mit dem Herrn alles Geschaffenen eins zu werden, so soll er als Sohn, auch wenn er keine irdischen Güter hat, sich als Erbe und sogar als Eigentümer von allem fühlen, was sein Himmlischer Vater besitzt.
Mein Friede sei mit euch!

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